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Thema: Komplette Liste aller Anschläge auf Moscheen

  1. #1
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    Komplette Liste aller Anschläge auf Moscheen

    Arzt unter Verdacht

    Ein 44-jähriger Arzt aus Ebergassing dürfte den Sprengstoffanschlag auf eine Moschee in Wien-Hernals im November 2005 verübt haben.
    Der Mann gestand vor einem missglückten Selbstmordversuch das Attentat in einem Abschiedsbrief.

    Der mysteriöse Sprengstoffanschlag gab der Polizei bis zu dem überraschenden Geständnis Rätsel auf. Nun gebe es Klarheit über den Täter,
    bestätigten der Leiter des Landesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT), Werner Autericky,
    und der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Gerhard Jarosch, den Bericht des Magazins "News".

    Demnach wurde der Arzt vor wenigen Wochen im Landesgericht Korneuburg
    wegen versuchten Mordes zu zwölf Jahren Haft verurteilt: Er hatte vergangenen Sommer
    in Ebergassing einen 18-Jährigen mit einer Pistole niedergeschossen, weil er sich von dem Jugendlichen ausländischer Abstammung bedroht und provoziert fühlte. Der Bursch ist seither querschnittgelähmt.

    Wenige Tage nach der Verhandlung wollte der Arzt seinem Leben ein Ende setzen, nachdem er das Urteil akzeptiert hatte. Ehe er sich in seiner Zelle die Pulsadern aufschnitt, verfasste er noch einen Abschiedsbrief mit einer umfassenden "Lebensbeichte".

    Darin soll der Mann mehrere ausländerfeindliche Straftaten zugegeben haben, darunter auch den nächtlichen Anschlag auf die Moschee.


    Quelle: http://wien.orf.at/stories/259825/

  2. #2
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    Brandanschlag auf IGMG-Moschee in Bergkamen

    Montag 25. Juli 2011

    Deutschland



    Brandanschlag auf IGMG-Moschee in Bergkamen
    Die im Bau befindliche Bergkamener Moschee des IGMG-Regionalverbands Ruhr A wurde am vergangenen Wochenende Ziel eines Brandanschlags durch unbekannte Täter. Die Tat ereignete sich in der Nacht von Samstag auf Sonntag und wurde von den Gemeindemitgliedern erst gegen 9.00 Uhr bemerkt.



    Die Moscheegemeinde in Bergkamen hatte vor rund zwei Jahren mit dem Bau der neuen Darul Erkam Moschee begonnen. Bei dem Brand entstand ein großer Sachschaden, da teilweise der Innenputz, die Bodenheizung, Fenster und Kabelverbindungen beschädigt wurden. Tote oder Verletzte gab es nicht, da sich niemand in dem Gebäude befand.

    Den Auskünften des Moscheevorstands İsa Altun zufolge sollte bald mit den Malerarbeiten und den kalligafischen Verzierungen des Moscheegebäudes begonnen werden. „Normalerweise fangen wir am frühen Morgen mit den Arbeiten an der Moschee an. Da es aber Sonntag war, wurde der Schaden erst gegen 9.00 bemerkt und der Polizei gemeldet“, so Altun.

    Die örtliche Polizei teilte mit, dass der oder die Brandstifter die brennbaren Gegenstände und Baumaterialien in der Moschee zusammengetragen haben, um so größeren Schaden anzurichten.
    .




    In derselben Nacht kam es in Bergkamen zu sechs weiteren Brandlegungen, vermutlich von denselben Personen. Den größten Schaden hat aber die im Bau befindliche Moschee erlitten. Während einem Einsatz mussten 16 Personen per Feuerwehrleiter aus einem Mehrfamilienhaus befreit werden. Andere, darunter auch Kinder, mussten wegen Verdacht auf Rauchvergiftungen ins Krankenhaus gebracht werden. Ob der Anschlag auf die Moschee einen rassistischen Hintergrund hat, ist derzeit noch ungeklärt.

    Mitglieder des Regionalverbands sowie Moscheevorstände der umliegenden Gemeinden kamen zum Ort des Geschehens, um sich ein Bild von dem Schaden zu machen. (am)
    Kalbinizle yaptiginiz hersey size geri dönecektir - Hz. Mevlana

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  3. #3
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    Komplette Liste aller Anschläge auf Moscheen in Deutschland

    Moscheeanschläge: schleichende Kristallnacht

    Gerhard Piper 10.09.2011
    Nach den Anschlägen von Oslo wähnen sich die Islamkritiker wieder auf dem Vormarsch. Das Abendland soll gerettet werden, notfalls mit Gewalt. Dabei sind ausländer- und islamfeindliche Aggressionen keineswegs neu

    In den letzten dreißig Jahren hat es allein in der Bundesrepublik ein Dutzend Bombendrohungen und über hundert kleinere und größere Anschläge gegen Moscheen mit Steinen, Brandsätzen und Schusswaffen gegeben. Hinzu kommen fast fünfzig Schändungen von Moscheen durch Hakenkreuz-Schmierereien, Scheiße oder Schweineblut. Der folgende Artikel ist die z. Zt. umfassendste, aber dennoch unvollständige Darstellung der Moscheeangriffe in insgesamt 106 Städten und Gemeinden in Deutschland.



    1. Muslime und Moscheen in Deutschland
    In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 steckten die Nationalsozialisten die Synagogen im deutschen Reichsgebiet an. Zunächst hieß es, es seien 267 Synagogen zerstört worden. Erst Jahrzehnte später wurde das wahre Ausmaß des Pogroms bekannt: Schätzungsweise 1.406 Synagogen und Betstuben wurden zerstört, etwa 400 Menschen ermordet und rund 30.000 Juden in die Konzentrationslager Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen verschleppt. Weil sich der Feuerschein in den zerbrochenen Fensterscheiben spiegelte, wurde dieser Überfall als Reichskristallnacht bekannt. Ursprünglich ein Begriff aus der NS-Propaganda, fand dieses Wort später Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch; Historiker sprechen jedoch lieber von der "Reichspogromnacht".
    Auch heute brennen wieder "Gotteshäuser" in Deutschland. Aber diesmal sind es nur noch selten Synagogen; der Hass richtet sich heute gegen eine andere abrahamitische Religion, die Moscheen der islamischen Bevölkerungskreise. Immerhin leben in der Bundesrepublik z. Zt. rund 4 Millionen Muslime, die sich zum Großteil genauso (un-)friedlich und (un-)freundlich verhalten, wie der Rest der deutschen Bevölkerung auch. Von den Muslimen gelten 37.470 Personen, also knapp ein Prozent, als Islamisten, die einen Kalifatstaat auf Basis der Scharia anstreben. Von diesen Islamisten gelten wiederum knapp ein Prozent als Dschihadisten, die zur Durchsetzung ihrer Ziele auch die Gewalt als legitimes Mittel ansehen. Aber "nur" bei 131 Personen gehen die Sicherheitsbehörden wirklich davon aus, dass sie ihre Absichten auch in die Praxis umsetzen könnten.



    Schon über dreihundert Jahre leben Moslems in Deutschland: Die ersten blieben als Kriegsgefangene nach dem "Türkenkrieg" (1683-1699) hier. Der erste islamische Gebetsraum entstand 1739 in Potsdam. Preußenkönig Friedrich Wilhelm I ließ dazu einen Saal neben der Garnisonskirche für seine zwanzig türkischen Gardesoldaten herrichten. Sein Sohn "Friedrich der Große" gab am 15. Juni 1740 ein weltoffenes Bekenntnis ab:
    Alle Religionen sind gleich und gut, wenn nur die Leute, die sich zu ihnen bekennen, ehrliche Leute sind. Und wenn die Türken und Heiden kämen und wollten hier im Lande wohnen, dann würden wir ihnen Moscheen und Kirchen bauen.[1]

    Der erste Moscheebau in Deutschland ist die so genannte "Rote Moschee", die 1793 im Schlossgarten von Schwetzingen (Baden-Württemberg) neben einem Apollon- und einem Minvervatempel fertig gestellt wurde. Allerdings diente die Moschee ursprünglich nicht als islamisches Gotteshaus, sondern war lediglich Ausdruck für die kurfürstliche Toleranz gegenüber anderen Kulturen und Religionen. Erst im deutsch-französischen Krieg (1870/71) nutzte man die Moschee tatsächlich als Gotteshaus für die Kriegsgefangenen aus Marokko. Die erste "echte" Moschee wurde 1928 in Berlin eingeweiht.

    Moschee im Schwetzinger Schlosspark. Bild: Andree Stephan. Lizenz: CC-BY-SA-3.0
    Ab 1961 kam es zu einer Einwanderung von "Gastarbeitern" in die alte Bundesrepublik. In Folge dieser Arbeitsimmigration wurde ab 1970 eine wachsende Zahl von Moscheen bzw. islamischen Gebetsräumen eingerichtet. Nachdem sich viele Immigranten in der BRD etabliert und eine vermögende Mittelschicht herausgebildet hatte, wurde aus der Moschee-Gründungswelle ein Moscheebau-Boom. Die Zahl der Moscheevereine bzw. Moscheen liegt heute bei über 2.700, davon schätzungsweise 200 mit typischem Kuppeldach und mehr oder weniger großem Minarett. Hinzu kommt eine unbekannte Zahl von so genannten Cem-Häusern der Aleviten, die keine Moscheen bauen.
    Aber mit der wachsenden Zahl der Arbeitsimmigranten und dem Aufkommen einer Wirtschaftskrise in den siebziger Jahren nahm die Ausländerfeindlichkeit zu. Diese richtete sich zunächst gegen Einzelpersonen, später folgten auch Anschläge auf Ausländerwohnheime und deren Religionsstätten. Bereits im Jahr 1995 verbreitete eine obskure "Gesellschaft für Deutsches Volkstum" ein so genanntes "Deutsches Manifest"; in dem zum Heiligen Krieg gegen Juden und Moslems hierzulande aufgerufen wurde:
    Der Volkskrieg zur Befreiung unseres Landes beginnt am 9. Mai 1995 null Uhr. Nehmt von diesem Tage an den bewaffneten Kampf auf. Bedient Euch jeder Art Waffe: Benzin und Streichhölzer etc. Vollstreckt die Urteile der Volksgerichte an Verrätern und Volksfeinden. Die Tötung von Feinden und Verrätern im Kriege ist heilige patriotische Pflichterfüllung. (...) Nun müssen Asylantenheime, Aufnahmelager, Ausländerämter, Moscheen, Synagogen etc. brennen.

    Diese Pamphlet blieb kein Einzelfall. Zuletzt verkündete der ehemalige NPD-Vorsitzende der Stadt Düsseldorf, Manfred Breidbach, eines Tages werde Deutschland "im Glanze brennender Moscheen" erstrahlen.
    Aber es blieb nicht nur bei solchen Ankündigungen. Schon 1981 erfolgte der erste Überfall auf eine Moschee in Dortmund. Diesem ersten Einzelfall folgten weitere "Einzelfälle" und im Laufe der Jahre wurde die Summe der Angriffe immer größer. In Anlehnung an eine alte Kölner Rockband könnte man heute sagen: "Es riecht nach Kristallnacht!"
    2. Schwierige Datenlage
    Die Einschätzung der genauen Datenlage ist schwierig. Die Liste der Moscheeanschläge ist unvollständig und die Schilderung der Einzelfälle lückenhaft: Das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden konnte auf Anfrage des Fernsehmagazins "Monitor" nicht mitteilen, ob die islamfeindlichen Anschläge in Deutschland in den letzten Jahren zugenommen haben oder nicht, weil man - trotz der gemeinen behördlichen Datensammelwut - diese Kategorie gar nicht erfassen würde.
    Für das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) in Köln stellen die Angriffe auf Moscheen kein Problem dar. In den "Verfassungsschutzberichten" des Bundesinnenministeriums der letzten dreißig Jahre wurden gerade einmal zwei Brandstiftungen explizit erfasst: Herten (25.11.1990) und Göppingen (21.3.2007). Außerdem wird eine Anschlagsserie der "Kurdischen Arbeiterpartei PKK" (seit 2003: Volkskongress Kurdistan - KONGRA-GEL) vom Februar bis April 1995 zumindest am Rande erwähnt: "Neben türkischen Reisebüros waren nun bundesweit auch Versammlungsstätten nationalistischer Türken und sunnitische Gebetsstätten Ziele von Anschlägen." Dies ist alles zu den Moscheenanschlägen. Offenbar ist das Bundesamt für Verfassungsschutz der Meinung, die Brandanschläge auf MAN, Mercedes und BMW haben eine größere staatspolitische Bedeutung.
    Auch die universitäre Wissenschaft kann kaum weiterhelfen. Die deutschen Islamwissenschaftler interessieren sich nur am Rande für die Ausbreitung des Islams in Deutschland. Forschungsreisen nach Marrakesch, Kairo oder Damaskus sind ja auch viel interessanter. Als Erstes hat das private Zentralinstitut Islam Archiv Deutschland Stiftung e. V. (ZIAD) in Soest-Deiringsen im November 2006 eine entsprechende Liste veröffentlicht. Allerdings sind in der Liste lediglich Datum und Ort der einzelnen Angriffe ohne weitere Detailinformationen bis Ende 2004 aufgeführt. Außerdem hat Prof. Dr. efik Alp Bahadir von der Philosophischen Fakultät I der Friedrich-Alexander-Universität in Nürnberg-Erlangen eine entsprechende Liste für die Jahre 2006 bis 2008 herausgegeben, die auf der Webseite der Türkischen Gemeinde in der Metropolregion Nürnberg (TGMN) im November 2008 veröffentlicht wurde. Das Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) an der TU Berlin kann zusätzliche Informationen über die Neonazi-Szene und die Ausbreitung der Islamophobie beisteuern.
    Auch die Politik kann wenig zur Aufklärung beitragen: Kam es zu einem Anschlag, gibt es zwar die obligatorischen Protestnoten der Parteien, Gewerkschaften und christlichen Kirchen, aber die bornierten Parlamente haben sich mit dem Thema bisher nicht nennenswert beschäftigt.
    Die wichtigsten Informationsquellen sind nach wie vor die Lokalzeitungen. Allerdings ist deren Berichterstattung in Umfang und Qualität von Einzelfall zu Einzelfall höchst unterschiedlich. Außerdem verfügen die kleineren Redaktionen über kein eigenes Archiv. Die größeren Zeitungsverlage haben ihr Archivmaterial erst teilweise digitalisiert, so dass ältere Artikel über das Internet nicht verfügbar sind.
    Eine weitere wichtige Informationsquelle sind nicht zuletzt die Betroffenen selbst. Bei einem aktuellen Anschlag werden entsprechende Informationen auf der eigenen Webseite präsentiert, z. B. durch die Islamische Gemeinschaft Millî Gör. Bei der IGMG handelt es sich um ein Sammelbecken rechtsradikaler, islamistischer, aber im Allgemeinen gewaltfreier Türken, das alljährlich in den "Verfassungsschutzberichten" auftaucht. Dennoch bietet die IGMG-Berichterstattung zu aktuellen Moscheeangriffen brauchbare Informationen. Allerdings scheitern direkte Nachfragen bei den Moscheegemeinden an den mangelnden Deutschkenntnissen der Imame bzw. Hodschas. Außerdem ist zu beklagen, dass Moscheegemeinden einzelne Vorfälle bei einem nur geringen Sachschaden nicht melden. Über das Ausmaß dieses Dunkelfeldes kann keine seriöse Schätzung abgegeben werden.
    Nach der Reichskristallnacht von 1938 sollte man meinen, dass die deutsche Bevölkerung besonders sensibel auf solche Anschläge reagiert, damit sich die Geschichte nicht in ähnlicher Weise wiederholt. Stattdessen ist das Gegenteil der Fall. Die Angriffe sind jeweils eine kurze Zeit Stadtgespräch, aber danach kaum noch Gegenstand öffentlicher Aufmerksamkeit. So ist es nach zwanzig, fünfundzwanzig Jahren überaus mühselig herauszufinden, wer damals irgendwo in Deutschland die Fensterscheibe einer Moschee eingeworfen hat, und nicht immer hat man Erfolg. Dennoch wäre eine vollständige Auflistung unerlässlich.
    Die folgende (unvollständige) Übersicht bietet eine Auflistung der physischen Gewaltakte gegen Moscheen, die im Folgenden als "Anschlag" bezeichnet werden:
    Steinwürfe (o. ä.)

    Einbrüche mit Vandalismus

    Brandanschläge

    Schusswaffengebrauch

    Bombendrohungen

    "Bomben"-Anschläge (o. ä.)

    Ausgeklammert wurden alle Fälle einer "bloßen" Schändung von Moscheen oder Morddrohungen gegen muslimische Einzelpersonen.
    Juristisch geht es u. a. um folgende Straftatbestände des Strafgesetzbuches: Störung des öffentlichen Friedens (§ 126 StGB), Bedrohung (§ 241), Sachbeschädigung (§303), schwere Brandstiftung (§ 306), besonders schwere Brandstiftung (§ 307), gefährliche Körperverletzung (§ 223), Mord (§ 221), Landfriedensbruch (§ 125), etc..



    3. Anschlagsliste
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    Aachen (Nordrhein-Westfalen):
    Am 13. September 2007 erhielt die Yunus Emre Moschee in Aachen (Stolberger Str. 209-211) um 17.30 Uhr eine telefonische Bombendrohung. Da es der erste Tag des Fastenmonats Ramadan war, war die Moschee mit rund 400 Besuchern voll besetzt. Daraufhin wurde das Gebäude durch eine Hundertschaft der Polizei evakuiert; die Bombensuche verlief ergebnislos. Polizeipressesprecher Paul Kemen erklärte am Freitag, man arbeite mit "allen technischen Mitteln" an der Identifizierung des Anrufers. Die Moscheegemeinde gehört zum gemäßigten Dachverband Diyanet leri Türk slam Birlii (DITIB - dt.: Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.), der wiederum dem türkischen Amt für Religionsangelegenheiten (Diyanet leri Bakanl) untersteht.
    Aalen (Baden-Württemberg):
    Am 15. September 2008 wurde auf die Moschee in Aalen (Stuttgarter Straße 12) ein Brandanschlag verübt. Die Moschee gehört zum türkischen Dachverband DITIB. Der oder die Täter zündeten sechs Kunststoff-Brotkörbe an, die von einer Bäckerei neben der Moschee stammten. Das Feuer konnte schnell gelöscht werden, da sich zum Zeitpunkt des Anschlags rund 100 Personen zu einem abendlichen Festessen im Rahmen des Ramadans in der Moschee versammelt hatten. Der Anschlag führte auch zu einer Anfrage im Landtag.
    Ahaus (Nordrhein-Westfalen):
    In der Nacht vom 30. September auf den 1. Oktober 2001 (3.30 Uhr) wurde an der Aksa Moschee an der Riddestr. 47, die zum DITIB-Verband gehört, die Glasscheibe der Eingangstür eingeworfen. Zu der Zeit fand in einem Festzelt auf dem benachbarten Gelände eine Veranstaltung statt. Die Polizei vermutete, dass die Täter in den Reihen der Festbesucher zu suchen waren.
    Bad Lippspringe (Nordrhein-Westfalen):
    Am 16. März 2010 erhielt die Moscheegemeinde der Minar Sinan Camii in Bad Lippspringe (Detmolder Str. 65) einen Drohbrief und zwei faule Eier: Sollte der Moschee-Vorstand seinen Antrag auf Errichtung eines Minaretts nicht zurückziehen, werde man einen Brandanschlag auf die Moschee verüben. Der Staatsschutz des Polizeipräsidiums Bielefeld übernahm die Ermittlungen.
    Landrat Manfred Müller forderte dazu:
    Die Diskussion über den Minarettbau muss zwingend mit demokratischen Mitteln geführt werden. Wer Gewalt androht, steht außerhalb des Rechtsstaates. Alle Beteiligten haben diese wichtige Diskussion bislang transparent und offen geführt. Dieser vorbildliche Umgang mit den Planungen soll weiter Bestand haben. Wir werden mit Nachdruck für eine Aufklärung dieses Falles sorgen.[2]

    Bergkamen (Nordrhein-Westfalen):
    In der Nacht vom 23. auf den 24. Juli 2011 kam es in Bergkamen zu insgesamt sieben Brandanschlägen. Ein Anschlag richtete sich gegen die im Bau befindliche Dar´ul Erkam Moschee (Ernst-Schering-Straße Nr. 5), die zur Islamischen Gemeinschaft Millî Gör (IGMG) gehört. Der Täter zündete mehrere Stapel Styropor an. Es entstand erheblicher Sachschaden, so waren der Innenputz, die Bodenheizung, die Fenster und die Hauselektrik beschädigt. Gleich neben der Moschee befindet sich eine Niederlassung des Chemiekonzern "Bayer Schering".
    Besonders gefährlich war der Brand im Keller in einem sechsstöckigen Mehrfamilienhaus (Hubert-Biernat-Str. / Töddinghauserstr.). Hier wohnten viele Familien aus der Türkei, Angola und Vietnam. Zwanzig der fünfzig Mieter mussten per Feuerwehrleiter gerettet werden; neun Mieter mussten wegen einer Rauchvergiftung im Krankenhaus behandelt werden. Der Hausflur war mit Hakenkreuz-Schmierereien und SS-Runen "verschönert" worden. Außerdem wurden zehn Müllcontainer angezündet (Ebertstr., Erich-Ollenhauer-Str., Töddinghauserstr. und Zentrumsstr.). Am 30. Juli brannte es erneut in dem Mehrfamilienhaus in Bergkamen.
    Der Haupttäter Björn Mühlnickel wurde am 1. August 2011 festgenommen. Er wohnte selbst in dem Mehrfamilienhaus, hatte bei den Löscharbeiten geholfen und gab als vermeintlicher "Held" ein Fernsehinterview. "Denkbar ist, dass er den Tatverdacht auf diese Weise von sich ablenken wollte," erklärte ein Sprecher der Kreispolizeibehörde Unna. Der Tatverdächtige ist Mitglied der Nationaldemokratischen Partei (NPD) und des Nationalen Widerstandes Unna (NWU), der zum Verbund der Nationalen Autonomen gehört.[3] Er war bereits wegen Betruges vorbestraft. Ein Helfershelfer wurde ebenfalls festgenommen aber "mangels Haftgrund" wieder freigelassen. Nun kündigte der NPD-Kreisverband an, man wolle Björn Mühlnickel aus der "Gemeinschaft der NPD" ausschließen. Die Partei sei "kein Sammelbecken närrischer, alkoholisierter Krimineller" ließ die NPD das deutsche Volk wissen.
    Gegenüber dem ARD-Magazin "Monitor" (Sendung vom 4. August 2011) erklärte Bürgermeister Roland Schäfer zu dem Vorwurf, er habe die vom Brandanschlag betroffene Moschee nicht einmal besucht:
    Entschuldigen Sie mal, wir haben über 400 Einsätze unserer Feuerwehr jedes Jahr, über 400 Feuerwehreinsätze! Da kann ich nicht zu jedem Brand hinkommen. Das ist einfach auf derselben Ebene für mich, wie das Anstecken von Müllcontainern, wie das Abbrennen von gelben Säcken.

    Berlin (Berlin):
    Als die indische Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) im Ostberliner Stadtteil Pankow-Heinersdorf (Tiniusstr. 5-8) die Khadija-Moschee errichten wollte, bildete sich eine Protestbewegung der lokalen Bevölkerung, die sich in der Interessengemeinschaft Pankow-Heinersdorfer Bürger e. V. (IPAHB) unter Vorsitz von Joachim Swietlik organisierte. Der Verein wurde von der Berliner CDU unterstützt, so von dem damaligen CDU-Landesvorsitzenden und ehemaligen Staatssekretär im Verteidigungsministerium Friedberg Pflüger, der CDU-Bundestagsabgeordneten und früheren DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld und dem damaligen CDU-Kreisvorsitzenden René Stadtkewitz (jetzt: Partei "Die Freiheit"). Zu den weiteren Unterstützern zählte Jörg Hähnel, Leiter der Vereinigten Nationalisten Nordost (VNNO) und Mitglied im NPD-Bundesvorstand.
    Am 21. März 2007 wurde erneut ein Brandanschlag auf die im Bau befindliche Moschee in Berlin-Heinersdorf verübt. Dabei wurde ein Kipp-Fahrzeug beschädigt. In der Presseerklärung der Berliner Polizei hieß es:
    Heute Abend brannten Teile eines "Mercedes"-Kipplasters auf dem Gelände der Ahmadiyyah- Moschee in Pankow. Anwohner der Tiniusstraße hatten gegen 19 Uhr 15 Flammen bemerkt und die Feuerwehr alarmiert, die den Brand löschte. Verletzt wurde bei dem Feuer niemand. Nach ersten Erkenntnissen ist der Brand absichtlich gelegt worden. Hinweise auf die Täter gibt es bislang nicht. Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen wegen Brandstiftung übernommen.

    Seit November 2007 gibt es einen "Kooperations-Vertrag" zur Objektsicherung zwischen der Polizeidirektion 1 und der Moslemgemeinde. So konnte die Moschee am 16. Oktober 2008 offiziell eröffnet werden.
    Am 28. Oktober 2007 demonstrierten Anhänger der türkischen "Grauen Wölfe" am Hermannplatz im Bezirk Neu-Kölln. Gegen diesen Aufmarsch der Rechtsextremisten formierte sich eine Gegendemonstration aus Kurden und Autonomen. Die Berliner Polizei konnte eine regelrechte Straßenschlacht nur knapp verhindern, dennoch zogen Nachts Türken durch die Straßen, um "Kurden zu klatschen", wie es in der Lokalpresse hieß. So griffen sie die kurdische Mizgeft´a Selahaddin Eyyubi Moschee in Kreuzberg (Kottbusser Straße) mit Steinen und Flaschen an.[4]
    In dasselbe Haus war kurz zuvor der türkisch-stämmige Europaabgeordnete Cem Özdemir (Bündnis 90 / Die Grünen) eingezogen. Nun versuchten die Kurden die Eigentumswohnung des Politikers zu stürmen, was die Polizei verhindern konnte. Insgesamt 15 Personen wurden festgenommen. In der Folge sorgte der Abgeordnete dafür, das die Moschee nach Neu-Kölln (Karl-Marx-Allee) umziehen musste: "Eine Moschee in einem Wohnhaus ist unzumutbar. (...) Jederzeit könne ein türkischer Nationalist einen Brandsatz legen," erklärte der grüne Sozialpädagoge und beendete damit das Mulit-Kulti im eigenen Haus.
    In den Jahren 2010 / Anfang 2011 kam es in Berlin wiederholt zu Brandanschlägen auf Moscheen. Es begann am 16. Juni 2010 mit einem Anschlag auf die Sehitlik-Märtyrermoschee (Columbiadamm 128), die die größte Moschee in Berlin-Neukölln ist.

    Sehitlik-Moschee Berlin-Neukölln. Bild: Lienhard Schulz. Lizenz: CC-BY-SA-3.0

    Am 1. August 2010 erfolgte ein zweiter Bandanschlag auf ein Nebengebäude derselben Moschee. Diesmal wurde brennbares Material aufgeschichtet und in Brand gesteckt.
    Am 10. August 2010 erfolgte erneut ein Brandanschlag auf dieselbe Moschee.
    Am 19. November 2010 (6.15 Uhr) verübte der Täter den vierten Anschlag auf dieselbe Moschee. Der Täter wollte vergeblich eine Propangasflasche zur Explosion bringen.
    Außerdem erfolgte am 27. November 2010 ein Angriff auf die Al Nur Moschee in Berlin-Neukölln (Haberstr. 3). Eine brennbare Flüssigkeit sickerte unter der Tür ins Innere und setzte einen Teppich in Brand, bevor das Feuer von selbst erlosch.
    Am 9. Dezember 2010 folgte ein Brandanschlag auf die Islamische Kulturgemeinde der Iraner in Berlin-Tempelhof (Ordensmeisterstraße 5).
    Am 8. Januar 2011 (ca. 1.45 Uhr) brannte eine Moschee der Lahore Ahmadiyya Gemeinde in Berlin-Wilmersdorf (Briennerstr. 7/8), die schon 1924-28 errichtet worden war. Die herbeigerufenen Polizeibeamten konnten den Brand mit einem Handfeuerlöscher ersticken. Zum Glück entstand bei den Brandanschlägen nur geringer Sachschaden (ca. 1.500 Euro). Der Bundestagsabgeordnete Volker Beck (Bündnis 90 / Die Grünen) diagnostizierte in diesem Zusammenhang einen "Sarrazin-Effekt".

    Wilmersdorfer Moschee. Bild: Axel Mauruszat
    Das Kommissariat 535 Staatsschutz des Landeskriminalamtes übernahm die Ermittlungen. Am 23. Januar 2011 gelang es der Polizei, den Brandstifter festzunehmen. Der 30-Jährige Manuel K. aus Neukölln (Pintschallee) hatte sich in der Redaktion der "B.Z." einen Zeitungsausschnitt mit Fotos von einem seiner Anschläge kopieren lassen, woraufhin die Mitarbeiter des Verlags sich Name und Anschrift notierten, was letztlich auf die Spur des Mannes führte. Die Polizei schloss politische Hintergründe für die Taten aus und geht davon aus, dass der als "einfach strukturiert" geltende Neuköllner lediglich Aufmerksamkeit erregen wollte. Von den sieben fraglichen Taten wurden Manuel K. ein Sprengstoffanschlag und fünf Fälle schwerer Brandstiftung zur Last gelegt; dennoch faselte der Festgenommene, er habe sogar dreizehn Anschläge verübt. Der Täter wurde in ein psychiatrisches Krankenhaus des Maßregelvollzuges eingewiesen.
    Im Juli 2011 wurde ihm vor der Sechsten Großen Strafkammer des Landgerichtes Berlin der Prozess gemacht. An den beiden Verhandlungstagen blieb die Öffentlichkeit weitgehend ausgeschlossen. Der Täter legte ein Geständnis ab und erklärte seine Taten damit, dass er als Kind von mehreren Personen mit südländischem Aussehen überfallen worden war. Diesen Angriff habe er bis zum heutigen Tag nicht verwunden. Im Prozess erklärte ihn ein Gutachter für "vermindert schuldfähig". Am 6. Juli 2011 verurteilte ihn das Gericht zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten (AZ: 506-4/11 1 Bra Js 3530/10 KLs).
    Bonn (Nordrhein-Westfalen):
    Am 12. April 1995 (?) wurde ein Anschlag auf eine Moschee in Bonn verübt.
    Braunschweig (Niedersachsen):
    Am 13. März 2008 (19.00 Uhr) wurden drei türkische Staatsbürger beim Verlassen der Merkez Camii in der Nordstadt (Ludwigstr. 23) aus einem fahrenden Auto heraus mit einem Luftdruckgewehr beschossen. Einer der Türken, Osman Kuyruk, wurde im Gesicht getroffen und musste im Städtischen Klinikum behandelt werden. Die Moscheegemeinde gehört zum DITIB-Verband.
    Bremen (Bremen):
    Am 1. März 1998 wurde eine Scheibe der neu errichteten Fatih Moschee in Bremen-Gröpelingen (Stapelfeldstraße 9) eingeworfen. Die Polizei sprach von einer "Sachbeschädigung, einem Sprung in der Scheibe", wie der Bremer "Weser Kurier" berichtete.
    Im Jahr 2000 wurde erneut eine Moschee mit Steinen beworfen. Daran beteiligt war der Neonazi Marcel S..
    Bruchsal (Baden-Württemberg):
    In der Nacht vom 13. auf den 14. März 2009 verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf die Moschee in Bruchsal. Dazu wurden mehrere "Biertischgarnituren" im Außenbereich der Moschee übereinander gestapelt und mit Brandbeschleuniger angezündet. Das Feuer konnte durch die Moschee-Besucher selbst gelöscht werden. Der Sachschaden wurde auf rund 3.000 Euro geschätzt. ()
    Dietenheim (Baden-Württemberg):
    In der Nacht vom 18. auf den 19. April 2009 gab es den Versuch einer Brandstiftung an der Moschee des türkisch-islamischen Kulturvereins in Dietenheim (Illertisser Str. 7). Allerdings erlosch der Brandsatz von selbst wieder. Gegen 4.15 Uhr wurde ein gefüllter Benzinkanister mit einem T-Shirt als Lunte gefunden.
    Dillingen (Saarland):
    Am 8. April 2011 (2.30 Uhr) schlugen zwei Männer und zwei Frauen, die jeweils aus Dillingen und Völklingen stammten, vier Scheiben der Moschee Haci Bayram Cami (Gathmannstr. 10) ein. Außerdem schlugen sie eine Autoscheibe ein und warfen mehrere Blumenkübel und Mülltonnen um. Laut Polizei hatten die Täter "Kontakt zur rechten Szene" und waren alkoholisiert.
    Dortmund (Nordrhein-Westfalen):
    Am 14. Februar 1981 (?) wurde ein "Türkenzentrum" überfallen. Es war der erste tätliche Angriff auf eine Moschee in Deutschland.
    Am 18. Mai 1981 (?) wurden die Scheiben einer Moschee eingeworfen.
    Am 24. April 1982 (6.30 Uhr) wurde erneut ein Anschlag verübt. Eine Bombe explodierte vor dem Eingang einer türkischen Bank im IWO-Hochhaus am Königswall. Durch die Wucht der Detonation wurde auch das "Cafe de Paris" und das Reisebüro "Ufo" in Mitleidenschaft gezogen. Nach Angaben des Soester Islam-Archiv war auch ein türkisches Kulturzentrum mit Moschee bzw. Gebetsraum betroffen. Es entstand ein Sachschaden von über 100.000 DM. Zu dem Anschlag bekannte sich die "Neue Armenische Widerstandbewegung" in Genf (Schweiz). Das Bundeskriminalamt in Wiesbaden nahm die Ermittlungen auf.
    Am 31. Dezember 1991 wurde der Gemeindevorsteher einer Moschee von einem Deutschen erschossen.
    Am 12. März 2007 (kurz nach 21.00 Uhr) wurde ein Brandanschlag auf die Eyyüb-Sultan-Camii in Dortmund-Nordstadt (Haydnstraße 66) verübt. Die Moschee gehört zur Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa e. V. (Avrupa Türk-slam Birlii - ATIB).
    Außer der Moschee hatte der Täter noch verschiedene anderen Einrichtungen in Hagen, Dortmund und Bottrop in Brand gesteckt. Die Brandserie begann am 7. Februar mit vier Brandsätzen an einem Kreuzungsbereich Mallinckrodtstr. / Münsterstr. in Dortmund-Nordstadt, am 14. Februar 2007 brannten vier Personenkraftwagen eines Autohauses in Bottrop, am 15. Februar 2007 folgte ein Anschlag auf eine türkische "Halk"-Bank in Dortmund (Schützenstr.) und am 16. Februar 2007 auf ein türkisches Reisebüro ebenfalls in Dortmund-Nordstadt. Am 17. Februar 2007 beendete ein Angriff auf ein türkisches Reisebüro in Hagen (Graf-von-Galen-Ring) die Brandserie. In Folge der wiederholten Brandanschläge im Problembezirk Dortmund-Nordstadt vertärkte die Polizei ihre Streifentätigkeit: "Die Polizei kommt jeden Tag hierher. Manchmal auch öfter," sagte Mustafa Alil Danaci, Leiter eines türkischen Ausbildungszentrums.

    Eyyüb-Sultan-Moschee. Bild: Tbachner. Lizenz: CC-BY-SA-3.0
    Die Brandstiftungen hatten einen politischen aber keinesfalls ausländerfeindlichen oder islamophoben Hintergrund: Als Haupttäter konnte ein damals 21-jähriger Kurde aus Lünen ermittelt werden, der sich als "Guerillakämpfer" der Kurdischen Arbeiterpartei PKK bezeichnete. Dieser hatte noch vier weitere Kurden (drei Männer und eine Frau) angeheuert, darunter einen Kellner aus der Gemeinde Möhnesee.
    Der Haupttäter Halil Cetin war nach den Brandanschlägen in der Türkei untergetaucht, wo er festgenommen wurde und acht Monate im Knast saß. Bei seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er am 9. Februar 2010 in Berlin festgenommen. Im März 2010 verurteilte ihn die 39. Strafkammer des Landgerichts Dortmund unter dem Vorsitzenden Richter Peter Windgätter zu einer Haftstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und Verstoßes gegen das Vereinsgesetz in Tateinheit mit schwerer Brandstiftung. Windgätter erklärte, "dass wenige Angeklagte so viel tun, um vor Gericht zu kommen". Rechtsanwältin Regina Götz hatte vor Gericht erklärt, der Täter habe mit seinem Brandanschlag auf die Haftbedingungen des ex-PKK-Chefs Abdullah Öcalan aufmerksam machen wollen.
    Am 4. Dezember 2007 verurteilte das Jugendschöffengericht in Dortmund die übrigen Täter: Ein 22-jähriger Dortmunder wurde zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren verurteilt, seine drei Mitangeklagten erhielten lediglich Arbeitsauflagen.
    Düren (Nordrhein-Westfalen):
    Am 10. Oktober 2004 wurde ein Brandanschlag auf die Fatih Moschee des türkisch-islamischen Kulturvereins in Düren (Veldener Str. 63), die zum DITIB-Verband zählt, verübt. Der Täter schob mehrere Müllcontainer zusammen und entzündete Altpapier. Es soll sich um die Tat eines jugendlichen Einzeltäters gehandelt haben, vermutete die Polizei.

    Fatih-Moschee Düren. Bild: Zauberfee88. Lizenz: CC-BY-SA-3.0

    Im Jahr 2010 wurde eine DITIB-Moschee mit Flaschen beworfen, dabei gingen Scheiben zu Bruch.
    Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen):
    Am 9. Oktober 2010 verübte ein Unbekannter einen Brandanschlag auf die Diyanet DITIB Merkez Camii in Düsseldorf-Derendorf (Münsterstraße 199), indem er einen Papierstapel aus einem Sammelcontainer in der Nähe entzündete. Ein zufällig vorbeifahrender Taxifahrer konnte den Entstehungsbrand lösen. Der südländisch aussehende Täter konnte flüchten, er soll türkisch gesprochen haben. Die sofort eingeleitete Polizeifahndung, bei der auch ein Hubschrauber eingesetzt wurde, blieb erfolglos. Für die Ermittlungen war das Kriminalkommissariat 21 zuständig.
    Elsdorf (Nordrhein-Westfalen):
    Am 13. April 2001 (22.20 Uhr) wurde ein Brandanschlag auf eine im Bau befindliche As-Sunnah Moschee im Ortsteil Esche (Gladbacher Str. 315) verübt. Die Täter entzündeten mehrere Flaschen, die mit Benzin gefüllt waren und eine Lunte aus Klopapier besaßen. Mehrere Anwohner konnten den Brand löschen.
    Drei Wochen später nahm die Polizei sechs Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren aus Elsdorf, Bergheim und Kerpen vorrübergehend fest. Die vier Jungen und zwei Mädchen wurden der rechten Szene zugerechnet.[5] Die Beteiligten hatten an dem Tatabend zunächst Alkohol und "rechte" Musik konsumiert. Der Anführer der Clique erhielt 2 Jahre auf Bewährung. Dazu erklärte er gegenüber der Polizei:
    Ich bereue ziemlich wenig, was ich gemacht habe. Ich wollte, dass die mit eingezogenem Kopf da reingehen.

    Eppingen (Baden-Württemberg):
    Am 5. Juli 2000 (0.20 Uhr) wurde ein Brandanschlag mit zwei Molotow-Cocktails auf das Gemeindezentrum des Islamisch-Türkischen Kulturvereins in der Weststadt (Ölmühlstraße 6) verübt. Die Scheiben hielten stand, so dass die Brandflaschen an der Außenmauer abbrannten. Der Imam und eine weitere Person schliefen zufälligerweise neben dem Fenster, gegen das die Brandsätze geschleudert wurden. Sie konnten das Feuer mit Hilfe von Handtüchern und Gebetsteppichen selbstständig löschen noch bevor die alarmierte Feuerwehr eintraf. Es entstand ein Sachschaden von rund 5.000 DM. "Das ist kein Spaß mehr. Da können Menschen sterben. Wir müssen etwas unternehmen," meinte der stellvertretende Vorsitzende des Kulturvereins Hussein Dobruk nach der Attacke. "Nach Einschätzung der Heilbronner Kriminalpolizei gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass die Tat einen rechtsextremen oder fremdenfeindlichen Hintergrund haben könnte," berichtete die Lokalzeitung "Heilbronner Stimme" am Tag nach dem Brandanschlag.
    Bereits im März 2000 war das Gemeindezentrum Ziel eines Einbruchs gewesen bei dem 6.000 DM gestohlen und ein Sachschaden von weiteren 4.000 DM verursacht worden war. Zwanzig Meter weiter befand sich das neue Moschee-Gebäude der Mevlana Camii gerade im Rohbau.
    Erfurt (Thüringen):
    Am 10. September 2008 störten mehrere deutsche Jugendliche das Abendgebet in der Moschee durch Pöbeleien. Außerdem warfen sie eine Bierflasche durch das offene Fenster, die einen türkischen Gläubigen am Kopf traf. Daraufhin verfolgten mehrere Moscheebesucher die Angreifer, und es kam zu Rangeleien. Zwei Personen wurden durch die Polizei vorrübergehend festgenommen.
    Essen (Nordrhein-Westfalen):
    Am 24. März 1995 (7.40 Uhr) brannte die provisorische Moschee in Essen-Katernberg (Katernberger Str. 91) des DITIB-Verbandes bis auf die Grundmauern nieder. 28 Anwohner mussten vorrübergehend evakuiert werden. Der Leiter der Sonderkommission beim polizeilichen Staatsschutz, Polizeioberrat Uwe Hofmann, erklärte, man habe zwar keine Spuren eines Brandbeschleunigers gefunden, dennoch gehe die Polizei von einer Brandstiftung aus, da Fahrlässigkeit und technische Defekte als Brandursache auszuschließen seinen. Angesichts mehrerer Angriffe auf türkische Einrichtungen zur damaligen Zeit wurde beim Landeskriminalamt vorrübergehend eine Ermittlungsgruppe Türkischer Extremismus (EG TEX) eingerichtet.
    "Wir haben die freie Auswahl, Neonazis oder PKK," erklärte ein empörter Anwohner. Angesichts der damaligen Militäroffensive der türkischen Streitkräfte im Nordirak, geriet schnell die PKK in Verdacht: "Auch wenn der Täter noch nicht gefasst ist, so passt dieser Anschlag doch in die Reihe der Aktionen der PKK. (...) Die türkischen Gebäude werden nicht wirksam genug geschützt," erklärte am Tag des Anschlags Faruk Sen, Leiter des Zentrums für Türkeistudien im Essen.
    Am 26. März bot die Montan-Grundstücksgesellschaft der Ruhrkohle AG (RAG) einen leerstehenden Pavillon auf dem Gelände der Zeche Zollverein in unmittelbarer Nähe der zerstörten Moschee als Provisorium an. Am 29. März kündigte der Vorsitzende der islamischen Gemeine in Essen, Ismail Sariaslau, einen verstärkten "Selbstschutz" an. In Absprache mit der Polizei würden bei allen 13 betroffenen türkischen Gemeinden in Essen jeweils zwei Männer jede Nacht Brandwache halten, während die Polizei ihre Bestreifung verstärken würde. Der Anschlag wurde nie aufgeklärt. Die alte Moschee wurde an anderer Stelle wieder aufgebaut.
    Flensburg (Schleswig-Holstein):
    In der Nacht vom 7. auf den 8. Januar 2011 wurden zehn schwere Backsteine gegen die Masjid As-Sunnah Moschee in Flensburg (Harrisleer Str. 2) geworfen. Dabei gingen mehrere Scheiben zu Bruch. In der gleichen Nacht wurde auch das Parteibüro der Linken (Junkerhohlweg) mit Steinen angegriffen. Dennoch wollte Polizeisprecher Christian Kartheus keinen Zusammenhang zwischen beiden Taten herstellen, stattdessen erklärte er: "Der Begriff Anschlag geht mir zu weit."
    Frankfurt (Hessen):
    Am 6. Februar 2007 erhielt die türkische Rhein-Main-Gesellschaft einen Brief, in dem mit Bombenangriffen und Brandanschlägen auf Moscheen gedroht wurde. In dem anonymen Schreiben hieß es, Deutschland sei für Türken nicht mehr sicher.
    Friedrichshafen (Baden-Württemberg):
    Am 6. November 2001 (?) erhielt die Moscheegemeinde in Friedrichshafen einen Drohbrief.
    Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen):
    Anfang 1983 warfen Neonazis die Fensterscheiben der Moschee im Stadtteil Resse ein.
    Am 24. April 1991 entzündeten zwei etwa 20 Jahre alte Männer erst ein Wohnhaus in der Grillostraße 76 und verübten dann einen Brandanschlag auf die Moschee "Schalke Camii" des fundamentalistischen VIKZ-Verbandes im Stadtteil Schalke-Nord (Kurt-Schumacher-Str. 91). Dabei brannte der Vorraum völlig aus. Anschließend zogen die beiden Brandstifter weiter und zündeten ein Haus in der Gustavstr. 13 an, in dem sich ein Kindergarten befand, und zum Schluss ein Wohnhaus in der Hildegardstr. 21. Dabei kam eine 84-jährige Bewohnerin durch eine Rauchgasvergiftung ums Leben.[6]
    Es soll sich bereits um den vierten Brandanschlag auf die Moschee gehandelt haben, behauptete ein Anwohner. Bei den Löscharbeiten verletzte sich ein Feuerwehrmann durch einen Sturz von der Leiter.
    Gera (Thüringen):
    In der Nacht vom 27. auf den 28. Juni 2000 schlugen vier Täter mit Ziegelsteinen zwei Scheiben der Al Rahman Moschee (Sachsenplatz 9) ein. Die Moschee war im Erdgeschoss eines Wohnhauses untergebracht.
    Es handelte sich vermutlich um vier Täter aus der rechtsradikalen Szene, die in einem Park neben der Moschee angetrunken (bis zu 2,06 Promille) festgenommen wurden. Die Staatsschutzabteilung des Landeskriminalamt zog die Ermittlungen an sich. Bei dem Haupttäter handelte es sich um einen 18-jährigen aus Gera, der schon eine Vorstrafe hatte. Wegen dem Angriff auf die Moschee, eine weitere Sachbeschädigung und ein Diebstahlsdelikt verurteilte ihn das Amtsgericht Gera am 12. September 2000 zu einer Jugendstrafe von 1 Jahr und 3 Monaten auf Bewährung.
    Bei dem Anschlag war auch Jörg Krautheim, Führer der "Kameradschaft Gera" und zugleich Mitglied im Landesvorstand der thüringischen NPD in Tatverdacht geraten und wurde vorrübergehend festgenommen. Er bestritt allerdings jede Tatbeteiligung. Er habe sich zur Tatzeit nur rein zufällig in der Nähe der Moschee aufgehalten. Zwei weitere Jugendliche wurden ebenfalls vorrübergehend festgenommen, aber noch am Tattag wieder freigelassen.
    Gifhorn (Niedersachsen):
    Im April oder am 19. Mai 2006 verübten vier jugendliche Neonazis der "Kameradschaft Gifhorn" einen Brandanschlag auf eine DITIB-Moschee mit angrenzendem Gemüseladen. Die Polizei konnte die Täter im März 2007 ermitteln.
    Göppingen (Baden-Württemberg):
    Februar 1997 verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf das Gebäude des Türkischen Nationalvereins, das sich damals noch in der Karl-Benz-Str. befand. Der Verein stand der rechtsextremen "Partei der Nationalistischen Bewegung" (Milliyetçi Hareket Partisi - MHP) nahe, zu der auch die "Grauen Wölfe" (Bozkurt) gehören. Diese verbergen sich oft hinter den Gliederungen der Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Deutschland (Almanya Demokratik Ülkücü Türk Dernekleri Federasyonu -ADÜTDF). Die Täter gehörten wahrscheinlich zur damaligen kurdischen Arbeiterpartei (Partiya Karkerên Kurdistan - PKK), allerdings konnte die Polizei die Tat nicht aufklären.
    Im Sommer 2006 verübte ein Unbekannter einen Brandanschlag auf das neue Gebäude des Türkischen Idealistenverein (vormals: Türkischer Nationalverein), das sich in der Jahnstraße 138 befand. In dem Gebäude befand sich auch ein Gebetsraum bzw. eine Moschee. Der Brandstifter hatte vor dem Gebäude ein Auto, eine Holzpalette und Sperrmüll angezündet. Die Tat konnte ebenfalls nicht aufgeklärt werden.
    In der Nacht vom 21. auf den 22. März 2007 (gegen 2.35 Uhr) verübten vier Männer erneut einen Brandanschlag auf dasselbe Gebäude. Es entstand ein Sachschaden von mehreren tausend Euro. Oberbürgermeister Guido Till verurteilte den Anschlag "aufs Schärfste, egal aus welchem Hintergrund heraus er verübt wurde". Auf keinen Fall, so der Rathauschef, "können wir es in unserer Stadt akzeptieren, dass Menschen gefährdet werden".
    Da in dem Gebäude sieben Personen schliefen, wurden die kurdischen Täter vor dem Landgericht Ulm am 12. September 2007 wegen versuchten vierfachen Mordes und versuchter schwerer Brandstiftung zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Drei der Angeklagten waren Mitglieder der Jugendorganisation der PKK, Komalên Ciwan, und wurden nach Jugendstrafrecht verurteilt.
    Hamburg (Hamburg):
    Am 9. September 2008 erhielt eine moslemische Gemeinde Mescid-i Aksa des DITIB-Verbandes in Hamburg-Hamm (Borstelmannsweg 68) mehrere rechtsradikale Drohbriefe. Tenor: "Türken raus!", "Untermenschen", etc..
    Am 18. Oktober 2008 (22.00 Uhr) wurden die Fensterscheiben eines Gemüseladens und eines Reisebüros auf dem Gelände desselben Türkischen Kulturzentrums in Hamburg-Hamm (Borstelmannsweg 68) mit zwei Pflastersteinen eingeworfen.
    Am 19. Oktober 2008 (3.00 Uhr), kaum waren die Polizisten nach den Steinwürfen wieder weg, kamen die Attentäter zurück und verübten einen Brandanschlag auf den Gemüseladen neben der Moschee. Die Polizei vermutete, dass die Täter aus den Reihen der PKK stammten.

    Centrum-Moschee in St. Georg. Bild: Staro1. Lizenz: CC-BY-SA-3.0

    Anfang Januar 2010 erhielt die Centrums Moschee in Hamburg-Sankt Georg (Böckmannstr. 40) einen Drohbrief, darin verwehrte sich der anonyme Autor dagegen, dass von der Centrums Moschee ein Muezzin den Gebetsruf erteilt: "Egal in welcher Form oder Lautstärke, falls wir den Gebetsruf hören, werden wir den Krieg beginnen und euch alle verbrennen." Aber das Begehren des anonymen Briefschreibers war unverständlich, schließlich hatte die Moscheegemeinde die Einführung eines Gebetsrufes gar nicht beabsichtig. Bis die Muslime mit ihrem "Kamelgestank" Europa verlassen haben, werde man alle verbrennen, hieß es in dem Pamphlet weiter.
    Hannover (Niedersachsen):
    Im Jahr 1994 warfen Jugendliche die Scheiben einer türkischen Moschee ein.
    In der Sylvesternacht vom 31. Dezember 2009 auf den 1. Januar 2010 wurde die Sami Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde im Stadtteil Herrenhausen-Stöcken (Alter Damm 47-49) angegriffen. Die Täter demolierten die Eingangstüren und zerschlugen 16 Fensterscheiben. Außerdem ließen sie drei Fernseher mitgehen. Auf den Gebetsteppichen hinterließen sie ihre Schuhabdrücke. "Wir haben (...) beschlossen, dass wir ab sofort selber dafür sorgen, dass so etwas nicht wieder passiert," sagte ein Sprecher der Muslime.

    Sami-Moschee in Hannover. Bild: Nifoto
    Herten (Nordrhein-Westfalen):
    Nachdem bereits zweimal Scheiben der Moschee des türkischen Vereins "Islamische Brüder" im Gewerbegebiet (Hohewardstraße 30) eingeworfen worden waren, ohne dass sich der Trägerverein an die Öffentlichkeit gewandt hatte, wurde in der Nacht vom 20. auf den 21. November 1990 (2.00 Uhr) erneut eine Scheibe mit drei Pflasterscheiben eingeworfen. Der Vereinsvorsitzende Ziya Demir bezifferte den Schaden auf rund 3.000 DM.
    Am 25. November 1990 (3.30 Uhr) verübte eine Gruppe von drei bis acht Skinheads einen Brandanschlag mit einem Molotow-Cocktail auf dieselbe Moschee. Daraufhin setzte der Vereinsvorstand eine Belohnung von 1.000 DM zur Ergreifung der Täter aus. Das 14. Kommissariat der Kripo Recklinghausen übernahm die Ermittlungen.
    Eine Woche später, am 1. Dezember 1990, verübten dieselben Täter noch einen Brandanschlag auf ein "Asylantenwohnheim"; wie es im "Verfassungsschutzbericht 1990" hieß. Zum Glück kam bei dem Anschlag in der Langenbochumer Straße niemand ums Leben. Am 7. Dezember 1990 konnten vier Jugendliche aus Herten festgenommen werden: Lars Christian B. (21), Christian D. (19), Oliver G. (20) und Frank S. (17). Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bochum hatten sie aus niedrigen Beweggründen und Rassenhass gehandelt, wie die "Hertener Allgemeine" am 8. Dezember berichtete. Gegen drei Täter wurde Anklage erhoben wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer Brandstiftung.
    Am 5. April 2009 (gegen 19.00 Uhr) musste die Eröffnungsfeier der "Blauen Moschee" (Paschenbergstraße 151) des "Zentrums für Bildung und Integration", das zum VIKZ-Verband gehört, wegen einer Bombendrohung abgebrochen werden. Unter den 4.000 bis 5.000 Gästen befanden sich der Hertener Bürgermeister Ulrich Paetzel (SPD) und der NRW-Integrationsbeauftragte Thomas Kufen (CDU).
    Hilden (Nordrhein-Westfalen):
    Am 23. Oktober 2001 (zwischen 14.00 und 16.00 Uhr) wurde ein Fenster der Emil Sultan Moschee des türkischen Arbeitervereins in Hilden (Otto-Hahn-Str. 32) eingeworfen. Dabei wurde das Sicherheitsglas mit aufwendiger Bleiverglasung beschädigt..
    Am 30. Oktober 2001 (?) soll erneut ein Fenster der Moschee eingeworfen worden sein.
    In der Nacht vom 7. auf den 8. März 2009 wurde erneut an derselben türkischen Moschee (Otto-Hahn-Str. 32) eine Scheibe eingeschlagen und Hakenkreuze in die Eingangstür geritzt.
    Horb (Baden-Württemberg):
    Am 30. Juli 1994 wurde ein Brandanschlag auf den türkischen Sozial-, Kultur- und Sportverein verübt. Die Polizei vermutete, dass die Täter zur kurdischen PKK gehörten und auch für den Anschlag in Sindelfingen (8.-9.8.1994) verantwortlich waren.
    Hürth (Nordrhein-Westfalen):
    Am 23. Februar 2006 wurden vor der DITIB-Moschee Molotow-Cocktails gefunden.
    Ingolstadt (Bayern):
    Am 20. August 2001 (?) wurden mehrere Fensterscheiben der Moschee eingeworfen.
    Kiel (Schleswig-Holstein):
    Am 15. März 2008 erhielt der DITIB-Verein in Kiel einen Drohbrief. In dem Schreiben hieß es, alle Muslime seien Terroristen und müssten geköpft werden.
    Kirchheim unter Teck (Baden-Württemberg):
    Im Februar 1999, nach der Festnahme von Abdullah Öcalan, verübte ein PKK-Anhänger drei Brandanschläge auf die Moscheen in Kirchheim, Nürtingen und Weilheim. In Kirchheim warf er zwei Molotow-Cocktails auf den türkischen Kulturverein, von denen allerdings keiner zündete. Er konnte im Dezember 2004 festgenommen werden und legte ein Geständnis ab. Der Täter war bereits 2001 wegen Verstößen gegen das Vereinsgesetz, Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung zu acht Monaten auf Bewährung verurteilt worden.
    Köln (Nordrhein-Westfalen):
    Am 2. Oktober 1981 (?) wurde ein Anschlag auf eine Moschee verübt. Es war der erste Brandanschlag auf eine Moschee in Deutschland.
    Am 1. Januar 2001 gab ein Unbekannter mehrere Schüsse auf eine Moschee in Köln-Zollstock ab.
    In der Nacht vom 5. auf den 6. April 2006 gab es einen Brandanschlag auf die Yunus Emre Moschee des Deutsch-Türkischen Kulturverein in Köln-Mülheim (Clevischer Ring 113). Die Eingangstür wurde eingetreten und ein Brandsatz in den Innenraum der Moschee geworfen. Der Verein gilt als Treffpunkt der faschistischen "Grauen Wölfe", die damals engste Verbindungen zur Kölner CDU unterhielten! Drei ca. 20-jährige "Südländer" flüchteten vom Tatort. Nach Pressemeldungen soll es sich wahrscheinlich um Angehörige der kurdischen PKK gehandelt haben.
    Korbach (Hessen):
    Am 19. Juli 2010 verübte der betrunkene Neo-Nazi Thorsten K. kurz nach Mitternacht einen Brandanschlag auf die Beyazit Moschee in Korbach (Gabelsbergerstr. 3). Die Moschee gehört zum türkischen DITIB-Verbund. Die brennende Spiritusflasche konnte durch Anwohner schnell gelöscht werden.
    Der Täter hatte die Tat wenige Stunden vorher im Blog der Webseite der Kameradschaft "Sturm 18" angekündigt: "Heil dir, wohne neben einer (Moschee), aber nicht mehr lange." Er war von einem Zeugen gesehen worden und konnte noch in Tatortnähe festgenommen werden. Am 9. November 2010 verurteilte ihn das Amtsgericht Korbach unter dem Vorsitzenden Richter Wolfgang Damm zu einer Bewährungsstrafe von 8 Monaten. Außerdem musste er 100 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Der Vorsitzende Richter glaubte nicht, dass Thorsten K. den Brandanschlag auf die Moschee verübte, um diese in Brand zu setzten. Dazu sei der Molotow-Cocktail zu klein gewesen und der Attentäter haben diesen angeblich zu weit geworfen, argumentierte das Gericht. Daher wurde Thorsten K. nicht wegen Brandstiftung, sondern nur wegen "Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten" verurteilt.
    Lahr (Baden-Württemberg):
    Im Jahr 1995 wurde ein Anschlag auf eine Moschee in Lahr verübt.
    Langenfeld (Nordrhein-Westfalen):
    Am 28. August 2007 wurde der Flaggenmast vor der Eyüp Sultan Moschee (Industriestr. 53) beschädigt und die türkische Staatsflagge zerrissen.
    Lauingen (Bayern):
    Am 10. Dezember 2007 (19.15 Uhr) wurde ein Brandanschlag auf den Zaun der Hicret Moschee des DITIB-Verbandes (Wittislinger Str. 6) verübt. Das Feuer konnte schnell gelöscht werden. Zwar konnte die Polizei zwei Plastikflaschen, die mit brennbarer Flüssigkeit gefüllt waren, sicherstellen, und es wurden neonazistische Sprüche entdeckt, dennoch erklärte Kriminalhauptkommissar Josef Frei von der Kripo Dillingen: "Von einem gezielten Brandanschlag gegen die Moschee gehen wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht aus." Und Polizeisprecher Robert Göppel ergänzte: "Wir haben in Lauingen keine ausländerfeindliche Szene. Lauingen ist eine Stadt, wo das Miteinander klappt."
    Lehrte (Niedersachsen):
    Am 9. Dezember 2006 (2.00 Uhr) wurde eine Fensterscheibe der Selimiye Moschee (Zum Alten Dorf 3), die zum DITIB-Verband gehört, eingeworfen. Der Sachschaden betrug ca. 1.000 Euro.
    Leverkusen (Nordrhein-Westfalen):
    Am 3. August 2002 (?) erfolgte ein Einbruch in die Moschee im Ortsteil Wiesdorf. Der Täter verbarrikadierte die Tür und warf mehrere Einrichtungsgegenstände aus dem Fenster. "Die Moschee ist für mich keine Kirche", schrie der Einbrecher. Er konnte schließlich durch die alarmierte Polizei festgenommen werden.
    Ludwigsburg (Baden-Württemberg):
    Am 2. Februar 2003 (gegen 20.45 Uhr) drang ein Einbrecher in die Moschee ein, indem er ein Fenster im Erdgeschoss einwarf. Im Küchenbereich durchschnitt er die Schläuche zweier Gasflaschen und ließ das Gas austreten. Jugendliche, die im Obergeschoss der Moschee durch das Scheibengeklirre aufmerksam geworden waren, konnten den flüchtenden Täter im Innenhof der Moschee stellen. Dort wurde er von der Polizei festgenommen. Schon bei einem früheren Einbruch hatte er ein anderes Gebäude in Brand gesetzt.
    Lünen (Nordrhein-Westfalen):
    In der Nacht vom 31. Dezember 2003 zum 1. Januar 2004 wurde an der Selimiye Moschee (Roonstr. 37) des türkischen Arbeitnehmerverein, die zum DITIB-Verband gehört, drei Scheiben eingeworfen.
    Marl (Nordrhein-Westfalen):
    In der Nacht vom 12. auf den 13. Juli 1983 wurde ein Anschlag auf eine türkische Moschee im Ortsteil Brassert (Spechtstraße) verübt. Die Täter fuhren in einem Pkw an der Moschee vorbei und zündeten eine Rauchpatrone, die aus Bundeswehrbeständen stammte. Die Polizei vermutete die Tätern in rechtsradikalen Kreisen. Am selben Tag wurde im benachbarten Recklinghausen eine Bombenattrappe an der Synagoge aufgefunden.
    Menden (Nordrhein-Westfalen):
    Nachdem bereits fünfmal die türkische Staatsflagge vom Mast gestohlen worden war, kam es in der Nacht vom 15. auf den 16. Januar 2011 zu einer Brandstiftung. Ein Unbekannter entzündete eine Plane am Bauzaun der Moschee Yeil Camii des DITIB-Verbandes auf dem Gelände des Islamisch-Türkischen Vereines (Grimmestr. 4). "Die Plane lässt sich nicht einfach so mit einem Feuerzeug anzünden, das haben wir ausprobiert", sagte anschließend Ibrahim Öztürk vom Vereinsvorstand.
    Merzig (Saarland):
    Am 1. Dezember 1991 (23.15 Uhr) wurde ein Brandanschlag auf die damalige türkische Moschee (Probsteistraße) verübt. Zwei unbekannte Jugendliche karrten Sperrmüll, der in der Nähe abgestellt worden war, vor die Moschee und entzündeten ihn. Zwar griff das Feuer auf die Holzvertäfelung des Dachüberstandes über, dennoch konnte die Feuerwehr den Brand schnell löschen. Nach Angaben der "Saarbrücker Zeitung" entstand ein Sachschaden von mehreren tausend Mark.
    Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen):
    In Mönchengladbach-Eicken plant der salafistische Verein Einladung zum Paradies (EZB) eine Moschee zu einem bundesweiten Schulungszentrum auszubauen; dagegen regt sich der Widerstand der Bevölkerung, die sich gleich in zwei Vereinen zusammengeschlossen hat, der Bürgerinitiative Bürger für Mönchengladbach unter Leitung von Wilfried Schulz und der Interessengemeinschaft gegen Salafisten (IgS) unter der Leitung von Silke Spelters. Aber in die Proteste mischen sich auch zunehmend Neo-Nazis und Hooligans ein, die die Bewegung für ihre Ziele missbrauchen wollen. Wiederholt kam es zu körperlichen Übergriffen: So wurde der Zweite Vorsitzende des EZB Sven Lau und seine Familie am 6. März 2011 auf dem Weg zur Moschee von acht Neo-Nazis bzw. Hooligans bedroht, die sich verkleidet hatten, da gerade Karneval war. Die Moslems sprachen anschließend von einem "Mordanschlag". Polizeisprecher Jürgen Lützen hingegen sprach verächtlich von einer "Auseinandersetzung zwischen Salafisten und Karnevalisten".
    Am 5. Juni 2011 folgte ein Brandanschlag auf das Mehrfamilienhaus, in dem die Majid-as-Sunna-Moschee (Eikener Str. 164) untergebracht ist. Diesmal nahm die Polizei am 20. Juni 2011 den ex-Feuerwehrmann Sven Lau und zwei weitere Mitglieder des Vereins "Einladung zum Paradies" fest. Sie sollen den Brand selbst gelegt haben, um einen Anschlag auf die Moschee vorzutäuschen. Die drei Tatverdächtigen wurden noch am selben Tag freigelassen. Sven Lau verwehrte sich in einem Video gegen die Anschuldigung.
    Moers (Nordrhein-Westfalen):
    Am 31. Dezember 2000 stürmten vierzig deutsche Jugendliche die Moschee in Moers und zerstörten die Inneneinrichtung. Die Polizei konnte 22 Jugendliche festnehmen. Der tatbeteiligte Lagerarbeiter Kevin Giuliani, Anführer der neonazistischen "Kameradschaft Moers / Rheinberg", erhielt eine Bewährungsstrafe. Es war bereits die sechste oder siebte Vorstrafe für den Neonazi, ohne dass dieser jemals zu einer Haftstrafe verurteilt worden wäre. Einer der Tatverdächtigen, der dabei eine türkische Staatsflagge gestohlen hatte, wurde wegen vorsätzlicher Sachbeschädigung und Diebstahls zu 15 Monaten auf Bewährung verurteilt. Ein 27-jähriger Industriekaufmann aus Hagen wurde am 14. Januar 2002 vom Jugendschöffengericht in Moers zu 5 Monaten auf Bewährung verurteilt. Ein 21-jähriger Neonazi wurde ebenfalls zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.[7]
    Am 8. Juli 2007 drohte der Neonazi Kevin Giuliani damit, die Moschee niederzubrennen, nachdem er zuvor türkische Kinder auf einem Spielplatz angegriffen hatte.
    München (Bayern):
    Im Jahr 1981 erfolgte ein Bombenanschlag auf die Moschee der damaligen Islamischen Gemeinschaft in Süddeutschland e. V. in München-Freimann (Wallnerstr. 1-5). Die Moschee ist heute unter der Bezeichnung Islamisches Zentrum München (IZM) international bekannt. Sie gehört zum Verband Islamische Gemeinde in Deutschland (IGD), das ist der deutsche Ableger der islamistischen Moslembruderschaft aus Ägypten.

    Moschee Freimann in der Wallnerstraße. Bild: "ich". Lizenz: CC-BY-SA-3.0

    Am 18. März 1995 erfolgte ein erneuter Brandanschlag auf dieselbe Moschee im Stadtteil Freimann. Dabei wurde das dortige Archiv vernichtet.
    Am 16. September 2001 verübte ein Unbekannter einen Brandanschlag auf das Lebensmittelgeschäft der Haci Bayram Moschee des DITIB-Verbandes in München-Pasing (Planegger Str. 18A). Zwei zufällig vorbeikommende Passanten konnten den Entstehungsbrand löschen.
    Am 13. März 2011 versuchte ein Unbekannter die Zentrale des IGMG-Regionalverbandes Südbayern in München in Brand zu stecken. Als er von den zufällig anwesenden Muslimen ertappt wurde, rief er "Ich bin von der CIA" und flüchtete. Der IGMG-Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit, Ahmet Kalyon, erklärte dazu:
    Bei dem Anschlag wurde glücklicherweise niemand verletzt, doch es entstand ein hoher Sachschaden. Der Täter zerstörte die Einrichtung, die Kopiermaschine, Bibliothek, warf Stühle und Tische um und schlug die Fensterscheiben ein. Er versuchte gerade den Teppich anzuzünden, als der Imam reinkam. Daraufhin geriet der Täter in Panik und flüchtete.

    Neumünster (Schleswig-Holstein):
    Am 6. März 2008 (23.45 Uhr) wurde die türkische Fatih-Moschee (Friedrichstr. 26) mit mehreren Ziegelsteinen beworfen. Anschließend flüchtete der Täter in das "Clubhaus Titanic" einen Treff von Neonazis.
    Am 7. März 2009 wurde dieselbe Moschee erneut mit Steinen beworfen. Der Täter flüchtete in das Lokal der Neonazis.
    Neunkirchen (Saarland):
    In der Nacht vom 29. auf den 30. März 1995 wurde ein Brandanschlag auf eine Moschee in Neunkirchen verübt. Der oder die Täter warfen drei Molotow-Cocktails auf das Gebäude, aber es entstand nur geringer Sachschaden. Nach Einschätzung des Landesamtes für Verfassungsschutz in Saarbrücken gehörten die Täter nicht zur PKK sondern zum linksextremistischen türkischen Spektrum.
    Neu-Ulm (Bayern):
    Am 2. Juli 2006 wurden die Scheiben der DITIB-Moschee eingeschlagen.
    Nürtingen (Baden-Württemberg):
    Im Februar 1999 wurde ein Brandanschlag mit sieben Brandsätzen auf eine Moschee verübt. Es entstand geringer Sachschaden. Der Täter, ein PKK-Anhänger, konnte im Dezember 2004 festgenommen werden und legte ein Geständnis ab.
    Am 12. Oktober 2001 erhielt die Mevlana Moschee (Tiefenbachstr. 4) einen Drohanruf. Der Anrufer teilte mit, er habe eine Bombe in dem Gebetshaus versteckt und werde das Gebäude in die Luft jagen. Daraufhin mussten 15 Personen die Moschee verlassen. Eine polizeiliche Bombensuche verlief ergebnislos. Eine Woche später konnte die Esslinger Polizei den anonymen Anrufer, einen 39-jährigen Mann, festnehmen.
    Am 27. Oktober 2001 (?) wurde ein weiterer Anschlag auf eine Moschee in Nürtingen verübt.
    Offenburg (Baden-Württemberg):
    Im Januar 2002 drangen mindestens drei Einbrecher zum vierten Mal in die Moschee (Stegermattstraße 16) des DITIB-Verbandes ein, um sie durch Vandalismus zu zerstören. Die Geldkassette wurde aufgebrochen, ein geringfügiger Betrag gestohlen, das Kellergeschoss und das Erdgeschosse unter Wasser gesetzt und das Telefon aus der Wand gerissen.
    Nach dem Einbruch kritisierte der Vorsitzende des Islamisch-Türkischen Vereins, Ali Yildirim, das Verhalten der Polizei:
    Das letzte Mal, erzählt Ali Yildirim, hat die Kriminalpolizei akribisch die Spuren gesichert. Dieses Mal geht es schneller. "Vielleicht hat die Polizei die Nase von uns voll", überlegt der Vorsitzende. Denn schließlich dauert es gestern fast drei Stunden, ehe die Polizisten kommen. "Keine Zeit", heißt es. Yildirim schaltet über Handy das türkische Konsulat ein, damit es einmal bei der Polizei nachfragt, warum es diesmal so lange dauert. Yildirim bittet die Polizei erneut, nachts mehr Streife vor der Moschee zu fahren - das habe sie bisher nicht getan. Er muss sich aber anhören, dass so etwas nichts bringt - wer reinkommen wolle, komme auch rein.[8]

    Paderborn (Nordrhein-Westfalen):
    Am 7. Januar 2008 (zwischen 18.30 und 21.30 Uhr) wurde in das "Islamische Zentrum Paderborn" (IZP) (Bahnhofstraße) eingebrochen. Der oder die Einbrecher zerstörten eine Fensterscheibe und durchsuchten mehrere Schränke. Vermutlich wurde ein Computer mit Beamer gestohlen. Um die Einbruchsspuren zu verwischen, versuchten sie anschließend Feuer zu legen. Es entstand ein Sachschaden von rund 50.000 Euro. Engin Sakal, der Vorsitzende des städtischen Migrationsbeirates, erklärte dazu:
    Es kann ein ganz einfacher Diebstahl gewesen sein, es kann auch etwas anderes sein. Wir sollten auf keinen Fall voreilige Schlüsse ziehen und das Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen abwarten.

    Pforzheim (Baden-Württemberg):
    Am 27. Juli 1997 wurde angeblich ein "Anschlag" auf eine Moschee in Pforzheim verübt. Allerdings finden sich im Archiv der "Pforzheimer Zeitung" keine entsprechenden Hinweise.
    Radevormwald (Nordrhein-Westfalen):
    In der Nacht vom 23. auf den 24. Juli 2011 (gegen 0.00 Uhr) wurden an der Mevlana Camii des DITIB-Verbandes in einem Hinterhof in Radevormwald (Kaiserstraße 115a) drei Scheiben eingeworfen. Da die Fensterscheiben aus verstärktem Glas bestanden, zersplitterten sie nur, ohne ganz zu Bruch zu gehen. Polizeisprecherin Nadine Perske erklärte dazu:
    Wir können zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen, dass es sich dabei um ein Delikt mit einem fremdenfeindlichen Motiv handelte. Allerdings ermitteln wir auch in weitere Richtungen.

    Regensburg (Bayern):
    Am 27. Mai 2011 (zwischen 8.15 und 10.00 Uhr) kam es zu einem Einbruch in die Türk-Islam Cemeyeti Moschee des DITIB-Verbandes (Lindnergasse 5). Dabei verfolgte der Täter wohl nicht nur kriminelle Ziele. So gingen mehrere religiöse Gegenstände zu Bruch, der Gebetsvorhang wurde beschädigt. Ein Gemeindemitglied erklärte: "Wie wollen niemanden verdächtigen, aber wie das ganze abgelaufen ist, ist für uns ein Zeichen, das diesen Vandalismus jemand begangen hat, der etwas gegen Muslime hat." Soweit bekannt ist die Tat noch nicht aufgeklärt.
    Remscheid (Nordrhein-Westfalen):
    Am 9. Dezember 2004 (3.00 Uhr) zerschlug ein unbekannter Täter ein Fenster der Ayasofya Moschee (Honsberger Str. 73) der Islamischen Gemeinschaft Millî Gör (IGMG) und entzündete Prospektmaterial, das er in die Küche des Gebäudes warf. Es entstand ein Sachschaden von 500 Euro.
    Am 23. Dezember 2004 (?) folgte ein weiterer Brandanschlag.
    Rheine (Nordrhein-Westfalen):
    Am 25. April 2003 erging eine Bombendrohung gegen die Ulu Cami (Münsterstr. 93) des DITIB-Verbandes. Die Suche der Polizei blieb erfolglos, dennoch wurde das Freitagsgebet vorsichtshalber abgesagt.
    Rheinfelden (Baden-Württemberg):
    Am 17. Februar 2001 (?) wurden zwei Fenster der Moschee in Rheinfelden eingeworfen.
    Am 2. Mai 2010 (zwischen 0.00 und 4.00 Uhr) warfen unbekannte Täter an der türkischen Moschee in Rheinfelden-Alperen (Schafmattstraße 12) drei Scheiben ein und brachten Hakenkreuzschmierereien an. Dadurch entstand ein Sachschaden von 4.000 bis 5.000 Euro. Werner Ross vom christlich-islamischen Verein erklärte dazu in einer Stellungnahme:
    Bei dem Anschlag handelt es sich um mehr als nur um eine ärgerliche und zeit- wie kostenintensive Sachbeschädigung. Hier wurden die religiösen Gefühle von Mitbürgern verletzt. Damit ist der Anschlag auch ein Angriff auf das friedliche Zusammenleben der Bürgergemeinschaft.

    Einer der Tatverdächtigen, ein zwanzigjähriger Neonazi, wurde am 30. März 2011 festgenommen.

    Alperenler-Moschee der DITIB in Rheinfelden. Bild: Latschari. Lizenz: CC-BY-SA-3.0

    In der Nacht vom 21. auf den 22. Mai 2010 wurden erneut vier Scheiben an Fenster und Türen derselben Moschee eingeworfen. Der Sachschaden betrug circa 5.000 Euro. (www.badische-zeitung.de/rheinfelden/neuer-anschlag-oder-chaoten--31369010.html) Ömer Sengün, Imam und Vorstand der Türkisch-Islamischen Gemeinde, stellte dazu fest: "Die Steine sind von der gleichen Stelle aus geworfen worden wie beim letzten Mal." Er forderte die Polizei auf, sie solle ihre Streifentätigkeit an der Moschee verstärken.
    Am 4. November 2010 wurde die Alperenler Moschee erneut durch einen Steinwurf beschädigt. Als mutmaßlicher Täter wurde am 15. März 2011 ein 20-jähriger Azubi festgenommen, der zum damaligen Zeitpunkt in der Schweiz lebte. Bei einem Haftprüfungstermin wurde der Haftbefehl am 6. April 2011 von Wolfgang Kronthaler, Vorsitzender Richter des Jugendschöffengerichts beim Amtsgericht Lörrach, unter Auflagen aufgehoben.
    Rietberg (Nordrhein-Westfalen):
    Am 25. Mai 1991 (?) wurde auf eine Moschee im Ortsteil Neuenkirchen ein Anschlag verübt.
    Rothenburg ob der Tauber (Bayern):
    Im Jahre 1994 und / oder 1995 wurde ein Brandanschlag auf eine Moschee verübt. Sicherheitsexperten vermuteten, dass die PKK für den Anschlag verantwortlich war.
    Rüsselsheim (Hessen):
    Am 6. September 2001 demolierten Jugendliche die Inneneinrichtung der Moschee in Rüsselsheim.
    Sankt Ingbert (Saarland):
    Am 14. April 2008 wurde auf die Moschee (Pfarrgasse 5) des Verbandes der Islamischen Kulturzentren e. V. (VIKZ) ein Brandanschlag verübt. Dabei brannte ein Vorratsschuppen im Innenhof der Moschee vollständig aus. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr konnte eine Ausweitung des Brandes verhindert werden. Zuvor hatte es Hakenkreuz-Schmierereien gegeben.
    Schorndorf (Baden-Württemberg):
    Nachdem die Moschee im September 2001 schon mit Hakenkreuzen beschmiert worden war, gab es am 20. April 2002 (0.47 Uhr) eine telefonische Bombendrohung gegen das "Gotteshaus". Mehrere Wohnungen in der Nachbarschaft mussten sicherheitshalber evakuiert werden. Eine Bombe wurde nicht gefunden. Die beiden Anrufer, eine 18-Jährige und ein 24-jähriger Neonazi, wurden festgenommen.
    Schwäbisch-Hall (Baden-Württemberg):
    Am 22. Dezember 2004 (zwischen 2.00 und 3.00 Uhr) feuerten Unbekannte mehrere Schüsse mit einer großkalibrigen Waffe auf die neu erbaute Moschee ab, als sie in einem Lkw an dem Gebäude vorbeifuhren. Es entstand ein Sachschaden von rund 5.000 Euro. Zuvor hatte der Bund Deutscher Volksgemeinschaft (BDVG) gegen den Bau der Moschee mehrfach protestiert. Eine politisch motivierte rechtsextreme Straftat sei nicht auszuschließen, erklärte ein Polizeisprecher.
    Am 28. Januar 2005 (?) wurde erneut ein Anschlag verübt.
    Sindelfingen (Baden-Württemberg):
    In der Nacht vom 8. auf den 9. August 1994 wurde ein Brandanschlag auf eine Moschee des türkischen Nationalen Arbeitnehmervereins in der Innenstadt verübt. Zwei Verdächtige flüchteten kurz nach dem Anschlag. Der Sachschaden belief sich auf 300.000 DM. Die Polizei vermutete die Täter in Kreisen der kurdischen PKK. Um diesen und eine Serie von weiteren Brandanschlägen aufzuklären, bildete das Landeskriminalamt die Sonderkommission "Rauch".
    Singen (Baden-Württemberg):
    Am 11. August 1994 (2.54 Uhr) schlug ein Täter eine Scheibe der Moschee des türkischen DITIB-Verbandes ein und warf einen Molotow-Cocktail hinein. In dem Haus befanden sich außerdem noch eine Teestube und ein Lebensmittelgeschäft. Das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder. Es entstand ein Sachschaden von mehreren hunderttausend D-Mark. Die sofort herbeigeeilte Feuerwehr konnte nur noch die Nachbarhäuser vor einem Übergreifen der Flammen bewahren, berichtete der "Südkurier" aus Konstanz. Bei den Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann leicht verletzt. Die Polizei vermutete den oder die Täter in Kreisen der kurdischen PKK. Um diesen und eine Serie von weiteren Brandanschlägen aufzuklären, bildete das Landeskriminalamt die Sonderkommission "Rauch".
    Am Tag nach dem Brand bot die Stadtverwaltung eine nicht-genutzte Sporthalle als provisorisches Gebetshaus an. Nach der Serie von Brandanschlägen auf türkische Einrichtungen bildeten evangelische Christen in der Nachbarstadt Radolfzell einen Wachdienst für die dortige Moschee.
    Sinsheim (Baden-Württemberg):
    Am 18. November 2004 (0.30 Uhr) wurde auf die Fatih Moschee der türkischen DITIB in Sinsheim ein Brandanschlag verübt, dabei wurde die Eingangstür durch einen Molotow-Cocktail zerstört. Die Frau des an der Moschee wohnenden Imams hatte das Feuer bemerkt und mit einem Eimer Wasser gelöscht. Der Sachschaden wurde auf rund 10.000 Euro beziffert. "Die Polizei warnte vor verfrühter Hysterie. Einen politischen Hintergrund konnte sie nicht bestätigen, aber auch nicht ausschließen," hieß es in der Berliner Taz. In Verdacht geriet zeitweise eine rechte Skinhead-Gruppierung, die sich "Sturm Baden" nannte. Die Leitung der Ermittlungen übernahm das Staatsschutzdezernat des Landeskriminalamtes Stuttgart mit zeitweise 25 Beamten. Zur Ergreifung des oder der Täter setzte die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 3.000 Euro aus, allerdings konnte die Tat nie aufgeklärt werden.
    Nach der Tat prahlte ein 18-jähriger Russlanddeutscher aus Tadschikistan, der bereits wegen Diebstahls vorbestraft war, mit der Tat. Vor Gericht zog er sein Geständnis zurück, er habe nur angeben wollen. Das Amtsgericht Heidelberg sprach ihn am 3. Juni 2005 frei. Zwar sei ihm die Tat zuzutrauen, dennoch hatte das Gericht erhebliche Zweifel an der Schuld des Angeklagten, erklärte der Vorsitzende Richter. (www.islam.de/3119.php)
    Sittensen (Niedersachsen):
    Am 22. März 2008 (2.30 Uhr) verübten drei Neonazis einen Brandanschlag auf die Osmanl Moschee in Sittensen (Königsberger Str.). Drei Fensterscheiben wurden eingeschlagen. Durch mindestens zwei Molotow-Cocktails brannte der Innenraum der Moschee aus, Teppiche und Mobiliar wurden beschädigt, dann erlöschte das Feuer von selbst. Der Sachschaden betrug ca. 10.000 Euro. Die Polizei ging davon aus, dass nur durch Zufall und glückliche Umstände das Gebäude nicht vollends in Brand geriet. In einem direkt angeschlossenen Nachbargebäude wohnten fünf Personen. Außerdem fand die Polizei Aufkleber und Plakate der "Nationalen Sozialisten".
    Sieben Neonazis im Alter von 17 bis 18 Jahren hatten in der Wohnung des Hauptverdächtigen zunächst die Gründung einer NPD-Ortsgruppe beschlossen. Anschließend zogen drei Neonazis los, um die Moschee in Brand zu stecken. Der 18-jährige Haupttäter war noch am Tattag festgenommen worden:
    Schon am Samstag war ein 18-Jähriger vorläufig festgenommen worden, in dessen Wohnung die Ermittler einen zerborstenen Molotow-Cocktail, Reste von Brandbeschleunigern sowie zahlreiche Nazi-Devotionalien und NPD-Material fanden. Dennoch wurde er zunächst wieder freigelassen und erst am Montag in Haft genommen, nachdem es Hinweise gab, dass er sich absetzen wollte. Dem Verfassungsschutz ist er seit etwa eineinhalb Jahren bekannt. Nach seiner Inhaftierung wollte er sich von dem Hamburger NPD-Landesvorsitzenden Jürgen Rieger als Anwalt vertreten lassen.
    Am gestrigen Mittwoch konnten die Polizisten zwei weitere Tatverdächtige im Alter von 17 und 18 Jahren ermitteln, von denen einer die Beteiligung an dem Anschlag zugab. (...) Der Staatsanwaltschaft Stade liegen trotz dieser Umstände keine Erkenntnisse "über eine aufkeimende rechte Szene" in Sittensen vor, wie die Agentur ddp berichtet.[9]

    Auf der rechtsradikalen Webseite "Politically Incorrect" (PI) amüsierten sich zwei Blogger über den entstandenen Schaden:
    Ein muslimischer Gebetsraum enthält typischerweise überhaupt keine Möbel. Das Foto zeigt aber Möbel, die keine erkennbare Schäden aufweisen. Es handelt sich hier eher um eine Wohnzimmereinrichtung als um eine denkbare Einrichtung eines "Gebetsraumes".

    Der einzig erkennbare Brandschaden ist ein großer Brandfleck auf dem Fußboden. Nach der Ausdehnung kann es sich kaum um die typische Größe eines Molotowcocktails gehandelt haben. Man kann so etwas natürlich auch aus einem Fläschchen "Kleiner Feigling" basteln.

    Stadtallendorf (Hessen):
    Am 21. März 2009 wurde ein Brandanschlag auf die Fatih-Moschee (Wupperweg 2) verübt, dazu wurden im Innenhof zwei Feuer entzündet. Dabei zog sich der Brandstifter selbst Verbrennungen zu, die in der Uniklinik in Marburg versorgt werden mussten. Außerdem wurde die Moschee beschossen. Ein Projektil durchschlug die Fensterscheibe und traf einen Kronleuchter. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 4.000 Euro.
    Die Polizei konnte die Täter fünf Tage später festnehmen. Die beiden Brüder im Alter von 29 und 32 Jahren gaben an, Fans des Fußballklubs "Schalke 04" zu sein. Nach der Niederlage ihres Vereins im Spiel gegen den Hamburger "HSV" seien sie so frustriert gewesen, dass sie - im betrunkenen Zustand - die Moschee angegriffen hätten. Mehrere Schusswaffen wurden sichergestellt. () Am 18. August 2011 verurteilte das Amtsgericht Marburg die beiden Täter zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten bzw. ein Jahr und zehn Monate. Außerdem mussten die beiden "Militaria-Fans" 3.500 Euro an eine christlich-muslimische Friedensinitiative zahlen. Anschließend entschuldigten sich die Täter bei der Gemeinde für ihre Tat.
    Stuttgart (Baden-Württemberg):
    In der Nacht vom 29. auf den 30. Juni 1999 wurde ein Brandanschlag auf die Moschee des Islamischen Solidaritätsvereins verübt. Die Täter schlugen eine Scheibe ein und entzündeten das Feuer mit Brandbeschleuniger. Zu diesem Zeitpunkt waren noch sieben Personen im Gebäude. Dabei wurde eine Person verletzt. Es entstand ein Sachschaden von etwa 30.000 DM. Die Polizei vermutete, dass die Täter aus den Reihen der kurdischen PKK stammten, die damit gegen das Todesurteil im Gerichtsverfahren gegen Abdullah Öcalan protestieren wollten[10].
    Süßen (Baden-Württemberg):
    Im Januar 2006 bedrohten rechte Skinheads die Moschee.
    Uetersen (Schleswig-Holstein):
    In der Nacht vom 20. auf den 21. Juli 2000 näherten sich Dennis I. (20) und sein Freund Michael (19) auf einem Motorroller mit abgeklebtem Kennzeichen der türkischen Yeil Moschee (Katharinenstraße 22). Dennis I. schleuderte eine Flasche mit Vergaserkraftstoff gegen ein zur Straße gelegenes Fenster des Gebäudes. Der Molotowcocktail zerplatzte und setzte den Fensterrahmen aus Kunststoff in Brand. Der Sachschaden betrug 1.000 DM.
    Im Februar 2001 konnte die Polizei drei Heranwachsende (17 bis 20 Jahre) festnehmen. Alle drei waren geständig. Während des Prozesses vor dem Jugendschöffengericht in Elmshorn hatte Dennis I. ausgesagt, er sei eigentlich kein Nazi und habe die Moschee eigentlich auch nicht in Brand stecken wollen. "Ich weiß nicht, wer die Idee hatte. Ernst genommen habe ich sie nicht," behauptete er. Zur Begründung für seine Straftat gab er an, er wollte unter seinen neonazistischen Freunden nicht länger als "Weichei" dastehen. Am 20. Februar 2001 verurteilte ihn das Jugendgericht wegen versuchter schwerer Brandstiftung zu einer Bewährungsstrafe von lediglich einem Jahr. Daraufhin kam es unter den rund 30 Türken im Gerichtssaal zu tumultartigen Protesten.
    Usingen (Hessen):
    Am 23. Dezember 2004 (gegen 5.24 Uhr) wurde ein Brandanschlag auf die Baitul Huda Moschee in Usingen verübt, kaum das die neue Moschee im Industriegebiet eingeweiht worden war.

    Baitul Huda Mosque in Usingen. Bild: Karsten Ratzke
    Die Moschee gehört zu der aus Indien stammenden Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ). Durch das Feuer wurde der Gebetsraum im Obergeschoss stark zerstört. Es entstand ein Sachschaden von 50.000 Euro. Die Feuerwehr war mit dreißig Mann im Einsatz. Die Polizei ging von einem Einzeltäter aus. In einer Erklärung der Gemeinde zum Brandanschlag hieß es:
    Falls man diesen Anschlag verübt hat, um Angst zu verbreiten und die Bevölkerung zu spalten, so ist dies nicht gelungen. Aber jetzt ist erst recht ein Schulterschluss aller friedlichen und friedliebenden Bürgerinnen und Bürger, gleich welcher Religion und Weltanschauungen sie sich verbunden fühlen, gefragt. Politiker aller Parteien, Kirchenvertreter und Medien sollten deutlich machen, dass es nun gilt, Einigkeit zu demonstrieren, um zu verhindern, dass Extremisten gleich welcher Spielart Erfolg darin haben, feindselige Stimmung und Hass zu schüren. Die Mitglieder der Ahmadiyya Muslim Jamaat, die Militanz und Gewalt grundsätzlich ablehnt, sehen sich nicht als Fremde in Deutschland, sondern als Bürgerinnen und Bürger, deren Aufgabe es ist, Frieden zu verbreiten. Möge Allah uns Frieden gewähren und Schutz vor ähnlichen Gewaltakten.

    Schon vier Tage nach dem Anschlag wusste die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) ihre Leser zu beruhigen:
    Die Brandstiftung in einer Moschee im Taunusort Usingen geht nach den Ermittlungen nicht auf einen "politisch motivierten Anschlag" zurück. Das teilte das hessische Landeskriminalamt (LKA) in Wiesbaden am Montag mit. Der Brand sei zwar gelegt, ein Brandbeschleuniger wie Benzin aber nicht verwendet worden. Das deute auf eine nicht geplante Brandstiftung eines Einbrechers hin.[11]

    Das polizeiliche Ermittlungsverfahren wurde nach einem Jahr ergebnislos eingestellt.
    Weilheim (Baden-Württemberg):
    Im Februar 1999, nach der Festnahme von Abdullah Öcalan, verübte ein PKK-Anhänger drei Brandanschläge auf die Moscheen in Kirchheim, Nürtingen und Weilheim. Er konnte im Dezember 2004 festgenommen werden und legte ein Geständnis ab.
    Werl (Nordrhein-Westfalen):
    Am 22. Juni 2002 (?) wurde ein Fenster der Moschee in Werl mit einer Gasflasche zertrümmert.
    Wetzlar (Hessen):
    In der Nacht vom 10. auf den 11. November 2008 warfen Unbekannte einen Brandsatz in die Räume des türkisch-islamischen Kulturvereins. In dem Haus ist auch ein islamischer Gebetsraum untergebracht. Durch das Feuer wurden sanitäre Anlagen beschädigt.
    Wiesloch (Baden-Württemberg):
    In der Nacht vom 28. auf den 29. Februar 1996 wurde ein Brandanschlag auf die im Bau befindliche Moschee verübt. Dabei entstand ein Sachschaden von 5.000 DM. () Die Hintergründe der Tat lägen noch völlig im Dunkeln, erklärte die Polizei nach dem Anschlag.
    Wolfenbüttel (Niedersachsen):
    In der Nacht vom 6. auf den 7. November 2002 (zwischen 2.00 und 4.00 Uhr) verübte der Jugendliche Daniel K. aus der Neonazi-Szene einen Brandanschlag auf die Yeil Moschee (Schützenstraße 37) des DITIB-Verbandes, der allerdings keinen nennenswerten Schaden anrichtete. Für den Anschlag habe der Täter eine Schnapsflasche mit Nagellackentferner gefüllt, mit einer Stofflunte versehen und diese angezündet. Den Brandsatz habe er gegen die Fensterscheibe der Moschee und gegen das Ladengeschäft daneben geworfen. "Der Brandsatz lief an der Scheibe aus. Trotzdem nahm der Angeklagte billigend in Kauf, dass der Molotowcocktail die Scheibe hätte durchschlagen, den Raum in Brand setzen und die Menschen töten können," erklärte der Oberstaatsanwalt Eckehard Niestroj aus Braunschweig.
    Am 23. November 2002 verübte Daniel K. zusammen mit sieben weiteren Jugendlichen (Andre B., Patrick Fischer, Jörg Siemens, Andre W., Markus W., Manuela W., etc.) einen erneuten Brandanschlag auf dieselbe Moschee. Die Brandstifter warfen insgesamt 16 Molotow-Cocktails aus Scheibenreiniger, Frostschutzmittel, Universalverdünner und Feuerzeugbenzin auf das Gebäude. Zunächst warfen die Täter 7 Brandflaschen und flüchteten dann. Als sie zurückkehrten und feststellen mussten, dass die Moschee doch nicht brannte, kehrten sie nach Hause zurück, bauten weitere Molotow-Cocktails und griffen die Moschee erneut an. "Das Scheißding muss endlich brennen," forderte Andre B. seine Kumpane auf. Als das Gebäude danach immer noch nicht in Flammen stand, bauten sie erneut weitere Brandflaschen und attackierten die Moschee gegen 3.30 Uhr zum dritten Mal. "Wir gehen hin und schmeißen die Dinger da drauf. Große Gedanken haben wir uns nicht gemacht", berichtete später einer der Brandstifter vor Gericht. Allerdings wurde der Brandherd von der vierköpfigen Familie des Imams Siddik Tekingür frühzeitig entdeckt, so dass die Feuerwehr den Brand schnell lösen konnte.
    Bereits wenige Stunden nach der Tat konnte die Polizei fünf Verdächtige aus der neonazistischen Szene festnehmen, später erfolgten noch drei weitere Festnahmen. Die Attentäter stammten aus Wolfenbüttel, Braunschweig, Denkte und Salzgitter-Thiede; sie waren zwischen 16 und 22 Jahren alt. Die fünf Häftlinge wurden in das Untersuchungsgefängnis Rennelberg bei Braunschweig überführt. Der Staatsanwalt nannte die Tätergruppe eine "lose Gruppe Rechtsradikaler"[12]. Es handelte sich um die rechtsextreme Skinhead-Gruppierung "Okerfront Wolfenbüttel". Der Anstifter der Brandstifter, Patrick Fischer, war bereit seit zwei Jahren Mitglied der NPD. Nach dem Anschlag demonstrierten in Wolfenbüttel 600 Schüler gegen Ausländerfeindlichkeit.
    Da die polizeilichen Nachforschungen ergaben, dass zwei der Täter wussten, dass sich auf dem Moschee-Gelände eine Wohnung befand, wurde gegen die Attentäter wegen versuchten Mordes ermittelt. "Ich wusste halbwegs, dass da Menschen sind", erklärte einer der Angeklagten vor Gericht. Der Prozess gegen die Tätergruppe fand vor der Zweiten Strafkammer des Landgericht Braunschweig unter dem Vorsitzenden Richter Manfred Theiwes statt. Am 26. März 2003 verurteilte das Landgericht Braunschweig die Täter zu Jugendstrafen zwischen zwei und dreieinhalb Jahren. Zu Gunsten der Angeklagten wertete das Gericht ihr "umfassende Geständnis" und ihre "verminderte Schuldfähigkeit" durch Alkoholkonsum (2,0 bis 3,6 Promille Blutalkohol). Mit ihrem Urteil lag die Zweite Strafkammer zum Teil deutlich unter dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft. Diese hatte für den Hauptangeklagten eine Freiheitsstrafe von acht Jahren gefordert. Der Vorsitzende Richter erklärte hierzu, es sei nicht mit ausreichender Sicherheit belegt, dass die Angeklagten von der über der Moschee lebenden Familie des Vorbeters wusste. Allerdings wurde gegen das Urteil von Seiten der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung Berufung eingelegt. Damit musste der Bundesgerichtshofes (BGH) in Karlsruhe entscheiden.
    Gegen die 21-jährige Manuela W. aus Wolfenbüttel war das Strafverfahren am 26. März 2003 abgetrennt worden. Sie ist die Schwester eines der Haupttäter und befand sich seit einiger Zeit in psychotherapeutischer Behandlung. Die Frau hatte die Bande zur Moschee begleitet, aber die geplante Tat nicht ausgeführt. Stattdessen gab sie ihren Molotow-Cocktail zurück und nahm nur die Wertsachen der anderen Jugendlichen an sich, damit sie bei der Flucht nicht verloren gingen. Sie war am 29. November 2002 festgenommen worden. Die Jugendstrafkammer des Landgerichts Braunschweig verurteilte sie im Januar 2004 wegen Beihilfe zu einer Jugendstrafe von einem Jahr auf Bewährung.
    Im Jahr 2005 wurde die Tür der Yeil Moschee erneut in Brand gesteckt.
    Sonstige:
    Außerdem haben sich mehrere Moscheebrände ereignet, die keinen ausländerfeindlichen oder antiislamistischen Hintergrund hatten und die deshalb in der obigen Auflistung nicht enthalten sind; sie tauchen aber in der Literatur als vermeintliche "Anschläge" auf. Deshalb sollen hier mehrere Vorfälle exemplarisch erwähnt werden:

    Ende Dezember 2007 gab es eine Brandstiftung in der Moschee des islamischen Bildungs- und Kulturvereins in Augsburg (Bayern) Ende Dezember 2007. Eine Elfjährige hatte im Treppenhaus einen Kinderwagen und mehrere Schuhe entzündet. Der Brand konnte schnell gelöscht werden. Dabei erlitt ein Mann leichte Brandverletzungen an den Händen. Es entstand ein Sachschaden von rund 2.500 Euro.
    In der Nacht vom 20. auf den 21. Juli 1995 gab es einen vermeintlichen Anschlag auf eine Moschee in Bohmte bei Osnabrück, die in einem Wohnhaus mit Teestube und Lebensmittelladen untergebracht war. Der Brandstifter hatte an mehreren Stellen Brandbeschleuniger ausgeschüttet und entfacht. Eine vierköpfige türkische Familie konnte sich gerade noch rechtzeitig retten. Der Sachschaden wurde auf mindestens 100.000 DM geschätzt. Zuvor hatte es in Bohmte mehrfach rechtsradikale Drohungen gegen Türken gegeben. Die polizeilichen Ermittlungen gaben, dass einer der türkischen Gemeindevorsteher mehrere Monate vor dem Brand eine hohe Brandschutzversicherung abgeschlossen hatte. Zwar wurde er wegen Brandstiftung und versuchten Versicherungsbetruges angeklagt, aber - aus Mangel an Beweisen - freigesprochen, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" mitteilte. In diesem Sinne blieb der Fall Bohmte bis heute ungeklärt.
    Nicht immer ist klar, ob es sich bei einem türkischen Kulturverein um eine bloße Gaststätte oder um einen Freizeittreff mit angeschlossenem Gebetsraum als provisorischer "Moschee" handelt. Im Fall des "Deutsch-Türkischen Kulturvereins" in Elmshorn ist die Sachlage klar: Am 25. Juni 2011 fackelte der 41-jährige Ingo W. aus Elmshorn die Gaststätte ab, nachdem er sich monatelang mit seinen türkischen Nachbarn über die Lärmentwicklung gestritten hatte[13]. Sechszehn Personen mussten wegen einer Rauchgasvergiftung behandelt werden. "Es hat aber definitiv keinen politischen Hintergrund"; erklärte ein Polizeisprecher.
    Am 19. März 2011 (18.17 Uhr) kam es vor der Eyüp Sultan Moschee des DITIB-Verbandes in Duisburg-Rheinhausen (Atroperstr. 36) zu einer bewaffneten Auseinandersetzung. Mal war von Anhängern der kurdischen PKK, mal von ausländischen Kriminellen die Rede. Die Polizei fand zahlreiche Patronenhülsen und Einschusslöcher in einem Fahrzeug zwischen einer Teestube und der gegenüberliegenden Moschee. Zwei Tatverdächtige wurden vorrübergehend festgenommen. Offenbar gab es keine Verletzten. Die Moscheegemeinde geriet wohl nur zufällig in die Schießerei zwischen den rivalisierenden Banden aus dem Drogenmilieu. Daraufhin durchsuchte ein Sondereinsatzkommando am 29. März 2011 mehrere Wohnungen und Geschäftsräume in Duisburg-Rheinhausen.


    Wiederholt ging man bei ungeklärten Moscheebränden zunächst von einem Anschlag aus, während die späteren Ermittlungen ergaben, dass die Ursache ein technischer Defekt war: Am 6. September 1984 brannte eine Moschee in Frankfurt/Main (Münchener Str. 45) wegen einer "unsachgemäßen Elektroinstallation" bis auf die Grundmauern nieder. Sechszehn Personen mussten über Leiterbühnen evakuiert werden. Am 12. Juli 1997 brannte die Moschee in Völklingen durch ein defektes Elektrokabel ab. Am 22. Januar 2006 kam es in der Ulu Cami in Ahlen zu einem Brand, der durch eine defekte Steckdose ausgelöst worden war. Am 19. März 2009 stand die Alemi Moschee in Ludwigshafen (Krumlachstr. 6) durch einen Trafo-Defekt in der Beleuchtungsanlage in Flammen, und am 20. Februar 2010 brannte die Haci Bayram Moschee in Duisburg-Oberweiderich (Brückelstr. 45-47).
    Darüber hinaus haben sich mehrere Fälle einer religiösen "Schändung" der Moscheegebäude durch Hakenkreuzschmierereien, Farbbeuteln mit Schweineblut oder das Beschmieren mit menschlichem Kot oder Schlachtabfällen ereignet, die hier nicht im Detail erfasst wurden:
    Bad Lippspringe (16.3.2010), Bergheim (21.9.2001), Berlin (29.9.2004 / 1.10.2004 / 3.7.2008 / 5.9.2010), Bielefeld (1.5.2010), Bitburg (1.5.2004), Bonn (19.11.2006), Buchloe (3.1.2008), Colmar (2005), Datteln (25.12.2006), Dillingen (19.2.2011), Dortmund (23.12.2006), Dresden (17.5.2011), Düren (23.4.2006), Elsenfeld (21.10.2009), Frankfurt/Main (2.-3.7.2011), Gießen (7.11.2010), Hameln (28.4.2006), Hannoversch Münden (11.11.2010), Hilden (7.-8.3.2009), Hürth (28.3.2006), Idstein (20.3.2008), Köln (16.12.2009), Konstanz (22.10.2001), Lauingen (10.12.2007), Lindau (11.-12.12.2007 / Dez. 2008), Ludwigshafen (18.4.2007), Offenburg (22.12.2001), Osterode (1.7.2011), Pulheim (29.5.2007), Rheinfelden (2.5.2010), Sankt Ingbert (2008), Schondorf (Sept. 2001), Sittensen (22.3. 2008), Üpach-Palenberg (18.10.2001 / 17.11.2006), Wasserburg (27.2.2008 / 3.3.2008), Wipperfürth (2008 / 4.1.2011), Wörth (13.2.2011), Wolfenbüttel (19.8.2006 / 16.3.2008), Wülfrath (19.4.2008), ...


    Hinzu kommen die Morddrohungen gegen die Funktionäre der in Deutschland tätigen Moschee- und Moslemverbände. So soll Wolfgang Schrauth, Vorsitzender des so genannten Bundesverbandes der Bürgerbewegungen zur Bewahrung von Demokratie, Heimat und Menschenrechte e. V. (BDB), über den damaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland e. V. (ZMD), Dr. Elyas Nadeem, am 22. September 2003 erklärt haben:
    Solche in Deutschland lebenden Personen dürfen nicht hofiert werden, sondern müssen eliminiert werden.

    Wer die Ausländerfeindlichkeit in der BRD mit der Situation im europäischen Ausland vergleichen möchte, sei auf die Jahresberichte des früheren European Monitoring Centers on Racism and Xenophobia (EUMC) bzw. der jetzigen European Union Agency for Fundamental Rights (FRA) in Wien und ihre jährlichen MIDIS-Berichte verwiesen.



    4. Interpretation der empirischen Daten
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    Die Anschläge
    Da das Informationsaufkommen lückenhaft ist, ist eine exakte Auswertung der Daten nicht möglich, aber immerhin sind Tendenzaussagen möglich. Obwohl eine Gesamtdarstellung nicht möglich ist, umfasst die obige Auflistung immerhin 122 Vorfälle (ohne die Zusatzkategorie "Sonstige"), die sich gegen mindestens 92 Moscheen in 82 Städten und Gemeinden richteten. Zwölf Moscheen wurden gleich mehrfach angegriffen. Außerdem wurde einmal ein Moschee-Verband (DITIB) direkt attackiert. Glücklicherweise haben die Angriffe keine Menschenleben gefordert; auch der Sachschaden hielt sich mit vielleicht zwei oder drei Millionen Euro in überschaubaren Grenzen. Der historische Vergleich mit der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 wirkt zunächst stark übertrieben; auch fehlt die Schockstarre, die der damalige Gewaltexzess auslöste. Heute ist es eher ein leiser Zerstörungsprozess, der wie eine Krebsgeschwulst das Land allmählich mit Gewalt-Metastasen überzieht und überall seine Spuren hinterlässt.
    Obwohl sich der Schaden bisher in Grenzen hielt, dürfen die Gefahren eines Brandes oder gar einer Explosion nicht unterschätzt werden, da viele provisorische Moscheen im Erdgeschoss von Wohnhäusern untergebracht sind. Bei separaten Moschee-Gebäuden mit Kuppeldach und Minarett besteht die Gefahr darin, dass der Imam bzw. Hodscha mit seiner Familie auf dem Areal wohnt. Außerdem haben die Moscheegemeinden i. d. R. nur eine Größe von 300 bis 400 zahlenden Mitgliedern, die alle laufenden Vereinsausgaben durch freiwillige Spenden finanzieren müssen. Wenn keine Brandschutzversicherung abgeschlossen wurde, lähmt die Beseitigung des Schadens das Gemeindeleben für Monate oder gar Jahre.
    In den letzten Jahren war viel vom "islamistischen Terrorismus" die Rede. Schaut man sich die empirischen Befunde für die BRD an, dann bezieht sich dies weniger auf einen Terrorismus von Islamisten, sondern vielmehr auf einen Terrorismus gegen Moslems!
    Im Einzelnen handelte es sich um folgende Angriffe:
    29-mal Steinwürfe (o. ä.)

    6-mal Einbrüche mit Vandalismus

    58-mal Brandanschläge

    4-mal Schusswaffengebrauch

    11-mal Bombendrohungen

    3-mal "Bomben"-Anschläge (o. ä.)

    11-mal Sonstige / Unbekannt

    Hinzu kommen - gemäß Literaturlage - mindestens 47 Moschee-Schändungen in 39 Orten im gleichen Zeitraum. Rechnet man Anschläge und Schändungen zusammen, dann verteilen sich die Übergriffe - Doppelnennungen ausgenommen - in insgesamt 106 Städten und Gemeinden Vorfälle gegeben.
    Die Moscheeanschläge verteilen sich auf alle alten Bundesländern mit Schwerpunkten in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Hingegen gab es in den neuen Bundesländern (Ausnahmen: Berlin-Ost und Gera) kaum Angriffe. Dies spricht hingegen nicht automatisch für eine allgemeine Weltoffenheit und Toleranz der ostdeutschen Bevölkerung. Der zugrunde liegende Tatbestand ist ein anderer: wo keine Moscheen sind, können auch keine angezündet werden.
    Die Moscheeangriffe erfolgten oft am Wochenende in den Nächten vom Freitag auf Samstag oder Samstag auf Sonntag. Allerdings lässt sich kein "bevorzugter" Zeitpunkt festlegen: Entweder die Angriffe erfolgten im Schutz der Dunkelheit gegen 2.00 bis 4.00 Uhr, nachdem man sich "Mut" angesoffen hatte, oder in aller Herrgottsfrühe. Allerdings gab es auch zwei Angriffe am helllichten Tag.
    Die Täter verfügten i. d. R. kaum über technische Kenntnisse. Nur in Ausnahmefällen wurde eine selbstkonstruierte Bombe eingesetzt. Bei Brandsätzen verwendeten die Angreifer alles Brennbare, was gerade greifbar war: vom Mofa-Kraftstoff bis zum Nagellackentferner. Die Lunten wurden in Einzelfällen aus einem T-Shirt oder Klopapier gefertigt. Dies spricht weniger für eine generalstabsmäßige Vorgehensweise nach dem Handbuch für Werwolf-Jagdeinheiten, sondern klingt eher nach einem Terrorausflug ins Grüne. Die ausländischen Brandstifter, Kurden oder Armenier etc, waren technisch versierter, als deutsche Neonazis.
    Nicht in allen Fällen wurde bekannt, zu welcher religiösen bzw. politischen Dachorganisation die attackierte Moscheegemeinde gehörte. Daher kann folgende Verteilung nur einen groben Überblick geben:
    24-mal Diyanet leri Türk slam Birlii (DITIB)

    3-mal Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ)

    2-mal Islamische Gemeinschaft Millî Gör (IGMG)

    3-mal Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ)

    1-mal Lahore Ahmadiyya Gemeinde

    1-mal Islamische Gemeinschaft der Iraner

    1-mal eine kurdische Moschee

    1-mal Moslembruderschaft bzw. IZM

    1-mal Einladung zum Paradies (EZP)

    1-mal Avrupa Türk-slam Birlii (ATIB)

    2-mal Almanya Demokratik Ülkücü Türk Dernekleri Federasyonu (ADÜTDF)

    2-mal Salafisten

    Auffallend ist, dass in 29 Fällen die Moscheegemeinden angegriffen wurden, die eine relativ gemäßigte Auffassung des Islams (DITIB, AMJ, ATIB, ADÜTDF) vertreten; allerdings sind dabei zwei politisch extremistische Gemeinden der ADÜTDF mitgerechnet. Nur achtmal wurde eine islamistische Moscheegemeinde (VIKZ, IGMG, IZM, EZP und die Al Nur Moschee in Berlin) attackiert.
    Besteht ein Zusammenhang zwischen den Anschlägen gegen deutsche Moscheen und dem internationalen Terrorismus der Al-Qaida? Diese Frage muss wohl eher verneint werden. Schließlich gab es die ersten Angriffe auf Moscheen bereits 1981, also zwanzig Jahre vor dem "11. September".
    Unterteilt man den Untersuchungszeitraum in Dekaden und wählt den 11. September als Stichtag, dann ergibt sich folgende Anschlagsverteilung:
    11.9.1971 bis 10.9.1981: 2 Vorfälle

    11.9.1981 bis 10.9.1991: 9 Vorfälle

    11.9.1991 bis 10.9.2001: 30 Vorfälle

    11.9.2001 bis 10.9.2011: 81 Vorfälle

    11.9.2011 bis 10.9.2021: ?

    Die Auflistung zeigt, dass es in den zehn Jahren nach dem "11. September" mehr als doppelt so viele Anschläge gegeben hat, wie in den zehn Jahren vor dem "11. September". Allerdings ist völlig offen, ob dies eine Reaktion auf den internationalen dschihadistischen Terrorismus war, oder ob dies nur dem trendmäßigen Zuwachs entsprach. Schließlich gab es bereits in den neunziger Jahren eine Verdreifachung der Vorfälle gegenüber den achtziger Jahren. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass sich nur einer der bisher 120 Anschläge gegen eine Moschee (die Berliner Al Nur Moschee) richtete, die als Dschihadisten-Treffpunkt bekannt ist. Die Zukunft wird zeigen, ob die von Dekade zu Dekade zunehmenden Angriffe auch in den kommenden Jahren weitern zunehmen werden oder ob dieser Trend gebrochen werden kann.
    Die Moscheegemeinden selbst können sich nur passiv schützen: Einbau von bruchsicherem Glas, IR-Überwachungskameras, die mit Bewegungsmeldern kombiniert werden, Glasbruch- und sonstige (stille) Alarmanlagen oder Brandmeldesysteme, etc..
    Die Täter
    Soweit bekannt liegt bei 32 Moscheeangriffen ein Täterbekenntnis (Kommandoerklärung, Hakenkreuzschmiererei, etc.) vor bzw. konnte ein Täter ermittelt werden. Davon wurde ein Tatverdächtiger vor Gericht freigesprochen. In den verbleibenden 31 Fällen ergibt sich folgende Verteilung:
    20-mal Skins bzw. Neonazis

    5-mal Kurden

    1-mal Armenier

    1-mal nationalistische Türken

    1-mal Psychopath

    3-mal Sonstige

    Mindestens dreimal waren der oder die Täter gleich an zwei Aktionen gegen Moscheen beteiligt; ein weiterer zeichnete für drei Moscheeanschläge verantwortlich. Die Täter agierten als Einzeltäter oder in kleinen Gruppen. Immer waren Männer dabei, in Ausnahmefällen auch Frauen, die eine mehr oder weniger aktive Rolle spielten. Die jüngsten Täter waren 15 Jahre alt. Nur in fünf Fällen waren die Täter nachweislich alkoholisiert (einmal Jugendliche, viermal Neonazis), so dass sich die Täter i. d. R. nicht auf einen Rausch herausreden konnten.
    Zumindest in Einzelfällen bestanden persönliche Verbindungen der Täter zur NPD. Die ist kein Zufall: Während die NPD die türkischen Faschisten der "Grauen Wölfe" umwarb und noch im Oktober 2002 Kontakte zur islamistischen Hizb ut-Tahrir (HuT) pflegte, hat sie gleichzeitig versucht, sich der Protestbewegung gegen Moschee-Neubauten anzuschließen, um aus ihrer politischen und gesellschaftlichen Isolierung herauszukommen, Allerdings ist auch diese "Pro Deutschland"-Bewegung geprägt durch politische Richtungskämpfe, persönliche Intrigen und die Unfähigkeit ihrer vermeintlichen Exponenten. So konnte es der NPD kaum gelingen, politisch naive Leute aus der so genannten "bürgerlichen Mitte" für sich zu vereinnahmen.
    Aber es wäre zu einfach, bei jedem Moscheeanschlag ein xenophobes oder islamophobes Motiv zu unterstellen. Zu den Tätern gehörten zuweilen auch linksextremistische Ausländer (Türken, Kurden oder Armenier) oder rechtsextremistische Türken.
    Die Strafverfolgung
    Was die Polizei anbelangt, so sind aufgrund der Quellenlage nur sehr allgemeine Feststellungen möglich. Wie bei anderen Straftaten sind die polizeilichen Ermittlungsergebnisse höchst unterschiedlich: Manchmal konnten Täter auf frischer Tat oder kurz danach festgenommen werden, aber viele Anschläge blieben bis heute unaufgeklärt. In mehreren Fällen, in denen die Polizei die Täter in Kreisen der PKK vermutete, konnte sie diese nicht überführen. Darüber hinaus fällt auf, dass Polizeibeamte eine Verwicklung von Neonazis wiederholt abstritten oder zumindest relativieren wollten. Für den Polizeiapparat kann dies nur kontraproduktiv sein, da die Polizei in den letzten Jahren bemüht war, "gute" Gesprächskontakte zu den Moscheegemeinden aufzubauen, da man bei der Bekämpfung des dschihadistischen Terrorismus auf vertrauliche Warnhinweise aus den Moscheen angewiesen ist.
    Auch eine genaue Analyse der Gerichtsverfahren ist nicht möglich, zumal bei Strafverfahren vor den Jugendschöffengerichten bei den Amtsgerichten der Datenschutz eine besondere Bedeutung hat. Zwar geht das Jugendstrafrecht zurecht von dem Erziehungsgedanken aus und betont das Ziel der Resozialisierung, allerdings hat man den Eindruck, dass von den Richtern die "schwere Kindheit" und das Entwicklungsdefizit der Angeklagten in Verfahren gegen Skinheads bzw. Neonazis besonders betont wurde, während die Tat als bloß "jugendtypische Verfehlung" verharmlost wurde. So zeigten die Gerichtsverfahren wiederholt, dass die tumben Versuche der Richter, das Maß an Schuld der Täter so gering wie möglich einzustufen, nur noch von der Unverfrorenheit der Täter übertroffen wurden, ihre Schuld gänzlich zu leugnen.
    Demgegenüber kennt die Justiz bei der Urteilsfindung auch den Gedanken der Abschreckung bzw. Generalprävention. Darauf hat man hier wohl verzichtet. Außerdem sind die Gerichte eigentlich gehalten, bei der Strafzumessung die Umstände und Beweggründe (§ 46) und "alle Tatsachen" (§ 244) zu berücksichtigten, also z. B. auch die politische Motivation des Täters zu hinterfragen. Dies ist aber gerade bei Tätern aus dem rechten Spektrum oft nicht der Fall gewesen. Stattdessen bemühten sich die Gerichte nicht nur um eine Bagatellisierung sondern auch "Depolitisierung" des Tatgeschehens. In einem Fall rief die rechtsstaatliche Laschheit der Justiz gegenüber den Neonazis sogar bei den Rechtsextremisten Kritik hervor: Die Milde des Gerichts gegenüber ihrem angeklagten "Kameraden" werteten sie als Indiz dafür, dass dieser möglicherweise ein V-Mann des Verfassungsschutzes sei, der geschont werden sollte.
    Anscheinend begreift sich die Justiz als ein Instrument der Kriegführung, das bei seiner Schuldverteilung sehr wohl zwischen "Freund" und "Feind" unterscheidet: Allerdings werden in dieser verzerrten Wahrnehmung die deutschen Täter zum "Freund" und das moslemische Zielobjekt ist der "Feind". Anscheinend wollten die Richter keine Lehren aus der Geschichte der Weimarer Republik ziehen. Womöglich denkt man bei Gericht, die Geschichte sei bekanntlich schon lange her und kein Zeitzeuge könne noch vernommen werden.
    Die Frage, inwieweit Moscheeanschläge von linksextremistischen PKK-Anhängern anders "beurteilt" wurden, als Moscheeanschläge von rechtsextremistischen Kameraden, kann im Rahmen dieser Untersuchung nicht beantwortet werden.
    Eskalationsgefahren
    Glücklicherweise haben die 122 Angriffe keine Menschenleben gefordert; auch der Sachschaden hielt sich mit vielleicht ein bis zwei Millionen Euro in überschaubaren Grenzen. Allerdings darf dies nicht unterschätzt werden. Die Moscheegemeinden haben i. d. R. nur eine Größe von 300 bis 400 zahlenden Mitgliedern, die alle laufenden Vereinsausgaben durch freiwillige Spenden finanzieren müssen. Wenn keine Brandschutzversicherung abgeschlossen wurde, kann die Beseitigung des Schadens das Gemeindeleben für Monate lähmen.
    Dennoch sind sie Angriffe auf Moscheen nur ein kleiner Teil der Gewalt gegen Ausländer und Moslems in Deutschland. Die Brandanschläge gegen Asylbewerberwohnheime, Wohnhäuser von Ausländern oder türkische Geschäfte hatten viel gravierendere Folgen: Erinnert sei hier nur an die Anschläge auf die Wohnhäuser in Mölln am 23. November 1992 mit 3 Toten und in Solingen am 29. Mai 1993 mit 5 Toten. Bei einem Brand in einem Altbau in Ludwigshafen (Danziger Platz 2) am 3. Februar 2008 starben gleich neun Menschen, darunter mehrere Kinder. Der Brand wurde wahrscheinlich durch einen Schwelbrand im Keller ausgelöst, jedenfalls wurde keine Spuren eines Verbrechens gefunden. Allerdings konnte die genaue Ursache nie geklärt werden. Ein paar Türken aus Ostanatolien wollten damals den deutschen Berufsfeuerwehrleuten die Einsatztaktik zur Brandbekämpfung bei Großbränden in Altbauten vorschreiben, indem sie als erstes den Einsatzleiter der Feuerwehr krankenhausreif schlugen. Solche "temperamentvollen" Panikreaktionen sollte man völlig unterlassen! Darüber hinaus stellten die türkischen Massenblätter "Hürriyet" und "Millyet" die Deutschen unter NS-Generalverdacht. Angesichts dieser aufgeheizten Stimmung verzichtete die Staatsanwaltschaft auf eine Anklage gegen den Mob wegen schweren Landfriedensbruchs.
    Man stelle sich die Reaktionen in der Öffentlichkeit vor, sollten bei einem Anschlag auf eine deutsche Moschee mehrere Gläubige ums Leben kommen. Wer heute Moscheen anzündet, der zündet morgen vielleicht auch Moslems an! Außerdem haben Angriffe auf Moscheen immer eine besondere politische Brisanz. In diesem Zusammenhang sei nur an die inszenierte Affäre um die Mohammed-Karikaturen und den versuchten Vergeltungsschlag der beiden Kölner Kofferbomber gegen zwei Regionalzüge der Deutschen Bundesbahn im Jahre 2006 erinnert. Verschiedene Szenarien sind denkbar, in denen sich Nationalsozialisten, Dschihadisten, Polizisten und Antifaschisten gegenseitig aufschaukeln. Es heißt, nach einem schweren Terroranschlag wäre die Bundesrepublik "eine andere Republik".
    Der amtierende Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek, erklärte 2009:
    Wer allein die Straftaten Rechtsradikaler in den letzten Jahren gegen Muslime zählt, zusätzlich die Moscheeanschläge berücksichtigt, wird erkennen: Wir müssen alle etwas gegen diese Islamfeindlichkeit in unserem Land tun.[14]

    Der Autor ist wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit

    Heise, 10.09.2011

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    BERLIN UND BIELEFELD

    Brandanschläge auf Moscheen?

    In Berlin und Bielefeld kam es zu zwei Bränden in Moscheen. In einem Fall schloss die Polizei schnell eine politisch motivierte Tat aus. Im anderen Fall ermittelt der Staatsschutz wegen möglicher politischer Hintergründe der Tat.

    In der Nacht zu Dienstag ist es zu einem schweren Brand an der Berliner Mevlana Moschee am Kottbusser Tor gekommen. Der Brand war kurz nach dem Nachtgebet ausgebrochen. Die Gemeindemitglieder hatten die Moschee gerade verlassen, als der Brand ausbrach. Nach ersten Einschätzungen der Polizei Berlin könnte es sich um Brandstiftung handeln. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.

    Die Polizei teilte am Dienstag mit, der Staatsschutz habe die Ermittlungen aufgenommen, um mögliche politische Motive für den Brand zu prüfen. Das Gebäude ist als Moschee und Kulturzentrum in Berlin Kreuzberg bekannt. Seit geraumer Zeit befindet sich die Moschee im Umbau. Moscheeverantwortliche und die türkische Presse beklagten am Dienstagmorgen, dass sie nicht an den Ort des Geschehens durften. Die Polizei habe das Gelände abgesperrt. Am Abend hatten deutsche Medien noch Zutritt gehabt. Mittlerweile konnte der Schaden selbst in Augenschein genommen werden. Der türkische Botschafter, Hüseyin Avni Karslıoğlu, hat die Moschee besucht und Solidarität mit der Gemeinde gezeigt.









    Brandanschlag in Bielefeld
    Bereits am Montag Mittag hatte es einen Brand in einer Bielefelder Moschee gegeben. Ein Moscheeverantwortlicher rief die Feuerwehr an und konnte den Brand dann aber doch selbst löschen. Wie die Polizei festgestellt hat, wurde die Moschee auch Opfer eines Raubüberfalls. Eine Spendenkasse in der Moschee wurde anscheinend von den Tätern aufgebrochen. Dann wurden Exemplare des Korans in Brand gesteckt.
    Die Polizei geht überraschend davon aus, dass der Brand womöglich zur Ablenkung gelegt worden ist. Einen möglichen „fremdenfeindlichen Hintergrund“ der Tat hat die Polizei bereits ausgeschlossen. Überraschend, denn Koranverbrennungen gehören zum Standartrepertoire von islamfeindlichen Aktivisten.



    Yeneroğlu: politische Hintergründe nicht ausschließen
    „Wenn innerhalb eines Tages zwei Moscheen brennen, dürfen mögliche politische Hintergründe nicht schon dadurch ausgeschlossen werden, weil es noch an ausschließlichen Hinweisen fehlt. Dass das nichts zu sagen hat, haben uns die sog. NSU-Ermittlungen gelehrt“, erklärte Mustafa Yeneroğlu, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) anlässlich der beiden Vorfälle.
    Die Einschätzungen der Polizei seien mit Vorsicht zu genießen. „Das Fehlen von eindeutigen politischen Hinweisen ist noch lange kein Grund, Entwarnung zu geben. Wie wir heute wissen, hinterlassen vor allem Rechtsextremisten keine Spuren, die auf ihre politische Motivation schließen lassen. Insofern sind Polizei und Staatsschutz aufgefordert, mögliche politische Hintergründe so lange nicht auszuschließen, bis ihr Fehlen als sicher gilt.“
    Zahl der Übergriffe auf Moscheen in Deutschland gestiegen
    Statistiken der Bundesregierung aber auch der Landesregierungen zeigen, dass die Anzahl von Übergriffen und Anschlägen auf Moscheen in den vergangenen Jahren zugenommen haben. Genaue Zahlen gibt es allerdings nicht, weil muslimfeindliche Straftaten im Katalog der politisch motivierten Straften nicht separat erfasst werden. Die Bundesregierung sieht keine Veranlassung dafür.
    Anders in Nordrhein-Westfalen. Der Landtag beschloss im Juli 2014 mit breiter Mehrheit, dass „antimuslimisch motivierte“ Straftaten künftig in der PMK-Statistik erfasst werden sollen. Gleichzeitig wurde die Landesregierung dazu aufgefordert, sich für eine entsprechende Regelung im Bund einzusetzen.

    Islamiq, 12.08.2014

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    Presseerklärungen


    Moscheebrände in Berlin und Bielefeld: Politischen Hintergrund nicht ausschließen!
    „Wenn innerhalb eines Tages zwei Moscheen brennen, dürfen mögliche politische Hintergründe nicht schon dadurch ausgeschlossen werden, weil es noch an ausschließlichen Hinweisen fehlt. Dass das nichts zu sagen hat, haben uns die sog. NSU-Ermittlungen gelehrt“, erklärte Mustafa Yeneroğlu, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) anlässlich der Brände in einer Berliner (Montagabend gegen 22.50 Uhr) und Bielefelder Moschee (Montagmittag gegen 12 Uhr). Yeneroğlu weiter:


    „In Berlin gerieten Baumaterialien in Brand. Die Feuerwehrleute konnte die Flammen glücklicherweise löschen, das Gebäude wurde allerdings stark in Mitleidenschaft gezogen und verrußt. Der Polizeiliche Staatsschutz prüft eine politische Motivation. Brandstiftung gilt als mögliche Ursache.

    In Bielefeld kam es in den Mittagsstunden aus bisher ungeklärter Ursache ebenfalls zu einem Brand. Unbekannte haben dort ein Exemplar des Korans in Brand gesetzt und sind geflüchtet. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden gibt es bisher keine Hinweise, die auf einen politischen Hintergrund hindeuten.

    Wie uns die vermeintlichen Pannen bei den sogenannten NSU-Ermittlungen bitter gelehrt haben, ist das allerdings mit Vorsicht zu genießen. Das Fehlen von eindeutigen politischen Hinweisen ist noch lange kein Grund, Entwarnung zu geben. Wie wir heute wissen, hinterlassen vor allem Rechtsextremisten keine Spuren, die auf ihre politische Motivation schließen lassen. Insofern sind Polizei und Staatsschutz aufgefordert, mögliche politische Hintergründe so lange nicht auszuschließen, bis ihr Fehlen als sicher gilt.“

    IGMG
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    Presseerklärung zum Brand in der Mevlana Moschee*

    Brand in der Mevlana Moschee

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    Gestern am 11. August 2014 ist in der Mevlana Moschee in Berlin – Kreuzberg ein Brand entstanden. Der Brandherd liegt im Erdgeschoss in der baulichen Erweiterung der Moschee. Es ist ein sehr hoher Sachschaden entstanden, der einen Teilabriss der Moschee erfordern kann. Die Brandursache ist noch ungeklärt. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen und kann einen islamfeindlichen Brandanschlag nicht ausschließen.

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    „Dieses bedauerliche Ereignis ist zugleich besorgniserregend. Solange wir keine Gewissheit über die Brandursache haben, sind wir angehalten von einem islamfeindlichen Brandanschlag auszugehen. Bereits letztes Jahr wurde die Ensar-Moschee in Berlin - Charlottenburg von Unbekannten in Brand gesteckt. Die Sehitlik Moschee in Berlin – Neukölln *wurde bereits mehrfach mit Brandkörpern angegriffen. In Bielefeld wurde gestern ein Brandanschlag gegen eine Moschee verübt. Dies alles gefährdet die Sicherheit der Muslime in Deutschland“, erklärte Fazli Altin, Präsident der Islamischen Föderation in Berlin.

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    „In der Presse wurde heute berichtet, dass in der Mevlana Moschee Baumaterial in Brand geraten sei. Diese verharmlosende Darstellung eines Moscheebrandes ist inakzeptabel. Es brannte eine Moschee. Da gibt es nichts klein zu reden.“ erklärte Fazli Atin weiter.

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    Presseabteilung der Islamischen Föderation in Berlin

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    Hier noch einige aktuelle Bilder:

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  7. #7
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    DTJ-ONLINE | 29.07.2014 15:27

    Islamfeindlichkeit*
    Erfassung islamfeindlicher Straftaten – bald nicht nur in NRW?

    Während es laut der Neuen Osnabrücker Zeitung*von 2001 bis 2011 im Durchschnitt 22 Übergriffe auf Moscheen in Deutschland gab, seien die Zahlen ab 2012 auf etwa 35 pro Jahr gestiegen. Von Anfang 2012 bis März dieses Jahres wären das insgesamt 78 registrierte Attacken. Die Zeitung beruft sich dabei auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion. Zu den Schwankungen in den vorangegangen Jahren und ob die neuen Zahlen Rekordwerte sind, gibt es keine Angaben.

    Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, sieht die Statistik als Zeichen für eine Zunahme anti-muslimischer Ressentiments. Er fordert „die Einrichtung von eigenständigen und spezialisierten Fachabteilungen in den Verwaltungen der Länder, um anti-muslimische rassistische Tatbestände erfassen und beobachten zu können“. Ulla Jelpe von der Linksfraktion im Bundestag ist ebenfalls dafür, islamfeindliche Straftaten statistisch genau zu erfassen: „Hier ist ein gefährlicher Mix aus Rassismus und Sozialdarwinismus am Gären, der sich zunehmend in Gewalt gegen Muslime äußert“.

    Die Forderungen sind nicht neu. Seit Jahren wird verlangt, dass islamfeindliche Straftaten gesondert erfasst werden.In Nordrhein-Westfalen*wird die Trennung zukünftig umgesetzt. (kna/dpa)
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    DTJ-ONLINE | 12.08.2014 11:41

    Islam in Deutschland*
    Moscheebrände in Berlin und Bielefeld

    In Berlin und Bielefeld kam es in den beiden vorangegangenen Tagen zu mutmaßlichen Brandstiftungen in islamischen Einrichtungen. Kriminalpolizei und Staatsschutz ermitteln auch hinsichtlich möglicher rassistischer Motive. (Foto: dpa)

    Das Feuer am Anbau der Mevlana-Moschee*an der Skalitzer Straße in Kreuzberg in der Nacht auf Dienstag ist mit hoher Wahrscheinlichkeit gelegt worden. Dies berichtet der Tagesspiegel. Nach Angaben der Polizei gebe es keine Hinweise auf einen technischen Defekt, der Staatsschutz ermittle.

    Das Feuer hatte in einem noch nicht fertiggestellten Anbau der Mevlana-Moschee Baumaterialien erfasst, die auf Holzpaletten gelagert waren. „Die Flammen sprangen auch auf die Folie vor den Fenstern über und züngelten an der Fassade hoch“, sagte ein Feuerwehrsprecher.

    Aus angrenzenden Bezirken riefen besorgte Menschen an, die vom Schein der Flammen aufgeschreckt wurden. Nach etwa einer Stunde hatten 60 Feuerwehrleute den Brand gelöscht. Das Gebäude ist aufgrund der Rauchentwicklung stark verrußt. Verletzt wurde niemand.

    Auch in Westfalen hat es im Gebetsraum eines türkischen Moscheevereins an der Detmolder Straße am Montagvormittag gebrannt. Die berichtet die Neue Westfälische.

    Laut Polizeibericht bemerkte ein Gast des Vereins, der sich zufällig in der Nähe des Gebäudes aufhielt, einen Feuerschein durchs Fenster. Die Räume waren zu diesem Zeitpunkt nicht geöffnet und niemand befand sich im Inneren.

    Der herbeigerufene Vorsitzende alarmierte umgehend die Feuerwehr, gemeinsam konnten die beiden Männer die Flammen mit eigenen Mitteln weitestgehend eindämmen. Durch die Feuerwehr waren nur noch geringe Nachlöschtätigkeiten erforderlich. Auch hier ist davon auszugehen, dass der Brand vorsätzlich gelegt wurde.

    In Bielefeld auch Vertuschungstat denkbar

    Es sollen zwei Koran-Bücher angezündet und weitere Heilige Schriften, die sich an Ort und Stelle befanden, im Gebetsraum auf den Boden geschleudert worden sein.*Die Flammen eines brennenden Korans griffen laut Polizeisprecherin Sonja Rehmert auf einen Teppich und eine Wandverkleidung über. Es entstand geringer Gebäudeschaden. Personen wurden bei dem Brand nicht verletzt.

    Ein islamfeindliches Motiv könne jedoch nach Polizeiangaben noch nicht als gesichert angesehen werden, da der oder die Täter nach ersten Ermittlungen der Kripo in das Gebäude eingebrochen seien, eine nicht ohne weiteres erkennbare Spendenkasse aufgebrochen und einen geringen Geldbetrag entwendet haben sollen. Es sei also auch möglich, dass der Einbrecher mit dem Brand von seiner Tat ablenken wollte.

    Auch der Vorsitzende des Vereins, Mustafa Zorlu, geht nicht von einer politisch motivierten Tat aus, sondern eher davon, dass der Täter aus Wut über die geringen Geldbestände in der Kasse das Feuer gelegt habe.

    Massive Zunahme islamfeindlicher Übergriffe

    Die Zahl der*Übergriffe auf Moscheen*in Deutschland ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Dies ging aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag vom Juni 2014 hervor. Demnach wurden zwischen 2001 und 2011 im Schnitt 22 Übergriffe pro Jahr gezählt, 2012 und 2013 stieg die Zahl auf 35 beziehungsweise 36 im Jahr. Von Anfang 2012 bis März 2014 wurden 78 Attacken registriert, davon 13 in Niedersachsen.*(dpa/dtj)
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    Moscheen, Kirchen, SynagogenWenn Gotteshäuser brennen, dürfen wir nicht auch noch geistige Brandstifter sein

    Dienstag, 12.08.2014, 14:58 · von FOCUS-Online-Experte Aiman Mazyek

    Plötzlich gibt es in Deutschland wieder Brandanschläge auf Synagogen und Moscheen. Trotzdem müssen wir alle besonnen bleiben, meint der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime. Andernfalls sind wir geistige Brandstifter.

    Heute Nacht brannte es in einer der größten Moscheen Berlins, die Mevlana-Mosche. 90 Feuerwehrkräfte versuchten über Stunden das Gotteshaus zu löschen. Wenn es sich wirklich um einen Brandanschlag handelt - und darauf deutet derzeit vieles hin -, dann ist es der größte Brandanschlag auf ein Gotteshaus der letzten Jahrzehnte in Deutschland.
    Damit nicht genug. Am gestrigen Vormittag zündete ein Brandstifter mehrere Korane in einer Bielefelder Moschee an und verteilte diese im ganzen Gebetsraum - hier ist es schon jetzt unzweifelhaft Brandstiftung. Muslime haben derzeit Angst und sind irritiert, was da an Hass und Gewalt kommt und wie indifferent und beinah teilnahmslos die Öffentlichkeit nicht zuletzt vor dem Hintergrund des inzwischen aufgedeckten NSU-Terrors darauf reagiert.
    Rechte auf Religionsausübung sind unteilbar

    Vor etwa einer Woche habe ich den Brandanschlag auf die Synagoge in Wuppertal auf Schärfste verurteilt. Ich bin dankbar, die jüdische Gemeinde nächsten Montag in Wuppertal in diesem Zusammenhang besuchen zu können.
    Die beiden jüngsten Brandanschläge auf Moscheen in Bielefeld und Berlin verurteile ich ebenso auf Schärfste. Unsere Menschenrechte, die Rechte auf Religionsausübung sind unteilbar. Wer Gotteshäuser angreift, ob Synagogen, Kirchen oder Moscheen, führt Krieg gegen unseren Rechtsstaat, gegen Deutschland und gegen alle Religionen.
    Terrorgruppen heizen die Islamfeindlichkeit an

    Zugegeben, leider heizen ausländische Terrorgruppen,die im Namen des Islams Verbrechen begehen, die ohnehin schon stark zugenommene Islamfeindlichkeit hierzulande an. Populistische Stimmungsmacher – allen voran sogenannten Islamkritiker und Nahostexperten – haben derzeit Hochkonjunktur.


    Jeder gesunde Menschenverstand erkennt, dassdie IS-Anhängermit ihren Ansichten Inquisition-Terroristen (Takfiris) sind und ihr grausames Vorgehen nur die Spaltung der Muslime zur Folge hat. Profitieren tun die Diktatoren und Aufwiegler, verlieren die muslimischen Völker und Demokratie.Leider lassen aber immer wieder bestimmte Politiker und Medien eine Trennschärfe zwischen der friedlichen Religion des Islam, die die absolute Mehrheit der Muslime vertreten und leben, und Extremisten auf der anderen Seiten sträflich vermissen. Und leider, dass gehört zur Wahrheit auch dazu, gibt es immer wieder vereinzelt unbelehrbare Muslime hierzulande, die als extremistische Stichwortgeber fungieren.
    Alle Muslime unter Generalverdacht

    Beides verstärkt den falschen Gesamteindruck, beide betätigen sich mitunter als geistige Brandstifter. Viele in unserem Land können eben nicht mehr zwischen diesen beiden Seiten unterscheiden und stellen alle Muslime unter Generalverdacht. Die gefährliche Folge ist, wie das kürzlich eine Bundestagsanfrage deutlich machte, eine Zunahme von Anschlägen und Übergriffe auf Muslime und ihre Einrichtungen in unserem Land.

    Die Politik und auch die Medien haben die Aufgabe, ja die Pflicht hier aufzuklären; zu differenzieren, statt zu pauschalisieren, die Betroffenen zu schützen, anstatt sie auch noch zu marginalisieren.
    Wir müssen auf unsere Sprache achten!

    Wir brauchen auch andere Sprachregelungen im öffentlichen Diskurs, sonst wird diese auf Generalverdacht ausgerichtete Sündenbockdiskussion nicht mehr einzudämmen sein. Viele in unserem Land sind darüber sehr beunruhigt, das zeigen die täglichen Zuschriften, die ich bekomme.
    Der Menschenrechtler Rupert Neudeck mahnt kürzlich eindringlich einen anderen Umgang mit dem Islam in der Öffentlichkeit. Er forderte ein Mindestmaß an Respekt und kritisierte die immer wieder verwendete Sprachregelung im Kontext des Extremismus. Wörtlich sagte er: "Ich finde es ganz furchtbar, wenn man die Taliban, Boko Haram oder Isis 'radikal islamisch' nennt. Diese Menschen sind Verbrecher, und sie müssen Verbrecher oder Terroristen genannt werden."
    Der Streit um den muslimischen Schützenkönig

    Es macht mich auch traurig, wenn der Limburger Bischof sein zwar zu begrüßendes „Ja“zum muslimischen Schützenkönigmeint unterstreichen zu müssen, in dem er uns erklärt, der allein sinnvolle Gebrauch eines Gewehrs besteht darin, in einem Sport- oder Schützenverein auf Scheiben zu schießen und nicht auf Menschen und er wünsche sich, dass der Schützenkönig ein solches Statement gerade auch als Muslim abgebe… Wie bitte? Vor etwa einer Woche noch hat zum xten Male eine wissenschaftliche Studie das Mär vom kriminellen Ausländer Lügen gestraft und z.B. allen rassistischen und diffamierende Europawahlplakate, die noch zu Tausende in unseren Straßen hingen, zum wiederholten Male als Propaganda entlarvt.
    Reicht es nicht aus, wenn mutmaßlich Muslime den Islam besudeln, in den Dreck ziehen und missbrauchen? Muss man als aufgeklärte und kritische Gesellschaft auch noch in die gleich Kerbe schlagen und gleichsam mit diebischen Vergnügen Wortvergewaltigungen produzieren? Dies ist doch nur Wasser auf den Mühlen der Extremisten - die wir alle hier nicht haben wollen.

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    NACH BRANDANSCHLAG



    Polizei findet keine fremdenfeindlichen Hintergründe in der Moschee


    Unbekannte zünden ein Koran-Exemplar an, legen damit Brand in einer Moschee und die Spurensicherung sucht vergeblich nach Hinweisen für einen fremdenfeindlichen Hintergrund. Geistiger Slapstick, kommentiert Ekrem Şenol.

    Am Montag kam es aus bisher ungeklärter Ursache zu einem Brand in einem Gebetsraum einer Bielefelder Moscheegemeinde. Der Vorsitzende entdeckte das Feuer zufällig und alarmierte die Feuerwehr. Ersten Ermittlungen zufolge wurde in das Gebäude eingebrochen und eine an der Wand angebrachte Geldkassette aufgehebelt. Daraus wurde ein geringer Bargeldbetrag, vermutlich nur Münzgeld, entwendet. Den Brand legten die Täter, indem sie – brisantes Detail – ein Exemplar des Korans anzündeten. Die Flammen verbreiteten sich großflächig; es entstand Sachschaden


    „Die Auswertung der Brandspuren und die Suche nach weiteren relevanten Spuren hat durch die Brandermittler und die Spurensicherung des Kriminalkommissariates 11 begonnen. Der Staatsschutz ist in die Ermittlungen eingebunden. Es wurde eine sechsköpfige Ermittlungskommission gegründet“, teilt die Polizei mit.
    Und welch Überraschung: Wie die Polizei weiter mitteilt, liegen „keine Hinweise auf einen fremdenfeindlichen, politischen oder religiösen Hintergrund vor“. Offizielle Begründung: „Möglicherweise aufgrund der enttäuschend geringen Beute und/ oder zur Verdeckung des Einbruchsdiebstahls könnte dann der Brand in dem Gebetsraum gelegt worden sein.
    Wahrlich, eine intellektuelle Glanzleistung des Kriminalkommissariates und des Staatsschutzes. Es kann allenfalls erahnt werden, wie lange die Ermittlungskommission wohl gebraucht hat, um mit dieser Begründung den Beweis zu erbringen, dass aus den NSU „Pannen“ keinerlei Lehren gezogen wurden.
    Wie wir inzwischen wissen müssen, hinterlassen Rechtsextremisten ungern Spuren, die auf ihre politischen Hintergründe – Fremdenfeindlichkeit, Rassismus etc. – schließen lassen. Ganz im Gegenteil: Es darf sogar angenommen werden, dass sie äußerst sorgfältig vorgehen, um genau den gegenteiligen Anschein zu erwecken. Schließlich werden sie sowohl ein Interesse daran haben, strafverschärfende Umstände zu kaschieren als auch nicht ins Visier der Ermittler zu geraten.
    Könnte es also nicht genau andersherum gewesen sein? Die Täter wollten die Moschee in Brand setzen, vertuschen dies aber durch das Aufbrechen der Spendenkasse, um so einen falschen Anschein zu erwecken. So schließen sie strafverschärfende Umstände aus und nehmen auch noch Taschengeld mit. Dieser Gedanke liegt auch deshalb so nahe, weil die Spendenkassen von Moscheevereinen nicht gerade dafür bekannt sind, prall gefüllt zu sein.
    Außerdem: Wer vertuscht Diebstahl von geringwertigen Sachen – Geldstrafe – mit einer schweren Brandstiftung – Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr!? Ist das Gegenteil nicht naheliegender? Soweit die ersten Gedanken, die sich einem Laien aufdrängen. Dass eine sechsköpfige Ermittlungskommission aber einen großen Bogen um diese Logik macht, ist geistiger Slapstick.
    Ob der Gebetsraum tatsächlich aus fremdenfeindlichen Motiven heraus in Brand gesetzt wurde oder es sich tatsächlich um Diebstahl handelt, wird dieses Sextett mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit nicht herausfinden. Mit der hier abgelieferten Begründung tappen sie nicht nur zeitlich irgendwann vor dem Bekanntwerden des NSU, sondern liefern sich mit der SoKo Bosporus auch ein intellektuelles Wettrennen um die Pole-Position.
    Noch einmal zum…: Unbekannte zünden ein Koran-Exemplar an, legen damit Brand in einer Moschee und die Spurensicherung sucht vergeblich nach Hinweisen für einen fremdenfeindlichen Hintergrund – weil auch Diebstahl begangen wurde! Wie einfach, nicht wahr?


    Ekrem Senol, Migazin, 13.08.2014

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    BRAND AN MEVLANA MOSCHEE

    Muslime fühlen sich allein gelassen

    Die Mevlana Moschee in Berlin-Kreuzberg fühlt sich allein gelassen. Es gibt kaum Solidaritätsbekundungen mit der Gemeinde. Der Staatsschutz hat zudem seine Ermittlungen mittlerweile eingestellt. Es gebe keine Hinweise auf Brandstiftung oder eine politisch motivierte Tat, heißt es.

    Der Staatsschutz des Landeskriminalamtes Berlin (LKA 5) hat seine Ermittlungen im Fall der Mevlana Moschee in Berlin-Kreuzberg eingestellt. Ein Polizeisprecher erklärte gegenüber IslamiQ, dass LKA 5 habe keine Hinweise auf eine politisch-motivierte Tat gefunden. Es gebe auch keine Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung.


    Nicht ausgeschlossen sei immer noch eine fahrlässige Brandstiftung oder ein technischer Defekt, die zum Brand des Rohbaus der Moschee geführt haben könnten. Laut Angaben der Polizei werden die Ermittlungen durch spezialisierte Brandermittler weitergeführt. Sollten neue Erkenntnisse vorliegen, könnte der Staatsschutz in die Ermittlungen wieder einbezogen werden.
    IFB: Wir fühlen uns allein gelassen
    Die muslimische Gemeinde fühlt sich nach Angaben des Vorsitzenden der Islamischen Föderation Berlin (IFB), Fazlı Altın, allein gelassen. Zwar seien einige Politiker zum Ort des Geschehens gekommen, diese seien aber an einer Hand abzählbar. Was den Vorsitzenden immer noch besonders verletzt: Die Verantwortlichen wurden von der Polizei zunächst nicht an den Ort des Geschehens gelassen. Erst als der türkische Botschafter anrückte durften sie mit auf das Gelände. Das Misstrauen der Muslime ist angesichts von NSU-Morden aber auch zahlreicher anderer Fälle von Brandstiftung und Angriffen gegenüber muslimischen Einrichtungen in Berlin verständlicherweise sehr groß.
    Unter den wenigen Besuchern der Gemeinde war auch die muslimische Bundestagsabgeordnete Cemile Giousouf, die zugleich Integrationsbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist. Diese zeigte sich nach ihrem Besuch der Mevlana Moschee bestürzt. Die Gemeinde sei erschüttert, schrieb die Giousouf auf facebook und lieferte zugleich Einblicke in den völlig zerstört wirkenden Rohbau. „Ich hoffe, dass bald alle offenen Fragen geklärt werden können und es tatsächlich kein Brandanschlag war“, schrieb Giousouf weiter und teilte der Gemeinde ihre Anteilnahme mit.


    Freitagsgebet auf offener Straße
    Neben Giousouf hatten auch der Berliner Abgeordnete Turgut Altuğ sowie die Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (beide Bündnis 90 / Die Grünen) die Moschee und die Gemeinde besucht. Die Bezirksbürgermeisterin sicherte laut Verantwortlichen ihre Unterstützung für die Gemeinde zu.
    Für Freitag rufen viele Muslime auf sozialen Netzwerken und per Mundpropaganda zur Solidarität mit der Mevlana Moschee auf. Aufgrund eines erwarteten hohen Andrangs soll das Freitagsgebet um 13.30 Uhr ausnahmsweise auf offener Straße verrichtet werden. Im Anschluss an das Freitagsgebet soll es zudem eine Mahnwache vor der Mevlana Moschee geben.

    IslamIq, 14.08.2014
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    Berlin-KreuzbergPolizei geht bei Mevlana-Moschee doch von Brandstiftung aus

    Vier Tage nach dem Feuer in der Mevlana-Moschee in Kreuzberg geht die Kripo nun doch von einer Brandstiftung aus, denn es wurde Brandbeschleuniger im Schutt entdeckt. Innensenator Henkel informierte den türkischen Generalkonsul über die neuen Erkenntnisse. Um 13.30 Uhr soll es eine Mahnwache geben.

    Der Polizei liegt jetzt ein vorläufiges Ergebnis der Brandschutt-Untersuchung im Fall der Kreuzberger Mevlana-Moschee vor. Die kriminaltechnische Untersuchungsstelle der Polizei hat in den Brandresten Spuren einer brennbaren Flüssigkeit festgestellt. Die bisher laufenden intensiven gemeinsamen Ermittlungen des Brand- und Staatsschutzkommissariats werden daher in einer Soko beim polizeilichen Staatsschutz gebündelt. Diese soll nun herausfinden, ob die brennbare Flüssigkeit vorsätzlich zur Brandlegung benutzt wurde oder durch einen technischen Defekt oder fahrlässige Handhabung in Brand geriet, teilte die Polizei mit.

    "Ziel ist die schnelle und gesicherte Aufklärung der Brandursache", teilte das Präsidium weiter mit.
    Berlins Innensenator Frank Henkel erklärte am Freitag: "Wenn in unserer Stadt religiöse Gebäude brennen, ganz gleich, ob es sich um Kirchen, Synagogen oder Moscheen handelt, dann nehme ich das äußerst ernst. Die Berliner Polizei wird nach den neuen Ermittlungserkenntnissen weiter alles dafür tun, um die Tatursache zu ermitteln. Wenn nur der Verdacht besteht, dass es sich um eine vorsätzliche Brandstiftung handeln könnte, muss dies dringend aufgeklärt werden. Ich habe volles Vertrauen in die Ermittlungsarbeit der Berliner Polizei. Mit der Bündelung der bisherigen Ermittlungen in einer Ermittlungsgruppe beim polizeilichen Staatsschutz wird diese Arbeit noch einmal intensiviert. Die Sicherheitsbehörden werden weiterhin mit dem gebotenen Nachdruck und hoher Sensibilität handeln. Die Berliner Polizei hat in den letzten Tagen in einem engen Dialog mit den Betroffenen gestanden. Diese Kommunikation wird fortgesetzt. Ich habe heute den türkischen Generalkonsul telefonisch über die neuen Erkenntnisse informiert."


    Für 13.30 Uhr, nach dem Freitagsgebet, ist an der Moschee eine Mahnwache geplant. Bereits unmittelbar nach dem Brand war die Angst in der Türkischen Gemeinde groß, es könne sich um einen Brandanschlag gehandelt haben. Diese Furcht scheint sich nun zu bestätigen, auch wenn dies noch nicht eindeutig bestätigt ist. Denkbar wäre auch, dass die brennbare Flüssigkeiten zu den Baumaterialien gehörte, die im Hof lagerten, und nicht mit Vorsatz eingesetzt wurde. Die Moschee wird zur Zeit umgebaut, bei dem Brand entstand erheblicher Sachschaden. Am Dienstag hatte der türkische Botschafter Hüseyin Avni Karslioglu die Moschee besucht, um sich ein Bild vom Schaden zu machen.
    Die Mevlana-Moschee war Mitte der 2000er Jahre mehrfach wegen des Imams Yakup T. in die Schlagzeilen geraten. Dem Mann wurde Betrug vorgeworfen. Außerdem soll erHetzreden gegen Deutsche gehalten und Selbstmordattentate gerechtfertig haben. Der Mann wurde 2006 ausgewiesen.

    Tagesspiegel, 15.08.2014
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    BRANDANSCHLAG AUF MEVLANA MOSCHEEMahnende Worte vom IFB-Vorsitzenden

    Der Vorsitzende der Islamischen Föderation Berlin (IFB), Fazlı Altın, hat sich bei der Mahnwache für die Mevlana Moschee enttäuscht über die mangelnde Solidarität durch die Bevölkerung und die Politik gezeigt. IslamiQ dokumentiert die vollständige Ansprache.

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    Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf die Mevlana Moschee in Berlin Kreuzberg haben Tausende Menschen aus Solidarität unter freiem Himmel am Freitagsgebet der Gemeinde teilgenommen. Im Anschluss an das Freitagsgebet wurde eine Mahnwache vor der Moschee abgehalten. IslamiQ dokumentiert im Folgenden die gesamte Ansprache des Vorsitzenden der Islamischen Föderation Berlin (IFB), Fazlı Altın, während der heutigen Mahnwache.

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    „Der 11.08.2014 war ein schwarzer Tag für die Gemeinde der Mevlana Moschee in Berlin – Kreuzberg und ein schwarzer Tag für die Muslime in Deutschland. Um 22:51 Uhr ging der Anbau des Moscheegebäudes in Flammen auf. Es ereignete sich womöglich der bisher größte Moscheebrand in der deutschen Geschichte.

    Die Medien durften die Moschee früher betreten, als die Mitglieder des Moscheevorstandes, als die Vorstandsmitglieder der Islamischen Föderation und dem Grundstückseigentümer. Die Verantwortlichen wurden vom Grundstück verwiesen und waren auf Medienberichte angewiesen, um zu erfahren, was mit ihrer Moschee geschehen war.

    In den Medien stand aber nichts von einem Moscheebrand. Es hieß, dass in der Mevlana Moschee Baumaterial in Brand geraten sei. So hofften wir, dass sich der Brand nur auf den Moscheehof beschränkte.

    Wir hätten uns Unterstützung erhofft

    Wir wurden um 09:00 Uhr vom Grundstück verwiesen. Um 11:00 Uhr kam der türkische Generalkonsul, Herr Şen, in die Mevlana Moschee und wurde hineingelassen. Nach einer halben Stunde setze er sich dafür ein, dass meine Wenigkeit das Grundstück betreten durfte. Bis dahin hat die Polizei nicht mit uns kommuniziert und uns unwürdig behandelt. Gegen 12:00 Uhr kam der türkische Botschafter, Herr Karslıoğlu, und brachte sein Mitgefühl zum Ausdruck. Ich möchte die Gelegenheit dazu nutzen, diesen beiden Herren im Namen der Mevlana Moschee und im Namen der Islamischen Föderation in Berlin zu danken.

    Wir hätten uns diese Unterstützung von der Berliner Regierung erhofft. Weder der Bürgermeister noch irgendein Senator des Landes Berlin hat es für nötig gehalten, die Mevlana Moschee zu besuchen oder wenigstens per Telefon sein Mitgefühl mitzuteilen.

    Die Mevlana Moschee wurde mit ihrem Kummer allein gelassen und dies ist inakzeptabel.

    Solidarität mit der Moschee

    Die heutige Versammlung soll die Solidarität mit der Mevlana Moschee zum Ausdruck bringen. Deshalb danke ich herzlich für das zahlreiche Kommen.

    Die heutige Versammlung soll zeigen, dass die Mevlana Moschee zerstört ist und Muslime auf der Straße beten müssen, um ihren religiösen Pflichten nachzukommen.

    Die heutige Versammlung soll auf die mangelnde Sensibilität in der deutschen Gesellschaft aufmerksam machen. Muslime sind Teil dieser Gesellschaft. Ein Moscheebrand darf nicht einfach ignoriert werden, gleichgültig, ob es eine Brandstiftung war oder nicht.

    Wir vertrauen den Ermittlungsbehörden

    Die Bezirksbürgermeisterin Herrmann kam am zweiten Tag nach dem Brand in die Mevlana Moschee und sprach ihr Mitgefühl aus. Sie bot ihre Unterstützung an. Bereits eine Stunde nach ihrem Besuch kam die Polizei und bot uns einen Gesprächstermin an.

    Die Polizei hat uns gestern ausführlich über den Stand der Ermittlungen informiert. Hiernach ermitteln der Staatsschutz und die Polizei immer noch in alle Richtungen. Die Brandursache ist immer noch ungeklärt. Eine Vorsatztat konnte nicht ausgeschlossen werden, weil keine andere Brandursache als sicher gilt.

    Wir vertrauen den Ermittlungsbehörden und glauben fest daran, dass sie diesen Fall vollständig aufklären werden. Das gestrige Gespräch hat uns auch gezeigt, wie feinfühlig die Ermittlungen geführt werden.

    Für uns steht fest: Es war ein Brandanschlag

    Die Berichterstattung in den Medien war in den vergangenen Tagen irreführend. Es wurde berichtet, der Staatsschutz habe die Ermittlungen eingestellt oder der Brand sei aufgrund eines technischen Defekts entflammt.

    Es hat sich heute herausgestellt, dass diese Informationen schlicht falsch waren. Der Staatsschutz hat seine Arbeit ununterbrochen fortgeführt, Hand in Hand mit den Ermittlungsbehörden. In den Ascheproben wurde der Nachweis von Brandbeschleunigern gefunden. Es steht nunmehr fest, dass die Mevlana Moschee mutwillig in Brand gesetzt wurde.

    Für uns steht seit heute Morgen fest, dass ein Brandanschlag auf die Mevlana Moschee verübt wurde.

    Ich danke im Namen der Berliner Muslime allen Politikern, die ihre Anteilnahme vor dieser Erkenntnis zum Ausdruck gebracht haben, und hoffe, dass durch das heutige Bild der Mevlana Gemeinde deutlicher wird, in welcher misslichen Situation sich diese Gemeinde befindet.

    Ich möchte meinen Beitrag mit den Worten Mevlana Djalaladiin-i Rumi beenden. Er sagte:

    Wenn dir das Leben immer wieder seine dornige Seite zeigt, so sei nicht traurig. Wisse, dass das Leben dir dann auch die Rose zeigen wird.

    Wasselam aleikum.“
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    DML-FORDERUNGEN an Behörden und Politiker

    Wir von der DML meinen: was muss noch alles geschehen, bis endlich von
    staatlicher Seite konsequent gegen Islamfeindlichkeit gehandelt wird!

    Wir verlangen: den Schutz von muslimischen Gebetshäusern. Die Erfassung
    von anti-muslimischen Straftaten, wie in anderen EU-Ländern längst
    üblich. Scharfe Kontrolle und Verbote von Hass verbreitenden
    Internetseiten und rechtsradikalen Vereinen. Die Rücknahme von
    diskriminierenden Kopftuchverboten, die gesellschaftliche Vorurteile
    schüren und diese salonfähig machen. Den aktiven Einsatz von
    Politikern und Parteien sowie Medien gegen die grassierende
    Islamfeindlichkeit in Deutschland.

    Wann war der aktuelle deutsche Bundespräsident, der so gerne nach Recht
    und Freiheit auf der ganzen Welt ruft, schon aus Solidarität mit der
    muslimischen Gemeinschaft vor Ort bei einer der niedergebrannten
    Moscheen? Wann kommt er? Hat die Bundeskanzlerin sich schon geäußert?
    Wird sie es überhaupt? Was werden die Bundesregierung und die
    Landesinnenminister gegen den wachsenden anti-muslimischen Rassismus
    unternehmen?

    Wir fordern auch ein konsequentes Handeln und Umdenken von Polizei und
    Sicherheitskräften, die wieder in alte Ermittlungsmuster
    zurückzufallen drohen. Haben sie aus der jüngsten Vergangenheit nicht
    gelernt?

    Die rechtsradikalen deutschen NSU-Terroristen, von denen einige vor
    Gericht stehen, hatten als perfides Instrument bei ihrer Mordserie stets
    unterlassen ein Bekennerschreiben an die Öffentlichkeit zu schicken.

    Die gewünschte Absicht dahinter ging damals auf Seiten von Polizei und
    Geheimdiensten voll auf: die Opfer selbst und ihre Familien wurden
    verdächtigt und beschuldigt, in einer Mischung aus absurden
    Vorurteilen, diskriminierenden und ausländerfeindlichen Einstellungen,
    erschütternder professioneller Unfähigkeit und eklatantem
    Behördenversagen.

    Auf dem rechten Auge blind ermittelten die Sicherheitsdienste in alle
    Bereiche, nur nicht in den richtigen und offensichtlichen. Und es war
    ein purer Zufall, dass die Taten nach zehn Jahren aufgedeckt wurden,
    während es in den Verfassungsschutzberichten lapidar, so oder so
    ähnlich lautete: „In der rechtsextremistischen Szene gibt es keine
    handlungsfähigen terroristischen Strukturen und kein Konzept für einen
    zielgerichteten bewaffneten Kampf“…

    Wenn muslimische Einrichtungen brennen, dann verziehen sich die Politik
    und große Teile der Zivilgesellschaft in den Wald zum Schweigen. Das
    darf doch nicht wahr sein!
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    ISLAMRAT ×*Osterather Str. 7 ×*50739 Köln

    *

    *

    *

    Pressemitteilung
    Köln, 15.08.2014

    *

    Brandanschlag auf Berliner Mevlana Moschee lückenlos aufklären

    *

    Wie die Polizei heute, Freitag 15.8.14, mitgeteilt hat, wurden an der Brandstelle der Berliner Mevlana Moschee Brandbeschleuniger gefunden. Die Polizei schließt eine vorsätzlichen Brandstiftung *nicht mehr aus. Der Vorsitzende des Islamrats für die Bundesrepublik Deutschland (IRD), Ali Kızılkaya, erklärt hierzu:

    *

    „Leider hat sich bewahrheitet, was viele der Gemeindemitglieder bereits vermutet haben. Nach Angaben der Berliner Polizei wird eine Vorsatztat nicht mehr ausgeschlossen. Die vollständige Aufklärung des Brandes ist nun Aufgabe der Sicherheitsbehörden. Sie sind aufgefordert, diese Tat lückenlos aufzuklären und die Täter – unabhängig ihrer Hintergründe und Motivation – zu stellen.

    *

    Angriffe auf Gotteshäuser sind Angriffe auf die gesamte Gemeinschaft – egal ob es sich um Kirchen, Synagogen, Moscheen oder andere Glaubensrichtungen handelt. Solche Angriffe zielen auf das Gemeinwohl ab und müssen mit aller Entschiedenheit geächtet werden. Gleichzeitig sind wir aber auch aufgefordert, Ruhe zu bewahren und sich - unabhängig vom Hintergrund dieser Tat – nicht provozieren zu lassen.“
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    Nach Brandanschlägen: ZMD besucht Wuppertaler Synagoge, Bielefelder Moschee und Berliner Moschee
    In dieser Woche wird der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman A. Mazyek die von den Brandanschlägen betroffene Synagoge in Wuppertal, die Moschee in der Detmolderstrasse in Bielefeld und die Mevlana-Moschee in der Skalitzerstrasse in Berlin besuchen.
    Damals sagte der Vorsitzende zum Brandanschlag auf die Synagoge: „Wer Gotteshäuser angreift, ob Synagogen, Kirchen oder Moscheen, führt Krieg gegen unseren Rechtsstaat, gegen Deutschland und gegen alle Religionen“. Der ZMD erwartet angesichts der immer noch frei herumlaufenden Täter im Falle der Brandanschläge auf die beiden Moscheen, dass der Staatsschutz seine Anstrengungen nochmals erhöht, damit die Verbrecher schnell gefasst werden.
    - Besuch Synagoge Wuppertal am 19.08.2014 um 11.00 Uhr: Leonid Goldberg, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal, Herr Wilfried Johne, Geschäftsführer des Landesverbandes Nordrhein und Frau Bela Voloh u.a. wird den ZMD-Vorsitzenden zusammen mit der Generalsekretärin Nurhan Soykan, Herr Samir Bouaissa (NRW-Beauftragter und in Wuppertal wohnhaft) um 11.00 Uhr empfangen.

    - Besuch Moschee an der Detmolderstrasse um 19.08.2014 um 14.00 (oder am 20.08.2014 um 16.00 Uhr ) Neben dem Gemeindevorsteher der Moschee wird auch der Vorsitzende der Dachverein der Moscheegemeinden in Bielefeld (BIG) Cemil Sahinoez vor Ort sein.

    - Zusammen mit Bundesminister Sigmar Gabriel besucht Aiman Mazyek Mevlana-Moschee in der Skalitzerstrasse in Berlin am 23.08.2014 um 16.30 Uhr

    Köln, 18.08.2014
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    BIELEFELD

    Weiterer Brandanschlag auf Moschee

    Nachdem in der vergangenen Woche unbekannte Täter die Spendenbox einer Moscheegemeinde ausgeräumt und mehrere Korane in Brand gesteckt haben, ist es heute früh in Bielefeld erneut zu einem Brandanschlag auf eine Moschee gekommen.

    Weiterer Brandanschlag auf eine Moschee in Bielefeld. Nach Angaben der Polizei Bielefeld haben der oder die Täter vor dem Anschlag am Außenbereich der Moschee angebrachte Videokameras beschädigt bzw. den Aufnahmewinkel der Kameras verändert. Vermutlich zwischen 5.40 Uhr und 7.20 Uhr in der früh haben sich dann der oder die Täter gewaltsam durch ein Fenster im Tiefparterre Zutritt zum Gebetsraum der Muslime verschafft. In dem Gebetsraum wurden mehrere Bücher, darunter auch Exemplare des Koran, aufeinandergestapelt und angezündet.


    Die anlässlich der Brandstiftung vom 11.08.2014 eingerichtete Kommission aus Brandermittlern und Ermittler des Staatsschutzes haben die Ermittlungen auch im aktuellen Fall übernommen. Die Ermittler schließen im aktuellen Fall eine politisch-motivierte Tat nicht aus. Sie prüfen sogar einen Zusammenhang mit dem früheren Brand in einer Moschee vergangene Woche. Dort hatten die gleichen Ermittler jedoch einen politisch-motivierten Hintergrund der Tat ausgeschlossen. Auch dort hatten unbekannte Täter Korane aufeinandergestapelt und in Brand gesteckt.
    Kritik an Ermittlern durch BIG
    Das Bündnis Islamischer Gemeinden in Bielefeld (BIG) hatte erst am gestrigen Montag eine Stellungnahme veröffentlicht, in der sie die Ermittler kritisierten. Die Ermittler hätten spekuliert, dass der Brand vor einer Woche nur eine Ablenkung eines einfachen Einbrechers gewesen sei. Gleichzeitig kritisierte das BIG, dass die Ermittler davon ausgingen, dass es sich um keine fremdenfeindliche Tat gehandelt habe. „Mit anderen Worten, dass Verbrennen der Korane und Verteilung dieser im Gebetsraum, um die ganze Moschee in Brand zu setzen, sei keine fremdenfeindliche Tat. Im Angesicht der NSU Skandale ist diese Vorgehensweise für uns unverständlich“, heißt es in der Erklärung.
    Was die Moscheegemeinde vor Ort ebenfalls zu tiefst enttäuscht habe, sei die Tatsache, dass bisher nicht einmal eine Hand voll Solidaritätsbekunden mit der Gemeinde vorliegen würden. „Die Muslime vor Ort sind daher besorgt, dass dieses Schweigen die Täter für weitere Taten motiviert. Jeder Rassismus, jede Fremdenfeindlichkeit kommt nur zu Stande, wenn die Mehrheit schweigt. Genau das macht der Gemeinde Angst. Sie fühlen sich allein gelassen“, heißt es in der Erklärung des BIG.
    Muslime entsetzt und schockiert
    Nach dem heutigen Anschlag zeigte sich der Vorsitzende des BIG, Cemil Şahinöz, schockiert, aber auch in den Ängsten der Bielefelder Muslime bestätigt. Aus seiner Empörung über frühere Beschwichtigungsversuche machte der Muslim kein Geheimnis.
    Der Islamratsvorsitzende und aktuelle Sprecher des Koordinationsrates der Muslime (KRM), Ali Kızılkaya, erklärte gegenüber IslamiQ, dass er sich bereits auf dem Weg nach Bielefeld befinde, um die Gemeinde aufzusuchen und seine Anteilnahme und Solidarität zu zeigen. Kızılkaya sagte: „Zwei Anschläge binnen einer Woche in Bielefeld. Ich bin schockiert und entsetzt. Jetzt müssen wir schauen, wie wir die Muslime vor Ort unterstützen können.“
    Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek, hatte bereits ein Treffen mit dem Vorsitzenden des BIG für heute angekündigt. Nach dem Bekanntwerden eines erneuten Anschlags fragte Mazyek auf Twitter: „Deutschland, wo bleibt deine Empörung?“


    IslamIq, 19.08.2014
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    Erneuter Brandanschlag auf Moschee in Bielefeld (Radio Bielefeld, Radio Gütersloh, 19 08 2014)


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    BRANDANSCHLÄGE AUF MOSCHEEN

    Fassungslosigkeit und scharfe Kritik

    Nach dem erneuten Brandanschlag auf eine zweite Bielefelder Moschee binnen acht Tagen haben sich muslimische Vertreter kritisch über die Vorgänge und das Verhalten der Politik geäußert. Die Polizei Bielefeld ermittelt weiter, bittet Muslime aber auch um Hilfe.

    Nachdem in Bielefeld gestern (19.08.2014) erneut eine Moschee gezielt in Brand gesteckt wurde, war die Anteilnahme für die Bielefelder Gemeinschaft groß. Neben dem Islamratsvorsitzenden und aktuellen Sprecher des Koordinationsrates der Muslime (KRM), Ali Kızılkaya, und dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime (ZMD), Aiman Mazyek, kamen der Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Thorsten Klute (SPD), sowie der türkische Generalkonsul in Münster, Nafi Cemal Tosyalı, nach Bielefeld, um sich ein Bild von der Situation vor Ort zu machen und direkt das Gespräch mit den Betroffenen zu suchen.


    Im Laufe des Tages veröffentlichte das Integrationsministerium in NRW eine Erklärung zu den Brandanschlägen. Darin sagte der Staatsminister, dass es „besorgniserregend“ sei, dass in den vergangenen Tagen zwei Moscheen in der Stadt Bielefeld Ziele von Brandstiftungen geworden sind. „Brandstiftungen sind in jedem Falle zutiefst zu verurteilen. In den beiden jüngsten Fällen haben die Täter ganz bewusst ein Gotteshaus und das heilige Buch des Islam, den Koran, angegriffen. Eine solch perfide Tat trifft nicht nur die gläubigen Muslime, sie trifft uns alle, die wir in unserer Verfassung die Religionsfreiheit verankert wissen und in Respekt vor Religionen und Gläubigen aller Religionen leben und weiter leben wollen.“ Der Staatssekretär ergänzte, das Land Nordrhein-Westfalen werde es nicht zulassen, dass Menschen alleine wegen ihres Glaubens zur Zielscheibe von Gewalttätern werden.
    Yeneroğlu: Politik und Sicherheitsbehörden müssen handeln
    Der Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), Mustafa Yeneroğlu verurteilte den dritten Brandanschlag auf eine Moschee in Deutschland binnen einer Woche. Er forderte, dass „Politik und Sicherheitsbehörden endlich handeln und die gegenwärtige Bedrohungslage ernst nehmen.“ Yeneroğlu sieht in dem Vorgehen zur Tat ein Muster. Aus seiner Sicht erhärte sich der Verdacht, die Tat könne „einen Islamfeindlichen Hintergrund haben“.
    „In diesem Zusammenhang sind das lasche Vorgehen der Polizei und der ausgebliebene öffentliche Aufschrei mittlerweile besorgniserregend. Funktionäre der bisher betroffenen Moscheegemeinden vermissen nicht nur nötige Aufmerksamkeit vonseiten der Sicherheitsbehörden, sie fühlen sich auch allein gelassen. Anteilsbekundungen kommen – wenn überhaupt – nur zögerlich und in ganz wenigen Ausnahmefällen“, erklärte Yeneroğlu. Der IGMG-Generalsekretär sieht darin aber auch den Hinweis darauf, dass das „Problem nicht in seiner gesamten Dimension erkannt wurde.“ Angriffe auf Gotteshäuser müssten mit aller Entschiedenheit unterbunden werden. „In diesem Zusammenhang wäre nicht verkehrt, wenn auch Politiker die notwendigen Worte finden“, sagte Yeneroğlu.
    Beck: Anschläge auf Religionsfreiheit
    Der Grünenpolitiker Volker Beck, Sprecher für Religions- und Innenpolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen erklärte zu den Brandanschlägen auf Moscheen in Bielefeld und Berlin: „Brandanschläge auf Gotteshäuser sind Anschläge auf die Religionsfreiheit und damit auf die Grundlagen unseres Rechtsstaates und unserer Demokratie. Wenn Gotteshäuser brennen, fühlten sich ganze Gemeinden von Gläubigen angegriffen und verunsichert.“
    Noch sei es zu früh, um die Anschläge von Berlin und Bielefeld einzuordnen. Man wisse nicht, wie es zu den Bränden gekommen sei, wenn auch viel auf vorsätzliche Brandstiftung deute. „Wer eine Moschee, eine Synagoge oder eine Kirche anzündet, beschmiert oder anderweitig angreift, will einer ganzen Glaubensgemeinschaft den Krieg erklären.“ Doch Beck macht deutlich: „Aber die Muslime in Deutschland sollen wissen: Wir verurteilen jeden Angriff auf ihre Religionsfreiheit.“
    Polizei ermittelt weiter: Warnungen und Empfehlungen für Muslime
    Die Polizei Bielefeld arbeitet unterdessen weiter an der Aufklärung der beiden Brandstiftungen. Die Ermittlungskommission führt am heutigen Mittwoch Umfeldermittlungen und Vernehmungen durch und wertet Spuren und Videoaufzeichnungen aus. Die Tatortaufnahme war gestern abgeschlossen worden. Hinweise auf den Zeugenaufruf der Polizei seien nicht eingegangen.
    In einer Erklärung heißt es zudem: „Die Polizei nimmt die Brandstiftungen sehr ernst und zeigt an allen Bielefelder Moscheen und Gebetsstätten verstärkt Präsenz. Außerdem verteilen Bezirksdienstbeamte in Moscheen und Gebetsstätten Flyer mit Sicherheitsempfehlungen. Die Polizei ist auf die Mithilfe der türkischen Gemeinden, Vereine und Zentren angewiesen und gibt Empfehlungen, mit denen diese selbst für den Schutz in ihren Moscheen und Gebetsstätten sorgen können.
    Unter anderem soll verstärkt auf auffällige Personen in den Moscheen geachtet werden und man soll diese aufgrund ihres Aufenthalts ansprechen. Die Polizei empfiehlt ferner in jedem Raum einer Moschee einen Rauchwarnmelder zu installieren und Alarm- und Sicherungseinrichtungen auf ordnungsgemäße Funktion zu überprüfen. Türen und Fenster sollen gegen Einbruch gesichert werden, aber auch Fluchtwege beachtet werden. Die Bielefelder Polizei appelliert zudem an alle Muslime, gemeinsam für die freiheitlich demokratische Gesellschaft einzutreten und aktiv einen besonnenen Umgang mit der Situation zu unterstützen.

    IslamIQ, 20.08.2014
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    Zweiter Brandanschlag in Bielefeld in nur 7 Tagen

    Am Dienstagmorgen gab es nun schon den zweiten Brandanschlag auf eine Moschee in Bielefeld. Dabei wurde in die Moschee „Bildungs- und Kulturverein e.V“ an der Herforderstr. eingebrochen und wie schon in der Woche vorher Korane mitten im Gebetsraum verbrannt.
    Der Dachverein der Muslime in Bielefeld, BIG, organisierte daraufhin am Dienstag ein Pressekonferenz. Zunächst wurde der Verein „Literaturfreunde e.V.“ an der Detmolderstr. besucht und die Brandstelle an der Moschee besichtigt. Daraufhin wurde die Moschee an der Herforderstr. besucht.
    An den Besuchen nahmen der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Islamrates und des Koordinationsrates der Muslime in Deutschland, Ali Kızılkaya, der türkische Generalkonsul aus Münster, Nafi Cemal Tosyalı, der Staatssekretär für Integration des Landes NRW, Thorsten Klute und der Vorstand des Bündnis Islamischer Gemeinden teil.
    Cemil Şahinöz, Vorsitzender des Bündnis Islamischer Gemeinden gibt zum Ausdruck: „In beiden Moscheen wurden Korane verbrannt. Die Täter wollten also wahrscheinlich nicht die ganze Moschee brennen lassen, sondern ein Zeichen geben. Dies ist für uns eine klare Provokation. Jemand versucht, die Muslime zu provozieren. Aber wir werden uns nicht provozieren lassen. Wir werden ruhig, sachlich und verantwortungsvoll handeln. Die schnelle Spekulation der Polizei beim ersten Brand, dass es ein “frustrierter“ Einbrecher war, der keinerlei islamfeindliche und politische Motive verfolgte, kränkte uns. Die Ermittler stuften demnach diese Wahrscheinlichkeit höher ein als das anscheinend eigentliche Ziel, einen Brand an der Moschee zu legen und beim Rausgehen noch Geld mitgenommen wurden. Jetzt müsste jedem klar sein, dass es keine gewöhnlichen Einbrecher sind. Denn in dem Gebetsraum der zweiten Moschee, wo der Brand stattfand, war ebenfalls eine Kasse, die nicht berührt wurde. Es scheint also klar, dass islamfeindliche Motive dahinter stecken. Ziel ist es Angst zu schüren. Inzwischen gehen die Ermittler diesem Verdacht stärker nach und so hoffen wir, dass alle Fragezeichen behoben werden. Was die Gemeinden auch verärgerte ist, dass sich nach dem ersten Brand kein einziger Politiker zu Worte meldete. Niemand zeigte mit der Moscheegemeinde Solidarität. Egal welche Motive dahinterstecken – auch wenn es nur ein “einfacher“ Einbruch wäre – man hat Solidarität erwartet. Die Muslime in Bielefeld haben sich stets von allen möglichen Radikalen, für die das Adjektiv muslimisch (miss)gebraucht wurde, distanziert. Und das überall auf der Welt. Daher ist es umso tragischer, dass vor der eigenen Haustür, nur Wenige Seite an Seite mit den Muslimen standen. Die große Mehrheit der Gesellschaft verurteilt diese Taten. Wir als Muslime hoffen, dass diese Mehrheit nun zu Worte kommt. Es darf nicht geschwiegen werden. Schweigen führt nur zu weiteren Taten. Es muss nun Solidarität gezeigt werden. Es darf nicht sein, dass Gotteshäuser, egal ob muslimisch, christlich, jüdisch, buddhistisch, yezidisch usw., brennen. Es muss alles dafür getan werden, damit Radikale keinen Nährboden in dieser Gesellschaft finden. Als in einer bekannten Zeitung der Islam und die Muslime allgemein unter Generalverdacht gestellt wurden, habe ich noch am selben Tag geschrieben, dass solche Kommentare die Tür für brennende Moscheen öffnen. Nachher will es dann aber niemand gewesen sein. Auch jetzt, nur 12 Stunden vor dem zweiten Brand in Bielefeld, habe ich in einer Presseerklärung gesagt, dass dieses Schweigen nach dem ersten Brand, verheerende Folgen haben kann und zu weiteren Bränden führen kann. Ich möchte dies daher noch einmal unterstreichen: Die Mehrheit der Gesellschaft in Deutschland ist nicht islamfeindlich, sie verurteilt diese Taten. Sie darf aber auch nicht weiter Schweigen. Es muss jetzt die Stimme erhoben werden.“

    Selim Baş, Vorstandsmitglied der BIG und Sprecher der Moschee an der Herforderstr., sagt: „Wir sind entsetzt über diese feige Tat. Gott sei Dank, sind keine Menschen dem Brandanschlag zum Opfer gefallen. Wir sind froh, dass unser Hausmeister Schlimmeres verhindert konnte! Wir fordern die Sicherheitsbehörden auf, zügig die Täter zu ermitteln. Es ist nun deutlich, dass es sich nicht um Kleinkriminelle handeln, die einen Einbruch vertuschen wollen, sondern um Wiederholungstäter, die bewusst muslimischen Gemeinden in Bielefeld angreifen. Bis die Täter gefasst werden, sollten alle muslimischen Gemeinden in Bielefeld Polizeischutz erhalten. Wir bitten alle Bielefelder Bürgerinnen und Bürger, ein waches Auge auf die muslimischen Gemeindezentren in der Stadt zu haben und Auffälliges direkt der Polizei zu melden. Es geht darum Schlimmeres zu verhindern.“


    Das letzte Bild ist freundlicherweise von Herrn Wolfgang Rudolf (Neue Westfälische), alle anderen von Herrn Süleyman Karapinar (Fotograph) zur Verfügung gestellt worden.
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    INTERVIEW MIT CEMIL ŞAHINÖZ

    „Es werden Korane verbrannt. Dies ist kein Motiv eines Einbrechers.“

    Cemil Şahinöz ist Vorsitzender des Bündnis Islamischer Gemeinden in Bielefeld (BIG). Wir sprachen mit ihm über die jüngsten aufeinanderfolgenden Brandanschläge auf zwei Moscheen in der Stadt. Außerdem wollten wir von ihm wissen, wie die muslimische Gemeinschaft mit der Situation umgeht.





    20
    08
    2014
    0



    Cemil Şahinöz (Zweiter von links) zeigt am Ort des Geschehens das Ausmaß des Schadens an Besucher © Süleyman Karapinar (BIG), bearbeitet IslamiQ
    In Bielefeld wurden binnen sieben Tagen zwei Moscheen Opfer von Brandanschlägen. Die muslimische Gemeinschaft ist angesichts der Taten schockiert und verunsichert. Wir sprachen mit Cemil Şahinöz, dem Vorsitzenden des Bündnis Islamischer Gemeinden in Bielefeld (BIG) über die Anschläge, die Ermittlungen und wie die muslimische Gemeinschaft auf die Gefahr reagiert.
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    IslamiQ: Herr Şahinöz, können Sie kurz für unsere Leser schildern, was über den konkreten Tathergang der beiden Moscheebrände bekannt ist?
    Cemil Şahinöz: Beide Taten sind offensichtlich von den gleichen Tätern begangen worden. Es wurde in die Moscheen eingebrochen und Korane wurden mitten im Gebetsraum verbrannt. Die Täter wollten also wahrscheinlich nicht die ganze Moschee brennen lassen, sondern eine Message geben. Dies ist für uns ganz klar eine Provokation. Jemand versucht, die Muslime zu provozieren. Aber wir werden uns nicht provozieren lassen.

    IslamiQ: Wie haben Sie als Vertreter der islamischen Gemeinden in Bielefeld die Zusammenarbeit mit den ermittelnden Polizisten empfunden?
    Cemil Şahinöz: Die Zusammenarbeit mit den Ermittlern läuft bisher positiv. Einzig die schnelle Spekulation der Polizei beim ersten Brand, dass es ein „frustrierter“ Einbrecher war, der keinerlei islamfeindliche und politische Motive verfolgte, kränkte uns.
    Es ist doch eher wahrscheinlicher, dass der Brandstifter beim Rausgehen noch die Kasse mitnimmt, als andersrum, wie die Polizei spekulierte, dass ein Einbrecher plötzlich aus Frust auf die Idee kommt, die Moschee in Brand zu setzen. Zumal jetzt ja ganz klar ist, dass es keine gewöhnlichen Einbrecher sind. Denn in dem Gebetsraum der zweiten Moschee, wo der Brand stattfand, war ebenfalls eine Kasse, die nicht berührt wurde. Es sind ganz klar andere Motive dahinter. Ziel ist es, Angst zu schüren.

    IslamiQ: Besteht der Verdacht auf einen islamfeindlichen Hintergrund der Tat?
    Cemil Şahinöz: Der Verdacht besteht ganz klar. Es werden Korane verbrannt. Dies ist kein Motiv eines Einbrechers. Inzwischen gehen die Ermittler diesem Verdacht stärker nach und so hoffen wir, dass alle Fragezeichen behoben werden.
    IslamiQ: Welche Gefühle haben diese Brände bei den Muslimen vor Ort ausgelöst? Was erwarten die Muslime von Politik und Gesellschaft?
    Cemil Şahinöz: Die Muslime sind schockiert und besorgt. 2 Brandanschläge innerhalb von 7 Tagen in der gleichen Stadt muss man ernst nehmen. Doch die Muslime lassen sich nicht emotionalisieren oder provozieren. Wir werden ruhig, sachlich und verantwortungsvoll handeln. Das ist uns wichtig. Die große Mehrheit der Gesellschaft verurteilt diese Taten. Wir als Muslime hoffen, dass diese Mehrheit nun zu Worte kommt. Es darf nicht geschwiegen werden. Schweigen führt nur zu weiteren Taten. Es muss nun Seite an Seite mit den Muslimen gestanden und Solidarität gezeigt werden.

    IslamiQ: Welche Hilfestellungen wurden von staatlicher und kommunaler Seite den betroffenen Moscheegemeinden angeboten?
    Cemil Şahinöz: Der Staatssekretär für Integration des Landes NRW, Herr Thorsten Klute, hat sich von Anfang an detailliert über die Brandattentate informiert. Beim zweiten Brand war er am selben Tag vor Ort in Bielefeld. Er hat der Gemeinde und der muslimischen Community versichert, jegliche Hilfestellungen anzubieten. Das ist ein Zeichen, das ist wichtig.

    IslamiQ: Wie schätzen Sie die künftige Debatte über Islamfeindlichkeit in Bielefeld ein? Wurde die Mehrheitsgesellschaft durch die Geschehnisse aufgerüttelt?
    Cemil Şahinöz: Wir möchten, dass dieser Diskurs geführt wird. Dass man Anteilnahme zeigt. Es darf nicht sein, dass Gotteshäuser brennen. Es muss alles dafür getan werden, dass Radikale keinen Nährboden in der Gesellschaft finden. Als in einer bekannten Zeitung der Islam und die Muslime allgemein unter Generalverdacht gestellt wurden, habe ich noch am selben Tag geschrieben, dass solche Kommentare die Tür für brennende Moscheen öffnen.
    Nachher will es dann aber niemand gewesen sein. Auch jetzt, nur 12 Stunden vor dem zweiten Brand in Bielefeld, habe ich in einer Presseerklärung gesagt, dass dieses Schweigen nach dem ersten Brand, verheerende Folgen haben kann und zu weiteren Bränden führen kann. Ich möchte dies daher noch einmal unterstreichen: Die Mehrheit der Gesellschaft in Deutschland ist nicht islamfeindlich, sie verurteilt diese Taten. Sie darf aber auch nicht weiter Schweigen. Es muss jetzt die Stimme erhoben werden.

    Hintergrund
    Das Bündnis Islamischer Gemeinden in Bielefeld (BIG) ist der Dachverband der Moscheevereine und muslimischen Einrichtungen in Bielefeld und vertritt nach eigenen Angaben die ca. 50.000 Muslime der Stadt.


    IslamIQ, 20.08.2014





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  27. #27
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    ISLAMFEINDLICHKEITUnd im Stillen brennen die Moscheen


    Bielefeld, Berlin: Die Anschläge auf Moscheen in Deutschland sind kein großes Thema. Trotz der NSU-Morde werden Muslime, wenn es ernst wird, noch immer allein gelassen. VON LENZ JACOBSEN


    Drei Vorfälle aus acht Tagen, gefischt aus Regionalzeitungen und Randspalten: In Bielefeld brannten am Montag vergangener Woche in einer Moschee zwei Korane und ein Gebetsteppich. In der folgenden Nacht schlugen Flammen aus einem neuen Moschee-Anbau in Berlin Kreuzberg. 60 Feuerwehrleute brauchten eine Stunde, um die Flammen zu löschen. Es gibt keine Hinweise auf einen technischen Defekt. Am Dienstag dieser Woche nun, wieder in Bielefeld, stiegen die Täter am frühen Morgen durchs Fenster ein. Sie stapelten Bücher aufeinander, darunter mehrere Korane, und zündeten sie an.
    In keinem dieser Fälle ist bewiesen, dass es sich um eine sogenannte politische Straftat handelt. Dass die Brandanschläge also gegen die Religion als Ganzes gerichtet waren. Aber, seien wir ehrlich – ginge es nicht um Moscheen, sondern um Kirchen oder gar Synagogen, wäre der Aufschrei groß. Und zwar zu Recht: Gewalt aus Hass gegen Religionen ist deshalb besonders geächtet, weil sie nicht nur das unmittelbare Opfer verletzt, sondern alle, die dazu gehören. Wer einen Koran anzündet, trifft jeden, dem der Koran wichtig ist. "Gruppenbezogener Menschenhass" nennt die Soziologie das, es geht dabei nicht nur um Religionen, sondern auch um Gewalt gegen Obdachlose, Arme, Reiche, Linke, Ausländer, Deutsche.


    Doch bei keiner Gruppe nimmt die Öffentlichkeit in ihrer Mehrheit Angriffe so schulterzuckend hin, wie bei Muslimen. Das ist Ausdruck einer gefährlichen Kälte im Umgang und einer Distanz vieler Deutscher zu den Muslimen in diesem Land.
    Der Schock der NSU-Morde

    Als 2011 die NSU-Mordserie aufgedeckt wurde, löste das unter Muslimen in Deutschland einen Schock aus, der kaum zu überschätzen ist. Damals ist etwas zu Bruch gegangen, was noch lange nicht wieder geheilt ist. Für viele Muslime waren die Morde und das fragwürdige Versagen der deutschen Behörden der grausame Beweis für eine Gleichgültigkeit, die ihnen hierzulande entgegengebracht wird. Eine Ignoranz, die selten in Freundschaft, aber häufig in Argwohn und Verdächtigungen kippt. Das Verhältnis der meisten Deutschen zu Muslimen ist unterkühlt.


    Es ist kalt geblieben trotz NSU. Das Magazin Cicero fragt auf seinem aktuellen Titel: "Ist der Islam böse?" Das angehängte Fragezeichen biegt den Satz gerade noch aus eben jener gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit in eine vermeintliche journalistische Neugier. Im Heftinneren muss dann die liberale Muslimin Lamya Kaddor Anwürfe abwehren, Islamismus und Islam seien ja doch irgendwie dasselbe. Eine Grenzverwischung, die mal eben jeden gläubigen Muslim zur potenziellen Bedrohung erklärt.
    Und von wem man sich bedroht fühlt, für dessen brennende Gotteshäuser bringt man offenbar nur schwer Mitgefühl auf. Daran ändern auch bedrückende Zahlen wenig: Laut der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Ulla Jelpke ist die Zahl der Übergriffe auf Moscheen zuletzt deutlich gestiegen. Von im Schnitt 22 jährlich zwischen 2001 und 2011 auf 35, beziehungsweise 36 in den Jahren 2012 und 2013. Diese Meldung wurde zwar auch von den großen Zeitungen gebracht, löste aber wenig aus.

    Wo ist das große "wir"?

    Nach der Aufdeckung des NSU-Terrors erklärten Leitartikler und Politiker, nun müssten Christen und Muslime erst recht zusammenstehen, sie beschworen das große "wir" und verpflichteten damit auch die Muslime, sich trotz allem weiter mit diesem Land und genau den Institutionen zu identifizieren, die die Morde an Muslimen nicht verhindert hatten. Das war viel verlangt und ging mit dem manchmal ausgesprochenen, manchmal durch Gesten ausgedrückten Versprechen einher, Muslime in Deutschland endlich wirklich aufzunehmen, sie ganz zu umarmen. "Birlikte" hatten die Veranstalter ein großes deutsch-türkisches Fest vor Kurzem in der Kölner Keupstraße genannt, wo die NSU-Mörder 2004 eine Nagelbombe gezündet hatten, "Zusammenstehen".
    Wenn es ernst wird, stehen Muslime in Deutschland aber tatsächlich noch immer ziemlich allein da. Das gilt nicht unbedingt für die Anwohner und Lokalpolitiker, die sich wie in Berlin dazu setzten, als sich die Gemeinde vor ihrer ausgebrannten Moschee traf. Das war ein gutes Zeichen. Ein schlechtes Zeichen ist, dass diese Übergriffe weiter als Einzelfälle wahrgenommen werden und nicht als Ausdruck eines strukturellen Hasses auf Muslime. Auch im Jahr 2014 brennen die Moscheen im Stillen.


    Zeit, 21.08.2014

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