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Sie sind ein Vorbild: Drei junge Frauen mit türkischem Migrationshintergrund bekamen gestern ihre Zeugnisse des Zweiten Staatsexamens überreicht. Die Absolventinnen des Arnsberger Studienseminars werden künftig in der Sekundarstufe 1 in den Fächern Deutsch, Türkisch, Mathematik und Geschichte unterrichten. Auch für das Studienseminar eine Premiere.

 

„Bei manch einem der Kollegen gab es anfangs wohl etwas Verwunderung“, berichtete Friedrich Heemeyer, Leiter des Studienzentrums Arnsberg. Dann kamen Fragen wie: „Was, Sie unterrichten nicht nur türkisch? Auch Mathematik, auch Geschichte?“ Dem folgte aber schnell die Integration in den beruflichen Alltag. „Es kehrte schnell Normalität ein“, weiß Heemeyer. Und: Es kam die Erkenntnis, dass die türkischen Lehrerinnen eine große Bereicherung für die Schulen, an denen sie unterrichten, sind.

„Viele Schüler mit türkischen Wurzeln sind begeistert, wenn sie erleben, dass Türken erfolgreich sein können, dass sie endlich auch einmal Lehrer aus ihrem Herkunftsland in der Schule haben“, hat der Leiter des Studienseminars erfahren. Die Lehrerinnen selbst weckten Motivation bei vielen Jugendlichen.

Den Türkisch-Unterricht wollen die Lehrerinnen künftig abgestimmt auf den Deutsch-Unterricht anbieten. „Das heißt: Wenn auf dem Lehrplan für Deutsch das Thema ,Fabeln’ steht, werden wir das auch in Türkisch durchnehmen“, erläutert Senay Erdogan, eine der neuen Lehrerinnen. So können die türkisch-stämmigen Schüler oftmals auch den Deutsch-Unterricht besser verfolgen.

Die Lehrerinnen waren und werden künftig auch Ansprechpartner für Eltern mit türkischer Herkunft sein. Sie können bei Konflikten, die aus kulturellen Eigenheiten resultieren, vermitteln.

Ansprechbar für Eltern

 

„Gerade für Mädchen sind die Lehrerinnen ganz wichtige Vorbilder“, sagt Ahmet Arslan, Fachbereichsleiter Türkisch. Sie widerlegen das falsche Bild von den unterdrückten türkischen Frauen – diese drei sind modern und erfolgreich.“

Im nächsten Jahrgang der zweijährigen Ausbildung am Arnsberger Studienseminar sind bereits wieder drei junge türkisch-stämmige Frauen, die Lehrerinnen werden wollen. Senay Erdogan, Özgür Özçelik und Yeter Sarıkaya jedenfalls werden dabei dann als Ausbilderinnen mit einbezogen.

Zwei der Frauen sind Kopftuchträgerinnen – werden dieses allerdings nicht im Unterricht tragen. „Das war keine leichte Entscheidung“, sagt Özgür Özçelik. „Es ist mir sehr schwer gefallen. Aber ich lebe in Deutschland, und ich werde mich hier an die Gesetze halten.“ Außerhalb der Schule werde sie ihr Kopftuch weiter tragen.

Heinz Krischer

 

http://www.derwesten.de/staedte/arnsberg/vorbild-fuer-tuerkisch-staemmige-schueler-id4230845.html

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