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Rucksack-Projekt: Sprache ins Gepäck

 

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Eltern von Kindergartenkindern in Rheda-Wiedenbrück werden im Rahmen des Rucksack-Projekts in ihrer Zweisprachigkeit gefördert. In der Awo-Kindertageseinrichtung „Am Faulbusch“ lernen Mütter mit russischer Muttersprache. Das Bild zeigt dort (sitzend, v.l.) Tatjana Frizler, Ina Moiseev, Nadiia Kosarchuk, Natalia Kultaew, Galina Kondratov, Tatjana Wunder und Olga Kembel sowie (stehend v.l.) Marlies Stüker (Familie-Osthues-Henrich-Stiftung), Ebru Cevik (Awo-Kindertageseinrichtung „Am Emssee“), Integrationsbeauftragter Ernst Jürgen Michaelis, Ute Gronow (Einrichtung „Am Faulbusch“) und Cemil Sahinöz (DRK-Integrationsagentur).

 

 

 

Rheda-Wiedenbrück (kaw) - Das Rucksack-Projekt wird jetzt in den Awo-Kindertageseinrichtung „Am Faulbusch“ in Rheda und „Am Emssee“ in Wiedenbrück für ein weiteres Kindergartenjahr angeboten. Ziel ist es, schon im Kindergartenalter Jungen und Mädchen sowie deren Eltern sprachliches Wissen zu vermitteln.

 

Gefördert wird die Zweisprachigkeit, denn es wird davon ausgegangen, dass das Beherrschen der Muttersprache wichtig ist für den weiteren Spracherwerb.

 

In der mittlerweile vierten Projekt-Auflage in der Einrichtung „Am Faulbusch“ treffen sich sieben Mütter, deren erste Sprache Russisch ist. Im Wiedenbrücker Awo-Kindergarten kommen in der dritten Rucksackaktion türkische Eltern zur Sprachförderung zusammen. Einmal wöchentlich treffen sich die Erwachsenen für eineinhalb bis zweieinhalb Stunden, und widmen sich mit einer zweisprachigen Elternbegleiterin verschiedenen Alltagsbereichen. Sie reichen vom Thema Essen bis zur Gesundheit.

 

Kommunikationsdefizite abbauen

 

Die Möglichkeiten, sprachliche Defizite zu beheben, sind vielfältig. Ute Gronow, Leiterin des Kindergartens „Am Faulbusch“, kann sich noch gut an das erste Projektjahr in ihrer Einrichtung erinnern. Als sich die seinerzeit türkischen Teilnehmer mit Begriffen rund um das Thema „Körper“ auseinandersetzten, bemerkte eine Teilnehmerin, dass ihr mittlerweile ein Begriff in ihrer Muttersprache entfallen war. Ihren Wortschatz musste sie wieder auffrischen.

 

Die Rucksack-Teilnehmer bekommen Hausaufgaben mit auf den Weg und lernen gemeinsam zuhause mit ihren Kindern weiter Deutsch. Für die Jungen und Mädchen stehen Rucksack-Beauftragte zur Verfügung, die in der Einrichtung die jeweiligen Themen aufgreifen – sei es beim Anziehen („Ich ziehe mir eine Socken an“, eine Cordhose etc.), beim Spiel oder mit Liedern.

 

„In den Kindertageseinrichtungen erreicht man alle, auch die Menschen, die nicht organisiert sind“, streicht Cemil Sahinöz von der DRK-Integrationsagentur einen wesentlichen Aspekt des Projekts heraus.

 

Hemmschwellen überwinden

Wie gut auf diesem Weg Hemmschwellen abgebaut und Menschen mit Migrationshintergrund in den gewöhnlichen Kindergartenalltag eingebunden werden, hat Ute Gronow erfahren. Im früher vorwiegend von deutschen Vätern und Müttern genutzten Elterncafé fühlen sich mittlerweile auch Eltern mit Migrationshintergrund angenommen und trauen sich, etwas zu sagen.

 

Finanziell möglich wird das von der DRK-Integrationsagentur initiierte Projekt aufgrund der Förderung seitens der Familie-Osthueshenrich-Stiftung in Gütersloh sowie der Stadt Rheda-Wiedenbrück. Die Stiftung unterstützt die neue Rucksack-Auflage mit 2500 Euro, rund 1900 Euro kommen von der Stadt hinzu.

 

Kinder ab vier Jahren als Zielgruppe

Das Projekt ist gedacht für Kinder ab vier Jahren und deren Eltern. Ihnen werden die Lehrmaterialien gestellt. Das Wissenspektrum kann durch Vorträge erweitert werden. So hat in Rheda-Wiedenbrück beispielsweise eine Referentin Einblicke in die russische Kultur gegeben. Wie Kindergartenleiterin Ute Gronow mitteilte, sind an der Kindertageseinrichtung „Am Faulbusch“ fast 30 Familien russischer Herkunft vertreten.

 

„Möglichst früh anfangen“

„Es ist wichtig, schon im Kindergarten anzufangen“, sagte Maries Stüker, Assistentin der Geschäftsführung der Familie-Osthues-Henrich-Stiftung, dass es sinnvoll sei, schon früh einen Grundstein für Integration zu legen. Der städtische Integrationsbeauftragte Ernst Jürgen Michaelis betonte: „Ohne ein Aufeinanderzugehen geht es nicht.“

 

 

Die Glocke, 08.12.2011

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