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Thema: 14. Lichtstrahl

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    14. Lichtstrahl

    Der 14. Lichtstrahl

    Ein kurzer Anhang zu meiner Erklärung

    Ich sage dies dem Afyon-Gerichtshof:

    Wie ich in meiner Erklärung sagte, die euch gegeben wurde und dem Gesetz und seiner Gerechtigkeit vorgelegt wurde: meine Wohnung dreimal ungesetzlich zu stürmen und durchzusuchen, mich zum Verhör aufzufordern und mich zu verhaften, hat die Würde von drei hohen Gerichtshöfen verletzt und ihre Gerechtigkeit besudelt, ja sie beleidigt. Denn drei Gerichtshöfe und drei „Experten-Komitees“ haben über zwei Jahre lang meine Bücher und Briefe der letzten zwanzig Jahre untersucht, und wir wurden freigesprochen und unsere Bücher und Briefe wurden zurückgegeben. Überdies, nachdem ich (1944!) freigesprochen wurde, lebte ich drei Jahre völlig einsam unter strengster Überwachung, und pro Woche konnte ich nur einen einzigen harmlosen Brief an irgendeinen Freund schicken. Es war, als ob all meine Beziehungen zur Welt abgeschnitten wären, denn wiewohl mir meine Freiheit gegeben wurde, konnte ich in meine Heimat nicht zurückkehren. Es zertrampelt die Ehre jener Gerichtshöfe, die gleiche Frage wieder aufzurühren, als ob ihre gerechten Entscheidungen völlig missachtet würden. Ich appelliere an euren Gerichtshof, die Ehre jener Gerichtshöfe zu wahren, die mich gerecht behandelten. Ihr solltet eine andere Sache finden, wegen der ihr mich tadelt, als das „Risale-i Nur“, „das Organisieren eines politischen Bundes“, das „Gründen eines Sufi-Ordens“, und „die Möglichkeit, die Sicherheit und die öffentliche Ordnung zu stören“, denn sie begründen den gleichen Fall! Ich habe viele Fehler. Ich habe mich entschlossen, euch hinsichtlich meiner Tadelswürdigkeit zu helfen, denn ich habe außerhalb des Gefängnisses mehr gelitten als innerhalb. Ich würde jetzt mehr Behaglichkeit im Gefängnis oder im Grabe finden. Wahrhaftig, ich bin des Lebens satt. Genug nun dieser 20 Jahre der Qual in Einzelhaft, unerträglicher Überwachung und Demütigung. Das wird den Zorn Gottes herausfordern. Das wird dieses Land (Türkei) mit Schande bedecken. Ich erinnere euch daran. Unser festester Hort und Schild ist:
    (Korantext
    „Gott genügt uns.
    Welch vorzüglicher Sachwalter“
    Mir genügt Gott.
    Es gibt keinen Gott außer ihm
    Auf ihn vertraue ich.
    Und er ist der Herr des majestätischen Thrones.

    Im Namen Gotte, des Gnädigen, des Fürsorglichen!
    Und ihn bitten wir um Hilfe.

    (( Diese Petition muss ich nach achtzehn Jahren des Schweigens dem Gericht von Afyon vorlegen; und eine Abschrift davon sende ich nach Ankara. Die Petition enthält meine schriftlichen Einwände gegen die Anklage, und ich bin gezwungen, die Petition und die Einwände vorzulegen ))

    Dies ist die Zusammenfassung einer kurzen Verteidigungsrede:
    Man sollte wissen, dass der Text genau das beinhaltet, was ich dem Staatsanwalt und dem Polizei-Inspektor sagte, und bei der dritten Gelegenheit dem Polizei-Chef und sechs oder sieben Inspektoren und der Polizei, die dreimal kamen, um meine Wohnung in Kastamonu zu durchsuchen, und was ich als Antwort sagte auf die Fragen des Staatsanwaltes in Isparta und zu den Gerichtshöfen von Denizli und Afyon. Es ist wie dies:

    Ich sagte ihnen: seit achtzehn oder zwanzig Jahren lebe ich in Einsamkeit. Ich lebte acht Jahre lang in Kastamonu gegenüber der Polizeistation, und in anderen Plätzen 20 Jahre lang, ich lebte unter ständiger Bespitzelung und Beobachtung, aber es wurde nicht der kleinste Hinweis oder das kleinste Zeichen oder irgendetwas auf diese Welt oder Politik Bezogenes gefunden. Hätte es irgendetwas Irreguläres meinerseits gegeben, ohne dass die Polizei und das Justizwesen das nicht gewusst hätten, oder sie es gewusst, aber ignoriert hätten, dann wären sie sicherlich mehr verantwortlich als ich. Nirgendwo in der Welt werden zurückgezogen Lebende, die mit dem Leben des Jenseits beschäftigt sind, belästigt --- aber warum belästigt ihr mich so sehr zum Schaden des Landes und der Nation?

    Wir Anhänger des Risale- i Nur machen des Schriftenwerk nicht zu einem Werkzeug weltlich-irdischer Strömungen, noch selbst des gesamten Universums. Weiterhin hält uns der Koran streng von Politik ab. Denn die Pflicht des Risale- i Nur ist, dem Koran durch die Glaubenswahrheiten und durch extrem wichtige und eindeutige Beweise zu dienen, die angesichts des absoluten Unglaubens --- der das ewige Leben zerstört und auch das Leben dieser Welt in ein gespenstiges Gefängnis verwandelt – selbst die hartnäckigsten atheistischen Philosophen zum Glauben führen.
    Daher machen wir das Risale-i Nur nicht zu einem Werkzeug für irgend eine Sache.

    Erstens:

    In den Augen der Achtlosen würden die diamantgleichen Wahrheiten des Koran auf den Wert von Glassscherben reduziert werden, wenn man ihnen die falsche Idee von politischer Propaganda gäbe, und man würde diese kostbaren Wahrheiten verraten.

    Zweitens:

    Barmherzigkeit, Wahrheit, Recht und Gewissen und der grundlegende Weg des Risale-i Nur halten uns streng von Politik und von der Einmischung in die Regierung ab. Denn von ein oder zwei areligiösen Leuten, die dem absoluten Unglauben verfallen sind und Schläge und Unglück verdienen, hängen sieben oder acht Unschuldige ab --- die Kinder, die Kranken und die Alten. Wenn diese ein oder zwei Menschen von Schlägen und Unglück heimgesucht werden, leiden diese Unglücklichen ebenso. Weil darum das Ergebnis zweifelhaft ist, wurde es uns streng verboten, uns auf dem Wege der Politik in das Leben der Gesellschaft einzumischen, und wir schaden nicht der Regierung und der öffentlichen Ordnung.

    Drittens:

    Fünf Prinzipien sind wichtig und wesentlich in dieser seltsamen Zeit, um das gesellschaftliche Leben dieses Landes und dieser Nation vor Anarchie zu retten:

    1) Respekt
    2) Barmherzigkeit
    3) Verbotenes (Haram) zu meiden
    4) Sicherheit
    5) Gesetzlosigkeit aufzugeben und der Autorität zu gehorchen

    Das Risale-i Nur betrifft das Leben der Gesellschaft, es errichtet und stärkt diese fünf Prinzipien in einer kraftvollen und heiligen Weise und es bewahrt den Grundstein der öffentlichen Ordnung. Das Zeugnis dafür ist, dass das Risale-i Nur in den letzten zwanzig Jahren hunderttausend Menschen zu harmlosen, nützlichen Mitgliedern dieser Nation und dieses Landes gemacht hat. Die Landschaften von Isparta und Kastamonu bezeugen das. Dies bedeutet: wissentlich oder unwissentlich verrät die große Mehrheit jener, die das Risale-i Nur behindern wollen, das Land und die Nation und die Dominanz des Islam und fördert die Anarchie. Das großartig Gute und Nützliche der einhundertdreißig Abhandlungen des Risale-i Nur für dieses Land kann nicht zurückgewiesen werden, weil angeblich zwei oder drei Abhandlungen schädlich sind, die aber nur aus der oberflächlichen Sicht der getäuschten Achtlosen als schädlich betrachtet werden können. Jeder, der die ersteren durch die letzteren Abhandlungen abweist, ist äußerst unfair und tyrannisch.

    Was meine eigenen unwichtigen Fehler anbelangt, muss ich notgedrungen dieses sagen: Ich bin ein Mann, der einsam und allein in der Verbannung lebte, die einer Einzelhaft ähnelt. Während dieser Zeit ging ich nicht einmal freiwillig zum Markt und in viel besuchte Moscheen. Ich litt viel unter Verfolgung und Mühsal, aber nicht ein einziges Mal wandte ich mich an die Regierung, um größere Bequemlichkeit zu erhalten wie es alle anderen Verbannten taten. In zwanzig Jahren habe ich keine einzige Zeitung gelesen, noch einem Vorleser zugehört, noch war ich neugierig auf Zeitungsnachrichten. Wie von all meinen engen Freunden und Gesprächspartnern bezeugt ist, wusste ich für zwei volle Jahre in Kastamonu und für sieben Jahre in anderen Orten nichts über die Konflikte und Kriege in der Welt und nichts über Friedensabkommen und nichts über die Kontrahenten, und ich war weder neugierig darauf noch fragte ich danach, und für fast drei Jahre hörte ich nicht auf das Radio, das nahebei plärrte. Aber siegreich trat ich mit dem Risale-i Nur dem absoluten Unglauben entgegen, der das ewige Leben zerstört und das Leben dieser Welt sogar in große Schmerzen und Leiden verwandelt; und mit dem Risale-i Nur, das aus dem Koran hervorgeht, rettete ich den Glauben von einhunderttausend Menschen, wie von ihnen bezeugt wird, und für hunderttausend Menschen verwandelte ich den Tod in Entlassungspapiere. Gibt es irgendein Gesetz, das verlangt, dass solch ein Mann bis zu diesem Grade schikaniert wird, zur Verzweiflung getrieben und zum Weinen gebracht wird, so dass hunderttausende seiner Brüder deswegen selber weinen? Welcher Vorteil ist darin? Ist das nicht eine unvergleichliche Tyrannei im Namen der Gerechtigkeit? Ist das nicht ein unvergleichlicher Justizskandal im Namen des Gesetzes?

    Ihr könntet mich anklagen wie einige Beamte, die meine Wohnung durchsuchten, und ihr könntet sagen: „Du und ein oder zwei Abhandlungen sind gegen das Regime und unsere Prinzipien ......“

    Die Antwort:
    Erstens:

    Diese eure neuen Prinzipien haben absolut kein Recht, die Einsiedeleien von Einsiedlern zu betreten.

    Zweitens:

    Eine Sache abzulehnen ist eines, sie nicht vollen Herzens zu akzeptieren ist etwas anderes, und nicht im Einklang mit der Sache zu handeln ist etwas ganz anderes. Die Machthaber schauen auf die Hand, nicht auf das Herz. Alle Regierungen haben starke Gegner, die sich nicht in die Staatsgeschäfte und in die öffentliche Sicherheit einmischen. In der Tat, die Christen unter der Herrschaft des Kalifen Omar (Gottes Wohlgefallen sei mit ihm) lehnten zwar die Scharia und den Koran ab, aber sie tolerierten die Herrschaft. Gemäß der Prinzipien der Gedankenfreiheit und der Gewissensfreiheit können, wenn einige Schüler des Risale-i Nur wegen gelehrter Gründe das Regime und seine Prinzipien nicht akzeptieren und in Opposition zu ihnen stehen, und selbst wenn sie den Führern des Regimes gegenüber feindlich sind, sie nicht legal belangt werden, solange sie nicht die Regierung stürzen wollen. Was die inkriminierten Abhandlungen anbelangt, so sagte ich, dass sie vertraulich sind und dass ich ihre Publikation verhinderte. In der Tat, was die Abhandlung angeht, die der Grund dieser Affäre war: nur einmal oder zweimal in acht Jahren in Kastamonu brachte mir jemand eine Abschrift. Noch am gleichen Tag versteckte ich sie irgendwo. Nun habt ihr den Traktat gewaltsam publiziert, und er wurde berühmt.

    Es ist gut bekannt: ist irgendein Fehler in einem Brief, werden nur die fehlerhaften Worte zensiert, und das andere wird gestattet. Als ein Ergebnis von vier Monaten intensiver Nachforschung im Eskisehir-Gefängnis wurden nur fünfzehn Worte in hundert Abhandlungen des Risale-i Nur gefunden, welche der Grund von Kritik waren, und nur auf zwei Seiten des vierhundertseitigen Buches Zülfikar („Schwert Alis“) sind Erläuterungen der koranischen Verse über Erbschaft und über Frauen- den Hidschab, die vor dreißig Jahren geschrieben wurden und die mit dem Zivilrecht nicht im Einklang stehen. Das beweist, dass die Abhandlungen keine weltlich-irdischen Ziele haben und jedermann braucht sie. Die vierhundert Seiten des Zülfikar, die jeder braucht, sollten nicht wegen zweier Seiten konfisziert werden. Diese zwei Seiten sollten herausgeschnitten werden und der Sammelband sollte uns zurückgegeben werden; es ist unser Recht, dass der Band zurückgegeben wird.

    Wenn ihr sagt wie jene, die Religionslosigkeit für eine Art Politik halten und in dieser Episode sagten:
    „Du verdirbst unsere Zivilisation und unseren Genuss mit diesen deinen Abhandlungen ....“


    antworte ich:

    Es ist ein allgemeines Prinzip, dass keine Nation in ihrer Existenz ohne Religion andauern kann. Besonders wenn es absoluter Unglaube ist, entstehen daraus Qualen, die in dieser Welt schlimmer als die Hölle sind, wie mit völliger Gewissheit in der Schrift “Führer für die Jugend“ bewiesen wurde. Diese Abhandlung wurde nun offiziell gedruckt. Wenn, was Gott verhüte, ein Moslem dem Islam abtrünnig wird, fällt er in absoluten Unglauben; er kann nicht in einem Zustand des “zweifelnden Unglaubens“ bleiben, was ihn bis zu einem gewissen Ausmaß lebendig hält. Er kann auch nicht wie areligiöse Europäer sein. Und hinsichtlich des Lebensgenusses fällt er unendlich tiefer als die Tiere, denn sie haben keinen Sinn für Vergangenheit und Zukunft. Die Tode aller vergangenen und zukünftigen Dinge und das ewige Getrenntsein des Abtrünnigen von ihnen überwältigen wegen seiner Irreleitung sein Herz mit beständigem Schmerz. Wenn Glaube sein Herz erfüllt und er zum Glauben findet, werden jene unzähligen Tod plötzlich zum Leben erweckt. Sie sagen durch die Sprache ihrer Veranlagung:
    “Wir sind nicht gestorben und wir sind nicht vernichtet!“
    Und seine höllengleiche Lage wird in einen paradiesgleichen Zustand verwandelt. Da die Realität dies ist, warne ich euch: streitet nicht gegen das Risale-i Nur, denn das Schriftenwerk baut auf den Koran. Es kann nicht besiegt werden. Streit gegen das Schriftenwerk wäre für dieses Land sehr bedauerlich.
    Das Risale-i Nur würde in irgendein anderes Land ziehen und dort leuchten. Auch wenn ich Köpfe bis zur Zahl der Haare auf meinem Haupt hätte und jeden Tag ein Kopf abgeschlagen würde, würde sich dieses Haupt, das dem Koran gewidmet ist, nicht dem Atheismus und dem absoluten Unglauben beugen; ich würde nicht und könnte nicht diesen Dienst am Glauben und am Risale-i Nur aufgeben.

    Gewisslich, irgendwelche Fehler in der Aussage eines Mannes, der zwanzig Jahre lang als Einsiedler lebte, werden nicht beachtet werden. Er verteidigt das Schriftenwerk vom Göttlichen Licht; daher kann nicht gesagt werden, er sei vom Thema abgewichen. Das Gericht von Eskisehir fand nichts, nachdem es vier Monate lang die hundert Abhandlungen des Schriftenwerks studiert hatte, sowohl die vertraulichen wie die anderen, abgesehen von ein oder zwei Punkten, die ein Thema berührten, das eine kleine Strafe erforderte, und der Gerichtshof verhängte eine sechsmonatige Strafe für fünfzehn Menschen aus einer Zahl von einhundertzwanzig Menschen. Ich erhielt auch eine Gefängnisstrafe. Und da ein paar Jahre vorher alle Abhandlungen des Risale-i Nur in die Hände der Behörden von Isparta geraten waren, die sie für ein paar Monate studierten und sie dann ihren Besitzern zurückgaben; und da nach Verbüßung jener Gefängnishaft nichts gefunden wurde, was die Polizei und die Justiz während meiner acht Jahre in Kastamonu beunruhigen konnte, trotz genauer Überprüfungen; und da während der letzten Hausdurchsuchungen in Kastamonu einige meiner Abhandlungen ans Licht kamen, in einem Zustand, der eine Publikation nicht erlaubte, versteckt unter einem Stapel Feuerholz ein paar Jahre zuvor, wie von der Polizeigruppe bestätigt wurde; und da, obwohl der Polizeichef von Kastamonu und die Justiz ihr Ehrenwort gaben, diese meine harmlosen Bücher, die versteckt waren, zurückzugeben, ich fortgeschafft wurde, ohne dass Wort gehalten wurde, da am zweiten Tag plötzlich der Befehl aus Isparta kam, mich zu verhaften; und da die Gerichte von Denizli und Ankara uns freisprachen und alle Abhandlungen zurückgaben: --- sicherlich und zweifelsfrei als Folge der obigen sechs Tatsachen wird von ihren Positionen verlangt, dass das Gericht von Afyon und sein Staatsanwalt mein sehr wichtiges Recht berücksichtigen, wie es das Gericht in Denizli sein Staatsanwalt taten. Ich hoffe, dass der Staatsanwalt, der das Recht der Menschen verteidigt, ebenso meine persönlichen Rechte verteidigen wird, die wegen meiner Beziehung zum Risale- i Nur wie wichtige öffentliche Rechte sind; und ich erwarte dies von ihm.

    Der Neue Said hat sich seit zweiundzwanzig Jahren vom gesellschaftlichen Leben zurückgezogen, und er kennt die gegenwärtigen Gesetze nicht, er weiß nicht, wie eine Verteidigung gehalten wird und er gibt diesem neuen Gericht die unwiderlegbare einhundertseitige Verteidigungsschrift, die er den Gerichten von Eskisehir und Denizli präsentierte; er nahm die Strafe für seine Irrtümer bis zu jener Zeit auf sich, und danach lebte er in Kastamonu und in Emirdag in einer Art Einzelhaft unter ständiger Überwachung. Der Neue Said verfällt jetzt in Schweigen, und er überlässt es dem Alten Said zu sprechen. Und der Alte Said sagt Folgendes:

    Da sich der Neue Said von der Welt zurückgezogen hat, spricht er nicht mit den Weltgesinnten, es sei denn er muss sich unbedingt verteidigen und hält das Sprechen für notwendig. Aber die zahlreichen unschuldigen Handwerker und Händler, die in dieser Angelegenheit verhaftet sind, weil sie lose Verbindungen zu mir haben, erregten mein äußerstes Mitgefühl, da sie zu dieser geschäftigen Zeit den Lebensunterhalt für ihre Familien nicht aufbringen konnten. Das hat mich tief bestürzt. Ich schwöre, wenn es möglich gewesen wäre, hätte ich all ihre Schwierigkeiten auf mich genommen. Auf jeden Fall, sollte es irgendeinen Fehler geben, so ist er mir zuzurechnen. Sie sind unschuldig. Wegen dieser schlimmen Situation sage ich trotz des Schweigens des Neuen Saids: da der armselige Neue Said die Hunderten von unnötigen Fragen der Staatsanwälte von Isparta, Denizli und Afyon beantwortete, ist es mein Recht, um meine Rechte zu verteidigen, dem jetzigen Justizminister die drei Fragen vorzulegen, die ich vor dreizehn Jahren dem Innenministerium und hauptsächlich Kaya Sükrü gestellt habe.

    Die Erste Frage:

    Welches Gesetz besagt, dass einhundertzwanzig Leute einschließlich meiner selbst verhaftet werden sollen, nur weil ein Gendarmerie-Hauptmann einen Mann aus Egridir mündlich anzeigte, der gar kein Anhänger des Risale-i Nur war und nur einen unwichtigen Brief von mir bei sich hatte? Mit der Ausnahme von fünfzehn Männern wurde die Unschuld aller anderen festgestellt, indem sie nach viermonatiger Verhandlung durch das Gericht freigesprochen wurden. Gemäß welscher Prinzipien werden solche Möglichkeiten angeführt statt tatsächlicher Geschehnisse ? Gemäß welcher Rechtsregel wird der Verlust von tausenden Lira für siebzig Pechvögel verursacht, die früher vom Gericht in Denizli nach neunmonatiger Überprüfung freigesprochen wurden?

    Die Zweite Frage:

    Gemäß des grundlegenden Prinzips „Und keine lasttragende Seele trägt die Last einer anderen“ kann selbst ein Blutsbruder nicht für die Fehler seines Bruders verantwortlich gemacht werden. In Folge welchen Gesetzes wurde ich also im Monat Ramadan verhaftet, nur weil mir ein kurzer Traktat, dessen Publikation ich verhinderte, einmal oder zweimal im Laufe von acht Jahren in die Hände geriet? Dabei war die Abhandlung ursprünglich vor fünfundzwanzig Jahren geschrieben worden und rettete die Gläubigen davor, einige wichtige Punkte zu bezweifeln und hindert sie daran, einige falschverstandene allegorische Hadise zu leugnen. Diese Abhandlung wurde bei jemandem gefunden, den ich nicht kannte, und der weit weg von mir wohnt, und ein falscher Sinn wurde dem Text gegeben. Und ein heftiger Brief wurde in Kütahya und Balikesir gefunden. Aber warum werden während einer bitterer Kälte zahlreiche Handwerker und Händler inhaftiert, weil sie irgendeinen alten, ganz gewöhnlichen Brief von mir bei sich haben, oder weil sie mich mit ihren Wagen herumgefahren haben, oder weil sie Freundschaft für mich hegen, oder weil sie eins meiner Bücher gelesen haben. Sie werden durch die Verhaftung ruiniert; dies verursacht ihnen, dem Lande und der Nation materielle und immaterielle Verluste von tausenden Lira! Welches Gesetz verlangt dies? Welcher Gesetzesartikel erzwingt das?
    Ich bitte, über diese Gesetze informiert zu werden, damit ich keinen falschen Schritt unternehme.

    Ja, der eine Grund des Arrests in Denizli und Afyon war dies: nehmen wir mal das Unmögliche an, der Fünfte Lichtstrahl hätte sich auf diese Welt und die Politik bezogen --- obgleich er schon vor langer Zeit geschrieben wurde, als ich im Haus der islamischen Weisheit arbeitete (Darü’l-Hikmeti’l-Islamiye ), und der erste Rohentwurf wurde sogar noch früher geschrieben; ich schrieb den Text, um den Glauben der einfachen Leuten zu retten, weil einige Denker gewisse Hadise bestritten, weil sie diese für irrational hielten, weil sie nicht wussten, wie die Hadise auszulegen wären --- und selbst wenn der Text erst vor kurzem geschrieben worden wäre, so war er doch privat und wurde während der Hausdurchsuchungen nicht bei mir gefunden. Die Voraussagen des Textes über die Zukunft erwiesen sich als wahr, und der Text zerstreut Zweifel an Glaubensfragen, auch stört der Text nicht die öffentliche Ordnung und er ist nicht aggressiv, er berichtet allein über Dinge und spezifiziert keine Individuen, und er legt eine gelehrte Wahrheit in allgemeiner Form dar. Da dies der Fall ist, haben ihn die Gerichte für vertraulich gehalten bevor er bekannt und publik wurde, damit kein Disput entstehe, selbst wenn der Sinn der Hadise auf gewisse Personen der Gegenwart passen sollte; der Text kann in keiner Weise als ein Verbrechen betrachtet werden. Auch ich halte es nicht für möglich, dass in irgendeinem Gericht der Welt der Text als Verbrechen betrachtet würd, um zu sagen:
    “Eine Sache abzulehnen ist das Eine, sie aus wissenschaftlichen Gründen nicht zu akzeptieren oder nicht im Einklang mit der Sache zu handeln, ist etwas völlig Anderes. Jene Abhandlung akzeptiert auf wissenschaftlichen Gründen ein Regime nicht, das in naher Zukunft auftauchen sollte.“

    In Kürze:

    Das Risale-i Nur hat seit dreißig Jahren den absoluten Unglauben an der Wurzel ausgetilgt, den Unglauben, der das ewige Leben zerstört, der das Leben dieser Welt in ein furchtbares Gefängnis verwandelt, der all die Freuden dieser Welt verdirbt. Das Risale-i Nur tötete erfolgreich die atheistischen Ideen der Naturalisten. Das Risale-i Nur bewies prächtig mit wunderbaren Argumenten die Prinzipien, die dieser Nation Glück in dieser Welt und in der nächsten Welt bringen werden. Das Risale-i Nur basiert auf der Wahrheit des Koran, der vom Throne Gottes kommt. Ich behaupte und kann das beweisen: wären nicht ein oder zwei Punkte in solch einer kurzen Abhandlung fehlerhaft, sondern selbst wenn das Schriftenwerk tausend Irrtümer enthalten würde, so würden die tausend wichtigen guten Aspekte des Schriftenwerks Anlass für die Vergebung der Irrtümer sein.

    Die Dritte Frage:

    Es ist eine Regel: werden in einem Briefe von zwanzig Worten fünf als tadelnswert erachtet, werden die fünf zensiert und die anderen Worte werden gestattet. Das Gericht von Eskisehir erforschte vier Monate lang das Schriftwerk und konnte nur fünfzehn Worte unter einhunderttausend Worten finden, die dem oberflächlichen Betrachter als schädlich erschienen; und das Regierungskabinett beanstandete nur die Erläuterungen zu zwei Koranversen, denn sie widersprachen dem gegenwärtigen Gesetz, obwohl sie vor dreißig Jahren geschrieben worden waren; die inkriminierten Erläuterungen standen auf zwei Seiten des vierhundertseitigen Bandes Zülfikar (“Schwert Alis“); und das Gericht von Denizli und das Expertenkomitee in Ankara beanstandeten nur fünfzehn (angebliche) Irrtümer; und bis heute war das Risale-i Nur das Werkzeug, um den Charakter von hunderttausenden Leuten zu bessern, und so verschaffte das Schriftenwerk diesem Lande und dieser Nation tausend höchst nützliche Dinge. Da dem so ist: welches Prinzip der Regierung der Republik passt denn dazu, in dieser Arbeitsperiode und in diesem bitteren Winter unglückliche Leute wie die Caliskans (von Emirdag!) in Arrest zu nehmen, die mir in Gottes Wohlgefallen dienen, weil sie dem Risale-i Nur einen kleinen Dienst geleistet haben oder weil sie eine Abhandlung des Schriftenwerks kopierten, wodurch ihr Glaube gerettet wurde? Und die Caliskans verhielten sich mir gegenüber aus Freundlichkeit brüderlich, denn ich war alt und betagt und ein Fremdling in Emirdag!

    Da im Einklang mit dem Gesetz der Gewissensfreiheit die Prinzipien der Republik sich nicht in die Angelegenheiten der Religionslosen einmischen, ist es sicherlich erforderlich, dass sie sich nicht in die der Religiösen einmischen, die sich soweit wie möglich nicht mit der Welt beschäftigen, nicht mit den Weltgesinnten streiten und in nützlicher Weise für das Leben im Jenseits wie auch für ihren Glauben und für ihre Heimat arbeiten. Ich weiß, dass die Politiker, die in Asien regieren, wo die Propheten auftauchten, die Frömmigkeit und die guten Werke nicht bannen werden und nicht bannen können, die tausend Jahre lang für diese Nation so wesentlich waren wie Nahrung und Medizin. Die Menschlichkeit erfordert, dass alles, was nicht mit der gegenwärtigen Sicht in den obigen Fragen ist im Einklang steht, übersehen wird, denn da ich zwanzig Jahre lang in Einsamkeit lebte, wurden sie mit dem Verstand des Saids vor zwanzig Jahren gestellt.

    Ich erachte es als meine vaterländische Pflicht, an das folgende zu erinnern, zu Nutzen des Landes, der Nation und der öffentlichen Sicherheit: wenn zahlreiche Leute wegen einer losen Verbindung zu mir und zum Risale-i Nur eingesperrt und verärgert werden, so mag das diese Leute gegen die Regierung aufbringen; dabei sind diese Leute als Religiöse nützlich für das Land und seine Sicherheit. Werden sie aber gegen die Regierung aufgebracht, eröffnet das den Weg der Anarchie. Ja, hunderttausend Leute könnten in Aufruhr gebracht werden, die ihren Glauben durch das Risale-i Nur gerettet haben und harmlose und hochnützliche Bürger für die Nation geworden sind. Mit ihrer Mäßigung und Nützlichkeit sind sie wahrscheinlich in jeder großen Behörde der republikanischen Staatsverwaltung und in jeder Gesellschaftsschicht zu finden.

    Ich fühle eine große Angst, dass gewisse Behörden -- Männer, die unsere Klagen nicht beachten, noch uns aussprechen lassen, und uns unter verschiedenen Vorwänden unterdrücken, den Weg zur Anarchie eröffnen, zum Schaden dieses Landes.

    Ebenfalls sage ich für das Gute der Regierung Folgendes: die Gerichte von Denizli und Ankara überprüften den fünften Lichtstrahl, fanden aber nichts Anstößiges und gaben uns die Abhandlung zurück. Daher ist es für die Regierung wesentlich, dass Gerichtsverfahren nicht noch einmal offiziell eröffnet werden, denn sonst würden Gerüchte und Geschwätz entstehen. Gerade wie ich die Abhandlung verheimlichte, bevor sie in die Hände der Gerichtshöfe geriet und sie sie veröffentlichten, so sollten die Behörden und das Gericht von Afyon die Abhandlung nicht zum Gegenstand von Frage und Antwort machen. Denn die Abhandlung ist machtvoll und unwiderlegbar. Er tätigte Voraussagen und sie erwiesen sich als wahr. Überdies, das Ziel der Abhandlung ist nicht diese Welt, höchstens eine ihrer vielen Bedeutungen passt auf einen Mann, der tot und verschieden ist. Um des Landes, der Nation, der öffentlichen Ordnung und des Staates willen muss ich auf Grund meines Gewissens davor warnen, diese Voraussagen und Bedeutungen offiziell bekannt zu machen und weiterhin zu publizieren, um uns zu tadeln, weil man eine fanatische Freundschaft für diesen Mann hegt und pflegt.

    An den Staatsanwalt von Afyon, an den Vorsitzenden und an die Mitglieder des Gerichtes von Afyon

    (Um meine Rechte zu wahren, übermittele ich euch genau die gleichen neun “Prinzipien“, die ich den Justiz-Behörden von Denizli gab.)

    Vor zwanzig Jahren gab ich das gesellschaftliche Leben auf, und vor allem das offizielle und politische Leben an sich. Ich weiß nicht, welche Position in solch einer Lage eingenommen werden sollte, und ich denke gar nicht daran; und daran zu denken, verursacht mir große Mühe. Aber ich bin gezwungen, diese ungeordnete Verteidigung und Petition vorzulegen, welche die Schlussfolgerung und die Zusammenfassung von Antworten ist, die ich den zahlreichen, wiederholten und willkürlichen Fragen eines ungerechten Mitglieds eines anderen Gerichtes gab. Der Text mag unordentlich sein und er mag irrelevante und unnötige Wiederholungen und heftige Ausdrücke enthalten, die gegen mich sprechen könnten, sowie Sätze, die im Widerspruch zu neuen Gesetzen stehen, die ich nicht kenne. Aber da der Text auf der Wahrheit basiert, sollten um der Wahrheit willen die Fehler übersehen werden. Diese Petition und Verteidigungsschrift basiert auf neun Prinzipien.

    Das Erste Prinzip:

    Im Einklang mit dem republikanischen Prinzip der Gewissensfreiheit mischt sich die republikanische Regierung nicht in die Angelegenheiten den Religionslosen und Liederlichen ein; daher sollte sie sich gewisslich nicht in die der Religiösen und Rechtschaffenen einmischen. Keine areligiöse Nation kann in ihrer Existenz fortdauern. Hinsichtlich der Religion ist Asien anders als Europa; denn ein areligiöser Moslem ist anders als irgendein Mensch ohne Religion; keine Art Fortschritt oder Zivilisation kann die Stelle der Religion einnehmen, oder der Rechtschaffenheit, oder das Erlernen der Glaubenswahrheiten insbesondere das, was alles das angeborene Bedürfnis der Menschen dieses Landes ist, die tausend Jahre lang die Welt mit ihrer Religion erleuchtet haben und heldenhaft ihre Kraft angesichts der Angriffe der ganzen Welt bewahrten, und man kann die türkisch-anatolischen Menschen nicht dieses Bedürfnis vergessen lassen --- daher kann sicherlich keine Regierung diese Nation in diesem Lande das Risale-i Nur hinsichtlich Justiz und Gesetz und öffentlicher Ordnung bedrängen.

    Das Zweite Prinzip:

    Es ist die Eines, eine Sache abzulehnen, und es ist etwas ganz Anderes, nicht im Einklang mit ihr zu handeln. Alle Regierungen haben heftige Gegner. Es gab Moslem unter der Herrschaft von Zoroastriern, und es gab Juden und Christen unter der islamischen Regierung des Kalifen Omar. Alle, die der Regierung keinen Ärger bereiteten und nicht die öffentliche Ordnung störten, hatten persönliche Freiheit; und diese sollte nicht beschnitten werden. Und die Regierungen schauen auf die Hand, aber nicht in das Herz; und jene, welche die öffentliche Ordnung und die Staatsverwaltung stürzen wollen, werden zweifelsohne sich mit Zeitungen und weltlichen Angelegenheiten beschäftigen, um über die Bedingungen, Situationen und Ereignisse zu erfahren, die ihnen beistehen werden, so dass sie keine falschen Schritte machen. Das Risale-i Nur zügelt seine Schüler so sehr, dass ich, wie meine engen Freunde wissen, seit fünfundzwanzig Jahren das Zeitungslesen aufgab, und ich fragte nicht einmal nach Nachrichten aus der Zeitung, und ich war nicht neugierig darauf, und ich dachte nicht einmal daran; und seit zehn Jahren habe ich mich vom gesellschaftlichen Leben so sehr zurückgezogen, dass ich nur von der deutschen Niederlage und von der Ausbreitung des Kommunismus hörte, aber ansonsten keine Nachrichten von den Geschehnissen in der Welt und über die gegenwärtige Lage erfuhr: --- sicherlich und zweifelsohne kann niemand mich und meine Gesinnungsgenossen angreifen, weil etwa staatsmännische Weisheit, politische Gesetze, rechtliche Prinzipien vorliegen. Und falls man das tut, geschieht es bestimmt auf Grund von Täuschungen, von Hass oder auf Grund von Verstocktheit.

    Das Dritte Prinzip:

    Ich muss die folgenden langatmigen Einzelheiten aufführen, weil der Staatsanwalt des früheren Gerichts sinnlose und unnötige Einwände machte, weil er auf Grund eines Missverständnisses handelte, nicht hinsichtlich des Gesetzes, aber wegen in seiner fanatischen Liebe zu einem gewissen toten Mann.
    Erstens: Bevor der Fünfte Lichtstrahl in die Hände der Staatsverwaltung fiel, behandelte ich ihn vertraulich. Überdies, die Abhandlung wurde bei keiner Hausdurchsuchungen gefunden. Der Zweck der Abhandlung war allein, die gewöhnlichen Leute vor Zweifeln an ihren Glaubensvorstellungen zu bewahren sowie davor, allegorische Hadise zu bestreiten. Der fünfte Lichtstrahl bezieht sich nur indirekt auf die weltlichen Aspekte der Hadise, an dritter oder vierter Stelle. Die Voraussagen, die die Abhandlung macht, sind wahr. Überdies, streitet die Abhandlung nicht gegen die Politiker und Weltgesinnten; sie macht nur Voraussagen. Die Abhandlung bezieht sich auch nicht auf einen bestimmten Mann; die Abhandlung erläutert in allgemeiner Weise eine wahre Bedeutung eines Hadis. Aber man wandte diese allgemeine Wahrheit auf diesen schrecklichen Mann an, der in diesem Jahrhundert lebte. Sie lehnten daher die Abhandlung ab; sie glaubten, sie wäre erst kürzlich geschrieben worden. In der Tat, der Rohentwurf ist noch vor meiner Zeit im Darü’l-Hikmet Islamiye entstanden. Aber er wurde einige Zeit später neu geordnet und ins Risale-i Nur übergenommen. Es verhielt sich so:

    Vor vierzig Jahren, im Jahre vor der Verkündigung der Konstitution kam ich nach Istanbul. Der Oberbefehlshaber der japanischen Armee hatte den Istanbuler hohen Religionsgelehrten einige Fragen gestellt. Die Istanbuler hohen Religionsgelehrten befragten mich darüber. Sie fragten mich diesbezüglich viele Dinge.

    Beispielsweise fragten sie mich über eine Hadis, die besagt:
    “Am Ende der Zeit wird ein schrecklicher Mann morgens aufstehen, und auf seiner Stirn wird geschrieben stehen: ’Das ist ein Ungläubiger.’“
    Ich sagte ihnen:
    “Dieser außergewöhnliche Mann wird kommen, um diese Nation zu führen, er wird am Morgen aufstehen, er wird einen (breitkrempigen) Hut auf seinen Schädel setzen, und er wird die anderen dazu veranlassen, auch den Hut zu tragen.“

    Nachdem sie die Antwort erhalten hatten, fragten sie mich:
    “Werden jene, die den (breitkrempigen) Hut tragen, nicht Ungläubige sind?“
    Ich sagte: “Sie werden dazu gebracht werden, den Hut mit breiter Krempe zu tragen, und es wird ihnen verboten sein, sich im Gebete niederzuwerfen. Aber der Glaube in den Häuptern der Träger des Huts mit breiter Krempe wird den Hut sich niederbeugen lassen und wird, so Gott will, den Hut zu einem Moslem machen.“

    Dann sagten sie:
    “Dieser Mann wird Wasser trinken, und seine Hand wird durchbohrt sein, und dadurch wird man wissen, dass er der Sufyan ist.“
    Ich gab ihnen zur Antwort:
    “Der Volksmund sagt über jemanden, der sehr extravagant ist, er habe ein Loch in seiner Hand. Das heißt, er kann nichts behalten, alles entfließt ihm und er ist verloren. So, dieser schreckliche Mann wird dem Raki-Schnaps ergeben sein, und der Raki wird ihn krank machen und er wird die anderen daran gewöhnen, so wie er zu sein.“

    Dann fragte jemand:
    “Wenn er stirbt, wird Satan der Welt vom Obelisken (Dikili Tas) in Istanbul laut verkünden, dass
    der-und-der gestorben ist.“
    So sagte ich:
    „Die Nachricht wird durch den Telegrafen ausgesendet werden.“

    Jedoch hörte ich kurz danach, dass das Radio erfunden wurde, und ich glaubte, dass meine Antwort nicht völlig korrekt war. Zehn Jahre später, während ich im Darul-Hikmet war, sagte ich: „Satan wird die Nachricht (vom Tode Sufyans) durch das Radio verbreiten.“

    Dann stellten sie (= die Istanbuler Religionsgelehrten) Fragen über den Wall des Dhul-Qarnayn, über Gog und Magog, über das Tier (Dabbat al-Ard), über den Antichrist (Dadschdschal) und über die Wiederkunft Jesu (Friede sei ihm), und ich gab ihnen Antwort. In der Tat, die Antworten sind zum Teil in meinen alten Abhandlungen geschrieben. Einige Zeit später forderte mich Mustafa Kemal zweimal auf, nach Ankara zu kommen, er tat dies mittels eines Chiffre durch den früheren Gouverneur der Provinz Van, durch meinen alten Freund Tahsin Bey, Mustafa Kemal schätzte mein veröffentlichtes Werk „Die Sechs Schritte“ (Hutuvat-i Sitte). Ich ging. Da Scheich Sanusi kein Kurdisch konnte, wurde vorgeschlagen, dass ich seine Stelle als Oberste Prediger in den Ostprovinzen übernehmen sollte; das Gehalt wäre dreihundert Liras gewesen. Mir wurde auch eine Position als Abgeordneter angeboten; auch sollte ich meinen früheren Posten im Darul-Hikmet (Haus der islamischen Weisheit) mit allen Mitgliedern innerhalb des Direktorats für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet) fortführen. Überdies, 163 von 200 Abgeordneten wollten mit 150.000 Lira das Große Lehrhaus, meine Universität im Osten, unterstützen; die Fundamente dafür hatte ich schon in Van gelegt, und dies wurde vom Parlament angenommen. Jedoch, da ich sah, dass die Voraussagen des Rohentwurfs des Fünften Lichtstrahls dort von einem Manne teilweise verwirklicht waren, war ich gezwungen, auf diese höchst wichtigen Aufgaben zu verzichten. Ich sagte mir, dass man dem Manne nicht widersprechen oder sich gegen ihn auflehnen könnte, und ich gab die Welt, die Politik und das Leben in der Gesellschaft auf und ich widmete all meine Zeit dem Ziel, den religiösen Glauben zu wahren. Jedoch als eine Schar von tyrannischen und ungerechten Staatsbeamten mich zwang, zwei oder drei Abhandlungen zu schreiben, die auf sich auf die diesseitige Welt beziehen.

    Einige Leute stellten mir später Fragen über allegorische Hadise, die über die Ereignisse der Endzeit informieren. Daher ordnete ich jene alte Abhandlung. Sie erhielt den Namen „Fünfter Lichtstrahl“. Das Risale-i Nur ist nicht chronologisch geordnet. Beispielsweise ist der Dreiunddreißigste Brief vor dem Ersten Brief geschrieben worden, und der Rohentwurf des Fünften Lichtstrahls und ein paar andere Abhandlungen sind vor dem Risale-i Nur geschrieben. Jedenfalls zwangen mich die ungesetzlichen, unnötigen und ungenauen Einwände und Fragen eines Staatsanwalts, gestellt aus fanatischer Liebe zu Mustafa Kemal, diese vom Thema abweichenden Erläuterungen zu geben. Ich gebe hier ein Beispiel, wie er völlig persönliche und unerlaubte Dinge im Namen des Gesetzes sagte.

    Er sagte:

    „Bist du nicht aufrichtig betrübt, dass du ihn mit Ausdrücken beleidigt hast, wie ´er spülte Raki-Schnaps und Wein hinunter wie eine Wasserpumpe´?“
    Ich sagte als Antwort auf seinen völlig sinnlosen und irrigen Fanatismus, der aus seiner Liebe entsprang: „Der Sieg und die Ehre der heldenhaften Armee kann ihm nicht zugeschrieben werden; er kann nur einen Anteil daran haben. So wie es tyrannisch und schrecklich ungerecht wäre, wenn die Beute, die Besitztümer und die Rationen einer Armee insgesamt dem Kommandeur gegeben würden. Ja, gerade wie der Staatsanwalt mich beschuldigte, jenen ungerechten und fehlerhaften Mann nicht zu lieben; ja, er beschuldigte mich ganz einfach, ein Verräter zu sein, so beschuldigte ich ihn, nicht die Armee zu lieben, weil er all ihre Ehre und moralische Beute dem Manne zuschreibt, den er liebt, und er nimmt der Armee allen Ruhm. Die Wahrheit ist, dass positive Dinge und Fälle des Guten und der Tugend unter der Gemeinschaft und unter der Armee aufgeteilt werden sollten, und die negativen Dinge, die Zerstörung und die Fehler sollten dem Führer angelastet werden. Denn die Existenz eines Dinges hängt von der Existenz all seiner Umstände und Elemente ab, und der Kommandeur ist nur einer der Umstände. Aber die Nichtexistenz des Dinges und sein Auseinanderfallen geschieht durch das Fehlen eines der Umstände und eines seiner Elemente, wenn dies verdorben und zerstört ist. Fälle des Guten und der Tugenden sind großteils positiv und gehören zur Existenz. Die Führer können sie nicht beanspruchen. Fälle des Schlechten und Fehler sind zerstörerisch und gehören zur Nichtexistenz, und die Führer sind für sie verantwortlich. Aber die Wirklichkeit ist so: erringt ein Stamm Siege, so wird „Hasan Aga“ bejubelt, aber wenn der Stamm besiegt wird, wird er getadelt und verspottet, und das ist als eine Umkehrung der Wahrheit zu beurteilen. Auf die gleiche Weise legte mir der Staatsanwalt am Gericht einen Fehler zur Last, der die völlige Umkehrung der Wahrheit und Wirklichkeit war.

    Seinem Fehler ist dieser Vorfall ähnlich: kurz vor dem Ersten Großen Krieg, als ich in Van war; kam eine Schar religiöser, gottesfürchtiger Männer zu mir. Sie sagten zu mir: “Einige militärische Kommandeure handeln gegen die Religion. Komm und schließe dich uns an, wir wollen gegen sie rebellieren.“

    Ich sagte ihnen:“ Schlechtes Verhalten und Religionslosigkeit solcherart ist den Kommandeuren wie ihnen eigentümlich; die Armee kann dafür nicht verantwortlich gemacht werden. Es gibt vielleicht hunderttausend Heilige in der osmanischen Armee. Ich werde gegen die Armee nicht das Schwert ziehen. Ich werde mich euch nicht anschließen.“
    Sie verließen mich, zogen ihre Schwerter, und der fruchtlose Bitlis-Vorfall ereignete sich. Eine kurze Zeit später brach der Krieg aus. Die Armee nahm am Kriege im Namen der Religion teil; sie betrat den Dschihad, und einhunderttausend Martyrer aus der Armee stiegen zum Grade der Heiligkeit empor. Sie bestätigten, was ich gesagt hatte; sie unterzeichneten die Dekrete für ihre Heiligkeit mit ihrem Blute. Jedenfalls .... ich war gezwungen, dies auszuführen. Die außergewöhnliche Haltung des Staatsanwalts im Namen der Gerechtigkeit, der mir gegenüber verächtlich war und gegen das Risale-i Nur handelte, weil er unwichtige, fehlerhafte Gefühle und Parteilichkeit hegte, wobei ein unumstößliches Zeichen die Unzugänglichkeit für alle Gefühle und äußere Einflüsse ist --- diese Haltung trieb mich an, diese lange Aussage zu machen.

    Das Vierte Prinzip:
    Nachdem das Gericht in Eskisehir vier Monate lang hunderte Abschriften von Abhandlungen und Briefe überprüft hatte, konnte es nur Haftstrafen von sechs Monaten für fünfzehn Männer unter einhundertzwanzig verhängen, und ein Jahr Haft für mich selber auf Grund von fünfzehn Worten in ein oder zwei Abhandlungen aus hundert Abhandlungen. Man sprach uns von dem Vorwurf frei, einen Sufi-Orden gegründet und einen politischen Bund organisiert zu haben, und sie sprachen uns in der Hut-Frage frei. Wir haben auf jeden Fall die Haftstrafe abgesessen. In Kastamonu fand man bei mehreren Hausdurchsuchungen Nichts. Und ein paar Jahre vorher in Isparta fielen alle Abhandlungen des Risale-i Nur ausnahmslos, vertrauliche wie andere, in die Hände der Staatsbehörden. Sie wurden alle nach drei Monaten Überprüfung ihren Besitzern zurückgegeben. Ein paar Jahre später blieben alle Abhandlungen des Risale-i Nur für zwei Jahre bei den Gerichten in Denizli und Ankara, dann wurden sie uns alle zurückgegeben. Da die Tatsache so ist --- jene, die mich und die Anhänger des Risale-i Nur wie dieser Staatsanwalt aufgeregt, bösartig und unerlaubt im Namen des Gesetzes beschuldigen, beschuldigen noch vor uns die Gerichte in Eskisehir und in Denizli und das Kriminalgericht in Ankara und machen sie zu Komplizen bei unserem Verbrechen, so denn eins vorliegt. Denn wären wir schuldig gewesen, hätten jene drei oder vier staatlichen Behörden das Verbrechen nicht gesehen, trotz ihrer gründlichen und strengen Überprüfung, oder sie hätten das Verbrechen übergangen, und zwei Gerichte hätten das Verbrechen nicht erkonnt, obwohl sie es zwei Jahre lang sehr genau studierten, oder sie hätten es übergangen, was sie mehr schuldig macht als uns. Jedoch hätten wir irgendwie den Wunsch besessen, uns in die Welt einzumischen, wäre das nicht mit dem Summen einer Fliege gewesen, sondern es wäre erschallt wie ein Kanonendonner.

    Ich bin der Mann, der sich selbst heftig und ohne Hemmung vor dem Militär-Gericht nach dem 31. März-Vorfall verteidigte, und ich verteidigte mich ebenso im Amt des Parlamentsprecher angesichts des Zorns von Mustafa Kemal, und ich sagte ihm, dass er seine Pläne seit achtzehn Jahren schmiede, ohne dass jemand ihn durchschauen konnte. Wer solch einen Mann wie mich der politischen Intrige beschuldigt, macht das gewisslich auf Grund irgendeines bösartigen Zweckes. Wir hoffen, dass, wie der Staatsanwalt von Denizli, der Staatsanwalt von Afyon uns retten wird vor der Bosheit und den Anschuldigungen solcher Leute und wahre Gerechtigkeit zeigen wird.

    Das Fünfte Prinzip:
    Ein fundamentales Prinzip der Schüler des Risale-i Nur ist, dass sie, soweit wie möglich, sich nicht in die Politik einmischen, oder in Angelegenheiten der Staatsverwaltung oder in die Regierungsgeschäfte. Denn für sie ist das ernsthafte Arbeiten für den Koran alles wert und genügend. Ebenfalls – keiner, der sich mit der Politik beschäftigt, kann unter den nun gewaltigen herrschenden Strömungen seine Unabhängigkeit und Aufrichtigkeit bewahren. Er muss sich einer der Strömungen unterwerfen, und sie wird ihn für weltlich-irdische Ziele ausnutzen. Im materiellen Kampf, wegen der totalen Tyrannei und des totalen Despotismus, die die Regel dieses Jahrhunderts ist, muss er auch zahlreiche unschuldige Unterstützer eines Mannes zermalmen, nur wegen des Irrtums, den dieser Mann gemacht hat. Er würde andernfalls besiegt werden. Auch aus der Sicht jener, die ihre Religion für die (irdische) Welt aufgegeben haben, oder die Religion ausbeuten, würde es so erscheinen, also ob die heiligen Wahrheiten des Korans, welche für keine Sache das Werkzeug sein können, für politische Propaganda ausgebeutet würden. Jede Volksklasse, ihre Unterstützer und Gegner, Beamte und einfaches Volk, alle sollten einen Anteil an jenen Wahrheiten haben, und alle brauchen sie. Die Schüler müssen daher die Politik und den materiellen Kampf völlig vermeiden, und sie dürfen auf keine Weise in sie verwickelt sein, damit sie völlig unparteiisch bleiben.

    Das Sechste Prinzip:
    Das Schriftenwerk vom Göttlichen Licht sollte in dieser Sache nicht angegriffen werden, weil ich Fehler habe. Das Schriftenwerk ist direkt an den Koran gebunden, und der Koran ist an den Höchsten Thron gebunden. Wer hat die Fähigkeit, seine Hand auszustrecken und das Schriftenwerk abzulösen? Wie von dreiunddreißig koranischen Versen, von drei wundersamen Voraussagen des Imam Ali (Gottes Wohlgefallen sei mit ihm) und durch sichere Verkündigungen des Gauth al-A#sam (sein Geheimnis sei geheiligt) angezeigt ist, vollbrachte das Risale-i Nur einen außergewöhnlichen Dienst für dieses Land und ist eine Quelle der materiellen Fülle und des spirituellen Glanzes für das Land, und daher kann das Schriftenwerk nicht für unsere kleinen, persönlichen Fehler verantwortlich gemacht werden. Andernfalls werden diesem Lande materielle und spirituelle Verluste zugefügt werden, und ein Schadenausgleich wird nicht möglich sein.

    So Gott will werden die Angriffe und die teuflischen Machenschaften der uns feindlichen Atheisten gegen das Risale-i Nur vereitelt werden, denn seine Anhänger können nicht mit anderen verglichen werden. Sie können nicht zerschmettert werden, und sie können nicht dazu gebracht werden, das Schriftenwerk aufzugeben, durch Gottes Gnade werden sie nicht besiegt werden. Wenn der Koran ihnen nicht die körperliche Verteidigung verboten hätte .... jene Schüler, die überall sind und öffentliche Gunst gewonnen haben, was wie das Herzblut dieser Nation ist, würden sich niemals in kleinliche und fruchtlose Vorfälle verwickeln lassen, wie dem Scheich-Said-Aufstand und dem Menemen-Aufruhr.
    Gott bewahre, falls sie in die Enge getrieben werden würden und das Risale-i Nur angegriffen werden würde, so würden die Atheisten und Ketzer, welche die Regierung täuschen, das tausendfach bedauern müssen.

    In Kürze:

    Da wir uns nicht in die Welten der weltlich Gesinnten einmischen, sollten sie sich nicht in unser Werk für das Jenseits und unseren Dienst für den religiösen Glauben einmischen.

    (( Ich erzähle hier mittels der Verteidigung eine alte Geschichte und Anekdote, die im vor dem Gericht von Eskisehir nicht preisgegeben wurde und die in den behördlichen Berichten nicht aufgeschrieben wurde, sie wurde auch nicht in meine Verteidigungsreden eingeschlossen.))
    Man fragte mich dort:
    “Was denkst du über die Republik?“
    Ich antwortete:
    “Wie meine Biografie beweist, die ihr in euren Händen habt, war ich ein religiöser Republikaner noch bevor irgendjemand von euch geboren wurde, mit Ausnahme des Vorsitzenden. Eine Zusammenfassung ist dies: wie jetzt lebte ich damals als Einsiedler in einer abgelegenen Türbe. Sie brachten mir Suppe, und immer gab ich den Ameisen Brotkrumen. Ich aß mein Brot, das ich in die Suppe getunkt hatte. Sie fragten mich darüber, und ich sagte ihnen:
    ’Die Ameisen-Völker und die Bienen-Völker sind Republikaner. Ich gebe die Brotkrumen den Ameisen aus Respekt vor ihrem Republikanismus.’“
    So sagten sie zu mir:
    “Du bist gegen die rechtschaffenen frühen Generationen des Islam.“
    Ich sagte ihnen als Antwort:
    “Die vier rechtgeleiteten Kalifen waren sowohl Kalifen wie Präsidenten der Republik.
    Abu Bakr der Wahrhaftige, die Zehn, denen das Paradies versprochen wurde und die Gefährten des Propheten waren wie Präsidenten der Republik. Aber nicht als ein leerer Name und Titel, sie waren Anführer einer religiösen Republik, die den Sinn wahrer Gerechtigkeit und Freiheit im Einklang mit der Scharia trug.“

    Ich sagte ihnen:
    “Herr Staatsanwalt und Mitglieder des Gerichtshofs! Ihr beschuldigt mich, ich würde eine Idee vertreten, die gegen die steht, die ich seit fünfzig Jahren vertrete. Wenn ihr mich über die säkulare Republik fragt, was ich darunter verstehe, so definiere ich: säkular bedeutet, unparteiisch zu sein, d.h. eine Regierungsform, die im Einklang mit dem Prinzip der Gewissensfreiheit sich nicht in die Angelegenheiten den religiös Gesinnten und Frommen einmischt, so wie diese sich nicht bei den Religionslosen und Liederlichen einmischt. Ich zog mich vor fünfundzwanzig Jahren aus dem politischen und gesellschaftlichen Leben zurück, und welche Form die Regierung der Republik angenommen hat, weiß ich nicht. Ich suche Zuflucht bei Gott, sollte sie eine schreckliche Form angenommen haben, wodurch sie die Religionslosigkeit begünstigen, Gesetze erlässt und akzeptiert, um jene zu inkriminieren, die für ihren Glauben und für ihr Leben im Jenseits arbeiten, dann verkünde ich euch furchtlos und warne euch dass, falls ich tausende Leben hätte, ich sie alle bereitwillig für den Glauben und das Leben im Jenseits opfern würde. Tut, was ihr wollt. Mein letztes Wort ist:
    „Gott genügt uns.
    Welch vorzüglicher Sachwalter“
    Weil ihr mich ungerechterweise zur Todesstrafe oder zur Zwangsarbeit verurteilen wollt, sage ich als Antwort: wie das Risale-i Nur entdeckte und mit absoluter Gewissheit zeigte, werde ich nicht hingerichtet werden. Ich werde entlassen und gehe hinüber in die Welt des Lichts und des Glücks. Aber ihr, unsere versteckten Feinde, ihr Wichte, die uns unterdrückten, weil ihr irregeleitet seid! Da ich weiß, dass ihr verurteilt seid zu ewiger Auslöschung und zu immerwährender Einzelhaft, ich habe das gesehen, so habe ich vollkommene Rache an euch genommen und bin bereit, meine Seele mit vollkommener Gemütsruhe aufzugeben!

    Das Siebte Prinzip:
    In Folge von oberflächlichen Nachforschungen, die in anderen Orten durchgeführt wurden, betrachtete das Gericht von Afyon uns als politischen Bund. Meine Erwiderung ist dies:

    Erstens:
    Wie von all meinen Freunden bezeugt wird, habe ich seit neunzehn Jahren keine Zeitung mehr gelesen, noch hörte ich einem Vorleser zu, noch fragte ich, was in ihr steht, und in die letzten zehn Jahren und fünf Monaten erhielt ich keine Nachrichten, außer denen über die Niederlage der Deutschen und über den Terror des Kommunismus, und ich war nicht neugierig und wusste nichts von der Welt. Solch ein Mann hat sicherlich keinerlei Verbindung zur Politik und keinerlei Beziehung zu einem politischen Bund.

    Zweitens:
    Die einhundertdreißig Abhandlungen des Risale-i Nur sind für alle einzusehen. Das Gericht von Eskisehir- begriff, dass die Abhandlungen außer den Glaubenswahrheiten keine irdisch-weltlichen Ziele enthalten und er hatte nichts dagegen, außer bei einer oder zwei Abhandlungen, und das Gericht von Denizli hatte gegen gar keine Abhandlungen Einwendungen. Ich befand mich acht Jahre lang unter beständiger Aufsicht der großen Polizei von Kastamonu, aber sie konnte keinen Kläger finden, außer zwei Assistenten und drei anderen, und jene Anklagen waren bloße Vorwände. Das ist ein eindeutiger Beweis, dass die Schüler des Risale-i Nur auf keinen Fall ein politischer Bund sind. Wenn in der Anzeige mit „Bund“ eine Gemeinschaft gemeint ist, die sich mit dem religiösen Glauben und mit dem Jenseits beschäftigt, sagen wir als Antwort dies:

    Wird der Name „Gemeinschaft“ den Universitätsstudenten und Händlern gegeben, kann er auch auf uns angewendet werden. Aber wenn ihr uns eine Gemeinschaft nennt, welche die innere Sicherheit stören sollte, indem religiöse Gefühle ausgebeutet werden, sagen wir als Erklärung:

    Die Tatsache, dass in keinem Orte über eine Zeitspanne von zwanzig Jahren die innere Sicherheit von Anhängern des Risale-i Nur verletzt wurde, und keine solchen Vorfälle verzeichnet wurden, weder von der Regierung noch von irgendeinem Gerichtshof, widerlegt diese Anschuldigung. Falls der Name Gemeinschaft in dem Sinne benutzt wird, dass sie in Zukunft durch Stärken der religiösen Gefühle die innere Sicherheit brechen könnten, sagen wir dies:

    Erstens, zuvorderst das Direktorat für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet) und alle (Moschee-) Prediger vollführen den gleichen Dienst.

    Zweitens: von einer Störung des Friedens und vom Bruch der Sicherheit kann nicht gesprochen werden, denn die Anhänger des Risale-i Nur schützen die Nation mit all ihrer Kraft und Überzeugung vor Anarchie, und sie halten die öffentliche Ordnung aufrecht und bewahren die Sicherheit. Das Zeugnis dafür wurde im Ersten Prinzip zitiert.

    Ja, wir sind eine Gemeinschaft, und unser Ziel und Programm ist es, zunächst uns selbst und dann unsere Nation vor der ewigen Vernichtung und vor der dauernden Einzelhaft im Zwischenreich zu retten, unsere Volksgenossen vor Anarchie und Gesetzlosigkeit zu bewahren und uns selbst mit den festen Wahrheiten des Risale-i Nur vor dem Atheismus zu schützen, welcher das Werkzeug ist, unser Leben in dieser Welt und in der nächsten Welt zu zerstören.

    Das Achte Prinzip:
    Man sagt, die Abhandlungen enthielten einige heftige Ausdrücke, sie beschuldigen uns, weil sie das Risale-i Nur an anderen Orten mangelhaft und oberflächlich studiert haben. Als Antwort sage ich dies: da unser Ziel der Glaube und das Jenseits ist, so ist es nicht die Auseinandersetzung mit den Weltgesinnten. Und da die Schärfe jener sehr unbedeutenden ein oder zwei Abhandlungen nicht absichtlich war --- wir rempelten die Weltgesinnten an, während wir auf unser Ziel losstürmten --- sollte daraus nicht auf politische Vorurteile geschlossen werden. Und da Möglichkeiten das Eine sind und Geschehnisse etwas anderes sind, und die Anklage gegen uns lautet, dass wir „möglicherweise“ die öffentliche Ordnung stören könnten, aber sie doch nicht störten, ist die Anklage sinnlos, denn jedermann könnte möglicherweise einen anderen ermorden. Und da in einer Zeitspanne von zwanzig Jahren bei ihren gründlichen Überprüfungen und Nachforschungen über zwanzigtausend Menschen und tausende Abschriften und Briefen weder Eskisehir, Isparta noch Denizli irgendetwas finden konnten, was ein wirkliches Verbrechen begründet, musste uns das Gericht von Eskisehir nur einer einzigen kurzen Abhandlung für schuldig befinden, wobei es sich auf einen einzigen Artikel eines „elastischen“ Gesetzes stützte, und das Gericht von Eskisehir konnte nur fünfzehn von einhundert Menschen eine sechsmonatige Haftstrafeverhängen, und das hätte so ausgelegt werden können, als müssten alle, welche Religion lehren, zu Haftstrafen verurteilt werden. Ich frage, falls die zwanzig vertraulichen Briefe, die einer euer Leute in einem Jahr schreibt, untersucht würden, wären in ihnen nichtzwanzig inkriminierende Sätze enthalten, die dem Schreiber Schmach einbrächten? Aber die Tatsache, dass in zwanzigtausend Abschriften der Abhandlungen und Briefe, von zwanzigtausend Menschen handschriftlich kopiert, man nur zwanzig wahrhaft anstößige Sätze finden konnte, zeigt, dass das Ziel des Risale-i Nur einzig und allein das Jenseits ist. Das Schriftenwerk befasst sich nicht mit dieser irdischen Welt.

    Das Neunte Prinzip:
    So wie es sich mit den Angelegenheiten verhält, die der gerechte Staatsanwalt des Gerichts in Denizli in die Anzeige einfügte, weil an anderen Orten ungerecht und oberflächlich berichtet wurde, sind beim Gericht von Afyon --- wie durch das von uns Erfahrene während der Verhöre angezeigt wird, Vorwände benutzt worden, so dass wir der gleichen Angelegenheiten beschuldigt werden. Undatierte Briefe und Korrespondenz über zwanzig, zehn und fünf Jahre und der Fünfte Lichtstrahl mussten herhalten. Eindeutige Antworten darauf sind im Dritten Prinzip oben und in der Zweiten Frage meiner Petition oben zu finden. Für die Vorwände mussten vier oder fünf Abhandlungen aus den einhundertdreißig Abhandlungen des Risale-i Nur herhalten, sowie eine Anzahl von Briefen und Abhandlungen, die vom Gericht in Eskisehir überprüft wurden, und für die wir die Haftstrafen schon bereits abgeleistet haben, und die Texte wurden später vom Gericht in Denizli in gleicher Weise nicht berücksichtigt und freigegeben.

    Mit einer Rede vor dem Gebäude des Kriegsministeriums während der Vorfälle vom 31. März-Vorfalls habe ich acht Bataillone zur Ordnung gebracht, die nicht mehr auf den Scheich ul-Islam und die hohen Religionsgelehrten hörten: kann von solch einem Mann gesagt werden, dass er sich acht Jahre lang bemühte, wie der Polizeibericht aussagte, aber nur zwanzig oder dreißig Menschen täuschen könnte? Konnte er beispielsweise in der großen Stadt Kastamonu nur fünf Menschen täuschen? Für die Angelegenheit in Denizli zog man in Kastamonu all meine Papiere und Bücher, vertrauliche und andere, unter dem Feuerholz hervor, und man studierte sie drei Monate lang, und man konnte in dieser großen Stadt nur die Männer Feyzi, Hilmi, Tevfik und Sadik finden. Weil Feyzi und die anderen mir einige Dienste für Gotteslohn geleistet hatten, wurden sie ins Gefängnis gesteckt, zusammen mit drei Genossen und drei oder vier anderen, die man in Emirdag aufgestöbert hatten. Hätte ich das getan, was der oberflächliche Bericht behauptet, so hätte ich nicht fünf oder zehn Menschen getäuscht, sondern fünfhundert oder vielleicht fünftausend oder sogar fünfhunderttausend. Vor dem Gericht von Denizli zeigte ich die vielen Irrtümer in den Polizeiberichten auf; und so will ich auch hier ein oder zwei Beispiele aufzeigen:

    Sie beschuldigten mich, die „Religion zu verderben,“ denn ich hatte gemäß eines islamischen Brauches seit der Zeit des Propheten eine „Blütenlese des Koran“ (Hisb al-Qurani) wie eine große Anam-Sure aus den hunderten gutbekannten koranischen Versen zusammengestellt, welche die Quellen für das Risale-i Nur bilden.

    Auch wollte man uns beschuldigen, indem man glauben machen wollte, die Abhandlung „Über islamische Kleidung“ (Tesettür Risalesi) sei erst dieses Jahr geschrieben und publiziert worden, obwohl ich für diese Abhandlung schon ein Jahr Haft abgesessen und sie vertraulich behandelt hatte. Wie es im Polizei-Bericht notiert ist, wurde sie unter einigen Stößen Feuerholz hervorgezogen. obwohl der wohlbekannte Mann auf meine ihm vorgetragenen Einwände und harschen Worte im Amt des Sprechers der Nationalversammlung nicht antwortete und schwieg, bezog die Staatsanwaltschaft in stark übertreibender Weise einige natürliche, notwendige, allgemeine und vertrauliche Kritiken in meinen Erläuterungen einer Hadis auf ihn, die ich vor vierzig Jahren geschrieben hatte, und der seine Irrtümer beschreibt, und nach seinem Tode wurde die Hadis als ein Verstoß betrachtet, der dazu dient, uns anzuklagen. Kann es irgendeinen Vergleich geben zwischen den Angelegenheiten oder dem Andenken an einen Mann der tot und dahingegangen ist und nicht länger irgendeine Verbindung mit der Regierung hat, und den Justiz-Gesetzen des Allmächtigen Gottes, die eine Erscheinung der Herrschaft Gottes sind?

    Auch die Gewissensfreiheit, die das Prinzip unter den Prinzipien ist, welches von der Regierung der Republik angenommenen wurde, auf das wir am meisten vertrauten und mit dem wir uns verteidigten, wurde zu etwas gemacht, gegen das wir verstoßen hätten, als ob wir gegen die Gewissensfreiheit wären.

    Auch weil ich die Übel und Fehler der Zivilisation kritisierte, werden mir in den Polizeiberichten unvorstellbare Dinge angedichtet, so als ob ich den Gebrauch von Radio, Flugzeug und Eisenbahn nicht billige; man beschuldigt mich, gegen den modernen Fortschritt zu sein.

    Wird ein Vergleich zu diesen Beispielen gezogen, so werden, so Gott will, das Gericht in Afyon so wie der gerechte Staatsanwalt von Denizli aufzeigen, wie diese Behandlung der Gerechtigkeit entgegen steht und man wird den Täuschungen dieser Polizeiberichte keine Bedeutung beimessen.

    Der seltsamste Irrtum ist Folgender: in einer Passage sagte ich: Obwohl die Menschheit auf des Allmächtigen Gottes oberste Wohltaten des Flugzeuges, der Eisenbahn und des Radios mit endlosen Dankeschöns antworten sollte, taten die Menschen es nicht in jener Weise, und daher ließ Er aus Flugzeugen Bomben auf ihre Häupter regnen. Das Radio ist auch eine höchste Wohltat, und dafür kann Dank entrichtet werden. Indem es zu einem allgemeinen Rezitator des Koran mit Millionen von Zungen gemacht wird, und alle Leute auf dem Antlitz der Erde dann der Koranrezitation lauschen könnten. Ebenfalls erläuterte ich im Zwanzigsten Wort, dass der Koran Voraussagen über die zukünftigen Wunderwerke der Zivilisation macht, und ich sagte, dass ein bestimmter Koranvers anzeigt, dass die Ungläubigen die islamische Welt mit der Eisenbahn besiegen werden. Obwohl ich den Islam drängte, diese Wunderwerke anzuwenden, beschuldigten uns einige Staatsanwälte in früheren Gerichten, gegen den modernen Fortschritt zu sein, und sie machten Flugzeug, Eisenbahn und Radio zur Grundlage der Anklagen gegen uns.

    Ebenfalls sagte jemand, obwohl es in keinem Zusammenhang damit steht, über Risalet ün-Nur, was der zweite Name des Risale-i Nur ist, dass „das Risaletün-Nur ein Sendschreiben (Risalet) aus dem Lichte des Koran sei, d.h. es ist vom Koran inspiriert und es ist ein Erbe, welcher die Funktion der Göttlichen Botschaft und der Scharia ausführt.“
    An einer anderen Stelle der Anzeige wurde dem Schriftwerk ein falscher Sinn gegeben und es so zur Basis anderer Anklagen gemacht, so als hätte ich gesagt: “Das Risale-i Nur ist ein Göttlicher Gesandter (Resûl).“

    Ich bewies mit eindeutigen Argumenten an zwanzig Stellen meiner Verteidigungsreden, dass wir nicht einmal für die gesamte Welt die Religion, den Koran oder das Risale-i Nur ausbeuten würden, und diese drei sollten nicht ausgebeutet werden, und ich bewies, dass wir keine ihrer Wahrheiten gegen die gesamte Weltherrschaft eintauschen würden, und das ist, wie wir tatsächlich sind. Es gab tausende Hinweise auf das, was ich in der Zeitspanne der vergangenen zwanzig Jahre behauptete. Aber im Zusammenhang mit den Verhören in Afyon und in der Anzeige werden wir wegen anderer Polizei-Berichte beschuldigt, all unsere Anstrengungen auf weltlich-irdische Intrigen gerichtet zu haben, zu den hässlichen Spielen dieser (irdischen) Welt geeilt zu sein, die Religion zum Werkzeug niedriger Dinge gemacht zu haben und die Heiligkeit der Religion herabgesetzt zu haben --- und all diese Dinge sollen angeblich unsere Ziele gewesen sein. Da die Anklage so ist, sage ich mit all meiner Stärke:

    „Gott genügt uns.
    Welch vorzüglicher Sachwalter“

    Said Nursi

    ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ ++++++++++++++++++++++++++

    In Seinem Namen, Er sei gepriesen


    Ein Anhang meiner schriftlichen Einwände gegen die Anklage, die der Afyon- Gerichtshof gegen uns erhob


    ((Die ich in diesem Einwand anrede, sind nicht der Staatsanwalt und das Gericht von Afyon, sondern die gehässigen und argwöhnischen Beamten, die wegen falscher und mangelhafter Berichte von Staatsanwälten in anderen Orten und wegen Informationen und Schnüfflern die außergewöhnliche Situation hier und im Amt des untersuchenden Magistrats gegen uns gewendet haben. ))


    Erstens:


    Es ist weit entfernt von der Gerechtigkeit, die Anhänger des Risale-i Nur, die unschuldig sind und keinerlei Beziehung zur Politik haben, einen politischen Bund zu nennen, was völlig grundlos ist und niemals zu uns passt, und es ist weit von der Gerechtigkeit entfernt, die Unglücklichen, welche das Risale- i Nur umfingen und kein anderes Ziel als Glaube und Jenseits haben, zu beschuldigen, Beamte oder Mitglieder des Bundes zu sein, und es ist weit von der Gerechtigkeit entfernt, das Lesen des Risale-i Nur, oder den Unterricht des Risale-i Nur oder sein Abschreiben als ein Verbrechen zu betrachten und die Schüler vor Gericht zu stellen. Ein Beweis, wie weit solch ein Vorgehen von der Gerechtigkeit entfernt ist, ist Folgendes:

    Gemäß den Prinzipien der Gedankenfreiheit und der Freiheit der Gelehrsamkeit werden die Leser der antikoranischen Werke des Doktor Dozy und anderer Atheisten nicht als Verbrecher betrachtet; aber jene welche des Erlernen der koranischen Wahrheiten bedürftig sind und sich danach sehnen, und welche das Risale-i Nur lesen und kopieren, worin jene Wahrheiten so klar wie das Sonnenlicht gelehrt werden, werden als Verbrecher betrachtet. Auch gründet man die Anschuldigungen auf einige Sätze in ein oder zwei Abhandlungen, die wir vertraulich behandelten, bevor sie im Gerichtshof zur Schau gestellt wurden --- vertraulich, damit unter hunderten anderen Abhandlungen ihnen kein falscher Sinn unterstellt werden sollte. Jedoch mit Ausnahme einer einzigen Abhandlung überprüfte sie der Gerichtshof in Eskisehir. Er hatte nur gegen ein oder zwei Punkte in der Abhandlung „Über islamische Kleidung“ etwas einzuwenden, und auf diese Ausnahme wurde äußerst klar und deutlich in meiner Petition und in meinen Einwänden auf die Anklage erwidert. Und die Tatsache, dass „wir Göttliches Licht in unseren Händen haben, und nicht den Knüppel der Politik“, wurde vor dem Gericht in Eskisehir aus zwanzig Perspektiven schlüssig bewiesen. Das Gericht in Denizli überprüfte alle Abhandlungen des Risale-i Nur ohne Ausnahme und hatte gegen keine Abhandlung einen Einwand. Nichtsdestoweniger, diese ungerechten Staatsanwälte übertrugen jene drei oder vier Sätze auf das gesamte Risale-i Nur, und gerade wie man das vierhundertseitige Buch Zülfikar („Schwert Alis“) wegen zweier Seiten konfiszierte, so betrachtete man jene als Verbrecher, die das Risale-i Nur lesen und handschriftlich kopieren, und man wirft mir vor, ich streite gegen die Regierung. Ich rufe jene auf, die mir nahe stehen, zu bezeugen, dass ich mehr als zwanzig Jahre den Gouverneur von Kastamonu nicht kannte und ich nicht wusste, wer die führenden Köpfe der Regierung sind, oder wer ihre Minister, Kommandeure, Beamte und Abgeordnete waren, und ich war nicht neugierig, dies herauszufinden. Jedoch, ein oder zwei Jahre vorher zeigten ein oder zwei Männer ein Interesse an mir, und so erfuhr ich von fünf oder sechs führenden Köpfen der Regierung. Ist es überhaupt möglich, dass jemand die Leute gar nicht kennt, die er angeblich bekämpft, und er den Wunsch, sie zu kennen, nicht hätte, und dass er keine Bedeutung darin sehe, zu erfahren, ob sie Freund oder Feind sind? Daraus wird verständlich, dass man vollkommen grundlose Vorwände erfindet, um mich zu ruinieren, egal was geschieht.

    Da das der Fall ist, sage ich nicht zum Gericht hier, sondern zu jenen ungerechten Männern: keine zwei Groschen gebe ich für die härteste Strafe, die ihr für mich verlangt; sie hat gar keine Bedeutung. Denn ich bin fünfundsiebzig Jahre alt und stehe mit einem Fuß im Grab. Ein oder zwei Jahre des unschuldigen Lebens in Verfolgung gegen den Rang des Martyrertums einzutauschen wäre das größte Glück für mich. Dank der tausenden Beweise des Risale-i Nur glaube ich mit äußerster Gewissheit, dass für uns der Tod unsere Entlassungspapiere ist. Selbst wenn der Tod äußerlich die Hinrichtung ist, so wäre für uns eine einstündige Not der Schlüssel zur ewigen Wonne und Gnade. Aber was euch anbelangt, ihr versteckten, grausamen Feinde, die ihr Justizwesen wegen des Atheismus verwirrt und die Regierung grundlos mit uns beschäftigt! Dessen seid gewiss und zittert! Ihr seid zur ewigen Vernichtung und andauernden Einzelhaft verdammt. Wir sehen, dass Rache an euch genommen wird. Wir bedauern euch sogar. Ja, die Realität des Todes, die diese Stadt einhundert Mal entleert hat, hat Forderungen, die größer sind als das Leben. Einen Weg zu finden, vor dieser sicheren Hinrichtung befreit zu sein, ist das größte Bedürfnis des Menschen, wichtiger als alles andere. Jene, die mit simplen Vorwänden den Anhängern des Risale-i Nur Schuld geben, die diesen Weg für sich selbst gefunden haben; jene, die dem Risale-i Nur Schuld geben, obwohl das Schriftenwerk jenen Weg mit tausenden Beweisen liefert --- wie schuldig sie selbst sind in den Augen der Wahrheit und Gerechtigkeit, das würden selbst Verrückte verstehen.


    Es gibt drei Dinge, welche diese ungerechten Leute täuschen und den Irrtum von einem politischen Bund entstehen lassen, was völlig irrelevant ist.


    Das Erste:

    Die Tatsache, dass seit frühen Tagen meine Schüler wie Brüder glühend an mir hängen ließ den irrigen Eindruck von einem politischen Bund entstehen.


    Das Zweite:

    Einige der Anhänger des Risale-i Nur haben so gehandelt, als ob sie eine islamische Gruppe wären, wie sie überall zu finden ist und wie sie durch die Gesetze der Republik erlaubt ist und von ihnen nicht gestört wird. Das wurde als ein Bund betrachtet. Aber diese begrenzte Zahl von drei oder vier Schüler haben keinerlei politischen Bund beabsichtigt; sie wollten nur dem Glauben dienen, aufrichtig gemeinsam, wie Brüder, und sie wollten einander stützen im Werk für das Jenseits.


    Das Dritte:

    Weil jene ungerechten Menschen von sich selbst wissen, dass sie fehlgeleitet sind und von Weltliebe überwältigt sind, und weil sie einige Gesetze des Staates für sich selbst bequem finden, sagen sie sich:
    „Höchstwahrscheinlich verstoßen Said und seine Freunde gegen die Gesetze des Staates, die unseren Launen passen, die in den Augen der Zivilisation unerlaubt sind. In diesem Falle sind sie ein politischer Bund, der gegen die Regierung arbeitet.“

    So sage ich: Ihr Wichte! Wenn die Welt ewig wäre, und wenn der Mensch für immer in ihr bleiben könnte, und wenn seine einzige Aufgabe allein Politik wäre, so besäße eure Verleumdung vielleicht ein wenig Sinn. Aber wenn ich dieses Werk aus der Perspektive der Politik vollbracht hätte, so hättet ihr nicht zehn Sätze in hundert Abhandlungen, sondern tausend Sätze als politisch und streitbar betrachtet. Nimmt man einmal das Unmögliche an, und wir hätten mit all unserer Stärke für weltlich- irdische Ziele, Genüsse und für Politik gewirkt, was nicht einmal Satan jemandem weismachen kann, selbst wenn es so gewesen wäre: da sich in den letzten zwanzig Jahren kein Vorfall ereignet hat, in den wir verwickelt waren, und da die Regierung nicht ins Herz schaut, sondern auf die Hand, und da alle Regierungen heftige Gegner haben, könnt ihr uns nicht für schuldig im Namen des Gesetzes erklären. Mein letztes Wort ist:

    Mir genügt Gott.
    Es gibt keinen Gott außer ihm
    Auf ihn vertraue ich.
    Und er ist der Herr des majestätischen Thrones.

    (( Nach unserem Freispruch in Denizli lebte ich zurückgezogen und allein und beschäftigte mich nicht mit Politik. Diese neue Angelegenheit, die dazu führte, dass wir in das Gefängnis von Afyon gesteckt wurden, ist daher auf zehn Weisen ungesetzlich, wie ich erläutern werde.))

    Die Erste Weise:

    Wenn, obwohl das Risale-i Nur von drei Gerichtshöfen, drei Experten-Kommittees und sieben Regierungsabteilungen in Ankara und ihren gesetzlichen Körperschaften überprüft wurde, und obwohl alle Abhandlungen einmütig und ohne Widerspruch freigesprochen wurden, und Said und seine fünfundsiebzig Gefährten alle freigesprochen wurden, ohne dass ein einziger Tag Gefängnis verhängt wurde, diese Abhandlungen aufs Neue konfisziert werden, als ob sie verderbliche Schriften wären, so steht das völlig dem Gesetz entgegen, wie jeder mit einem Körnchen Verstand verstehen wird.


    Die Zweite Weise:

    Ein Mann, der für drei ein halb Jahre ganz alleine und zurückgezogen und als Fremder in Emirdag lebte, nachdem er freigesprochen wurde, wobei seine Türe von außen abgesperrt und von innen verriegelt war, der nur einen einzigen Menschen unter hundert für das eigentliche Geschäft akzeptierte, und der sogar die Arbeit des Schreibens aufgab, die er seit zwanzig Jahren gepflegt hatte, und nun nicht mehr schrieb --- dessen Türschloss wurde von politischen Detektiven zerstört und sie stürmten bei einer Razzia seine Wohnung, aber sie konnten nichts anderes finden außer einem arabischen Gebetstuch und einem Wandteppich. Jedermann mit einem Minimum an Gerechtigkeitssinn wird verstehen, wie ungesetzlich es war, ihn in dieser Weise zu belästigen.


    Die Dritte Weise:

    Wie ich vor Gericht sagte: ich bin der Mann, der, wie siebzig Zeugen bestätigen, sieben Jahre lang nichts über den Zweiten Weltkrieg wusste und sich nicht dafür interessierte noch danach fragte, und nun bin ich seit zehn Jahren im gleichen Geisteszustand, und seit fünfundzwanzig Jahren las ich weder eine Zeitung noch lauschte ich einem Vorleser, und seit dreißig Jahren sagte ich: “Ich suche Zuflucht bei Gott vor dem Teufel und der Politik!“, und ich vermied die Politik mit all meiner Kraft; und in zweiundzwanzig Jahren der höchst qualvollen Not, wandte ich mich kein einziges mal an den Staat, damit meine Bedingungen erleichtert würden, denn ich wollte nicht die Aufmerksamkeit der Politiker auf mich ziehen, und ich wollte nicht in die Politik hineingezogen werden --- ist es verträglich mit dem Gesetz, dass die Einsiedelei solch eines Mannes bei einer Razzia gestürmt wird, als ob er politische Intrigen schmiede? Ich war krank, und die Razzia peinigte mich in unerhörter Weise! Jedermann mit einem Minimum an Gewissen wird ihn in diesem Zustand bemitleiden.


    Die Vierte Weise:

    Das Gericht von Eskisehir studierte das Risale-i Nur sieben Monate lang, denn wir waren angeklagt, einen politischen Bund organisiert und einen Sufi-Orden gegründet zu haben, und wegen dieses Verdachtes und wegen des persönlichen Hasses des großen Führers auf uns wurden gewisse Mitglieder des Justizwesens gedrängt, gegen uns zu handeln. Doch das Gericht sprach uns von dem Verdacht frei, einen politischen Bund und einen Sufi-Orden gegründet zu haben, und das Gericht von Eskisehir sprach das Risalel-i Nur von den Vorwürfen frei. Man nahm nur die „Abhandlung über die islamische Kleidung zu einem Vorwand, um Haftstrafen von sechs Monaten über fünfzehn von einhundert Schülern zu verhängen, was nicht im Einklang mit dem Gesetze stand. Sie blieben sie für viereinhalb Monate im Gefängnis, d. h. sie verbüßten Haftstrafen von eineinhalb Monaten.

    Zehn Jahre später sandte das Gericht von Denizli wieder unter dem Vorwand, wir hätten einen politischen Bund organisiert und einen Sufi-Orden gegründet, nachdem es die Briefe und Schriften einer Zeitspanne von zehn Jahren überprüft hatte, fünf Kisten Bücher an das Strafgericht in Ankara. Obwohl diese Bücher zwei Jahre lang genauestens durch die Gerichte von Denizli und Ankara untersucht wurden, wurden sie einmütig für unbedenklich erklärt, was die politischen Gemeinschaften, die Sufiorden und andere Vorwände anging, und man alle Bücher ihren Besitzern zurückgab. Sie sprachen auch Said und seine Gefährten frei. So wird jedermann, der seine Menschlichkeit noch nicht verloren hat, verstehen, wie ungesetzlich es ist, ihn als einen (angeblichen) politischen Aktivisten zu betrachten und ihn anzuklagen, als sei er ein Verschwörer. Es ist ungesetzlich, die Beamten des Gerichtshofs gegen ihn aufzuhetzen.


    Die Fünfte Weise:

    Die Barmherzigkeit ist die Basis meines Weges und des Weges des Risale-i Nur, und seit dreißig Jahren ist die Barmherzigkeit ein Prinzip, nach dem ich lebe; damit kein Schaden den Unschuldigen zugefügt werde, zensiere ich nicht die Tyrannen, die mich verfolgen, und ich verfluche sie nicht einmal. Selbst wenn ich einmal zornig bin über einige jener niedrigen Wichte, die mich aus boshaftem Hass unterdrücken, oder sogar die areligiösen Tyrannen, meine Barmherzigkeit hindert mich daran, mit einem Fluch zu reagieren, ganz zu schweigen von einer physischen Reaktion. Denn diese grausamen Tyrannen haben Eltern und Kinder; ich tue ihnen nichts an, so dass kein materieller Schaden jene vier oder fünf betagten Unglücklichen und Unschuldigen trifft. Zuweilen vergebe ich ihnen sogar. Wegen dieser Barmherzigkeit mische ich mich niemals in die Angelegenheiten der Regierung ein oder störe die öffentliche Ordnung. Überdies, ich empfahl diese Haltung so sehr all meinen Freunden, dass einige der gerechten Polizisten der drei Provinzen zugaben, dass „diese Schüler des Risale-i Nur eine Art Polizei sind; sie bewahren Ordnung, und sie halten öffentliche Sicherheit aufrecht.“ Es gibt tausende Zeugen für diese Tatsache, und sie haben diese Tatsachen durch zwanzigjährige Erfahrung bestätigt; und tausende Anhänger bekräftigten die Tatsache, indem sie in keinen Vorfall verwickelt waren, der von der Polizei aufgezeichnet wurde. Welches Gesetz erlaubt dann, dass die Wohnung dieses unglücklichen Mannes (= Said Nursi) gestürmt wird, als sei er ein Revolutionär oder Geheimagent? Und wie dürfen ihn mitleidlose Männer beleidigen, obwohl sie nichts in seiner Wohnung fanden, als wäre er ein vielfacher Krimineller? Wie konnten sein höchst kostbarer, wundersamer Koran und die Inschriften an den Wänden beschlagnahmt werden, als ob sie schädliche Schriften wären? Welcher Nutzen verlangt, dass tausende religiöse Menschen, die mit ihrer guten Moral so der öffentlichen Ordnung dienen, gegen Regierung und gegen öffentliche Ordnung gewendet werden, nur weil irgendein grundloser Argwohn vorliegt?


    Die Sechste Weise:
    Endloser Dank sei Gott, dass mir vor dreißig Jahren durch Seine Gnade und durch den Glanz des Koran gewahr wurde, wie wertlos und sinnlos der vergängliche Ruhm und die Glorie dieser Welt sind, egoistische Selbstbewunderung und Berühmtheit, und seit dieser Zeit kämpfe ich mit all meiner Kraft gegen meine bösgesinnte Triebseele, und ich strenge mich an, Selbstverleugnung und Selbsterniedrigung zu praktizieren und nicht prahlerisch und heuchlerisch zu sein. Die Männer, die mir helfen und mit mir befreundet waren, sind sich dessen vollkommen gewiss und bezeugen meine Haltung. Seit zwanzig Jahren vermied ich so weit es ging das gute Ansehen bei und die Aufmerksamkeit der Leute, woran jedermann sehr Gefallen findet, und anders als jeder andere widersprach ich, wenn meine engsten Genossen eine übertrieben gute Meinung von mir hatten, und ich verwundete ihre Gefühle, indem ich die in ihren Briefen ausgedrückte Verherrlichung und Huldigung ablehnte. Ich zeigte mich frei von dieser Tugend, und ich sprach alle Tugend dem Risale-i Nur zu, diesem Koran-Kommentar, und daher der gemeinsamen Eigenschaften der Schüler des Risale-i Nur, und ich hielt mich nur für kleinen niedrigen Knecht. Dies beweist, dass ich nicht danach strebte, geliebt zu werden; und ich wollte das nicht und lehnte das ab. Auf Grund von welchem Gesetz werde ich für schuldig gehalten? Ohne meine Zustimmung hatten einige meiner Freunde in einem entfernten Ort eine übertrieben gute Meinung von mir, und sie bejubelten mich und glaubten, ich hätte einen hohen spirituellen Rang inne. Und ich kann Nichts für das, was ein Prediger in der Landschaft Kütahya sagte, den ich gar nicht kenne; und ein Brief mit einer gefälschten Unterschrift wurde nach Kütahya geschickt, aber ich habe nie einen Brief dorthin geschickt. Und ich kann nichts dafür, wenn in Balikesir ein freches Buch erschien, dessen Autor unbekannt ist. Gestattet es irgendein Gesetz in der Welt, dass Beamte ausgeschickt werden, damit sie das Schloss zur Wohnung eines armseligen, betagten, kranken Fremdlings aufbrechen, als ob dieser ein schweres Verbrechen begangen hätte? Die Beamten fanden nur ein Gebetsbuch und einen Wandteppich! Erlaubt irgendeine Politik solch einen Übergriff?


    Die Siebte Weise:

    Welches Gesetz erlaubt es, dass sich jemand bis zu diesem Ausmaß in meine vorrangige und ausschließliche Beschäftigung mit dem Jenseits einmischen darf? In dieser Zeit existieren im Inland so viele aktive politische Parteien und Strömungen, einheimische und ausländische, und der Boden ist reif, Vorteil daraus zu ziehen, das heißt, zahlreiche Diplomaten und Politiker als Unterstützer und Finanziers anstelle meiner kleinen Freundesschar zu gewinnen. Aber ich sagte all meinen Freunden, einzig um nicht in Politik verwickelt zu werden, um meine Aufrichtigkeit nicht zu beschädigen, um die Aufmerksamkeit des Staates nicht auf mich zu ziehen und um nicht vorrangig mit dieser Welt beschäftigt zu sein: „Achtet darauf! Lasst euch von diesen politischen Strömungen nicht mitreißen! Mischt euch nicht in Politik ein! Stört nicht die öffentliche Ordnung!“
    Zwei Strömungen verursachten mir Schaden und Mühsal, weil ich mich in dieser Weise zurückzog: die alte Strömung wegen ihrer grundlosen Befürchtungen; und die neue, weil sie sagt, ich helfe ihr nicht. Trotz alledem mischte ich mich nicht in die Welt der Weltgesinnten ein, und ich beschäftigte mich mit meinem Leben im Jenseits, und ich schrieb nicht einmal einen einzigen Brief an meinen Bruder im Dorfe Nurs in der Region, in der ich geboren wurde, und ich schrieb keine zehn Briefe in zwanzig Jahren an meine Freunde in den Regionen am Van-See. Welches Gesetz erlaubt es, dass ich so belästigt werde, obwohl ich mich ausschließlich mit dem Jenseits beschäftige?

    Erlaubt es irgendein Gesetz, dass die Abschriften des Risale-i Nur beschlagnahmt werden? Aber drei Gerichte fanden nichts Anstößiges im Risale-i Nur. Und unter den Freiheitsgesetzen werden die Publikationen der Religionslosen und der Kommunisten nicht behindert, wenngleich sie äußerst schädlich für Land, Nation und Moral sind. Denn das Risale- Nur wirkt seit zwanzig Jahren um das gesellschaftliche Leben, die Moral und die Sicherheit des Landes aufrecht zu erhalten; und das Risale-i Nur kämpfte wirkungsvoll, um für diese Nation ihre wahre Stütze wiederzugewinnen, nämlich die Brüderlichkeit und die Freundschaft der islamischen Welt. Und es wollte diese stärken; und die Werke des Risale-i Nur wie der Band Zülfikar („Schwert Alis“) und der Band „Der Stab des Moses“ (Asa-yi Musa) wurden drei Monate lang vom Direktorat für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet) auf Befehl des Innenministers studiert, weil die Texte kritisiert werden sollten, aber das Amt für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet) schätzte den Wert des Risale-i Nur, und das Schriftenwerk wurde als „wichtiges Werk“ in die Bücherei des Amtes aufgenommen. Der Band „Der Stab des Moses“ wurde auf das Grabmal des Propheten Mohammed (Gottesheil sei ihm) gelegt und dort von den Pilgern als ein Zeichen der Akzeptanz gesehen. Würde irgendein Gesetz, ein Gewissen und das Recht es gestatten, dass diese Bücher beschlagnahmt werden, als ob sie schädliche Texte wären und zum Gericht geschickt werden müssten?

    Die Achte Weise:

    Einem Manne wurde vollständige Freiheit gegeben, nachdem er zweiundzwanzig Jahre der Mühsal und der ungerechtfertigten Verbannung erlitten hatte, aber er kehrte nicht in seine Heimat zurück, wo er tausende Freunde und Bekannte hatte; er bevorzugte die Einsamkeit und die Fremde, damit er keinen Kontakt zum gesellschaftlichen Leben und der Politik habe; und dieser Mann gab das sehr verdienstvolle Zusammentreffen in der Moschee auf; er verrichtete die täglichen Gebete allein und blieb in seiner Wohnung, das heißt, sein Gemütszustand ließ ihn die Schmeichelei der Leute meiden, wie es zwanzig Jahre seines Lebens bezeugen und es von tausenden wertvollen Türken bestätigt wurde, wobei ein frommer Türke zahlreichen nachlässigen Kurden vorgezogen wird, und er bewies sogar vor Gericht, dass er keine hundert (religiös) nachlässigen Kurden für einen einzigen türkischen Bruder machtvolle Glaubens wie Hafis Ali eintauschen würde; und der, um nicht das Objekt der Verehrung zu sein, sich nicht mit Menschen traf, so lange dies nicht wichtig war und nicht in die Moschee ging, und der seit vierzig Jahren mit all seiner Kraft und all seinen Werken für die Islamische Brüderlichkeit gearbeitet hat, so dass sich die Muslime einander lieben, und der, da die türkische Nation der Standartenträger des Korans ist und vom Koran gepriesen wird, eine große Liebe für die Nation hegt und sein Leben unter den türkischen Menschen verbracht hat. Um diesen Menschen mit der Sprache der Bürokratie zu beleidigen, Propaganda zu machen und seine Freunde zu vertreiben, sagte der frühere Gouverneur: „Er ist ein Kurde, und ihr seid Türken. Er ist ein Schafiit und ihr seid Hanafiten!“ und versuchte so jeden dazu zu bringen, ihn zu verlassen. Und obwohl er über zwanzig Jahre lang und vor zwei Gerichtshöfen nicht dazu gezwungen wurde, seine Kleidergewohnheiten zu ändern, und in dieser Zeit die spitze Mütze der Armee verändert wurde, wurde ein Hut mit Krempe diesem Einsiedler auf das Haupt gesetzt. Was hat das alles für einen Nutzen? Welches Gesetz erlaubt dies?


    Die Neunte Weise:

    Diese ist sehr wichtig und sehr machtvoll; aber sie berührt die Politik, und daher schweige ich.


    Die Zehnte Weise:

    Dies ist ein Angriff, den kein Gesetz erlaubt und der ohne Vorteil ist, und wegen irgendeiner bedeutungslosen Täuschung werden Maulwurfshügel zu Bergen gemacht, und der Angriff ist nicht Teil irgendeines Gesetzes. Hinsichtlich dessen schweige ich auch, damit ich nicht die Politik anspreche, mit der ich mich gemäß meines Weges nicht beschäftige.

    Angesichts der Behandlung, die so in zehn Weisen ungesetzlich ist, ist alles, was ich sage:

    „Gott genügt uns.
    Welch vorzüglicher Sachwalter“

    Said Nursi



    Ich habe noch einige weitere Punkte, die ich den Behörden von Afyon, dem Gericht von Afyon und der Polizei von Afyon vorlegen möchte


    Der Erste Punkt:


    Die meisten Propheten erschienen in Asien und Afrika, und die meisten Philosophen tauchen im Westen und in Europa auf. Es ist ein Zeichen des vorewigen Ratschlusses Gottes, dass in Asien die Religion vorherrscht und die Philosophie an zweiter Stelle steht. In Folge dessen sollte jene, welche in Asien regieren, die nicht bedrängen, die für die Religion arbeiten; man sollte sie ermutigen.

    Der Zweite Punkt:

    Der All-Weise Koran ist der Intellekt und die Gedankenkraft des Hauptes der Erde. Ich suche Zuflucht bei Gott, wenn der Koran den Erdball verlassen müsste, würde der Globus verrückt werden. Es liegt der Vernunft nicht fern, anzunehmen, dass ein anderer Planet mit seinem vernunftlosen Haupt kollidieren könnte, und das würde den Jüngsten Tag hervorrufen. Ja, der Koran ist eine Kette, ein „Seil Gottes“, womit die Erde an den Thron Gottes gebunden wird. Der Koran bewahrt die Erde mehr als die Schwerkraft. Das Risale-i Nur, das ein wahrer und mächtiger Kommentar des Korans ist, ist eine oberste Wohltat Gottes, die ihre Wirksamkeit seit zwanzig Jahren in diesem Jahrhundert gezeigt hat; das Risale-i Nur ist ein ununterdrückbares Wunder des Koran. Die Regierung sollte daher das Schriftenwerk nicht stören und sollte seine Schüler nicht von ihm davon jagen wollen, sondern sollte es schützen und die Leute ermuntern, es zu lesen.

    Der Dritte Punkt:

    Vor dem Gericht von Denizli sagte ich das Folgende in Bezug auf alle Gläubigen, die mit Bitten um Vergebung jenen beistehen, die in der Vergangenheit verschieden sind, und wenn sie ihre guten Werke den Seelen der Verstorbenen widmen.

    Wenn ihr von Millionen gläubigen Klägern vor dem Höchsten Tribunal gefragt werdet:
    “Warum wolltet ihr mit Haft und Verfolgung die Schüler des Risale-i Nur ruinieren, die für das Land arbeiten um die Nation vor Anarchie und Religionslosigkeit zu retten, und ihre Volksgenossen vor ewiger Vernichtung, obgleich ihr auf Grund der Freiheitsgesetze die Publikationen der Atheisten und Kommunisten und der politischen Bünde, die von den Anarchisten gebildet werden, toleriert, und ihr sie nicht dabei gestört habt?
    Welche Antwort werdet ihr und werden jene geben, welche die Anhänger des Risale-i Nur eines Verbrechens überführen und sie ruinieren wollen, obwohl diese den Wahrheiten des Koran dienen? Ich frage euch die gleiche Sache!
    Ich sagte das zu ihnen, und die gerechten Männer sprachen uns frei, und damit zeigten sie die Gerechtigkeit des Justizsystem.



    Der Vierte Punkt:

    Ich erwartete, für die Befragung zu einem Ort der Beratung, nach Ankara oder Afyon gebracht zu werden, wo Fragen gestellt werden wie sich das Risale-i Nur die Lösung vorstellt. Ja, Angelegenheiten über das Auffinden von Wegen, wie die Brüderlichkeit, die Liebe, das Wohlwollen und der moralische Beistand von dreihundertfünfzig Millionen Moslems für diese Nation und dieses Land wieder hergestellt werden könnten. Ein Hinweis, dass das Risale-i Nur das wichtigste Werkzeug ist, das zu leisten, ist dies:

    In Mekka übersetzte dieses Jahr ein ganz hervorragender Gelehrter die wichtigsten Sammlungen des Risale-i Nur in die indische und die arabische Sprache, und er sagte: “Gerade wie er arbeitet durch das Risale-i Nur, die Einheit und die islamische Brüderlichkeit, unsere kraftvollste Stütze, zu retten, so zeigt er, dass die türkische Nation immer in der Religion und im Glauben vorangeht:“

    Ich erwartete auch, dass bedeutende Fragen gestellt werden, wie:
    „Was ist das Ausmaß des Dienstes, den das Risale-i Nur angesichts der Gefahr liefern kann, den der Kommunismus für dieses Land darstellt? Denn der Kommunismus würde das Land in die Anarchie stürzen. Wie kann dieses gesegnete Land gegen diese schreckliche Strömung verteidigt werden?“
    So hätte es sein sollen, doch da einige Angelegenheiten durch die niedrige und persönliche Verleugnung der Gehässigen überproportional aufgebläht wurde, wurden Angelegenheiten, die nicht die kleinste Bedeutung besitzen, diskutiert, die mir unter diesen schwierigen Umständen Mühsal verursachten, desgleichen ich noch nie zuvor in meinem Leben erlitten habe. Sinnlose Fragen wurden zu ein oder zwei geringfügigen persönlichen Angelegenheiten gestellt, die drei Gerichte vorher bereits untersucht hatten und die uns dann diesbezüglich freigesprochen hatten.

    Der Fünfte Punkt:

    Das Risale-i Nur kann nicht bestritten und nicht besiegt werden. Es ließ den widerspenstigsten Philosophen seit zwanzig Jahren verstummen. Es zeigt die Glaubenswahrheiten so klar wie die Sonne. Die Herrscher des Landes sollten von der Stärke des Risale-i Nur profitieren.

    Der Sechste Punkt:

    Wenn mein unwichtiger Charakter auf Grund meiner persönlichen Fehler zerstört wird, und wenn durch verächtliche Behandlung die öffentliche Meinung gegen mich gerichtet wird, so schadet das nicht dem Risale-i Nur, tatsächlich wird es auf einige Arten gestärkt. Denn anstelle meiner sterblichen Zunge existieren die unsterblichen Zungen der hunderttausend Abschriften des Risale-i Nur und sie können nicht zum Schweigen gebracht werden, sie werden sprechen. Und wie bis jetzt werden tausende machtvolle Zungen seiner aufrichtigen Schüler jenen heiligen, universalen Dienst bis zum Ende der Welt weiterführen, so Gott will.

    Der Siebte Punkt:

    Wie ich in den bisherigen Verhören behauptete und wofür ich Beweise vorgelegt habe, täuschen unsere Feinde und unsere behördlichen und nichtbehördlichen Gegner die Regierung, und sie verleiten einige Regierungsmitglieder dazu, uns argwöhnisch zu betrachten und veranlassen das Justizwesen, gegen uns vorzugehen. Diese Feinde und Gegner sind entweder schwer getäuscht oder durch andere getäuscht worden, oder sie sind äußerst verräterische Revolutionäre, die nach Anarchie streben, oder sie sind listige Atheisten, die für den Abfall vom Glauben und gegen den Islam und die koranischen Wahrheiten streiten. Sie nennen den absoluten Despotismus “die Republik“ um uns anzugreifen, und sie machen das Regime zu einer Tarnung für den vollkommenen Abfall vom Glauben, und sie nennen die absolute Liederlichkeit “Zivilisation“, und sie nennen willkürlichen Zwang, der zugunsten des Unglaubens ausgeübt wird „das Gesetz“. Sie haben uns ruiniert und sie haben die Regierung getäuscht, und grundlos zogen sie die Aufmerksamkeit des Justizwesens auf uns. Wir überlassen sie dem Zorne des All-Zwingenden und All-Glorreichen Gottes und nehmen Zuflucht zum Bollwerk des Koranspruches „Gott genügt uns.
    Welch vorzüglicher Sachwalter“
    Und so verteidigen wir uns gegen das Übel unserer Feinde.

    Der Achte Punkt:


    Letztes Jahr schickten die Russen zahlreiche Menschen auf die Wallfahrt nach Mekka, um in einer Propagandaaktion zu zeigen, dass sie dem Koran mehr Respekt erweisen als andere Nationen, und gestützt auf die Religion wollten sie die islamische Welt gegen das religiöse Volk dieses Landes aufbringen. Aber die Hauptsammlungen des Risale-i Nur wurden damals in Mekka, Medina, Damaskus, Ägypten und Aleppo verteilt, und sie gewannen die Wertschätzung der Religionsgelehrten. Dies diskreditierte die kommunistische Propaganda und zeigte der islamischen Welt, dass wie früher die türkische Nation und ihre Glaubensbrüder die Religion und den Koran unterstützen und die älteren Brüder der anderen Völker des Islam sind, und dass sie (die Türken) ihr heldenhafter Führer im Dienste am Koran sind. Diese Sammelbände aus dem Risale-i Nur zeigten dies in jenen heiligen Zentren. Wird das nicht den Zorn der Erde erregen, wenn auf diesen wertvollen nationalen Dienst des Risale-i Nur auf diese Weise mit Qualen reagiert wird?


    Der Neunte Punkt:

    Er ist eine kurze Zusammenfassung einer Angelegenheit, die bei meiner Verteidigung in Denizli bewiesen und erhellt wurde.

    Wenn ein großer militärischer Führer durch seinen Genius und seine Intelligenz alle positiven Tugenden der Armee sich selbst anmaßt und der Armee seine eigenen negativen Übel zuschreibt, werden die mutigen Taten und Tugenden der Soldaten, die ihnen an Zahl ebenbürtig sind, auf einen Mann reduziert, während die Übel des Führers der Zahl nach gleich sein werden mit den Soldaten, was aber ein schreckliches Unrecht ist und der Wahrheit entgegen steht. Da dem so ist, sagte ich zum Staatsanwalt, der mich in unseren früheren Verfahren angriff, weil ich jenem Manne einen Schlag mit einer Hadis versetzte, die ich vor vierzig Jahren ausgelegt hatte:
    „Es ist wahr, ich beleidige ihn wegen der Voraussagen, die von Hadisen gemacht werden, aber ich verteidige ebenso die Ehre der Armee und bewahre ihn vor schwerem Irrtum. Du aber verstößt zugunsten deines Freundes gegen die Ehre der Armee, die der Bannerträger des Korans und ein heldenhafter Führer der islamischen Welt ist.“ So Gott will, der Staatsanwalt sah die Sache richtiger und wurde vor seinem Irrtum gerettet.


    Der Zehnte Punkt:

    In der Justizverwaltung sollte das Wesen der Justiz gewahrt sein, sowie ohne Unterschied die Rechte eines jeden, der sich an ein Gericht wendet. Und die Pflicht der Juristen ist es, allein zugunsten des Rechts zu wirken. Und deswegen saß Imam Ali (Gottes Wohlgefallen sei mit ihm) während seines Kalifats mit einem Juden vor Gericht, und beide wurden gemeinsam verhört. Zu einer anderen Gelegenheit sah ein gerechter Richter, dass ein Beamter über einen verurteilten Dieb zornig war, als er dessen Hand amputierte, wie es das Gesetz verlangte. Der Richter enthob den Beamten sofort des Amtes, und mit Bedauern sagte er:
    „Jene Männer, die bis jetzt von ihren Gefühlen in dieser Weise beeinflusst waren, haben große Fehler begangen.“ Ja, selbst wenn er das Gesetz ausübt, bemitleidet er nicht den verurteilten Menschen, und er darf nicht zornig sein; wenn doch, so handelt er tyrannisch. Wenn er die Todesstrafe zornig ausführt, selbst wenn sie in Vergeltung (Qisas) ist, wird er eine Art Mörder.


    So, in den Gerichtshöfen ist es diese reine, unverfälschte Wahrheit, die herrscht. Aber obwohl uns drei Gerichte freigesprochen haben, und wenn man wüsste, dass neunzig Prozent der Menschen dieser Nation bezeugen würden, dass die Anhänger des Risale-i Nur harmlos sind und nützlich für Nation und Volk, so werden die Schüler des Risale-i Nur zornig und verächtlich behandelt, obwohl sie unschuldig sind und des Trostes und der Nachsicht des Gesetzes bedürfen. Aber da wir uns entschlossen haben, jedes Unglück und jede Beleidigung mit Geduld und Nachsicht zu ertragen, sind wir stumm, und wir stellen die Sache Gott anheim und wir sagen: „Vielleicht liegt etwas Gutes darin.“ Jedoch befürchtete ich, dass diese unschuldigen Pechvögel, die wegen unbegründeten Argwohns und wegen bösartiger Berichte von Informanten auf diese Weise behandelt werden, Unheil erleiden könnten und deswegen musste ich dies schreiben. Auf jeden Fall, wenn es irgendeinen Fehler in dieser Angelegenheit gibt, so ist er der meinige. Diese Pechvögel halfen mir allein bei der Suche nach Gottes Wohlgefallen und um ihren religiösen Glauben und ihr Leben im Jenseits zu retten. Wenn sie solch eine Behandlung erfahren, obwohl sie Lobpreis und Wertschätzung verdienen, ist dies genug, jedermann zornig zu machen.

    Überdies ist es erstaunlich, aber wieder erhob man unbegründete Anschuldigen bezüglich einer politischen Vereinigung. Jedoch haben drei Gerichte diesen Aspekt der Angelegenheit untersucht und uns freigesprochen, und weder die Gerichte, weder die Polizei noch die Komitees der Experten haben irgendeinen Hinweise für irgendeine Vereinigung aufgedeckt, womit solch eine Beschuldigung gerechtfertigt werden könnte. Die Schüler des Risale-i Nur sind eine Bruderschaft, die sich mit dem Jenseits beschäftigt, wie die Schüler eines Lehrers oder die Studenten einer Universität oder die Schüler eines Koran-Lehrers, der sie unterrichtet, damit sie sich den Koran merken. Jene, die Anklagen gegen sie erhoben haben und sie einen politischen Bund genannt haben, müssen alle Händler, Prediger und Schulkinder als zu solchen Vereinigungen gehörend betrachten. Ich sehe daher keine Notwendigkeit, die hier Inhaftierten zu verteidigen, weil solche sinnlosen und grundlosen Anklagen erhoben werden.

    Jedoch hindert mich Nichts daran, das Risale-i Nur mit den gleichen Tatsachen zu verteidigen, wie ich das Schriftenwerk schon drei Mal früher verteidigt habe, denn das Schriftenwerk betrifft genau dieses Land und die islamische Welt; und das Schriftenwerk ist ein nützlicher Grund für Fülle und Segen, materiell und spirituell sowohl für diese Nation als auch dieses Land.

    Ja, wir sind eine Gemeinschaft, aber wir sind eine Gemeinschaft die in jedem Jahrhundert dreihundertfünfzig Millionen Mitglieder hat. Jeden Tag zeigen die Mitglieder mit täglichen Gebeten fünfmal in vollkommener Verehrung ihre Zugehörigkeit zu den Prinzipien dieser heiligen Gemeinschaft und sie zeigen ihren Wunsch, ihr zu dienen. Im Einklang mit dem Programm des Koranspruches
    „Die Gläubigen sind ja Brüder“
    eilen sie mit ihren Bittgebeten und spirituellen Errungenschaften herbei, um einander zu helfen. Ja, wir sind Mitglieder jener heiligen und riesigen Gemeinschaft. Und unsere eigentümliche Pflicht ist es, in bezeugender Form den Leuten des Glaubens die koranischen Glaubenswahrheiten zu vermitteln und sie zu retten und uns selbst zu retten vor der ewigen Vernichtung und vor der beständigen Einzelhaft im Zwischenreich. Wir haben absolut keine Verbindung mit irgendeiner weltlichen, politischen, arglistigen Gesellschaft, politisch oder revolutionär, wie dies uns angedichtet wird; wir erniedrigen uns nicht zu solch einer sinnlosen, zwecklosen Geheimgesellschaft. Jedenfalls haben vier Gerichte dies bis in die feinsten Verästelungen erforscht und dann haben sie uns hinsichtlich dessen freigesprochen.

    Said Nursi



    Meine schriftlichen Einwände, die eine Ergänzung und einen Anhang zu meiner Verteidigung bilden; die Einwände wurden an sechs Ämter der Regierung in Ankara geschickt und dem Strafgerichtshof zu Afyon vorgelegt


    Ich sage dies zum Gericht von Afyon: Genug nun! Meine Geduld ist erschöpft. Es ist ein grausames und noch nie da gewesenes Unrecht: seit zweiundzwanzig Jahren werde ich gequält indem ich grundlos unter ständiger Überwachung in der Verbannung in völliger Isolation und in Einzelhaft gehalten werde; dazu wurden die Anhänger des Risale-i Nur dreimal unrechtmäßig inhaftiert, und uns wurde ein Verlust von hunderttausenden Lira verursacht, weil wir unbegründet verdächtigt wurden und weil mit „Möglichkeit“ statt mit Fakten operiert wurde. Und dies trotz der Tatsache, dass sechs Gerichte in den einhundert Abhandlungen nicht mehr als zwei oder drei Dinge finden konnten, die dem Gesetz zuwider laufen. Die Zukunft und ihre Generationen werden die Tyrannen verfluchen, die für das Unrecht verantwortlich waren. Bis jetzt fand ich Trost, denn es ist meine Überzeugung, dass die Späteren meine Gegner verurteilen werden und sie beim Letzten Gericht in die Tiefen der Hölle werfen werden; und schweigend habe ich das Unrecht ertragen; andernfalls, wir hätten unser Recht voll verteidigen können.


    Sechs Gerichte haben in einer Zeit von fünfzehn Jahren das Risale-i Nur und meinen Briefverkehr überprüft, und fünf Gerichte haben uns inhaltlich in allen Punkten freigesprochen. Nur das Gericht von Eskisehir erhob bei fünf oder zehn Worten einen Einwand in der kurzen Abhandlung über den Hidschab für Frauen, eine einzige Sache, und das Gericht von Eskisehir verhängte eine kurze Haftstrafe unter einem „flexiblen“ Gesetz. Als man dies tat, schrieb ich das folgende in der Berichtigung, die ich auf dem Amtsweg an das Appellationsgericht in Ankara als einziges Beispiel der Ungesetzlichkeit schickte:

    Vor langer Zeit erläuterte ich die koranischen Verse über den Hidschab für Frauen, und dabei folgte ich dem Konsens und den Vorschriften von dreihundertfünfzigtausend Korankommentaren. Die koranischen Verse lehrten und geboten über eintausenddreihundertfünfzig Jahre eine machtvolle, beständige islamische Praxis und ein heiliges Prinzip für dreihunderdfünfzig Millionen Menschen, um sie gegen Einwände eines Atheisten und seiner Kritik an der koranischen Zivilisation zu schützen. Gibt es irgendeine Gerechtigkeit in der Welt, wird das Gericht sicherlich den Schuldspruch für einen Mann und die ihm auferlegte Haftstrafe aufheben, weil er Koranverse ausgelegt hat. Denn er folgte dem Weg, den unsere Vorfahren seit eintausenddreihundertfünfzig Jahren gewählt haben; das Gericht wird sicherlich diesen außergewöhnlichen Schmutzfleck vom rechtlichen Gerüst dieses islamischen Staates beseitigen.
    Ich schrieb dies im Anhang, der meine Berichtigungen enthält, und ich zeigte den Text dem Staatsanwalt. Er war erschreckt und sagte:
    „Dafür besteht keine Notwendigkeit. Deine Haftstrafe (in Afyon) war kurz, und nur ein kleiner Teil davon ist noch abzusitzen. Es besteht keine Notwendigkeit, diesen Text abzuschicken.“
    So, ihr habt die wahrhaft seltsamen Beispiele wie dieses eine in meiner Verteidigung und dieses in meinem Einwand verstanden, die euch und den Regierungsämtern in Ankara vorgelegt wurden. Was ich vom Gericht in Afyon ersuche und erhoffe ist dies: ich erwarte von euch im Namen wahrer Gerechtigkeit, dass ihr über die vollständige Freiheit für das Risale-i Nur entscheidet, dessen Dienst und Pracht der Nation und dem Lande nützt wie eine Armee. Andernfalls muss ich euch informieren, dass, wenn meine fünf oder zehn Freunde, die wegen ihrer Beziehungen zu mir ins Gefängnis gebracht wurden, freigelassen sind, ich die Idee habe, irgendeinen Verstoß zu begehen, der die schwerste Strafe erfordert, so dass ich diesem Leben den Abschiedsgruß entbieten muss. Es ist wie Folgendes:


    Obwohl für das Wohl des Landes und der Nation die Regierung mir vollen Schutz geben sollte und mir helfen sollte, unterdrückt sie mich, und diese Tatsache deutet an, dass die kommunistische Organisation und der geheime atheistische Bund, der die letzten vierzig Jahre gegen mich arbeitet, und mit denen die Regierung sich jetzt verbunden hat, die Kontrolle über wichtige Positionen errungen haben und gegen mich ist. Das bekümmert mich, denn es gibt zahlreiche Hinweise, dass die Regierung entweder von dieser Sachlage nichts weiß oder sie dies gestattet.

    Vorsitzender des Gerichts! Mit deiner Erlaubnis stellte ich dir eine Frage, die mich sehr interessiert: obwohl ich in keiner Weise in die Politik verwickelt war, warum haben mich die Politiker aller zivilen Rechte, aller Freiheiten und sogar aller Lebensrechte beraubt? Und warum hat man meinen sehr sorgfältigen Genossen und loyalen Helfern verboten, irgendeinen Kontakt zu mir zu haben? Denn die Helfer wollten mich gegen jene Pläne schützen, mich zu meuchlings zu ermorden, während ich für drei und ein halb Monate in völliger Isolation gehalten wurde, und sie wollten mich gegen verborgene Feinde schützen, die mich elf Mal vergiftet haben. Obwohl ich betagt, allein, verbannt und krank bin, hinderten die Feinde mich sogar daran, meine gesegneten und harmlosen Bücher zu studieren, die ich immer bei mir trage.


    Ich bat den Staatsanwalt, mir meine Bücher zurück zu geben, aber er gab sie mir nicht zurück, obwohl er es versprochen hatte. Man zwang mich, allein zu bleiben, ich hatte nichts, mit dem ich mich beschäftigen konnte. Die Beamten und Knechte wurden von den Gefängnisleitern ganz einfach ermuntert, mich feindlich zu behandeln anstatt freundlich und hilfsbereit zu sein. Ein kleines Bespiel ist Folgendes: Ich schrieb eine Petition an den Gefängnisleiter, an den Staatsanwalt und an den Vorsitzenden des Gerichts, und ich schickte die Petition an einen Mithäftling, damit er sie in die neuen, mir unbekannten, lateinischen Buchstaben übertrage. Dann vernagelten sie meine Fenster, als ob ich ein schändliches Verbrechen begangen hätte. Der Qualm aus dem Ofen war eine große Pein für mich, und ich bestand darauf, dass man das eine Fenster offen ließ. Nun haben sie dieses auch zugenagelt. Ebenfalls, gemäß der Gefängnispraxis dauert eine Einzelhaft gewöhnlicher Weise vierzig Tage und Nächte. Ich aber wurde drei ein halb Monate in vollkommener Isolation gehalten und man erlaubte keinem meiner Freunde irgendwie mit mir Kontakt aufzunehmen. Aber ich kenne die neuen Buchstaben nicht, und ich war krank, und meine eigene Schrift ist sehr dürftig. Daher verstand ich die vierzigseitige Anklageschrift nicht, die vor drei Monaten verfasst wurde und mir gezeigt wurde. So bat ich die Herren, zwei meiner Schüler kommen zu lassen, die meine Sprache kennen und mir die Anklageschrift vorlesen könnten und denen ich meine Einwände diktieren könnte. Aber die Herren erlaubten mir das nicht. Sie sagten:
    „Der verteidigende Rechtsanwalt soll kommen und vorlesen.“ Dann erlaubten sie es nicht einmal ihm. Dann sagten sie einem meiner Mithäftlinge, er solle die Anklageschrift in die alten osmanischen Buchstaben umschreiben und mir den Text geben. Aber es dauerte sechs oder sieben Tage, diese vierzig Seiten in die alte Schrift zu übertragen. Normalerweise hätte das Verlesen der Anklageschrift eine Stunde erfordert, aber so wurde die Übermittlung auf sechs oder sieben Tage ausgedehnt, damit niemand Kontakt zu mir haben sollte: -- das ist eine schreckliche Unterdrückung und beraubt mich meines Rechtes auf Verteidigung vollkommen. Ein vielfacher Mörder, der zum Strang verurteilt ist, erhält eine bessere Behandlung. Ich leide wahrhaft extreme Mühsal, zumal ich keinen Grund für diese nie gesehene Pein kenne. Ich hörte, dass der Vorsitzende des Gerichts gerecht und freundlich ist. Ich habe daher diese Petition und Klage zum erstenmal und zum letzten Mal geschrieben.

    Said Nursi,

    der krank, armselig und in völliger Einsamkeit leibt.





    Die Anklageschrift umfasst vier grundsätzliche Punkte, die meine Person betreffen


    Der Erste Punkt.

    Ich halte mich für einen Reformator der Religion, als ob ich stolz und selbstsüchtig wäre.


    Ich weise diese Behauptung mit aller Kraft zurück. Außerdem werden alle meine Brüder bezeugen, dass ich niemals die Vermutung akzeptiert habe, ich sei der Mahdi. Das Experten-Komitee des Gerichts von Denizli sagte zwar: „Würde Said sich zum Mahdi erklären, würden all seine Anhänger das akzeptieren.“
    Aber tatsächlich sagte Said in seinen Einwänden: „Ich bin kein Sayyid, der Mahdi wird ein Sayyid sein!“
    So wiederlegte ich die Experten.


    Der Zweite Punkt:


    Der Vorwurf ist, ich hätte heimlich Texte publiziert.

    Unsere verborgenen Feinde sollten die Dinge nicht falsch darstellen, denn es gibt Nichts in meinen Texten, das Politik und öffentliche Ordnung berührt. Auch sollten sie die Maschine zur Vervielfältigung und die alten Buchstaben nicht zum Vorwand nehmen. Sechs Gerichte und verschiedene Abteilungen der Regierung verstanden den Schlag, den das Risalel-i Nur Mustafa Kemal versetzte, doch das bekümmerte sie nicht und sie sprachen uns frei. Sie gaben uns all unsere Bücher zurück, einschließlich des Fünften Lichtstrahls. Überdies, die schlechten Taten Mustafa Kemals wurden aufgezeichnet, um die Würde der Armee zu bewahren. Ein Mann wurde schlecht gemacht, um die Armee mit Wohlwollen zu preisen.


    Der Dritte Punkt:


    „Er ermuntert dazu, die öffentliche Sicherheit zu stören.“

    Diese außergewöhnliche Anschuldigung wird durch die Tatsache widerlegt, dass über eine Zeitspanne von zwanzig Jahren sechs Gerichte und die Polizei von zehn Provinzen keinen einzigen Vorfall gemeldet haben, das ein einziger der Hunderttausenden von Anhängern der Nurculuk und eine der hunderttausend Abschriften der Abhandlungen des Risale-i Nur die öffentliche Sicherheit oder die öffentliche Ordnung gestört hätten. Man hat so etwas nicht entdecken können. Es ist sinnlos, auf ein paar unwichtige Punkte der Anklageschrift zu antworten, denn drei Gerichte haben uns gerade wegen dieser Punkte freigesprochen, und auf diese Punkte ist wiederholt erwidert worden. Wenn wir wegen dieser Punkte angeklagt werden, so verhält sich das so, als wenn das Strafgericht in Ankara und die Gerichte von Denizli und Eskisehir angeklagt würden, die uns hinsichtlich dieser Punkte freigesprochen haben; daher überlasse ich es ihnen, zu antworten. Aber hier sind zwei oder drei weitere Sachen.


    Die Erste Sache:

    Der betreffende Text (im Fünften Lichtstrahl) wurde zwei Jahre lang und eingehend vom Gericht in Denizli und vom Strafgericht in Ankara untersucht, und sie sprachen uns frei und gaben das Buch zurück. Aber die gegenwärtige Anzeige wendet ein oder zwei Punkte im Fünften Lichtstrahl auf einen Führer an, der tot und verschieden ist, und zeigt sie als Verstöße, die der Anklage wert sind. So sagen wir: kein Gesetz kann es als einen Verstoß betrachten, wenn eine gerechte, allgemeine Kritik geleistet wird, die auf einen Mann zutreffen könnte, der tot und verschieden ist und keine Verbindung mit der Regierung hat.

    Der Staatsanwalt manipulierte die Tatsachen und er wählte den einen Aspekt jener allgemeinen Interpretation aus und wandte ihn auf jenen Führer an. Kein Gesetz kann es als ein Verbrechen betrachten, wenn ein Hundertstel eines Sinns, der als Hinweis auf einen Mann verstanden werden kann, in einer vertraulichen und privaten Abhandlungen, die allegorische Hadise auf eine wunderbare Weise erläutert, vorgefunden wird. Da diese Erläuterungen vor dreißig oder vor vierzig Jahren geschrieben wurden, und eindeutige Antworten in meiner Verteidigung und in meinen Einwänden gegeben wurden, die auch drei anderen Gerichten vorgelegt wurden, sowie sechs Ämtern der Regierung in Ankara, aber keine Kritiken erfuhren, kann es sicherlich nicht als im Widerspruch zu irgendeinem Gesetz stehend betrachtet werden, wenn sich die Erläuterungen des wahren Sinns des Hadis als passend für einen fehlerhaften Mann herausstellen.

    Auch die Verdienste der Reformen, an denen jener Mann Anteil hatte und deren Fehler er verschuldet hatte, sind nicht allein die seinen, sondern ebenso Verdienste der Armee und der Regierung. Er hatte nur einen Anteil daran. Gerade wie es sicherlich kein Verbrechen ist, ihn für seine Fehler zu kritisieren, so kann nicht gesagt werden, dass so die Reformen angegriffen würden. Kann es ebenfalls vielleicht ein Verbrechen sein, einen Mann nicht zu lieben, der die Aya-Sofia-Moschee in ein Haus der Götzen verwandelte? Dabei ist die Aya-Sofia-Moschee eine ewige Quelle der Ehre für diese heldenhafte Nation, und sie leuchtet wie ein Juwel im nationalen Dschihad und im nationalen Dienst am Koran, und sie ist ein gigantisches und kostbares Andenken an die Schwerter der Nation! Und dieser Mann verwandelte den Amtssitz des Scheich-ul-Islam in eine Oberschule für Mädchen!


    Die Zweite Sache,

    die mir in dieser Anklagenschrift vorgeworfen wird:

    Drei Gerichte haben mich in dieser Sache freigesprochen, und wie ich vor vierzig Jahren darlegte, als ich die wundersame Interpretation einer Hadis erhellte, sagte Zembilli Ali Efendi, der Scheich-ul-Islam der Menschen und Dschinnen:
    „Es ist nicht erlaubt, einen breitkrempigen Hut auf das eigene Haupt zu setzen, nicht einmal im Spaß.“
    Und alle ´Scheiche des Islam´ und alle islamischen hohen Religionsgelehrten hielten den breitkrempigen Hut für unstatthaft. Die moslemischen Massen waren daher, als sie gezwungen wurden, solche breitkrempigen Hüte zu tragen, in Gefahr, (d.h. entweder hätten sie ihrer Religion entsagen müssen oder sie hätten rebellieren müssen). Aber in einem Abschnitt des Fünften Lichtstrahls, der vor vierzig Jahren geschrieben wurde, wird gesagt:
    „Das Tragen des breitkrempigen Hutes wird aufgezwungen werden, und die Niederwerfung im täglichen Gebet wird verboten werden. Aber der Glaube in den Häuptern der Hutträgern wird den Hut sich verbeugen lassen, so Gott will, und der Hut wird ein Moslem werden.“
    Dieser Text rettete die moslemischen Massen vor Rebellion und Revolte, sowie vor der freiwilligen Verleugnung ihrer Religion und ihres Glaubens. Und überhaupt kein Gesetz kann solch eine Sache den Einsiedlern aufzwingen. Und in zwanzig Jahren wurde ich von sechs Provinz-Verwaltungen nicht gezwungen, den breitkrempigen Hut zu tragen. Und die Beamten in ihren Ämtern, die Frauen und die Kinder, die Leute in den Moscheen und die dörflichen Massen werden nicht gezwungen, den breitkrempigen Hut zu tragen. Der breitkrempige Hut gilt nicht mehr für die Häupter der Soldaten. Und in vielen Provinzen sind jetzt Baskenmützen wie auch gestrickte Kappen nicht verboten. Nichtsdestoweniger, der breitkrempige Hut musste herhalten, um mich selbst und meine Genossen beschuldigen zu können. Könnte irgendein Gesetz in der Welt, irgendein Prinzip, irgendein Gut diese völlig sinnlose Anklage für ein Verbrechen halten?

    Die Dritte Sache,


    wegen der ich angeklagt bin:
    Ich soll angespornt haben, dass in Emirdag die öffentliche Sicherheit gestört werde. Mein Einwand darauf ist wie folgt:

    Erstens:

    Es gibt meine unwiderlegbare Liste der Einwände, die dem Gericht hier und sechs Regierungsämtern in Ankara vorgelegt wurde, mit Wissen und Erlaubnis dieses Gerichtes. Auf genau diese Liste verweise ich jetzt als Antwort auf die Anklage.


    Zweitens:

    Wie von all jenen bezeugt wird, die mich in Emirdag treffen, und wie vom Volk und von der Polizei in Emirdag bestätigt wird, vermied ich mit all meiner Kraft in meiner Einsamkeit die Einmischung in die Politik. Ich gab sogar das Schreiben und den Briefverkehr mit anderen auf. Ich schrieb nichts, abgesehen von zwei Abschnitten. Den einen Abschnitt über die Wiederholung im Koran, den anderen über die Engel. Ich schrieb pro Woche nur einen einzigen Brief zu einem einzigen Ort, um die Leute im Risale-i Nur zu ermutigen. In der Tat, in drei Jahren schrieb ich nur drei oder vier Briefe an meinen eigenen Bruder, der ein Mufti ist und zwanzig Jahre lang mein Schüler war, und er hatte viel Angst um mich und er schickte mir Glückwünsche anlässlich die religiösen Feste. Und zwanzig Jahre lang schrieb ich nicht einmal meinem Bruder in meiner Heimatregion. Und dennoch werde ich in der Anzeige beschuldigt, ich hätte die Sicherheit gestört, und wieder werde ich beschuldigt, ich sei „gegen die Reformen“. Als Antwort sage ich dies:

    Zwanzig Jahre lang haben sechs Gerichte und die Polizei von zehn Provinzen, die mit der Sache zu tun haben, keinen Vorfall aufgezeichnet, bei dem die öffentliche Ordnung und die Sicherheit gestört worden wäre, weil zwanzigtausend Menschen oder vielleicht einhunderttausend Menschen die zwanzigtausend Abschriften des Risale-i Nur begeistert gelesen haben. Diese Tatsache zeigt, dass die Anzeige sich auf eine einzige Möglichkeit von tausend Möglichkeiten bezieht, als wäre sie eine begründete Tatsache. Aber wenn es kein Zeichen gibt hinsichtlich einer einzigen Möglichkeit von zweien oder dreien, kann kein Verbrechen vorliegen. Und es ist nicht eine einzige Möglichkeit aus tausenden Möglichkeiten, jeder, einschließlich des Staatsanwaltes, der mich beschuldigt, könnte zahlreiche Leute töten; sie könnten zugunsten des Kommunismus den öffentlichen Frieden und die Sicherheit stören. Das will heißen: es bedeutet eine Missachtung des Gerichts und des Gesetzes, außergewöhnliche und übertriebene Möglichkeiten anstelle von tatsächlichen Ereignissen zu setzen.


    Jede Regierung hat Gegner. Es ist kein Verbrechen, rein intellektuell gegen eine Regierung zu sein. Die Regierung schaut auf die Hand, nicht auf das Herz. Besonders wenn es um jemanden geht, der große Verdienste für dieses Land und diese Nation errungen, keinen Schaden verursacht hat und später keine Rolle im Leben der Gesellschaft gespielt hat, sondern in absoluter Isolation leben musste und dessen Werke in den wichtigsten Zentren der islamischen Welt geschätzt und bejubelt werden. Ich befürchte, dass jene, die diese außerordentlichen und grundlosen Vorwürfe gegen solche Menschen erheben, ohne es zu wissen zugunsten der Anarchie, ja sogar des Kommunismus’ ausgenutzt werden.

    Ich begriff aufgrund von gewissen Anzeichen, dass unsere Feinde das Risale-i Nur herabsetzen wollen, und wegen des grundlosen Argwohns bezüglich der Mahdi-Frage, die politische Implikationen besitzt, erforschen unsere verborgenen Feinde völlig grundlose Hinweise darauf, dass das Risale-i Nur für die Mahdi-Frage genutzt werde. Vielleicht muss ich auf Grund dieses Verdachts solche Qualen erleiden. Ich sage zu jenen verborgenen tyrannischen Feinden und zu jenen, die ihnen aus Feindschaft lauschen: Gott bewahre! Gott bewahre! Mein Leben von fünfundsiebzig Jahren, und besonders die letzten dreißig Jahre und die einhundertdreißig Abhandlungen des Risale-i Nur und die Tausenden von Menschen, die mir ihre aufrichtige Freundschaft anboten, bezeugen, dass ich zu keiner Zeit meine Ziele in solch einer Weise überschritten habe und die Glaubenswahrheiten nicht zu einem Werkzeug gemacht habe, um Rang, Ruhm und Ansehen für mich zu gewinnen.


    Ja, die Anhänger des Risale-i Nur wissen dies und legten dafür Beweise bei den Gerichten vor, dass ich nicht für mich selbst Rang und Ruhm erringen wollte und dass ich nicht spirituellen Rang und eine hohe Position im Jenseits gewinnen wollte, sondern dass ich den Gläubigen mit all meiner Überzeugung und Kraft bei der Glaubensfrage dienen wollte. Und dafür bin ich bereit, nicht allein mein Leben in dieser Welt und die irdischen vergänglichen Ränge, sondern --- falls notwendig --- mein Leben im Jenseits und die dortigen ewigen Ränge, die jedermann erstrebt, zu opfern. Ich verzichte notfalls sogar auf das Paradies und fahre selber zur Hölle, wenn ich gewisse Pechvögel vor der Hölle retten kann. Gerade wie meine wahren Genossen das wissen, so habe ich diese Haltung in einigen Hinsichten vor den Gerichten bewiesen. Wenn ich in dieser Weise der Unaufrichtigkeit in meinem Dienste am Risale-i Nur und am Glauben bezichtigt werde, und wenn das Risale-i Nur schlecht gemacht und herabgesetzt wird, so wird diese Nation der erhabenen Wahrheiten des Schriftenwerks beraubt.


    Wenn diese Wichte diese Welt für ewig halten und meinen, dass wie sie selber jeder andere die Religion und den Glauben für die Welt ausbeute, dichten sie diesem Mann weltlich-irdische Motive an, der alle Leute der Fehlleitung in dieser Welt herausfordert, der bereit ist, sein Leben in dieser Welt und notfalls sein Leben in der nächsten Welt zu opfern. Und wie er vor den Gerichten behauptet hat, würde er keine einzige Glaubenswahrheit für die Weltherrschaft eintauschen. Auf Grund von Aufrichtigkeit und ihrem Geheimnis entflieht er mit all seiner Kraft der Welt und allen Rängen, sowohl materiellen als auch spirituellen, die auf die Politik deuten. Er erduldete in zwanzig Jahren unvergleichliche Qualen. Wegen seines Weges ließ er sich zu keinerlei politischem Geschäft herab; und er selber sieht sich weit niedriger als seine Schüler, und er hält sich selbst für wahrhaft erbärmlich und unwichtig. Wenn einige seiner Gefährten wegen der außerordentlichen Glaubensstärke, die sie aus dem Risale-i Nur erlangt haben, in ihren privaten Briefen ihm die Tugenden des Risale-i Nur zuschreiben, weil er ihr Erklärer ist; und infolge eines Brauches, der absolut keine politische Färbung hat, sie ihm einen hohen Rang zuweisen – so wie Leute gewöhnliche Menschen, die sie lieben, „mein Herr und Meister! Mein Wohltäter!“ rufen - und sie ihn über Gebühr hochschätzen; und wenn sie dem alten, angenehmen Brauch zwischen Meister und Schüler folgen, gegen den nichts einzuwenden ist und der Dank bedeutet, und wenn sie ihn übermäßig lobpreisen; und wenn sie übertriebene Lobeshymnen schreiben, was ein alter Brauch ist, diese am Ende von schönen Büchern zu schreiben, wenn sie diese Dinge tun, kann das in irgend einer Weise als Verbrechen betrachtet werden? Denn sicherlich steht solch ein Verhalten durch eine gewisse Übertreibung der Wahrheit entgegen, aber er ist ein Fremder, ist allein, hat zahlreiche Feinde, und es gibt zahlreiche Dinge, durch die er seine Helfer verlieren kann. Nur um ihre Moral angesichts vieler Gegner zu stärken und sie an der Flucht zu hindern und um nicht die Begeisterung jener zu zerstören, die ihn übertrieben priesen, veränderte er einen Teil ihrer Texte, so dass sie zum Risale-i Nur passen, und er lehnte ihre Texte nicht völlig ab. Es mag daher verstanden werden, wie weit sich gewisse Staatsbeamte von der Wahrheit, vom Gesetz und von der gerechten Gesinnung entfernt haben, wenn sie den Glaubensdienst des obigen Mannes auf diese Welt beziehen wollen. Dabei ist er hoch betagt und er steht am Tor des Grabes. Mein letztes Wort ist:

    „Die, wenn sie ein Unglück trifft, sagen: ‚Wir gehören zu Gott und wir kehren zu Ihm zurück’“


    Anhang


    Ich sah, dass auf der Rückseite des letzten Berichts bezüglich der Nachforschungen des prüfenden Magistrats geschrieben wurde:

    „Unter dem Vorwand, dass die Erläuterungen dreier Koranverse gegen die Zivilisation nicht im Einklang mit dem gegenwärtigen bürgerlichen Gesetz standen, wurde vor vier Monaten eine Entscheidung vom Kabinett gefällt, dass die Verteilung des Fünfundzwanzigsten Wortes „Der Wundercharakter des Koran“ offiziell zu verbieten ist.“


    Meine Antwort darauf: Die Abhandlung „Der Wundercharakter des Koran“ ist ein Teil des Buches Zülfikar, und nur auf zwei Seiten des Buches stehen Erläuterungen zu diesen drei Koranversen, die in einer Weise, gegen die nichts einzuwenden ist, auf einige Kritiken der westlichen Zivilisation am Koran antworten, und sie waren in drei meiner alten Abhandlungen eingeschlossen. Einer der Koranverse handelt von dem Hidschab für Frauen, der zweite Koranvers „so steht seiner Mutter ein Sechstel zu“ handelt vom Erbrecht; und so auch der dritte Koranvers „dann steht dem männlichen Geschwister soviel wie der Anteil von zwei weiblichen zu.“ Ich erläuterte die Weisheit der Bedeutungen dieser Koranverse in einer Weise, welche die Philosophen zum Schweigen bringen würde, auf zwei Seiten vor zwanzig Jahren und in meinen anderen Abhandlungen vor dreißig Jahren. Es ist daher unser Recht, statt dass das vierhundertseitige Werk Zülfikar wegen des Verdachts, der Text wäre neu geschrieben, gebannt wird, diese zwei Seiten aus dem Buche herausgeschnitten werden und das Buch zurückgegeben wird. Und dies gerade, wenn ein Brief ein oder zwei schädliche Worte enthält, diese Worte herausgeschnitten werden, und die Veröffentlichung des anderen Textes gestattet ist. In dieser Sache suchen wir unser Recht bei eurem gerechten Gericht.


    Da niemand die Möglichkeit fand, zu kommen, um mir die vierzigseitige Anklageschrift vorzulesen, die mir vor einem Monat übergeben wurde, lasen sie mir diese heute am 11. Juni zum ersten Mal vor. Ich hörte zu, und ich bemerkte, dass die Liste meiner Einwände, die ich für euch vor zwei Monaten schrieb, und der Anhang und der Zusatz für meine Einwände vor fast einem Monat an sechs Regierungsämter in Ankara und an euer Büro gegeben wurde. Diese Einwände weisen diese Anklage zurück und zerstören sie. Ich sehe absolut keine Notwendigkeit, die Einwände nochmals zu schreiben. Um die Staatsanwaltschaft daran zu erinnern, erwähne ich jetzt nur die folgenden zwei oder drei Punkte:


    Der Grund, warum ich die Anklage nicht berücksichtigte und nicht auf sie reagierte, war der, dass ich die Ehre von drei gerechten Gerichten nicht beleidigen wollte, die uns freigesprochen hatten. Ich wollte sie nicht verachten. Denn diese Gerichte sprachen uns frei, nachdem sie alle Punkte, die in der gegenwärtigen Anklage stehen, im Einzelnen studiert hatten. Ihre Freisprüche nicht zu beachten bedeutet, die Ehre des Justizwesens zu verletzen.


    Der zweite Punkt:


    Die Staatsanwaltschaft wirft uns gewisse Verstöße vor, auf Grund von groben Fehldarstellungen, wobei unvorstellbare Bedeutungen ein oder zwei Angelegenheiten unter Tausenden zugewiesen werden. Jedoch, diese Angelegenheiten stehen in den großen Sammelwerken des Risale-i Nur. Die Ulema der al-Azhar-Universität in Kairo, die führenden Gelehrten von Damaskus, die aktiven Gelehrten von Mekka und Medina und von Aleppo und so weiter, und insbesondere die forschenden Gelehrten des Direktorats für Religiöse Angelegenheiten haben die Sammelwerke alle gesehen, haben sie wertschätzend gelobt und haben ihnen zugestimmt. So habe ich mit Verblüffung und Erstaunen diese pseudogelehrten Einwände in der Anklage gesehen. Selbst wenn ich einige Fehler gemacht hätte, und wenn die Anklage im Vorwurf korrekt wäre, obwohl tausende Gelehrte die Irrtümer nicht erkannten oder gegen sie waren, so würden die Irrtümer kein Verbrechen darstellen; sie wären nur wissenschaftliche Irrtümer. Überdies sprachen drei Gerichtshöfe das Risale-i Nur und uns selber frei. Nur das Gericht von Eskisehir verhängte eine Haftstrafe über mich und über fünfzehn meiner Gefährten wegen fünfzehn Worten im vierundzwanzigsten Lem´a (Geistesblitz). Diese Abhandlung spricht über den Hidschab für Frauen. Ich schrieb im Zusatz zu meinen Einwänden, dass, falls es auf dem Antlitz der Erde Gerechtigkeit gibt, sie nicht akzeptieren würde, dass ich überführt werde, weil ich diesen Koranvers erläutert habe und mich dem fügte, was in dreihundertfünfzigtausend Korankommentaren niederlegt wurde.

    Die Staatsanwaltschaft hat, als ob Wasser aus tausend Strömen versammelt würde, mit ihrer Schläue eine Zahl von Punkten in Büchern und Briefen benutzt, die in einer Zeitspanne von zwanzig Jahren geschrieben wurde. Das macht die fünf oder sechs Gerichte, die uns in diesem Punkt freigesprochen haben, zu unseren Komplizen bei diesem vermeintlichen Verbrechen. Ich erinnere die Staatsanwaltschaft daran, die Ehre jener gerechten Gerichtshöfe nicht zu verletzen.


    Der Dritte Punkt:

    Selbst die Kritik an einem und der Widerspruch gegen einen Führer, der tot und verschieden ist, dessen Beziehungen zur Regierung aufgehört haben, und der die Ursache gewisser Fehler in den Reformen war, kann kein rechtlicher Verstoß sein. Aber es gab dort nichts ausdrücklich Kritisches. Die Staatsanwaltschaft verwandte meine allgemeinen Äußerungen in der von ihnen unternommenen Fehlinterpretation. Sie veröffentlichte diese vertraulichen Bedeutungen, die wir nicht jedem weitererzählen und lenkte so die Aufmerksamkeit aller auf sie. Sollte dies in irgend einer Form ein Verbrechen sein, so ist die Staatsanwaltschaft dessen schuldig, da sie die Menschen aufgestachelt und ihre Aufmerksamkeit auf diese Bedeutungen gelenkt hat.


    Der Vierte Punkt:


    Die Staatsanwaltschaft untersuchte auf Grund unbegründeter Verdächtigungen, indem sie eine alte Geschichte wiederholte und Wasser aus tausend Strömen sammelte, Hinweise auf eine geheime Gesellschaft, obwohl drei Gerichte uns dessen unzweideutig freigesprochen hatten. Jedoch, während es zahlreiche politische Bünde gibt, die für diese Nation und dieses Land schädlich sind, welche die Behörden gestatten und mit Nachsicht betrachten, die Solidargemeinschaft der Anhänger des Risale-i Nur eine Geheimgesellschaft zu nennen, die, wie durch das Zeugnis von tausenden Zeugen und Zeichen und die Tatsache, dass sechs Provinzen nicht gegen uns einschritten, einzig für das Gute des Landes, der Nation, der Religion, für das Glück in dieser Welt und in der nächsten Welt wirkt und die gegen inländische und ausländische Strömungen kämpft, welche das Verderben möchten und die wie die Staatsanwaltschaft die Anhängergemeinde des Risale-i Nur beschuldigen, sie würden „die Religion ausbeuten, die Menschen aufhetzen, die öffentliche Ordnung und die Sicherheit stören,“ obwohl im Laufe von zwanzig Jahren kein einziger solcher Vorfall in Verbindung mit der Anhängerschaft des Risale-i Nur verzeichnet wurde, das würde nicht allein die Menschheit, sondern die ganze Erde in Zorn versetzen, wodurch solch eine Anschuldigung zurückgewiesen wäre. Jedoch.... etwas Weiteres braucht nicht
    gesagt werden. Meine schriftlichen Einwände und der Zusatz, welche lange vor der Anklage geschrieben wurden, sind meine Antwort darauf.

    Der Häftling Said Nursi
    Gefängnis in Afyon

    In Seinem Namen, Er sei gepriesen.

    Ich sage dies zum Gericht von Afyon und zum leitenden Strafrichter!


    Weil ich es schon ein meiner frühen Jugend nicht aushallten konnte, beherrscht zu werden, löste ich meine Beziehungen zu dieser Welt. Nun ist das Leben durch diese sinnlose und unnötige Unterdrückung eine große Bürde für mich geworden.
    Ich habe nicht die Kraft, die Nachstellung durch tausende Beamte außerhalb zu ertragen. Ich bin das Leben dieser Art satt. Mit all meiner Kraft verlange ich, dass ihr mich bestraft. Das Grab zu betreten, ist nicht in meiner Macht, und ich muss im Gefängnis bleiben. Auch ihr wisst, dass die substanzlosen Vorwürfe, mit denen die Staatsanwaltschaft mich beschuldigt, nicht existieren. Ich kann dieser Verbrechen nicht überführt werden. Jedoch begehe ich ernsthafte Fehler bei meinen wahren Pflichten, deren ich tatsächlich überführt werden kann. Falls es angemessen ist zu fragen, werde ich eure Frage beantworten. Ja, mein einziges Verbrechen unter meinen schwerwiegenden Fehlern ist Folgendes: es erschien mir hier im Gefängnis von Afyon, dass aus der Sicht der Wahrheit es ein unverzeihlicher Fehler war, dass ich, weil ich mich nicht auf die Welt bezog, die schwerwiegende Pflicht, mit der ich im Namen des Landes, der Nation und der Religion beauftragt war, nicht ausführte. Dass ich das nicht wusste, verringert meine Schuld nicht.


    Die Tatsache, dass drei Gerichte uns in dieser Hinsicht freigesprochen haben, zeigt, wie weit von der Wahrheit und Gerechtigkeit jene entfernt sind, die der an weltlichen Dingen uninteressierten Anhänglichkeit der Schüler des Risale-i Nurs an das Risale-i Nur und dessen Deuter, welche nur das Jenseits beachten, den Namen einer weltlichen, politischen Gemeinschaft geben und zu zeigen versuchen, dass sie einer kriminellen Handlung schuldig sind.
    Wir sagen ebenfalls:


    Die Grundlage und das Fundament einer menschlichen Gesellschaft sind die aufrichtigen Bande zwischen Verwandten und die fürsorgliche Verbundenheit von Stämmen und Gruppen, und bezüglich der islamischen Nation die spirituelle Brüderlichkeit und der gegenseitige Beistand der Gläubigen, die Hingabe an die eigene Nation und die unerschütterliche Zugehörigkeit und Parteinahme für die koranischen Wahrheiten und für jene, die sie verbreiten. Nur indem diese Bande geleugnet werden, die das Leben der Gesellschaft sichern und durch die Annahme der „roten Gefahr,“ welche die furchtbare Saat der Anarchie aus dem Norden verstreut, die jüngere Generation und die Nation ruiniert und die Kinder von allen an sich zieht, was die Blutsverwandtschaft und die Nation zerstört und den Weg für das völlige Verderben der menschlichen Zivilisation und das Leben der Gesellschaft bereitet, nur darum können die Schüler des Risale-i Nur eine politische Gemeinschaft genannt werden, was ein Verstoß wäre, der einer Anklage würdig ist. Aus diesem Grunde verkünden die wahren Schüler des Risale-i Nur öffentlich ihre Zugehörigkeit zu den Wahrheiten des Korans und ihre unerschütterliche Bande der Brüderlichkeit, die sich auf das Jenseits beziehen. Weil sie glücklich darüber sind, jede Strafe anzunehmen, die sie wegen dieser Brüderlichkeit erhalten können, geben sie vor einem gerechten Gericht die Wahrheit zu, so wie sie ist. Sie erniedrigen sich nicht dadurch, sich durch Lügen, Kriechereien und Tücken zu verteidigen.
    Der Häftling
    Said Nursi


    Ein Zusatz für die Ergänzung meiner schriftlichen Einwände gegen die Anklage, vorgelegt dem Gericht von Afyon


    Erstens:

    Ich sage euch: die neue Anklage basiert auf den alten Anklagen des Gerichts von Denizli und des Gerichts in Eskisehir und auf den oberflächlichen Untersuchungen des „Expertenkomitees“, welches unser Gegner war. Daher kann ich vor eurem Gericht behaupten: falls ich nicht einhundert Irrtümer in dieser Anklage aufzeigen kann, werde ich mit einer einhundertjährigen Haftstrafe zufrieden sein. Nun habe ich meinen Fall bewiesen; falls ihr wünscht, kann ich euch die Tafel von mehr als hundert Irrtümern präsentieren.


    Zweitens:

    Als während des Gerichtsverfahren in Denizli unsere Bücher und Papiere nach Ankara geschickt wurden, und ich voller Angst und Verzweiflung war, dass ein Urteil gegen uns gefällt werden würde, schrieb ich meinen Freunden den folgenden Absatz, der dem Ende einiger meiner Verteidigungsreden hinzugefügt wurde:

    „Wenn die Beamten des Gesetzes, die das Risale-i Nur mit der Absicht studieren, es zu kritisieren, ihren Glauben durch das Schriftenwerk stärken und retten, so seid Zeuge, dass ich ihnen vergebe. Denn wir sind hier um zu dienen. Wird sind verpflichtet, dem Glauben zu dienen, ohne zwischen Freund und Feind zu unterscheiden, ohne parteiisch zu sein.“

    Ihr Richter am Gericht! In Folge dieser Wahrheit richteten die kraftvollen, unwiderlegbaren Beweise des Risale-i Nur die Herzen der Menschen am Gericht auf sich selbst; was immer ihr mit mir anstellt, ich vergebe euch; ich werde keinen Groll hegen. Darum habe ich, obwohl ich über die extreme Tyrannei und Unterdrückung, die ich erlitt, und über die verächtliche Behandlung und Herabsetzung meiner Person, was bis zu einem Ausmaß geschah, was ich nie vormals erlebt hatte, verärgert war, dies ertragen und noch nicht einmal schlecht über diejenigen gesprochen, die damit zu tun hatten. Die Sammlungen des Risale-i Nur, die ihr in eurem Besitz habt, bilden meine unwiderlegbare, unbestreitbare Verteidigung und meine Einwände auf die Anklagen, die gegen uns vorgebracht werden wie auch auf die Verbrechen, die uns angelastet werden.

    Die führenden Gelehrten von Kairo, Aleppo, Medina und Mekka und die aktiven Gelehrten der Amtes für Religiöse Angelegenheiten Diyanet haben die Sammlungen des Risale-i Nur sehr eingehend studiert und statt sie zu kritisieren, lobten und bejubelten sie die Texte. Daher ist es verblüffend, dass die „klugen“ Männer, welche die Anklage gegen uns zusammenzimmerten, durch einen außergewöhnlichen und offensichtlichen Irrtum zeigten – sie behaupteten, der Koran umfasse vierzig Suren – wie oberflächlich sie die Sache behandelten. Hunderttausende Leute der Weisheit bestätigten das Risale-i Nur unter diesen harten Umständen und sie bestätigen mich selber, der ich in der Verbannung lebe, einsam und armselig bin und Gegenstand schrecklicher Angriffe bin. Aber der Staatsanwalt, der nicht einmal weiß, wie viele Suren der Koran hat, sagte:
    „Obwohl das Risale-i Nur versucht, den Koran zu erläutern und Hadise zu interpretieren, hat es keine gelehrte Substanz oder keinen Wert, wenn es seine Leser in irgendeiner Abhandlung unterrichtet....“ So wird klar, wie weit seine Kritik vom Gesetz, von der Wirklichkeit, von der Gerechtigkeit und Billigkeit entfernt ist.

    Auch möchte ich euch diese Beschwerde vorlegen: zwei Stunden lang durfte ich dem Verlesen der vierzigseitigen Anklage zuhören, die hunderte Irrtümer enthält und unsere Herzen verwundet; aber trotz meines Beharrens habt ihr mir keine zwei Minuten eingeräumt, damit ich als Antwort ein und eine halbe Seite verlese, welche die vollständige Wahrheit enthalten. Im Namen der Gerechtigkeit fordere ich daher, dass ihr mir erlaubt, meine ganze Liste an Einwänden zu verlesen.


    Drittens:

    Jede Regierung hat Gegner. Aber solange sie nicht die öffentliche Sicherheit stören, dürfen sie rechtlich nicht belangt werden. Ich selber und meinesgleichen haben der Welt entsagt, wir arbeiten nur für das Jenseits und wir verbringen den Rest des Lebens innerhalb der vom Koran gelehrten Schranken. Wir sind auf dem Wege, dem unsere Vorväter seit dreizehnhundertfünfzig Jahre folgten. Wir leben nach den Regeln, die zu allen Zeiten von dreihundertfünfzig Millionen Gläubigen geheiligt wurden: --- ist es überhaupt möglich, dass wir diesen Weg aufgeben sollten? Und sollten wir, von unseren Feinden und ihren Listen gezwungen, allein dieses kurze und vergängliche weltlich-irdische Leben wählen? Sollten wir die wilden Gesetze und Prinzipien einer unmoralischen, liederlichen Zivilisation, ja gar eine Art von Kommunismus unterstützen und sie als unseren Weg annehmen? Kein Gesetz und keiner mit dem geringsten Gerechtigkeitssinn würden uns zwingen, dies zu akzeptieren. Wir sagen jenen, die gegen uns sind: Belästigt uns nicht, und wir wollen euch auch nicht belästigen.


    Auf Grund dieser Tatsache unterstütze ich weder intellektuell noch als Gelehrter die willkürlichen Anordnungen eines Führers, die Gesetze genannt werden, welche die Aya-Sofia-Moschee in ein Haus der Götzen und das Amtsgebäude des Scheich ul-Islam zu einer Mädchen-Oberschule gemacht haben. Und was mich angeht, so handele ich nicht im Einklang mit ihnen. Aber obwohl ich seit zwanzig Jahren während einer qualvollen Gefangenschaft stark unterdrückt wurde, habe ich mich nicht mit Politik beschäftigt, noch habe ich die Staatsgewalten herausgefordert oder die öffentliche Ordnung gestört. Obwohl ich hunderttausende Freunde des Risale-i Nur habe, ist kein einziger Fall von Störung des Friedens vermeldet worden. Ich bin meines Lebens überdrüssig auf Grund der außerordentlichen Erniedrigung und der ungerechten Behandlung meiner Person, die ich in der letzten Spanne meines Lebens hier erfahren habe, so wie ich es nie vorher erlebte. Doch empfinde ich selbst bei dieser Unterdrückung Ekel vor der Freiheit. Ich schrieb euch eine Petition und anders als alle anderen sagte ich, dass ich nicht meinen Freispruch will, und dass ich keine leichte Haftstrafe möchte, sondern dass ich die höchste Strafe möchte. Denn um aus dieser nie zuvor gesehenen, außergewöhnlichen und tyrannischen Behandlung errettet zu werden, gibt es für mich keine andere Lösung als der Eintritt ins Grab oder das Gefängnis. Aber da Selbstmord nicht erlaubt ist und die bestimmte Todesstunde unbekannt und außerhalb meiner Macht liegt, ergebe ich mich der Einkerkerung, die ich nun in absoluter Einzelhaft erleide. Jedoch, ich lege diese Petition jetzt nicht um meiner Person willen vor, sondern für meine unschuldigen Gefährten.



    Viertens:

    Das was ich jetzt behaupte, wird bestätigt und bezeugt durch alles, was ich diese letzten dreißig Jahre meines Lebens im Risale-i Nur aufschrieb, wobei ich diese Zeit die Zeit des Neuen Said nannte, und durch die Tatsachen zu meiner Person und durch die gerechten Menschen und Freunde, die mich mit ernsthafter Absicht besuchten: Soweit ich dazu fähig war, versuche ich, meine bösgesinnte Triebseele daran zu hindern, sich der Selbstverherrlichung, dem Streben nach Ruhm und dem Stolz hinzugeben, und vielleicht hundert Mal verletzte ich die Gefühle der Schüler des Risale-i Nur, die übertrieben gute Meinungen von mir haben. Wie durch meine engen Freunde und Genossen und durch die an mir offenbar gewordenen Zeichen bestätigt wird, sagte ich ihnen:
    „Ich besitze nichts; ich bin der armselige Herold des koranischen Juweliergeschäftes.“
    Ich will keinen weltlichen Rang, keine hohe Position und keinen Ruhm für mich gewinnen. Selbst wenn man annimmt, mir würde ein hoher spiritueller Rang verliehen, bin ich über die Möglichkeit erschreckt, dass meine Triebseele einen Anteil an den von mir geleisteten Diensten haben könnte und meine Aufrichtigkeit und meine Absicht verderben könnte. Daher entschloss ich mich, zugunsten meines Dienstes auf diese Ränge und Positionen zu verzichten. Und obwohl ich so handelte und den Dank einiger meiner Brüder für den Gewinn, den sie aus dem Risale-i Nur erhielten, nicht annahm, das eurem Gericht vorgelegt wurde, als sei es eine politische Angelegenheit großer Bedeutung – habt ihr ihren Respekt für mich, der größer ist als der des Sohnes für seinen Vater, zu einem Gegenstand des Verhörs gemacht. Ihr habt einige dazu getrieben, das Schriftenwerk zu verleugnen. Ihr ließt uns erstaunt zuhören. Kann man sich vorstellen, dass dies ein Verbrechen ist, dass ein Unglücklicher gepriesen wird, obwohl er selbst darüber nicht glücklich ist und sich dessen nicht für würdig erachtet?

    Fünftens:


    Ich sage euch mit Gewissheit: wenn die Anhänger des Risale-i Nur beschuldigt werden, einem politischen Bund anzugehören und in die Politik involviert zu sein, obwohl sie absolut keine Verbindung zu irgendeinem Bunde, irgendeinem Verein oder irgendeiner politischen Bewegung haben, so bedeutet das ein wissentlicher oder nichtwissentlicher Kampf gegen uns zum Vorteil einer geheimen atheistischen Organisation, die seit vierzig Jahren gegen den Islam und gegen den Glauben arbeitet, oder zum Vorteil einer Art des Kommunismus, der Anarchie in diesem Lande schafft. Denn drei Gerichte haben in dieser Hinsicht alle Anhänger des Risale-i Nur freigesprochen und alle Abhandlungen des Risale-i Nur freigegeben. Allein das Gericht in Eskisehir verurteilte mich zu einem Jahr Haftstrafe, und von einhundertzwanzig meiner Freunde verurteilte es fünfzehn Männer zu sechs Monate Haftstrafe, wegen einer einzigen Sache in einer kurzen Abhandlung über den Hidschab der Frauen, oder vielleicht wegen des Satzes:
    „Ich (= Nursi) hörte, im Regierungssitz verhielt sich ein Schuhputzer ungehörig gegenüber einer halbnackten Frau eines wichtigen Mannes, und seine erstaunliche Ungezogenheit ist ein Schlag in das schamlose Gesicht eines Menschen, der gegen den Hidschab der Frauen ist.“
    Aber dieser Satz wurde vor langer Zeit geschrieben. Das Risale-i Nur und seine Anhänger jetzt zu beschuldigen bedeutet, dass man drei Gerichte anklagt und sie missachtet.


    Sechstens:

    Das Risale-i Nur kann nicht bekämpft werden. Alle islamischen Gelehrten, die das Schriftenwerk sahen, bestätigten, dass es ein wahrhafter Korankommentar ist, das heißt, es besteht aus machtvollen Beweisen für die koranischen Wahrheiten. Das Risale-i Nur ist ein Wunder des Koran in diesem Jahrhundert, und es ist eine feste Schranke für diese Nation und dieses Land gegen die Gefahren aus dem Norden. Ich habe daher verstanden, dass es eine Pflicht eures Gerichtes ist, die Anhänger des Schriftenwerks nicht abzuschrecken, sondern sie mit Rücksicht auf die allgemeinen Rechte zu ermutigen, und dies erwarte ich von euch. Dank der Freiheit der Wissenschaft werden die Bücher und Magazine der Religionslosen und einiger politischen Atheisten, die schädlich für die Nation, das Land und die öffentliche Sicherheit sind, nicht unterdrückt; daher ist es sicherlich kein Verbrechen, ein Schüler des Risale-i Nur zu sein und den Glauben der unschuldigen, bedürftigen Jugendlichen zu retten und sie vor der Unmoral zu bewahren. In der Tat, die Regierung und das Bildungsministerium sollten das Risale-i Nur bejubeln und ermutigen.
    Meine letzten Worte: Möge der Allmächtige Gott den Richtern erlauben, das Gesetz mit wahrer Gerechtigkeit auszuüben. Amen
    „Gott genügt uns.
    Welch vorzüglicher Sachwalter“
    „Welch vorzüglicher Schutzherr und welch vorzüglicher Helfer“

    Aller Lobpreis sei Gott,
    dem Herrn und Meister
    aller Welten

    Said Nursi







    Mein Letztes Wort


    Ich sage dies zu den Richtern des Gerichts:

    Ich verstand durch die Anklageschrift und meine lange Einzelhaft, dass es in dieser Sache hauptsächlich um meine Person geht, und es wurde als angemessen betrachtet, meinen Charakter zu zerstören- Als ob meine Person für die Regierung, für die öffentliche Sicherheit und für das Land schädlich wäre und als ob ich die Religion als einen Deckmantel benutze, um weltlich-irdische Ziele zu verfolgen und eine Art von Politik betriebe. Angesichts dessen sage ich euch mit vollständiger Gewissheit:

    Kränkt nicht die Schüler des Risale-i Nur wegen dieses unbegründeten Verdacht, indem ihr meine Person verleumdet, denn sie sind dem Risale-i Nur und diesem Lande und dieser Nation ergeben. Denn falls ihr sie kränkt, könnte dies den Weg für großen immateriellem Schaden in diesem Land bereiten, ja Land und Nation könnten der Gefahr ausgesetzt werden. Ich sage euch dies mit Gewissheit: was immer meiner Person durch Beleidigung, erniedrigende Behandlung, Verleumdung, Folter und Gefängnisstrafen zugefügt wird, wegen des Weges, dem ich nun folge, so habe ich beschlossen, es anzunehmen unter der Bedingung, dass wegen mir dem Risale-i Nur und seinen Schülern kein Schaden widerfährt. Es gibt auch eine Belohnung dafür im Jenseits. Während ich weine, bin ich doch froh, da ich auf diese Weise von den Sünden meiner bösgesinnten Triebseele gerettet werden kann. Wären diese armseligen unschuldigen Menschen nicht gemeinsam mit mir ins Gefängnis gesteckt worden, hätte ich mit großer Heftigkeit vor eurem Gericht gesprochen. Ihr habt gesehen, dass der Mann, der die Anklageschrift schrieb, mit seinen Fehldarstellungen und Übertreibungen meinen Charakter zerstören will, und teilweise deutet er das Geschriebene falsch, indem er behauptet, dass all meine Bücher und Briefe, vertrauliche und nicht vertrauliche, die in der Zeitspanne von zwanzig bis dreißig Jahren meines Lebens geschrieben wurden, dieses Jahr geschrieben worden wären, und als ob sie von keinem Gerichtshof je gesehen worden wären, für unbedenklich erklärt worden wären oder dem Gang der Zeit unterworfen gewesen wären. Ich habe hundert Mal gesagt, dass meine Person fehlerhaft ist, und obwohl man mich bei jeder Gelegenheit schlecht gemacht hat, hatte es keine Wirkung auf die öffentliche Meinung über mich, was genug wäre, die Politiker zu beunruhigen. Und der Grund für meine Gelassenheit ist dies: es gibt für eine Schar von Menschen ein großes und überwältigendes Bedürfnis hier zu dieser Zeit, dass die Religion gelehrt und der Glauben gestärkt wird, für Leute, welche die Wahrheit für Nichts aufopfern, und welche die Wahrheit zu einem Werkzeug für Nichts machen, und welche keinen Anteil an der Wahrheit für ihre eigenen Seele annehmen. Nur in dieser Weise kann von dem, was sie über Glauben lehren, profitiert werden und der Glaube daran kann in vollständiger Gewissheit entstehen.


    Ja, es scheint, dass zu keiner Zeit und an keinem Orte das Bedürfnis so groß war, denn die Gefahr ist mit großer Kraft von außen gekommen. Obgleich ich zugab und verkündete, dass ich selber diesem Bedürfnis nicht nachgekommen bin, haben sie angenommen, dass ich bis zu einem gewissen Ausmaß dem Bedürfnis entsprochen habe, nicht wegen meiner Tugend, sondern wegen der Stärke des Bedürfnisses und weil andere nicht an der Front sind. Denn lange Zeit betrachtete ich dies mit Verblüffung und Verwunderung, aber allein jetzt verstehe ich die Weisheit in dieser öffentlichen Beachtung, der ich in keiner Weise würdig bin --- trotz meiner schrecklichen Fehler. Die Weisheit darin ist dies:
    Hier zu dieser Zeit haben das Risale-i Nur und die gemeinschaftlichen Eigenschaften seiner Schüler jenes heftige Bedürfnis auf sich selbst gerichtet. Sie nahmen an, meine Person sei ein Vertreter der wundersamen Wahrheit des Risale-i Nur und seine aufrichtige und reine Eigenschaft --- obwohl mein Anteil an dem Werk und dem Dienst des Schriftenwerks nur ein Tausendstel ist --- und so schenkten die Schüler mir die Aufmerksamkeit. Aber das ist für mich schädlich und eine Last. Das hohe Ansehen steht mir nicht zu. Aber ich blieb stumm und nahm den Schaden um des Risale-i Nur und um seiner gemeinschaftlichen Eigenschaften willen in Kauf. Wegen meines Dienstes am Schriftenwerk nahmen die Schüler an, meine unwichtige Person sei in die Voraussagen über das Risale-i Nur eingeschlossen, das ein Spiegel ist, der zu dieser Zeit den Wundercharakter des All-Weisen Koran reflektiert. Über die gemeinsamen Eigenschaften seiner aufrichtigen Anhänger; wurden von einigen Heiligen Voraussagen auf Grund von göttlichen Eingebungen gemacht, wie Imam Ali (Gottes Wohlgefallen sei mit ihm) und Ghauth al-A#zam (= Geylani; möge sein Geheimnis geheiligt sein). Es scheint, dass ich im Irrtum war, denn in einigen Textstellen schrieb ich ihre freundliche Aufmerksamkeit meiner Person zu und lenkte die Aufmerksamkeit nicht auf das Risale-i Nur. Der Grund dafür war meine Schwäche; offenkundig nahm ich einen Teil der Aufmerksamkeit für mich selbst in Anspruch, um die Dinge zu verhindern, die jene vertreiben könnten, die mir beim handschriftlichen Vervielfältigen halfen und um ihr Vertrauen in das von mir Gesagte zu erhöhen. Ich warne euch! Es ist nicht notwendig, meine vergängliche Person schlecht zu machen, die am Tor des Grabes steht; es besteht keine Notwendigkeit, meiner Person so viel Wichtigkeit beizumessen. Ihr könnt das Risale-i Nur jedenfalls nicht bestreiten, daher fechtet es nicht an. Ihr könnt das Risale-i Nur nicht besiegen. Ihr werdet großen Schaden dieser Nation und diesem Lande zufügen, wenn ihr das Risale-i Nur bekämpft. Ihr könnt jedenfalls die Schüler des Risale-i Nur nicht zerschmettern. Denn der Verteidiger des Koran zu dieser Zeit und seine heroischen Taten --- die in der Sicht der islamischen Welt wie jene der frühen Zeiten sind --- werden den Söhnen der Ahnen dieses Landes, die vierzig bis fünfzig Millionen Martyrer auf dem Wege der Verteidigung des Koran hergaben, nicht erlauben, das Risale-i Nur aufzugeben. Selbst wenn sie davon Abstand nehmen, so sind diese aufrichtigen Schüler mit all ihrem Leben und ihrer Seele an das Schriftenwerk gebunden. Sie werden das Risale-i Nur nicht aufgeben, welches ein Spiegel jener Wahrheit ist, denn durch Aufgabe würden sie dieser Nation und diesem Lande schaden.


    Mein letztes Wort ist:
    „Wenn sie sich abkehren, dann sprich: Mir genügt Gott. Es gibt keinen Gott außer Ihm. Auf Ihn vertraue ich. Er ist der Herr des majestätischen Thrones.“
    Kalbinizle yaptiginiz hersey size geri dönecektir - Hz. Mevlana

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  2. #2
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    Eine Petition, die an das Kabinett geschickt wurde


    Ich möchte dem Kabinett eine Bitte von höchster Wichtigkeit vorlegen.
    Ich bitte das Kabinett, dass die fünfzehnseitige Abhandlung "Der Fünfte Lichtstrahl" aus dem Sammelband "Die Erleuchtende Lampe" entfernt wird. Die Abhandlung wurde vor vielen Jahren geschrieben. Sie wurde später dem Ende des mehr als dreihundertseitigen Sammelbandes angefügt. Die Abhandlung war der Grund dafür, dass das Kabinett den Sammelband "Die Erleuchtende Lampe" beschlagnahmen ließ.
    Es hat sich herausgestellt, dass das Werk für die Unglücklichen, für die Alten und für die an religiösen Dingen Zweifelnden auf viele Weisen nützlich ist. Ich bitte, dass das Textstück, das für schädlich gehalten wird, gebannt wird, aber Erlaubnis gegeben wird, dass die anderen dreihundert Seiten publiziert werden dürfen, so dass die Pechvögel und die Alten in dem Buch Trost finden können und die Bedürftigen von den im Buche enthaltenen Glaubenswahrheiten profitieren können.
    Außerdem besitzt die vierhundertseitige Sammelung Zülfikar ("Das Schwert Alis") zwei Seiten, die vor dreißig Jahren geschrieben wurden; sie erläutern zwei Koranverse über das Erbrecht und den Hidschab. Damit sollte den Philosophen Europas geantwortet werden. Der Sammelband enthält eine Zeile über das Bankwesen aus dem Buche "Zeichen des Wundercharakters des Koran" (Ischarat’al-I#dschaz), das vor dreißig Jahren publiziert wurde. Die Zeile betrifft den Koranvers
    „Aber Gott hat das Verkaufen erlaubt und das Zinsnehmen verboten“
    Der Sammelband Zülfikar enthält eine Zeile, die vor dreißig Jahren geschrieben wurde, als ich im Haus der islamischen Weisheit (Darul-Hikmet) arbeitete. Das Oberhaupt der Anglikanischen Kirche stellte damals sechs Fragen an das Amt des Scheich ul-Islam. Ich bitte, dass die genannten Texte aus dem Sammelbande Zülfikar herausgenommen werden. Weil sie nicht mit dem gegenwärtigen Zivilgesetz übereinstimmen, wurde der Sammelband konfisziert. Der Sammelband möge dann zurückgegeben werden. Denn der Sammelband Zülfikar wurde von der islamischen Welt sehr gelobt, und sein Nutzen wurde tatsächlich gesehen. Der Sammelband beweist auf wundersame Weise drei der Glaubenspfeiler. Das ist es, was wir erbitten, und es ist unser Recht. Gerade wie fünf Worte in meinem Brief zensiert werden und die Masse erlaubt ist, so bitten wir um dieses wichtiges Recht. Wir verlangen, dass zusammen mit dem Koran und den Gläubigen, die durch das Risale-i Nur der Nation, dem Lande und der öffentlichen Sicherheit dienen, wir werden von der Unterdrückung durch jene befreit werden, die hinsichtlich unserer Person Maulwurfshügel zu Bergen machen. Außerdem sah ich seit achtzehn Jahren keine Kopie der Schrift "Die Sechs Angriffe," die ich voller Zorn über die strenge Unterdrückung schrieb, die ich damals erlitt. Ich sagte, die Schrift wäre vertraulich, und ich gab keine Erlaubnis, dass sie publiziert werden dürfte. Die Schrift kam jedenfalls in die Hände von drei oder vier Gerichten und diese gaben die Schrift an die Besitzer zurück.
    Said Nursi


    In Seinem Namen, Er (Gott) sei gepriesen.
    ((Der Text wurde geschrieben, um dem Experten-Komitee des Direktorats für Religiöse Angelegenheiten zu danken. Ich erkläre drei Punkte, um bei der Korrektur der geringfügigen Kritiken zu helfen. Die Antwort auf die Kritiken ist klar.))

    Der Erste Punkt:
    Ich danke jenen Gelehrten auf drei Weisen. Was mich angeht, so bin ich ihnen dankbar.
    Erstens:
    Abgesehen vom Fünften Lichtstrahl haben sie die anderen Traktate des Sammelbandes "Die Erleuchtende Lampe" zusammenfassend gelobt.
    Zweitens:
    Sie widerlegten die gegen uns erhobenen Beschuldigungen, wir hätten einen Sufi-Orden gegründet, hätten einen politischen Bund gegründet und hätten die Sicherheit gestört.
    Drittens:
    Sie bekräftigten meinen Fall am Gericht von Afyon. Das heißt, ich sagte zum Gericht: Gibt es irgendeine Schuld, so ist sie die meinige. Die Schüler des Risale-i Nur sind aufrichtig und unschuldig und sie arbeiten am Risale-i Nur für ihren Glauben. So, das Experten-Komitee (des Staates) entlastet auch die Schüler des Risale-i Nur und schreibt alle Fehler mir zu. So sage ich zu den Mitgliedern des Komitees: Möge Gott Wohlgefallen an euch haben!
    Nur machten sie die verstorbenen Hasan Feyzi und Hafis Ali und zwei oder drei andere Brüder, welche die Erben jener beiden gesegneten Martyrer sind, und die nach deren System arbeiten zu Komplizen bei meinen Verbrechen. Aber sie waren auf eine Weise im Unrecht. Denn Hasan Feyzi und Hafis Ali waren mir nicht bei den Fehlern, sondern beim Dienst am Glauben voraus, und sie wurden mir durch die Gnade Gottes als Helfer gegeben, aus Gnade für meine Schwäche, und sie waren frei von meinen Fehlern.
    Der Zweite Punkt:
    Das Experten-Komitee sagte, dass einige der Hadise im Fünften Lichtstrahl "zweifelhaft" und andere "falsch" wären. Dies wurde in der gleichen Weise geschrieben wie die Anklageschrift in Afyon, die gegen uns gerichtet war. Aber ich bewies mit einer Tafel, die fünfzehn Seiten lang ist, dass sie einundachtzig Irrtümer enthielt. Das
    verehrte Experten-Komitee sollte die Tafel sehen. Ein Beispiel für einen der Irrtümer ist wie folgt:
    Der Staatsanwalt sagte:
    "Alle Interpretationen sind falsch, und die Hadise sind entweder falsch (maudu) oder zweifelhaft." Und ich sage: Eine Hadis zu interpretieren bedeutet zu sagen, dass die Hadis wahrscheinlich so oder so gemeint ist. Gemäss der Logik ist es möglich, die Möglichkeit jenes Sinns zu widerlegen, wenn bloß seine Unmöglichkeit bewiesen wird. Aber gerade wie der Sinn in diesem Jahrhundert gesehen wurde und Wirklichkeit wurde, so erwies sich der eine Aspekt der Universalität der Schicht der anspielenden Bedeutung sichtbar den einen Blitz der wundersamen Voraussagen der Hadis in dieser Zeit als wahr, und sie kann daher in keiner Weise geleugnet oder abgelehnt werden.
    Es wurde in der Tafel auch bewiesen, dass der Ausspruch des Staatsanwalts, "alle diese Hadise sind entweder falsch oder zweifelhaft", in drei Aspekten falsch ist.
    Der Erste Aspekt:
    Es ist in zehn Hinsichten falsch, solche Hadise in ihrer Ganzheit zu leugnen, denn Imam Ahmad ibn Hanbal, der eine Million Hadise auswendig kannte und Imam Bukhari, der fünfhunderttausend Hadise auswendig kannte, hatten nicht den Mut, sie zu leugnen, und so ist solch eine Leugnung nicht möglich. Der Staatsanwalt hat nicht alle Hadis-Bücher gesehen. Die meisten Menschen der Gemeinschaft der Muslime hat in jedem Jahrhundert das Auftauchen dessen erwartet, was diese Erzählungen bezeichnen oder darauf, den einen Aspekt ihrer allgemeinen Bedeutungen zu sehen. Sie sind von der Gemeinschaft der Muslime bestätigt worden und eine Anzahl der Aspekte und der Muster von ihnen, die völlig wahr sind, sind aufgetaucht und wurden bezeugt.

    Der Zweite Aspekt:
    Der Sinn von maudu ist, dass eine Hadis keine Hadis mit einer bezeugten Kette von Autoritäten ist. Maudu bedeutet nicht, dass der Sinn der Hadis falsch wäre. Da in der Gemeinschaft der Muslime und insbesondere unter den Leuten der Wahrheit und unter den denjenigen, die ihnen die Wahrheiten enthüllt haben, wie auch einige der Hadis-Gelehrten und einige Rechtsexperten sie akzeptiert haben und das Auftauchen dessen, was sie anzeigen, erwartet haben, enthalten diese Hadise sicherlich Wahrheiten, die jedermann betreffen genauso wie Sprichwörter.

    Der Dritte Aspekt:
    Welche Frage oder welche Erzählung gibt es, dass die Gelehrten, deren Wege und Schulen alle verschieden sind, ihr nicht widersprochen haben? Beispielsweise, eine der Hadise über das Auftauchen mehrerer Dadschdschale ist die folgende Hadis, welche ausdrücklich die Zwietracht unter Hulagu und Dschingis Khan voraussagt:
    "Das abbasidische Kalifat wird lange andauern, bis es in die Hände des Dadschdschal fällt."

    Wie diese Hadis, die behauptet, dass nach fünfhundert Jahren ein Dadschdschal im Islam auftauchen wird, geben zahlreiche Hadise Nachricht über die Gestalten, die in der Endzeit auftauchen werden. Nichtsdestoweniger, einige der Mudschtahide, die aus verschiedenen Schulen kamen, akzeptierten sie nicht, und sagten, dass diese Hadise nicht bezeugt oder zweifelhaft wäre. Jedenfalls.... der Grund, warum ich diese lange Geschichte kurz angesprochen habe, steht im Zusammenhang mit dem Risale-i Nur. Denn gerade wie vier heftige Erdbeben im zeitlichen Zusammenhang mit Angriffen auf das Risale-i Nur standen, was den Zorn der Erde anzeigte, so geschahen zwei Erdbeben hier, während ich diese Antwort schrieb. Es war wie dies:
    Zwei Erdbeben ereigneten sich zu der Zeit des Leiden, das mir aufgrund der Wunden geschah, welche mir die chirurgische Operation des Expertenberichts verursachte und der mir an jenem Abend gegeben wurde. Ebenso litt ich unter meinen kummervollen Schwierigkeiten, die daher rührten, dass ich keinen Kontakt mit anderen hatte und dass ich selbst mit meiner elenden Schreibfeder schreiben musste. Ja, ich erhielt an jenem Abend den Bericht vom Direktorat für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet), auf den ich während meiner achtmonatigen Qual in Einzelhaft das größte Vertrauen gesetzt hatte. Ich hatte erwartet, dass der Bericht uns zur Hilfe kommen würde. An diesem Morgen verstand ich, dass mit den banalen Dingen sie nicht mir, sondern dem Staatsanwalt geholfen hatten. Ich sah, das sie sagten:
    "Said sagte, dass die letzten vier Erdbeben Fälle des Wunderwirkens des Risale-i Nur waren."
    Dann, als ich schreiben wollte, wie ich in der Tafel der Irrtümer geschrieben hatte:
    "wie angenehmes Almosengeben ist das Risale-i Nur ein Mittel, durch dass Unheil abgewehrt wird!" geschahen hier zwei Erdbebenstöße , was mich veranlasste, der Abschnitt nicht zu schreiben, und so höre ich damit auf und gehe zum Dritten Punkt weiter.
    Der Dritte Punkt:
    Ihr genauen, wahrheitsliebenden und gerechten Gelehrten des Experten-Komitees! Es ist ein langgehegter und angenehmer Brauch unter den Gelehrten, dass sie Lobesworte und Lobpreis, zuweilen in übertriebener Form, zuweilen bescheiden, am Ende der edlen Werke anderer schreiben und sie veröffentlichen. Die Autoren sind den Verfassern solcher Lobesworte dankbar und zufrieden, und ihre Rivalen klagen sie nicht der Prahlerei an. So konnte ich das nicht als sorgfältiges Studieren, exaktes Wissen, freundliche Unterstützung und Gerechtigkeit ansehen, dass ihr dies als Selbstverherrlichung betrachtet habt, dass ich die Lobesworte nicht insgesamt abgelehnt habe, die von einigen besonderen und aufrichtigen Schülern des Risale-i Nur im Stile des verstorbenen Hasan Feyzi und des Martyrers Hafis Ali verfasst wurden. Wobei sie mir in meiner Hilflosigkeit, Schwäche, Einsamkeit und Verbannung helfen wollten, da mich viele ungerechte Leute wild angriffen und ablehnten. Sie wollten die Bedürftigen ermuntern, das Risale-i Nur zu umarmen. Ich war darüber bekümmert. Diese meine reinherzigen Freunde dachten niemals an Politik, sondern bewahrheitet durch mathematische Berechnung sagten sie:
    "Ein Aspekt und eine geringere Bedeutung des allgemeinen anspielenden Sinns der Hadis ist das Risale-i Nur!" Man kann davon nicht sagen, dass dies falsch ist. Auf jeden Fall. selbst wenn die Eulogie sehr übertrieben war oder sogar falsch, so wäre sie immer noch nur ein wissenschaftlicher Fehler. Und jedermann kann seine eigenen Meinungen schreiben. Ihr wisst, wie viele verschiedene Ansichten und Meinungen in den Werken der zwölf Schulen der Scharia aufgeschrieben sind, und besonders in den Schulen der Hanafiten, Malekiten, Schafaiten und Hanbaliten, und bei den fast siebzig Autoritäten der Wissenschaft von der Theologie und der Grundprinzipien der Religion. Jedoch nie zuvor war das Bedürfnis nach Übereinstimmung und der Vermeidung von Zwietracht zwischen den Religionsgelehrten so groß. Nun sind wir gezwungen, den Konflikt in nebensächlichen Angelegenheiten beiseite zu lassen und sie nicht zum Gegenstand des Disputs zu machen.

    Ich habe drei Fragen, die ich den unparteiischen Hodschas im Komitees der Experten stellen möchte:

    Die Erste Frage:
    Ist ein Mensch eines Vergehens schuldig, wenn jemand ihn mit einer guten Absicht lobt? Besonders wenn der Gepriesene das gar nicht will - könnte dies als Selbstliebe betrachtet werden, falls er, soweit er kann, solches Lob zurückweist oder ihn auf etwas anderes lenkt? Um seinen aufrichtigen Freund nicht zu verlieren, tadelt er ihn nicht, und er antwortet mit Schweigen. Er sagt, dass das Lob hundertfach größer ist als das, was ihm gebührt.

    Die Zweite Frage:
    Dies ist die Zeit schrecklicher Angriffe auf die Religion und dies ist die Zeit wichtiger religiöser Fragen. Verdient einer, unter den Anhängern des Risale-i Nur, der die Wahrheit liebt, solchen Tadel und solche Beleidigung wegen eines harmlosen, kleinen wissenschaftlichen Irrtums und wegen einer fehlerhaften Sicht? Ist es statthaft, dass der Schüler, der diese Lobesworte schrieb, einen solchen Schlag durch das Rechtswesens erhielt? Dabei hätte er von Meistern euresgleichen eine sanfte Warnung erwartet!

    Die Dritte Frage:
    Ist eure Kritik, die sich auf eine oder zwei Punkte des Risale-i Nur beziehen, angemessen? Denn die Schrift ist in diesen zwanzig Jahren trotz ihrer zahlreichen Gegner niemals erschüttert worden, und sie stärkte den Glauben von Tausenden von bedürftigen Leuten! Ebenfalls erinnere ich die exakten Gelehrten an das Folgende: weil sie einen Brief von mir am Beginn der Eulogie Ahmed Feyzis sahen, kritisierten sie mich in ihrem Bericht, als ob ich die Lobesworte für mich selbst geschrieben hätte. Aber der Brief ist geschrieben worden, nicht um die Lobesworte für mich selbst zu akzeptieren, sondern um sie aus der Lobrede herauszunehmen. So löschte ich einen Teil. Andere Worte des Lobes wollte ich verändern, aber weil ich mich beeilen musste, sandte ich den Brief zu einem meiner Genossen, ohne die Änderungen zu Ende zu führen. Der Genosse setzte dann den Brief vor das Lob. Als der Text privat an eine Person geschickt werden sollte, wurde er von staatlichen Behörden einbehalten. Ist solch ein privates Lob, das rein wissenschaftlich ist und eine persönliche Ansicht war, und das von Freund zu Freund geschickt wurde mit der Absicht, einen Rat zu erbitten, wie es zu verändern sei, solch heftige Einwände wert? Außerdem bestanden die beiden kleinen Sammlungen, die in Rot und Schwarz gebunden waren, aus einer Anzahl von vertraulichen Briefen, die privat an Freunde geschrieben waren, um zu gratulieren, zu ermuntern und um sie zu erfreuen. Ein oder zwei Menschen waren an ihnen interessiert und hatten sie zu einem Buch zusammengestellt, damit sie nicht verloren gehen. Bei den Razzien fiel das Buch in die Hände der Polizei. Gibt es irgendein Bedürfnis dafür, absurde Vermutungen über solche Briefe vorzubringen und die Briefe zum Gegenstand des Verhörs zu machen und zu versuchen, sie mit Politik in Verbindung zu bringen? Bedeutet das nicht, blind zu sein für die schrecklichen Drachen, die den Koran angreifen, ja nicht einmal auf sie zu schauen und statt dessen die Stechmücken bekämpfen zu wollen?
    Bedeutet es nicht, dass man bei der Beschlagnahme dieser Sammlung mithilft, wenn man Saracoglu ignoriert, der die Religion und die Übung Mohammeds als ein "Gift" bezeichnet und wenn man die Sammlung "Die Erleuchtende Lampe" bestreitet, die die Wahrheit des Korans so klar wie die Sonne zeigt und beweist, dass er das beste Heilmittel für die Wunden der Menschheit ist? Wir erwarten von Menschen wie euresgleichen Balsam für unsere Wunden, wir erwarten eure Einsicht und Hilfe, und wir sind durch eure geringfügige Kritik nicht beleidigt.
    Der Häftling
    Said Nursi
    //////////////////////

    In Seinem Namen, Er sei gepriesen!
    (Dies ist die Einführung für die Texte, die im Folgenden erscheinen)
    Wir wollten mit wahren, gerechten Beweisen die gegen uns gerichtete Entscheidung des Gerichts von Afyon widerlegen und den Prozess am Berufungsgericht zu unseren Gunsten wenden, und um einige der Irrtümer der Anklageschrift kurz aufzuzeigen, schrieben wir genau die Abschnitte aus den vertraulichen Abhandlungen auf, die die Ankläger als Verstöße betrachteten, und wir legen die Irrtümer dar, und wir zeigen jenen, die uns schuldig sprechen, dass sie sich eines Verstoßes schuldig gemacht haben.
    Zum Beispiel:
    Um über mich die Höchststrafe verhängen zu können, schrieben die Ankläger am Ende der Anklageschrift als ein Verzeichnis aller meiner Verbrechen:
    "Die Dinge die Said ablehnt: Erstens: Die Abschaffung des osmanischen Reiches und des Kalifats." Das ist Beides falsch und übersieht etwas. Denn vor fünfzehn Jahren im Gefängnis von Eskisehir erwiderte ich auf eine Frage über mein Schreiben im Sechsundzwanzigsten Geistesblitz, in der "Abhandlung für die alten Leute:
    "Ich war bekümmert über das Vergehen der Herrschaft des Kalifats."
    Und meine Antwort brachte den Gerichtshof zum Schweigen. Jeder, der eine unbedeutende Erinnerung, die mit der Zeit vergeht, für ein Verbrechen hält, wobei sie verziehen wurde und als unschuldig betrachtet wurde, wird selbst schuldig.
    Als dokumentarischen Beweis für dieses vermeintliche Verbrechen wiesen die Ankläger auf eine Hadis aus einem der Geistesblitze, die auch in der Abhandlung "Die Wunder Mohammeds (Gottes Segen und Heil sei mit ihm)" zu finden ist: "Nach mir wird das Kalifat dreißig Jahre dauern, dann wird die Herrschaft eine gewalttätige Monarchie sein, dann Verderbtheit und schließlich Tyrannei.“ Das heißt, nach den vier rechtgeleiteten Kalifen wird Verderbnis sein. Ich schrieb in einer meiner alten Abhandlungen, dass diese Hadis drei wundersame Voraussagen enthält. Dann wurde mir die Hadis in der Anklageschrift als Verbrechen untergeschoben: "In einem seiner Traktate sagt Said: Nach dem Kalifat wird Tyrannei und Verderbtheit sein.“
    Ihr oberflächlichen Mitglieder des Komitees! Jeder, der es als ein Verbrechen betrachtet, die wundersame Voraussage einer Hadis zu erläutern, welche die weitverbreitete spirituelle und materielle Verderbnis unter der Menschheit heutzutage und ein Ereignis voraussagt, das Chaos auf Erden verursachen wird, ist selber schuldig, sowohl spirituell wie materiell.
    Die Ankläger schrieben auch:
    "Ein Mensch ist schuldig der politischen Reaktion, wenn er die Erneuerung als eine Fehlleitung und die Reformen als Atheismus ansieht, wie beispielsweise das Schließen der Sufi-Tekken, der Sufi-Saviyen und der religiösen Schulen (Medresen), die Einführung des Säkularismus; die Etablierung von nationalistischen Prinzipien statt des Islam, das Tragen des breitkrempigen Hutes, das Verbot der islamischen Kleidung der Frauen, die Vorschrift, das lateinische Alphabets anstelle des koranischen Alphabets zu gebrauchen, das Rezitieren des Gebetsrufes und des Iqama- Rufes auf Türkisch, das Verbot der religiösen Unterweisung in Schulen, die Anerkennung gleicher Rechte für Frauen im Erbrecht und die Abschaffung der Polygamie."
    Das ungerechte Komitee! Der Koran der Wundersamen Darlegung war in jedem Jahrhundert der heilige, himmlische Führer von dreihundertfünfzig Millionen Menschen, war das Programm all ihrer Glückseligkeit und die heilige Schatzkammer des Lebens dieser und der nächsten Welt. Ist es möglich, so zahlreiche deutliche Verse des Korans zu leugnen, die keiner Erläuterung bedürfen, Verse über den Hidschab für Frauen, über das Erbrecht, über die Polygamie, das Gottesgedenken, die Unterweisung im religiösen Wissen und seine Verbreitung und über die Erhaltung der Wahrzeichen der Religion? Ist es möglich, alle maßgeblichen Ausleger des islamischen Gesetzes und alle "Scheiche des Islam" zu Verbrechern zu machen? Könnt ihr das Vergehen der Zeit aufheben? Könnt ihr die zahlreichen richterlichen Freisprüche aufheben? Könnt ihr die Vertraulichkeit und den privaten Aspekt der Dinge abschaffen? Könnt ihr die Gewissensfreiheit und die Gedankenfreiheit und die intellektuelle und gelehrte Opposition abschaffen? Könnt ihr sie aus diesem Lande und seiner Regierung entfernen? Erst dann könnt ihr mich für diese Dinge schuldig sprechen. Andernfalls werdet ihr vor dem Gericht der Wahrheit, der Wirklichkeit und der Gerechtigkeit auf schreckliche Weise schuldig sein!
    Said Nursi
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    ((Obgleich der Abschnitt gegen die Ankläger gerichtet ist, betrachtete ihn das Gericht erstaunlicherweise als gegen uns gerichtet))
    Ich sage vor diesem Gericht: wenn es irgendeine Form von Gerechtigkeit auf dem Antlitz der Erde gibt, wird sie die ungerechte Entscheidung ablehnen, die einen Mann verurteilt, der eine Göttliche Herrschaft herausgestellt hat, die im gesellschaftlichen Leben von dreihundertfünfzig Millionen Muslimen in jedem Jahrhundert seit eintausenddreihundertfünfzig Jahren als äußerst heilig und authentisch betrachtet wurde, wobei er der Übereinstimmung und Bestätigung von dreihundertfünfzigtausend Korankommentaren folgte. Die Gerechtigkeit würde dieses Urteil aufheben.
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    ((Ein Abschnitt, der das Gericht mit Erstaunen und Anerkennung in sein Urteil schrieb, als ob er gegen uns spräche. In Wirklichkeit verdammt er aber die Ankläger))
    Im Sechsundzwanzigsten Brief spricht Said Nursi über sich selbst wie folgt:
    "Dieser euer elender Bruder hat drei Persönlichkeiten, die weit voneinander sind:
    Die Erste Persönlichkeit:
    Als Herold des erhabenen Schatzes des All-Weisen Koran habe ich zeitweilig eine Persönlichkeit, die einzig dem Koran gehört. Der äußerst erhabene Charakter, der vom Rang eines Herolds verlangt wird, ist nicht mein Charakter. Ich besitze solch einen Charakter nicht. Er besteht vielmehr aus den Eigenschaften, die vom Rang und von der Pflicht erzwungen werden. Was immer ihr in mir von dieser Art Eigenschaft seht, ist nicht die meine, daher betrachtet mich nicht so, als besäße ich sie. Sie gehört zum Rang.

    Die Zweite Persönlichkeit:
    Durch die Gnade des Allmächtigen Gottes wurde mir eine Persönlichkeit zur Zeit der Gottesanbetung gegeben, wenn ich dem Hofe Gottes zugewandt bin. Diese Persönlichkeit entfaltet gewisse Kennzeichen. Diese Kennzeichen kommen aus "dem Wissen der eigenen Fehler, dem Bewusstsein von der eigenen Bedürftigkeit und Ohnmacht, und der demütigen Zufluchtnahmen beim Hofe Gottes."
    Und das ist Grundlage und Bedeutung der Gottesanbetung.
    Durch diese Persönlichkeit weiß ich, dass ich elender, machtloser, bedürftiger und fehlerhafter als jeder andere bin. Selbst wenn die ganze Welt mich lobpreisen und bejubeln würde, könnte sie mich nicht glauben machen, dass ich gut wäre oder irgendeine Vollkommenheit besäße.

    Die Dritte Persönlichkeit:
    Ich habe meine wahre Persönlichkeit, das heißt die schlechte Persönlichkeit des Alten Said, das heißt gewisse Charakterzüge vom Alten Said geerbt. Zuweilen tendiert sie zu Heuchelei und begehrt Amt und Würden. Auch weil ich nicht aus einer edlen Familie komme, machen sich niedrige Charakterzüge bemerkbar, wie Sparsamkeit bis hin zum Geizes und das Sich-nichts-Gönnen. Meine Brüder! Ich will die vielen geheimen Fehler und Krankheiten dieser Persönlichkeit nicht beschreiben, ansonsten würde ich euch insgesamt davonjagen ... . Der Allmächtige Gott zeigte in mir barmherzig Seine Kraft, so dass Er meine Persönlichkeit benutzt, die wie die des niedrigsten gemeinen Soldaten ist, damit ich den Geheimnissen des Koran diene, was der höchsten Position eines Feldmarschalls ähnelt. Dank sei Gott hunderttausend Mal! Die Triebseele ist gemeiner als alles andere, und die Pflicht ist umso höher ..."
    Aller Lobpreis sei Gott,
    dies ist eine Wohltat meines Herrgottes!
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    ((Dies ist ein Abschnitt, der den Afyon-Gerichtshof auf schlimme Weise erschreckte, so dass die Ankläger ihn in das zu unseren ungunsten in das Urteil aufnahmen. Doch waren diese heftigen Worte fünfzehn Jahre zuvor geschrieben worden und wurden später durch das Folgende abgemildert))

    Dieser Satz sollte die Ankläger die Angelegenheit mit Gerechtigkeit betrachten lassen:
    "Meine Genossen! Um der Unschuldigen und der alten Leute willen rächt euch nicht an jenen, die mich zu unrecht töten. Die Pein des Grabes und der Hölle sind für sie genug."

    “Ich widersetze mich euch ganz allgemein auf Grund der Behandlung, die ihr mir angedeihen ließet und auf Grund eurer Ansichten. Ihr opfert eure Religion und euer Leben im Jenseits für euer Leben in dieser Welt.
    Nach dem, was ihr sagt und auf Grund des Gegensatzes zwischen uns sind wir, anders als ihr, immer dazu bereit, unser Leben in dieser Welt für unsere Religion und das Jenseits zu opfern. Wenn zwei oder drei Jahre des elenden Lebens unter eurer Herrschaft geopfert werden, um das heilige Märtyrertum zu gewinnen, so ist das für uns wie das Wasser des Paradiesflusses Kauthar. Jedoch um euch erzittern zu lassen, sage ich euch dies mit Gewissheit. wobei ich auf den Glanz und die Hinweise des All-Weisen Koran baue:
    "Ihr werdet nicht leben, nachdem ihr mich getötet habt! Ihr werdet durch eine Hand, gegen die man sich nicht widersetzen kann, aus der Welt vertrieben, aus eurem Paradies und von euren Geliebten. Schnell werdet ihr in immerwährende Finsternis geworfen. Nach mir werden eure nimrodgleichen Anführer schnell getötet werden und zu mir geschickt werden. In der Gegenwart Gottes werde ich sie am Kragen packen und sie, gestützt auf Göttliche Gerechtigkeit, in das Tiefste der Tiefen hinabwerfen; ich werde Vergeltung üben!“
    "0 ihr elenden Wichte, die ihr die Religion und euer Leben im Jenseits für diese Welt verkauft! Wenn ihr leben wollt, bedrängt mich nicht! Wisset, wenn ihr gegen mich vorgeht, so wird an euch viele Male Rache genommen --- und zittert! Ich erhoffe von der Gnade Gottes, dass mein Tod der Religion mehr dienen wird als mein Leben, und mein Tod wird über euren Häuptern explodieren wie eine Bombe und wird euch zerschmettern! Sorgt für meine Qualen, wenn ihr den Mut habt! Wenn ihr nur etwas tut, so werdet ihr sehen!" Der Abschnitt schließt mit einem koranischen Vers.

    ///////////////
    ((Das Gericht in Afyon bezichtigte mich dessen, obwohl der Abschnitt sie beschuldigt, extremistisch zu sein)
    In Ankara betrat Mustafa Kemal böse und zornig das Amt des Parlamentssprechers. Er sagte:
    "Wir haben dich hier her beordert, damit du uns deine wichtigen Ideen erläuterst. Aber du kamst und schriebst Dinge über das fünfmalige tägliche Gebet und hast Zwietracht unter uns gesät."
    Said sagte zu ihm:
    "Die nicht täglich das fünfmalige Gebet verrichten, sind Verräter, und die Äußerungen der Verräter müssen abgelehnt werden."
    Mustafa Kemal entschuldigte sich, wobei er seinen Zorn hinunterschluckte. Obwohl die Gefühle und Prinzipien Mustafa Kemals verletzt worden waren, wagte es niemand, den Alten Said anzurühren. Diese gebieterischen Anführer fürchteten sich sogar vor ihm. Es steht geschrieben, dass dies durch die wundersame Kraft der zukünftigen Persönlichkeit der zukünftigen heldenhaften Schüler des Risale-i Nur geschah, und dass dies ein strahlendes Beispiel des Wunderwirkens des Risale-i Nur war.
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    ((Ein Abschnitt, der gegen uns verwendet wurde, aber der das Gericht in Afyon schuldig spricht))
    Es wird gesagt:
    "Wir unterstützen weder intellektuell noch auf wissenschaftlicher Basis die willkürlichen Befehle, des Führers, genannt Gesetze, der die Aya-Sofia-Moschee zu einem Haus der Götzen machte und das Amtsgebäude des Scheich-ul-Islam in eine Mädchen-Oberschule. Hinsichtlich meiner Person handle ich nicht im Einklang mit diesen Befehlen."
    Es wird in Nursis Petition vom 29.8.1948, gesagt:
    "Ein Gedanke kam mir, und er war folgendermaßen: die Tatsache, dass der Staat mich unterdrückt, obwohl er um das Wohl der Nation und des Landes willen mich schützen und mir beistehen sollte, deutet darauf hin, dass die geheime atheistische Organisation, die gegen mich kämpft, gemeinsam mit der verbündeten kommunistischen Organisation wichtige staatliche Positionen besetzt hat und nun gegen mich auftritt.
    Die Regierung ist darüber entweder nicht informiert oder gestattet es. Könnte es tatsächlich ein Verbrechen sein, einen Mann nicht zu lieben, der die Aya-Sofia-Moschee in ein Haus der Götzen verwandelte? Sie ist ja eine ewige Quelle des Stolzes für eine heldenhafte Nation und eine leuchtende Zierde in der Welt und zeigt den Dienst der Nation am Koran und dem Dschihad, sie ist ein riesiges und kostbares Andenken an die Schwerter der Nation! Und dieser Mann wandelte auch das Amtsgebäude des Scheich-ul-Islam in eine Mädchen-Oberschule um."

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    ((Den Abschnitt, den der Afyon-Gerichtshof berücksichtigte, war das Schwerwiegendste, um Said schuldig zu sprechen. Der Gerichtshof gab diesen Worte, die Said vor dem Gericht von Denizli gegen seine versteckten Feinde nutzte, einen völlig falschen Sinn und der Gerichtshof bezog den Abschnitt auf den Staat und verwandte ihn, um Said schuldig zu sprechen))
    Er nannte "einige der neuen Gesetze des Staates, womit die Reformen durchgeführt wurden, 'willkürlichen Zwang zugunsten des Unglaubens', er nannte die Republik ‚einen absoluten Despotismus’, er nannte das Regime ‚einen absoluten Glaubensabfall und Kommunismus’, er nannte die Zivilisation ‚absolute Liederlichkeit’“
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    (( Ein Abschnitt, der in verblüffender Weise und wohlwollend in die Entscheidung des Gerichts von Afyon aufgenommen wurde))

    Das handschriftlich Kopieren des Risale-i Nur zieht reichen Nutzen sowohl in dieser Welt wie in der nächsten Welt nach sich.
    Der Nutzen ist Folgendes:

    1) Moralischer Kampf gegen die Anhänger der Fehlleitung
    2) Hilfe für den Ustad Bediüzzaman bei der Verbreitung der Wahrheit.
    3) Den Moslems hinsichtlich des Glaubens dienen.
    4) Wissen durch die Schreibfeder erwerben.
    5) Gottesverehrung ausüben in der Form des reflektierenden Denkens;
    eine Stunde Nachdenken kommt der Gottesverehrung von einem Jahr gleich.
    6) Das Grab in einem Zustand des Glaubens betreten.
    Das Abschreiben zieht auch fünf Arten des weltlich-irdischen Nutzen nach sich:
    1) Fülle beim eigenen Unterhalt
    2) Behaglichkeit des Gemüts und Glück.
    3) Fülle des eigenen Lebensunterhalt.
    4) Erfolg in dem, was man tut.
    5) Weil man ein Schüler des Risale-i Nur ist, hat man Anteil an den Gebeten und den Bittgebeten, die von allen Schülern des Risale-i Nur verrichtet werden. Dies wird bald von den Jungen verstanden werden, und die Universität wird sich bald in eine Schule des Risale-i Nur verwandeln.
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    ((Es ist erstaunlich, aber sie betrachteten diese aufrichtige Widmung als ein Verbrechen))
    Einer der beiden Pläne, die von den heimlichen Heuchlern verfolgt werden:
    Sie wollen meinen guten Namen zerstören; als ob auf diese Weise das Risale-i Nur abgewertet werden könnte.
    Der zweite Plan:
    Sie verhindern die Verbreitung des Risale-i Nur, indem sie die Schüler des Risale-i Nur verängstigen und schwächen. Fürchtet euch niemals!
    Die Häupter der Unglücklicen unseresgleichen mögen für eine heilige Wahrheit geopfert werden, für die Millionen heldenhafter Häupter geopfert wurden.
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    ((Es ist außergewöhnlich, aber Hasan Feyzi's höchst aufrichtiges, aber äußerst wahres Vorwort und Lob, das mit der Realität im Einklang stand und kein Schaden, sondern ein Nutzen für viele war, wurde vom Gericht in Afyon als ein Vergehen betrachtet. Weil die Lobesworte am Ende des einen Sammelbandes stand, dienten sie als Grund, den Sammelband zu beschlagnahmen)
    Hasan Feyzi schrieb einen Brief; dessen Inhalt im Folgenden wiedergegeben wird:
    “0 Risale-i Nur! Es gibt keinen Zweifel, dass du die Sprache der Wahrheit bist und die Inspiration der Wahrheit und dass du mit Erlaubnis Gottes geschrieben worden bist." "Ich gehöre niemandem. Ich wurde keinem Buch entnommen. Ich wurde aus keinem Werk gestohlen. Ich gehöre zu Gott und zum Koran. Ich bin ein wundersames Licht, das sich aus einem unsterblichen Werk ergießt."
    "Du bist ein höchst prächtiges Buch der Wahrheit und Gnade. Du schmückst und ehrst einige deiner besonderen, aufrichtigen Schüler mit den Zierden der Heiligen und gereinigten Gelehrten. Überdies, deine Abhandlungen betraten die Gerichtshöfe nicht als ein Verbrecher und Verdächtige, sondern als ein Lehrer, Erzieher und Leiter. In jeder Sitzung des Gerichts hast du prächtig und glorreich deine Macht und Kraft, deine Größe und deinen Stolz entfaltet. Du wuschest sie mit dem Wasser des Glaubens und des Korans."
    "0 Ustad!
    Knecht und Interpret des Risale-i Nur! Ustad, Gottesknecht, geistlicher Sohn des Imam Ali (Gottes Wohlgefallen sei mit ihm) und Schüler des Ghauth al-A#sam (=Geylani, sein Geheimnis möge geheiligt sein)! Erhebe mich zum erhabenen Grade deines Wissens!"
    "Er brauchte nur ein Kilogramm Nahrung jeden Monat, eingewickelt in Papier, an einem Nagel hängend. Er erlangte eine unerschöpfliche Existenz innerhalb seiner Armut. Er nahm keine Geschenke an. Hätte er Almosen und wohltätige Gaben angenommen, wäre er heute ein überreicher Mann geworden."
    /////////////////////////////
    ((Sie erfragten nur einen der Gründe, warum das Risale-i Nur so heißt. Sie sagten, dass sie niemanden mit dem Namen Nur unter meinen engen Schülern sähen. Wie als Antwort in der Fußnote gesagt wird, sind Nuri Bendi und Küreli Nuri, der Uhrmacher, jetzt in ihrem Dienst am Risale-i Nur ausgezeichnet. Das heißt: sie können das Werk nicht kritisieren, sie sind gezwungen, ihre Beschuldigungen auf die einfachsten Dinge zu gründen))
    Der Grund, warum im Sechsundzwanzigsten Wort die dreiunddreißig "Worte," die dreiunddreißig Briefe, die einunddreißig "Geistesblitze" (Lem 'alar) und die dreizehn "Lichtstrahlen" (Schualar) das Risale-i Nur genannt werden, ist dies: in meinem ganzen Leben trat mir das Wort Licht überall entgegen. Beispielsweise, mein Geburtsort war Nurs, der Name meiner verstorbenen Mutter war Nuriye, mein Nakschibendi-Meister war Sayyid Nur Muhammed, einer meiner Kadiri-Meister war Nuruddin, einer meiner Koran-Meister war Nuri, und von meinen Schülern trugen jene, die am engsten an mich gebunden waren, ein Nur in ihrem Namen.
    (Aber wie seltsam ist es, dass unter den wichtigen Anhängern des Risale-i Nur niemand mit dem Namen Nuri ist.) Und was meine Bücher am meisten erhellt und beleuchtet, sind die Vergleiche vom Licht. Und der leuchtende Name Nur unter den Schönsten Namen Gottes löste am besten meine Schwierigkeiten im Zusammenhang mit den Göttlichen Wahrheiten. Und mein besonderer Führer bei meiner leidenschaftlichen Begeisterung für den Koran und bei meinem alleinigen Dienst am Koran ist Osman Dhu l-Nurayn (Gottes Wohlgefallen sei mit ihm).


    ///////////////
    (( Die Schrift "Die Sechs Angriffe" (Hücumat-i Sitte) und ihr Anhang wurden vor zwanzig Jahren geschrieben angesichts heftiger und tyrannischer Angriffe. Beide Texte sind äußerst vertraulich und wurden geschrieben, als ich sehr zornig war. An der Schrift arbeitete ich während des Zweiten Weltkrieges weiter-- und alles rechtfertigt den Zorn.))
    Am Anfang des Anhangs zur Schrift "Die Sechs Angriffe" steht folgendes:
    Dieser Anhang wurde geschrieben, um den Ekel und die Angriffe zu vermeiden, die in Zukunft gegen uns erhoben werden. Das heißt: der Text wurde geschrieben, dass, wenn gesagt wird: „Seht diese Menschen ohne Rückgrat jenes Zeitalters !" ihr Speichel unser Gesicht nicht treffen oder abgewischt werden sollte. In den Ohren der Führer Europas mag es erschallen: sie sind barbarisch unter den Masken der Menschlichkeit. Und dieser Text sei in die blinden Augen jener ungerechten Unterdrücker geworfen, die uns solch skrupellose Tyrannen aufdrängen! Dies ist eine Petition, die den Anhängern der modernen niedrigen Zivilisation über das Haupt geschlagen wird, die in diesem Jahrhundert hunderttausendfach die Existenz der Hölle notwendig gemacht haben.
    Neulich hat die versteckte Aggression der Religionslosen eine höchst hässliche Form angenommen, ein tyrannischer Angriff auf die unglücklichen Leute des Glaubens und die Religion. Unser privater und nichtoffizieller Gebetsruf und Iqama-Ruf wurde während meines fünfmaligen täglichen Gebets unterbrochen, das ich gemeinsam mit ein oder zwei Brüdern in der Moschee von Barla verrichtete, die ich selber restauriert hatte. Sie fragten: "Warum lässt du den Iqama-Ruf in Arabisch erschallen? Und warum machst du den Gebetsruf heimlich?"
    Meine Geduld war erschöpft, und ich konnte nicht mehr schweigen. So sage ich, nicht zu jenen skrupellosen, gemeinen Männern, die es nicht wert sind, dass ich sie anrede, sondern zu den Führern der pharaonengleichen Gesellschaft, die in willkürlichen Despotismus mit dem Schicksal dieser Nation spielt:
    0 ihr Leute der Erneuerung, die ihr vom geraden Pfade der Religion abgewichen seid! Ich will die Antwort auf sechs Fragen.
    Die Erste Frage:
    Jede Regierung auf der Welt, jedes herrschende Volk, sogar die Kannibalen und der Räuberhauptmann haben irgendwelche Prinzipien, haben irgendein Gesetz, mit dem sie herrschen. Welchem Prinzip folgt ihr, wenn ihr diese außergewöhnliche Aggression ausübt?
    Zeigt eurer Gesetz! Oder akzeptiert ihr als das Gesetz die willkürlichen Launen einer Handvoll von verachtenswerten Bürokraten?
    Denn kein Gesetz kann auf diese Weise das private tägliche Gebet stören. Solch ein Gesetz kann es nicht geben!"


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    ((Es ist bedauerlich, dass sie gegen ein oder zwei Seiten in der Schrift "Die Sieben Zeichen" (Ischarat-i Seb'a) waren, die alt und vertraulich ist. Sie wollten die Schrift beschlagnahmen und uns verfolgen lassen. Aber die Wahrheit in der Schrift ist so machtvoll, dass sie aller Welt und der ganzen Menschheit um das Wohl der Gesellschaft willen verkündet werden sollte.))
    Der größte Narr in der Welt ist jener, der Fortschritt, Gedeihen und Glück von religionslosen Anarchisten wie ihnen erwartet. Einer dieser Narren, der eine hohe Position inne hatte, sagte:
    "Wir sagten Allah! Allah! und blieben zurück. Europa sagte 'Gewehre und Kanonen' und rückte voran." Gemäss der Regel "Einem Narr sollte mit Schweigen geantwortet werden!" ist die Antwort auf solche Menschen das Schweigen. Aber weil hinter gewissen Narren übel gesonnene schlaue Menschen stehen, sagen wir dies:
    "0 ihr Wichte! Diese Welt ist ein Gästehaus. Jeden Tag setzen dreizigtausend Zeugen mit ihren Leichnamen ihre Unterschrift unter den Erlass "Tod ist eine Realität"; und sie bezeugen diese Behauptung. Könnt ihr den Tod töten? Könnt ihr diesen Zeugen widersprechen? Da ihr das nicht könnt, lässt der Tod die Menschen sagen: 'Allah!
    Allah!' Welche eurer Gewehre und Kanonen können anstatt der Worte Allah! Allah! die ewige Finsternis erhellen, die der Einzelnen im Todeskampf erlebt? Und können sie seine absolute Verzweiflung in absolute Hoffnung verwandeln? Da es den Tod gibt, und da wir das Grab betreten werden, und da dieses Leben dahingeht und ein ewiges Leben kommt, so sollte, wenn „Gewehre und Kanonen“ einmal gesagt wird, 'Allah! Allah!' tausendfach gesagt werden."
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    ((Es ist verblüffend, dass sie einen Satz im sechzehnten Geistesblitz (Lem'a), der zu unseren Gunsten sprach, so ins Gegenteil verkehrten, so dass er gegen uns sprach. Sie zeigten, dass sie geneigt waren, jene wertvolle Abhandlung zu beschlagnahmen.))
    Aus dem sechzehnten Geistesblitz (Lem'a): "Was das Unheil des Krieges anbelangt, er würde großen Schaden unserem Dienste am Koran zufügen. Der Allmächtige, der über Alle Dinge fegt, säubert in einer Minute die mit Wolken gefüllte Atmosphäre und Er zeigt die strahlende Sonne am klaren Himmel. So mag Er ebenfalls diese schwarzen und gnadenlosen Wolken zerstreuen und die Wahrheiten der Scharia wie die Sonne zeigen und mag sie ohne Kosten oder Mühe geben. Wir erwarten es von Seiner Gnade, dass Er sie uns billig verkauft. Er gebe den Führer Einsicht und ihren Herzen Glauben. Das wäre genug. Dann kämen die Dinge ins Lot."
    "Was ihr in den Händen haltet, ist Licht, nicht ein Knüppel, und dem Licht kann man sich nicht widersetzen und man kann ihm nicht entfliehen, noch entsteht dadurch ein Schaden, dass man das Licht zeigt. Warum dann ratet ihr euren Freunden zur Vorsicht und hindert sie daran, viele lichterfüllte Abhandlungen des Risale-i Nur den Leuten zu zeigen?"
    "Die Häupter der führenden Männer des Staates sind trunken, und sie können die Abhandlungen nicht lesen. Und selbst wenn sie die Abhandlungen lesen, können sie diese nicht verstehen, sie geben den Abhandlungen einen falschen Sinn und streiten gegen sie. Damit sie nicht gegen sie streiten, sollten ihnen die Abhandlungen nicht gezeigt werden, bis sie zu Sinnen kommen. Daher rate ich meinen Genossen, vorsichtig zu sein und die Wahrheiten nicht jenen zu geben, die untauglich sind "
    //////////////
    (Sie zitierten diese Passage als ein Vergehen, obwohl der Hidschab für Frauen eine koranische Vorschrift ist, eine höchst machtvolle Erläuterung zum Hidschab gegeben wurde, dieser Abschnitt schon vor vielen Jahren geschrieben wurde und für ihn wurde eine Gefängnishaft verbüßt wurde. Sie sprechen von einem Delikt und wollen eine Wahrheit beschlagnahmen, die in der "Abhandlung für die alten Leute" steht. Der Text ist von größtem Wert und für jedermann nützlich und wurde der Schrift "Führer für die Jugend" beigefügt. So zeigen sie, dass sie gar nichts finden konnten.))
    Im Vierundzwanzigsten Geistesblitz, der dieses Thema behandelt, wird gesagt, nachdem erläutert wurde, dass der Hidschab ein Befehl des Koran ist:

    "Die Tatsache, dass den Nachrichten zufolge die Gattin eines hochrangigen Mannes in der Hauptstadt von einem Schuhputzer wegen ihrer unbedeckten Beine angesprochen wurde, auf dem Marktplatz bei Tageslicht vor den Augen aller, diese Tatsache bedeutet einen Schlag in das schamlose Gesicht jener, die gegen die Verschleierung der Frauen sind.“
    Im Sechsundzwanzigsten Geistesblitz (Lem'a) über die alten Leute wird gesagt:
    "Ich erkletterte den höchsten Punkt der Burg in der Ankara, die noch älter und verfallener war als ich. Die Burg erschien mir, als sei sie aus versteinerten historischen Ereignissen errichtet. Das hohe Alter der Jahreszeit zusammen mit meinem hohen Alter, das hohe Alter der Burg, das hohe Alter des Osmanischen Reiches und das Ende der Herrschaft des Kalifats wie auch das hohe Alter der Welt: --- all dies erfüllte mich mit Kummer, Mitleid und Melancholie und so schaute ich von jenem hohen Burgturm auf die Täler der Vergangenheit und die Berge der Zukunft. ... Ich suchte Trost, und ich schaute zur Rechten, d.h. auf die Vergangenheit, und mein Vater und meine Ahnen und die Menschenrasse erschienen in der Gestalt eines riesigen Grabes. Das erfüllte mich mit Schwermut anstatt mich zu trösten . ... Ich schaute auf den heutigen Tag. Er erschien... wie ein Sarg, in dem mein halbtoter, leidender und verzweifelt kämpfender Leichnam lag."
    ////////////////////////////
    (( Sie kritisierten das folgende und zitierten es als einen Verstoß, wo sie dem doch lobend hätten zustimmen sollen.))
    "Ich gab das meiste von dem Gehalt, was ich im Darul-Hikmetil-Islamiye verdiente, aus und ich legte einen kleinen Betrag auf die Seite, um die Wallfahrt nach Mekka zu machen. Durch die Gnade, die aus Genügsamkeit und Zufriedenheit entsteht, reichte das wenige Geld für mich aus. Es hinderte mich daran, erniedrigt zu werden. Von jenem gesegneten Geld ist noch etwas vorhanden."

    Es ist geschrieben, dass der Zweiundzwanzigste Geistesblitz als vertraulich gekennzeichnet ist und für meine engsten, aufrichtigsten und anhänglichsten Schüler bestimmt ist.
    "Erster Hinweis:
    Wie kommt es, dass wir uns nicht in die Welt der Weltsüchtigen einmischen, sie sich jedoch bei jeder Gelegenheit in euer Jenseits einmischen?"
    "Es sind die Machthaber der Provinz Isparta und die Leute der Provinz Isparta, die diese Frage beantworten sollten."
    /////////////
    ((Diejenigen, die diese unschuldige, aufrichtige und erstaunliche Hoffnung und Sehnsucht, die aus dem Mitleid gebiert, das dem Glauben entspringt, als ein Verbrechen betrachten, sind sicherlich selber eines Verbrechens schuldig))
    Said sagt in einem von ihm unterschriebenen Brief:
    "Ich war immer erstaunt über die unschuldigen sieben- bis achtjährigen Kinder, die auf mich zurannten, um zu gucken, wenn ich in einer Pferdekutsche daherfuhr. Sie wollten meine Hände ergreifen, und ich fragte mich, was der Grund dafür sei. Da wurde mir plötzlich eingegeben:
    "Aufgrund einer Vorahnung fühlte die Schar der jungen Unschuldigen, dass sie durch das Risale-i Nur Glück finden und vor spirituellen Gefahren gerettet werden würden .“
    ///////////////
    ((Diese Passage als ein Verbrechen zu betrachten, obwohl der Anfang zu meinen Gunsten spricht und das Ende ein Wunsch und eine Hoffnung ist, das ist jenseits aller Gerechtigkeit))
    Es steht geschrieben, dass eine Anzahl von Koranversen und Hadisen einmütig auf eine leuchtende Wahrheit in diesem Jahrhundert anspielt und auf einen höchsten Erneuerer der Religion weist, der in der Endzeit kommen soll, dass die wichtigste der drei Pflichten jenes Mannes und jener Gemeinschaft ist, den Glauben zu retten, und dass kein Schaden darin sein wird, wenn sie die zwei Pflichten vernachlässigen, welche die weiten Bereich beherrschen, wie Wiederbelebung der Scharia und die Einrichtung des Kalifats. Jedoch, das mag die Gegner des Risale-i Nur, besonders die Politiker, dazu führen, das Schriftenwerk zu kritisieren und anzugreifen; aus diesem Grunde hat er einen Teil der kurzen Abhandlung für unsere geschätzten Brüder herausgetrennt, zusammen mit einigen Sätzen der Abhandlung, und er wird die Abhandlung in verbesserter Form schicken.
    In einem von ihm unterschriebenen Brief schreibt Said Nursi:
    “Die Koranverse
    „Wir haben dir einen offenkundigen Erfolg verliehen * und damit Gott dich mit einem mächtigen Beistand unterstütze.“
    'Wahrhaftig, Wir haben dir einen offenkundigen Sieg gewährt!
    Und dass Gott dir beistehe mit machtvoller Hilfe! ’35)
    stehen in koranischer Schrift über dem Tor des Kriegsministeriums, das zu einer Universität gemacht wurde. Diese koranische Inschrift wurde mit Marmorfliesen überdeckt, aber jetzt wieder ans Licht gebracht. Diese Tatsache ist ein Zeichen, dass die koranische Schrift wieder erlaubt ist und dass das vom Risale-i Nur verfolgte Ziel erreicht ist. Diese Tatsache ist auch ein Zeichen, dass die Universität ein Lehrhaus für das Risale-i Nur werden wird."
    ////////////////
    ((Dies ist Husrevs Fußnote am Ende meines Briefes, der den Titel "Die Takbire der Mekka-Wallfahrer" trägt Die Fußnote liefert eine vollkommene Antwort auf ihre Kritik an meinen Erläuterungen.))
    Der Brief ist von Said Nursi unterschrieben, er hat die Überschrift "Die Takbire der Mekkapilger auf Arafat". Im Brief ist die Antwort für eine große Zahl von Schülern des Risale-i Nur, die hartnäckig nach dem herausragenden Führer aus der Familie des Propheten Mohammed fragen, der in der Endzeit kommen soll. Sie halten dich für diesen Führer. Du aber hast ihre Ideen strikt abgelehnt und hast solch einem Vorschlag zurückgewiesen. Das ist ein Widerspruch. Wir wollen deine Antwort auf diese Sache.
    Die Antwort:
    Die gemeinschaftlichen Eigenschaften der heiligen Gemeinschaft, die der vom Gottesgesandten Mohammed abstammende Mahdi vertritt, wird drei Funktionen haben: den Glauben zu retten, die Merkmale des Islam unter dem Titel des Kalifats Mohammeds (Gottes Segen und Heil sei mit ihm) wieder zu beleben und bis zu einem gewissen Ausmaß die Gesetze der Scharia Mohammeds (Gottes Segen und Heil sei mit ihm) zu verändern. Der Mahdi wird versuchen, diese schwere Aufgabe durchzuführen. Da die Schüler des Risale-i Nur ihre erste Aufgabe im Risale-i Nur sehen, indem sie sagen, dass die zweite und dritte Aufgabe zweit- und drittrangig sind, halten sie die gemeinschaftliche Eigenschaft des Risale-i Nur richtigerweise für eine Art Mahdi. Da einige von ihnen den armseligen Ausleger des Schriftwerks für einen Vertreter jener gemeinsamen Eigenschaft halten, nennen sie ihn zuweilen mit diesem Namen. Ja, sie sagen, dass man auf Grund von Auslegung und Forschung über die Vorhersagen einiger der Heiligen versteht, dass das Risale-i Nur der eigentliche Führer in der Endzeit ist. Es gibt Verwirrung bei zwei Punkten, und sie müssen erläutert werden:
    Der Erste Punkt:
    In Wahrheit besitzen die letzten beiden Aufgaben nicht im gleichen Grad wie die erste Pflicht. Doch betrachteten insbesondere die breite Masse der Menschen wie auch die Politiker, beeinflusst durch die Ideen dieses Jahrhunderts, das Kalifat Mohammeds (Gottes Segen und Heil sei mit ihm) und die islamische Einheit als unmessbar größer als die erste Aufgabe. In jedem Jahrhundert ist eine Art Mahdi und Erneuerer erschienen, der ein Führer war. Aber da diese nur eine der drei Funktionen erfüllten, wurde ihnen nicht der Titel eines Großen Mahdi verliehen.
    Der Zweite Punkt:
    Jener höchste Mensch der Letzten Tage wird ein Nachfahre des Propheten Mohammed (Gottes Segen und Heil sei mit ihm) sein. Sicherlich bin ich wie ein spiritueller Sohn des Imam Ali (Gottes Wohlgefallen sei mit ihm) und ich erhielt durch ihn Unterweisung in der Wahrheit. Da in einem gewissen Sinne die Familie Mohammeds (Gottes Segen und Heil sei mit ihm) wahre Schüler des Risale-i Nur einschließt, könnte auch ich als zur Familie des Propheten gehörig erscheinen. Aber es ist gemäß des Weges des Risale-i Nur nicht erlaubt, irgendeine Art von Egoismus zu hegen, Amt und Würden zu begehren oder Ruhm und Verherrlichung zu gewinnen. Selbst wenn mir ein Rang im Jenseits verliehen würde, würde ich mich gezwungen fühlen, den Rang zurückzuweisen, um nicht die Aufrichtigkeit des Risale-i Nur zu verderben. So ist eine teilweise zustimmende Antwort gegeben, und es wird klar und eindeutig zurückgewiesen, dass mir die Rolle des Mahdi zukomme.
    /////////////////////////
    ((Die Ereignisse in dieser Passage sind Tatsachen. Und weil drei Minuten, nachdem ich gesagt hatte: „Regt mich nicht auf, die Erde wird zornig werden,“ sich auf ungewöhnliche Weise ein Erdbeben ereignete, sollte diese Passage mit Erstaunen betrachtet werden, wie dies auch vom Mitleid verlangt wird. Sie sollte aber nicht zu einem Gegenstand der Kritik werden))

    Es wird gesagt: "Zehn Stunden, nachdem ich meine vierstündige Aussage gemacht hatte und ich unter beträchtlicher Mühsal litt, tatsächlich zur gleichen Zeit, brach das Feuer im Bildungsministerium aus, was einen Schaden von zwei Millionen Lira verursachte und was zeigte, dass das Risale-i Nur ein Mittel ist, Unheil abzuwehren. Denn wenn das Risale-i Nur angegriffen wird, findet das Unheil einen Weg und schlägt zu."

    Im Brief Nummer 141 wird bewiesen, dass es kein Zufall war, dass, nachdem ich vier und eine halbe Stunde lang meine Aussage gemacht hatte, die Feuer im Bildungsministerium in Ankara und in einer Garage, in einer Fabrik zu Izmir und in einem großen Gebäude in Adana, das bis auf die Grundmauern ausbrannte, ausbrachen. Dann heißt es in dem Brief: "Raubt mir nicht meine Abhandlungen, oder ich und die Erde werden dafür zahlen. Die Erde wird ihrem Zorn durch Erdbeben Ausdruck geben.“ Drei Minuten nach diesen Worten geschah ein Erdbeben, das drei Sekunden dauerte, und das Bildungsministerium stand in Flammen. Zahlreiche Erdbeben ereigneten sich gleichzeitig mit Angriffen auf das Risale-i Nur und seine Schüler, wie vier Mal vor Gericht bewiesen wurde. Das kann kein Zufall sein. Zahlreiche Vorfälle haben gezeigt, dass das Risale-i Nur ein Mittel ist, Unheil in diesem Land abzuwehren.
    Im Brief 147: "Dieses Mal entfachte der Winter seine Wut, als wir angegriffen wurden. Es stürmte und es war bitterkalt, aber als die Angriffe aufhörten und die Schüler des Risale-i Nur das Nachlassen spürten, begannen jene bitterkalten Tage zu lächeln wie die ersten Tage des Frühlings ...........
    Der Brand des Bildungsministeriums war ein allgemeiner Schlag."

    //////////////////////////

    ((Einer Situation, die der Glückwünsche wert ist, sollte man sich nicht widersetzen))

    Eine der zahlreichen sinnlosen Fragen, die sie mir dieses Mal im Gerichtshof mir stellten, war: "Wovon lebst du?"
    Ich erwiderte: "Durch die Fülle, die aus Genügsamkeit entsteht. Ein Mann, der in einem Ramadan-Monat in Isparta von einem Brotlaib lebte, von einem Kilo Yoghurt und von einem Kilo Reis, ist nicht geneigt, für seinen Lebensunterhalt die Welt zu verlangen, und er ist nicht verpflichtet, Geschenke anzunehmen."
    //////////////////////////
    ((Die Verteidigung, die Zübeyir vor Gericht verlas, und seine prächtigen Lobesworte brachte sie dazu, sie zu schätzen. So Gott will, weil sie erstaunt waren, nahmen sie sie in das Urteil auf))
    In einem Abschnitt mit der Überschrift "Unsere jungen Leute wollen in der Wahrheit und Theosophie unterrichtet werden, um die höchste Moral zu besitzen!" schrieb Zübeyir Gündüzalp auf Seite dreizehn mit der Schreibmaschine:
    „Das Risale-i Nur ist ein Meisterstück, das nicht auf Grund des Willens des Autors geschrieben wurde, sondern vom Schöpfer eingegeben worden ist, um die Moslems des 20. Jahrhunderts und die gesamte Menschheit vor den finsteren, unterdrückerischen Ideen zu retten.“
    Auf Seite zwölf: "Sollte einem Menschen, der dem Risale-i Nur dient, gesagt werden:
    'Schreibe statt dem Risale-i Nur diese Bücher ab und ich werde dir das Vermögen Henry Fords geben,’ so würde er erwidern, ohne die Spitze der Schreibfeder zu heben: 'Wenn du mir den Reichtum der gesamten Welt und auch die Weltherrschaft gibst, so würde ich das nicht annehmen.'"
    Auf Seite fünfzehn: "Wenn wir ehrlichen Schriftstellern hundert Mal zugeneigt sind, so ist unsere Zuneigung zu einem großen Mann wie Bediüzzamen, der uns in dieser Welt und in der nächsten Welt führt, unermesslich, ja vollkommen. "
    Auf Seite zwölf: "Die gemeinschaftliche Eigenschaft des Risale-i Nur erkannte die sozialen, spirituellen und religiösen Krankheiten dieses Zeitalters. Auf Befehl Gottes bot es der gesamten Menschheit zu dieser Zeit die Wahrheiten des All-Weisen Koran in einer Weise an, welche andauernden gesellschaftlichen Krankheiten der Menschen heilen wird."
    Auf Seite vierundvierzig: "Bediüzzaman sagte, dass jemand, der diese Abhandlungen ein Jahr lang studiert, ein wichtiger Gelehrter wird. Ja, so ist es auch."
    Auf Seite vierundfünfzig: "Die Richter, die das Risale-i Nur studieren, fällen keine falschen Urteile."
    //////////////
    ((Diese Passage spricht zu meinen Gunsten und ist die eindeutige Wahrheit. Sie hätte nicht den Beleidigungen im Urteil des Gerichts hinzugefügt werden sollen))
    Ahmed Feyzi verbesserte einen Teil seiner Arbeit, aber da er sich beeilen musste, schickte er es, ohne die Korrekturen vervollständigen zu können. Darin heißt es:
    " Bedeutet es nicht, dass man bei der Beschlagnahme dieser Sammlung mithilft, wenn man Saracoglu ignoriert, der die Religion und die Praxis Mohammeds als ein "Gift" bezeichnet und wenn man die Sammlung "Die Erleuchtende Lampe" bestreitet, die die Wahrheit des Korans so klar wie die Sonne zeigt und beweist, dass er das beste Heilmittel für die Wunden der Menschheit ist?

    Der Text sagt das folgende in der Schlussfolgerung einer seiner Verteidigungsreden, die dem Gericht an einem unbekannten Datum vorgelegt wurde. Feyzi sagt, dass weder er noch die Schüler sich mit Politik beschäftigt haben; die Schriften, die als vermeintlich aggressiv eingestuft wurden. waren vertraulich; es gab Gedankenfreiheit und Gewissensfreiheit; selbst wenn das Obige als Kritik an einigen Gesetzen erschien, so begründete diese Kritik kein Verbrechen; viele der untersuchten Abhandlungen sind schon vor der Gründung der Republik geschrieben worden; sie wurden von Experten-Komitees überprüft und für harmlos befunden; es gab früher für die Abhandlungen Schuldsprüche vor dem Gericht von Eskisehir, aber auch Freisprüche vor dem Gericht von Denizli; daher war es nicht recht, dass sie für den gleichen Verstoß wieder verhört wurden; die Anhänger des Risale-i Nur waren bis jetzt niemals an Aktivitäten beteiligt, welche die öffentliche Ordnung stören würden; und da niemand im Fünften Lichtstrahl ausdrücklich genannt ist und weil allein informiert werden sollte, begründet die Abhandlung auch kein Verbrechen.
    In gleicher Weise kann an weitere Beispiele gedacht werden.
    Said Nursi
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    An die Richter des Berufungsgerichts

    ((Wieder gestattet man mir nicht, während der Sitzung zu sprechen, die abgehalten wurde, um die mögliche Aufhebung des ungerechten Urteils des Gerichts von Afyon durch das Berufungsgericht zu diskutieren. Sie ließen uns einer dritten strengen Anklage zuhören. Man gestattete auch niemandem, zu mir zu kommen, um mir beim Schreiben zu helfen. Obwohl meine Handschrift schlecht ist und ich krank bin, lege ich diese Klageschrift eurem Gerichtshof als Ergänzung zu meiner Petition bezüglich der Berufung vor. Früher hat euer Gerichtshof uns zweimal gerecht behandelt))
    In Seinem Namen, Er sei gepriesen!
    Eine Petition an das Oberste Tribunal der Auferstehung und eine Klageschrift vor dem Hofe Gottes. Das Berufungsgericht der Gegenwart sollte uns ebenfalls zuhören wie auch kommende Generationen und die aufgeklärten zukünftigen Lehrer und die Studenten der Universitäten. Von den hunderten Qualen und Unglücken, die ich in diesen dreiundzwanzig Jahren erlitten habe, lege ich zusammen mit meinen Klagen nur zehn dem Gericht des All-Glorreichen Herrschers vor.
    Das Erste:
    Trotz meiner Fehler widmete ich mein Leben dem Glück dieser Nation und der Rettung ihres religiösen Glaubens. Ich sagte: mein Haupt möge auch für die Wahrheit geopfert werden, d.h. für die Wahrheit des Korans, für die Millionen heroische Häupter geopfert wurden. Ich arbeitete durch das Risale-i Nur mit all meiner Kraft. Durch den Beistand Gottes blieb ich angesichts aller grausamen Qual standhaft. Ich wich nicht zurück.
    Zum Beispiel:
    Ein Fall der übertrieben grausamen Behandlung, die ich während des Verhörs und der Haft in Afyon erlitt: dreimal, und zwar jedes Mal für fast zwei Stunden, zwang man mich und die unschuldigen Schüler des Risale-i Nur, die Trost aus der Gerechtigkeit erwarteten, den verleumderischen, boshaften Anklageschriften zuzuhören. Man gestattete uns dagegen nur ein oder zwei Minuten, um unsere Rechte zu verteidigen, obwohl ich wiederholt um fünf bis zehn Minuten gebeten hatte.
    Zwanzig Monate lang wurde ich in völliger Isolation gehalten. Nur ein oder zwei Freunden wurde gestattet, mich für drei oder vier Stunden zu besuchen. Nur für einen kleinen Teil meiner Verteidigungsschriften hatte ich jemanden, der mir beim Schreiben half. Dann wurden auch die Schreibgehilfen verboten und brutal bestraft. Sie zwangen uns, der voreingenommenen Anklage des Staatsanwalts zuzuhören, die wie Wasser war, das aus aus tausend Flüssen gesammelt war. Ich bewies, dass die Anklage auf fünfzehn Seiten einundachtzig Fehler enthielt, die aus verkehrten Bedeutungen, Verleumdungen und Lügen herrührten. Man erlaubte mir nicht zu sprechen. Hätte man mir das Sprechen gestattet, hätte ich gesagt:
    Wie es Gedankenfreiheit und Gewissensfreiheit erfordert wird, bedrängt ihr Juden, Christen und Zoroastrier nicht. Insbesondere jetzt nicht die Anarchisten, Apostaten und Ketzer, die sich unter dem Deckmantel des Kommunismus verbergen, die eure Religion leugnen und eure Ahnen beleidigen indem sie diese der Fehlleitung beschuldigen. Sie akzeptieren weder einen Propheten Mohammed (Gottes Segen und Heil sei mit ihm) noch die Gesetze des Koran. Obwohl Millionen Muslime durch die Unterweisung des Korans in Ländern unter der Herrschaft eines anmaßenden, fanatischen, christlichen Staates wie Großbritannien alle falschen Glaubensvorstellungen und alle ungläubigen Regeln der Engländer zurückweisen, bedrängen die englischen Gerichte die Moslems nicht. Die Gegner aller Regierungen publizieren ihre Ideen, ohne dass die Regierungen sie belästigen. Die Behörden von Isparta, das Gericht von Denizli, das Strafgericht von Ankara, das Direktorat für Religiöse Angelegenheiten und das Berufungsgericht --- alle untersuchten diese vierzig Jahre meines Lebens und meine einhundertdreißig Abhandlungen und meine höchst privaten Abhandlungen und Briefe. Die Gerichte hatten für ein oder zwei Jahre alle Abschriften des Risale-i Nur, vertrauliche und andere, aber sie konnten nicht eine einzige Sache finden, welche die kleinste Strafe erfordert hätte. Ich bin äußerst schwach, werde unterdrückt, bin besiegt, und ich leide unter den härtesten Bedingungen, und unsere Unschuld wurde bewiesen durch die Sammlung des Risale-i Nur, die ihr habt, wie auch durch unsere vierhundertseitige Verteidigungsschrift. Die Texte des Risale-i Nur erwiesen s ich als höchst machtvolle, gesunde und wahrhaftige Leitung für zweihunderttausend wahre und fromme Schüler, die diesem Lande, dieser Nation und der öffentlichen Sicherheit dienen: --- trotz all dieser Tatsachen, nach welchem Gesetz und nach welchem Gewissen beschuldigt ihr uns welchen Verbrechens, verhängt gegen uns verächtlich die härtesten Strafen und die strengste Einzelhaft? Sicherlich werdet ihr darüber beim Letzten Gericht befragt werden.
    Die Zweite:
    Der eine Grund, warum man mich bestrafte, war, dass ich die koranischen Verse über den Hidschab, die Erbregeln, das Gottesgedenken und die Polygamie erläuterte. Ich schrieb dies, um jene zum Schweigen zu bringen, die im Namen der Zivilisation gegen diese koranischen Bestimmungen sind.
    Vor fünfzehn Jahren schrieb ich die folgende Passage an das Gericht von Eskisehir und an das Berufungsgericht, die ebenfalls in die Entscheidung des Gerichts einging. Ich wiederhole diese Passage als eine Klage vor dem Obersten Tribunal beim Letzten Gericht und als eine Mahnung an die aufgeklärten Lehrer der Zukunft, und zusammen mit der Abhandlung "Der Prächtige Beweis" (Elhüccetüz-Zehra) als eine Art Ergänzung zu meiner Petition an das Appellationsgericht, das zweimal gerecht handelte, indem es mich freisprach und mir bei meinem Schrei nach Gerechtigkeit zuhörte, und für das Komitee der Richter, die mir nicht erlaubten zu sprechen und die mich wegen der boshaften Anklage, die, wie ich bewies, achtzig Irrtümer enthielt, zu zwei Jahren Zwangsabeit und Einzelhaft verurteilten, zusammen mit zwei Jahren weiterer Verbannung irgendwo unter strenger Aufsicht.

    Ich sage dies, damit, falls es irgendeine Gerechtigkeit auf dem Antlitz der Erde gibt, das Berufungsgericht diese Entscheidung annulliert, die einen Mann schuldig spricht, der koranische Verse erläuterte, die in jedem Jahrhundert seit dreizehnhundertfünfzig Jahren als heilige, wahre Göttliche Prinzipien im gesellschaftlichen Leben von dreihundertfünfzig Millionen Moslems wirkten, und ich erläuterte die koranischen Vorschriften und baute dabei auf den Konsens und auf die Bestätigung von dreihundertfünfzigtausend Korankommentaren, und ich folgte den Glaubensvorstellungen unserer Ahnen seit eintausenddreihundert Jahren. Ist es nicht eine Leugnung des Islam und ein Verrat an unseren Millionen zählenden, religiösen und heldenhaften Ahnen, wenn ein Mann, der diese Koranverse erläutert, schuldig gesprochen wird? Er akzeptiert auf Grund von Vernunft und Gelehrsamkeit gewisse europäische Gesetze nicht, die wegen gewisser Erfordernisse der Zeiten vorübergehend angewendet werden, und er hat die Politik aufgegeben und hat sich vom sozialen Leben zurückgezogen. Wenn dieser Mann verurteilt wird, werden da nicht Millionen Korankommentare beleidigt?
    Das Dritte:
    Ein Grund, den man für unsere Schuldigsprechung aufführte, war, wir würden die Sicherheit und die öffentliche Ordnung stören. Man stellte sich die unwahrscheinlichste Möglichkeit vor, die in einem von hundert oder sogar von tausend Fällen eintritt, anstatt tatsächlicher Geschehnisse zu betrachten, und man stellte die falschen Bedeutungen auf vierzig bis fünfzig Worte aus einigen vertraulichen Abhandlungen und privaten Briefen aus hunderttausend Worten und Sätzen des Risale-i Nur heraus und präsentierte diese als Beweis. Indem man uns beschuldigte, will man, dass wir bestraft werden.

    Ich rufe jene als Zeugen auf, die mein Leben über diese dreißig bis vierzig Jahre hinweg begleitet haben, und ich rufe als Zeugen die engsten Schüler des Risale-i Nur, und ich sage: einen Mann zu beschuldigen, er störe die öffentliche Ordnung,

    der – damals säte der Befehlshaber der englischen Besatzungstruppen in Istanbul unter den Moslems Zwietracht, ja er täuschte sogar den Scheich-ul-Islam und einige führende Männer der Religion und stachelte das Komitee für Einheit und Fortschritt und die Partei für Freiheit und Eintracht an, sich einander zu bekämpfen und ebnete so den Weg für den Sieg der Griechen und für die Niederlage der Nationalen Bewegung – diesen hinterhältigen Plan des englischen Kommandeurs vereitelte, indem er durch die Anstrengungen von Eschref Edib sein Werk "Die Sechs Schritte" (Hutuvat-i Sitte) gegen die Engländer und Griechen publizierte und sich auch angesichts der drohenden Hinrichtung nicht zurückzog, der nicht nach Ankara floh, selbst als die dortigen Führer ihn wegen des obigen Dienstes aufforderten, nach Ankara zu kommen, der als Kriegsgefangener dem Befehl des russischen Oberbefehlshabers für seine Hinrichtung keine Bedeutung beimaß,

    der mit einer Rede während des Vorfalls vom 31. März acht Regimenter dazu brachte, ihren Offizieren zu gehorchen, der vor dem Militärgericht die drohende Hinrichtung missachtete und auf die Frage des vorsitzenden Paschas:
    "Du bist doch auch ein Reaktionär?! Auch du wolltest die Scharia? ",
    zur Antwort gab:
    "Wenn der Konstitutionalismus aus dem Despotismus einer einzigen Partei besteht, dann mögen alle Menschen und Dschinnen bezeugen, dass ich ein Reaktionär bin und bereit bin, meine Seele für einen einzigen Punkt der Scharia aufzuopfern!"
    was die hochrangigen Offiziere dazu brachte, ihn zu schätzen und zu bewundern, und während er seine Hinrichtung erwartete, beschlossen sie, ihn freizusprechen, und als er freigelassen war, dankte er nicht ihnen, sondern er ging weiter auf seinem Wege und schrie: "Lang lebe die Hölle für alle Tyrannen!"
    Und wie in der Entscheidung des Gerichts von Afyon geschrieben steht: Mustafa Kemal sagte zu ihm im Amt des Parlamentssprechers zornig: "Wir haben dich hier her beordert, damit du uns deine erhabenen Ideen erläuterst, aber du kamst und schriebst ein paar Dinge über das tägliche fünfmalige Gebet, und du hast Zwietracht unter uns gesät!"
    Da erwiderte er:
    "Nach dem Glauben ist das tägliche fünfmalige Gebet die höchste Frage. Jene, die es nicht verrichten, sind Verräter, und die Sprüche von Verrätern müssen abgelehnt werden!" Er sagte dies in Gegenwart von vierzig bis fünfzig Abgeordneten, und meine Worte zwangen jenen schrecklichen Führer, seinen Zorn hinunter zu schlucken, und er äußerte eine Art Entschuldigung. Und von der Polizei und den Behörden in sechs Provinzen wurde kein Fall der öffentlichen Ruhestörung aufgezeichnet, der mit ihm im Zusammenhang stände. Und unter seinen hunderttausenden Schülern war, wie bezeugt werden kann, kein einziger in den kleinsten Zwischenfall verwickelt, (abgesehen von einem einzigen unbedeutenden Fall, in den ein unwichtiger Schüler bei einer gerechten Verteidigung involviert war), keiner seiner Schüler wurde eines Verbrechens verdächtigt. Und in welches Gefängnis er auch gesteckt wurde, er reformierte dort die anderen Häftlinge wie von diesen dreiundzwanzig Jahren seines Lebens, von drei Provinz Behörden und von drei Gerichten, die ihn freisprachen, sowie von hunderttausend seiner Schüler, die den Wert des Risale-i Nur kennen und es in Wort und Tat bestätigen, bezeugt wird. Und obwohl hunderttausende Abschriften des Risale-i Nur im gesamten Lande verteilt wurden, brachte das Risale-i Nur einzig und allein Nutzen und verursachte keinerlei Schaden. Er ist ein Eremit, ist allein, ein Fremdling, ein Greis; und mit aller Kraft gibt ich die vergänglichen Dinge auf, und er sucht die Wege, um seine früheren Sünden zu büßen und um das ewige Leben zu erlangen. Und er misst dem weltlichen Rang nicht die geringste Wichtigkeit zu; und er fluch aus Barmherzigkeit nicht jenen, die ihn quälen und peinigen, damit den Unschuldigen und Alten kein Schaden zugefügt wird: --- jene, die über solch einen Mann sagen:
    "Dieser alte Eremit stört den Frieden und die öffentliche Ordnung; seine Ziele sind die Intrigen dieser Welt und sein Briefwechsel ist für diese Welt, und daher ist er schuldig!",
    und die ihn schuldig sprechen unter solch harschen Umständen, sind gewisslich selber schuldig vom Erdboden bis zum Himmel, und sie werden ihre vor dem Letzten Gericht ihre Rechnung präsentiert bekommen!
    Er ist der Mann, der mit einer Rede acht meuternde Regimenter dazu brachte, ihren Offizieren zu gehorchen. Mit einem einzigen Artikel überzeugte er tausende Menschen, ihn zu unterstützen. Er blieb vor den drei oben erwähnten schrecklichen Kommandeuren unerschrocken und er duckte sich nicht vor ihnen; und vor den Gerichten erklärte er:
    "Hätte ich so viele Häupter wie Haare auf dem Kopf und würde mir jeden Tag ein Haupt abgeschlagen, so würde ich nicht vor dem Atheismus und der Fehlleitung kapitulieren und würde mein Land und meine Nation und den Islam nicht verraten. Ich würde dieses Haupt, das dem Koran gewidmet wurde, nicht vor Tyrannen beugen."
    Und er hatte keine Bekannten in Emirdag, außer fünf bis zehn Brüdern des Jenseits und drei oder vier Dienern --- kann über solch einen Mann gesprochen werden, wie es die Anklageschrift sagt:
    "Dieser Said arbeitet heimlich in Emirdag; er vergiftete den Geist einiger Leute, er flößte ihnen den Gedanken ein, den Frieden zu stören. Zwanzig Männer sammelten sich um ihn und schrieben private Briefe, die ihn priesen, und das beweist, dass er eine Revolte plante und dass er in heimliche politische Aktivität gegen die Regierung verwickelt war"?

    Ich überlasse es eurem Gewissen zu verstehen, wie weit jene, die ihn quälen, von Recht und Gerechtigkeit abgewichen sind. Mit nie gesehenem Hass und Groll werfen sie ihn für zwei Jahre ins Gefängnis, in Einzelhaft, und gestatteten ihm nicht, vor dem Gericht zu sprechen.
    Ist es denn möglich, dass jemand, der hundert Mal mehr öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zieht als er verdient, der tausende Menschen mit einer einzigen Rede zum Gehorsam brachte, der mit einem einzigen Zeitungsartikel tausende Menschen dazu veranlasste, sich der Mohammed'schen Einheit (Ittihad-i Muhammedi) anzuschließen und der fünfzigtausend Menschen dazu brachte, sich seine Ansprache in der Aya-Sofia-Moschee bewundernd anzuhören --- ist es möglich, dass solch ein Mann drei Jahre in Emirdag gewirkt haben sollte und nur fünf bis zehn Leute täuschen konnte? Und ist es möglich, dass er sein Grab, dem er sich nähert, mit unnötiger Finsternis statt mit Licht füllt? Ist es überhaupt möglich, dass er sich so verhält? Der Teufel selbst könnte nicht irgend jemanden dazu bringen, das zu glauben!
    Das Vierte:
    Dabei handelt es sich darum, dass sie anführen, die Tatsache, ich trage keinen Hut mit Krempe, sei ein wichtiger Grund für meine Verurteilung.
    Man erlaubte mir nicht zu sprechen, andernfalls hätte ich dies zu jenen gesagt, die mich bestrafen wollten:
    Ich wohnte drei Monate als Gast in der Polizeistation zu Kastamonu. In dieser Zeit sagten man nie zu mir: "Trage einen Hut mit Krempe“
    Und obwohl ich vor drei Gerichten den Hut nicht trug und meine eigene Kopfbedeckung nicht abnahm, bedrängte man mich nicht. Und unter diesem Vorwand haben einige religionslose Tyrannen mir inoffziell seit dreiundzwanzig Jahren eine sehr schwere und strenge Strafe auferlegt. Kinder, Frauen, Dorfbewohner, Beamte und Angestellte in ihren Büros und Träger von Baskenmützen werden nicht gezwungen, den Hut mit Krempe zu tragen. Und es gibt keinen körperlichen Vorteil, ihn zu tragen. Aber wegen ihrer Verleumdungen und Anschuldigungen büßte ein Eremit wie ich eine zwanzigjährige Strafe, weil ich keine Kopfbedeckung trug, die alle Mudschtahids und "Scheiche des Islam" verboten haben.
    Jene, die mich wieder wegen eines bedeutungslosen Brauches, der mit der Kleidung zusammen hängt, bestraft sehen wollen und die mich wegen meiner Kleidung mit solcher Gewalt, Wiederholung und Beharrlichkeit als schuldig betrachten, obwohl sie sagen, dass es persönliche Freiheiten gibt, diejenigen, die sich vergleichen mit denen, die tags im Ramadan öffentlich Raki trinken und das fünfmalige tägliche Gebet nicht verrichten und sich nicht daran stören, die werden sicherlich, nachdem sie die ewige Auslöschung durch den Tod und die andauernde einsame Haft im Grab erlitten haben, während des Letzten Gerichtes nach diesem Irrtum befragt werden.

    Das Fünfte:
    Jene, die diese dritte Anklageschrift hörten und das Urteil sahen, das wir veröffentlicht haben, werden bestätigen, dass man unter Vorwänden, so dünn wie der Flügel einer Fliege einige Abhandlungen des Risale-i Nur beschlagnahmen wollte, auf das in lobender Weise durch dreiunddreißig Verse hingewiesen wurde. Dem Schriftwerk wurde von solchen Heiligen wie Imam Ali (Gott erhöhe ihn) und Ghauth al-A#sam (=Geylani; sein Geheimnis sei geheiligt) beigepflichtet, das Schriftwerk wird bestätigt von hunderttausend Gläubigen. In zwanzig Jahren gewann das Schriftwerk einen hohen nützlichen Rang für diese Nation und dieses Land, ohne dabei Schaden anzurichten. Das vierhundert Seiten starke Buch Zülfikar ("Schwert Alis") und die Abhandlung "Die Wunder Mohammeds" (Mucizat-i Ahmediye) wurden auf Grund von zwei Seiten beschlagnahmt, auf denen korrekte Erläuterungen von zwei Koranversen standen, die schon vor langem geschrieben wurden und erlaubt waren. Diese beiden Bücher stärkten und bewahrten den Glauben von einhunderttausend Menschen und sind so äußerst nützlich und wertvoll. Und nun gab man einem oder zwei Worten unter tausend Worten einen falschen Sinn, und so will man jene unbegrenzt nützliche Abhandlung beschlagnahmen. Was uns anbelangt, sagen wir :

    „die, wenn ein Unglück sie trifft, sagen: ‚Wir gehören Gott, und wir kehren zu ihm zurück’“ „Gott genügt uns.
    Welch vorzüglicher Sachwalter“

    Das Sechste:

    Einige der Schüler des Risale-i Nur sahen die wundersamen Beweise im Schriftenwerk und profitierten von seinen unwiderlegbaren Lehren über den Glauben, die den Grad des "Sicheren Wissens" besitzen. Als Ermunterung, Glückwunsch, Wertschätzung und Danksagung preisen mich diese Anhänger auf übertriebene Weise und haben eine übertrieben wohlwollende Meinung von mir. Jenen, die mich deswegen eines Verbrechens als schuldig betrachten, sage ich dies: Ich als ein machtloser, schwacher, halbgebildeter, einsamer Verbannter bin einer Propaganda ausgesetzt, die mich schlecht macht und die die Menschen von mir fern halten möchte. Ich fand für mich selbst einige Heilmittel des Korans und seiner heiligen Glaubenswahrheiten, die eine vollkommene Arznei zur Behandlung meiner Krankheiten waren. Dann schloss ich daraus, dass sie genau die richtige Medizin für dieses Land und die Landeskinder wären, und ich schrieb diese wertvollen Wahrheiten nieder. Da meine Handschrift sehr schlecht ist und ich dringend Helfer benötigte, sandte mir die Gunst Gottes treue und tüchtige Gehilfen.
    Hätte ich ihre gute Meinung über mich und ihr aufrichtiges Lob abgelehnt, und hätte ich sie durch Tadel beleidigt, so wäre dies eine Verachtung und Feindseligkeit gegenüber jenen Lichtern gewesen, die aus dem Schatz des Koran entnommen wurden. Ich dachte auch, dass Tadel diese Gehilfen mit ihren diamantenen Schreibfedern und wackeren Herzen dazu bringen könnte, mich zu verlassen. Daher lenkte ich ihr Lob und ihre Zustimmung für meine Wenigkeit auf das Risale-i Nur, denn das Schriftenwerk ist ein Wunder des Koran, dem in Wahrheit der Lobpreis gebührt. Ich lenkte das Lob auf die gemeinsamen Eigenschaften der führenden Schüler des Schriftenwerks. Aber ich beleidigte sie nicht dadurch, ihnen zu sagen, sie würden mir einen Anteil zuweisen, der hundertfach größer sei als das, was mir gebührt. Kann irgendein Gesetz einem Mann Schuld zuweisen, weil andere ihm loben, obwohl er das nicht möchte und darüber nicht glücklich ist? Denn das ist es, was die Behörden tun, die im Namen des Gesetzes handeln.
    Auf Seite vierundfünfzig des Gerichtsurteils, das gegen uns erlassen wurde und das wir veröffentlichten, steht: "Jener große Mann am Ende der Zeit wird ein Abkömmling des Propheten Mohammed (Gottes Segen und Heil sei mit ihm) sein, und wir Schüler des Risale-i Nur können im übertragenen Sinne als Mitglieder der Familie des Propheten betrachtet werden. Ebenfalls, es kann kein Egoismus auf dem Wege des Risale-i Nur sein, noch irgendein Wunsch nach Position und persönlichem Rang, oder nach Ruhm und Verherrlichung. Selbst wenn mir ein hoher Rang im Jenseits angeboten werden würde, würde ich mich verpflichtet fühlen, ihn abzulehnen, um nicht die Aufrichtigkeit des Risale-i Nur zu zerstören." Und auf Seite zweiundzwanzig und Seite dreiundzwanzig steht geschrieben:
    "Im Bewusstsein meiner eigenen Fehler und meiner eigenen Armut und demütig Zuflucht beim Hofe Gottes suchend, mit diesen Eigenschaften kenne ich mich als jemand, der erbärmlicher, ohnmächtiger und fehlerhafter als jeder andere ist. Selbst wenn alle Menschen mich loben und preisen würden, so könnten sie mir nicht glauben machen, ich wäre ein guter Mensch und besäße einen hohen spirituellen und moralischen Rang. Um euch nicht zu vertreiben, verrate ich euch nicht die vielen geheimen Krankheiten und schlechten Merkmale meiner dritten, wahren Persönlichkeit. Aus Seiner Gnade beschäftigt der Allmächtige Gott diese Persönlichkeit mit den Geheimnissen des Korans wie einen niedrigen privaten Söldner. Endloser Dank sei Gott. Die Triebseele ist niedriger als alles andere, und die Aufgabe ist höher."
    Obwohl all das im Gerichtsurteil geschrieben steht, sprachen sie mich schuldig, ein oberster Führer genannt zu werden. Auf Grund des Lobes anderer, das in Wirklichkeit dem Risale-i Nur gilt. Wegen dieses Irrtums verdienen die Richter eine schreckliche Strafe.
    Das Siebente:
    Das Gericht von Denizli und das Strafgericht von Ankara und die Berufungsgerichte sprachen uns und alle Abhandlungen des Risale-i Nur einmütig frei und gaben uns die Abhandlungen und die Briefe zurück, und sie sagten:
    "Selbst wenn die Entscheidung des Berufungsgerichts, das Urteil aufzuheben und der Freispruch in Denizli falsch wären, da sie entgültig sind, kann der Fall nicht erneut aufgenommen werden."
    Ich wurde nach Emirdag geschickt, wo ich drei Jahre als Eremit lebte. Dort sprach ich, solange keine Notwendigkeit bestand, nur mit zwei oder drei Schneider-Lehrlingen, die mir halfen und kaum für fünf oder zehn Minuten mit gewissen religiös gesinnten Leuten. Einmal in der Woche schrieb ich einen Brief irgendwohin, um zum Risale-i Nur zu ermuntern. Ich schrieb in drei Jahren nur drei Briefe an meinen Bruder, der Mufti ist. Ich gab es auf, Abhandlungen zu schreiben, was ich seit zwanzig oder dreißig Jahren gemacht hatte. Nur über zwei Punkte schrieb ich einen Text von insgesamt zwanzig Seiten, der nützlich für die Leute des Koran und des Glaubens war. Der eine Punkt handelte von der Weisheit in den Wiederholungen im Koran, und der andere Punkt von den Engeln. Ich schrieb keine andere Abhandlung. Ich gab nur die Erlaubnis, dass die Abhandlungen, die von den Gerichtshöfen zurückgegeben worden waren, zu großen Sammelbänden zusammengestellt wurden. Und da fünfhundert Kopien der Abhandlung "Das Oberste Zeichen," die in alten Buchstaben gedruckt war, uns vom Gericht ausgehändigt worden waren, gab ich meinen Schülern die Erlaubnis, da die Vervielfältigungsmaschinen offiziell nicht verboten waren, die Abhandlung "Das Oberste Zeichen" zu hektographieren, so dass sie zum Nutzen der islamischen Welt veröffentlicht werden konnten. Und ich war damit beschäftigt, sie zu korrigieren. Ich war mit Sicherheit in keiner Weise mit Politik beschäftigt. Außerdem akzeptierte ich, anders als alle anderen Verbannten, die Härte der Verbannung, obwohl mir offiziell die Erlaubnis gegeben wurde, in meine Heimatregion zurückzukehren, um nicht in die Politik und in die Welt verwickelt zu werden. Ich kehrte nicht zurück. Die Behandlung, die ich in diesen letzten Monaten erhielt, zeigt, dass die Person, die in diesem dritten Gerichtsverfahren das Verhör führte, um solch einen Mann durch grundlose Beschuldigungen, Lügen und Fehlinterpretationen als schuldig zu betrachten, von zwei schlimmen Meinungen beherrscht wird, die ich jetzt nicht äußern werde. Was ich sage, ist dies: das Grab und die Hölle sind genug, und ich überlasse die Sache dem Letzten Gericht.
    Das Achte:
    Da der Fünfte Lichtstrahl uns zurückgegeben wurde, nachdem die Abhandlung zwei Jahre lang in den Händen der Gerichtshöfe von Denizli und Ankara verblieben war, wurde sie an das Ende einer großen Sammellung angefügt, die "Die Erleuchtende Lampe" genannt wurde. Dort stand sie zusammen mit meiner Verteidigungsrede, die zu unserem Freispruch vor dem Gericht von Denizli geführt hatte. Denn gewiss, früher hielten wir die Abhandlung für vertraulich, aber da sie durch die Gerichte ins Licht der Aufmerksamkeit gelangt waren und sie sie uns nach dem Freispruch zurückgegeben hatten, gestattete ich, dass sie vervielfältigt wurde. Ich nahm an, dass die Abhandlung harmlos sei. Das Original des Fünften Lichtstrahls handelte von den allegorischen Hadisen und ist vor dreißig bis vierzig Jahren geschrieben worden. Denn gewiss, einige Hadis-Gelehrte stellten fest, dass einige Hadise, die in der Gemeinschaft der Muslime gut bekannt waren, "zweifelhaft" seien. Aber da es ihre äußeren, anscheinenden Bedeutungen waren, die abgelehnt wurden, wurde das Stück einzig und allein geschrieben, um die Gläubigen davor zu bewahren, sie zu bezweifeln. Da einige Zeit später einige der wundersamen Interpretationen des Fünften Lichtstrahl für alle deutlich sichtbar wurden, behandelte ich den Fünften Lichtstrahl vertraulich, so dass ihm kein falscher Sinn gegeben würde. Dann studierten zahlreiche Gerichte die Abhandlung sehr gründlich. Sie machten sie bekannt und gaben sie an uns zurück. So verweise ich auf das Gewissen jener, die uns willkürlich verurteilt haben, damit sie sehen, wie weit es von der Gerechtigkeit und vom Recht entfernt ist, uns wegen des Fünften Lichtstrahls aufs neue als schuldig zu betrachten. Ich sage:
    „Gott genügt uns. Welch vorzüglicher Sachwalter“
    Und ich verweise sie auf das Letzte Gericht.

    Das Neunte:
    Dies ist sehr wichtig, aber da jene, die uns verurteilt haben, das Risale-i Nur studiert haben, habe ich den Abschnitt
    nicht geschrieben, um sie nicht aufzuregen.

    Das Zehnte:
    Dies ist kraftvoll und wichtig, aber wiederum, um sie nicht zu beleidigen, habe ich es jetzt nicht geschrieben.
    Said Nursi,
    der in absoluter Einzelhaft gehalten wird.

    ((Teil. einer Petition, geschrieben während des Gerichtsverfahrens in Eskisehir vor fünfzehn Jahren geschrieben und ans Kabinett geschickt wurde) )
    Ihr, die ihr "bindet und löst"!
    Ich habe eine Ungerechtigkeit erlitten, dergleichen selten in der Welt gesehen wurde. Angesichts solch einer Ungerechtigkeit zu schweigen, ist eine Missachtung des Rechts. Ich bin daher gezwungen, eine höchst wichtige Angelegenheit zu enthüllen. Zeigt den Fehler, den ich begangen habe, so dass das Gesetz meine Hinrichtung oder meine Verurteilung zu lebenslänglicher Haft verlangt, beweist, dass ich völlig verrückt bin, oder gebt mir, meinen Abhandlungen und meinen Freunden die vollständige Freiheit und sammelt das, was wir verloren haben, bei denen ein, die es verursacht haben.

    Ja, jede Regierung hat ein Gesetz und ein Prinzip, dem entsprechend Strafen verhängt werden. Wenn es unter den Gesetzen der Republik keines gibt, das die schwerste Strafe für mich selbst und meine Freunde vorsieht, sollte uns vollständige Freiheit gegeben werden, wie auch Entschädigung, Wertschätzung und Entschuldigung. Denn wenn mein wichtiger Dienst am Koran, der klar und offen ist, gegen die Regierung gerichtet ist, sollte ich nicht zu einer einjährigen und einige meiner Freunde zu einer sechsmonatigen Haft verurteilt werden. Mir sollte statt dessen die Todesstrafe zuteil werden oder hundertjährige Haft. Auch jene, die ernsthaft mir und meinem Werke zugetan sind, sollten zur höchsten Strafe verurteilt werden. Aber wenn unser Dienst nicht gegen die Regierung ist, sollten wir nicht Strafen, Anklagen oder Haft ausgesetzt sein, sondern Wertschätzung und Vergütung erhalten. Denn es ist ein Dienst, dessen Natur durch seine 120 Abhandlungen verstanden wird. Er fordert die großen Philosophen Europas heraus und widerlegt ihre Prinzipien. Gewisslich, solch ein wirkungsvoller Dienst wird entweder außerordentlich Ergebnisse im Inland hervorbringen oder er wird höchst vorteilhafte, erhabene und gelehrte Früchte tragen. In diesem Fall kann gegen mich keine einjährige Haftstrafe verhängt werden, unter dem Vorwand, dass ich Rosstäuscherei betrieben, die öffentliche Meinung getäuscht und die Intrigen der Tyrannen und ihre Lügen über uns verborgen hätte. Jene wie meinesgleichen erhalten entweder die Todesstrafe und steigen stolz zum Galgen hinauf oder sie bleiben frei und in der Position. derer sie würdig sind.
    Ja, ein kluger Dieb kann Diamanten stehlen, die ungeheuer wertvoll sind. Er würde die Finger von wertlosen Glassplittern lassen, wenn die Strafe gleich wäre. Kein Dieb würde sich so verhalten, ja kein bewusstes Geschöpf. Solch ein Dieb ist schlau, er ist auf diese Weise nicht völlig dumm.
    Meine Herren! In eurer Vorstellung bin ich wie jener dumme Dieb. Ich lebte neun Jahre lang zurückgezogen in einem armen Dorfe in der Landschaft Isparta, Ich setzte mich und meine Abhandlungen, die das Ziel meines Lebens sind, der Gefahr aus, indem ich die Gedanken von fünf bis zehn einfältigen Pechvögeln gegen die Regierung aufbrachte, denen zusammen mit mir sehr kurze Haftstrafen gegeben wurde. Dabei hätte ich eine hohe Position in Ankara oder Istanbul annehmen und tausende Menschen für ein Ziel einnehmen können, das ich verfolge. Dann wäre ich nicht auf solch üble Weise schuldig gesprochen worden, sondern hätte mit Stolz und Würde in der Welt gestanden, wie es meinem Wege und meiner Pflicht entsprochen hätte.
    Ich sage dies nicht aus Stolz oder Prahlerei, sondern beschämt, um die Irrtümer jener aufzuzeigen, die an meine alte Selbstdarstellung und Heuchelei denken und mich schlecht machen wollen, damit der Position, die ich inne habe, keine Wichtigkeit zugemessen wird und sie zu nichts nütze ist. So sage ich zu ihnen:
    Ich bin der Mann, der mit einer Rede acht rebellische Regimenter während des Vorfalls vom 31. März zum Gehorsam brachte. Das wird von seiner alten Verteidigung, die unter dem Namen "Das Zeugnis der Zwei Schulen des Unglücks" publiziert wurde, bestätigt. Und wie in den Zeitungen von damals berichtet wurde, ist er der Mann, der mit einem Artikel unter dem Titel "Die Sechs Schritte" den wichtigen Dienst erfüllte, die Ansichten der Istanbuler Ulema gegen die Engländer und zugunsten der Nationalbewegung zu wenden; und er ist der Mann, der in der Aya-Sofia-Moschee in einer Ansprache tausende Menschen zum Zuhören brachte; und er wurde vom Parlament und von den Abgeordneten in Ankara mit stürmischem Applaus begrüßt, und 165 Abgeordnete überzeugte, für seine Medrese und Universität einhundertfünfzigtausend Lira anzuweisen, und ohne Angst antwortete er vollkommen gefasst dem zornigen Präsidenten im Amt des Parlamentssprechers und forderte ihn auf, das tägliche fünfmalige Gebet zu verrichten, und während er im Haus der islamischen Weisheit war, wurde er von der jungtürkischen Regierung einmütig der Pflicht für würdig erachtet, die Philosophen Europas zur Annahme der islamischen Weisheit einzuladen. Und das Werk "Zeichen des Wundercharakters des Koran", das er an der Ostfront im Kriege schrieb und das nun beschlagnahmt wurde, erschien dem damaligen Kriegsminister und Oberbefehlshaber Enver Pascha so wertvoll, dass er das Papier zum Druck beisteuerte, damit die Geistesfrüchte des Autors während des Kriegs in Erinnerung blieben. So erwies ihm Enver Pascha Achtung wie keinem anderen. Er wollte am Wohl und am Ruhm jenes Kriegsgedenkens teilhaben, während der Krieg sich dem Ende näherte. Solche ein Mann würde nicht sich nicht dazu herablassen, die Würde seiner Gelehrsamkeit und die Heiligkeit seines Dienstes zu beschmutzen und seine tausenden wertvollen Freunde zu entehren, indem er sich mit einem kleinen Verbrechen wie ein Pferdedieb, wie ein Mädchenschänder oder wie ein Taschedieb befleckte, so dass Ihr ihn zu einer einjährigen Haft verurteilen und ihn wie einen Ziegen- oder Schafdieb behandeln könntet.
    Er würde die Hinrichtung bevorzugen statt unter der willkürlichen Verfolgung eines boshaften Schnüfflers oder eines gewöhnlichen Polizisten zu leiden. Aber nun wurde ihm eine einjährige Haft gegeben und er wird für ein Jahr unter Aufsicht gestellt, nachdem er zehn Jahre lang grundlos mit repressiver Überwachung gepeinigt wurde. Dabei kann er es nicht einmal aushalten, von einem Sultan beherrscht zu werden. Wäre solch ein Mann in Angelegenheiten der Welt verstrickt, hätte er den Wunsch danach gehegt sich einzumischen, und hätte sein heiliger Dienst dies erlaubt, so hätte er sich in die Dinge der Welt eingemischt ineinem Ausmaß, das zehn Mal größer als der Menemen-Aufruhr und die Scheich Said Revolte wäre. Das dröhnenden Donnern einer Kanonenkugel wäre nie zum Summen einer Fliege geworden.
    Ja, ich möchte die Aufmerksamkeit der Regierung auf Folgendes lenken: diese Situation kam durch die Intrigen, Machenschaften und Propaganda der verborgenen Organisation zustande, die mich in dieses Unglück trieb. Der Beweis, dass weit verbreitete Propaganda, Schrecken und eine Verschwörung auf eine nie zuvor gesehene Weise gegen uns organisiert wurde, ist dies: obwohl ich einhunderttausend Freunde habe, durfte mir während der sechs Monaten keiner einen Brief schicken noch durfte einer mir einen Gruß senden. Und auf Grund der Gerüchte der Intriganten, welche die Regierung täuschen wollen, wurden ständig Verhöre und Hausdurchsuchungen durchgeführt, von den östlichen bis zu den westlichen Provinzen.
    Der Plan, den diese Intriganten ausgeheckt hatten, war offenkundig. Einen "Zwischenfall" zu organisieren, der die Ursache wäre, dass Tausende meinesgleichen die schwersten Strafen erhalten würden. Jedoch war das Ergebnis eine Strafe, die an einen Fall von minderschweren Diebstahl erinnert, den ein gewöhnlicher Mensch begangen hat. Von einhundertfünfzehn Menschen wurden fünfzehn unschuldigen Männern Haftstrafen von fünf oder sechs Monaten auferlegt. Würde irgendein vernünftiges Geschöpf in der Welt den Schweif eines wütenden Löwen oder eines schrecklichen Drachens mit einem prächtigen, scharfen, diamantenen Schwert kitzeln, damit das Untier sich gegen ihn wendet? Wenn seine Absicht Selbstverteidigung oder Kampf wäre, so würde er sein Schwert an anderer Stelle einsetzen.
    Durch eure getäuschte Sicht haltet ihr mich für solch einen Mann, denn wie so jemanden habt ihr mich angeklagt und bestraft. Wenn ich in einer Weise handle, die so sehr dem Gewissen und der Vernunft entgegen steht, sollte dieses große Land nicht terrorisiert werden und die öffentliche Meinung nicht gegen uns gerichtet werden. Ich sollte wie ein gewöhnlicher Verrückter in eine Irrenanstalt eingewiesen werden. Aber wäre ich ein Mann von der Bedeutung, die ihr sie mir zusprecht, so würde mein scharfes Schwert nicht auf die Schweife des Löwen und des Drachen weisen, damit sie mich angreifen. Ich würde mich vielmehr, so gut ich könnte, verteidigen. Gerade wie ich freiwillig in den letzten zehn Jahren das zurückgezogene Leben gewählt habe und Schwierigkeiten jenseits des menschlicher Duldungskraft ertragen habe, so habe ich mich in keiner Weise in Staatsgeschäfte eingemischt, noch wollte ich mich darin einmischen. Denn meine heilige Pflicht hat mir das verboten.
    O ihr, die ihr bindet und löst! Wie in den Zeitungen von vor fünfundzwanzig Jahren geschrieben steht, der Mann, der mit einem einzigen Zeitungsartikel dreißigtausend Leute dazu brachte, seine Ideen anzunehmen; und der Mann, der die Aufmerksamkeit der riesigen Einsatzarmee auf sich zog; und der mit sechs Worten die Fragen des anglikanischen Kirchenoberhaupts beantwortete, der sechshundert Worte wünschte, und der eine Rede nach der Verfassungsrevolution hielt, als wäre er ein führender Diplomat --- ist es überhaupt möglich, dass in den einhundertzwanzig Abhandlungen dieses Mannes nur fünfzehn Worte zu finden sind, die sich auf die Politik und die Welt beziehen? Ist es überhaupt vernünftig anzunehmen, dieser Mann betreibe Politik, sein Ziel läge in dieser Welt und er beunruhige die Regierung?

    Wenn solch ein Mann es darauf anlegen würde, sich in Politik und Regierung einzumischen, so hätte er dies in einer einzigen seiner Abhandlungen klar gemacht und an tausend Stellen gezeigt. Wenn sein Ziel die Kritik mit politischer Absicht gewesen wäre, so hätte er sicherlich mehr als über ein oder zwei Regeln zur Verschleierung der Frauen und zum Erbrecht geschrieben, die schon lange in Kraft sind.
    Ja, der politisch gesinnte Gegner eines herrschenden Regimes, das weitreichende Reformen durchgeführt hat, hätte nicht ein oder zwei Dinge gefunden, die er ablehnt, sondern tausende. Als ob die Reformen der Regierung der Republik nur aus ein oder zwei geringen Angelegenheiten bestehen würden! Aber ich hatte
    nicht die Absicht, irgendetwas zu kritisieren. Aber wegen ein oder zwei Worten in ein oder zwei meiner Bücher, die schon vor Langem geschrieben wurden, sagte man:
    "Er greift das herrschende Regime und seine Reformen an!"
    So frage ich: Sollte das ganze Land mit einer wissenschaftlichen Angelegenheit beschäftigt sein, die nicht die geringste Strafe erfordert, beschäftigt in einer Weise, die Angst erregt?
    So, gegen mich und fünf bis zehn meiner Freunde wurden die geringsten, die unbedeutendsten Haftstrafen verhängt und das gesamte Land wurde durch mächtige Propaganda gegen uns eingeschüchtert und gegen uns aufgebracht. Sükrü Kaya, der Innenminister; wurde mit einer bedeutenden Streitmacht nach Isparta gerufen, um die Aufgabe durchzuführen, die ein einziger gemeiner Soldat hätte ausführen können: mich zu verhaften. Ismet, der Führer des Kabinetts, ging deswegen in die östlichen Provinzen. Im Gefängnis durfte ich zwei Monate lang mit niemandem sprechen und niemand durfte nach mir fragen oder mir Grüße senden, während ich alleine in dieser Verbannung war. All diese Tatsachen zeigen, dass es eine sinnlose, ziellose, ungesetzliche Situation ist, wie ein berghoher Baum, der nur erbsengroße Früchte produziert. "Regierung" bedeutet "mit Weisheit regieren.“ Wenn ein Staat dies einsähe, würde er diese ungerechte Behandlung niemals dulden, besonders eine rechtsstaatliche Regierung wie die Regierung der Republik, die dem Gesetz mehr als eine andere Regierung verpflichtet ist.
    Ich will meine Rechte im Rahmen des Gesetzes. Ich beschuldige jene, Kriminelle zu sein, die im Namen des Gesetzes gegen das Gesetz handeln. Die Gesetze der Regierung der Republik lehnen sicherlich die willkürlichen Taten solcher Krimineller ab. Ich bin hoffnungsvoll, dass mir meine Rechte wieder eingeräumt werden.
    Said Nursi

    Ein Beispiel für die Wahrhaftigkeit des Risale-i Nur
    Bemerkung
    Wie der gerechte und aufgeklärte Mensch, der die folgende, vor neunzehn Jahren verfasste Abhandlung liest, eindeutig verstehen wird, beschäftigt sich das Risale-i Nur mit all seinen einhundertdreißig Teilen allein mit dem Glauben und dem Jenseits und wurde in diesem Geiste geschrieben, völlig frei von allen politischen und weltlich-irdischen Motiven. Diese klare und eindeutige Tatsache wurde durch die langen Nachforschungen und genauen Studien, die von den Gerichten in Eskisehir, Isparta, Denizli und Afyon durchgeführt wurden, bestätigt. In dieser Hinsicht erbitten wir eure Aufmerksamkeit und Hilfe, dass uns alle unsere Bücher zurückgegeben werden, die seit mehr als zwanzig Monaten vom Gericht in Afyon beschlagnahmt sind, ohne dass der kleinste Punkt darin durch das Gericht von Afyon als Verstoß gewertet werden konnte. Die Bücher des Risale-i Nur haben den Glauben von tausenden Menschen bewahrt und wurden von ihren Lesern, von Gelehrten, und von der islamischen Welt gelobt und bejubelt.
    Der größere Teil der Bücher, die vom Gericht in Afyon beschlagnahmt, wurden zuerst von unseren Gefährten gesammelt, die freizulassen sind. Sie sagten: "Wir gaben unsere Bücher dem Ustad, ihrem Eigner; sie sollten ihm übergeben werden!" Damit übergaben sie mir die Bücher. Sie überließen dem Gericht den güldenen Koran, der unter den beschlagnahmten Büchern war. Dieser Koran wurde geschrieben und zeigt die wundersame Übereinstimmung der Buchstaben miteinander.

    Vor allem anderen erwarten wir, dass uns diese Bücher und unser Koran baldigst zurückgegeben werden, die uns vorher schon vom Gericht in Denizli und vom Gericht in Ankara zurückgegeben wurden.
    Said Nursi
    Kalbinizle yaptiginiz hersey size geri dönecektir - Hz. Mevlana

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