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Griechenland - Flucht ins Nirgendwo (ORF-Weltjournal)


yilmaz
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Wie Flüchtlingskinder auf der Strasse landen:

 

Griechenland ist innerhalb der EU als schwarzes Schaf bekannt, was den Umgang mit Flüchtlingen angeht. Der nur knapp abgewendete Staatsbankrott hat die Situation noch verschärft. In diesem EU-Land gibt es kein ordentliches Asyl- und Aufnahmeverfahren. Flüchtlinge bekommen keine finanzielle Unterstützung und landen in gefängnisartigen Lagern oder auf der Strasse - wenn sie es überhaupt schaffen, lebend nach Griechenland zu kommen. Immer wieder werden Fälle bekannt, wo Menschen auf dem offenen Meer einfach ausgesetzt werden. Besonders tragisch ist die Situation der Kinder und Minderjährigen, die zum Teil ohne Eltern umherirren. Dieses Phänomen der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge hat in Europa in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Doch eine kohärente EU-Politik zu diesem Problem gibt es bisher nicht. Die Nationalstaaten sind hin- und hergerissen, zwischen der Wahrung von Kinderrechten und einem verschärften Vorgehen gegen Migranten. Griechenland verweist darauf, dass die Flüchtlingsproblematik nur auf europäischer Ebene gelöst werden könne. 20 000 Flüchtlinge kommen im Durchschnitt pro Jahr. Seit Libyen den Flüchtlingsstrom auf dem Weg nach Italien abfängt, weichen die Menschen auf die Route über die Türkei und Griechenland aus. 80% der Flüchtlinge in Europa, so wird angenommen, kommen derzeit über die griechische Grenze in die EU. Oysten Bogen, Katinka Nowotny und Alex Steinbach berichten über die Flüchtlingstragödie in Griechenland, wo auch aus Österreich abgeschobene Familien wieder landen.

 

Redaktionsleitung: Claudia Neuhauser

Redaktion: Harald Bohrer, Lorenz Gallmetzer, Mag. Patrick Hafner, Dr. Christa Hofmann, Mag. Katinka Nowotny, Julieta Rudich, Dr. Alexander Steinbach

 

 

http://www.youtube.com/watch?v=mF26hA8SOoY

 

http://www.youtube.com/watch?v=I_JkP2VxK8Y

 

http://www.youtube.com/watch?v=a04Shu12LDo

Links im MISAWA-Forum: Ein Drittel aller Lebensmittel wird verschwendet

Edited by yilmaz
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  • 2 weeks later...
Ich selbst habe jahrelang mit afghanischen Flüchtlingen zu tun gehabt. Wenn sich die Situation in den Herkunftsländern nicht ändert, wird es noch viel mehr Flüchtlinge geben. Nur kann es auch keine Lösung sein, das Europa nun alle aufnehmen muß und kann,die mit den Verhältnissen in ihren Ländern nicht einverstanden sind. Obwohl man das natürlich verstehen kann. Edited by Jörg
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  • 1 month later...

Griechenland rudert bei Grenzzaun zurück

 

Nach zahlreichen negativen Kommentaren und Reaktionen rudert Griechenland beim Bau eines Grenzzauns gegen die illegale Migration zur Türkei zurück. Wie heute aus dem Ministerium für Bürgerschutz verlautete, plant Athen vorerst nur einen 12,5 Kilometer langen und drei Meter hohen Zaun entlang der „Schwachstelle“ des Grenzflusses Evros bei der Kleinstadt Orestiada.

 

 

Am Samstag hatte der griechische Bürgerschutzminister Christos Papoutsis für Aufsehen gesorgt, als er den Bau eines Zauns entlang der gesamten 206 Kilometer langen Grenze zur Türkei ankündigte, um den endlosen Strom illegaler Migranten zu stoppen. Als Vorbild nannte er den Grenzzaun zwischen den USA und Mexiko.

EU-Kommission hält Lage für alarmierend

 

Vor zwei Monaten hatte Griechenland unter dem Druck der Migrationswelle die Hilfe der EU-Grenzagentur Frontex angefordert. Seit November arbeiten dort zusammen mit den Griechen 200 Beamte der Frontex. 2010 kamen nach Angaben des Ministers „täglich rund 200 Flüchtlinge“ aus der Türkei.

Die EU-Kommission hält die Lage am Evros für alarmierend: Mehr als 80 Prozent der illegalen Einwanderer in die EU reisen inzwischen über Griechenland ein. Das Land ist nach Brüsseler Einschätzung mit dem Ansturm hoffnungslos überfordert. In den Städten betteln Tausende illegaler Migranten auf den Straßen. Hunderte versuchen, auf eine Fähre nach Italien zu kommen.

 

 

Publiziert am 03.01.2011 http://www.orf.at

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Griechenland: Gefängnisschiffe für Asylwerber?

 

Griechenland erwägt den Einsatz schwimmender Gefängnisse zur Internierung von Asylwerbern. Die Anmietung solcher Lager für illegal Eingewanderte werde im Zusammenhang mit weiteren Maßnahmen geprüft, sagte der Minister für öffentliche Ordnung, Christos Papoutsis, gestern in Athen.

 

 

Dabei müssten auch Probleme bedacht werden wie die hohen Kosten für den Transfer eines solchen Schiffs und die Frage, unter welchen Bedingungen es wo andocken könnte, so Papoutsis. Zu den weiteren Maßnahmen gehört vermutlich der Bau eines Zauns entlang eines Teils der Grenze zur Türkei sowie die Nutzung alter Einrichtungen der Streitkräfte als Internierungslager.

 

 

Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International nutzen die Niederlande seit 2007 schwimmende Lager. Zu einem Zeitungsbericht, wonach griechische Beamte in Kürze in den Niederlanden die Möglichkeit einer Übersendung von Gefängnisschiffen nach Griechenland erörtern wollen, nahm die Regierung in Athen nicht Stellung. Ihren Angaben zufolge gelangten 2010 insgesamt 128.000 Flüchtlinge illegal nach Griechenland. Das wäre die höchste Zahl in der EU.

06.01.2010 http://orf.at/#/stories/2034782/

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  • 1 month later...

Es ist zu einem großen Teil der Frust über die stark steigenden Lebenserhaltungskosten, der zurzeit Hunderttausende Menschen in Nordafrika auf die Straße treibt. Im Jänner haben die weltweiten Lebensmittelpreise ein neues Rekordhoch erreicht. Doch während Spekulanten Rohstoffe als lohnende Anlageziele entdeckt haben, leiden besonders die Menschen in Entwicklungsländern unter den Folgen der horrenden Lebensmittelpreise: Die UNO schätzt die Zahl der Hungernden weltweit auf 900 Mio. Menschen - und warnt vor „Hungerrevolten“. Ein Ende der Preisexplosion ist nicht in Sicht.

 

Lesen sie mehr >

„Globale Nahrungsmittelkrise“

 

Die weltweiten Lebensmittelpreise haben im Jänner den höchsten Stand seit Beginn der Messungen im Jahr 1990 erreicht. Besonders bei Weizen, Mais, Zucker und Öl gab es Preisexplosionen. Ein Ende des Anstiegs ist laut UNO nicht abzusehen. Die hohen Lebensmittelpreise waren einer der Auslöser für die derzeitigen Unruhen in vielen nordafrikanischen Ländern.

 

So sind etwa in Ägypten die Nahrungsmittelpreise deutlich gestiegen: Sie waren Ende 2010 laut WFP, dem Welternährungsprogramm der UNO, um ein Fünftel höher als Ende 2009. Ägypten muss wie die meisten nordafrikanischen Länder die Hälfte seines Nahrungsmittelbedarfs importieren. Jeder fünfte Ägypter lebt in absoluter Armut.

 

Dürren und Überflutungen

Die Welt befinde sich inmitten einer globalen Nahrungsmittelkrise, so der US-Wirtschaftsexperte und Nobelpreisträger Paul Krugman Anfang Februar in seinem Blog in der „New York Times“ - und es sei bereits die dritte innerhalb von zwei Jahren. Als herausragenden Faktor für die Preisexplosion nennt Krugman weltweite Wetterkatastrophen wie Dürren und Überflutungen.

Die Macht des Wetters bei der Preisbildung haben die Weizenmärkte bereits im vergangenen Jahr zu spüren bekommen. Nach einer Missernte stoppte Russland im Sommer Weizenexporte. Der Preis für das Getreide hat sich in der Europäischen Union vor allem deswegen in den vergangenen zwölf Monaten verdoppelt. Schlecht sieht die Lage auch in anderen Weltregionen aus: In Australien werden großflächige Überschwemmungen die Erträge senken, in Lateinamerika wird die Ernte in diesem Jahr wegen Dürren vermutlich eher schlecht ausfallen.

 

„Risiko von Hungerrevolten“

Die UNO warnte Anfang Februar vor „Hungerrevolten“ als Folge von hohen Lebensmittelpreisen. „Es gab schon Aufstände wegen der aktuell hohen Preise. Regierungen haben sich in schwierigen Situationen wiedergefunden, und eine ist sogar schon gefallen“, sagte Jacques Diouf, der Präsident der UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO), Anfang Februar in Rom in Anspielung auf die Proteste in Tunesien.

Angesichts der explodierenden Lebensmittelpreise drängt die FAO auf eine schärfere Regulierung der Rohstoffmärkte. Der Spekulation müsse ein Riegel vorgeschoben werden, forderte Diouf kürzlich in einem Interview mit Reuters Insider TV. Die Marktderegulierung seit 1999 habe ein Umfeld geschaffen, das die reine Spekulation ermögliche. „Es ist nicht in Ordnung, einen Kontrakt zu kaufen und zu einem höheren Preis zu verkaufen, ohne den Rohstoff überhaupt gesehen zu haben“, so Diouf.

 

 

EU will Spekulationen eindämmen

In der Europäischen Union gibt es bereits Pläne, die Spekulation an den Lebensmittelmärkten einzuschränken. Sowohl der Handel mit realen Rohstoffen als auch der Derivatemarkt müssten transparenter und strenger geregelt werden, hieß es in einem Anfang Februar vorgelegten Strategiepapier der Kommission. Sie folgt damit Plänen des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, der den Kampf gegen Rohstoffspekulationen zu einem Schwerpunkt seiner G20-Präsidentschaft in diesem Jahr machte.

Auch Weltbank-Präsident Robert Zoellick drängte kürzlich darauf, das Thema Ernährung auf der Agenda der Gruppe der größten Industrie- und Schwellenländer (G20) ganz nach oben zu setzen.

 

Auch Konzern fordert staatliche Eingriffe

Wegen der stark gestiegenen Preise für Rohkaffee forderte kürzlich auch der Nahrungsmittelkonzern Kraft Foods die deutsche Bundesregierung zum Eingreifen auf. „Kaffee ist seit einem halben Jahr eine der Topwetten der Finanzwelt geworden“, so Hubert Weber, Chef des Kaffeegeschäfts von Kraft Foods in Europa, gegenüber der deutschen Zeitung „Welt am Sonntag“. Wer nicht wolle, dass dadurch Lebensmittelpreise in die Höhe getrieben würden, müsse den Markt regulieren.

 

FAO: 900 Mio. Menschen hungern

Der FAO-Ökonom Abdolreza Abbassian rechnet damit, dass sich die Lage an den Agrarrohstoffmärkten vorerst nicht entspannen wird: „Die Preise dürften noch auf Monate hinaus hoch bleiben.“ Mit dem neuen Höchststand wurde der bisherige Rekord aus dem Jahr 2008 übertroffen. Damals hatten die explodierenden Nahrungsmittelpreise Hungerrevolten ausgelöst - unter anderem in Afrika und der Karibik.

Während an den Märkten Investoren Rohstoffe als lohnende Anlageziele entdeckt haben, leiden insbesondere Bewohner der Entwicklungsländer unter den Folgen der steigenden Lebenshaltungskosten. Die FAO schätzt die Zahl der Hungernden oder Unterernährten weltweit auf 900 Millionen Menschen.

http://orf.at/stories/2041018/2041017/

 

 

Lesen sie mehr > Dürre, Flut und hohe Preise

 

Die weltweiten Lebensmittelpreise haben nach UNO-Angaben Ende Dezember ihren bisher höchsten Stand erreicht. Besonders treffen die Preissteigerungen die Menschen in Entwicklungsländern, denen nun Hunger droht.

 

Era Vunyazi braucht die neuesten Zahlen der Weltagraroganisation FAO über den Rekordanstieg der Lebensmittelpreise nicht. Die Haushaltshilfe in der kenianischen Hauptstadt Nairobi merkt selbst, dass schon die Versorgung mit dem Notwendigsten immer schwieriger wird. „Im Dezember habe ich 5.000 Shilling (etwa 50 Euro) allein für Lebensmittel ausgegeben“, klagt sie. Bei einem Monatseinkommen von 8.000 Shilling ist das mehr, als sie sich leisten kann - und viele Menschen in dem ostafrikanischen Land verdienen gerade einmal 5.000 Shilling im Monat.

Für viele geht es um die Existenz

„Die Preise für Zucker oder Mehl sind teilweise um 80 Prozent gestiegen“, berichtet auch Julius Savakaji aus Nairobi ratlos. Gerade für Slumbewohner wie ihn sind die steigenden Lebenshaltungskosten dramatisch. „Zwei Kilo Maismehl haben vor ein paar Monaten noch 50 Shilling gekostet, jetzt sind es 85“, rechnet er vor. „Für zwei Kilo Zucker zahlte ich 120 Shilling, nun sind es 200.“ Für Savakaji, der den vier ältesten seiner sechs Kinder eine höhere Schulausbildung ermöglicht, geht es bei solchen Preissteigerungen an die wirtschaftliche Existenz.

Ähnlich geht es Millionen Menschen gerade in Afrika - in den städtischen Slums ebenso wie in den Dörfern, wo alles, was aus den Städten herbeigeschafft werden muss, immer teurer wird. Die Summen für Mehl, Zucker, Brot oder Reis mögen, verglichen mit den Preisen in Europa, lächerlich gering erscheinen.

Doch schon zuvor haben die meisten der afrikanischen Kleinverdiener mehr als die Hälfte ihres Einkommens für Lebensmittel ausgegeben. Als ob die normalen weltweiten Preissteigerungen nicht reichen, droht Millionen Menschen in Afrika derzeit Hunger durch Dürre, Folgen von Flut oder politischen Konflikten.

Auf den Feldern verdorrt der Mais

Nach den Weihnachtsferien sind Tausende Kinder aus Viehzüchterfamilien im Nordosten Kenias nicht in die Schulen zurückgekehrt. Sie mussten ihren Eltern und deren Herden nach Äthiopien folgen, wo die Halbnomaden auf Weideflächen hoffen. Die Preise, die sie für ihre abgemagerten Ziegen, Schafe und Rinder auf dem Markt erzielen können, sinken dramatisch.

Auf den Feldern der Bauern verdorrt der Mais, in Kenia und den meisten ostafrikanischen Staaten das wichtigste Nahrungsmittel. „In diesem Jahr wird es nichts zu ernten geben“, warnte etwa John Chelimo von der Bezirksverwaltung Mbeere im Norden Kenias. Allein in seinem Verwaltungsbereich seien 40.000 Menschen bis zur nächsten Ernte auf Hilfe angewiesen.

 

„Ein Ende ist nicht in Sicht“

Aus dem Norden Kenias und Ugandas gab es in den vergangenen Tagen Berichte über erste Hungertote. Für das von Dürre und Bürgerkrieg geplagte Somalia startete die UNO bereits einen internationalen Hilfsappell. Das kenianische Rote Kreuz geht allein in Kenia von 1,8 Millionen Hilfsbedürftigen aus.

In westafrikanischen Ländern der Sahel-Zone dagegen leiden die Menschen noch immer unter den Folgen wochenlanger Fluten im vergangenen Herbst. Große Teile der Ernte in Niger, Benin, Teilen von Burkina Faso, Tschad oder Ghana wurden zerstört - entsprechend teuer sind die Lebensmittel, die in den Handel gelangen.

In der seit mehr als sechs Wochen von einer schweren politischen Krise gezeichneten Elfenbeinküste wiederum trägt die Ungewissheit über die Zukunft des Landes zu immer schneller steigenden Preisen bei. „Das Leben wird immer teurer“, klagt ein Einwohner der Hafenstadt Abidjan. „Für Fleisch oder Reis muss ich viermal so viel bezahlen wie noch vor einigen Wochen, und ein Ende ist nicht in Sicht.“

Eva Krafczyk, dpa

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  • 1 year later...

Amnesty sieht Menschenleben in Gefahr

 

Als „unmenschlich“ und „erniedrigend“ bezeichnet die Menschenrechtsorganisation Amnesty International den Umgang mit Flüchtlingen in Griechenland. Asylsuchende, sogar aus Kriegsgebieten wie Syrien, würden zurückgeschickt - laut Amnesty International wurde ein Boot, nachdem es zum Umkehren gezwungen worden war, sogar aufgeschlitzt. Der syrische Flüchtling musste zurückschwimmen. Das Stellen von Asylanträgen werde durch bürokratische Hürden fast unmöglich gemacht - tagelang im Voraus bildeten sich lange Schlangen vor den Antragsstellen.

 

Warnung vor „humanitärer Krise“

Amnesty International hat scharfe Kritik an der griechischen Flüchtlingspolitik geäußert. Die Behandlung der Asylsuchenden durch die griechische Polizei gefährde Menschenleben, schrieb die Menschenrechtsgruppe am Donnerstag in einem Bericht. Die Bedingungen in den Haftzentren seien vielfach „unmenschlich“ und „erniedrigend“.

 

Die Regierung in Athen halte Einwanderer, darunter auch Kinder, unter unmenschlichen Bedingungen fest, kritisierte die Organisation am Donnerstag. Griechenland sei nicht in der Lage, den Tausenden von Asylsuchenden und Migranten, die jährlich ins Land kämen, auch nur ein Minium an Schutz und Sicherheit zu gewähren. „Die Situation heute in Griechenland ist absolut unwürdig des Friedensnobelpreises, der kürzlich der Europäischen Union verliehen wurde“, sagte Regionaldirektor John Dalhuisen.

 

Schlauchboot von Polizei vor Grenze aufgeschlitzt

Selbst Flüchtlinge aus Kriegsgebieten wie Syrien würden am Grenzfluss Evros in die Türkei zurückgeschickt, schrieb Amnesty International unter Berufung auf Berichte von Flüchtlingen. Als besonders eklatantes Beispiel für die Behandlung von Flüchtlingen führte Amnesty International den Fall eines Syrers an, dessen Schlauchboot griechische Polizisten auf einem Grenzfluss vor dem Erreichen der Staatsgrenze zerstochen hätten. Der aus der Türkei kommende Mann habe daraufhin zurückschwimmen müssen. In einem anderen Fall sei eine Gruppe von Flüchtlingen ohne Rettungswesten in Boote in Richtung der Türkei gesetzt worden. Bei ihrer Ankunft hätten 15 der 40 Menschen an Bord gefehlt.

 

Tagelang Schlange stehen für Asylantrag

Die großen Belastungen, denen Griechenland ausgesetzt sei, dürften nicht als Entschuldigung herhalten, sagte Amnesty International. Die Menschenrechtler werfen der Regierung eine nicht funktionierende Bürokratie vor: So habe eine 2011 eingerichtete Stelle zur Prüfung von Asylanträgen aus Personalmangel noch keinen einzigen Fall behandelt. Pro Tag gelänge es in Athen lediglich 20 Menschen, einen Antrag zu stellen - Hunderte stünden aber Schlange. Wer aufgebe, werde Opfer einer Polizeirazzia und lande in überfüllten Hafteinrichtungen.

 

Zudem würden fremdenfeindliche Angrtremer Gruppen (siehe link) zunehmen, warnte Amnesty International. Seit dem Sommer gebe es „fast täglich“ solche Übergriffe. Das Ausmaß der Menschenrechtsverletzungen an Flüchtlingen in Griechenland grenze zunehmend an eine „humanitäre Krise“, sagte Dalhuisen.

Wichtige Schleuse auf dem Weg in die EU

Auf dem Weg in die EU ist Griechenland für Flüchtlinge aus Asien und Afrika eines der wichtigsten Eingangstore. Griechenland kämpft schon lange gegen die illegale Einwanderung und wirft anderen EU-Staaten vor, die Belastungen abzuwälzen. Den Behörden des Mittelmeerlandes ist insbesondere das EU-Regelwerk Dublin II ein Dorn im Auge. Danach ist jenes Land für einen Flüchtling verantwortlich, über dessen Gebiet dieser erstmals in die EU gelangte.

 

österr. Rundfunnk, orf.at 21.12.2012

Siehe auch:

Umfrage: Großer Zulauf für griechische Extremisten

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  • 3 months later...

[h=2]Mehrere hundert Migranten in griechischen Aufnahmelagern sind seit Samstag im Hungerstreik. Sie protestieren damit gegen ihre Inhaftierung und die ihrer Ansicht nach unmenschlichen Bedingungen in den Lagern. Das teilten gestern Vertreter von linken Menschenrechtsorganisationen in Athen mit.[/h]Dem Protest hätten sich auch Migranten angeschlossen, die landesweit in Polizeistationen festgehalten würden. Die griechische Polizei und das Justizministerium äußerten sich zunächst nicht.

 

>hier wird zugunsten der Griechen die Situation relativiert und um ein Schleich-Verständnis für"unmenschlichen Bedingungen in den Lagern" geworben:

Das Land hat in den vergangenen Monaten mehrere Aufnahmelager eröffnet. Dort werden illegal eingereiste Migranten festgehalten, um sie später auszuweisen. In Griechenland gibt es mehr als eine Million Migranten, bei einer Gesamtbevölkerung von rund 11,5 Millionen Menschen. Viele Flüchtlinge, die vor allem über die türkisch-griechische Grenze kommen, reisen in andere EU-Staaten weiter. In der griechischen Hauptstadt Athen ist die illegale Migration neben der Wirtschaftskrise eines der größten Probleme.

orf.at

 

 

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  • 2 years later...

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