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7. Lichtstrahl (Das Höchste Zeichen)


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DAS HÖCHSTE ZEICHEN

 

 

 

Bediüzzaman Said Nursi

 

 

EINE WICHTIGE WARNUNG UND DER

ZWECK DER ABHANDLUNG

Nicht jedermann wird fähig sein, all die Themen zu verstehen, die in diesem höchst bedeutsamen Buch diskutiert werden, aber ebenso wird niemand teilnahmslos bleiben. Wenn jemand einen Garten betritt, wird er herausfinden, dass seine Hände nicht alle Früchte, die dort wachsen, erreichen können, aber die Menge, die er ergreifen kann, wird genug für ihn sein. Der Garten existiert nicht für ihn allein. Er existiert auch für jene, deren Arme länger sind. Es gibt fünf Gründe, die das Ver stehen dieses Buches schwierig machen.

DER ERSTE GRUND:

Ich schrieb meine eigenen Beobachtungen nieder, nach meinem eigenen Verständnis, und ich schrieb sie für mich selbst. Ich habe nicht für das Verständnis und die Begriffe anderer geschrieben, wie es bei anderen Büchern der Fall ist.

DER ZWEITE GRUND

Da die Realität der göttlichen Einheit in diesem Buch dargelegt wird, und zwar in der umfassendsten Form und durch die Erscheinung des Höchsten Namen, fallen die diskutierten Themen außerordentlich weit, außerordentlich tiefgründig und zuweilen auch sehr lang aus. Nicht jeder kann diese Themen in Gänze auf einmal begreifen.

DER DRITTE GRUND

Da jedes Thema eine große und ausgedehnte Wahrheit begründet, kann sich ein einzelner Satz zuweilen über eine ganze Seite oder mehr erstrecken, damit die entsprechende Wahrheit nicht zerstückelt wird. Ein einzelner Beweis erfordert mehrere Voraussetzungen.

DER VIERTE GRUND

Da den Meisten der im Buch enthaltenen Themen zahlreiche Beweise und Zeugnisse zugrunde liegen, wird die Diskussion zuweilen ausführlich, wenn durch die Erläuterung zehn oder zwanzig Beweise in einen Beweis eingeschlossen werden. Ein einfacher Verstand kann dies nicht begreifen.

DER FÜNFTE GRUND

Es ist wahr, dass ich die Erscheinung der Lichter in diesem Buch aus dem Glänzenden Schimmer des Ramadan erhielt. Dennoch wurde ich auf vielfältige Weise abgelenkt und ich schrieb das Buch in Eile zu einer Zeit, da mein Körper von verschiedenen Krankheiten in Mitleidenschaft genommen war, und ich konnte den ersten Entwurf nicht überprüfen. Außerdem spürte ich, dass ich nicht aus eigenem Willen und Wollen heraus schrieb und so schien es mir unangemessen, das Geschriebene nach eigenem Gutdünken neu zu ordnen oder zu korrigieren. Auch dies führte dazu, dass das Verstehen dieses Buches schwierig wurde. Zusätzlich wurde eine Anzahl von Abschnitten auf Arabisch verfasst, und der erste Teil, der ganz in Arabisch verfasst ist, wurde aus diesem Buch herausgetrennt. Ihm wurde ein eigenes Buch gewidmet.

Trotz der Mängel und Probleme, die aus sich diesen fünf Gründen ergeben, hat die Abhandlung solch eine Bedeutung, dass Imam Ali - Gott möge mit ihm zufrieden sein - auf wunderbare Weise ihre Abfassung voraussah und ihr die Namen “Höchstes Zeichen” und “Stab des Moses” gab. Er betrachtete diesen Teil des Risale-i Nur mit besonderer Gunst und lenkte die Blicke der Menschen darauf.1

Das Höchste Zeichen ist eine wahre Erläuterung des Höchsten Verses, und es bildet zugleich den Siebten Strahl, der von Imam Ali als der Stab des oses bezeichnet worden ist.

Diese Abhandlung besteht aus einer Einleitung und zwei Kapiteln. Die Einführung wirft vier wichtige Themen auf. Das Erste Kapitel enthält den arabischen Teil der Erläuterung des Höchsten Verses. Und das Zweite Kapitel besteht aus der Übersetzung dieser Erläuterung und den begleitenden Beweisen. Zuviel wurde in der folgenden Einleitung erklärt, aber es war nicht meine Absicht, sie so ausführlich zu gestalten. Die Tatsache, dass sie in dieser Ausführlichkeit geschrieben wurde, weist auf ein bestehendes Bedürfnis. In der Tat, einige Leute mögen sie trotz ihrer Länge als zu kurz betrachten.

 

Said Nursi

 

 

 

 

 

1(Hinweis: Alle Fußnoten sind von Nursi)

Die Ereignisse, die sich in Denizli ereigneten, bestätigen vollauf die Voraussage des Imam Ali hinsichtlich des Höchsten Zeichen. Denn der heimliche Druck dieses Buches war die Ursache unserer Gefangenschaft, und die Erhabenheit seiner heiligen und höchst machtvollen Wahrheit war die Hauptursache unseres Freispruches und unserer Freilassung. So machte Imam Ali seine wunderbare Prophezeiung wahr und bewies die Erhörung des Gebets, das er unseretwegen sprach:

“Durch das Höchste Zeichen rette mich vor dem plötzlichem Tod!’’

 

EINLEITUNG

 

 

“Und die Dschinn und die Menschen habe ich nur dazu

erschaffen, dass sie mir dienen.”

MIT DIESER HÖCHSTEN AYAT IST gemeint: Der Zweck und der Sinn des Menschen besteht darin, in diese Welt geschickt zu werden um den Schöpfer des Universums zu erkennen und an Ihn zu glauben und Ihn anzubeten. Die ursprüngliche Pflicht des Menschen und die ihm auferlegte Verpflichtung sind Gott zu erkennen und an Ihn zu glauben, Sein Wesen und Seine Einheit in Hingabe und mit Vernunft und sicherem Wissen zu billigen.

Für den Menschen, der von der Veranlagung her bleibendes Leben und unsterbliche Existenz begehrt, der unbegrenzte Hoffnungen und grenzenlose Sorgen hat, für ihn und sein ewiges Leben sind die Grundsätze und Schlüssel des Glauben an Gott und das Erkennen Gottes. Alles außer dem, was zum Glauben und Gott-Erkennen dient, sollte der Mensch als niedrig Betrachten, es ist sogar in vielen Fällen wertlos.

Da diese Wahrheit mit klaren Beweisen im Risale-i Nur (Abhandlung vom Licht) aufgezeigt worden ist, weisen wir die Erläuterung dieses Themas jener Abhandlung zu. Und hier bringen wir im Rahmen von vier Fragen nur die zwei Abgründe, welche in diesem Zeitalter die Gewissheit des Glaubens erschüttern und

Unsicherheit herbeiführen.

Die Mittel zur Rettung aus dem ersten Abgrund sind diese beiden Fragen.

Die erste Frage

Wie in Einzelheiten im Dreizehnten Lichtstrahl des Einunddreißigsten Briefes bewiesen worden ist, hat in allgemeinen Fragen die Leugnung keinen Wert

angesichts des Beweises, und sie ist sehr schwach. Ein Beispiel, welches das

Erblicken des zunehmenden Mondes am Beginn des Edlen Ramadan betrifft: Wenn zwei gewöhnliche Menschen durch ihr Zeugnis beweisen, dass die Mondsichel erschienen ist und Tausende von edlen Menschen und Gelehrten dies leugnen, indem sie sagen: “Wir haben den Mond nicht gesehen”, ist ihr Leugnen wertlos und ohne Überzeugungskraft. Denn im Beweis liegt gegenseitige Stärkung, Hilfe, Unterstützung und Gedankeneinheit.

Bei der Leugnung- sei es einer oder seien es tausend - gibt es keinen Unterschied. Jede Person bleibt allein und isoliert. Denn wer bestätigt, schaut über sich hinaus und beurteilt die Sache, wie sie ist. Wenn so im von uns gegebenen Beispiel jemand sagt: “Der Mond ist am Himmel “, und sein Freund zeigt mit dem Finger auf den Mond, sind die beiden vereinigt und gestärkt.

Aber bei der Leugnung betrachtet man die Sache nicht, wie sie ist, und man ist nicht fähig dazu. Denn es ist ein wohlbekanntes Prinzip: “Eine Leugnung, die nicht einzig und nicht auf einen bestimmten Ort gerichtet ist, kann nicht bewiesen werden.” Wenn ich zum Beispiel die Existenz eines Dinges in der Welt bestätige und du das leugnest, kann ich seine Existenz leicht mit einem einzigen Hinweis feststellen. Aber um dein Leugnen zu rechtfertigen, d.h. um die

Nichtexistenz des Dinges festzustellen, musst du die gesamte Welt bis in die kleinsten Einzelheiten durchsuchen und zeigen und musst sogar alle Seiten der vergangenen Zeiten betrachten. Nur dann kannst du sagen: “Es existiert nicht, und es hat niemals existiert.”

Da jene, die negieren und leugnen, die Sache nicht so betrachten, wie sie ist, sondern sie im Licht ihres eigenen Ichs, ihres eigenen Verstandes und ihrer eigenen Sicht beurteilen, können sie in keiner Weise einander stärken und unterstützen. Denn die Schleier und Gründe, die sie vom Sehen und Erkennen abhalten, sind verschiedenartig. Jeder kann sagen: “Ich sehe das nicht, daher existiert es nach meiner Meinung und Vorstellung nicht.” Aber niemand kann sagen; “Es existiert nicht in Wirklichkeit.” Wenn einer dies sagt - besonders in Glaubensfragen, die das ganze Universum berühren - ist es eine Lüge so riesig wie die Welt selbst, und wer sie ausspricht, wird unfähig sein, weder die Wahrheit zu sprechen noch sich korrigieren zu lassen.

Kurz, beim Beweis ist das Ergebnis eins und einzig und es herrscht Einmütigkeit. Aber dies ist bei der Leugnung nicht eins, sondern verschiedenartig. Mannigfaltigkeit entsteht, weil jede Person für sich sagt: “Nach meiner Vorstellung”, und dies führt zur Mannigfaltigkeit der Ergebnisse. Von daher gibt

es keine Einmütigkeit.

Daher ist hinsichtlich der Wahrheit die Mannigfaltigkeit und offenkundige Mehrheit der Ungläubigen und Leugner, die sich dem Glauben widersetzen, nicht von Bedeutung.

Obwohl es für den Gläubigen kein Zweifel bei der Gewissheit des Glaubens geben sollte, haben bei einer Zahl von unglücklichen Tölpeln in diesem Zeitalter die Leugnungen und die Negierungen der Philosophen Europas Zweifel geschürt und so ihre Sicherheit zerstört und ihre ewige Glückseligkeit beendet. Der Tod und das Kommen der für jedermann bestimmten Stunde, die dreißigtausend Menschen jeden Tag treffen, sind ihrer Bedeutung als Befreiung von dieser Welt beraubt und werden als ewige Vernichtung dargestellt. Das Grab mit seiner immer offenen Tür bedroht den Leugner stetig mit Vernichtung und vergiftet sein Leben mit der Bitterkeit der Sorgen. Würdige daher, welch großer Segen der Glaube ist und dass er das eigentliche Wesen des Lebens ist.

Die zweite Frage

Zu einem Problem der Wissenschaft oder eines Handwerks können die außenstehenden Berufsfremden sich nicht qualifiziert äußern, wie groß, gelehrt und geschickt sie auch immer sein mögen. Ihre Entscheidungen werden nicht als Beweis akzeptiert. Sie werden nicht als Fachleute jener Wissenschaft betrachtet. Beispielsweise hat das Gutachten eines berühmten Ingenieurs über die Diagnose und die Heilung einer Krankheit nicht den gleichen Wert wie jenes eines sehr unerfahrenen Arztes. Insbesondere die Worte der Leugnung eines großen Philosophen, der in die Sphäre des Materialismus eingetaucht ist, der sich immer weiter vom Spirituellen entfernt und der dem geistigen Licht gegenüber immer roher und unempfindlicher wird, dessen Verstand auf das beschränkt ist, was sein Auge schaut - die Worte solch eines Menschen sind der Erwägung unwürdig und bleiben hinsichtlich der spirituellen Angelegenheiten wertlos.

Über die heiligen und spirituellen Angelegenheiten hinsichtlich der göttlichen Einheit gibt es vollkommene Einmütigkeit bei Hunderttausenden Leuten der Wahrheit, so wie bei Scheich Geylani - möge sein Geheimnis geheiligt sein - der Gottes Höchsten Thron sah während er noch auf Erden war, der eine prachtvolle, hohe und spirituelle Persönlichkeit besaß, der neunzig Jahre fortschreitende spirituelle Arbeit leistete und dem die Wahrheiten des Glaubens in der indirekten Wahrnehmung, in der direkten Schau und sogar im direkten Erfühlen eröffnet wurden. Wenn dies der Fall ist, welchen Wert haben die Worte der Philosophen, die durch ihr Eintauchen in die diffusesten Einzelheiten des materiellen Reiches und der winzigsten Aspekte der Mannigfaltigkeit betäubt und gewürgt werden? Werden ihre Leugnungen und Einwürfe

nicht übertönt wie das Brummen einer Fliege durch das Brüllen des Donners?

Das Wesen des Unglaubens, der sich den Wahrheiten des Islam widersetzt und gegen sie kämpft, ist Leugnung, Ignoranz und Negation. Selbst wenn der Unglaube in der äußeren Form irgendwie als Bestätigung und Manifestation einer Sache erscheinen mag, ist er in Wirklichkeit Leugnung und Nichtsein. Dagegen ist der Glaube Erkenntnis und eine Manifestation des Seins; er ist Bestätigung und Urteil. Selbst ein verneinender Aspekt des Glaubens ist die Tür und der Schleier zu einer positiven Wahrheit. Wenn die Ungläubigen, die gegen den Glauben kämpfen, mit großer Mühe mittels Hypothese und Beweis versuchen, das Nichtsein zu beweisen und anzuerkennen, so kann diese Leugnung als eine Art falsches Wissen und fehlerhaftes Urteil betrachtet werden. Es ist sehr leicht, nur Nichtexistenz anzunehmen, die Existenz zu leugnen und die Nichtexistenz zu bestätigen, jedoch ist dies eine völlige Ignoranz und ein unwirksames und ungültiges Urteil.

Kurz gesagt: die Lehre des Unglaubens ist dann zweifach:

Die erste Lehre beachtet nicht die Wahrheiten des Islam. Diese ist für sich selbst eine falsche Bestätigung und eine falsche Vorstellung, eine fehlerhafte Annahme und ein ungerechtes Urteil. Diese Art des Unglaubens liegt nicht im Bereich unserer Diskussion. Sie hat nicht mit uns zu tun, und wir nicht mit ihr.

Die zweite Lehre widerspricht den Wahrheiten des Glaubens und kämpft gegen sie. Sie besteht wiederum aus zwei Varianten.

Die erste ist Nichtannahme. Sie besteht einfach darin, der Bekräftigung nicht zuzustimmen. Dies ist eine Form von Ignoranz und Unwissenheit; ein Urteil kann nicht gebildet werden; so etwas ist einfach. Das liegt auch nicht im Bereich unserer Diskussion.

 

Die zweite Variante ist die Annahme von Nichtexistenz. Das bedeutet, der Nichtexistenz im eigenen Herzen zuzustimmen, und ein Urteil ist eingeschlossen. Dies ist eine Überzeugung und die Annahme eines Teils von Etwas. Daher muss der Unglaube wegen seiner Annahme die Leugnung beweisen. Diese Leugnung umfasst zwei Typen:

Der erste Typ sagt: “Ein gewisses Ding existiert nicht an einem bestimmten Ort oder in einer bestimmten Gegend.” Diese Art der Leugnung kann bewiesen werden, diese diskutieren wir hier nicht. Der zweite Typ besteht aus Folgendem: Die den Glauben umfassenden, spirituellen, allgemeinen und umfassenden Angelegenheiten, die auf die Welt, das Universum, das Jenseits und die verschiedenen Zeitalter bezogen sind, werden negiert und geleugnet. Diese Art der Leugnung kann in keiner Form erhärtet werden, wie wir in der ersten Frage gezeigt haben; denn was benötigt wird, um solch eine Leugnung zu erhärten, ist eine Schau, die die ganze Schöpfung umfasst, das Jenseits erblickt und jeden Aspekt der Zeit grenzenlos beachtet. Der zweite Abgrund und die Mittel, daraus zu fliehen, bestehen ebenfalls aus zwei Punkten:

Der erste Punkt:

Verstände, die durch das Versinken in die Gottesleugnung ihren Blick einengen und in Sünde oder in den materiellen Bereich eintauchen, sind unfähig, erhabene Angelegenheiten zu begreifen, wenn sie mit Großartigkeit, Pracht und Unendlichkeit konfrontiert werden. Daher brüsten sie sich mit der Erkenntnis, die sie haben; sie eilen zu Leugnung und Negation. Da sie die extrem riesigen, tiefgründigen und umfassenden Glaubensfragen innerhalb ihres eingeengten und ausgetrockneten Verstandes, ihrer korrupten und geistig absterbenden Herzens nicht begreifen können, werfen sie sich in Unglauben und Irreleitung und Erstickung.

Wären sie fähig, die wahre Natur ihres Unglaubens aufmerksam zu sehen wie auch das Wesen ihrer Irreleitung, würden sie bemerken, dass, verglichen mit einem vernünftigen, ehrfürchtigen, angemessenen und tatsächlich notwendigen Erschrecken, das im Glauben angelegt ist, ihr Unglaube mannigfaltige Absurdität und Unmöglichkeit verbirgt und enthält. Das Risale-i Nur (Abhandlung vom Licht) hat diese Wahrheit durch Hunderte Vergleiche bewiesen, mit der gleichen Endgültigkeit wie die, dass “zwei plus zwei vier ergibt”.

Wer zum Beispiel nicht das notwendige Wesen, die Ewigkeit und die Umfassendheit der Eigenschaften Gottes akzeptiert, weil sie Ehrfurcht hervorrufen, kann ein Bekenntnis des Unglaubens formulieren, indem er dieses notwendige Sein, die Ewigkeit und die schöpferischen Eigenschaften Gottes einer unbegrenzten Zahl von Geschöpfen, einer Unbegrenztheit von Atomen zuschreibt. Oder wie die törichten Sophisten kann er auf seinen Verstand verzichten, in dem er sowohl sein eigenes Wesen wie auch das aller Geschöpfe leugnet.

All diese Wahrheiten des Glaubens und des Islam beziehen auf sich die Ehrfurcht, die durch deren Natur und Würde gestützt ist - und so befreien sie sich von den schrecklichen Absurditäten, dem erschreckenden Aberglauben und von der dunklen Ignoranz des Unglaubens, auf die sie stoßen, und sie nehmen Platz in

geistig-gesunden Herzen und rechtschaffenden Geistern durch äußerste Zustimmung und Unterwerfung. Die beständige Verkündigung dieser Ehrfurcht und Größe im Aufruf zum Gebet, im Gebet selber und in den meisten Riten des Islam, Allahu-akbar, Allahu-akbar, Allahu-akbar, Allahu-akbar1 die Verteidigung der Heiligen Tradition, dass “Ehrfurcht ist Mein Schild, und Pracht ist mein Gewand”, und die Erklärung des Propheten - Friede und Segen sei mit ihm - sein höchst inspirierendes Gespräch mit Gott im 86. Teil des Jaushan al-Kabir (sprich: Dschevschen al-Kebir2):

“O Du, außer Deinem Reich existiert kein Reich. O Du, Dessen Lobpreis durch Deine Knechte nicht gezählt werden kann. O Du, Dessen Glorie durch Deine Geschöpfe nicht beschrieben werden kann. O Du, Dessen Vollkommenheit jenseits des Bereichs aller Vision liegt. O Du, Dessen Eigenschaften alle Schranken des Verstehens übersteigen. O Du, Dessen Großartigkeit jenseits des Bereichs allen Denkens ist. O Du, Dessen Eigenschaften nicht angemessen beschrieben werden können. O Du, Dessen Bestimmung Deine Sklaven nicht abwenden können. O Du, Dessen Zeichen manifest sind - sei Du gerühmt, es gibt keinen Gott außer Dir - Schutz, Schutz, befreie uns vom Feuer”:

All dies zeigt, dass Ehrfurcht und Größe ein notwendiger Schleier sind.

 

DAS HÖCHSTE ZEICHEN

 

Beobachtungen eines Wanderers, der das Universum befragt, wer sein Schöpfer sei

 

Im Namen Gottes, des Mitfühlenden, des Gnadenvollen. Es preisen Ihn die sieben Himmel und die Erde und wer darinnen. Und kein Ding ist, das Ihn nicht lobpreist. Doch versteht ihr nicht ihre Lobpreisung. Siehe, Er ist milde und verzeihend.

 

Dieses zweite Kapitel kommentiert die obigen großen Koranverse und bringt eine Übersetzung und Kurzfassung der Beweise und Zeugnisse des ersten übersprungenen arabischen Teils. Da dieser erhabene Vers, wie viele andere Koranverse, zuerst die Himmel erwähnt, jene prächtige Buchseite, die Gottes Einheit verkündet, auf die zu allen Zeiten mit Bewunderung und Freude geschaut wird - in seiner Verkündigung des Schöpfers dieses Kosmos, lasst uns ebenfalls mit der Erwähnung der Himmel beginnen. In der Tat, jeder Reisende, der zur Herberge und zum Reich dieser Welt gelangt, öffnet seine Augen und wundert sich, wer der Meister dieser feinen Herberge sein mag, die einer höchst großzügigen Festtafel gleicht, einer höchst kunstvollen Ausstellung, einem höchst eindrucksvollen Lager und Exerzierplatz, einem höchst erstaunlichen und wundervollen Platz der Aufführung, einem höchst tiefgründigen und weisen Ort der Belehrung; wer der Besitzer dieser Herberge sei und wer der Autor dieses großen Buches sei und wer der Alleinherrscher dieses prächtigen Reiches sei - das möchte er brennend wissen und erkennen. Es zeigt sich ihm zuerst das wunderschöne Gesicht der Himmel, beschriftet mit den goldenen Buchstaben der Sterne. Dieses Gesicht ruft ihm zu und spricht: “Schau auf mich, und ich werde dich zu dem geleiten, was du suchst. “ Er schaut dann und sieht:

Ein Teil von Hunderttausenden Sternen ist größer als unsere Erde und wiederum ein Teil von ihnen siebzigmal schneller als eine Kanonenkugel, und ohne einen

Stützpfeiler fallen sie nicht herab und werden festgehalten. Eine Herrlichkeit lässt sie sich in Harmonie und Schnelligkeit bewegen, ohne dass sie miteinander zusammenstoßen; sie lässt zahlreiche Lampen beständig brennen, ohne dass Ö1 benutzt wird; sie verteilt diese großen Massen ohne jede Verwirrung und Unordnung und ohne jedes Geräusch; sie setzt Sonne und Mond an ihren Platz, um bei betreffenden Aufgaben zu wirken, ohne dass diese großen Körper jemals rebellieren; sie verwaltet einen unheimlich großen Raum, der zwischen zwei Polen von maßloser Entfernung abgesteckt ist - all das existiert zur gleichen Zeit, mit der gleichen Stärke, in der gleichen Weise und Art, mit dem gleichen Schöpfungsstempel, ohne den geringsten Makel; die Herrlichkeit führt zum unterwürfigen Gehorsam unter ihr Gesetz all die aggressiven Mächte, die in diesen Körpern sind; die Herrlichkeit säubert und reinigt das Gesicht der Himmel, beseitigt allen Kehricht und Abfall dieser riesengroßen Versammlung; sie lässt diese Körper dahinziehen wie eine disziplinierte Armee; und dann lässt die Erde sich drehen und zeigt die Himmel jede Nacht und in jedem Jahr in verschiedenen Formen, wie eine Leinwand, die wahre und erdachte Szenen dem Publikum der Schöpfung zeigt - all dies Beschriebene ist eine Erscheinung der Herrlichkeit. Innerhalb dieser Göttlichen Aktivität gibt es eine Wahrheit, die aus “Unterwerfen, Verwalten, Drehen, Ordnen, Reinigen und Kommandieren” besteht. Diese Wahrheit mit ihrer Erhabenheit und Reichhaltigkeit gibt Zeugnis von der

Notwendigen Existenz und Einheit des Schöpfers der Himmel und bezeugt für diese Existenz, dass sie offenkundiger als jene der Himmel ist. Daher wurde in der Ersten Stufe des Ersten (arabischen) Teils gesagt:

“Es gibt keinen Gott außer Gott, dem Notwendigen Wesen, Dessen Notwendige Existenz in der Einheit die Himmel und all ihr Inhalt bezeugen. Dieses Zeugnis

ist die Erhabenheit der Reichhaltigkeit der Wahrheit des Unterwerfens, Verwaltens, Drehens, Ordnens, Reinigens und Kommandierens - eine Wahrheit, die in ihrer Riesigkeit und Vollkommenheit beobachtet werden kann.” Jener wunderbare Ort der Versammlung, bekannt als Weltraum oder Atmosphäre, beginnt wie ein Donner diesem Wanderer zu verkünden, der als Gast auf die Welt kam: “Schau auf mich! Durch mich kannst du das Ziel deiner Suche entdecken und finden, jenen, der dich hierher geschickt hat!” Der Wanderer schaut auf das rauhe, aber gütige Gesicht der Atmosphäre und schaut auf die furchterregenden, aber eine frohe Botschaft verkündenden Donnerschläge und er nimmt das Folgende wahr:

Die Wolken, aufgehängt zwischen Himmel und Erde, bewässern den Garten der Welt auf die vollkommenste und all-gütigste Weise, liefern den Einwohnern der Erde das Wasser des Lebens, mildern die natürliche Hitze des Lebens und eilen zu Hilfe, wo immer es erforderlich wird. Außer dass diese oder andere Pflichten erfüllt werden, verstecken sich die riesigen Wolken, welche die Himmel füllen können, zuweilen selbst, indem sich ihre Gebilde zur Ruhe begeben, so dass keine Spur gesehen werden kann, genauso wie eine gut disziplinierte Armee auf plötzliche Befehle hin ausrückt oder sich verbirgt. Dann, im gleichen Augenblick, da der “Befehl” gegeben wird, Regen hinab zu schütten, versammeln sich die Wolken in einer Stunde oder vielmehr in wenigen Minuten. Sie bedecken den Himmel und erwarten weitere Befehle von ihrem Kommandeur.

Danach betrachtet der Wanderer den Wind in der Atmosphäre und sieht, dass die Luft überlegen und großzügig zu solch zahllosen Aufgaben verwandt wird, dass es aussieht, als ob jedes der unbelebten Moleküle dieser bewusstseinslosen Luft die Befehle hört und spürt, die vom Kommandeur des Gesamten Seins kommen. Ohne einen einzigen davon zu vernachlässigen, führt die Luft durch die Kraft jenes Kommandeurs die Befehle in geordneter Weise aus. Dadurch gibt sie allen Lebewesen Atem und gibt allen Dingen die Hitze, das Licht und die Elektrizität, welche sie benötigen und leitet die Wellen und Töne weiter und sie hilft bei der

Bestäubung der Pflanzen. All diese allgemeinen Funktionen und Dienste zeigen, dass die Luft durch eine unsichtbare Hand in der bewusstesten, überlegensten und höchst Leben spendenden Weise angeleitet wird. Der Wanderer schaut dann auf den Regen und sieht, dass innerhalb dieser zarten, glitzernden, süßen Tropfen, herabgesandt aus einem verborgenen Gnadenschatz, viele barmherzige Gaben und Funktionen enthalten sind, dass es ist, als ob die Gnade selber Gestalt annimmt und aus dem göttlichen Schatz in der Form von Tropfen herausfließt. Aus diesem Grunde wurde der Regen “Gnade” genannt. Dann schaut der Reisende auf das Blitzen und hört auf den Donner und sieht, dass beide wunderbaren und eigentümlichen Aufgaben dienen werden. Dann schaut er nach innen, prüft seinen Verstand und sagt: “Die unbelebte, leblose Wolke, die gekämmter Wolle ähnelt, hat natürlich kein Wissen von uns. Wenn sie zu unserer Hilfe kommt, ist es nicht, weil sie Mitleid mit uns hat. Sie kann nicht erscheinen und verschwinden ohne einen Befehl zu erhalten. Vielmehr handelt sie in Einklang mit den Befehlen eines Höchst Machtvollen und Gnadenvollen Kommandeurs. Zuerst verschwindet sie, ohne eine Spur zu hinterlassen, dann taucht sie plötzlich wieder auf, um mit ihrer Arbeit zu beginnen. Durch den Befehl und die Macht eines Höchst Aktiven und Erhabenen und Höchst Großartigen und Herrlichen Alleinherrschers füllt die Wolke von Zeit zu Zeit die Atmosphäre und verschwindet wieder. Die Wolke beschriftet den Himmel mit Weisheit und tilgt am Schluss die Muster und sie wandelt den Himmel in eine Tafel des ´Auslöschens und des Erscheinens` in eine Beschreibung des Sammelns und der Auferstehung. Durch den Plan eines Höchst Großzügigen und Wohltätigen, eines Höchst Freigebigen, Gnadenvollen und Besorgten Herrn springt die Wolke auf den Wind und führt die Schätze des Regen mit sich, jeder so schwer wie ein Berg, und sie eilt den bedürftigen Orten zu Hilfe. Es ist, als ob sie über diese aus Mitleid weint, und mit ihren Tränen lässt sie die Blumen lächeln, mildert die Hitze der Sonne, besprüht die Gärten mit Wasser, und sie

wäscht und reinigt das Gesicht der Erde.”

Dieser sich wundernde Wanderer sagt dann zu seinem eigenen Verstand: “Diese Hunderttausende von weisen, gnadenvollen und geschickten Aufgaben und Werken der Großzügigkeit und Gnade, die aus dem Schleier und aus der äußeren Gestalt dieser unbelebten, leblosen, unbewussten, fliegenden, unstabilen, stürmischen, ziellos wandernden und unbeständigen Luft kommen, zeigen klar, dass dieser fleißige Wind, dieser unermüdliche Diener, niemals von sich aus handelt, sondern vielmehr in Einklang mit den Befehlen des Höchst Mächtigen, Allwissenden, All-weisen und Großzügigen Befehlshabers. Es ist, als ob jedes Teilchen sich jeder einzelnen Aufgabe bewusst ist, wie ein Soldat jeden Befehl seines Kommandeurs hört und spürt, denn es hört und gehorcht jedem göttlichen Befehl, der durch die Luft fährt. Die Luft hilft allen Tieren zu atmen und zu leben, alle Pflanzen zu bestäuben und wachsen zu lassen, und sie schützt alle Angelegenheiten, die für deren Überleben notwendig sind. Die Luft lenkt und steuert die Wolken, ermöglicht das Fahren der Segelschiffe, ermöglicht die Übertragung von Tönen und Wellen, besonders mittels des drahtlosen Telefons, des Telegrafen und des Radios, wie auch zahlreiche andere allgemeine Funktionen. Nun, diese Luftteilchen, jedes zusammengesetzt aus zwei solch einfachen Elementen, wie Stickstoff und Sauerstoff, existieren in hunderttausend verschiedenen Formen über den gesamten Globus verteilt. Ich folgere daher, dass sie durch eine Verborgene Hand in der höchsten Ordentlichkeit angewandt und ans Werk gesetzt werden.

Wie der Vers klar macht:

Wechsel der Winde und der Wolken, die fronen müssen dem Himmel und der Erde.” Der, welcher die Winde regelt in zahllosen göttlichen Aufgaben und der, welcher die Wolken benutzt in zahllosen all-gütigen Aufgaben, und der, welcher die Luft in dieser Weise erschuf - solch einer kann nur der Besitzer der Absoluten Existenz sein, der mit Macht ausgestattet ist und über alle Dinge Bescheid weiß, kann nur der gigantische und all-gütige Herrgott sein.” Dies ist die Schlussfolgerung, die unser Reisende nun zieht.

Dann schaut er auf den Regen und sieht, dass darin Wohltaten enthalten sind, so zahlreich wie die Regentropfen, und Beispiele der vorsorgenden Weisheit, so übervoll wie dessen Teilchen. Jene süßen, zarten und gesegneten Tropfen sind darüber hinaus in solch wunderschöner und geordneter Weise geschaffen, dass insbesondere der in der Sommerzeit geschickte Hagel, entsandt und fallengelassen wird mit solch einer Ausgeglichenheit und Regelmäßigkeit, dass selbst starke Winde, welche große Gegenstände zum Zusammenbrechen bringen, die Ruhe und Ordnung des Hagels nicht stören können. Die Hagelkörner stoßen nicht aneinander oder vermischen sich, so dass sie schädliche Wassermassen werden.

Wasser, zusammengesetzt aus zwei einfachen Elementen wie Wasserstoff und Sauerstoff, wird bei Hunderttausenden von anderen lebenswichtigen, zweckhaften Aufgaben und Geschicklichkeiten verwendet, besonders bei belebten Wesen, obgleich es selber unbelebt und ohne Bewusstsein ist. Der Regen ist verkörperte Gnade und er kann nur hergestellt werden im unsichtbaren Schatz des Mitfühlenden und Gnadenvollen Einen. Sein Abstieg auf die Erde ist wie eine Erläuterung des Verses:

“Und Er ist es, der den Regen hinabsendet, nachdem sie verzweifelten. Und er breitet aus seine Barmherzigkeit. “

Der Reisende hört dann auf den Donner und beobachtet das Blitzen. Er versteht, dass diese zwei wunderbaren himmlischen Ereignisse wie eine materielle Demonstration folgender Verse sind:

“Der Donner lobpreist Ihn. “

“Der Glanz seines Blitzes raubt fast die Blicke. “

Sie verkünden auch das Kommen des Regens und geben so frohe Botschaft den Bedürftigen. Ja, dieses plötzliche Aussprechen eines wunderbaren Klanges durch die Himmel; das Füllen des finsteren Himmels mit dem Aufleuchten und Feuer des Blitzes; das Erleuchten der Wolken, die Bergen von Baumwolle oder Röhren ähneln, die bersten vor Wasser und Hagel und Schnee - diese und ähnliche Erscheinungen sind wie ein Schlag auf den Kopf des achtlosen Menschen, dessen Blick auf das Weltleben gerichtet ist. Sie sagen ihm:

“Hebe hoch deinen Kopf, schau auf die wunderbaren Taten des höchst aktiven und mächtigen Wesens, das sich bekannt machen will. In der gleichen Weise wie du

nicht einfach deinem Gutdünken überlassen bist, so sind auch diese Erscheinungen und Geschehnisse nicht ihrem Gutdünken überlassen, sondern haben einen Meister und einen Zweck. Jedes von ihnen muss eine bestimmte Aufgabe erfüllen, und jedes wird durch einen Höchst Weisen Anordner gelenkt.”

Der verwunderte Wanderer hört dann das erhabene und offenkundige Zeugnis für die Wahrheit, das besteht aus dem Lenken der Wolken, der Verteilung der Winde, dem Fallen des Regens und der Regulierung der verschiedenen Himmelsereignisse, und er sagt: “Ich glaube an Gott.” Was in der Zweiten Stufe des Ersten Teils ausgesagt wird, drückt die Beobachtungen des Wanderers aus, die den Weltraum und die Himmel betreffen:

“Es gibt keinen Gott außer Gott, dem Notwendigen Wesen, Dessen Notwendige Existenz in der Einheit die Himmel und all ihre Inhalte bezeugen, durch das Zeugnis der Erhabenheit der Reichhaltigkeit der Wahrheit des Unterwerfens, Verwalten, Drehen, Ordnen, Reinigen und Kommandieren - eine Wahrheit, die in ihrer Riesigkeit und Vollkommenheit beobachtet wird.”

Danach spricht der Erdball zum nachdenklichen Wanderer, der sich jetzt an seine zum Denken anregende Reise gewöhnt hat:

“Warum wanderst du durch die Himmel, durch den Weltraum und das Firmament? Komm, ich lasse dich wissen, was du suchst. Schau auf die Funktionen, die ich ausführe und lies meine Seiten!” Er schaut und sieht, dass der Erdball wie ein ekstatischer Mevlevi Derwisch mit seiner zweifachen Drehung auf dem Feld

der Höchsten Versammlung der Auferstehung einen Kreis ausfindig macht, der die Abfolge der Tage, Jahre und Jahreszeiten bestimmt. Der Erdball ist wie ein großartiges göttliches Schiff, beladen mit Hunderttausenden verschiedenen Formen der Nahrung und Ausrüstung, die für alle Lebewesen nötig sind, und es gleitet mit äußerstem Gleichgewicht im Ozean des Weltraums und umkreist die Sonne. Er schaut dann auf die Seiten der Erde und sieht, dass jede Seite eines jeden Kapitels den Herrn der Erde in tausend Versen verkündet. Er ist unfähig, das Ganze zu lesen, und er schaut auf die Seite, die von der Schöpfung und der Entfaltung der Lebewesen im Frühling handelt, und er beobachtet Folgendes:

Die Formen der zahllosen Mitglieder von Hunderttausenden Arten treten hervor, in der äußersten Präzision, aus einem einfachen Material und werden dann auf die gnadenvollste Weise genährt. Dann werden auf wunderbare Art einigen Samen Flügel gegeben; sie fliegen davon und werden so verstreut. Sie werden höchst wirksam verteilt, höchst sorgfältig gefüttert und genährt. Zahllose geschmackvolle und köstliche Arten des Futters werden hervorgebracht in höchst gnädiger und zarter Gestalt werden aus dem Nichts und trockenem Lehm, aus knochenharten Wurzeln, Samen und Flüssigkeitstropfen, die sich wenig voneinander unterscheiden. Jedem Frühling werden Hunderttausende Arten von Nahrung und Ausrüstung aufgeladen, wie auf einen Eisenbahnwagen, und werden in äußerster Ordnung zu den Lebewesen gesandt. Gott schenkt den Säuglingen Nahrung und süße Milch aus den Brüsten der Mütter. Und diese zeigen einen All-barmherzigen und Gnadenvollen Gott, der Liebevoll, Versorgend, Gnädig und Wohltätig ist.

Kurz gesagt, die Seite des Frühlingslebens entfaltet Hunderttausende Beispiele und Beweise der Höchsten Versammlung und ist eine spürbare Vorführung dieses

Verses:

“Drum schau auf die Zeichen der Barmherzigkeit Gottes, wie er der Erde nach ihrem Tode wieder Leben gibt; siehe, das ist wahrlich der Erwecker der Toten, und er hat Macht über alle Dinge.”

Umgekehrt, von diesem Vers kann man sagen, dass er in wunderbarer Weise die Bedeutungen der Seite ausdrückt, die der Frühling ist. Der Wanderer versteht so, dass die Erde auf all ihren Seiten in einer ihrer Größe angemessenen Weise verkündet:

“Es gibt keinen Gott außer Gott. “

Der Wanderer erblickte das kurze Zeugnis des einen der zwanzig Aspekte einer einzigen Seite der mehr als zwanzig Seiten des Erdballs, und diese Bedeutung ausdrückend, wurde in der Dritten Stufe des Ersten Teils gesagt:

“Es gibt keinen Gott außer Gott, dem Notwendigen Wesen, Dessen Notwendige Existenz in Einheit die Erde mit allem, was in ihr und auf ihr ist, bezeugt, durch den Beweis der Erhabenheit, der Reichhaltigkeit, der Wahrheit des Unterwerfens, Verteilens, Nährens, Öffnens, der Samenausbreitung, des Schutzes, der Verwaltung, des Geben - des Gebens aller Lebewesen, des Mitleids und der Gnade, universal und allgemein - eine Wahrheit, die in ihrer Größe und Vollkommenheit beobachtet werden kann.”

Der nachdenkliche Wanderer las dann jede Seite des Kosmos, und indem er das tat, wurde sein Glaube, jener Schlüssel zum Glück, gestärkt. Seine Erkenntnis, jener Schlüssel zum spirituellen Fortschritt, wuchs. Sein Glaube an Gott, die Quelle und Grundlage aller Vollkommenheit, entwickelte sich um einen Grad mehr. Seine Freude und seine Vergnügen vermehrten sich und weckten seinen Eifer. Und während er auf die vollkommenen und überzeugenden Lektionen hörte, die vom Himmel, vom Weltraum und von der Erde erteilt werden, schrie er nach mehr. Dann hörte er die stürmischen Anrufungen Gottes, die vom Tumult der Meere und der großen Flüsse erschallen, und er lauschte ihren traurigen, dennoch angenehmen Klängen. Durch Aussehen und Klang sagten sie zu ihm: “Schau auf uns, lies auch unsere Zeichen!” Unser Wanderer schaute und sah das folgende:

Die Meere warfen beständig Wellen, lebhaft, die einander verschlingen und überrollen, denn sie wollen durch ihre eigentliche Natur etwas erobern. Sie umgeben die Erde, und zusammen mit der Erde drehen sie sich äußerst schnell in einem Kreis von fünfundzwanzigtausend Jahren Fußwanderung in einem einzigen Jahr. Aber die Meere zerstreuen sich nicht, sie fließen nicht über und überschwemmen nicht das benachbarte Land. Sie bewegen sich und stehen doch still, und sie sind behütet durch den Befehl und die Macht eines höchst mächtigen und großartigen Wesens.

Der Wanderer schaute hinab zu den Tiefen des Meeres, und er sah, dass es außer den schönsten, gutgeschmückten und geordneten Juwelen Tausende verschiedene Tierarten gibt. Sie werden erhalten und geordnet, zum Leben und Sterben gebracht, in so disziplinierter Art - und dabei stammt ihre Nahrung aus dem reinen Sand und Salzwasser. Und so beweist das Meer unwiderlegbar die Existenz eines Machtvollen und Glorreichen, eines Gnadenvollen und Wunderschönen Wesens, das die Meerestiefen verwaltet und Leben gibt.

Der Wanderer schaut dann auf die Flüsse. Die ihnen innewohnenden Wohltaten, die von ihnen vorangebrachten Wassermengen, ihre beständige Wiederauffüllung sind durch solche Weisheit und Gnade inspiriert, wie um unwiderlegbar zu beweisen, dass alle Flüsse, Quellen, Ströme und großen Wasserwege aus dem Gnadenschatz des Mitfühlenden Einen hervorfließen, des Herrn der Pracht und Großzügigkeit.

Sie werden tatsächlich erhalten und gelenkt in so außergewöhnlicher Weise, dass man sagt: “Vier Flüsse entströmen dem Paradies.” Denn sie entstehen durch übernatürliche Gründe und entströmen dem Schatz eines überirdischen Paradieses aus dem Überfluss einer unsichtbaren und unerschöpflichen Quelle. Der gesegnete Nil beispielsweise, der das sandige Ägypten in ein Paradies verwandelt, fließt aus dem Mondgebirge im Süden, ohne dass sein Wasser je erschöpft, als sei er ein kleines Meer. Würde das Wasser, das den Fluss in sechs Monaten herabfließt, zu einem Berg versammelt und dann eingefroren, wäre es riesiger als jenes Gebirge. Aber der Platz im Gebirge, wo das Wasser gelagert und gespeichert wird, ist geringer als ein Sechstel der Wassermasse. Was das Wasser, das den Fluss wieder auffüllt, anbelangt, so ist der Regen, der das Reservoir des Flusses betritt, sehr knapp in dieser dürren und heißen Region und wird schnell vom durstigen Boden verschlungen. Daher ist er unfähig, das Gleichgewicht des Flusses aufrechtzuerhalten. So entstand die Überlieferung, dass der gesegnete Nil in wundersamer Weise in Umgehung der Naturgesetze dem unsichtbaren Paradies entspringt. Diese Überlieferung hat eine tiefe Bedeutung und drückt eine wunderbare Wahrheit aus.

Der Wanderer sieht dann ein tausendstel Teil der Wahrheiten und Bestätigungen, die in den Ozeanen und Flüssen enthalten sind. Die Meere verkünden einmütig mit einer Kraft, die im Verhältnis zu ihrer Ausdehnung steht: “Es gibt keinen Gott außer Ihm.” Und sie bringen als Beweise für ihr Zeugnis alle Geschöpfe, die in ihnen wohnen. Dies nimmt unser Wanderer wahr.

Das Zeugnis der Meere und Flüsse wurde ausgedrückt und übermittelt, und es wurde in der Vierten Stufe des Ersten Teils gesagt: “Es gibt keinen Gott außer Gott, dem Notwendig Existierenden. Und auf die Notwendigkeit Dessen Existenz in der Einheit zeigen all die Meere und Flüsse, mit dem, was sie enthalten, durch das Zeugnis der Großartigkeit, der Reichhaltigkeit, der Wahrheit des Unterwerfens, Bewahren und des Verwahren, gewaltig groß und geordnet. “

Dann wird der Wanderer auf seiner gedanklichen Reise durch die Berge und Ebenen aufgefordert. “Lies auch unsere Seiten “, sagen sie. Er schaut, und er sieht,

dass die allgemeine Funktion und Pflicht der Berge von solcher Pracht und Weisheit ist, dass sie den Verstand verwirren. Beispielsweise, aus der Erde tauchen die Berge durch den Befehl ihres Herrn auf, und dadurch lindern sie den Aufruhr, den Zorn und die Wut, die aus den Unruhen innerhalb der Erde kommen. Wenn die Berge sich aufrichten, beginnt die Erde zu atmen. Sie wird von schädlichen Erschütterungen und Aufständen befreit, und die Ruhe der Lebewesen wird nicht länger gestört, wenn sie ihre Pflicht zur Drehung verfolgt. In der gleichen Weise, da Masten auf den Schiffen aufgerichtet werden, um sie vor Turbulenzen zu bewahren, werden die mit Schätzen angefüllten Berge auf dem Deck des Schiffes aufgerichtet, das Schiff, das die Erde ist, wie es angezeigt wird durch die Verse des Koran in wunderbarer Darlegung:

“Und die Berge zu Pflöcken “

“Und warfen in sie festgegründeten Berge “

 

“Und die Berge gründete er fest”

Auch zum Beispiel so: In den Bergen werden dann alle Arten von Quellen, Wassern, Mineralien und andere Materialien und Arzneien gelagert, aufbewahrt und geordnet, die von den Lebewesen gebraucht werden, und zwar in solch weiser, geschickter, großzügiger und vorausschauender Art, dass sie die Existenz der Lager und Geschäfte und Diener des Einen der Unbegrenzten Macht und der Unbegrenzten Weisheit beweisen. Und so hat der Wanderer verstanden. Der Wanderer sieht und er sagt: “Ich glaube an Gott. “ Er sieht die Weisheit und die Aufgaben der Ebenen und der Berge. Aber diese Aufgaben sind so groß wie die Berge. Er vergleicht die anderen mit der ganzen Weisheit der Berge und Ebenen. Insbesondere wegen ihrer vorausschauenden Lagerstätten bezeugen und offenbaren sie die Einheit Gottes - eine Verkündigung so machtvoll und kräftig wie die Berge und so riesig und ausgedehnt wie die Ebenen. So versteht er und sagt dann:

“Ich glaube an Gott. “

Um diese Bedeutung auszudrücken wurde in der Fünften Stufe des Ersten Teils gesagt:

“Es gibt keinen Gott außer Gott. Und auf die Notwendigkeit Seiner Existenz zeigen all die Berge und Ebenen, zusammen mit dem, was in ihnen und auf ihnen ist, durch das Zeugnis der Großartigkeit, der Reichhaltigkeit, der Wahrheit des Erhaltens, Verwaltens, des Ausstreuens und Verteilens des Samen, fürstlich, riesig, universell, diszipliniert, geordnet und vollkommen. “

Während der Reisende in seinem Verstand durch die Berge und Ebenen wanderte, wurde ihm das Tor des Reiches der Bäume und der Pflanzen geöffnet. Er wurde von innen aufgefordert: “Komm!” Sie sagten: “Betrachte unser Reich und lies unsere Aufschriften.” Er trat ein und sah, dass eine prächtige und gut geschmückte Versammlung für die Verkündigung der Macht und der Einheit Gottes, ein Kreis, Ihn anzurufen und Ihm Dank anzubieten, einberufen war. Gerade von der

Erscheinung aller Bäume und Pflanzen verstand er, dass ihre verschiedenen Arten einmütig verkünden: “Es gibt keinen Gott außer Gott. “ Denn er wurde dreier großer und allgemeiner Wahrheiten gewahr, die anzeigen und beweisen, dass alle fruchtbringenden Bäume und Pflanzen durch die Zunge ihrer symmetrischen und beredsamen Blätter, durch die Plauderei ihrer bezaubernden und prunkvollen Blüten, durch die Worte ihrer wohlgeordneten und wohlredenden Früchte Gottes Ruhm bezeugen und Zeugnis davon geben, dass “Außer Gott kein Gott existiert.”

Die erste dieser Wahrheiten: In der gleichen Weise, da in jeder einzelnen Pflanze und in jedem einzelnen Baum eine überlegte Wohltätigkeit und Großzügigkeit in deutlichster Form zu sehen ist, wie auch eine sinnvolle Freisinnigkeit und Freigebigkeit, so kann dies bei der Gesamtheit der Bäume und Pflanzen auch gesehen werden, so klar glänzend wie Sonnenlicht.

Die zweite Wahrheit: Das weise und zweckhafte Anders-Sein und Unterscheiden der verschiedenen Pflanzenarten kann in keiner Weise dem Zufall zugeschrieben werden, noch die überlegte und gnadenvolle Ausschmückung und Zierde, die ihnen innewohnt - all dies kann so klar wie Tageslicht bei den unbegrenzten Spielarten und Arten gesehen werden. Sie zeigen, dass sie das Werk und der Abdruck eines All-Weisen Schöpfers sind.

Die dritte Wahrheit: All die zahllosen Mitglieder, die unterschiedlichen hunderttausend Formen, die ganz besonders mit äußerster Ordnung, Ausgewogenheit und Schönheit ausgestattet sind, entfalten und erblühen aus zweihunderttausend Arten von wohl bestimmten, einfachen und festen Samen und Körnern, die identisch miteinander sind oder fast so - ihr Hervorbrechen aus diesen Samen in gesonderter und getrennter Form, mit äußerster Ausgewogenheit, Lebendigkeit und weisem Zweck ohne den geringsten Fehler oder Irrtum ist eine Wahrheit, brillanter als die Sonne. Die Beweise für diese Wahrheit sind so zahlreich wie die Blumen, Früchte und Blätter, die im Frühling hervorbrechen. So sagt der Wanderer: “Preis sei Gott für den Segen des Glaubens.”

Diese Wahrheiten und das ihnen gegebene Zeugnis auszudrücken, sagten wir in der Sechsten Stufe des Ersten Teils: “Es gibt keinen Gott außer Gott. Auf die Notwendigkeit Dessen Existenz in Einheit zeigt der Konsens all der Arten der Bäume und Pflanzen, die mit dem Preis Gottes beschäftigt sind und die mit den beredsamen und gutgeordneten Worten ihrer Blätter sprechen, mit ihren prunkvollen und hübschen Blüten, mit ihren wohl geordneten und wohl sprechenden Früchten, durch das Zeugnis der Reichhaltigkeit der Wahrheit der Ausstattung, Wohltätigkeit und der gastfreundlichen Gottesgaben, durch sinnbehaftete Gnade, und durch das Zeugnis der Wahrheit des Andersseins, des Schmucks und der Verzierung, vollbracht mit Wille und Weisheit.

Deutlich auch ist der Hinweis, der durch die Wahrheit gegeben wird, dass sich all ihre symmetrischen, geschmückten, eigenen, mannigfaltigen und unbegrenzten Formen aus Samen und Körnern entfalten, die einander ähneln und sich annähern und die begrenzt und beschränkt sind. Der Wanderer schreitet fort auf seiner gedankenvollen Reise mit größerem Eifer und mit einem Blumenstrauß an Gotteserkenntnis und Glauben, und dieser ist wiederum wie ein Frühling, gesammelt im Garten des Frühlings. Da öffnet sich vor seinem die Wahrheit erfassenden Verstand, vor seiner erkennenden Vernunft, das Tor zum Reich der Tiere und Vögel. Mit Hunderttausenden verschiedenen Stimmen und Zungen wurde er eingeladen einzutreten. Er trat ein und sah, dass all die Tiere und Vögel in ihren unterschiedlichen Arten, Gruppen und Klassen leise und laut verkündeten: “Es gibt keinen Gott außer Gott. “ Und so verwandelten sie das Gesicht der Erde in eine riesigen Platz der Anrufung, in eine ausgedehnte Versammlung für die Verkündigung des Ruhmes Gottes. Er sah, dass jede davon wie eine Gott gewidmete Ode ist, wie ein Wort, das Gottes Ruhm verkündet, wie ein Buchstabe, der Gottes Mitleid anzeigt; und jede davon beschreibt den Schöpfer und entbietet Ihm Dank und Lobrede. Es war, als ob die Sinne, Glieder und Instrumente dieser Tiere und Vögel geordnete und ausgewogene Worte wären oder vollkommene und disziplinierte Ausdrücke. Er beobachtete drei große und umfassende Wahrheiten, die in entschiedener Form ihre Danksagung an den Schöpfer und Erhalter und Fürsorger und ihre Bezeugung Seiner Einheit anzeigen. Die erste Wahrheit: Ihre weise Erschaffung ist aus dem Nichts hervorgebracht worden in einer Weise, die keineswegs dem Zufall zugeschrieben werden kann oder einer blinden Kraft oder der leblosen Natur. Sie werden geistreich aufgefordert, ins Dasein zu treten. Sie werden in sinnvoller und kundiger Art erschaffen und hervorgebracht. Ihre Belebung und Beseelung stellt sich dar in einer Weise, die einen zwanzigfachen Beweis der Erkenntnis, der Weisheit und des Wollens hervorbringt - all dies ist eine Wahrheit, die Zeugnis gibt für die notwendige Existenz des Ewig-Lebenden und Sich-Selbst Erhaltenden, für dessen sieben Eigenschaften und dessen Einheit - und dieses Zeugnis wird durch die Zahl aller beseelten Lebewesen wiederholt.

Die zweite Wahrheit: Die zahllosen Wesen sind hinsichtlich der Gesichtszüge, der geschmückten Form, der zahlenmäßigen Menge und der verzierten Gestalt

unterschiedlich. Daraus erscheint eine starke Wahrheit, so besonders und verziert und erleuchtet: Diese umfassende Tat, die auf jeder Seite Tausende Wunder und Zwecke zeigt, kann nur vom Machthaber über alle Dinge, vom Kundigen aller Dinge erschaffen sein - eine andere Möglichkeit gibt es nicht.

Die dritte Wahrheit: Zahllose Geschöpfe entfalten sich in hunderttausend verschiedenen Gestalten und Formen, und jedes davon ist ein Wunder der Weisheit.

Sie entstehen aus Eiern und Eierchen sowie Sperma genannten Wassertropfen, die miteinander gelagert sind oder sich wenig voneinander unterscheiden oder sich

ähneln, die begrenzt und beschränkt in ihrer Zahl sind - und all dies entsteht in einer höchst geordneten, symmetrischen und makellosen Weise. Diese Entfaltung

und Entstehung ist eine so brillante Wahrheit, die mit Beweisen und Zeugnissen beleuchtet wird, so zahlreich wie die Tiere selber.

Durch den Konsens dieser drei Wahrheiten sind alle Tierarten insgesamt damit beschäftigt, zu bezeugen, dass es außer Ihm keinen Gott gibt. Es ist, als ob die gesamte Erde wie ein großer Mensch sagen würde, dass es keinen Gott außer Ihm gibt, und die Erde spricht in einer Weise, die zu ihrer Größe passt, und sie übermittelt ihr Zeugnis dem Himmelsvolk. Der Wanderer hat in diesem Sinne gesehen, verstanden und eine richtige Lehre daraus gezogen.

Um diese Wahrheiten auszudrücken sagten wir in der Siebten Stufe des Ersten Teils:

“Es gibt keinen Gott außer Gott. Auf Dessen Notwendige Existenz in Einheit weist die Einmütigkeit aller Tiere und Vögel, die Gott preisen und Ihn bezeugen mit den Worten ihrer Sinne, ihrer Fähigkeiten und der ihnen eigentümlichen Triebe, mit gut ausgewogen, geordneten und beredsamen Worten; durch das Zeugnis der Großartigkeit, der Reichhaltigkeit, der Wahrheit des Entstehen Lassens, des Schaffens und des Erschaffens, entsprechend des Wollens, für die Wahrheit des Andersseins und der Zierde gemäss des Zweckes, und für die Wahrheit des Ordnens und des Schmückens gemäss der Weisheit. Deutlich auch ist der Hinweis; der durch die Wahrheit gegeben wird, in dem sich all ihre geordneten, gesonderten. mannigfaltigen und unbegrenzten Formen entfalten, aus identischen oder ähnlichen Eiern und Spermatropfen, die begrenzt und beschränkt sind.”

Dieser nachdenkliche Wanderer möchte weiter schreiten in den unbegrenzten Stufen und im unendlichen Geschmack und im göttlichen Licht der Erkenntnis. Deshalb wollte er die Welt der Menschen, das Reich der Menschheit betreten. Zuerst luden ihn die Gottesgesandten, die Anführer der Menschheit, ein, und er trat ein. Er schaute zunächst auf die Stationen der vergangenen Zeit, und er sah, dass all die Gottesgesandten - Friede sei mit ihnen - die Leuchtendsten und Vollkommensten unter den Menschen, im Chor rezitierten: “Kein Gott außer Ihm. “ Und sie gedachten Gott. Mit der Kraft ihrer glänzenden, wohlbezeugten und zahllosen Wunder verkündeten sie Gottes Einheit. Und um den Menschen vom tierischen Zustand zu einer engelhaften Stufe emporzubringen, belehrten sie die Menschen und luden sie ein, an Gott zu glauben. Er kniete sich nieder in der Schule des Lichts, und er achtete auf die Lektion:

Er sah, dass durch Hand eines jeden dieser Lehrer - die erhabensten und berühmtesten aller gefeierten Meister der Menschheit - zahlreiche Wunder geschahen, die ihnen vom Schöpfer Allen Seins als Zeichen der Bestätigung ihrer Mission gegeben worden waren. Darüber hinaus bekräftigte eine große Gruppe von Menschen, eine ganze Gemeinschaft, ihre Verkündigungen und kam durch sie zum Glauben. Dieser Wahrheit wurde zugestimmt und beigepflichtet durch jene Hunderttausende ernsthafter und wahrhafter Menschen, einmütig und in voller Übereinstimmung, und daher muss sie fest und eindeutig sein. Er verstand auch, dass die Leute der Irreleitung, die eine Wahrheit ablehnen, die von so vielen wahrhaftigen Zeugen mit ihren Wundern bezeugt und bekräftigt ist, einen höchst schweren Irrtum begehen, ein Verbrechen in der Tat, und dass sie daher die schwerste Strafe verdienen. Er erkannte, dass umgekehrt jene, die der Wahrheit zustimmen und an sie glauben, die Wahrhaftigsten und Rechtschaffensten sind. Und ein hoher Grad der Heiligkeit wurde ihm offenbar.

Ja, die unendlichen Wunder, mit denen Gott die Gottesgesandten ausstattete - Friede sei mit ihnen - sind jedes für sich eine Bestätigung ihrer Mission. Die vielen himmlischen Schläge, die ihren Widersachern versetzt wurden, sind jeder für sich wie ein Beweis ihrer Wahrhaftigkeit. Ihre eigenen Vollkommenheiten, jede für sich ein Anzeichen ihrer Rechtschaffenheit; ihre wahrhaften Lehren; die Stärke ihres Glaubens als ein Zeugnis für ihre Aufrichtigkeit; ihre höchste Ernsthaftigkeit und Bereitschaft zur Selbstaufopferung; die heiligen Bücher und Buchseiten, die von ihren Händen gehalten werden; ihre zahllosen Schüler, die durch das Befolgen der Lehren die Wahrheit, die Vollkommenheit und das Licht erlangen und so wiederum die Wahrhaftigkeit der Lehren beweisen; die einmütige Übereinstimmung der Gottesgesandten - dieser höchst ernsthaften Warner - und ihrer Anhänger in allen positiven Angelegenheiten; ihre Eintracht, gegenseitige Unterstützung und Sympathie - all dies begründet einen so machtvollen Beweis, dass keine Kraft auf Erden sich ihm widersetzen kann und kein Zweifel oder Zögern ihn überleben kann. Unser Wanderer verstand weiterhin, dass es eine andere große Quelle der Stärke bedeutet, den Glauben an die Propheten - Friede sei mit ihnen - in die Glaubensartikel einzuschließen. So zog er großen Nutzen aus ihren Lektionen. Um dies auszudrücken sagten wir auf der Achten Stufe des Ersten Teils: `Es gibt keinen Gott außer Gott. Auf die Notwendigkeit Seiner Existenz in Einheit zeigt die Einmütigkeit aller Propheten, durch die Kraft ihrer leuchtenden Wunder - und beides bekräftigt sie und beide werden bekräftigt.”

Der willige Wanderer gewann einen erhabenen Geschmack der Wahrheit aus der Kraft des Glaubens. Er kam aus der Versammlung der Propheten - Friede sei mit ihnen-. Und der fragende Wanderer sah, dass er eingeladen war in das Klassenzimmer jener Tiefgründigen, Tiefschürfenden und Erfahrenen, welche die Verkündigungen der Propheten -Friede sei mit ihnen- mit den klarsten und machtvollsten Beweisen bekräftigten und welche bekannt sind als die Auserwählten und Reinen oder als die Wahrhaftigsten.

Er betrat ihre Klasse, und er sah Tausende von Genies und Hunderttausende von genauen und berühmten Gelehrten, die all die bestärkenden Angelegenheiten beweisen, die mit dem Glauben verbunden sind. Geleitet von der Notwendigkeit der Existenz Gottes und Seiner Einheit beweisen sie mit solch tiefgründigen Vorführungen, dass für den Zweifel nicht der geringste Raum bleibt. Wahrlich, die Tatsache, dass sie in den Prinzipien und Pfeilern des Glaubens übereinstimmten, trotz ihrer Unterschiede in den Fähigkeiten und den Ansichten, und dass sich jeder von ihnen auf einen festen und unstrittigen Beweis verließ, ist in sich selbst solch ein Zeugnis, das nur angezweifelt werden könnte, wenn die obige Gesamtheit der Vernunft und der Scharfsinnigkeit aufgeboten werden kann und wenn die Widersacher mit ihrem Gegenbeweis zu einem einzigen Ergebnis gelangen könnten.

Andernfalls ist der einzige Pfad für den Leugner, sein Unwissen, sein äußerstes Unwissen - und seine Widerspenstigkeit hinsichtlich der negativen Angelegenheiten zu zeigen, die weder Leugnung noch Bestätigung zulassen.

Er schließt in Wirklichkeit seine Augen, aber wer die Augen schließt, kann den Tag nur für sich selbst in die Nacht verwandeln.

Der Wanderer erfuhr, dass die Lichter, die in diesem riesigen und großartigen Klassenraum durch diese geachteten und genauen Gelehrten erstrahlten, die Hälfte des Globus mehr als tausend Jahre lang erleuchtet haben. Er fand darin moralische und spirituelle Kraft, welche von der gemeinsamen Kraft aller Leute der Leugnung nicht erschüttert oder zerstört werden kann. In kurzer Anspielung auf die vom Wanderer in diesem Klassenraum gelernte Lektion sagten wir in der Neunten Stufe des Ersten Teils:

“Es gibt keinen Gott außer Gott. Auf Seine Notwendige Existenz in Einheit zeigt die Übereinstimmung all der Auserwählten und Reinen, mit der Kraft ihrer glänzenden, gewissen und einmütigen Beweise.” Unser nachdenklicher Wanderer trat aus dem Raum, und glühend begehrte er die Lichter zu sehen, die bei der fortwährenden Stärkung und Entwicklung des Glaubens beobachtet werden können, sowie beim Voranschreiten von der Stufe der Erkenntnis der Gewissheit zur Stufe der Schau der Gewissheit. Er sah sich dann durch Tausende oder Millionen von spirituellen Führern aufgefordert. Diese strebten zur Wahrheit und zum Erlangen der Schau der Gewissheit im Schatten des breiten Weges und des Aufstiegs Mohammeds, Friede sei mit ihm. Das taten sie an einem Versammlungsort, in einer Herberge, in einem Platz des Gedenkens und der Unterweisung, der überreich leuchtend und weit wie eine Ebene war, gebildet aus der Einrichtung zahlloser kleiner Herbergen und Konvente. Er trat ein und fand, dass diese spirituellen Leute - die Leute der enthüllenden und begnadeten Taten - einmütig verkündeten: “Kein Gott außer Gott”, auf der Basis ihres Bezeugens des Unsichtbaren und der Wundertaten, für deren Durchführung sie befähigt worden waren. Sie verkündeten die notwendige Existenz und die Einheit Gottes.

Er sieht: Aus der Ursonne Gottes entstammen die verschiedenen wahren Derwischorden und die wahrhaften Lehren und Schulen der spirituellen Genies und erleuchteten Weisen; sie alle bestätigen die Wahrheit, indem sie offenkundige und klare Beweise mit Konsens und Einmütigkeit vorlegen. Wie man durch die sieben Farben das Sonnenlicht erkennt, so erkennt unser Reisender Gott durch siebzig Farben, sogar durch die Anzahl der schönsten Namen und der Eigenschaften Gottes.

Er sieht: Aus der Ursonne Gottes entstehen verschiedene Lichter und leuchtende Farben. Diese Einmütigkeit der Heiligen, verbunden mit der Einmütigkeit der ropheten - Friede sei mit ihnen - und verbunden mit der Einmütigkeit der Auserwählten und Reinen bildet eine Höchste Einmütigkeit, brillanter als das Tageslicht, das die Existenz der Sonne demonstriert.

In kurzer Anspielung auf den Nutzen, den unser Wanderer von der Sufi-Herberge hatte, sagten wir in der Zehnten Stufe des Ersten Teils:

“Es gibt keinen Gott außer Gott. Auf Seine Notwendige Existenz in Einheit weist die Einmütigkeit der Heiligen in ihrer offenkundigen, wohl bekräftigten und wohl bestätigten und geschauten Erfahrung und in ihren begnadeten Taten.”

Nun wird sich unser Weltreisende gewahr, dass die wichtigste und die größte aller menschlichen Vollkommenheiten, in der Tat der eigentliche Quell und Ursprung all solcher Vollkommenheiten, die Liebe zu Gott ist, die aus dem Glauben an Gott und aus dem Erkennen Gottes kommt. Und der Wanderer wünscht mit all seinen Kräften, den äußeren und den inneren, bei der Stärkung seines Glaubens und bei der Entwicklung seiner Erkenntnis noch weiter voranzuschreiten. Daher hebt er sein Haupt, schaut auf zu den Himmeln und spricht für sich:

“Das Kostbarste in der Schöpfung ist das Leben. Alle Dinge sind dem Leben unterworfen. Das kostbarste aller Lebewesen ist das, was eine Seele besitzt, und das kostbarste der beseelten Lebewesen ist dasjenige mit Bewusstsein. Jedes Jahrhundert und jedes Jahr ist der Erdball damit beschäftigt, sich zu leeren und sich wieder zu füllen, um diese kostbare Substanz zu vermehren. Es folgt dann zweifellos daraus, dass die großartigen und verzierten Himmel geeignete Völker und Einwohner beherbergen müssen, die Leben, Seele und Bewusstsein besitzen, denn Ereignisse, die im Zusammenhang mit dem Sprechen mit und dem Sehen von Engeln stehen, wie zum Beispiel die Erscheinung von Gabriel, Friede sei mit ihm, in der Gegenwart von Muhammed, Friede und Heil sei mit ihm, und dies in Sichtweite seiner Gefährten, werden seit alten Zeiten erzählt und überliefert. Wäre es doch dann so, dass ich mich mit den Bewohnern des Himmels unterhalten und ihre Gedanken zu dieser Sache lernen könnte. Denn ihre Worte hinsichtlich des Schöpfers des Kosmos sind die wichtigsten. “Wie er so darüber nachdenkt, hört er plötzlich eine himmlische Stimme: “Wenn du uns treffen willst und unseren Lehren lauschen möchtest, dann wisse, dass wir vor allen anderen an die von uns übermittelten Glaubensartikel glaubten, die von all den Gottesgesandten überbracht worden sind, angeführt vom Gottesgesandten Mohammed, Friede und Segen Sei mit ihm, der den Koran der Glorreichen Darlegung brachte. Und auch all die reinen Geister unter uns, die vor den Menschen erschienen sind, legen einmütig und ausnahmslos Zeugnis ab für die notwendige Existenz, für die Einheit und für die heiligen Eigenschaften des Schöpfers dieses Kosmos und verkünden dies einmütig. Die Zugehörigkeit und die gegenseitige Übereinstimmungen dieser zahllosen Erklärungen ist ein Führer für dich, so glänzend wie die Sonne. “So erstrahlte das Glaubenslicht des Reisenden und er erhob sich von der Erde zu den Himmeln.

In kurzer Anspielung auf die Lektion, die der Wanderer von den Engeln lernte, sagten wir in der Elften Stufe des Ersten Teils: “Es gibt keinen Gott außer Gott. Auf Dessen Notwendige Existenz in Einheit weist die Einmütigkeit der Engel, die dem menschlichen Blick erscheinen und die zu den Auserwählten unter den Menschen sprechen, in Übereinstimmung untereinander und durch ihr bestätigtes Zeugnis. “

Der glühend forschende Wanderer hat von den Zungen und vom Aussehen der verschiedenen Klassen der Schöpfung im sichtbaren Reich gelernt. Und er begehrt, die Welt des Verborgenen und das Zwischenreich zu studieren und zu durcheilen, um so die Wahrheit zu erlangen. Es öffnete sich vor ihm das Tor der aufrechten und erleuchteten Verstände, der gesunden und aufgeklärten Herzen, die wie Samen der Menschheit - der Frucht der Schöpfung - sind und die sich unter allen Gruppen der Menschheit befinden; und trotz ihrer kleinen Zahl können sie sich tatsächlich ausdehnen, dass sie den Kosmos in Gänze umfangen.Er schaute, und er sah eine Reihe von menschlichen Mittlern, die das Reich des Verborgenen mit dem Reich des Sichtbaren verbinden. Und er sah die Berührung zwischen beiden Reichen und den Austausch zwischen ihnen, insoweit sie hinsichtlich des Menschen an diesen Punkten geschehen. Er wandte sich an seinen Verstand und an sein Herz und sagte: “Kommt, der Pfad, dessen Tor zur Wahrheit führt, ist kürzer als all eure Genossen meinen. Wir sollten in Glaubensfragen Nutzen ziehen, indem wir die Eigenschaften, Naturen und Farben studieren, die wir hier finden, und sollten nicht Lektionen lernen, die wir von den Zungen der anderen Wege hörten.”

Er beginnt seine Studien und er sieht, dass der Glaube und die feste Überzeugung bezüglich der göttlichen Einheit, die alle leuchtenden Verstände teilten, trotz unterschiedlicher Fähigkeiten und trotz verschiedener, ja einander widersprechender Methoden und Schulen gleich waren und dass ihre standhafte und zuversichtliche Gewissheit und Versicherung eins war. Sie bauten daher auf eine einzige, unwandelbare Wahrheit. Ihre Wurzeln sind in einer tiefgründigen Wahrheit verankert und konnten nicht herausgerissen werden. Ihre Einmütigkeit hinsichtlich des Glaubens, der notwendigen Existenz und Einheit Gottes, war eine unzerreißbare und leuchtende Kette, ein heller Lichtschacht, geöffnet zur Welt der Wahrheit.

Er sah auch, dass die einmütigen, sicheren und erhabenen Enthüllungen und Bezeugungen der Glaubensgrundsätze, die von all diesen gesunden und leuchtenden Herzen genossen wurden, deren Methoden verschieden und deren Ansichten voneinander abwichen, hinsichtlich der göttlichen Einheit einander entsprachen, und miteinander übereinstimmten. All diese leuchtenden Herzen, zur Wahrheit gewandt, mit ihr verbunden und sie bezeugend, jedes Herz ein kleiner Thron der Erkenntnis Gottes, ein Spiegel Gottes Ewiger Anrufung, waren wie viele Fenster, die sich zur Sonne der Wahrheit öffneten. Zusammen waren sie wie ein höchster Spiegel, wie ein Ozean, der die Sonne reflektiert. Ihre Übereinstimmung und Einmütigkeit hinsichtlich der notwendigen Existenz und Einheit Gottes war ein unfehlbarer und verlässlicher vollkommener Führer, ein höchster Lehrer. Denn es ist in keiner Weise möglich oder fassbar, dass eine Vermutung anders wäre als die Wahrheit, dass ein unwahrer Gedanke, dass eine falsche Eigenschaft so hartnäckig und entscheidend fähig sein könnte, so viele Augen gleichzeitig zu täuschen oder ihnen Illusionen vorzugaukeln. Nicht einmal die törichten Sophisten, die den Kosmos leugnen, würden mit dem verdorbenen und zerstreuten Verstand übereinstimmen, der solch ein Ding für möglich hielte. All dies verstand unser Wanderer und er sagte gemeinsam mit seinem Verstand und mit seinem Herzen: “Ich glaube an Gott.”

In kurzer Anspielung an den Nutzen, den unser Wanderer aus dem Verstand der Aufrichtigen und den leuchtenden Herzen für die Erkenntnis des Glaubens zog, sagten wir in der Zwölften Stufe und in der Dreizehnten Stufe des Ersten Teils: “Es gibt keinen Gott außer Gott. Auf Dessen Notwendige Existenz in Einheit weist der Konsens aller Aufrechten, die Verstand besitzen, die erleuchtet sind mit übereinstimmenden Vorstellungen, Überzeugungen und Gewissheiten, trotz Unterschieden in den Fähigkeiten und den Ansichten. Auf Seine Notwendige Existenz in Einheit weist auch die Übereinstimmung aller geistig-gesunden, leuchtenden Herzen, mit ihren gegenseitigen Enthüllungen und ihren übereinstimmenden Bezeugungen, trotz der Unterschiede in Methode und Stil.”

Dieser Reisende schaut dann bis dicht an die Welt des Verborgene, und er tritt in sie mit seinem Herzen und mit seinem Verstand. Er pocht fragend an das Tor jener Welt und denkt für sich: “Was hat diese Welt zu sagen?” Das folgende passierte ihm: Das Wesen, das sich im körperlichen Reich der Erscheinungen mit solch zahlreichen, schönen und kunstfertigen Erzeugnissen des Schöpfers bekannt machen will; das sich durch so viele süße und schön verzierte Geschenke geliebt sehen möchte; das seine geheime Vollkommenheit durch so viele wunderbare und kunstfertige Werke offenbaren möchte; das all dies in einem Stil wünschte, der klarer als jede Sprache und Äußerung ist - solch ein Wesen, so erkannte er, muss notwendigerweise hinter dem Schleier des Verborgenen sein. Auch muss sich dieses

Wesen notwendigerweise durch Sprache und Äußerung bekannt machen und sich lieben lassen, ebenso durch Handeln und eine Position. Der Wanderer wendet sich daher der verborgenen Welt zu und sagt: “Wir müssen dahin kommen, dieses Wesen in seinen Erscheinungen zu erkennen.” Und er betritt sie mit seinem Herzen und sieht mit seinem Scharfsinn Folgendes: Die Wahrheit der Offenbarungen herrscht in allen Augenblicken über alle Teile der Welt des Verborgenen, mit kraftvollster Erscheinung.

Mit den Wahrheiten der Offenbarung und Inspiration, die von Gott ausgehen, dem Kenner des Verborgenen, erscheint ein Zeugnis für Gottes Existenz und Einheit, weit stärker als das Zeugnis des Kosmos und der Geschöpfe. Gott verlässt Sich, Seine Existenz und Einheit nicht nur auf das Zeugnis Seiner Schöpfung. Vielmehr spricht Er mit vorewiger Sprache gemäss Seinem eigenen Wesen. Einer der mit seiner Allweisheit und Allmächtigkeit überall existiert und alles durchschaut. dessen Worte sind auch erhaben und unbegrenzt. Und wie die Bedeutungen Seiner Worte Ihn zeigen, so zeigt Sein sprechen Ihn mit Seinen Eigenschaften.

Der Wanderer erkennt, dass die Wahrheit der Offenbarung eingerichtet wurde und auf das Wesentliche vereinfacht wurde, indem sie durch die Überlieferung von einhunderttausend Propheten - mit denen Friede sei - selbst offenbar wurde, wie auch durch die Übereinstimmung ihrer Erklärungen hinsichtlich der Erscheinung der göttlichen Offenbarung, durch die Zeugnisse und Beweise, die in den heiligen Büchern und himmlischen Seiten enthalten sind, welche die Leiter und Vorbilder der überwältigenden Mehrheit der Menschheit sind und welche die Beweise bekräftigen und billigen. Und die heiligen Bücher sind die sichtbaren Früchte der Offenbarung. Er versteht weiterhin, dass die Wahrheit der Offenbarung fünf heilige Wahrheiten verkündet.

Die erste Wahrheit

Gemäss des Verständnisses der Menschen zu sprechen, ist eine Form des göttlichen Herablassens. Es ist ein Ergebnis der Herrlichkeit Gottes, dass Er all seine Geschöpfe, die eine Seele besitzen, mit Sprache ausstattete, all deren Sprachen kennt, und dass Er selber an ihrer Sprache teil hat, mit Seiner eigenen Sprache und Äußerungsform.

Die zweite Wahrheit

Der Eine, der sich Selber bekannt machen wollte, füllte den Kosmos mit Seinen wunderbaren Schöpfungen, überall und mit unzähligen Ausstattungen, und schenkte sie mit der Begabung der Zungen, die Seine Vollkommenheiten aussprechen, und Er will Sich notwendigerweise mit Seinen Eigenen Worten bekannt machen.

 

Die dritte Wahrheit

Es ist Teil Seiner Glorie als Schöpfer, in Worten und in Taten auf die Worte und Danksagungen zu antworten, die von den Auserwähltesten, von den Bedürftigsten und Sehnsüchtigsten Seiner Schöpfung geäußert werden - von den wahren Menschen.

Die vierte Wahrheit

Die Eigenschaft der Sprache, ein wesentlicher Begleiter und eine leuchtende Erscheinung des Wissens und Lebens, wird notwendigerweise in einer umfassenden und ewigen Form im Wesen zu finden sein, Dessen Wissen umfassend und Dessen Leben ewig ist.

Die fünfte Wahrheit

Gott gab den Menschen Ohnmacht, Sehnsucht, Armut, Schwäche, Angst vor der Zukunft, Liebe und Verehrung. Es ist eine Folge der Göttlichkeit, dass er seinen Geschöpfen, seinen geliebtesten, seinen liebenswürdigsten, bedürftigsten und am meisten nach einer Stütze und nach ihrem Herrn und Meister verlangenden, die armselig und bedürftig sind, Seine Existenz mittels Seiner Sprache mitteilt. Die Zeugnisse für die Existenz in Einheit der Notwendigen Existenz, die in

Einmütigkeit durch universale und himmlische Offenbarungen dargeboten werden, welche die Wahrheit des göttlichen Herablassens, der fürstlichen Selbsterklärung, der mitfühlenden Antwort, der glorreichen Predigt und der ewigen Selbst-Mitteilung enthalten - diese Zeugnisse begründen einen Beweis mächtiger als der Beweis für die Existenz der Sonne, der durch das Strahlen des Tageslichts erbracht wird.

Unser Wanderer schaut dann in die Richtung der Inspiration und sieht, dass die wahrhaften Inspirationen tatsächlich in einigen Aspekten der Offenbarung ähneln und ein Verfahren der göttlichen Sprache sind. Es gibt jedoch zwei Unterschiede.

Der erste Unterschied

Die Offenbarung, die viel höher als die Inspiration ist, kommt gewöhnlich durch das Medium der Engel, wohingegen die Inspiration gewöhnlich direkt kommt. So hat auch ein König zwei Arten des Sprechens und Befehlens. Die erste besteht darin, dass er einen Statthalter zu einem Gouverneur schickt, der mit all dem Pomp der Alleinherrschaft und mit der Pracht der Regierungsgewalt ausgestattet ist. Um die Pracht seiner Herrschergewalt und die Wichtigkeit seines Befehls zu demonstrieren, kann zuweilen der König den Mittler

vor dessen Weggang treffen, und dann wird der Erlass gegeben. Die zweite Art besteht darin, dass der König in eigener Person privat spricht, nicht mit dem Titel des Monarchen oder im Namen des Königtums, und es handelt sich dabei um irgendeine private Sache, um eine geringfügige Angelegenheit, wobei er für diesen Zweck einen Diener beauftragt, irgendeinen gewöhnlichen Untertan oder sein privates Telefon benutzt.In der gleichen Weise kann der Vor-Ewige Allein-Herrscher entweder im Namen des Herrn der Welten und mit dem Titel des Schöpfers des Kosmos durch die Offenbarung oder durch die umfassende Inspiration, welche die Funktion der Offenbarung ausführt, sprechen oder Er kann in einer gesonderten und privaten Art sprechen - als Herr und Schöpfer aller Individuen und aller Lebewesen, hinter den Schleiern, in einer dem Empfänger angemessenen Weise.

Der zweite Unterschied

Die Offenbarung ist ohne Schatten, ist rein und bewahrt für die Auserwählten. Die Inspiration dagegen hat Schatten, hat beigemischte Farben und ist allgemein. Es gibt zahlreiche unterschiedliche Arten der Inspiration, wie die Inspiration für die Engel, die Inspiration für die Menschen und die Inspiration für die Tiere. Die Inspiration bildet so ein Feld für die Vervielfachung der Worte Gottes, die so zahlreich sind wie die Tropfen des Ozeans. Unser Wanderer versteht, dass diese Sache in der Tat eine Art Kommentar über den Vers ist, “Würde das Meer Tinte für meines Herrn Worte, ahrlich, versiegen würde das Meer vor den Worten meines Herrn.”

Dann schaut er auf die Natur der Inspiration, auf die Weisheit und auf das Zeugnis der Inspiration, und er sieht, dass deren Natur, Weisheit und Ergebnis aus vier Lichtern zusammengesetzt sind.

Das erste Licht

Es ist das Ergebnis der Liebesfähigkeit und Mitgefühl Gottes, dass Er bewirkt, dass Seine Geschöpfe Ihn lieben durch Seine Taten, so wie Er auch bewirkt, dass Seine Geschöpfe Ihn lieben durch Sein Wort, Seine Gegenwart und Sein Gespräch.

Das zweite Licht

Es ist ein Erfordernis Seiner Gnadenhaftigkeit, dass Er ihnen ebenfalls in Worten antwortet, geradeso wie Er tatsächlich die Gebete derer erhört, die ihn verehren, verborgen hinter Schleiern.

Das dritte Licht

Es gehört zu der Herrlichkeit, dass geradeso wie Er in der Tat die Hilfesrufe erhört, wie auch das Flehen und Betteln jener Seiner Geschöpfe, die von schwerem Unheil und Härte getroffen sind, und Er ihnen ebenfalls zu Hilfe eilt mit Worten der Inspiration, die wie eine Form der Sprache sind.

Das vierte Licht

Gott macht Seine Existenz, Gegenwart und Obhut tatsächlich für Seine schwächsten, armseligsten, ärmsten und bedürftigsten Geschöpfen, die Bewusstsein besitzen, spürbar, die das große Bedürfnis hegen und sich danach sehnen, ihren Meister, Beschützer, Hüter und Geber zu finden. Es ist eine notwendige und wesentliche Folge Seiner göttlichen Fürsorge und Seines göttlichen Mitgefühls, dass Er ebenfalls Seine Gegenwart und Existenz durch Sprache mitteilt, durch einen Schleier der wahrhaften Inspiration - eine Art des göttlichen Gesprächs - und zwar für Individuen, wobei die Art ihnen und ihren Fähigkeiten eigentümlich ist, durch die Verbindung ihrer Herzen.

Er schaut dann auf das Zeugnis der Inspiration und sieht, dass, wennbeispielsweise die Sonne Bewusstsein und Leben besäße und die sieben Farben des Sonnenlichts sieben Eigenschaften wären, die Strahlen und Funken des Lichts in einer einzigen Art und Weise sprechen würden. Das Licht wäre in durchsichtigen Objekten zu finden, sowohl ähnlich wie nichtähnlich, und es würde, so wie es ist, zu jedem Spiegel und zu den glänzenden Dingen sprechen, zu den Glasstücken und zu den Tropfen und Tröpfchen, zu den transparenten Atomen; es würde gemäss der Fähigkeit und Notwendigkeit eines jeden Dinges sprechen und antworten, und diese Dinge wiederum würden Zeugnis geben von der Existenz der Sonne, ohne dass sich eine Aufgabe in die andere einmischt oder dass ein Gespräch mit einem anderen zuwider läuft. In der gleichen Weise manifestiert sich die Sprache des Glorreichen Alleinherrschers und Erhabenen Schöpfers aller Dinge, Der die Ewige Sonne ist, allen Dingen in einer allgemeinen und

umfassenden Form, in einer Art, die der Fähigkeit aller Dinge angemessen ist, und so tut es auch Gottes Erkenntnis und Kraft. Keine Bitte wirkt störend auf die andere ein, keine Aufgabe verhindert die Erfüllung einer anderen, und keine Anrede wird durch eine andere verhindert und vertauscht. Dies alles versteht

unser Wanderer durch indirekte Wahrnehmung. Er weiß, dass all diese Erscheinungen, Reden und Inspirationen, getrennt und zusammen, die Gegenwart

und die notwendige Existenz und Einheit und das einheitliche Brandzeichen dieser Vor-Ewigen Sonne einmütig beweisen und bezeugen, mit einer Erkenntnis der Gewissheit, die sich der Schau der Gewissheit nähert. In kurzer Anspiegelung auf die Lektion der Gotteserkenntnis, die unser forschender Wanderer aus der Welt des Verborgenen gewinnt, sagten wir in der Vierzehnten Stufe und in der Fünfzehnten Stufe des Ersten Teils: Es gibt keinen Gott außer Gott. Auf Dessen Notwendige Existenz in Einheit und einheitlichem Zeichen weist der Konsens aller wahren Offenbarungen; und diese enthalten Göttliche, glorreiche Predigt, Göttliche Selbst-Offenbarung, mitfühlende Antwort auf die Anflehungen der Menschen und ewiges Drängen der Existenz Gottes zu Seinen Geschöpfen. Auf Seine Notwendige Existenz in Einheit weist auch die Übereinstimmung aller wahrhaften Eingebungen, welche die Ausdrücke der Liebe Gottes enthalten, die mit fühlenden Antworten auf die Gebete der Gottesgeschöpfe, der göttlichen Erwiderungen auf die Hilfegesuche Seiner Knechte und die glorreichen Mitteilungen Seiner Existenz an Seine Geschöpfe. “ Jener Wanderer durch die Welt wendet sich dann an einen eigenen Verstand und sagt: “Da ich meinen Meister und Schöpfer mittels der Geschöpfe des Kosmos suchte, sollte ich eigentlich vor allem Anderen das Berümteste all dieser Geschöpfe besuchen, das vollkommenste Geschöpf gemäss dem Zeugnis sogar seiner Feinde, den größten Kommandeur unter ihnen, den bekanntesten Richter, den Erhabensten was die Rede angeht und den Brilliantesten bezüglich des Verstandes, der vierzehn Jahrhunderte durch sein Herausragen und durch seinen Koran erleuchtete, Mohammed, den Propheten aus Arabien, möge Gottes Friede und Segen mit ihm sein.”

Er sagt zu sich: Um den Gottesgesandten zu besuchen und um von ihm die Antwort auf die Frage zu erhalten, sollten wir das gesegnete Zeitalter des Propheten betreten. Da trat er mit seinem Geiste ein und sah, dass jenes Zeitalter dank dieses Wesen ein Zeitalter der wahren Glückseligkeit war. Denn durch das Licht, das er brachte, verwandelte er in kurzer Zeit das primitivste und ungebildeteste Volk in die Meister und Herren der Welt.

Er sagt auch zu seinem eigenen Verstand: “Bevor wir ihn über unseren Schöpfer befragen, sollten wir erst den Wert dieses außergewöhnlichen Wesens kennen lernen, die Wahrhaftigkeit seiner Worte und die Wahrhaftigkeit seiner Warnungen.”

So beginnt er zu forschen, und aus den zahlreichen überzeugenden Beweisen, die er findet, zeigen wir hier nur neun aus der Gesamtheit der Beweise.

Der erste Beweis

Alle hervorragenden Charaktereigenschaften und guten Anlagen waren in diesem außergewöhnlichen Wesen zu finden, sogar gemäss dem Zeugnis seiner Feinde. Hunderte von Wundern wurden durch seine Hände offenbar, gemäss der ausdrücklichen Koranverse oder einmütig überlieferten Nachrichten. Beispiele dieser Wunder sind: Er spaltete den Mond-”Gespalten der Mond” - mit einem einzigen Fingerzeig in zwei Hälften. Er warf eine Handvoll Staub in die Augen seiner Feinde, was sie in die Flucht Trieb - “Und nicht warfst du, als du warfst, sondern Allah warf.” - und er gab seiner durstigen Armee von dem Wasser zu trinken, das aus seinen fünf Fingern hervorquoll wie aus der Quelle des Kauthar. Mehr als dreihundert der Summe der Wunder wurden mit klaren Beweisen in dem bemerkenswerten und wunderbaren Werk dargelegt, das als `Die Wunder Mohammeds” (Neunzehnter Brief) bekannt ist, und daher überlassen wir die Diskussion jenem Buch, und wir gestatten dem Wanderer, mit seiner Rede fortzufahren:

“Ein Wesen, das zusätzlich zu seinen edlen Merkmalen und seiner Vollkommenheiten all diese leuchtenden Wunder zeigt, ist sicherlich der Wahrhafteste aller Menschen bei der Rede. Es ist unmöglich, dass er zu Listen, Lüge und Irrtum, den Taten des Gemeinen und Schlechten neigen würde. “

Der zweite Beweis

Er hält einen Befehl vom Herrn der Schöpfung in seiner Hand - einen Befehl, der jedes Jahrhundert durch mehr als dreihundert Millionen Menschen angenommen und bestätigt wurde. 1Dieser Befehl, der Koran der Mächtigen Einmaligkeit, ist auf sieben verschiedene Arten wunderbar. Die Tatsache, dass der Koran vierzig unterschiedliche Aspekte des Wundercharakters sein Eigen nennt und dass er das Wort des Schöpfers aller Dinge ist, wurde ausführlich mit sicheren Beweisen im “Fünfundzwanzigsten Wort-Wunder des Korans” dargelegt, eine berühmte Abhandlung, welche

gleich der Sonne des Risale-i Nur ist. Wir überlassen daher diese Angelegenheiten jenem Werk und lauschen auf den Wanderer, wie er sagt: `Es ist nicht möglich, dass eine Lüge dieses Wesens existiert, das der Übermittler und Verkünder dieses wahrhaften und die Wahrheit beinhaltenden Erlasses ist, denn das wäre eine

Verletzung des Erlasses und ein Verrat an dem Einen, Der es erließ. “

Der dritte Beweis

Dieses Wesen hatte solch ein Heiliges Gesetz, ein Islam, ein Kodex der Anbetung, eine Fürbitte bei Gott, eine Vorladung und einen Glauben hervor hervorgebracht, wie er in dieser Weise noch nicht bestand oder bis dahin bestehen konnte.

Es existiert weder eine bessere Form, noch konnte sie existieren. Denn das Gesetz, das mit diesem Wesen erschien, welches bar jeder Bildung war, hat während seiner Herrschaft über ein Fünftel der Menschheit innerhalb von vierzehn Jahrhunderten keine Konkurrenz besessen, da seine zahlreichen Vorschriften einfacher, gerechter und genauer Art sind. Mehr noch, der Islam, der aus den Taten, Aussprüchen (Reden) und dem Verhalten jenes Wesens, das bar jeder Bildung war, entstand, hat nichts, was ihm gleich kommt, noch kann er etwas Gleiches haben haben, denn in jedem Jahrhundert war er für dreihundert Millionen eine Leitung und eine Zuflucht, der Lehrer und Lehrmeister ihres Verstandes, er hat ihre Herzen geklärt und erleuchtet, er ist der Grund für die Verfeinerung und Ausformun ihrer Persönlichkeiten und die Quelle des Fortschritts und der Lebensborn ihrer Geister.

 

Der Gottesgesandte ist außerdem aus dem Grunde ohne Gleichen, da er der Erste war, der alle Formen der Gottesanbetung praktizierte, die in seiner Religion zu finden sind und ebenfalls der Erste, was Frömmigkeit und Gottesfurcht angeht; er war der Erste bei der korrekten Beachtung der Pflichten der Anbetung und der Wahrnehmung ihrer tiefgründigsten Dimensionen, auch als er mit beständigem Kampf, mit

Auseinandersetzungen und vielen Arbeiten beschäftigt war. So praktizierte er die Gottesanbetung in allen Einzelheiten ohne irgend jemanden nachzuahmen, wobei er dies in exakter Weise als Erster begann und von Anfang an in vollkommener Weise und den Beginn und das Ende des spirituellen Fortschritts verband.

Mit dem Cevsen-ül Kebir (sprich: Dschewschen),ein Gebet unter seinen Tausenden von Bittgebeten und Fürbitten, beschreibt er seinen Herrgott mit solch einem Grade der Gotteserkenntnis, dass alle Mystiker und Heilige, die nach ihm kamen, mitsamt ihren vereinten Anstrengungen unfähig waren, einen ähnlichen Grad der Gotteserkenntnis und der genauen Beschreibung zu erlangen. Dies zeigt, dass er auch im Gebet ohne einen Ebenbürtigen ist. Wer immer auf den Abschnitt zu Beginn der “Abhandlung über Bittgebete” schaut, welcher einen Teil der Bedeutung eines der 99 Abschnitte des Cevsen-ül-Kebir darlegt, wird sagen, dass es kein Form des Bittgebets wie das Cevsen gibt.

Durch die Übermittlung der Botschaft und die Einladung der Menschen zur Wahrheit entfaltete er solche Standhaftigkeit, Festigkeit und Mut, dass er nicht die kleinste Spur des Zögern, der Angst und der Furcht zeigte, obgleich große Staaten und Religionen und selbst sein eigenes Volk, sein Stamm und sein Onkel gegen ihn auf die feindseligste Weise vorgingen. Die Tatsache, dass er die gesamte Welt erfolgreich herausforderte und den Islam zum Meister der Welt machte, beweist gleichermaßen, dass es niemanden gibt und niemanden geben kann der wie er die Botschaft überbringt und die Einladung ausspricht.

Im Glauben hatte er eine so außergewöhnliche Stärke, eine so erstaunliche Gewissheit, eine so wunderbare Weite, eine so hohe Überzeugung, die die ganze Welt erleuchtet, dass keine der Ideen und Glaubensvorstellungen, die damals die Welt beherrschten, und keine der Philosophien unter den Weisen und keine der Lehren der spirituellen Oberhäupter, trotz extremer Feindseligkeit, großen Widerspruchs und starker Leugnung den kleinsten Zweifel, das kleinste Zögern, Schwäche oder Ängstlichkeit in seine Gewissheit, Überzeugung, Zuversicht und Sicherheit einflößen konnten.

Mehr noch, die Heiligen aller Zeitalter, angeführt von den Prophetengefährten, die Ersten was den Grad des Glaubens und der Spiritualität angeht, haben alle von seinem Grad des Glaubens profitiert und glaubten, dass er den höchsten Grad des Glaubens repräsentiere. Dies beweist, dass auch sein Glaube ohne Gleichen ist. Unser Wanderer folgert daher und bekräftigt mittels des

Verstands, dass Lüge und Zweideutigkeit keinen Platz bei jemanden haben, der solch ein einzigartiges heiliges Gesetz brachte, solch einen Islam ohne Gleichen, solch eine wunderbare Hingabe in der Gottesverehrung, solch einen außergewöhnlichen Rang bei den Bittgebeten und solch eine allgemein angenommene Einladung zur Wahrheit und solch einen wunderbaren Glauben.

Der vierte Beweis

In der gleichen Weise, wie der Konsens der Gottgesandten ein starker Beweis für die Existenz und Einheitlichkeit Gottes ist, so ist der Konsens ebenfalls ein festes Zeugnis für die Wahrhaftigkeit und Sendung dieses Wesens. Denn all die heiligen Eigenschaften, Wunder und Funktionen, welche die Wahrhaftigkeit und die Sendung der Gottesgesandten, mit denen Friede sei, anzeigen, finden sich im höchsten Grade bei diesem Wesen, so wie die Geschichte dies bezeugt. Die Gottgesandten haben mit ihrem Sprechen das Kommen dieses Wesens vorausgesagt und davon frohe Botschaft

in der Thora, in den Evangelien, in den Psalmen und in den heiligen Seiten des Textes überbracht. Mehr als zwanzig der höchst überzeugenden Beispiele dieser frohen Botschaften aus den heiligen Schriften wurden im “Neunzehnten Brief” ausführlich dargelegt und bewiesen. Ebenso, durch all die Taten und Wunder, die mit dem Prophetentum verbunden sind, bekräftigten und unterstrichen sie die Mission jenes Wesens, welches das Vorderste und der Vollkommenste ist, was die Aufgaben und Funktionen des Prophetenamts angeht. Gerade so wie sie durch den verbalen Konsens und durch Übereinstimmung auf die Göttliche Einheitlichkeit hinweisen, geben sie durch die Einmütigkeit ihrer Taten und Worte Zeugnis von der Wahrhaftigkeit jenes Wesens. Auch dies wurde von unserem Wanderer begriffen.

Der fünfte Beweis

Es verhält sich ebenso mit Folgendem: Tausende von Heiligen, die zur Wahrheit, Realität, Vollkommenheit, zu Wundertaten und spirituellen Erkenntnissen und Visionen gelangten, die aufgrund der Anweisungen, der Methode und das Vorbild dieses Wesens Wahrheiten enthüllten und bezeugten und die ihm folgten, sie geben ein übereinstimmendes und einhelliges Zeugnis nicht allein für die Göttliche Einheitlichkeit, sondern auch für die Wahrhaftigkeit und den Auftrag dieses Wesens, welches ihr Meister ist. Auch die Tatsache, dass sie durch das Licht der Heiligkeit einige der Wahrheiten bezeugten, die dieses Wesen bezüglich der Welt des Verborgenen verkündete, und dass sie all diese Wahrheiten im Licht des Glaubens glaubten und bekräftigten, und dies entweder durch die indirekte Wahrnehmung der Gewissheit, durch die direkte Schau der Gewissheit oder durch das direkte Erfühlen der Gewissheit -dies zeigt ebenfalls sonnenklar den Grad der Wahrhaftigkeit und Redlichkeit dieses großen Wesens, welches ihr Meister ist.

Der sechste Beweis

Die Millionen der reinen, aufrichtigen und exakten Gelehrten und glaubenstreuen Weisen, welche die höchste Station der Gelehrsamkeit durch die Lehre und die Anweisung erreichten, die in den heiligen Wahrheiten liegen, die dieses Wesen gebracht hat, obwohl es keine Bildung besaß, sowie die erhabenen Wissenschaften, die das Wesen erfand und die göttliche Erkenntnis, die es entdeckte - nicht allein, dass sie einmütig und mit klarsten Beweisen die Göttliche Einheit, die das Fundament seiner Mission ist, bestätigen und bekräftigen, sondern sie bezeugen einmütig auch die Wahrhaftigkeit des Höchsten Lehrers und Großartigen Führers, wie auch die Wahrhaftigkeit seiner Worte. Dies

ist ein Beweis so klar wie das Tageslicht. Das Risale-i Nur ist mit seinen einhundert Bänden nichts anderes als ein weiterer einziger Beweis seiner Wahrhaftigkeit.

Der siebte Beweis

Die Familienangehörigen und die Gefährten des Gottesgesandten prüften und erforschten mit äußerster Aufmerksamkeit, Ernsthaftigkeit und großer Genauigkeit alle Zustände, Gedanken und Verhaltensweisen dieses Wesens, seien sie verborgen oder bekannt - und mit ihrer Einsicht, Erkenntnis und spirituellen Befähigung sind sie nach den Gottesgesandten die Bekanntesten, die Gefeiertsten, die Frömmsten und die Scharfsinnigsten der Menschen, die eine große Gruppe bilden. Sie kamen zur einmütigen und einhelligen Schlussfolgerung, dass er das wahrhaftigste, aufrichtigste, höchste und ehrlichste Wesen auf der Welt war. Und dies, ihre unerschütterliche Bekräftigung und ihr fester

Glaube, ist ein Beweis klar wie das Tageslicht, das die Realität der Sonne bestätigt.

Der achte Beweis

Der Kosmos weist auf den Schöpfer, Lenker, Kalligraphen, Planer, Bestimmer und Ordner hin, Der aus dem Kosmos einen Palast, ein Buch, eine Ausstellung, ein Schauspiel macht. Der Kosmos zeigt auf allen Ebenen einen herrschenden Schöpfer, Schreiber und Graveur. Gleicherweise ist da ein erhabener Vorführer, ein wahrhaftiger Enthüller, ein gelehrter Meister und ein wahrhaftiger Lehrer, der die Göttlichen Ziele kennt und sie bekannt macht, die Ziele, die der Schöpfung innewohnen, welche die Göttliche Weisheit aufzeigt, die in den Veränderungen des Kosmos wohnt, der das Ergebnis seiner zweckvollen Bewegungen lehrt, der die Vollkommenheit der im Kosmos lebenden Geschöpfe zeigt und der die Bedeutungen dieses größten Buches erklärt - da seine Existenz gefordert und notwendig ist und diese Funktionen seine Wahrhaftigkeit anzeigen, ist er (der Gottesgesandte Mohammed) der höchste und wahrhaftigste Beamte des Schöpfers des Kosmos.

Der neunte Beweis

Es gibt hinter dem Schleier Jemanden, Der diese weisen Kunstwerke der Vollkommenheit Seines Talents und Seines Könnens demonstrieren will; Der Sich Selbst bekannt machen will und geliebt sein will von diesen zahllosen geschmückten und gezierten Geschöpfen; Der Lob und Danksagungen durch die zahlreichen angenehmen und wertvollen Geschenke, die Er gibt, hervorrufen möchte; Der die Menschen veranlassen will, dass sie Ihn anbeten voller Dank und Wertschätzung für Sein herrliches Gastmahl und sein Geben, für Seine fürsorglichen und schützenden Erhaltung des Lebens und dafür, dass Er sie umfassend mit Speisen und Wohltaten in einer Weise versorgt, dass die feinsten Geschmäcker und Wünsche zufrieden gestellt werden; Der Seine Göttlichkeit erscheinen lassen möchte durch den Wechsel der Jahreszeiten, durch den Wechsel von Tag und Nacht, und durch all seine großartigen und majestätischen Taten, durch all Seine weisen Handlungen und Schöpfungsakte, die Ehrfurcht einflössen, wodurch Er die Menschen veranlassen möchte, in Unterwerfung, Demut und Gehorsam an Seine Göttlichkeit zu glauben; und Der Seine Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit zu allen Zeiten zeigen möchte, indem Er die Tugend und die Tugendhaften schützt und das Böse und die Bösen zerstört, wobei Er vom Himmel her mit seinen Schlägen den Unterdrücker und Lügner vernichtet. Mit Sicherheit wird an der Seite dieses Ungesehenen Wesens sein meist geliebtes Geschöpf und sein ergebenster Knecht sein, der den eben erwähnten Zielen dient und der den Talisman und das Rätsel des Seins enthüllt und entwirrt, der immer im Namen dieses Wesens handelt, der Hilfe und Erfolg bei Ihm ersucht, und der sie von Ihm erhält - Mohammed vom Stamm der Kureisch - Friede und Heil sei mit ihm!

Der Wanderer spricht weiter und wendet sich dabei an seinen eigenen Verstand: “Da diese genannten neun Wahrheiten von der Wahrhaftigkeit dieses Wesens Zeugnis geben, ist dieser Mensch die Quelle der Glorie der Menschheit und die Quelle der Ehre für die Welt. Wenn wir ihn daher den Stolz der Welt und die Glorie der Söhne Adams nennen, wird das angemessen sein. Die Tatsache, dass die Ehrfurcht gebietende geistliche Herrschaftsgewalt dieses Erlass des Mitfühlenden Einen, der Koran der Wunderbaren Darlegung, den er in seiner Hand hält, die Hälfte der Welt erobert hat, gemeinsam mit seinen eigenen Vollkommenheiten und hohen Tugenden, zeigt, dass er der Gottesgesandte Mohammed, die wichtigste Persönlichkeit in der Welt ist. Das wichtigste Wort hinsichtlich unseres Schöpfers ist jenes, das er äußert. “

Nun betrachte Folgendes: Das Fundament all der Einladungen dieses außergewöhnlichen Wesens und das Ziel seines ganzen Lebens, das auf Stärke gegründet ist, zu der Hunderte von offenkundigen und deutlichen Wundern beitragen und Tausende von erhabenen und grundlegenden Wahrheiten, die in seiner Religion enthalten sind, bestand darin, den Notwendig Existierenden zu beweisen und zu bezeugen, Seine Einheit, Seine Eigenschaften und Namen, und Ihn zu bestätigen, zu verkündigen und bekannt zu machen.

Er ist daher wie die Sonne im Kosmos, der brillanteste Beweis unseres Schöpfers - er ist das Wesen, das wir den Geliebten Gottes nennen. Es gibt drei Formen der großen und unfehlbaren, irrtumsfreien Übereinstimmung, und jede dieser drei bestätigt, bekräftigt und unterzeichnet das Zeugnis, das er gibt.

Der erste Konsens

Die einmütige Bestätigung durch jene erleuchtete Versammlung, die in der gesamten Welt als die Familie Mohammeds bekannt ist, einschließlich Tausender von heiligen Führern und Höchsten Heiligen, denen durchdringende Visionen zuteil wurden und die das Verborgene das Verborgene wahrnehmen konnten, so wie Imam Ali - möge Gott mit ihm zufrieden sein - der sagte: “Würde der Schleier des Verborgenen gelüftet werden, meine Gewissheit würde nicht steigen”, und Abdulkadir Geylani Gaus-i Asam - möge sein Geheimnis geheiligt sein -, der den Höchsten Thron Gottes und die gewaltige Gestalt Israfils** sah, während er noch auf Erden war.

Der zweite Konsens

Die Bestätigung durch einen starken Glauben, die den Menschen gestattete, ihr Leben und ihr Eigentum zu opfern, sowie ihre Väter und Stämme, durch die berühmte Gruppe, bekannt als die Prophetengefährten, die sich unter einem primitiven Volk und in einer ungebildeten Umgebung befanden, bar allen sozialen Lebens und politischen Denkens, ohne jede (heilige) Schrift und verloren in der Dunkelheit einer Periode zwischen den Propheten; und die in einer sehr kurzen

Zeit die Meister, Führer, Diplomaten und gerechten Herrscher der zivilisiertesten und politisch und sozial fortgeschrittensten Völker und Staaten werden sollten und welche die Welt von Ost nach West in allgemein gebilligter Weise regieren sollten.

 

*Anmerkung: Pol (Kutub) ist Führer eines religiösen Weges oder einer religiösen Gruppe oder ein ganz grosser spiritueller islamischer Lehrmeister.

 

Der dritte Konsens

Die Bestätigung, ausgestattet mit einmütiger und sicherer Erkenntnis, durch jene große, erhabene Gruppe von exakten und genauen Gelehrten, von denen in jedem Jahrhundert Tausende erscheinen, die auf wunderbare Weise in jeder Wissenschaft und Kunst und jeder Arbeit auf verschiedenen Gebieten fortschreiten. Das Zeugnis, das dieses Wesen für die göttliche Einheitlichkeit brachte, ist nicht einzeln und individuell, sondern allgemein und universell und unerschütterlich. Falls alle existierenden Teufel sich vereinigen sollten, könnten sie das Zeugnis nicht herausfordern. Solcherart war die Schlussfolgerung, zu welcher der Wanderer im Geiste in jener Zeit der Glückseligkeit gelangte.

Um auf die Lektion hinzuweisen, die jener Wanderer aus der Welt in der Schule des Lichts lernte, jener Reisende im Leben, als er in seinem Geiste das gesegnete

Zeitalter des Gottesgesandten besuchte, sagten wir in der Sechzehnten Stufe des Ersten Teils: “Es gibt keinen Gott außer Gott, dem Notwendig Existierenden, dem Einen, dem Einmaligen. Die Notwendigkeit Seiner Existenz in Einheit wird angezeigt durch den Stolz der Welt und die Glorie der Söhne Adams, durch die Majestät der Herrschergewalt seines Koran, durch die Pracht der Ausdehnung seiner Religion, durch die Mannigfaltigkeit seiner Vollkommenheiten und durch die Erhabenheit seiner Merkmale, was sogar durch das Zeugnis seiner Feinde bestätigt wird. Er gibt Zeugnis und bringt Beweise durch die Kraft von Hunderten seiner manifesten und offenkundigen Wundern, die sowohl die Wahrheit bezeugen als auch selber das Objekt wahrhaften Zeugnisses sind; und durch die Stärke tausender leuchtender und überzeugender Wahrheiten, die in seiner Religion enthalten sind. Dieses gemäss dem Konsens aller Besitzer des Lichts, gemäss der Übereinstimmung seiner erleuchteten Gefährten und gemäss der Einmütigkeit der Gelehrten seiner Gemeinschaft, gemäss der Besitzer des Beweises und der klaren Einsicht.”

Der ruhelose und unersättliche Wanderer, der weiß, dass das Ziel des Lebens in dieser Welt und des Lebens der Glaube ist, spricht zu seinem eigenen Herzen und sagt: “Lasst uns das Buch prüfen, bekannt als der Koran der Wunderhaften Darlegung, von dem gesagt wird, es sei Wort und Äußerung des Wesens, Das wir suchen, das bekannteste, brillanteste und weiseste Buch der Welt, das eine Herausforderung für jeden in jedem Zeitalter ist, der sich weigert, sich ihm zu unterwerfen. Lasst uns sehen, was es sagt. Aber zuerst müssen wir außer Frage stellen, dass dieses Buch von unserem Schöpfer stammt.”

Da der Wanderer im gegenwärtigen Zeitalter lebt, schaut er zuerst auf das Risale-i Nur, die Lichtgarben aus dem unübertroffenen, wunderbaren Geiste und der Prägnanz des Koran. Er sieht, dass seine einhundertunddreißig Bände geistreiche Bemerkungen und Lichter und gründliche Erklärungen zu den Koranversen sind. Obgleich das Risale-i Nur heftig kämpfen muss, um in diesem widerspenstigen und atheistischen Zeitalter die Wahrheiten des Koran in alle Richtungen auszubreiten, kann es niemand besiegen, was beweist, dass sein Meister, seine Quelle, seine Autorität und seine Sonne der Koran ist, welcher himmlischer Sprache und nicht menschlicher Sprache ist. Unter den

Hunderten von Beweisen in den verschiedenen Teilen des Risale-i begründet der einzige Beweis des Koran im Fünfundzwanzigsten Wort und am Ende des Neunzehnten Briefes vierzig Aspekte des Wundercharakters des Koran in solch einer Weise, dass jedermann, der ihn sieht, seine Argumente bewundert und achtungsvolles Lob äußert und weit davon entfernt ist, Kritik oder Einwände zu äußern. Der Wanderer überließ es dem Risale-i Nur zu beweisen, dass der Koran wunderbarer Natur und das wahre Wort Gottes ist; und er wendet sich nur zu einem kurzen Hinweis von in ein paar Punkten zu, die seine Größe aufzeigen.

Der Erste Punkt

Mit all seinen Wundern und Wahrheiten, die seine Wahrhaftigkeit beweisen, ist der Koran wiederum ein Wunder Mohammeds, mit dem Friede und Heil sei. So ist auch Mohammed, Friede und Heil sei mit ihm, mit all seinen Wundern, Beweisen des Prophetentums und mit den Vollkommenheiten der Erkenntnis ein Wunder des Koran und ein entscheidender Beweis, dass der Koran das Wort Gottes ist.

Der Zweite Punkt

In dieser Welt vollbrachte der Koran in leuchtender, glücklicher und wahrhafter Weise eine Revolution im sozialen Leben des Menschen, in Seele, Herz, Persönlichkeit und Verstand der Menschen, in ihrem eigenen wie auch in ihrem gesellschaftlichen und politischen Leben. Und wo er diese Revolution verursachte, wurde sie durch ihn angeführt, er lenkte sie auf eine Art und Weise, dass für vierzehn Jahrhunderte in jeder Minute seine 6666 Verse von den Zungen von mehr als hundert Millionen gelesen wurden, wobei er sie erzieht, ihre Persönlichkeit vervollkommnet und ihre Herzen reinigt.

Der Koran ermöglichte der Seele des Menschen spirituellen Fortschritt und Aufstieg, dem Verstand war er eine Orientierung und ein Licht, für das Leben war er Leben selbst und Glück. Solch ein Buch ist mit Sicherheit ohne Gleichen; es ist ein Wunder und ein Erstaunen.

Der Dritte Punkt

Von jenem Zeitalter an bis zur Gegenwart zeigte der Koran solch unübertroffene Beredsamkeit, dass er den Wert der berühmten Oden die Mu’allaqat, die “Sieben aufgehängten Gedichte” der berühmten Dichter, die mit Gold an die Wänden der Kaaba geschrieben waren, so verminderte, dass die Tochter des Labid das Gedicht ihres Vaters von der Kaaba herunternahm und sagte: “Verglichen mit den Versen des Koran hat dies nicht länger irgendeinen Wert. “Ein Beduinendichter hörte, dass ein gewisser Vers rezitiert wurde “So tue kund, was dir geheißen ward, und kehre dich ab von den Götzendienern,” und warf sich sofort nieder. Sie fragten ihn: “Bist Du ein Moslem geworden?” “Nein,” sagte er, “ich verbeuge mich vor der unübertroffenen Sprachkunst dieses Verses.”

Tausende von Gelehrten und Schriftstellern, wie beispielsweise die Genies der Wissenschaft der Rhetorik, so Abdul-Qadir al Jurjani, Zakkaki und Zamakhshari haben einmütig und einhellig das Urteil abgegeben, dass die unübertroffene Beredsamkeit des Koran jenseits menschlicher Fähigkeiten liegt und unerreichbar ist. Von jener Zeit an forderte auch der Koran alle arroganten und anmaßenden Schriftsteller und Dichter zum Wortgefecht heraus, die dem Koran überheblich gegenüberstanden, und sagte ihnen in der Absicht, ihre Arroganz zu brechen:

“Kommt, schafft eine einzige Sure wie diese... oder akzeptiert Verderben und Demütigung in dieser Welt und im Jenseits.” Trotz dieser Herausforderung gaben

die widerspenstigen Rhetoriker jener Zeit den kurzen Weg auf, eine einzige Sure, dem Koran gleich, zu schaffen und wählten statt dessen den langen Pfad, ihre Person und ihr Eigentum in die Gefahr zu begeben. Dies beweist, dass der kurze Pfad nicht genommen werden kann.

Millionen von arabischen Büchern sind im Umlauf. Einige sind von Freunden des Koran geschrieben, um ihn nachzuahmen und zu imitieren, und andere sind von seinen Feinden verfasst, um die Stimme gegen ihn zu erheben und ihn zu kritisieren. Sogar wenn der einfachste Mensch hört, dass kein Buch davon fähig war, das Niveau des Koran zu erreichen, wird er natürlich sagen: “Der Koran ähnelt nicht diesen Büchern, noch gehört er zu der gleichen Art wie sie. Er muss entweder höher oder niedriger als sie sein.” Niemand in der Welt - sei er Ungläubiger oder ein Tor - kann behaupten, dass der Koran niedriger ist als sie. Daher ist der Grad der Beredsamkeit über allen von ihnen.

Einmal las ein Mann den Vers,

“Es preist Allah, was in den Himmeln und was auf Erden ist. “

Er sagte: “Ich kann keinerlei wundersame Beredsamkeit in diesem Verse erkennen.” Ihm wurde gesagt: “Geh zurück zu jenem Zeitalter wie der Wanderer und lausche dem Vers, wie er da rezitiert wurde.” Er stellte sich vor, dass er noch vor der Offenbarung des Koran lebte, und er sah, dass alle Dinge der Welt in einem leeren, unbegrenzten und unbeschränkten Kosmos lebten, in einer unsicheren, vergänglichen Welt, in Verwirrung, in Dunkelheit, ziellos und in einem Mangel an Bewusstsein. Plötzlich hörte er diesen Vers, der durch die Zunge des Koran verkündet wurde, und der Vers lüftete einen Schleier vom Kosmos und beleuchtete das Gesicht des Erdballs. Diese vor-ewige Sprache, dieser ewige Erlass gab allen bewussten Wesen Anweisungen, die in der Reihe der nachfolgenden Jahrhunderte aufmarschierten, in der Weise, dass der Kosmos einer riesigen Moschee glich. Die gesamte Schöpfung, angeführt von den Himmeln und der Erde,

war mit dem wahren Gottesgedenken und mit der Verkündigung Seines Ruhmes beschäftigt und erfüllte froh und zufrieden seine Funktion. Alles davon beobachtete unser Wanderer. So schmeckte er den Grad der Beredsamkeit dieses Koranverses und verglich die anderen Verse mit ihm, und er verstand einen der Tausenden von weisen Gründe dafür, dass die unübertroffene beredsame Sprache des Korans den halben Erdball und ein Fünftel der Menschheit erobert hat, und zu einer über eine ununterbrochen andauernden, geachteten und großartigen Herrschaft wurde.

Der Vierte Punkt

Der Koran wies eine solch glaubwürdige Annehmlichkeit auf, während die Wiederholung selbst der angenehmsten Sache Ekel hervorruft. Er wurde seit frühester Zeit von jedem angenommen und es wurde sogar sprichwörtlich, dass wiederholte Rezitation des Koran weit davon entfernt ist, bei Menschen mit gesundem Herzen und reinem Geschmack Überdruss und Ermüdung hervorzurufen, sondern im Gegenteil, die Wiederholung erhöht seine Annehmlichkeit. Der Koran zeigt darüber hinaus solch eine Frische, Jugend, Zeitlosigkeit und Ursprünglichkeit, dass er seine ursprüngliche Vitalität beibehält, als ob er gerade offenbart

worden wäre, wenngleich er nun schon vierzehn Jahrhunderte vorliegt und durch viele Hände gegangen ist. Jedes Jahrhundert sieht, dass der Koran eine neue Jugend genießt, als ob er jenes Jahrhundert besonders anspricht. Gleichzeitig sieht jeder Zweig der Gelehrsamkeit, der den Koran beständig an seiner Seite hält, um von ihm zu profitieren und beständig der gleichen Methode des Bezuges folgt, dass der Koran die Ursprünglichkeit seines Stils und die Methode der

Erläuterung beibehält.

Der Fünfte Punkt

Der Koran besitzt einen Flügel in der Vergangenheit und einen Flügel in der Zukunft. Seine Wurzeln und ein Flügel sind in den einmütigen Wahrheiten von den

früheren Gottesgesandten verkündet worden, die vom Koran bestätigt und bekräftigt werden und die umgekehrt ihn einmütig und einhellig bestätigen und stärken. So tun dies auch auch die Früchte, die durch den Koran Leben gewinnen - die Heiligen und die großen reinen Gelehrten - all die wahren Sufi-Pfade und all die wahrhaften Wissenschaften des Islam, die auf die Lebendigkeit und die Wahrhaftigkeit jenes gesegneten Baumes hinweisen. Sie tun dies mit ihrem lebendigen Fortschritt und wachsen auf und leben im Schutz des zweiten Flügels des Islam. Alle davon geben Zeugnis dafür, dass der Koran die Wahrheit selbst ist, ein brillantes Kompendium der Wahrheiten, ein Wunder ohne Gleichen.

Der Sechste Punkt

Die sechs Richtungen des Koran sind alle leuchtend, sie alle zeigen Wahrhaftigkeit und Wirklichkeit. Unter ihm sind die Pfeiler des Arguments und des Beweises. Über ihm glitzern die Lichtgarben des Wundercharakters. Vor ihm und als Ziel sind die Geschenke des Glücks beider Welten. Hinter ihm ist seine Stütze, die Wahrheiten der himmlischen Offenbarung. Zu seiner Rechten ist die Bestätigung durch Zeugnisse, herbeigeführt durch den gesunden Verstand zahlloser Menschen. Zu seiner Linken ist die ernste Versicherung und die aufrichtige Hingabe und Zuneigung gesunder Herzen und unbefleckten Gewissen. Diese sechs, zusammengenommen, beweisen, dass der Koran eine außergewöhnlich wunderbare, feste und unbezwingliche Burg ist, die von der Erde zum Himmel hinauf reicht. Auch wurde in den obigen sechs Punkten bestätigt, dass der Koran die Wahrheit selber ist, dass der Koran wahrhaftig ist, dass er kein Menschenwort ist und nicht dem Irrtum unterworfen ist. Diese sechs Punkte zeigen Gott als Lenker dieses Kosmos, dessen beständige Herrschaft darin liegt, die Schönheit in der Schöpfung erscheinen zu lassen, Güte und Ehrlichkeit zu schützen, Falschheit und Lüge zu zerstören und auszurotten. Er gab dem Koran die begehrteste, die höchste, die dominanteste Stellung der Hochachtung und die Stufe des Erfolgs in der Welt. Und Gott hat dadurch den Koran bestätigt und unterzeichnet. Die Quelle des Islam, der Interpret des Koran Mohammed, der mehr als alle anderen an ihn glaubte und ihn hochschätzte, befand sich bei der Offenbarung in einem Zustand der Verzückung. Im normalen Zustand konnten seine anderen Worte an die des Korans nicht heranreichen und ihm nicht ähneln. Aber trotz seiner mangelnden Bildung brachte er mittels des Koran ohne Zögern und mit großer Zuversicht wahre Verkündigungen hinsichtlich der Vergangenheit und der Zukunft hervor.

Dies tat er unter dem prüfenden Blick aufmerksamer Beobachter, aber es wurde kein Irrtum bei ihm bemerkt. Jener Ausleger glaubte und billigte mit all seinen Kräften jede Vorschrift des Koran, und nichts konnte ihn erschüttern. Dies ebenfalls begründet einen Beweis der himmlischen und wahrhaftigen Natur des Koran und der Tatsache, dass er das gesegnete Wort des Gnadenvollen Schöpfers ist.

Die fromme und bemerkenswerte Zuneigung zum Koran, die ein Fünftel der Menschheit oder sogar eine Mehrheit der Menschheit hegt, die glühende, die Wahrheit verehrende Achtung, die sie seinen Geboten zollen; die Tatsache, dass sich durch das Zeugnis zahlreicher Hinweise, Visionen und Enthüllungen die Dschinns, die Engel und Geistwesen wie Motten versammeln, wo immer der Koran rezitiert wird - dies ist ein Hinweis darauf, dass der Koran das am weitesten akzeptierte Buch im Kosmos ist und den höchsten Platz der Hochachtung einnimmt. Die Tatsache, dass alle Menschenklassen, vom Niedrigsten und Dümmsten bis zum Geschultesten und Intelligentesten, von der Lektion des Koran in hohem Maße profitieren und seine tiefgründigsten Wahrheiten erfassen; und die Tatsache, dass jede Klasse von Gelehrten, die sich mit Hunderten von verschiedenen Zweigen der Islamischen Wissenschaft beschäftigt, und besonders die Gelehrten des Heiligen Gesetzes, der Prinzipien der Religion und der Theologie, dass also jede Gruppe von Gelehrten ihre Bedürfnisse erfüllt findet und ihre Fragen vom Koran beantwortet werden - dies ist ein Beweis, dass der Koran eine Quelle der Wahrheit und eine Ort der Wahrhaftigkeit ist.

Die Schriftsteller der Araber, die fähigsten Rhetoriker in der Literatur und jene, die gegen den Islam opponierten und in der Beredsamkeit dem Koran gleichkommen wollten, scheitern bis heute daran, eine einzige Sure gleich an Beredsamkeit wie jene des Koran zu schaffen, und dabei ist die Beredsamkeit des Koran bloß ein Aspekt von sieben seines Wundercharakters. Und sie scheiterten, obwohl sie sich enorm anstrengten, der Herausforderung des Koran zu begegnen. Zusätzlich konnten die gefeierten Rhetoriker und talentierten und berühmten Gelehrten und Genies, die Ruhm gewinnen wollten, indem sie Einwände erhoben, nicht einem einzigen Aspekt des Wundercharakters des Koran entgegentreten und mussten schweigen. All dies ist ein weiterer Hinweis dafür, dass der Koran ein Wunderwerk ist, dass außerhalb der menschlichen Fähigkeiten liegt. Der Wert, die Erhabenheit und die Beredsamkeit der Worte ist daran zu messen, von wem sie kamen, zu wem sie kamen und warum sie kamen, und von diesem Standpunkt aus ist der Koran ohne Ebenpart und unerreichbar. Denn der

Koran ist eine Anrede durch den Herrn, die Sprache des Schöpfers aller Welten, eine Äußerung, die bar des geringsten Anzeichens dafür ist, dass er eine List oder eine Nachahmung wäre. Er ist an den gerichtet, der ausersehen ist, alle Menschen zu vertreten oder sogar alle Geschöpfe, gerichtet an den Gefeiertesten und Berühmtesten unter den Menschen. Und die Stärke und die Breite seines Glaubens ließ den Islam erstehen und erhob ihn zum Ort “der Distanz von zwei Bogensehnen “. Der Koran erläutert und erklärt den erhabensten und ausgedehntesten Glauben, und dieser enthält alle Angelegenheiten, die sich auf das Glück in dieser Welt und im Jenseits beziehen, auf die Schöpfung des Kosmos und auf die ihm innewohnenden Göttlichen Zwecke und auf all die Wahrheiten des Islam. Der Koran zeigt, dass jede Ecke der Schöpfung wie eine Karte ist, eine Uhr oder ein Haus, und all diesen bekundet und gibt er Unterweisung in der Sprache des Schöpfers selbst. Es ist dann natürlich unmöglich, etwas Gleiches wie den Koran der Wunderhaften Darlegung zu schaffen oder seinen Grad des Wundercharakters zu erreichen.

Darüber hinaus wurden die zahllosen Vorzüge des Koran, seine schönen Aspekte, Eigentümlichkeiten, Geheimnisse und erhabenen Erklärungen, wie auch seine zahlreichen Voraussagen von Angelegenheiten, die zum Verborgenen gehören, durch Beweise und Zeugnisse von Tausenden erfahrenen Gelehrten hoher Intelligenz und Scharfsichtigkeit erläutert, bewiesen und gebilligt, die Kommentare zum Koran in dreißig, vierzig und sogar siebzig Bänden schrieben; besonders die Vorzüge und Feinheiten des Koran, die einzeln mit überzeugenden Argumenten in einem der einhundertdreißig Bände des Risale-i Nur festgestellt sind, und besonders die Abhandlung über die Wunder des Koran (die Zweite Station des Zwanzigsten Wortes), welches die Eisenbahn, das Flugzeug und viele Wunder der Zivilisation aus dem Text des Koran herleitet; der Erste Lichtstrahl (die Koranischen Hinweise), der die koranischen Hinweise auf das Risale-i Nur und auf die Elektrizität aufzeigt, die im Koran enthalten sind; die acht kurzen Abhandlungen (genannt die acht Mysterien), die zeigen, wie wohl gestaltet und mit Geheimnis und Bedeutung die Buchstaben des Korans behaftet sind; und die kurzen Abhandlungen, welche die fünf Aspekte des Wundercharakters des letzten Verses der Sure-i Feth aufzeigen, wie auch die Wahrheit und das Licht des Koran, das in jedem Band des Risale-i Nur enthalten ist - all das ist ein Hinweis auf die Einzigartigkeit des Koran, auf die Tatsache, dass er ein Wunderwerk und etwas Erstaunliches ist, dass er die Zunge des Verborgenen ist, die in die sichtbare Welt gelangt, die Sprache des Einen, Der mit dem Wissen über das Verborgene ausgestattet ist. Auf Grund der zuvor erwähnten Vorzüge und Eigenschaften des Koran, angedeutet in den sechs Punkten, sechs Richtungen und sechs Stationen, beleuchtete seine großartige und leuchtende Herrschaftsgewalt, seine prächtige und heilige Autorität beständig die Antlitze der Jahrhunderte, sogar das Angesicht der Erde für dreizehnhundert Jahre und genoss den äußersten Respekt. Auf Grund dieser Eigenschaften wiederum gewann jeder Buchstabe des Koran die Auszeichnung, wenigstens zehn Belohnungen, zehn Vergeltungen und zehn immerbleibende Früchte zu gewähren. In der Tat, jeder Buchstabe gewisser Verse und Suren zeitigt einhundert, eintausend und mehr Früchte, und zu gewissen gesegneten Zeiten steigt das Licht, die Belohnung und der Wert eines jeden Buchstabens von zehn auf hundert. Der Wanderer nimmt dies wahr und sagt zu seinem Herzen:

“Der Koran ist auf diese Weise wunderbar in jeder Hinsicht, durch die Übereinstimmung seiner Suren, seiner Verse, durch das Zusammenspiel seiner Lichter und Mysterien und durch die Entsprechung seiner Früchte und Schätze; und er gibt in solch offenkundiger Weise Zeugnis für das Sein, die Einheit, die Eigenschaften und die Namen des Notwendig Existierenden, dass gesagt werden kann, dass das unbegrenzte Zeugnis aller Anhänger des Glaubens aus ihm hervorgegangen ist.”

In kurzer Anspielung auf die Lektion über göttliche Einheit und den Glauben, die der Wanderer aus dem Koran zog, wurde in der Siebzehnten Stufe des Ersten Teils gesagt: “Es gibt keinen Gott außer Gott, dem Einen und dem Einheitlichen Graveur, dem Notwendig Existierenden. Auf Dessen Notwendige Existenz in Einheit weist der Koran der Wundersamen Darlegung, das Buch das von allen Arten der Engel angenommen und begehrt wird, von allen Arten der Menschen und der Dschinns, der Koran, dessen Verse in jeder Minute des Jahres von Hunderten von Millionen Menschen mit äußerster Hochachtung gelesen werden, dessen heilige Herrschergewalt über die Religionen der Erde und über das Universum und über das Gesicht der Zeit ewig ist, dessen spirituelle und leuchtende Autorität über die Hälfte der Erde und ein Fünftel der Erde mit äußerster Pracht für mehr als vierzehn Jahrhunderte hinwegschritt.

Die Einmütigkeit seiner heiligen und himmlischen Suren, die Kongruenz seiner Geheimnisse und Lichter, die Übereinstimmung seiner Früchte und Wahrheiten Zeugnis und Beweis wird auch gegeben durch das Bezeugen und klare Vision.”

Unser Wanderer, unser Reisender durch das Leben, wusste nun, dass der Glaube das

kostbarste Kapital ist, das der Mensch besitzen kann, denn er gewährt dem bedürftigen Menschen nicht irgendein vorübergehendes und vergängliches Feld oder eine Hütte, sondern einen Palast, in der Tat ein ewiges Königreich, so riesig wie der gesamte Kosmos oder die Welt selber. Der Glaube gewährt auch dem vergänglichen Menschen alles, was er für das ewige Leben braucht, er befreit den erbärmlichen Menschen von der erbärmlichen Vernichtung, den Menschen der am Galgen auf die Ankunft des Schicksals wartet; und öffnet dem Menschen einen ewigen Schatz immerwährender Glückseligkeit. Der Wanderer sagt sich dann: “Wohl an! Um einen weiteren Grad unter den unbegrenzten Graden des Glaubens zu gewinnen, lasst uns verweisen auf die Gesamtheit des Kosmos und hören, was er sagt. Wir werden dann fähig sein, die Lektionen zu vervollkommnen und zu beleuchten, die wir von seinen Teilen erhalten haben.” Er schaut durch das breite und umfassende Teleskop, das er aus dem Koran erhalten hat, und er sieht den Kosmos so bedeutungsvoll und wohl geordnet, dass er die Gestalt eines personifizierten Buches des Glorreich-Einen annimmt, ein Gestalt gewordener Göttlicher Koran, ein schön geschmückter göttlicher Palast, eine wohl geordnete Stadt des Mitfühlenden Einen. All die Suren, Verse und Worte dieses Buches, sogar seine eigentlichen Buchstaben, Kapitel, Teile, Seiten und Zeilen: durch ihr beständiges bedeutungsvolles Werden und Vergehen, durch ihre weisen Wandlungen und Veränderungen, geben all diese einmütig Ausdruck von der Existenz und Gegenwart desjenigen, der alle Dinge kennt und über alle Dinge Macht besitzt, als der Autor des Buches, des Glorreichen Graveurs und des Perfekten Schreibers, der alle Dinge in allen Dingen sieht und die Beziehung aller Dinge zu allen Dingen kennt, so auch alle Teile und Arten, Teile und Teilchen des Kosmos, all seine Bewohner und Inhalte, all seine Einnahmen und Ausgaben, all die vorausschauenden Wandlungen und weisen Prozesse der Verjüngung, die darin geschehen - diese verkünden einhellig die Existenz und die Einheit eines erhabenen Künstlers, eines unvergleichlichen Schöpfers, der sich mit grenzenloser Kraft und unbegrenzter Weisheit ans Werk setzt. Das Zeugnis und das Bekenntnis dieser zwei großen und umfassenden Wahrheiten haben die Größe des Weltalls und sie beweisen das große Bekenntnis des Weltalls.

Die erste Wahrheit

Da sind die Wahrheiten des Geschaffenseins und des Möglichseins, begründet mit zahllosen Beweisen durch die begabten Gelehrten der Prinzipien der Religion und der theologischen Wissenschaft, wie auch durch die wissensreichen Männer und Weisen des Islam. Sie sagten, dass die Welt vergänglich und erschaffen sein muss, da Wechsel und Veränderung in der Welt und in allen Dingen zu beobachten sind; sie kann nicht ohne Anfang und nicht ewig sein. Wenn sie erschaffen ist, dann muss es einen Schöpfer geben, der sie erschaffen hat. Und wenn im Wesen eines Dinges keine Ursache zu finden ist, weder für sein Dasein noch für sein Nichtdasein, so dass beide möglich sind, kann dieses Ding nicht unbedingt notwendig und nicht ewig sein. Mit überzeugenden Argumenten wurde fernerhin bewiesen, dass es für alle Dinge nicht möglich ist, sich gegenseitig zu erschaffen, da dies die absurde und falsche Vorstellung von Abstammungslehre und wesensmäßiger Verkettung und Verästelung beinhalten würde. Daher wird die Existenz eines Absolut Notwendig Existierenden gebraucht, dessen Gleichen nicht existieren kann, dessen Ebenbild unmöglich ist, und alles außer ihm ist von ihm aus Nichts erschaffen worden, und es liegt im Bereich seiner Möglichkeiten, etwas ins Dasein zu rufen oder nicht. Ja, die Wahrheit des Geschaffenseins hat den ganzen Kosmos durchdrungen, und viele Beispiele davon sind dem Auge sichtbar; und den Rest sieht nur der Verstand. Denn vor unseren Augen stirbt eine gesamte Welt in jedem Herbst, und zusammen mit ihr sterben Hunderttausende von verschiedenen Arten von Pflanzen und Kleintieren, und jedes Mitglied einer jeden Art ist wie ein kleiner Kosmos für sich. Jedoch ist dies so ein geordneter und disziplinierter Tod, dass alle Dinge an ihrer Stelle Samen und Eier und Kerne zurücklassen, die im Frühling die Mittel zur Auferstehung und Wiedergeburt, zu Wundern der Gnade und Weisheit, zu

Wundern der Kraft und Erkenntnis werden sollen. Sie übergeben den Samen und den Eiern und den Kernen ihr Buch der Taten und die Pläne der Aktion, vertrauen sie dem Schutz und der Weisheit des Glorreichen Hüters an und erst dann sterben sie. Im Frühling kommen die toten Bäume, Wurzeln und ein Teil der Kleinlebewesen wieder zum Leben, genauso wie sie waren, und so liefern sie Hunderttausende Beispiele und Beweise der Höchsten Auferstehung. An ihrer Stelle tritt ein Teil des obigen als total Ähnliches oder fast Ähnliches ins Dasein und Leben, und so werden die Buchseiten des Wesens de voranschreitenden Frühlings

veröffentlicht, zusammen mit ihren Taten und Funktionen, gerade wie eine Werbung. So demonstrieren sie die eine Bedeutung des Verses, “Wenn die Seiten aufgerollt werden. “

Bezüglich des Gesamten stirbt im Herbst eine große Welt, und in jedem Frühling tritt eine junge Welt ins Dasein. Dieser Tod und diese Schöpfung schreiten in so geordneter Weise voran, und das Sterben und Erschaffen so vieler Arten geschieht in einer solchen Regelmäßigkeit und Ordnung, dass es so ist, als ob die Welt eine Herberge wäre, wo die Lebewesen für eine bestimmte Zeit wohnen, wo wandernde Welten und durchziehende Reiche erscheinen, ihre Pflichten erfüllen und dann gehen. So ist es für jeden Verstand offensichtlich, so klar wie die Sonne, dass die absolut notwendige Existenz, die unbegrenzte Kraft und die unendliche Weisheit eines Glorreichen Wesens, Das , mit vollkommener Weisheit, Erkenntnis und Ausgewogenheit, Ordnung und Regelmäßigkeit, in dieser Welt bedeutende Reiche und zweckhafte Wesen erschafft und ins Dasein bringt, und dass dieses Wesen sie dann mit voller Kraft und Gnade beschäftigt, für fürstliche Zwecke, göttliche Ziele und mitleidige Absichten.

Wir überlassen dem Risale-i Nur und den Büchern der Theologen die weitere Diskussion der Angelegenheiten, die sich auf das Geschaffensein beziehen. Was die individuelle Möglichkeit des Erschaffens anbelangt, so beherrscht und umfasst sie den gesamten Kosmos. Denn wir sehen, dass alle Dinge, allgemein und

Im Besonderen, groß und klein, von Gottes Thron herab bis zum Boden, vom Atom bis zum Planeten, zur Welt gesandt sind mit einer speziellen Wesenheit, mit einer jeweils besonderen Form, mit einer klaren Identität, mit besonderen Eigenschaften, weisem Charakter und wohltätigen Gliedern. Um nun diese besondere Wesenheit mit ihren Eigentümlichkeiten auszustatten, die aus den verfügbaren unbegrenzten Möglichkeiten genommen werden; um sie in ihre besondere, deutliche und angemessene Form zu kleiden, die aus den Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten genommen werden, die so zahlreich sind wie die Formen, die empfangen werden können, um das Ding mit der Identität auszuzeichnen, die zu ihm passt, die aus den Möglichkeiten so zahlreich wie die anderen Mitglieder seiner Art genommen wird; um das geschaffene Objekt mit speziellen, passenden und wohltätigen Eigenschaften auszustatten, das Objekt, das formlos und zögernd ist inmitten der Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten, die so zahlreich sind wie die Mannigfaltigkeiten und Stufen; um jenem ziellosen Geschöpf, verwirrt und hin und her gerissen inmitten der unzähligen Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten, die aus der Unbegrenztheit der annehmbaren Pfade und Modalitäten stammen - um dem Geschöpf kluge Eigenschaften mitzugeben und es mit ihnen auszustatten - muss man erkennen, dass all dies Anzeichen, Beweise und Bestätigungen für die absolut notwendige Existenz, unbegrenzte Kraft und unbeschränkte Weisheit des Absolut Notwendig Existierenden sind. Der Notwendig Existierende zeichnet, arrangiert, und spezifiziert den Kern und die Identität, die Form und die Gestalt, die Eigenschaft und die Situation aller individuell möglichen Dinge, seien sie allgemein oder besonders. Sie deuten auch an, dass kein Objekt und keine Sache vor Ihm verborgen ist, dass für ihn nichts schwierig ist, dass die größte Angelegenheit für ihn so leicht ist wie die geringste, dass Er einen Frühling so leicht wie einen Baum erschaffen kann, und einen Baum so leicht wie einen Samen. All diese Zeichen, Hinweise und Zeugen gehören dann zur Wahrheit der Möglichkeit und bilden eine Schwinge des großen Zeugnisses, das vom Kosmos geboren wird. Da das Zeugnis des Kosmos, mit seinen zwei Schwingen und Wahrheiten, in verschiedenen Teilen des Risale-i Nur vollständig begründet und erklärt ist und besonders im Zweiundzwanzigsten Wort und im Zweiunddreißigsten Wort, wie auch im Zwanzigsten Brief und im Dreiunddreißigsten Brief, weisen wir unsere Leser auf diese Schriften hin und verkürzen eine äußerst lange Geschichte.

Die zweite Wahrheit

Was die zweite Wahrheit anbelangt, so ist sie von der Größe des Kosmos, die auch die zweite Schwinge ihres großen und universalen Zeugnisses ist, und es verhält sich folgendermaßen: Man sieht die Wahrheit des Zusammenwirkens unter diesen Dingen und Wesen, die einzeln versuchen, ihre Existenz aufrecht zu erhalten, ihr Dasein zu schützen und ihre Funktionen zu erfüllen inmitten stetig aufrührender Wandlungen und

Umwälzungen - eine Wahrheit, die weit jenseits ihrer Fähigkeiten liegt. Die Elemente eilen beispielsweise, um den Lebewesen zu helfen; die Wolken, um dem Pflanzenreich zu helfen; das Pflanzenreich, um dem Tierreich zu helfen; das Tierreich, um dem Menschenreich zu helfen. Milch quillt aus der Brust wie der Paradiesquell um dem Säugling zu helfen. Die Tatsache, dass den Lebewesen Bedürfnis und Unterhalt in einer Weise gewährt werden, die ihre Fähigkeit übersteigen, an unerwarteten Orten; die Rekonstruktion der Körperzellen durch die Bestandteile der Nahrung, durch ihre Hingabe an Gott und ihr Wirken in Seinen Mitfühlenden Händen - all diese und zahlreiche andere Beispiele der Wahrheit des Zusammenwirkens zeigen die universelle und gnadenvolle Herrlichkeit des Herrn der Welten, Der den Kosmos wie einen Palast verwaltet. Feste, unbelebte und bewusstseinslose und unempfindliche Objekte, die trotzdem miteinander in einer sensiblen und bewussten Art zusammen wirken, müssen notwendiger Weise durch die Kraft, durch das Mitleid und durch den Befehl des Gnadenvollen, Weisen und Ruhmreichen Herrgott dazu veranlasst worden sein, einander zu Hilfe zu eilen.

Das universale Zusammenwirken, das sichtbar im gesamten Kosmos ist, das allgemeine und umfassende Gleichgewicht und der umfassende Schutz mit äußerster Regelmäßigkeit in allen Dingen, von den Planeten bis zu den Gliedern, Gliedmaßen und Körperteilchen der Lebewesen; der Schmuck, dessen Feder über das vergoldete Gesicht der Himmel gleitet, über das deko ierte Gesicht der Erde, und die fein geschmückten Gesichter der Blumen; die Ordnung, die in allen Dingen herrscht, von der Milchstrasse und dem Sonnensystem herab zu Früchten wie dem Mais und den Granatäpfeln; die Zuweisung von Pflichten an alle Dinge, von der Sonne und dem Mond, den Elementen und den Wolken herab bis zu den Honigbienen: alle sind Funktionsträger Gottes - alle diese großen Wahrheiten bieten ein Zeugnis von angemessener Großartigkeit, und ihr Zeugnis bildet die zweite Schwinge des Zeugnisses, die vom Kosmos angeboten wird. Da das Risale-i Nur dieses große Zeugnis begründet und erläutert hat, wollen wir uns mit diesem kurzen Hinweis bescheiden.

In kurzer Anspielung auf die Lektion des Glaubens, die unser Wanderer vom Kosmos lernte, sagten wir in der Achtzehnten Stufe des Ersten Teils:

“Es gibt keinen Gott außer Gott, dem Notwendig Existierenden, seines Gleichen kann nicht existieren. Außer Ihm, dem Einen, dem einheitlichen Graveur, sind alle Dinge willkürlich geschaffen. Auf die Notwendigkeit Seiner Existenz in Einheit weist der Kosmos, das große Gestalt gewordene Buch, der personifizierte Höchste Koran, der geschmückte und ordentliche Palast, die prächtige und gut angelegte Stadt, mit all seinen Suren, Versen, Buchstaben, Kapiteln, Teilen, Buchseiten und Zeilen, mit der Übereinstimmung seiner Grundlagen, Gestaltungen, Teile und Teilchen, mit seinen Bewohnern und Inhalten, mit dem Eingehenden und mit dem Austretenden; mit dem Zeugnis der Erhabenheit, der Reichhaltigkeit, der Wahrheit des Erschaffenseins, des Wandels und des Willkürlich-Geschaffenen; mit der Übereinkunft aller Gelehrten der theologischen Wissenschaft; mit dem Zeugnis der Wahrheit des Wandels seiner Form und Inhalte, mit Weisheit und Regelhaftigkeit, und der Erneuerung seiner Buchstaben und Worte in Disziplin und Gleichgewicht; und mit dem Zeugnis der Erhabenheit, der Reichhaltigkeit, der Wahrheit des Zusammenwirkens, der gegenseitigen Erwiderung und Unterstützung, der gegenseitigen Fürsorge, Ausgewogenheit und dem Schutz, unter all seinen Dingen, durch Bezeugung und klare Schau.”

Der Wanderer hatte nun den Schöpfer der Welt gesucht, war durch achtzehn Stufen vorangeschritten und war am Ende des Aufstiegs des Glaubens zum Throne nahe der Wahrheit einer Station gekommen, wo er direkt von der Erkenntnis des Verborgenenangesprochen wurde. Da wandte sich der vor Eifer glühende und forschende Wanderer an die eigene Seele und sagte:

“In der edlen Eröffnungssure des Koran sind die Verse, die sich vom Beginn bis zum Worte Iyyaka (Dir allein) erstrecken, wie eine Form des Preises und des Lobpreisens, die in Abwesenheit des Gepriesenen geäußert werden. Aber das Wort Iyyaka bezeichnet das Eintreten in Seine Gegenwart und die direkte Anrede an Ihn. So sollten auch wir dieses Suchen in Abwesenheit und Trennung aufgeben und sollten beim Objekt unserer Suche nach dem Zie1 unserer Suche fragen. Denn man muss die Sonne, die alle Dinge zeigt, über die Sonne befragen, und das, was alle Dinge zeigt, wird sich selber klarer zeigen. Gerade wie wir die Sonne durch ihre Strahlen sehen und erfahren, so auch können wir danach streben, unseren Schöpfer zu erfahren, gemäss unseren Fähigkeiten, durch Seine Wunderschönen Namen und Heiligen Eigenschaften.”

Wir bringen hier kürzestmöglich zwei der zahllosen Pfade, die zu diesem Ziele führen; zwei der unbegrenzten Stufen dieser beiden Wahrheiten; und zwei der reichen Wahrheiten und Einzelheiten dieser beiden Stufen.

Die erste Wahrheit

Unserem Auge erscheint sichtbar eine umfassende, andauernde, geordnete und überwältigende Wahrheit - eine, die alle Dinge in den Himmel und auf der Erde mit gebieterischer und unaufhörlicher Aktivität wandelt, transformiert und erneuert. Innerhalb jener Aktivität, welche in jeder Weise die ganze Welt umfasst und sie beherrscht, wird sofort die Wahrheit der Erscheinung der Herrlichkeit begriffen, und wiederum innerhalb der Wahrheit dieser in jeder Weise gnadenvollen Erscheinung der Herrlichkeit ist die Wahrheit der Erscheinung der Göttlichkeit erkennbar. Auf Grund dieser stetigen, weisen und gebieterischen Aktivität können die Taten eines All-Mächtigen und All-Weisen Täters ausgemacht werden, so als geschähe dies durch einen Schleier hindurch. Und durch diesen Schleier der nährenden und lenkenden Taten der Herrlichkeit können die Göttlichen Namen, die in allen Dingen erscheinen, unmittelbar wahrgenommen werden. Dann kann durch den Schleier der Wunderschönen Namen, die mit Pracht und Schönheit erscheinen, mit einem Grad der sicheren Erkenntnis, der nahe der schauenden oder sogar der erfahrenen Gewissheit ist, die Existenz und Realität der sieben heiligen Eigenschaften abgeleitet werden. Durch die Erscheinung dieser sieben heiligen Eigenschaften, die gemäss dem Zeugnis der gesamten Schöpfung in einer Leben spendenden, kraftvollen, erkenntnisfähigen, allhörenden, allsehenden, wollenden und sprachbegabten Form bestehen, erscheint dem Auge des Glaubens im Herzen - unwillkürlich und mit voller Gewissheit - die Existenz eines Absolut Notwendig Existierenden, der durch diese Eigenschaften beschrieben wird, ein Einzigartiger, der durch diese Namen bekannt wird, ein Unvergleichlicher und Ewiger Schöpfer, in einer Form offenkundiger und glänzender als die Sonne.

Denn ein schönes und tiefschürfendes Buch setzt notwendigerweise den Akt des Schreibens voraus. Ein gut gebautes Haus setzt den Akt des Bauens voraus. Umgekehrt, die Akte des guten Schreibens und des guten Bauens setzen die Namen der Schreiber und Baumeister voraus, und die Titel der Schreiber und Baumeister beinhalten offensichtlich die Fertigkeiten und Eigenschaften des Schreibens und Bauens. Diese Fertigkeiten und Eigenschaften setzen zweifellos eine Person voraus, die qualifiziert ist durch die entsprechenden Namen und Eigenschaften und die diese Fertigkeiten ausübt. Es ist nicht möglich, dass es eine Tat ohne Täter gibt oder einen Namen ohne den durch den Namen Bezeichneten. Gleicherweise ist es unmöglich, dass es eine Eigenschaft gibt ohne den durch die Eigenschaft beschriebenen und dass es eine Kunst ohne einen Künstler gibt.Auf der Basis dieser Wahrheit und dieses Grundsatzes ähnelt dann dieser Kosmos, mit all den Dingen, die er enthält, einer Sammlung tiefgründiger Bücher und Buchstaben, geschrieben mit der Feder der Vorhersehung und Bestimmung1, oder er ähnelt zahllosen Gebäuden und Palästen, die mit dem Hammer der Kraft Gottes gebaut sind. Jedes Stück des Kosmos ist in tausenderlei verschiedenen Weisen die Erscheinung der unbegrenzten Taten des Mitfühlenden Herrgottes und die Erscheinung der tausendundein Göttlichen Namen, welche die Quelle dieser Taten sind. Die Wunderschönen Namen sind wiederum die Erscheinung ihrer Quelle, der sieben Eigenschaften der jenseitigen Glorie. Und schließlich begründen diese sieben alles umfassenden und heiligen Eigenschaften zahllose Hinweise und unendliche Beweise für die absolut notwendige Existenz in Einheit des Eigentümers der Glorie, die ihre Quelle ist und den sie beschreiben. So legen gleichfalls die Schönheit, Güte, der Wert und die Vollkommenheit, die in allen Dingen enthalten sind, Zeugnis ab für die heilige Schönheit und Vollkommenheit der göttlichen Taten, der göttlichen Namen, der ewigen Eigenschaften und der glorreichen Qualitäten; sie zeigen auch dementsprechend auf die Vollkommenheit des heiligsten Wesen.

Die Wahrheit der Herrlichkeit, die sich selbst manifestiert in der Wahrheit der Aktivität, offenbart sich und macht sich bekannt in Eigenschaften und Handlungen, wie durch Erschaffen, Hervorbringen, Gestalten und Ins-Dasein-Bringen, mit Kenntnis und Weisheit; durch Vorhersehen und Bestimmen; Formen und Verwalten und Verwandeln mit Regelmäßigkeit und Gleichgewicht; durch Transformieren und Verändern, Absteigen Lassen und Vervollkommnen Lassen, mit Zweck und Willen; und durch Gewähren von Speise, von Großzügigkeit und Wohltat, mit Zweck und Gnade. Und innerhalb der Wahrheit der Erscheinung der Herrlichkeit Gottes macht sich die Wahrheit der sofort erfassten Offenbarung der Göttlichkeit bekannt und wird erkannt mit den glorreichen und wunderschönen Erscheinungen der schönen Namen der Barmherzigkeit und Großzügigkeit und mit den sieben bestätigenden Eigenschaften: Leben, Erkenntnis, Kraft, Willen, Hören, Sehen und Sprache. Gerade wie die Eigenschaft der Sprache dos Heiligste Wesen durch Offenbarung und Inspiration bekannt macht, so macht auch die Eigenschaft der Kraft das Wesen bekannt durch seine kunstfertigen Werke und Wirkungen, wovon jedes wie ein Wort ist, das eine äußere Gestalt annimmt. Die Kraft zeigt den Kosmos vom Anfang bis zum Ende unter dem Aspekt eines Gestalt gewordenen Buches des Scharfsinns und beschreibt einen kraftvollen Besitzer der Glorie und macht ihn bekannt. Was die Eigenschaft der Erkenntnis anbelangt, so macht die Erkenntnis ein einziges Heiligstes Wesen bekannt, durch jedes der weisen, wohl geordneten und wohl gefügten Gegenstände der Schöpfung, durch jedes Geschöpf, das durch Gottes Erkenntnis verwaltet, gelenkt, geschmückt und zu etwas Besonderem gemacht wird. Was die Eigenschaft des Lebens anbelangt, so wird das Leben bewiesen nicht allein durch seine eigenen Offenkundigkeiten, sondern auch durch all die Werke, die Gottes Kraft verkünden, durch all die wohl geordneten, klugen, wohl gefügten und geschmückten Formen und Zustände, die Gottes Wissen anzeigen. Und alle Beweise, die andere Eigenschaften Gottes zeigen, gemeinsam mit den Beweisen der Eigenschaft des Lebens, deuten auf die Wirklichkeit, auf die Eigenschaften des Lebens. Indem das Leben auf alle lebenden Wesen weist, die als reflektierende Spiegel für jene überreichen Beweise handeln, macht es ein Ewig-Lebendes und Welt-Erhaltendes Wesen bekannt. Es ist auch diese Eigenschaft, die beständig den Kosmos verändert, um in ihm Immer frische und verschiedene Erscheinungen und Muster zu erschaffen, und es verwandelt ihn in einen Höchsten Spiegel, der aus zahlreichen kleineren Spiegeln zusammengesetzt ist. In gleicher Weise offenbart und bekundet jede der Eigenschaften des Sehens und Hörens, des Wollens und Sprechens das Heiligste Wesen, gerade wie sie es tut. Gerade so wie die Eigenschaften auf die Existenz des Besitzers der Glorie hinweisen, so bedeuten sie dann auch in der offenkundigsten Art die Existenz und die Wirklichkeit des Lebens und die Lebendigkeit und die Andauer dieses Wesens. Denn Erkennen ist ein Zeichen des Lebens; Hören ist ein Anzeichen für das Leben; Sehen gehört nur zum Lebenden; Wollen geschieht nur mit dem Leben. Kraft, die einen Sinn hat, wird nur beim Lebendigen gefunden; und Sprache ist eine Aufgabe für jene, die mit Erkenntnis und Leben ausgestattet sind. Es folgt aus den vorhergehenden Punkten, dass die Eigenschaft Leben Beweise hat, siebenmal so zahlreich wie der Kosmos, und Zeugnisse, die seine Existenz

verkünden und die Existenz Dessen, Den es auszeichnet. So wird Leben das Fundament und die Quelle all der Eigenschaften und der Ursprung und die Stütze des Höchsten Namens. Da das Risale-i Nur diese erste Wahrheit mit kraftvollen Beweisen begründet und erläutert hat, bescheiden wir uns nun mit einem Tropfen aus diesem Ozean.

Die zweite Wahrheit

Göttliche Rede, die aus dem Attribut der Sprache hervorgeht. “Würde das Meer Tinte für meines Herrn Worte...”

Gemäss dem inneren Sinn dieses Verses ist die göttliche Rede unbegrenzt. Das klarste Zeichen, das die Existenz eines Wesens zeigt, ist die Sprache. Diese Wahrheit zeigt in einer unbegrenzten Art die Existenz und die Einheit des Ewigen Sprechers. Da zwei kraftvolle Bekundungen dieser Wahrheit Offenbarung und

Inspiration sind, dargelegt in der Vierzehnten Stufe und in der Fünfzehnten Stufe dieser Abhandlung; und da ein umfassender Beweis durch die heiligen und himmlischen Bücher geliefert wird; wie in der Zehnten Stufe angedeutet; und da weiterhin ein höchst brillanter und umfassender Beweis durch den Koran der

Wunderbaren Darlegung verschafft wird, wie in der Siebzehnten Stufe diskutiert - aus all diesen Gründen verweisen wir unsere Leser auf diese Stufen für diese Wahrheit und ihre Erläuterung. Genug für uns und für unseren Wanderer, der bis über diesen Punkt hinaus nicht vorrücken konnte, sind die Lichter und Geheimnisse, die im erhabenen Vers enthalten sind, der diese Wahrheit in wunderbarer Form verkündet und der sein eigenes Zeugnis all den vorhergehenden Punkten hinzufügt:

“Bezeugt hat Allah, dass es keinen Gott gibt außer Ihm; und die Engel und die Wissenden, stehend in Gerechtigkeit (verkünden): `Es gibt keinen Gott außer

Ihm’, dem Mächtigen, dem Weisen. “

In Anspielung auf den Kern der Lektion, die unser Wanderer bei dieser heiligen Station lernte, sagten wir in der Neunzehnten Stufe der Ersten Station: “Es gibt keinen Gott außer Gott, dem Absolut Notwendig Existierenden, dem Einen, dem einheitlichen Graveur. Sein sind die wunderschönen Namen, Sein sind die Höchsten Eigenschaften, und Sein ist das Erhabenste Gleichnis. Auf seine absolut Notwendige Existenz in Einheit weist das notwendigerweise existierende Wesen, mit dem Konsens all seiner heiligen und umfassenden Eigenschaften und all seiner wunderschönen Namen, die in all Seinen Taten und Werken erscheinen, durch das Zeugnis der Reichhaltigkeit der Wahrheit, der Selbst-Offenbarung der Göttlichkeit in der Erscheinung der Herrlichkeit, in der Fortdauer der gebieterischen Aktivität, durch den Akt des Ins-Dasein-Bringens, des Erschaffens und des Entstehen-lassens, in Wille und in Kraft, und durch den Akt des Vorhersehens und Bestimmens, des Formens und des Verwaltens, in

Auserwähltheit und in Weisheit; durch den Akt des Ausdehnens, des Bewahrens, des Ordnens und des Aufrechterhaltens, in Sinnhaftigkeit und Gnade, in vollkommener Ordnung und Ausgeglichenheit; wie auch durch das Zeugnis der Erhabenheit, der Reichhaltigkeit, der Wahrheit der inneren Bedeutungen des Verses:

“Bezeugt hat Allah, dass es keinen Gott gibt außer Ihm; und die Engel und Wissenden, stehend in Gerechtigkeit (verkünden): “Es gibt keinen Gott außer

Ihm, dem Mächtigen, dem Weisen. “

 

 

HINWEIS

Jede der Wahrheiten, die ihr Zeugnis in den Neunzehn Stufen des Ersten Kapitels der obigen Zweiten Station anbieten, zeigt nicht nur die Absolut Notwendige Existenz durch Sein und Wirklichkeit, sondern bestätigt auch durch ihre Reichhaltigkeit Gottes einheitliche Prägungskraft und Einheit. Aber da sie die Existenz höchst klar und deutlich beweisen, betrachten wir sie zuerst als Beweise der Absolut Notwendigen Existenz.

Was das Zweite Kapitel des Zweiten Teils anbelangt, werden die entsprechenden Wahrheiten statt dessen als Beweise der Einheit bezeichnet, insofern als sie ausdrücklich die Einheit beweisen, die Notwendigkeit inbegriffen. In Wirklichkeit beweist eins das andere: die Einheit beweist die Notwendigkeit, und die Notwendigkeit beweist die Einheit. Um den Unterschied anzudeuten, sagten wir wiederholt im Ersten Kapitel: “Durch das Zeugnis der Erhabenheit der Reichhaltigkeit der Wahrheit der...”, um so die offenkundige Sichtbarkeit der Einheit anzuzeigen. Ich hatte die Absicht, die Stufen des Zweiten Kapitels zu erklären, gerade wie ich es im Ersten Kapitel tat, aber aufgrund verschiedener Hinderungsgründe bin ich gezwungen, mich kurz zu fassen und nur einen Überblick zu geben. Ich überlasse es anderen Teilen des Risale-i Nur, diese Angelegenheiten so zu erläutern, wie sie es verdienen erläutert zu werden.

 

 

Das ZWEITE KAPITEL

(Betrifft die Beweise für die Göttliche Einheit)

Der Wanderer, der auf die Welt geschickt worden war, um zum Glauben zu gelangen, der in seinem Geiste durch den gesamten Kosmos reiste, um alle Dinge bezüglich ihres Schöpfers zu befragen, um seinen Herrn an jedem Ort zu suchen und seinen Gott zu finden, mit der äußersten Gewissheit, hinsichtlich

der Absolut Notwendigen Existenz - dieser Wanderer sagte zu seinem Verstand: “Komm, lass uns zu einer neuen Reise aufbrechen, um die Beweise für die Einheit unseres Absolut Existierenden Schöpfers zu schauen. “

Sie brachen zusammen auf. Beim ersten Rastplatz sahen sie vier heilige Wahrheiten, die den gesamten Kosmos beherrschten - Wahrheiten, die offenkundig die Einheit Gottes erfordern.

Die erste Wahrheit

Absolute Göttlichkeit.

Dass jede Klasse der Menschen in eine Art Gottesverehrung vertieft ist, die durch Anlage hervorgerufen wird; die Arten der Anbetung, die von anderen Lebewesen wie auch von leblosen Dingen gepflegt werden, indem sie ihre natürlichen Funktionen ausüben; die Art und Weise, in der alle materiellen und geistlichen Geschenke und Gaben im Kosmos zu Mitteln werden, um die Menschen zu Anbetung und Danksagungen, zu Preis und Dankbarkeit anzuspornen, die Form, in der all die Erscheinungen des Verborgenen und die Erscheinungen der Seele, die Offenbarung und die Eingebung, einmütig die alleinige Eignung des einen Gottes verkünden, Objekt der Anbetung zu sein - all dies beweist in offenkundigster Weise die Wirklichkeit und die Herrschaft einer einzigen und absoluten Göttlichkeit. Wenn die Wahrheit solch einer Göttlichkeit existiert, kann sie in keiner Weise Partnerschaft akzeptieren. Denn jene, die der Göttlichkeit mit Danksagungen und Anbetung antworten - es ist das Wesen Gottes, angebetet zu werden -, sind die mit Bewusstsein begabten und einer Seele versehenen Früchte an den höchsten Zweigen des Kosmos. Es stände im äußersten Widerspruch zum Wesen der Göttlichkeit und ihrer heiligen Ziele und es könnte auch in keiner Weise erlaubt werden, wenn andere fähig wären, diese Wesen, die ein Bewusstsein besitzen, zu erfreuen, so dass diese sich zur Dankbarkeit und Hinwendung verpflichtet fühlen, und zwar in solch einer Weise, dass sie sich von der wahren

Göttlichkeit abwenden würden und ihr wahres Objekt der Anbetung vergäßen-welches tatsächlich wegen seiner Unsichtbarkeit vergessen werden kann. Aus diesem Grunde hat der Koran wiederholt und mit solcher Heftigkeit die Vielgötterei abgelehnt und den Polytheisten mit dem Höllenfeuer gedroht.

Die zweite Wahrheit

Absolute Herrlichkeit

Das allgegenwärtige Wirken einer weisen und gnadenvollen verborgenen Hand im gesamten Kosmos, besonders in Lebewesen und ihrer Zuwendung, überall in der gleichen Art und Weise und dennoch in vollkommen unerwarteten Form, zusammen und miteinander, muss zweifellos die Emanation und das Licht einer absoluten Herrlichkeit sein und ist ein überzeugender Beweis für ihre Realität.Wenn es eine absolute Herrlichkeit gibt, kann sie keinen Partner oder Teilhaber akzeptieren. Denn da die wichtigen Ziele und Zwecke der Herrlichkeit, wie die Manifestation ihrer Schönheit, die Verkündung ihrer Vollkommenheit, die Offenbarung ihrer wertvollen Künste und die Entfaltung ihrer verborgenen Fertigkeiten in Besonderheiten und in Lebewesen kombiniert und konzentriert sind, wird die geringste Beifügung eines Partners zu Gott, wenn sie sogar die höchsten Besonderheiten der Dinge und die kleinsten der Lebewesen betritt, die Erlangung dieser Ziele vereiteln und diese Ziele zerstören. Die Gesichter der bewussten Wesen von diesen Zielen und von dem Einen abzuwenden, der sie ersann, hin zu Ursachen, ist dem Geist der Herrlichkeit völlig entgegengesetzt und feindlich und eine solch absolute Herrlichkeit kann das in keiner Weise zulassen. Die überreichen Erklärungen im Koran, die die Heiligkeit und Transzendenz Gottes betreffen, seine Verse und Worte, sogar seine Buchstaben und deren diakritische unterscheidende Zeichen sind beständige Führer hin zu Gottes Einheit, welche durch das Geheimnis, das wir gerade dargelegt haben, notwendig sind.

Die dritte Wahrheit

Vollkommenheiten.

Das offenkundige Zeugnis für die Existenz der Wahrheit der Vollkommenheiten, das durch alle erhabenen Beispiele der Weisheit in der Schöpfung gegeben wird, all deren wunderbare Schönheiten, deren gerechte Gesetze, deren weise Ziele und insbesondere deren Zeugnis für die Vollkommenheiten des Schöpfers, Der den Kosmos aus dem Nichts hervorbrachte und ihn in jeder Weise wunderbar und schön verwaltete, wie auch die Vollkommenheiten des Menschen, welcher der bewusste Spiegel des Schöpfers ist - solch ein Zeugnis ist außerordentlich deutlich. Wenn es die Wahrheit der Vollkommenheit gibt und wenn der Schöpfer den Kosmos mit Vollkommenheit erschaffen hat, dann ist es sicher, dass der Schöpfer Selber die Vollkommenheit besitzen muss. Weiterhin, sind die Vollkommenheiten des Menschen, der wichtigsten Frucht der Schöpfung, Gottes Statthalter auf Erden, des geliebtesten und wertvollsten Objekts Seiner Schöpfung wahr und wahrhaftig. Daher ist es nicht annehmbar und sogar falsch, Gott Partner beizugesellen, denn dies würde all die vollkommenen und weisen Dinge zur Zerstörung und zum Untergang verdammen, die wir mit unseren Augen schauen; dies würde den Kosmos in ein eitles Spielzeug des Zufalls verwandeln, ohne Ziel und Sinn, in eine Stätte der Laune der Natur, in ein grausames Schlachthaus für die Lebewesen, in ein schreckliches Haus der Sorgen für die bewussten Wesen; das würde den Menschen, dessen Vollkommenheiten in seinen Werken sichtbar sind, reduzieren auf das Niveau des erbärmlichsten, zerzaustesten und gemeinsten Tieres; und das würde einen Schleier über die unbegrenzten Vollkommenheiten des Schöpfers legen, die im Spiegel aller Wesen reflektiert werden, und so würde das Ergebnis des Handeln Gottes zu Nichts gemacht und Gottes Schöpfungskraft geleugnet werden. Gott Partner beizugesellen ist also ein Widerspruch zu den göttlichen, menschlichen und kosmischen Vollkommenheiten und ihre Leugnung würde diese Vollkommenheiten zerstören. Das wurde begründet und erläutert in der Ersten Station des Zweiten Lichtstrahls (der den drei Früchten der göttlichen Einheit gewidmet ist) mit festen und überzeugenden Beweisen, und daher verweisen wir unsere Leser auf jenes Werk und kürzen hier die Diskussion ab.

Die vierte Wahrheit

Herrschergewalt.

Wer immer mit großer Aufmerksamkeit auf den Kosmos schaut, wird sehen, dass er einem höchst fruchtbaren und aktiven Königreich ähnelt, einer Stadt, höchst weise verwaltet und äußerst wohl regiert. Er sieht, dass alle Dinge und alle Arten mit einer speziellen Funktion beschäftigt sind. Entsprechend dem Vergleich aus dem Bereich des Militärwesens, die der Vers,

“Und Allahs sind die Heere der Himmel und der Erden...” enthält, der die klugen Befehle, die Gebote und die königlichen hervorragenden Gesetze und ihre Ausführungen anspricht, die in diesen zahlreichen Armeen wirken, die sich von den Scharen der Atome, den Bataillonen des Pflanzenreiches, den Brigaden des Tierreiches bis hin zu den Armeen der Sterne erstrecken, und die sowohl den geringsten Soldaten wie den höchsten Kommandeur der Herrlichkeit umfassen - sie alle zeigen offenkundig die Existenz einer absoluten Herrschergewalt und einer universalen Autorität. Es gibt dann eine Wirklichkeit der absoluten Herrschergewalt, und es kann nicht wahr sein, Gott Partner beizugesellen. Denn gemäss der deutlichen Wahrheit des Verses, “Gäbe es in beiden Götter außer Allah, so wären beide verdorben.”2 würde, wenn zahlreiche Hände mit der gleichen Aufgabe beschäftigt sind und Anordnungen treffen, das Ergebnis Verwirrung sein. Gäbe es zwei Könige in einem Staat oder sogar zwei Häuptlinge in einem Distrikt, würde die Ordnung verschwinden und die Verwaltung würde durch Anarchie ersetzt. Aber wenn wir dagegen überall eine Ordnung sehen, vom Flügel der Fliege bis zu den Lampen des Himmels, von den Körperzellen bis zu den Zinnen der Planeten, gibt es keinerlei Möglichkeit, dass sich irgendein Partner in Gottes Angelegenheiten einmischt. Herrschergewalt ist darüber hinaus eine Station der Würde. Einen Rivalen zu akzeptieren, würde die Erhabenheit verhöhnen. Die Tatsache, dass der Mensch, der wegen seiner Ohnmacht die Hilfe vieler Menschen braucht, der um einer geringfügigen, anscheinenden und zeitwilligen Herrschergewalt willen seine Brüder und Kinder in grausamster Form zu töten vermag, zeigt, dass die Herrschergewalt jede Vorstellung von Rivalen ablehnt. Wenn ein Schwacher wegen einer geringfügigen Herrschergewalt so handelt, folgt daraus, dass der Besitzer Absoluter Macht, der Meister aller Schöpfung, niemals einem anderen außer Sich gestatten wird, an Seiner Heiligen Herrschergewalt teil zu haben, dem Fundament Seiner wirklichen und universalen Herrlichkeit und Göttlichkeit. Da diese Wahrheit mit festen Beweisen an zahlreichen Stellen des gesamten Risale-i Nur begründet wurde und insbesondere in der Zweiten Station des Zweiten Lichtstrahls, verweisen wir den Leser zur weiteren Diskussion darüber auf jene Seiten. Durch das Bezeugen dieser vier Wahrheiten kam unser Wanderer dazu, die göttliche Einheit auf der Stufe des gewissen und klaren Bezeugens zu erkennen. Sein Glaube leuchtete und mit all seiner Kraft sagte er: “Es gibt keinen Gott außer Gott, er ist allein und ohne Partner.” In kurzer Anspielung auf die Lektion, die er in dieser Station gelernt hatte, sagten wir im zweiten Kapitel der Ersten Station: “Es gibt keinen Gott außer Gott, dem Einen, dem einheitlichen Einschreiber. Auf Dessen Einheit, Notwendigkeit und Wesen zeigt das Bezeugen der Erhabenheit, der Erscheinung, der absoluten Göttlichkeit, wie auch das Bezeugen der Erhabenheit, der Reichhaltigkeit, der Wahrheit, der Erscheinung der absoluten Herrlichkeit, welche Einheit erfordert, das Bezeugen der Erhabenheit, der Reichhaltigkeit, der Wahrheit der Vollkommenheiten, die aus der Einheit kommen, und das Bezeugen der Erhabenheit, der Wahrheit der absoluten Herrschergewalt, welche die Existenz jedes Gesellen verhindert und dem widerspricht.” Der rastlose Wanderer redete dann sein Herz an und sprach: “Die Tatsache, dass die Leute des Glaubens und insbesondere die Angehörigen eines Sufi-Ordens beständig die Worte wiederholen “Kein Gott außer Ihm” und Gottes Einheit gedenken und verkünden, ist ein Hinweis darauf, dass die Bestätigung der Einheit viele Stufen umfasst. Solch eine Bestätigung ist darüber hinaus eine höchst genüssliche, höchst wertvolle und höchst heilige Pflicht, eine natürliche Funktion und ein Akt der Anbetung. Lasst uns dann, um zu einer weiteren Stufe zu gelangen, das Tor einer anderen Wunderstätte in dieser Ebene der Anweisung öffnen. Denn die wahre Bestätigung der Einheit Gottes, die wir suchen, ist nicht irgendeine imaginäre Art von Erkenntnis. Sie ist vielmehr eine Bestätigung, die in den Begriffen der Logik als das Gegenteil der Phantasie beurteilt wird, die weit wertvoller als die auf Phantasie begründete Erkenntnis ist, die das Ergebnis des Beweises ist, die als Erkenntnis bezeichnet wird.

Die wahre Bestätigung der Einheit Gottes ist ein Urteil, eine Bekräftigung, eine Billigung und Annahme, die ihren Herrn mit allen Dingen gegenwärtig finden kann, die in allen Dingen einen Pfad sieht, der zum Herrgott hinführt, und die keinerlei Ding als ein Hindernis für Gottes Gegenwart betrachtet. Denn andernfalls wäre es immer nötig, den Schleier des Kosmos zu zerreißen und beiseite zu werfen, um seinen Schöpfer jederzeit zu finden. “Vorwärts dann”, sagte der Wanderer zu sich, als er an das Tor von Gottes Pracht und Erhabenheit klopfte. Er betrat den Bereich von Gottes Taten und Werken, die Welt der Schöpfung und des Ursprungs, und dort sah er, dass fünf umfassende Wahrheiten über den gesamten Kosmos herrschen und einen selbstredenden Beweis für die göttliche Einheit anbieten.

Die erste Wahrheit

Jene der Pracht und der Erhabenheit.

Diese Wahrheit ist mit verschiedenen Beweisen in der Zweiten Station des Zweiten Lichtstrahls und an verschiedenen anderen Stellen im Risale-i Nur erklärt. Daher beschränken wir uns hier auf das Folgende: Das Wesen, das die Sterne, die Tausende Jahre voneinander entfernt sind, zu einer einzigen Zeit und in einer einzigen Weise erschafft und dann verwaltet; das die zahllosen Mitglieder der gleichen Art einer Blume, verteilt über den Osten, den Westen, den Norden und den Süden des Globus, zu einer einzigen Zeit und in einer einzigen Weise erschafft und schön gestaltet; das verwaltet, nährt, hegt und pflegt, definiert und schmückt mehr als zweihunderttausend verschiedene Pflanzen- und Tierarten in fünf oder sechs Wochen, mit äußerster Regelmäßigkeit und Ausgewogenheit ohne jede Verwirrung, ohne Makel oder Irrtum, um jedem Frühling auf dem Antlitz der Erde mehr als hunderttausend Beweise der Höchsten Auferstehung zu liefern und so vor den Augen des Menschen ein bemerkenswertes Ereignis beweist, das nun zur Vergangenheit gehört und zum Reiche des Verborgenen, nämlich die Erschaffung der Himmel und der Erde in sechs Tagen, wie im Vers,”Er ist’s, Der die Himmel und die Erde in sechs Tagen erschuf.” angedeutet wird, das Wesen, das die Erde sich drehen lässt, wie im Vers, “Du lässt die Nacht übergehen in den Tag und lässt den Tag übergehen in die Nacht.” bezeugtund die Nacht in Seiten verwandelt, auf denen die Ereignisse des Tages geschrieben sind - dies gleiche Wesen lenkt und verwaltet alles zu gleicher Zeit gemäss Seines eigenen absoluten Willens, die geheimsten und verborgensten Gedanken, die in den Herzen der Menschen sind. Da all die oben erwähnten Handlungen in Wirklichkeit ein Akt sind, folgt daraus, dass ihr glorreicher Verrichter ein Einzigartiges und All-Mächtiges, ein All-Gigantisches und All-Gestaltendes Wesen ist, das solche Pracht und Erhabenheit genießt, dass es nirgendwo, in nichts, in keiner Weise die kleinste Möglichkeit und Eventualität lässt, einen Partner zu akzeptieren; im Gegenteil jedwede Möglichkeit dazu ausschließt.

Gott besitzt dann solch eine Pracht und Erhabenheit. Seine Pracht ist die Spitze der Vollkommenheit und Reichhaltigkeit. Es ist daher völlig unmöglich zu gestatten oder den Weg offen zu lassen, dass Partner zugelassen werden, die Seine Macht mindern oder schwächen könnten, die Seine Pracht und Vollkommenheit mit Mängeln beschmutzen könnten, die Seiner Reichhaltigkeit Beschränkungen auferlegen könnten, die Seiner Grenzenlosigkeit eine Schranke setzen könnten.

Kein gesunder Verstand könnte dies für möglich halten. Gott Partner beizugesellen ist dann ein Verstoß gegen Gottes Pracht, gegen die Würde Seiner Großartigkeit und gegen Seine Erhabenheit, und daher ist dies ein solch schweres und unentschuldbares Verbrechen, dass der Koran der Wunderbaren Darlegung mit einer ernsten Drohung anordnet: “Siehe, Allah vergibt nicht, dass man ihm Götter beigesellt; doch verzeiht er, was außer diesem ist, wem er will. “

Die zweite Wahrheit

Die Absolutheit, die Reichhaltigkeit und das Erscheinen der göttlichen Taten, deren Wirken im Kosmos in unbegrenzter Form sichtbar ist. Es ist nur Gottes Weisheit und Wille, was diese Taten beschränkt und begrenzt, dies gilt auch für die Fähigkeiten der Objekte und Stätten, in denen sie erscheinen. Zufall, taubstumme Natur, blinde Kraft, unbewusste Verursachungen und Elemente, die unbeschränkt und chaotisch in jeder

Richtung zerstreut sind - nichts davon kann irgendwie teilhaben an den höchst ausgeglichenen, weisen, scharfsinnigen, Leben spendenden, ordnenden und festen Taten des Schöpfers. Sie werden vielmehr durch Befehl benutzt, durch Wille und Macht des Glorreichen Handelnden, wie ein offensichtlicher Schleier, um Seine Macht zu verbergen.

Drei aus zahllosen Beispielen: Wir bringen drei der zahlreichen Punkte, die sich auf die drei Taten beziehen, die in drei nachfolgenden Versen auf einer Seite in Surat an-Nahl aufgezeigt sind.

Der Erste Vers

“Und es lehrte dein Herr die Biene... “

“Suche dir in den Bergen Wohnungen und in den Bäumen und in dem, was sie erbauen. “ Die Biene ist hinsichtlich ihrer Anlage und Funktion solch ein Wunder der Kraft Gottes, dass eine gesamte Sure, Surat an-Nahl, nach ihr benannt worden ist. Denn in den winzigen Kopf dieser kleinen Honigmaschine ein völliges Programm einzuschreiben, um ihre wichtige Aufgabe zu erfüllen; in ihren winzigen Magen die köstlichsten Nahrungen zu legen und sie dort reifen zu lassen; in ihren Stachel Gift zu legen, das Lebewesen zerstören und töten kann, ohne dem eigenen Körper oder dem fraglichen Körperglied Schaden zu verursachen - all dies mit der äußersten Sorgfalt und Erkenntnis, mit äußerster Weisheit und Zweckhaftigkeit zu tun, gehört zu einer vollkommenen Ordnung und Ausgewogenheit, und daher könnte eine unbewusste, ungeordnete, unausgewogene Natur und Zufall niemals in so etwas eingreifen oder daran teilhaben: Die Erscheinung und Reichhaltigkeit dieser göttlichen Geschicklichkeit, dieser Göttlichen Handlung, die in drei Aspekten wundergleich ist, in den zahllosen Bienen, die über die Erde verstreut zu finden sind, mit der gleichen Weisheit, mit der gleichen Sorgfalt, mit der gleichen Regelmäßigkeit, zur gleichen Zeit und in der gleichen Weise - das ist ein offenkundiger Beweis für die Einheit

Gottes.

Der Zweite Vers

“Und siehe, am Vieh habt ihr wahrlich eine Lehre. Wir tränken euch mit dem, was in ihren Leibern ist in der Mitte zwischen Mist und Blut, mit lauterer Milch,

die den Trinkenden so leicht durch die Kehle gleitet.”

Dieser Vers ist eine Verkündigung, die an nachdenklicher Belehrung überreich ist. Die Zitzen der Kühe, Kamele, Ziegen und Schafe wie auch der Menschenmütter geben inmitten von Blut und Exkrementen, aber ohne von ihnen verschmutzt zu sein, eine Substanz, die das Gegenteil dessen ist: reine, saubere, angenehme, nährende und weiße Milch; und die Mütter hegen in ihren Herzen eine Zärtlichkeit zu ihren Säuglingen, die noch angenehmer, süßer und wertvoller als Milch ist. Den Müttern Milch und Zärtlichkeit zu verleihen, erfordert solch einen Grad an Barmherzigkeit, Weisheit, Erkenntnis, Kraft, Willen und Fürsorge, dass dies auf keinen Fall das Werk des turbulenten Zufalls, der verwirrten Elemente oder der blinden Kräfte sein kann.

Die Erscheinung, das Wirken und die Reichhaltigkeit einer so wunderbaren

Göttlichen Geschicklichkeit und einer so weisen göttlichen Tat über dem gesamten Antlitz des Erdballs und in den zahllosen Herzen und Brüsten der unzähligen Mütter aus Hunderttausenden von Arten, im gleichen Augenblick, in der gleichen Art und Weise, mit der gleichen Weisheit und der gleichen Sorgfalt - auch dies begründet einen offenkundigen Beweis für die Einheit Gottes.

Der Dritte Vers

“Und unter den Früchten die Palmen und Reben von denen ihr berauschenden Trank und gute Speise habt. Siehe, hierin ist wahrlich ein Zeichen für einsichtige

Leute. “8

Dieser Vers lenkt unsere Aufmerksamkeit hin auf Datteln und Weintrauben und sagt: “Für jene, die Verstand besitzen, liegt in diesen beiden Früchten ein großer Beweis, Argument und Offenkundigkeit der göttlichen Einheit. Diese beiden Früchte geben Nahrung und Unterhalt, frische und trockene Frucht, und sie lassen die köstlichsten Formen der Nahrung entstehen. Aber die Bäume, die sie tragen, stehen auf wasserlosem Sand und in trockener Erde, und sie sind so Wunder der Kraft und Wunder der Weisheit. Sie sind jeder für sich wie eine Fabrik, die süßen Zucker erzeugt, wie eine Maschine, die honigartigen Sirup herstellt, ein Kunstwerk, geschaffen mit einer feinfühligen Ausgewogenheit, mit hervorragender Ebenmäßigkeit, mit Weisheit und mit einer Kunst voll Weisheit und Sorgfalt. Daher wird jedermann mit einem Körnchen Verstand sagen, wenn er sie betrachtet: “Jener, der sie in dieser Art machte, mag recht gut der Schöpfer des gesamten Kosmos sein.”

Denn vor unseren Augen hält jede fingerstarke Weinranke zwanzig Weintrauben, und jede Traube enthält wiederum Hunderte von zuckrigen Beeren, und jede Beere ist wie eine Pumpe, die zuckrigen Sirup von sich gibt. Um die Beere mit einem feinen, zarten, dünnen und farbigen Schutz zu umkleiden; um in ihre feinen und weichen Herzen die Samen mit ihren harten Schalen zu legen, die in Wirklichkeit das Mittel für das Gedächtnis, das Programm und die Geschichte des Lebens sind; um im Magen der Beere eine süße Speise zu schaffen wie das Helva des Paradieses, einen Honig wie das Wasser der Quelle des Kauthar; um eine unbegrenzte Zahl solcher Weintrauben über das Antlitz der gesamten Erde zu schaffen, mit gleicher Sorgfalt und Weisheit und wunderbarer Kunst, und zu gleicher Zeit und in der gleichen Art und Weise - dies beweist in offenkundiger Art, dass jener, der diese Aufgaben erfüllt, der Schöpfer des gesamten Kosmos ist, und diese Tat, die in der Form unbegrenzte Macht und grenzenlose Weisheit erfordert, kann nur Seine Tat sein.

Ja, blinde und verstreute, ungeordnete und unbewusste, ziellose, aggressive und anarchische Kräfte, Natur und Ursächlichkeiten können mit dieser höchst feinfühligen Ausgewogenheit, dieser höchst geschickten Kunst, dieser höchst weisen Planung gar nichts zu tun haben. Sie können nicht einmal ihre Hände danach ausstrecken. Es kommt ihnen nur zu, als passive Objekte angewendet zu werden, wie Vorhanghalter und Knechte für Gottes Befehl.

Gerade wie die drei Punkte, die Gottes Einheit beweisen und die in den drei Wahrheiten enthalten sind, die in den drei Versen angezeigt werden, so bestätigen einmütig die zahllosen Erscheinungen und Werke der unbegrenzten Göttlichen Taten die Einheit des einheitlichen Einschreibers und des Einen, des

Großartigen Wesens.

 

Die dritte Wahrheit

Die Erschaffung der Lebewesen, insbesondere der Pflanzen und Tiere, die mit absoluter Geschwindigkeit und absoluter Fülle und absoluter Ordentlichkeit vonstatten geht, mit absoluter Leichtigkeit und extremer Geschicklichkeit, mit Talent, Fähigkeit, absolutem Können und Ordnung, mit großer Wertigkeit und Eigenart trotz extremer Häufigkeit und trotz absolutem Chaos. Ja, um mit solch hoher Geschwindigkeit und in extremer Fülle, höchst geschickt und künstlerisch, mit großer Natürlichkeit und Leichtigkeit, mit der äußersten Sorgfalt und Ordnung, mit hohem Wert und Eigenart trotz der Menge und dem Durcheinander zu erschaffen, ohne jede Form der Verwirrung oder des Mangels - dies kann nur ein Einzigartiges Wesen leisten,

Dessen Macht solcherart ist, dass ihm nichts schwierig erscheint. Für jene Macht ist es genauso leicht, Sterne zu schaffen wie Atome, das Größte wie das Kleinste, eine gesamte Art wie ein einziges Mitglied einer Art, ein

erhabenes und umfassendes Allgemeines wie ein beschränktes und geringes Spezielles. Es ist so leicht für Ihn, die gesamte Erde wiederzubeleben und zu erneuern, wie dies mit einem Baum zu tun, oder einen Baum so hoch wie ein Berg aufzurichten, wie auch einen Samen zu schaffen, nicht größer als ein Fingernagel. All diese Taten vollführt Er vor unseren Augen.

Die Darstellung, die Lösung, das Enthüllen und der Beweis des Geheimnisses dieser Stufe des Bestätigung der göttlichen Einheit, dieser dritten Wahrheit, dieses Wortes der Einheit - das Geheimnis, dass das größte Universale wie das kleinste Teilchen ist, ohne den geringsten Unterschied zwischen ihnen - diese wohltätige Weisheit, dieser Höchste Talisman, dieses Rätsel jenseits der Reichweite des Verstandes, diese bedeutende Grundlage des Islam, diese tiefste Quelle des Glaubens, dieses größte Fundament der göttlichen Einheit - das Aufzeigen von all diesem öffnet den Talisman des Koran und ermöglicht es, das geheimste und unbekannteste Rätsel der Schöpfung aller Dinge zu erkennen, ein Rätsel, das die Philosophie zur Ohnmacht reduziert.

Hunderttausendfacher Dank und Lob seien die Buchstaben des Risale-i Nur für den Gnadenvollen Schöpfer, dass das Risale-i Nur diesen wunderbaren Talisman, dieses wunderbare Rätsel gelöst, enthüllt und festgestellt hat. Das wurde bewiesen mit überzeugenden Argumenten, die im Grade der Gewissheit dem gleichkommen, dass zwei mal zwei vier ergibt, besonders in der Diskussion von “Er ist machtvoll über alle Dinge” am Ende des Zwanzigsten Briefes, in der Sektion über Gottes Sein als allgewaltige Wirkungskraft im Neunundzwanzigsten Wort, das der Auferstehung gewidmet ist, und in dem Abschnitt, welche die göttliche Kraft bewies in den Stufen von “Gott ist der Größte” in der Neunundzwanzigsten Lichtgarbe, die auf Arabisch verfasst wurde. Aus diesem Grunde übertragen wir die Darlegung dieser Angelegenheit jenen Teilen des Risale-i Nur. Wir wollen jedoch kurz die Grundlagen und die Beweise aufzeigen, die dieses Geheimnis lösen, die dreizehn Stufen ähneln oder einem Inhaltsverzeichnis. Ich schrieb tatsächlich über das erste Mysterium und über das zweite Mysterium, aber unglücklicherweise haben mich zwei Hindernisse, ein moralisches und ein materielles, veranlasst, über die übrigen Mysterien nichts auszusagen.

Das erste Mysterium

Wenn etwas wesentlich ist, kann das Gegenteil keinen Zugang zum Wesen haben, das das Ding auszeichnet. Denn dies würde der Vereinigung von Gegensätzen entsprechen, was an sich absurd ist. Nun, hinsichtlich dieses Prinzips, da Gottes Macht sich auf Seine Wesenheit bezieht und ein wichtiger Begleiter Seiner Heiligsten Wesenheit ist, kann die Ohnmacht - das Gegenteil von Macht - keinerlei Zugang zu jener All-Mächtigen Wesenheit finden. Darüber hinaus entsteht die Existenz von Stufen innerhalb eines Dinges dadurch, dass sein Gegenspieler sich bei ihm einmischt. Beispielsweise, starke und schwache Stufen von Licht entstehen aus dem Dazwischentreten von Dunkelheit. Hohe und niedrige Grade der Hitze entstehen durch die Beimischung von Kälte. Und stärkere und schwächere Mengen an Kraft werden durch das Eingreifen und den Gegensatz des Widerstandes bestimmt. Es ist daher unmöglich, dass bei jener Kraft der Göttlichen Wesenheit Stufen bestehen könnten. Gott schafft alle Dinge, als wären sie nur ein einziges Ding. Und da in der Macht der göttlichen Wesenheit keine Stufen existieren und da diese Wesenheit keine Schwäche oder Mangelhaftigkeit gestattet, kann sich ihr kein Hindernis in den Weg stellen, noch kann die Erschaffung irgendeiner Sache der Göttlichen Macht Schwierigkeit bereiten. Da dann nichts für Gottes Kraft schwierig ist, erschafft Er die höchste Auferstehung mit der gleichen Leichtigkeit wie den Frühling; den Frühling mit der gleichen Leichtigkeit wie den Baum und den Baum mit so wenig Anstrengung wie eine Blume. Er erschafft weiterhin eine Blume so geschickt und kunstvoll wie einen Baum; und einen Baum so wunderbar wie einen Frühling, und einen Frühling so reichhaltig und wunderbar wie eine Auferstehung. All dies bewerkstelligt Er vor unseren Augen.

Es wurde im Risale-i Nur mit überzeugenden und unerschütterlichen Beweisen gezeigt, dass das Schaffen einer Blume genauso schwierig wäre wie das Schaffen eines Baumes oder sogar schwieriger wäre, gäbe es keine Göttliche Einheit und Einzigartigkeit. Und das Schaffen eines Baumes wäre so schwer wie das Schaffen des Frühlings oder sogar schwieriger. Und die Schöpfung würde an Wert und künstlerischer Qualität verlieren. Ein Lebewesen, das jetzt eine Minute zur Erschaffung braucht, würde dann mit Schwierigkeit in einem Jahr erschaffen werden oder vielleicht überhaupt nicht. Wegen dieses Mysteriums entstehen diese Früchte, Blumen, Bäume und Tierchen, die äußerst wertvoll sind trotz ihrer Menge und Fülle, und die äußerst künstlerisch und geschickt gestaltet sind trotz der Schnelligkeit und der Leichtigkeit bei ihrer Erschaffung, in regelmäßiger Form auf der Ebene des Daseins und üben ihre Funktionen aus. Sie verkünden Gottes Ruhm, sie bewerkstelligen ihre Pflichten und sie scheiden dahin, wobei sie an ihrer Stelle ihre Samen hinterlassen.

Das zweite Mysterium

Durch das Mysterium des Leuchtens, der Transparenz und des Gehorsams und durch die einzige Manifestation der Kraft der Wesenheit Gottes wird die einzige Sonne in einem oder mehreren Spiegeln und glänzenden Dingen und Wassertropfen reflektiert und durch ihre grenzenlose Macht ihrer umfassenden Aktivitäten gibt sie mühelos mit Gottes Befehl lichtvolle und wärmende Spiegelungen. Klein und Groß sind für die Sonne eins, und sie macht keinen Unterschied zwischen ihnen. Wenn ein einziges Wort gesagt wird, wird jenes einzige Wort wegen der Umfassendheit der grenzenlosen Schöpfung mit Gottes Erlaubnis mühelos in das Ohr eines Menschen dringen wie auch in das Ohr von Millionen. Ein Hörer ist Tausenden gleich, es gibt keinen Unterschied zwischen ihnen. Dann wiederum wird ein einzelnes Licht wie das Auge oder ein einzelner leuchtender Engel wie Gabriel wegen der vollkommenen Reichhaltigkeit des Göttlichen Handelns, das in der Erscheinung des Mitgefühls enthalten ist, an Tausenden verschiedenen Orten gefunden werden, wird sich dorthin begeben, wird dort betrachtet, und dies kraft Gottes Macht mit der gleichen Leichtigkeit wie das Licht oder der Engel an einem einzigen Ort zu finden ist, sich dorthin begibt, dort betrachtet. Es gibt hier keinen Unterschied zwischen einigen wenigen und vielen.

Die vor-ewige Kraft der Wesenheit Gottes ist das edelste und auserwählteste Licht der Lichter, ist das Licht aller Lichter. Die Seiten der Wesenheiten, Wahrheiten und inneren Dimensionen aller Dinge sind transparent und glänzend wie Spiegel. Alle Dinge, von den Atomen, den Pflanzen, und von den Lebewesen bis zu den Sternen, Sonnen und den Monden gehorchen untertänigst dem Befehl jener Macht des Göttlichen Geistwesens und ordnen sich den Vorschriften des Machtbesitzenden Ewigen Wesens unter. Es ist aus all diesen Gründen vollkommen natürlich, dass Er unzählige Dinge wie ein Ding schafft und bei ihnen sein wird. Keine Arbeit oder Aufgabe mischt sich in die andere ein und hindert so etwas. Groß und Klein, Viel und Wenig, Einzelner und Allgemein - alle sind das Gleiche für diese Macht, der nichts schwer fällt. Wie wir im Zehnten Wort und im Neunundzwanzigsten Wort sagten: Durch die Mysterien der Ordnung, der Ausgewogenheit, des Gehorsams zum Befehl und der Unterwerfung unter die Anordnungen setzt jene Macht ein großes Schiff so groß wie hundert Häuser in Bewegung und lässt es vorwärts treiben, wie ein Kinderfinger das Spielzeug bewegt und antreibt.

Wie ein Kommandeur einen einzigen Infanteristen mit einem Befehl von seinem Kommandostand aus in die Schlacht schickt, so kann auch er eine gesamte ordentliche und gehorsame Armee mit dem gleichen einzigen Befehl an die Front beordern. Lasst uns annehmen, dass zwei Berge im Zustand der Ausgewogenheit und in einer großen und empfindlichen Ausgewogenheit sind. In der gleichen Weise wie eine einzige Walnuss eine Waagschale dazu bringt, sich zu heben und die andere dazu, zu fallen wenn sie auf die eine Seite einer Ausgewogenheit der Waage, die zwischen zwei Eiern auf den Waagschalen entstanden ist, gelegt wird, so würde die Walnuss zu dem gleichen Ergebnis führen, wenn auf der Waagschale Berge wären. Durch ein weises Gesetz würde die Walnuss die eine Waagschale mit ihrem Berg bis zur Bergspitze hinaufsteigen und die andere mit ihrem Berg bis zur Talsohle absinken lassen. Da in Gottes absoluter, unbegrenzter, leuchtender, wesentlicher und ewiger Herrlicher Macht eine göttlich-absolute feinfühlige Gerechtigkeit und unendliche Weisheit zu finden sind, welche der Ursprung, die Quelle, das Fundament, der Wendekreis und der Ausgangspunkt aller Ordnung, die Regelmäßigkeit und die Ausgewogenheit in der Schöpfung sind; und da alle Dinge, sowohl einzeln als auch umfassend, groß und klein, dem Befehl dieser Macht gehorsam sind und sich deren Wirken unterwerfen, folgt daraus, dass Gott durch die Weisheit Seiner Befehle die Sterne sich drehen und sich bewegen lässt, so leicht wie Er die Atome zum Drehen bringt und sie bewegt.

Gerade wie Er im Frühling mit einem einzigen Befehl eine einzige Fliege zum Leben bringt, so gewährt Er auch der gesamten Fliegenart mit der gleichen Leichtigkeit und dem gleichen Befehl Leben, und ebenso all den Scharen von Pflanzen und Tierchen, mittels des Mysterium der Weisheit und des Gleichgewichts, das Seiner Macht innewohnt, und dann sendet Er sie voran und erweckt sie mit der gleichen Leichtigkeit auf der Ebene des Lebens.

In der gleichen Weise, da Er im Frühling einem Baum geschwind Leben gibt und in sein Gerüst Lebendigkeit einflösst durch Seine weise gerechte und eben absolute Macht, so erweckt Er auch im Frühling den Leichnam des unermesslich großen Erdbodens und bringt Hunderttausende verschiedene Beispiele der Auferstehung ins Dasein, ähnlich dem Baum, und all dies mit größter Leichtigkeit.

Mit Seinem universellen Befehl bringt Er die Erde ins Leben zurück. Durch die Bestimmung von, “Nur ein einziger Stoss wird sein, und siehe da, alle sind vor uns gebracht.” werden alle Menschen und Dschinns mit einem einzigen Befehl und Schrei zu uns gebracht und auf der Ebene der Auferstehung gegenwärtig gemacht. Aufgrund seines Befehls,

“Und das Geschäft der Stunde’ ist nur wie ein Augenblick oder noch kürzer.” bedeutet das, dass das Herbeiführen der Auferstehung und die darauf folgende Sammlung nicht länger als ein Wimpernschlag andauern werden oder sogar weniger. Dann gibt es den Vers,

“Eure Schöpfung und eure Erweckung ist (Ihm) nur (wie die) einer Seele.” was das folgende bedeutet: “O Menschen! Euch zu erschaffen und ins Leben zu rufen, euch wieder zu erwecken und euch zu versammeln, ist für Mich so leicht, wie eine einzige Seele ins Leben zu bringen; das stellt für Meine Macht kein Problem dar.” Gemäss des Mysteriums dieser drei Verse wird Gott alle Menschen und Dschinns, alle Tierseelen, Geistwesen und Engel mit einem einzigen Befehl und mit großer Leichtigkeit zum Feld der Höchsten Sammlung und des großen Gerichts bringen. Eine Angelegenheit verhindert nicht die andere. Die verbleibenden Mysterien drei und vier bis dreizehn sind entgegen meiner ursprünglichen Absicht auf später verschoben worden,

Die vierte Wahrheit

Die Existenz und das Erscheinen aller Wesen verkünden die göttliche Einheit in einer offenkundigen Art durch ihre zahlreichen Punkte der Einheit und Übereinstimmung, wie: Gleichzeitig zusammen sein und doch getrennt und allein sein; voneinander die Miniatur oder die vergrößerte Form sein; einige als Umfassende und Arten und einige als Besondere und Individuelle; einander ähneln im Stempel der angeborenen Anlagen; Zuneigung empfinden unter dem Eindruck der Kunst; und einander helfen und sich ergänzen hinsichtlich der angeborenen und auszuübenden Funktionen. Sie begründen die Einheitlichkeit ihres Schöpfers und hinsichtlich der Herrlichkeit, die in der Schöpfung erscheint, beweisen sie, dass ein universelles Wesen existiert, das der Teilung und Trennung nicht anheim fällt. Um beispielsweise in jedem Frühling die unzähligen Mitglieder der vierhunderttausend verschiedenen Arten von Pflanzen und Tieren zu erschaffen, zu ordnen und zu erhalten, zusammen und gemeinsam, in einem einzigen Moment und in der gleichen Art und Weise, ohne jeden Irrtum und Fehler, mit der äußersten vollkommenen Weisheit und Schönheit des Kunsthandwerks; all die verschiedenen Vogelarten zu erschaffen, von den Fliegen, die wie miniaturisierte Vögel bis zu den Adlern, welche die höchsten Beispiele der Gattung der Vögel sind; sie dann auszustatten mit den Werkzeugen des Fluges und des Unterhalts und sie durch das Reich der Luft reisen zu lassen; auf die Gesichtszüge eines jeden Vogels in wunderbarer Weise einen Stempel des Kunsthandwerks aufzuprägen, auf den Körper eines jeden von ihnen planvoll ein Siegel der Weisheit, und im Wesenskern eines jeden von ihnen in der Gestaltung ein Zeichen der Prägungskraft Gottes zu setzen; Nahrungsteilchen weise und gnadenvoll eilen zu lassen, damit sie den Körperzellen helfen; Pflanzen eilen zu lassen, den Tieren zu helfen, und die Tiere zu den Menschen, und alle Mütter geschwind gehen zu lassen, damit sie ihren ohnmächtigen Säuglingen helfen; auf alle Dinge zu wirken, besondere und umfassende, von der Milchstrasse, dem Sonnensystem und den Elementen der Erde, bis hin zu der Iris in der Pupille des Auges, den Blättern der Rose, der Hülse des Maiskolbens, den Samen der Melone, gleich einer Reihe von sich überschneidenden Kreisen; die gleiche Ordnung und schöne Kunst, und die gleiche Tat und die vollkommene Weisheit - all dies zu tun, begründet das Folgende mit selbstverständlicher Klarheit.

Jener, Der diese Taten durchführt, ist Eins und Einzig. Sein Abdruck ist auf allen Dingen. In der gleichen Weise, da Er nicht an irgendeinem Orte ist, ist Er gegenwärtig an jeder Stelle. Wie bei der Sonne sind alle Dinge von Ihm entfernt, aber Er ist allen Dingen nah. Gerade wie die größten Objekte, so die Milchstrasse und das Sonnensystem, für ihn keine Schwierigkeit bedeuten, so sind die Körperchen im Blute des Menschen und die Gedanken, die durchs Herz eilen vor ihm verborgen noch jenseits des Bereichs Seiner Macht. Wie groß und mannigfach ein Ding auch sein mag, es ist so leicht für Ihn wie das kleinste und einfachste Ding, denn Er schafft kleine Arten wie die Fliege genau so leicht wie große, den Adler, einen Samen als Essenz eines Baumes, einen Baum wie einen Garten, einen Garten mit der Kunst eines Frühlings, und einen Frühling im Maßstab einer Auferstehung. Dinge, höchst wertvoll in ihrer Kunst, gibt Er uns und gewährt sie uns billig. Der Preis, den Er von uns verlangt, ist allein der, dass wir sagen: “Im Namen Gottes” und:

“Lob sei Gott”

Mit anderen Worten, der rechtmäßige Preis für all jene zahlreichen kostbaren Geschenke ist der, beim Beginn aller Dinge zu sagen: “Im Namen Gottes, des Mitfühlenden, des Gnadenvollen” und an ihrem Ende: “Lob sei Gott”.

Da diese vierte Wahrheit an einem anderen Orte im Risale-i Nur erklärt und erläutert wird, bescheiden wir uns hier mit dieser kurzen Erwähnung.

Die fünfte Wahrheit

die von unserem Wanderer auf der zweiten Stufe erfasst wird: die Existenz in der Gesamtheit des Kosmos, seine Pfeiler und alle Teile und alle darin enthaltenen Dinge in der vollkommensten Ordnung und Regelmäßigkeit; die Einzigartigkeit der Substanzen und zweckhaften Dinge, welche die Mittel für den Kreislauf und die Verwaltung jenes riesigen Reiches sind und die mit seinem allgemeinen Plan verknüpft sind; die Tatsache, dass die göttlichen Namen und Taten, die in jener großartigen Stadt und Ausstellung am Werke sind, auf jener riesigen Ebene, dass sie alle Dinge oder die meisten Dinge umschließen und erfassen, obwohl diese miteinander verbunden sind und einzeln, von einzelner Natur und eigenartig sind, und dass dabei der gleiche Name und die gleiche Tat allüberall am Werk sind; die Tatsache, dass die Elemente und Arten, welche die Mittel für die Verwaltung, Unterhaltung und Konstruktion dieses gutgeschmückten Palastes sind, das gesamte Antlitz der Erde in ihrer Verstreuung bedecken, trotz ihrer gegenseitigen Verknüpfung, und dass jedes Ding eine eigene Identität besitzt und dass jedes Ding überall als das gleiche Element und als die gleiche Gestalt da ist - all dies verlangt, beweist und bestätigt, notwendigerweise und selbstverständlich, das Folgende: Der Erschaffer und Lenker dieses Kosmos, der Alleinherrscher und Nährer dieses

Reiches, der Meister und Erbauer dieses Palastes ist eins, einzigartig, einheitlich prägend. Er hat weder einen Gesellen noch einen Minister noch einen Helfer. Er hat weder einer Partner noch einen Gegner, Er hat weder Unfähigkeit noch Mangelhaftigkeit. Ja, Ordnung ist in sich selbst ein vollkommener Ausdruck der Einheit; sie verlangt einen einzigen Ordner. Sie lässt keinen Raum dafür, dass Gott Partner beigesellt werden, die Quelle des Disputs und der Spaltung. Es gibt eine weise und präzise Ordnung, die allen Dingen innewohnt, seien sie umfassend oder speziell, vom totalen Plan des Kosmos und der täglichen und jährlichen Drehung der Erde bis hin zu den Gesichtszügen des Menschen, bis zum Zusammenspiel der Sinne im Kopf des Menschen und den zirkulierenden roten und weißen Körperchen im Menschenblut. Niemand anderes als der Absolut Mächtige und Absolut Weise kann seine Hand sinnvoll und schöpferisch zu jedem Ding hin ausstrecken, noch auf es einwirken. Im Gegenteil, alle Dinge sind Empfänger, Mittel der Erscheinungen, sie sind passiv.

Das Ordnen, die Verfolgung gewisser Zwecke und das Gewähren der Regelmäßigkeit für gewissen Nutzen kann nur geschehen durch Erkenntnis und Weisheit und kann nur mit Wille und Auswahl ausgeführt werden. Diese weisheitsvolle Regelmäßigkeit, dieses unbegrenzt mannigfaltige Ordnen der Schöpfung, das direkt vor unseren Augen verschiedenen Nutzen sicherstellt,

beweist und bekräftigt gewisslich, und bei allen Ereignissen in einem selbstverständlichen Grad, dass der Schöpfer und Lenker aller Dinge Eins ist, ein Wirkender, der Wille und Wahl besitzt. Jedes Ding tritt durch seine Macht ins Dasein, nimmt einen eigentümlichen Zustand aufgrund Seines Willen an und gewinnt durch seine Wahl eine eigentümliche Form. Die Wärme spendende Lampe dieser Herberge, welche die Welt ist, ist Eins. Seine Kerze, welche die Basis für die Zeitrechnung ist, ist eins. Sein gnadenvoller Schwamm ist eins. Sein eifriger Herd ist eins. Sein Leben gebendes Getränk ist eins. Sein gutbehütetes Feld ist eins. Und dazu gibt es tausendundein Beispiele der Einheitlichkeit. Es folgt aus all diesen Beispielen der Einheitlichkeit ganz offensichtlich, dass der Schöpfer und Meister dieser Herberge auch Eins ist, dass Er äußerst großzügig und gastfreundlich ist, denn Er beschäftigt zahlreiche hochrangige und große Beamte, die den lebendigen Gästen Seiner Herberge aufwarten.Namen wie All-Weiser, Gnadenvoller, Gewährer der Formen, Lenker, Leben Spendender und Ernährer, deren Eindrücke und Erscheinungen überall im Werk zu sehen sind, diese Namen und diese Eigenschaften wie Weisheit, Barmherzigkeit und Gnade, und die Handlungen wie Bilden, Lenken und Ernähren - alle diese sind eins. Überall sind der gleiche Name und die gleiche Tat miteinander vereint, sogar auf der äußersten Stufe und umfassend.

Sie ergänzen auch den Eindruck zueinander in solcher Weise, dass es sich so verhält, als ob sich diese Namen und Taten in solch einer Art vereinigten, dass die Macht identisch wird mit Weisheit und Gnade und dass die Weisheit identisch wird mit Gnade und Leben. Sobald zum Beispiel die Aktivität des Namens Leben Spendender in einem Ding wirkt, wirkt gleichzeitig und überall und in gleicher Weise die Aktivität der zahlreichen anderen Namen wie Schöpfer, Geber der Formen und Fürsorger. Dies ist gewiss und begründet und beweist, dass jenes Wesen, das durch die umfassenden Namen bezeichnet wird, und dass der Vollbringer der reichhaltigen Taten, die überall in der gleichen Weise erscheinen, auch eins, einzig und einzigartig und einheitlich prägend sein muss. Daran glauben wir, und diesem geben wir unsere Billigung. Die Elemente, welche die Substanz und das Material des Geschaffenen sind, umfassen die gesamte Erde. Jede der Arten des Geschaffenen, die verschiedene Stempel tragen und Einheit zeigen, ist sozusagen über die gesamte Erde in Einheit zerstreut und erobert sie. Dies beweist auch bis zur Stufe der Selbstverständlichkeit, dass jene Elemente, mit ihren Inhalten, und jene Arten, mit ihren einzelnen Mitgliedern, das Erzeugnis und das Eigentum eines einzigen Wesens sind. Sie sind Kunstwerke und Knechte eines so Einzigartigen und Machtvollen Einen, dass Er diese riesigen und großartigen sich ausweitenden Elemente wie gehorsame Knechte und die auf der gesamten Erde verstreuten Arten wie disziplinierte Soldaten beschäftigt. Da diese Wahrheit an anderen Orten des Risale-i Nur begründet und erläutert wurde, bescheiden wir uns hier mit diesem kurzen Hinweis.

Unser Wanderer drückt seine Gefühle aus, indem er die Bezeugungen zusammenfasst, die er aus diesen fünf Wahrheiten zog, durch den Segen des Glaubens und durch die Freude und das Kosten der göttlichen Einheit, und sagt zu seinem Herzen: “Schau auf das bunte Bild des kosmischen Buches. Sieh, welche Formen die goldene Feder der Macht gezeichnet hat. Kein dunkler Fleck verbleibt für denjenigen, der Augen und Verstand besitzt. Es ist, als ob Gott Seine Zeichen mit Licht eingeschrieben hat.

Nun wisse auch das :

Die Seiten im Buche der Welt sind von unbegrenzten Dimensionen. Die Inschriften, die in den Zeilen der Zeitepochen stehen, sind unzählbar. Geschrieben auf der Wohlverwahrten Tafel der Wahrheit, ein tiefgründiges und verkörpertes Wort ist jedes Geschöpf in diesem Kosmos.

Lausche auch diesem:

Wenn alle Dinge verkünden: “Kein Gott außer Gott’; werden sie mit einem Klang sagen: “O Wahrheit und Wirklichkeit!” und in Harmonie flehen: “O Du Lebendig - Einer!” Ja, in allen Dingen ist ein Zeichen, das auf die Tatsache hinweist, dass Er der Eine ist.

Er lauschte diesem und sein Herz und seine Seele bekräftigten die Wahrheit dessen, was sie gehört hatten und sagten: “Ja, tatsächlich!” Mit einer kurzer Anspielung auf die fünf Wahrheiten der Einheit, die unser Wanderer durch die Welt, unser Reisender durch den Kosmos an dieser zweiten Station beobachtete, wurde im Zweiten Kapitel des Ersten Teils gesagt: “Es gibt keinen Gott außer Gott, dem Einen, dem einheitlich Prägenden. Auf dessen Einheit in Notwendiger Existenz weist das Bezeugen der Wahrheit, der Pracht und Großartigkeit, in ihrer Vollkommenheit und Reichhaltigkeit; das Bezeugen der Wahrheit des Erscheinens der Taten in absoluter Art und Weise, unbegrenzt, ohne jede Beschränkung, außer jener von Gottes Wille und

Weisheit; das Bezeugen der Wahrheit der Erschaffung der Dinge in absoluter Mannigfaltigkeit, mit absoluter Geschwindigkeit, die Erschaffung der Geschöpfe in absoluter Leichtigkeit mit absoluter Vollkommenheit, der Ursprung der Dinge, in großer Fülle, mit äußerster Vollkommenheit der Kunst und des Wertes; das Bezeugen der Wahrheit der universalen Ordnung: einer Ordnung, unverträglich mit der Beigesellung von Partnern zu Gott; das Bezeugen der Einheitlichkeit der Quellen der kosmischen Ordnung: einer Ordnung, die die Einheitlichkeit ihres Schöpfers klar bestätigt; die Einheit der Namen und Taten, die das Universum umfassen und durchdringen; und die Einheit der Elemente und Arten, verstreut über das Antlitz der Erde in großartiger Weise. “

Dieser Weltreisende wanderte durch verschiedene Zeitalter, und da gelangte er zur Schule des Erneuerers des zweiten (islamischen) Jahrtausends, Imam-i Rabbani Achmad Faruqi.1 Er trat ein und lauschte auf die Vorlesung, die der Imam hielt: “Das wichtigste Ergebnis, das von allen Sufi-Pfaden hervorgebracht wurde, ist das Entfalten der Wahrheiten des Glaubens. Eine einzige Glaubenswahrheit in Klarheit zu entfalten, ist wie tausend sagenhafte Taten und spirituelle Ekstasen.” Der Imam sagte auch: In früheren Zeiten sagten große Personen, dass jemand unter den Theologen und Gelehrten der Wissenschaft der Theologie aufstehen wird. Er wird alle Wahrheiten des Glaubens und des Islam mit rationalen Beweisen und äußerster Klarheit demonstrieren. Ich wollte, ich wäre dieser Mann, und vielleicht bin ich es.” Er fuhr mit seiner Vorlesung fort und sagte, dass der Glaube und die Behauptung der göttlichen Einheit das Fundament, die Substanz, das Licht und das Leben aller menschlichen Vollkommenheiten seien; dass der Hadis “Eine Stunde Nachsinnen über Gott ist besser als ein Jahr freiwilliges Gebet” sich auf die Meditation über den Glauben beziehe; und dass die

Wichtigkeit des stillen Anflehen, wie sie im Nakschibendi-Orden praktiziert wird, eine Form dieser höchst exzellenten Meditation sei. Der Wanderer hörte mit großer Sorgfalt. Er drehte sich um und sprach zu sich: “So also spricht dieser heroische Imam. Die Stärke des eigenen Glaubens nur um ein Stäubchen zu stärken, ist mehr wert als eine Tonne Wissen oder eine andere Form der Vollkommenheit und ist süßer als der Honig von hundert spirituell-ekstatischen Erfahrungen.

Note 12 (von Said Nursi): Die Zeit hat bewiesen, dass der hier angegebene Mann nicht tatsächlich ein Individuum ist, sondern Risale-i Nur selber. Es mag sein, dass die Leute des Enthüllens den unbedeutenden Interpreten und Verkünder des Risale-i Nur im Geiste sahen und daher dazu kamen, von einem “Mann” zu sprechen. Bekanntlich haben seit tausend Jahren angesammelte Einwände und Zweifel europäischer Philosophen gegen den Glauben und den Koran einen Raum gefunden und stürzen sich auf die Gläubigen. Sie wollen die Pfeiler des Glaubens erschüttern, welche der Schlüssel, die Quelle, das Fundament der immerwährenden Glückseligkeit, des ewigen Lebens, des ewigen Paradieses sind. Wir sollten eigentlich daher unseren Glauben stärken, indem wir ihn zu einem Glauben der sicheren Erkenntnis machen, statt eines Glaubens der Imitation. So komm, lass uns vorrücken! Um die neunundzwanzig Stufen des Glaubens, die wir gefunden haben, jeder so machtvoll wie ein Berg, auf die gesegnete Zahl von dreiunddreißig zu bringen, die Zahl der gesegneten Tesbihat nach dem Pflichtgebet (Namas). und um einen dritte Station in diesem Reich der Anzuweisen zu sehen, lasst uns an das Tor der Göttlichen Lenkung und Ernährung der belebten Welt klopfen und lasst es uns öffnen mit dem Schlüssel von: “Im Namen Gottes, des Mitfühlenden, des Gnadenvollen.” Und indem er so spricht, klopft er bittend an die Türe dieser dritten Raststätte, ein Kompendium der Wunder und ein Schauspiel der Erstaunlichkeiten. Er sagt: “Im Namen Gottes, des Öffners “, und er öffnet die Türe. Die dritte Raststätte kommt in seinen Blick. Er tritt ein und sieht, dass sie mit vier großen und umfassenden Wahrheiten erleuchtet ist, welche die göttliche Einheit so glänzend wie die Sonne aufzeigen.

Die erste Wahrheit

Die Wahrheit des Öffnens.

Das heißt, das Eröffnen aus einer einzigen simplen Substanz von unzähligen, geordneten, mannigfaltigen und getrennten Formen, zusammen, überall, in einem

einzigen Augenblick und durch eine einzige Tat, durch die Manifestation des Namens “Öffner”.

Ja, in der gleichen Weise, da Gottes schöpferische Kraft unzählige Dinge wie Blüten im Garten des gesamten Kosmos durch die Erscheinung des Namens Öffner öffnete und jedes Ding mit einer geeigneten Form und gesonderten Identität ausstattete, so gab Er in künstlerischer Weise und Art noch wunderbarer den vierhunderttausend Arten der Lebewesen im Garten der Erde - jeder für sich - die geordnete, geschmückte und gesonderte Form.

“Er schafft euch in den Schössen eurer Mütter, eine Schöpfung nach einer Schöpfung in drei Finsternissen. Solches ist Allah euer Herr; Ihm ist das Reich, keinen Gott gibt’s außer Ihm; wie wendet ihr drum ab?”

“Siehe, Allah - nicht ist Ihm verborgen ein Ding auf Erden und im Himmel. Er ist’s, der euch bildet in den Mutterschößen, wie er will. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Mächtigen, dem Weisen!”

Wie diese beiden Verse anzeigen, ist der stärkste Beweis der göttlichen Einheit und das bemerkenswerte Wunder der göttlichen Kraft, dass Gott die Formen entfaltet. Weil die Wahrheit des Eröffnens und Entfalten der Formen wiederholt in verschiedenen Weisen an anderen Orten des Risale-i Nur begründet und erläutert wird, und besonders in der Sechsten Stufe und in der Siebten Stufe des Ersten Kapitels des Zweiten Teils dieser Abhandlung, verweisen wir die Diskussion dieser Angelegenheiten auf jene Stellen und beschränken uns hier auf das Folgende: Gemäß des Zeugnisses der Botanik und der Zoologie, die auf intensive Forschung gegründet ist, gibt es beim Eröffnen und beim Entfalten der Formen solch eine Reichhaltigkeit, Erkenntnis und Kunst, so dass diese reichhaltige und alles erkennende Tat kann nur von dem Einzigen, dem Einzigartigen, dem Absoluten Machthaber vollbracht werden kann, der in allen Dingen jedes Ding zu sehen und zu tun vermag. Denn diese Tat des Entfalters der Formen erfordert eine Weisheit höchsten Grades, Sorgfalt und Reichhaltigkeit, die gegenwärtig sind zu allen Zeiten und an allen Orten und die innerhalb einer unbegrenzten Macht enthalten sind. Diese Macht wiederum kann nur in jenem Einzigartigen Wesen, Das den gesamten Kosmos verwaltet, gefunden werden. Wie in den obigen Versen bestimmt: Gottes Eigenschaft des “Eröffnens”, die im Öffnen und in der Erschaffung der Menschen in ihrer Mütter Leiber ausgedrückt wird, innerhalb dreier Dunkelheiten, mit Ausgewogenheit,

Besonderheit, Zierde und Ordnung, ohne jeden Irrtum, Wirrwarr oder Fehler, aus einer einfachen Substanz: diese Wahrheit des Entfaltens der Gestaltung aller Menschen, Tiere und Pflanzen auf der gesamten Erde, mit der gleichen Kraft, der gleichen Weisheit und der gleichen Kunst ist der mächtigste Beweis für Gottes

Einheit. Denn alle Dinge zu erfassen und zu umfassen ist selbst eine Form der Einheit, die keinen Raum lässt, Gott Partner beizugesellen. Gerade wie die neunzehn Wahrheiten des Ersten Kapitels Zeugnis geben von der notwendigen Existenz Gottes, so bezeugen sie die Existenz des Schöpfers durch die eigene Existenz, und so bezeugen sie die Einheit durch ihre Reichhaltigkeit.

Die zweite Wahrheit, die unser Wanderer an der dritten Raststätte sah: Die Wahrheit des Mitfühlens.

Wir sehen mit unseren Augen, dass es jemand gibt, der das Antlitz der Erde mit Tausenden Gaben des Mitfühlens für uns bedeckte und sie zu einem Festplatz

machte. Hunderttausende der verschiedenen, köstlichen Speisen des Mitfühlens breitete Er auf der Tafel aus und machte die Innenseite der Erde zu einem Lagerhaus, das Tausende von kostbaren Geschenken der Barmherzigkeit und der Weisheit enthält. Dieses Wesen schickte uns auch die Erde wie ein Handelsschiff, in ihrer jährlichen Rotation, wie ein Schiff oder einen Eisenbahnzug, beladen mit Hunderttausenden edel ten, bedeutsamen menschlichen Erfordernissen, die aus der Welt des Verborgenen jedes Jahr hervortreten. Und Er

schickte uns den Frühling, wie einen Waggon, der Speisen und Kleidung für uns bringt. So ernährt Er uns mit äußerster Barmherzigkeit. Damit wir von diesen Geschenken und Wohltaten profitieren, gab Er uns darüber hinaus Hunderte und Tausende von Bedürfnissen, Gefühlen, Empfindungen und Sinnen.

Wie wir in der Vierten Lichtgarbe hinsichtlich des Verses über das All-Sorgertum Gottes dargelegt haben, gab Er uns einen Magen, der an unendlich unterschiedlichen Formen der Nahrung Genuss finden kann.

Er gab uns solch ein Leben, dass wir durch die mit ihm verknüpften Sinne aus den zahllosen Geschenken der riesigen materiellen Welt Nutzen ziehen können, gerade als wäre sie eine freigebige Mahlzeit. Er begünstigte uns mit dem menschlichen Zustand, so dass wir uns der grenzenlosen Geschenke sowohl der materiellen wie der spirituellen Welt erfreuen, durch viele Instrumente wie den Verstand und das Herz. Er übermittelte uns den Islam, so dass wir Licht erhalten aus den schrankenlosen Schätzen des verborgenen Reiches und des manifesten Reiches. Er führte uns zu einem Glauben, so dass wir erleuchtet werden durch die unzähligen Lichter und Gaben dieser Welt und des Jenseits und sie uns nützen. Dieser Kosmos ist wie ein Palast, durch die göttliche Eigenschaft der Barmherzigkeit mit unzähligen Kunstwerken und wertvollen und wunderbaren Dingen ausgestattet und geschmückt, und die Barmherzigkeit gibt dann die Schlüssel in die Hände der Menschen, mit denen all die Koffer und Kammern in jenem Palast geöffnet werden; und ebenso gewährt sie der Natur des Menschen alle Bedürfnisse und Sinne, die ihn befähigen, von ihnen Gebrauch zu machen.Diese Barmherzigkeit, die diese Welt und das Jenseits umfasst, ja in der Tat alle Dinge, ist ohne Zweifel eine Erscheinung der einheitlichen Prägungskraft innerhalb der Einheit.

Gerade wie das Licht der Sonne ein Gleichnis für die Einheit ist, indem es alle Dinge erfasst, auf die es fällt, so ist auch jedes glänzende und transparente Objekt eine Parabel und ein Symbol der einheitlichen Prägungskraft, das nach seinen Fähigkeiten das Licht, die Hitze und die im Lichte befindlichen sieben Farben und die Widerspiegelung der Sonne empfängt. Daher, wer immer das allumfassende Sonnenlicht sieht, wird folgern, dass die Sonne dieser Erde eins und einzig ist. Er nimmt die warme und leuchtende Reflektion der Sonne in allen glänzenden Objekten und sogar in den Wassertropfen wahr, und er wird sagen, dass die einheitliche Prägung der Sonne oder die Sonne selber mit ihren Eigenschaften in allen Dingen gegenwärtig ist; sie ist im Spiegel des Herzen eines jeden Dings.

Dass alle Dinge durch die ausgedehnte Gnade des Mitfühlenden Einen und des Besitzers der absoluten Schönheit umfasst werden, demonstriert ebenfalls die Einheitlichkeit dieses Mitfühlenden Einen, der keinerlei Partner besitzt. Bei jedem Ding, besonders bei jedem Lebewesen und insbesondere bei den Menschen, die von der gnadenreichen Barmherzigkeit eingehüllt sind, befinden sich die Lichter der meisten Namen des Mitfühlenden Einen und eine Art Manifestation Seines Wesens. Da jedem Wesen ein reichhaltiges Leben gegeben ist, um zur ganzen Welt zu schauen und eine Beziehung zum ganzen Weltall herzustellen, beweist dies auch, dass die einheitliche Prägungskraft des Mitfühlenden Einen bei jedem Ding gegenwärtig ist und jedes Ding eines jeden Dinges macht.

Ja, der Mitfühlende Eine zeigt die Pracht Seiner Glorie im gesamten Kosmos und auf der ganzen Erde durch die Einheit und durch die Reichhaltigkeit Seiner Gnade. Durch die Erscheinung Seiner Einheit sammelt Er bei jedem Individuum, bei jedem Lebewesen und besonders beim Menschen Beispiele all Seiner Wohltaten, ordnet die Werkzeuge und Instrumente des Lebewesens und verkündet die besondere Sorge Seiner Schönheit für das Individuum, ohne dass die Einheit des Kosmos zerstört wird, als ob es des Menschen eigenes Haus wäre. Was den Menschen anbelangt, so ist er derjenige, in dem Gott in konzentrierter Form die verschiedenen Formen Seiner Wohltätigkeit bekannt macht. In gleicher Weise kann von einer Melone gesagt werden, dass sie in jedem Samenkern konzentriert ist. Das Wesen, das das Samenkorn schafft, muss notwendigerweise Der sein, Der die Melone schafft. Dann, mit der speziellen Ausgewogenheit Seiner Erkenntnis und dem besonderen Gesetz Seiner Weisheit nimmt Er den Samen aus ihr, sammelt ihn und kleidet ihn in einen Körper. Kein anderer als der eine und einzigartige Meister, der die Melone erzeugt, ist fähig, ihr Samenkorn zu schaffen. Anderes wäre unmöglich. Da durch die Manifestation des Mitfühlenden der Kosos wie ein Baum oder ein Garten wird, und die Erde wie eine Frucht oder Melone, und Lebewesen und Menschen wie ein Samen werden, muss sicherlich der Schöpfer und Herr des kleinsten Lebewesens der Schöpfer der gesamten Erde und des gesamten Kosmos

sein. Kurz gesagt: Mit der Wahrheit des umfassenden Entfaltens, wodurch für alle Dinge ihre geordneten Formen aus einfacher Substanz geschaffen und entfaltet werden, beweist sich offenkundig die Einheit. Wie alle die durch die Wahrheit des Mitfühlens erfassten Dinge, so zeigt auch, dass die Ernährung der Lebewesen, welche ins Dasein und die Welt treten und insbesondere die regelmäßig heraneilende Fürsorge für diejenigen, die neu ankommen, wobei keines von diesen vergessen wird und überall und jederzeit jedes Individuum von der gleichen Gottesgnade erreicht wird - so zeigt dies also ganz offenkundig sowohl die Einheit Gottes als auch die Einheit und die Einsheit in der Einheit.

Das Risale-i Nur ist eine Erscheinung des Namens des All-Weisen und des Namens des Gnadenvollen. Und die verschiedenen Punkte und Erscheinungen der Wahrheit der Gottesgnade sind an zahlreichen Stellen im gesamten Risale-i Nur erklärt und begründet. Daher bescheiden wir uns mit diesem Hinweis eines Tropfens aus dem Ozean und verkürzen eine extrem lange Aufzählung.

Unser Wanderer bezeugte dann auch die folgende dritte Wahrheit an der Dritten Station:

Die Wahrheit des Lenken und Verwaltens.

Das bedeutet, mit vollkommener Ordnung und Ausgewogenheit die überwältigenden und schnell dahinziehenden Himmelskörper, die störend eingreifenden Elemente und die bedürftigen, schwachen Bewohner der Erde zu verwalten, sie dazu zu bringen, sich einander zu helfen; sie im Verbund miteinander zu verwalten; alle notwendigen Maßnahmen in Bezug auf sie zu ergreifen; und dieses riesige Weltall wie ein vollkommenes Reich zu gestalten, wie eine großartige Stadt, wie einen schön ausgeschmückten Palast.

Wir beschäftigen uns nicht weiter mit dem großen Kreis dieser gebieterischen und mitfühlenden Verwaltung und Lenkung, da sie in wichtigen Teilen des Risale-i Nur, wie dem Zehnten Wort, erläutert und begründet ist. Wir wollen nur mit Hilfe eines Vergleichs eine einzige Seite und Stufe dieser Verwaltung zeigen, wie sie sich während des Frühling sauf dem Antlitz der Erde zeigt.

Lasst uns beispielsweise annehmen, dass irgendein wunderbarer Eroberer der Welt eine Armee versammelte, die aus vierhunderttausend verschiedenen Gruppen und Nationalitäten besteht, und dass er die Uniformen und die Waffen und den Proviant herbeischaffe, die Anweisungen und Entlassungen und den Sold für jede Gruppe und jede Nationalität, ihre unterschiedlichen Ausrüstungen, jeweils einzeln und für jede verschieden, ohne jeden Defekt und Mangel, ohne jeden Irrtum und Fehler, zur richtigen Zeit, ohne jeden Aufschub oder jede Verzögerung, mit der äußersten Regelmäßigkeit und in vollkommenster Form; keine andere Ursache als die außergewöhnliche Macht jenes wundersamen Kommandeurs könnte diese riesige, komplexe, edle, ausgewogene, mannigfaltige und gerechte Verwaltung und Lenkung in Angriff nehmen.

Würde eine andere Ursache dies versuchen, würde sie das Gleichgewicht zerstören und Verwirrung bringen. So sehen wir auch mit unseren eigenen Augen, dass eine unsichtbare Hand in jedem Frühling eine großartige Armee erschafft und verwaltet, die aus vierhunderttausend verschiedenen Arten zusammengesetzt ist. Im Herbst - ein Beispiel für den Jüngsten Tag - werden Dreihunderttausend von diesen vierhunderttausend Pflanzen und Tieren durch die Aktivität des Todes und im Namen des Ablebens aus ihren Pflichten entlassen. Im Frühling - ein Muster der Sammlung, die der Auferstehung folgt - errichtet diese Ursache mit äußerster Ordnung und Disziplin dreihunderttausend Beispiele für die Auferstehung vom Tode im Zeitraum von einigen Wochen. Sogar im Falle des Baums geschehen vier solche Auferstehungen: nämlich der Baum selbst, seine Blätter, seine Blüten und seine Früchte. Nachdem der Frühling uns gezeigt wurde, in genau der gleichen Weise wie im vorigen Jahr, gibt die Ursache jeder Art und Gruppe in dieser Armee der Glorie, die vierhunderttausend Arten enthält, ihre angemessene und bestimmte Nahrung und Fürsorge, ihre unterschiedlichen Verteidigungswaffen und besondere Kleider, ihre Befehle und Entlassungen, und all die von ihr benötigten Werkzeuge und Ausrüstungen. Dies geschieht mit größter Ordnung und Regelmäßigkeit, ohne Irrtum oder Versehen, ohne Verwirrung oder Auslassung an unerwarteten Orten und zur richtigen Zeit. Dies begründet innerhalb der Vollkommenheit der Herrlichkeit die Herrschergewalt und die Weisheit, die Einheit, die Unvergleichlichkeit, die Allmacht und die unendliche Göttliche Gnade und schreibt mit der Feder der Göttlichen Bestimmung den Erlass der Einheit Gottes auf das Antlitz der Erde und auf jede Seite des Frühlings.

Unser Wanderer liest eine einzige Seite dieses Frühlingserlasses und wendet sich dann an seine eigene Seele und spricht zu sich: “Die Pein des Höllenfeuers ist reine Gerechtigkeit für jene, die den Irrtum begehen, die Auferstehung zu leugnen. Denn solch eine Leugnung würde bedeuten, die zahlreichen Versprechungen abzuweisen und die Macht des Kraftvollen und Allmächtigen zu leugnen, des Zornigen und des Prächtigen, Der androht und verheißt, Der all Seinen Propheten tausend Mal versprach und versicherte und Der in Tausenden Versen des Koran darlegte, offen und verborgen, dass Er eine Auferstehung und eine Sammlung zustande bringen wird, die weit leichter für Ihn

sind als die Tausende von wunderbaren Auferstehungen, die in jedem Frühling geschehen, jede wunderbarer als die Höchste Sammlung. Als Seine Belohnung und Bestrafung schafft Er die Auferstehung und den Jüngsten Tag, die für Seine Macht einfacher sind a1s der Frühling. Die Seele des Wanderers antwortete:

“Wir glauben an das, was Du sagst. “

 

Die vierte Wahrheit

an der dritten Station, welche die Dreiunddreißigste Stufe bildet, die Wahrheit der Gottesgnade und das Gewähren von Fürsorge. Das heißt, auf dem Antlitz der Erde insgesamt, auf dem Festland, in der Luft darüber und im Ozean darum herum erhalten alle Lebewesen, besonders die mit einer Seele versehenen, und unter ihnen besonders die ohnmächtigen, die schwachen und die jungen, alle benötigte Nahrung, sowohl geistige als auch materielle in der fürsorglichsten und liebevollsten Weise; wobei die Nahrung aus trockenem und unbearbeiteten Boden hervorkommt, aus harten,Holzstücken trocken wie Knochen, und besonders im Falle der schönsten Form der Nahrung zwischen Blut und Urin; dies geschieht alles zur richtigen Zeit, in ordentlicher Art und Weise, ohne irgendetwas auszulassen oder Verwirrung zu stiften, vor unseren Augen, durch eine Hand aus dem Verborgenen.

Ja, der Vers, “Siehe, Allah, Er ist der Versorger, der Herr der Kraft, der Ausdauernde.” beschränkt die Aufgabe des Erhaltens und Versorgens auf Gott allein und der Vers,

“Es gibt kein sich bewegendes Ding auf Erden, das nicht wegen seiner Nahrung von Gott abhängt. Es kennt seine Raststätte und seine Lagerstätte. Alles ist in

einem scharfsinnigen Buch.”

gewährt eine Göttliche Garantie und Bürgschaft, allen Menschen und Tieren Nahrung zu beschaffen.

In der gleichen Weise begründet und verkündet der Vers: “Und wie viele Tiere gibt’s, die nicht ihre Versorgung tragen! Allah versorgt sie und euch, und Er ist der Hörende, der Wissende.” dass es Gott ist, der allen ohnmächtigen, kraftlosen, schwachen und armseligen Geschöpfen, die ihren eigenen Unterhalt nicht sichern können, Nahrung verspricht und bringt, in einer unerwarteten Art und Weise, in der Tat aus dem Verborgenen oder sogar aus dem Nichts. Er ist es beispielsweise, der für Insekten in den Tiefen der Meere aus dem Nichts und für alle Jungtiere an unerwarteten Orten und für alle Tiere in jedem Frühling die Nahrung gewährt, als ob Er vor unseren Augen aus dem Verborgenen gibt. Ebenfalls gibt er hinter dem Vorhang der Ursachen den Menschen die nötigen Dinge, die diese Dinge sogar anbeten. Der obige Vers bekräftigt und verkündet diese Wahrheit. Zahlreiche andere Verse

des Koran und unzählige Momente der kosmischen Vorführung zeigen einmütig, dass es die Gnade eines einzigen Fürsprechers ist, durch die alle Lebewesen

ernährt werden.

Nun brauchen die Bäume eine gewisse Form der Nahrung, aber sie haben weder Macht noch die Wahl. Sie verbleiben daher an ihren Plätzen, vertrauen auf Gott, und ihre Nahrung eilt zu ihnen. So fließt auch die Nahrung der hilflosen Säuglingen ihnen aus wunderbaren kleinen Pumpen zu, wobei die Fürsorge und die Zärtlichkeit ihrer Mütter hilft. Diese Hilfe und Fürsorge gilt besonders den menschlichen Säuglingen. Wenn sie ein wenig kräftiger und selbständiger sind, geht die Milch zu Neige. Diese verschiedenen Beispiele zeigen klar, dass die gestattete Nahrung nicht das Ergebnis von Wille und Macht ist, sondern von Sch wäche und Ohnmacht, die durch das Gottvertrauen veranlasst wird. Wille, Macht und Tüchtigkeit erregen häufig die Gier, die eine Quelle des Verlustes ist, und sie bringen gewisse Literaten dazu, Formen der Bettelei zu praktizieren, wogegen die vertrauende Schwachheit des einfachen und gewöhnlichen Menschen ihn veranlassen kann, Reichtümer zu erlangen. Es ist eine Tatsache, die sprichwörtlich geworden ist, dass die erlaubte Nahrung nicht durch Wille und Macht erlangt und gefunden, sondern vielmehr durch göttliche Güte gewährt wird, die des Menschen Arbeit und Streben annimmt. Für sein Bedürfnis wird aus mitleidender Liebe und Güte gegeben. Nun sind Nahrung und Unterhalt von zwei Arten: Die erste ist die wahre und

körpereigene Nahrung, die für das Leben erforderlich ist. Diese wird vom Herrgott garantiert. Sie ist in der Tat so regelmäßig und wohl geordnet, dass diese körpereigene Nahrung, die im Körper in der Form von Fett und anderen Dingen gespeichert ist, ausreicht, um das Überleben für wenigstens zwanzig Tage zu sichern, selbst wenn man nichts isst. Jene, die scheinbar an Hunger sterben, bevor die zwanzig oder dreißig Tage um sind und bevor die im Körper gespeicherte Nahrung verbraucht ist, sterben in Wirklichkeit nicht an Nahrungsmangel, sondern an einer Krankheit, die durch mangelnde Vorsicht und durch die Störung fester Gewohnheit entsteht.

Die zweite Form der Nahrung: weltliche und künstliche Nahrung, die durch Gewohnheit, Verschwendung und Missbrauch entsteht, aber die Erscheinung der Notwendigkeit und Sucht annimmt. Diese Form wird nicht vom Herrgott garantiert, sondern hängt von Seiner Großzügigkeit ab: zuweilen mag er gewähren, zuweilen nicht. Was diese zweite Form von Nahrung und Unterhalt betrifft: glücklich ist, wer seine Genügsamkeit - eine Quelle des Glücks und Genusses -seine Zufriedenheit und sein erlaubtes Streben als eine Form der Gottesanbetung und als aktives Gebet für den Unterhalt betrachtet. Er schätzt dankbar Gottes Gabe und er verbringt sein Leben in glücklicher Weise. Erbärmlich ist jener, der auf Grund von Verschwendung - die Quelle der Erbärmlichkeit, des Kummers und des Verlusts - und Gier das erlaubte Streben aufgibt, an jedes Tor klopft, sein Leben in Faulheit, Tyrannei, Jammern und Erbärmlichkeit verbringt, und so tatsächlich sein eigenes Leben dem Tode ausliefert.

In der gleichen Weise wie ein Magen Nahrung braucht, verlangen auch die edlen Fähigkeiten und Sinne des Menschen, sein Herz, sein Geist, seine Verstand, Auge, Ohr und Mund ihre Nahrung vom Gnadenvollen Fürsorger, und sie erhalten sie dankend. Jedem von ihnen wird, für jeden einzelnen in geeigneter Form solche Nahrung aus dem Schatze der Gnade gegeben, daran ergötzen sie sich, sie gibt ihnen Genuss. In der Tat, schuf der Gnadenvolle Fürsorger, um ihnen in noch großzügigerem Maße Fürsorge zu geben, jede edle Fähigkeit des menschlichen Auges und Ohrs, Herz, der Phantasie und des Verstandes - in der Form eines Schlüssels zum Schatz der Gnade. Zum Beispiel das Auge ist ein Schlüssel zum Schatz, der solch wertvolle Juwelen enthält wie die Zierde und Schönheit, die auf dem Antlitz der Schöpfung zu sehen sind; und das gleiche gilt für all die anderen erwähnten. Sie alle profitieren durch den Glauben. Um den Faden nach unserer Abschweifung wieder aufzunehmen:

Das Mächtige und Weise Eine, Der diesen Kosmos schuf, erschuf auch das Leben als umfassende Essenz des Kosmos und konzentrierte darin all Seine Zwecke und die Erscheinungen Seiner Namen. Im Reiche des Lebens hat Er die Nahrung zu einem wichtigen Zentrum der Aktivität gemacht, und Er legte in die Lebewesen den nötigen Appetit auf seine Nahrung. Es ist eines der wichtigsten Zwecke und Ziele der Schöpfung des Weltalls, dass man der Herrlichkeit Gottes und dem Lieben Gottes mit andauernden und umfassenden Danksagungen und Verpflichtungen entgegen kommt.

Es gehört beispielsweise zu den Handlungen der Herrlichkeit, für die Freude eines jeden Gebiets des weiten Reiches zu sorgen. Die Himmel erfreuen sich an den Engeln und den Geistwesen, die Welt des Verborgenen erfreut sich an Seelen, und die materielle Welt, insbesondere Luft und Erde, erfreut sich am Sein der Wesen, die eine Seele besitzen, insbesondere die großen und kleinen Vögel, zu allen Zeiten und Orten. Auf Grund der Weisheit, das Erfreuen zu ermöglichen, und weil sie Leben und Geist eingeflößt bekommen, machen sich die Tiere und Menschen, die vom Bedürfnis nach Nahrung und Genuss angetrieben sind, auf, um an Nahrung und Unterhalt zu gelangen. Auf diese Weise werden sie vor Faulheit und Trägheit gerettet. Auch dies ist eine der weisen Handlungen der Herrlichkeit. Gäbe es solche bedeutsamen Weisheiten nicht, würde den Tieren die Nahrung entsprechend ihrer natürlichen Bedürfnisse ohne weiteren Aufwand zukommen, genauso wie die Nährstoffe zum Baum kommen.

Gäbe es ein Auge, das die gesamte Erdoberfläche auf einmal betrachten und erfassen könnte, um die Schönheiten der Namen des Gnädigen und Fürsorglichen wahrzunehmen und um ein Zeugnis abzugeben für die Einzigartigkeit, würde es sehen, welch großartige Schönheit in den zarten und fürsorglichen Erscheinungen des Gnadenvollen Fürsorgers enthalten ist, Der den Karawanen der Tiere am Ende des Winters, wenn ihre Nahrung zu erschöpfen droht, äußerst köstliche, reichliche und mannigfache, besonders für sie aus seinem verborgenen Schatz hervorgeholte Speisen und Gaben schickt, als eine Hilfe aus der verborgenen Göttlichen Großzügigkeit, welche in die Hände der Pflanzen, in die Kronen der Bäume und in die Brüste der Mütter gelegt wird. Der Besitzer dieses allsehenden Auges würde folgendes bemerken: Einen Apfel zu erschaffen und ihn großzügig einem Menschen als wahren Unterhalt und Nahrung zu geben, dies kann nur von einem Wesen gemacht werden, das die Jahreszeiten, die Nächte und die Tage aufeinanderfolgen lässt, das den Erdball sich drehen lässt wie ein Handelsschiff. Und so bringt es die Früchte der Jahreszeiten in Reichweite der bedürftigen Gäste, die auf der Erde leben und auf sie warten. Denn der Abdruck der Kunst, das Siegel der Weisheit, der Abdruck des Ewig-Angeflehten, das Gütezeichen der Gnade, alles das, was auf der Oberfläche der Äpfel zu finden ist, wird auch auf allen anderen Früchten, Pflanzen und Tieren gefunden werden. Daher muss der wahre Meister und Schöpfer des Apfels unbedingt der Glorreiche Meister und Wunderschöne Schöpfer aller Erdbewohner sein, welche die Ebenbürtigen, die Verwandten und die Brüder des Apfels sind; Meister und Schöpfer der riesigen Erde, welche der Garten des Apfels ist; Meister und Schöpfer des Baumes des Kosmos, der seine Fabrik ist; Meister und Schöpfer der Jahreszeiten, die die Werkstätte des Apfels sind; Meister und Schöpfer des Frühling und des Sommers, die seine Orte des Reifens sind. Mit anderen Worten, jede Frucht ist ein Siegel der Einheit, das die Existenz und die Einheit des Schreibers und Schöpfers der Erde zeigt; und die Erde ist für jede Frucht ein Baum und sein Garten ist das Buch des Kosmos. Dies zeigt auch der Erlass der Einheit, der in der Zahl der Früchte abgestempelt wird.

Da das Risale-i Nur eine Erscheinung der Namen des Gnadenvollen und Weisen ist, und da zahlreiche Lichtgarben und Geheimnisse der Wahrheit der Gnade in vielen Teilen des Risale-i Nur erläutert und begründet wurden, überlassen wir die weitere Diskussion der Angelegenheit jenen Teilen und bescheiden uns hier wegen der ungünstigen Umstände meines Zustandes. mit diesem kurzen Hinweis aus einem riesigen Schatz.

Unser Wanderer sagt nun “Preis sei Gott! Ich sah und hörte die Dreiunddreißig Wahrheiten, die Zeugnis geben von der notwendigen Existenz und Einheit des Schöpfers und Herrschers, den ich überall suchte und nach dem ich fragte. Jede der Wahrheiten ist glänzend wie eine Sonne und lässt keine Dunkelheit bestehen. Sie ist so stark und unerschütterlich wie ein Berg. Jede von ihnen, gemeinsam mit ihrer Bewahrheitung, gibt ein klares Zeugnis für Gottes Existenz, und mit ihrer Reichhaltigkeit beweist sie Gottes Einheit in sichtbarer Weise. Während so alle Pfeiler des Glaubens implizit bewiesen werden, veranlasst die Umfassendheit und die Übereinstimmung dieser Wahrheit unseren Glauben von der Nachahmung zum sicheren Wissen vorwärts zu rücken, vom sicheren Wissen zur indirekten Wahrnehmung, von der indirekten Wahrnehmung zur Schau, und von der Schau der Gewissheit zur direkten Verspüren der Gewissheit. Preis sei Gott; dies ist eine der Gnaden meines Gottes. “

“Das Lob sei Allah, der uns hierher geleitet hat! Nicht wären wir geleitet gewesen, hätte uns nicht Allah geleitet! Wahrlich, es kamen die Gesandten unseres Herrn mit der Wahrheit.”

In kurzer Anspielung auf die Lichter des Glaubens, die unser forschender Wanderer aus den vier erhabenen Wahrheiten zog, die er an der dritten Station bezeugte, wurde im Zweiten Kapitel des Ersten Teils hinsichtlich der Wahrheiten der Dritten Station gesagt:

“Es gibt keinen Gott außer Gott, dem Einen, dem einheitlich Prägenden. Auf Dessen Einheit in Notwendiger Existenz weist das Bezeugen der Großartigkeit der Reichhaltigkeit, der Wahrheit des Eröffnens des Entfaltens der verschiedenen Formen der vierhunderttausend Arten der Lebewesen, das gemäss des Zeugnisses von Zoologie und Botanik vollkommen und ohne irgendeinen Fehler geschieht; das Bezeugen der Großartigkeit der Reichhaltigkeit, der Wahrheit des Mitfühlens, allumfassend und regelmäßig, wie das Auge sehen kann ohne jeden Mangel; das Bezeugen der Großartigkeit der Wahrheit des Verwaltens, die in ordentlicher Weise alle Lebewesen umfasst, ohne Irrtum oder Fehler; das Bezeugen der Großartigkeit der Reichhaltigkeit der Wahrheit der Gnade und der Erhaltung, die all diejenigen umfasst, die jedes Mal Nahrung erhalten, wenn sie ihrer bedürfen, ohne dass dabei Fehler oder Versehen auftreten; Ruhm sei Ihm, dem Versorger, dem Mitfühlenden, dem Gnadenvollen, dem Fürsorglichen, dem Großzügigen; Seine Gaben sind universal, und Seine Großzügigkeit ist allumfassend; es gibt keinen Gott außer Ihm. Ruhm sei Dir; wir haben kein Wissen außer dem, das Du uns gelehrt hast; wahrhaftig, Du bist All- Wissend, All- Weise! O Herr, wegen des “Im Namen Gottes, des Mitfühlenden, des Gnadenvollen’ ; o Gott, o Mitfühlender Einer, o Gnadenvoller Einer! Gewähre Segen und Heil unserem Großmeister Mohammed, seiner Familie und all seinen Gefährten bis zur Zahl aller Buchstaben des Risale-i Nur, zehn Mal multipliziert mit der Zahl der Minuten unseres ganzen Lebens in dieser Welt und im Jenseits, mal der Zahl der Teilchen in meinem Körper im gesamten Laufe meines Lebens. Vergib mir und jenen, die mir aufrichtig helfen, das Risale-i Nur zu kopieren und zu verteilen, und unseren Vätern, unseren Meistern, unseren Scheichen, unseren Schwestern, unseren Brüdern und den aufrichtigen Schülern des Risale-i Nur, besonders jenen, die diese Abhandlung abschreiben und vervielfältigen; durch Deine Gnade, O Höchst Gnadenvoller der Gnadenvollen, Amen. Der Schluss unseres Gebets ist: Lob sei Gott, dem Herrn der Welten!”

 

ANMERKUNG

Da die übrigen Teile des Risale-i Nur nicht an dem Ort verfügbar waren, an dem die obige Abhandlung verfasst wurde, die unbedingt dort niedergeschrieben werden musste, sind gewisse wichtige Angelegenheiten der anderen Worte und Lichtgarben auch im Höchsten Zeichen erwähnt, was eine offensichtliche Wiederholung ist. Damit die Schüler des Risale-i Nur in dieser Region ein komplettes Risale-i Nur in Miniatur abschreiben konnten, ließen wir sie nichtsdestoweniger die gesamte vorliegende Abhandlung abschreiben. Die überprüfte Kopie dieses Rohentwurfs wurde von einer gewissen gesegneten Person ins Reine geschrieben. Obgleich er solche Angelegenheiten nicht kannte, sahen wir in der von ihm vorbereiteten Kopie eine kluge und tiefschürfende Übereinstimmung der Buchstaben: Es gab 666 Alifs1 zu Beginn der Zeilen in seiner Kopie. Diese Zahl entspricht genau dem Wert gemäss dem Ebced2 und Cifr3 des Titels, der dieser Abhandlung von Imam Ali-Gott möge mit ihm zufrieden sein-gegeben wurde, Ayet ül-Kübra (Das Höchste Zeichen), und demonstriert so die Brauchbarkeit dieses Titels für die Abhandlung. Wir verstehen diese zahlenmäßige Übereinstimmung als einen Hinweis darauf, dass diese Abhandlung eine Lichtgarbe der Koranverse ist, denn diese betragen 6666 an Zahl. Und dessen vier Stufen stimmen in drei Stufen mit dieser Abhandlung überein.

Said Nursi

 

1 Alif ist der erste Buchstabe des arabischen Alphabet.

2 Ebced (sprich: Ebdsched) bezeichnet man die Zahlenwerte der Buchstaben des arabischen Alphabets.

3 Cifr (sprich: Dschifr): dem Buchstaben gegebener Zahlenwert. Cifr wurde für Weissagung gebraucht.

 

Über den Zweck der Risale-i Nur

Heute hörte ich einem imaginären Austausch von Frage und Antwort zu. Lasst mich für euch eine Zusammenfassung davon bringen. Jemand sagte: “Die große Mobilisierungskraft und die hohe Vorbereitung des Risale-i Nur für die Angelegenheit des Glaubens und das Beweisen der göttlichen Einheit steigen beständig. Der hundertste Teil seiner Inhalte ist genug, um die widerborstigsten Atheisten zum Schweigen zu bringen. Warum dann diese weitere fieberhafte Mobilisierung und Anstrengung?” Sie antworteten ihm: “Das Risale-i Nur repariert nicht irgendeinen kleineren Schaden und ein Häuschen. Vielmehr repariert es den riesigen Schaden an der allumfassenden Burg, die den Islam beherbergt und deren Steine jeder für sich so groß wie ein Berg sind. Es kämpft darum, nicht ein privates Herz zu reformieren, ein individuelles Bewusstsein, sondern vielmehr versucht es durch den Wundercharakter des Koran und die Arznei des Koran und des Glaubens, das kollektive Herz und den kollektiven Verstand zu heilen, die durch die Werkzeuge der Verfälschung, sie seit tausend Jahren vorbereitet und angesammelt worden sind, zerstört wurden; es will den Schaden am allgemeinen Bewusstsein heilen, das der Verfälschung durch die Zerstörung der islamischen Grundsätze, Strömungen und Traditionen und den Kennzeichen des Islams entgegen tritt, welche eine Zuflucht für alle und insbesondere für die Masse der Gläubiger sind.”

“Für solche schrecklichen, solche umfassenden Schäden, für solche Zerrüttung und Wunden sind Beweise der äußersten Gewissheit mit der Stärke von Bergen nötig, wie auch guterprobte Heilmittel und zahllose Arzneien, die einzeln die Eigenschaft von tausend Medizinen haben. Diese Funktion wird in unserer Zeit vom Risale-i Nur erfüllt, das aus dem Wundercharakter des Koran der wunderbaren Darlegung ensteht und das auch ein Mittel ist, um auf den unbegrenzten Stufen des Glaubens voranzuschreiten.”

Eine lange Diskussion folgte, und ich lauschte ihr und dankte dafür außerordentlich. Ich beende diese Angelegenheit hier.

 

Said Nursi

 

 

 

 

IN WÜRDIGUNG

Dieses Werk ist das Werk eines feurigen Verstandes. Dies ist der Genius, von allen Zeitaltern erwartet. All diese Lichter sind die überreichen Lichter der Menschenwelt. Das ist Gottes Erscheinung, die innerhalb dieser Wahrheiten leuchtet, zweifellos! O Meister! Alle Menschen sind erstaunt über Deine Äußerung, sind erstaunt über Dein Licht. Die Intelligenten, die ihr Begehren in Deinem Werke finden, rufen: “Kein Makel kann gefunden werden!” Die diese Schriften lesen, finden eine frische neue Welt des Lichts, durch Gottes Gunst. Es ist zweifellos Gott, der Wellen von Licht in den Herzen der Menschen erschafft.

 

Dein Schüler Husrev

In Bestätigung der Worte unseres Bruders sagen wir: Das ist ein Hindernis für alle Zweifel und alle Versuchung, eine Quelle des Erstaunens für alle Gelehrsamkeit und Philosophie. Dem Auge des Verstandes verbleibt kein Punkt verborgen. Das ist eine Quelle der Gnade und des Fortschritts. Das ist eine Manifestation des Pfades und der Wahrheit. Vor Dem Auge des Verstandes bleibt kein Punkt im Dunkeln.

Die Schüler des Risale-i Nur Tabiri, Zubeyr, Ceylan, Bayram, Abdulmuhsin

 

 

FRAGE UND ANTWORT

Es schickt sich, hier eine wichtige Antwort aufzuzeichnen, die auf eine wertvolle Frage gegeben wurde. Denn in dieser Lektion spricht der Alte Said, als ob er vierzig Jahre vorher die wunderbaren Lektionen und Wirkungen des Risale-i Nur mit feinfühligem Herzen vorausgesehen hätte. Wir werden daher hier die Frage und die Antwort niederschreiben.

Viele Leute stellten mir und den Schülern des Risale-i Nur die folgende Frage: “Wie kommt es, dass das Risale-i Nur von so vielen Gegnern, widerborstigen Philosophen und von den Leuten der Irreleitung nicht besiegt worden ist? Sie waren fähig, bis zu einem gewissen Grade die Verbreitung von Millionen wahrer und wertvoller Bücher über Glaube und Islam zu verhindern. Sie raubten die Glaubenswahrheiten zahlreichen erbärmlichen Jugendlichen und Menschen, die dem Laster und den Genüssen des weltlichen Lebens verfallen waren. Und sie strebten danach, das Risale-i Nur durch heftige Angriffe, durch brutale Behandlung, verräterisches Verhalten und durch Lügenpropaganda zu zerbrechen, damit die Menschen es aufgeben und vor ihm zurückschrecken. Aber das Risale-i Nur wurde verbreitet in einer Weise, wie kein anderes Buch Sechshunderttausend handschriftliche Kopien wurden illegal verteilt und wurden mit größter Inbrunst gelesen, sowohl in der Türkei wie auch im Ausland. Was bedeutet das und was ist der Grund dafür?” Auf Fragen wie diese antworten wir wie folgt: Das Risale-i Nur, das ein wahrer Kommentar zum All-Weisen Koran ist, dessen Eigenschaft sein Wundercharakterist, zeigt, dass Irreleitung eine Form der geistigen Hölle ist, bereits hier in der Welt, und dass Leitung eine Form des geistigen Paradieses ist, bereits hier in dieser Welt. Es zeigt die schmerzhaften geistigen Qualen, die in Sünden, Übel und verbotenen Genüssen enthalten sind, und begründet, dass es feine Genüsse gibt, die in guten Taten entdeckt werden können, in feinen Qualitäten und im Handeln gemäss den Wahrheiten des Gesetzes Gottes, Genüsse, die mit denen des Paradieses verwandt sind. Es ist auf diese Weise fähig, die Verständigen unter den Leuten des Lasters und der Irreleitung zu retten. Denn in diesem Zeitalter gibt es zwei schreckliche Zustände.

Der Erste Zustand

Da die Sinne des Menschen, die das letztendliche Ergebnis der Dinge nicht zu sehen vermögen und eine Unze sofortigen Genusses den Tonnen des zukünftigen Genusses vorziehen, gewöhnlich die Herrschaft über den Verstand und Denken gewinnen, ist der einzige Weg, die Leute des Lasters vom Laster zu befreien, ihnen den Schmerz zu zeigen, der ihrem Genuss innewohnt und so die Sinne zu besiegen. Wie der Vers,

“Welche das irdische Leben mehr lieben als das Jenseits... “

anzeigt, ist der einzige Weg, sich von der Gefahr zu befreien, den zerbrechlichen Glasscherben dieser Welt die diamantengleichen Gaben und Genüssen des Jenseits vorzuziehen. Und wenn selbst Gläubige seltsamerweise den Leuten der Irreleitung in ihrer Liebe zur Welt nachfolgen, so muss ihnen die höllische Qual und Pein gezeigt werden, die bereits in dieser Welt da ist. Dies ist genau die Methode, die vom Risale-i Nur angewendet wird.

Angesichts der Widerspenstigkeit, die von der Irreleitung und vom hartnäckigen Rausch der Ausschweifung geschaffen wird, und die wiederum aus dem in unserem Zeitalter herrschenden absoluten Unglauben und der Wissenschaft entstehen, wird nur einer von zehn oder zwanzig von der Methode profitieren, die im Sprechen über Gott, dem Allmächtigen, besteht, womit die Existenz der Hölle bewiesen wird und versucht wird, die Menschen mittels ihrer Qual vor dem Bösen zu bewahren. Denn wenn der Mensch diese Lektion gehört hat, mag er sagen: “Gott ist vergebend und gnädig, und die Hölle ist weit weg”, und dann macht er mit seiner Ausschweifung weiter. Sein Herz und sein Geist werden von seinen Sinnen besiegt. Nun zeigen die meisten Vergleiche, die im Risale-i Nur enthalten sind, die schmerzhaften und die schreckhaften Folgen in dieser Welt des Unglaubens und der Irreführung. So inspirieren sie in die Widerspenstigsten und Lüsternsten der Menschen Ekel über unerlaubte und ungünstige Genüsse und Laster und veranlassen die Verständigen unter ihnen, Reue zu zeigen. Die kleinen Vergleiche, enthalten im Sechsten Wort, im Siebten Wort und im Achten Wort, wie auch der lange Vergleich in der Dritten Station des Zweiunddreißigsten Wortes erschrecken selbst den Lasterhaftesten und Irregeleitetsten und legen ihm fürwahr ihre Lektion vor. Beispielsweise, wir werden sehr kurz die Umstände anzeigen, die als Wahrheit auf der imaginären Reise zu sehen sind, die im Licht-Vers enthalten ist. Jene, welche die Einzelheiten begehren, sollten vom letzten Teil des Buches “Brandzeichen des Ungesehenen” die Seiten 246-248 anschauen. Als ich während meiner Phantasiereise das Tierreich sah, wie es Nahrung braucht, schaute ich auf das Tierreich mit dem Auge der materialistischen Philosophie. Sie zeigte mir dieses Reich, dass es extrem peinvoll und qualvoll ist, wegen des extremen Mangels und Hungers, wie auch wegen Schwäche und Machtlosigkeit. Ich schrie auf in Pein, denn ich hatte auf das Tierreich mit dem Auge der Leute der Irreleitung und Nachlässigkeit geblickt.

Dann schaute ich durch das Teleskop der koranischen Weisheit und Gläubigkeit und sah, wie der Name des Mitfühlenden aufstieg wie eine glänzende Sonne im Zeichen des Fürsorgers. Das vergoldete die armselige und hungrige Welt des Belebten mit dem Licht der Gottesgnade. Ich sah dann innerhalb des Tierreichs eine andere Welt, wo junge Geschöpfe zitterten wegen der Schwäche, Machtlosigkeit und Bedürftigkeit, in einer traurigen und peinvollen Dunkelheit, genug um jämmerliches Bedauern in jedermann einzuflössen. Aber dann sagte ich: “O weh! Wiederum habe ich mit dem Blick des Irregeleiteten geschaut. “Plötzlich gab mir der Glaube eine Brille und ich sah den Namen des Gnadenhaften im Zeichen der Fürsorge auftauchen. Er

transformierte diese peinvolle Stätte in eine Welt der Freude und beleuchtete sie in so feiner und erfreulicher Art, dass die Tränen, die in Lamentieren, Bedauern und Sorge vergossen wurden, in Tränen der Freude und Dankbarkeit für die genossenen Freuden verwandelt wurden. Dann tauchte vor mir die Welt des Menschen wie eine Leinwand auf. Ich schaute auf sie durch das Teleskop der Leute der Irreleitung, und ich sah, dass diese Welt so düster und schrecklich war, dass ich aus den Tiefen meines Herzens aufschrie. O weh! sagte ich. Denn die Menschen lebten ein extrem kurzes und mühseliges Leben, ein lärmendes Durcheinander, mit einer verwahrlosten Ernährung, hatten jeden Tag und jede Stunde Angst vor dem Kommen des Todes, trotz ihrer Begierden und Hoffnungen, die sich bis zur Ewigkeit ausdehnten, trotz ihrer Vorstellungen und Gedanken, die den ganzen Kosmos umfassten, trotz ihrer Sehnsucht und angeborener Anlagen, die höchst ernsthaft das ewige Leben begehrten, und die ewige Glückseligkeit und das Paradies, trotz ihrer unbegrenzten angeborenen und entfesselten Triebe, trotz ihrer Bedürfnisse, die auf zahllose Zwecke gerichtet sind, mit ihrer Schwäche und Ohnmacht - und dabei gibt es zahllose Feinde und großes Unheil, deren Angriffen sie ausgesetzt sind. Sie erlitten darüber hinaus das beständige Unglück des Niedergangs und der Trennung - ein Unglück, das höchst schmerzhaft und schrecklich für ihre Herzen und ihr Gewissen ist, und sie schauten auf das Grab und den Friedhof, die für die Leute der Nachlässigkeit so erscheinen, als wären sie das Tor zur ewigen Dunkelheit. Ich sah wie alle Menschen, einzeln und in Gruppen, in diesen Schlund der Dunkelheit hineingeworfen werden. Als ich die Welt der Menschen in dieser Dunkelheit sah, wollten alle menschlichen Gefühle, einschließlich meines Herzens, meines Geistes und meines Verstandes, zusammen mit allen Partikeln meines Körpers, zu weinen und zu klagen beginnen. Plötzlich kamen Licht und Stärke durch den Koran, zerbrachen diese Brillengläser der Irreleitung und gaben meinem Kopf ein Licht, womit ich Gottes des Allmächtigen Namen eines Gerechten aufsteigen sah im Zeichen des All-Weisen, den Namen eines Mitfühlenden aufsteigen sah im Zeichen des Großzügigen, den Namen eines Gnadenvollen aufsteigen sah im Zeichen des Vergebenden, den Namen des Auferweckers im Zeichen des Erben, den Namen des Leben Spendenden aufsteigen sah im Zeichen des Wohltätigen, und den Namen des Herrgott aufsteigen sah im Zeichen des Alleinigen Herrschers, jeder Name wie eine Sonne. Plötzlich erhellten und erfreuten sie das gesamte dunkle Reich der Menschheit, zusammen mit den weiteren Reichen, das es in sich enthielt. Sie zerstreuten alle Spuren der höllengleichen Verhältnisse, sie öffneten Fenster hin zum leuchtenden Reich des Jenseits und verbreiteten Lichter über die zerwirrte Welt der Menschen. Ich sagte: “Preis sei Gott und Danksagungen seien Gott bis zur Zahl der Teilchen im Kosmos. “ Und ich sah mit der Gewissheit der Schau, dass selbst in dieser Welt eine Form des geistigen Paradieses da ist, im Glauben enthalten und eine Form

der geistigen Hölle, in der Irreleitung enthalten. Mit sicherer Gewissheit habe ich dies gewusst. Dann zeigte sich mir die Welt des Erdballs. Auf meiner imaginären Reise präsentierten die dunklen wissenschaftlichen Gesetze der Philosophie, die der Religion ungehorsam sind, meiner Phantasie eine erschreckende Welt. Der Zustand der armseligen Menschengattung, die durch die unendliche Leere des Kosmos auf einem fürchterlichen Schiff reist - nämlich der ururalte Erdball, voll von inneren Drehungen und Erdbeben, durcheilt eine Entfernung von fünfundzwanzigtausend Jahren Fußwanderung in einem einzigen Jahr mit einer Geschwindigkeit, die siebzigmal schneller ist als die einer Kanonenkugel, und sie droht immer auseinander zu brechen - dieser Zustand erschien mir wie eine erschreckende Düsternis. Mir schwindelte der Kopf und meine Augen wurden glasig. Ich warf die Brille der Philosophie zu Boden und zerbrach sie. Plötzlich schaute ich mit einem Auge, das von der Weisheit des Koran erleuchtet wird. Ich sah, dass verschiedene Namen des Schöpfers der Himmel und der Erde, wie

All-Gewaltiger, All-Wissender, Herr, Gott, Herr der Himme1 und der Erde, und Unterwerfer von Sonne und Mond, aufstiegen wie eine Sonne im Zeichen der Gnade, Großartigkeit und Herrlichkeit. Sie beleuchteten die düstere, schreckliche und fürchterliche Welt in solcher Weise, dass ich mit dem gläubigen Auge sah, der Erdball wäre wie ein wohl geordneter und gut ausgerüsteter, ein vorzüglicher, ein angenehmer und sicherer Kreuzer, voll beladen mit Nahrung und Proviant für jedermann und gerüstet für Genuss, Erholung und Geschäftigkeit. Ich sah, dass der Erdball wie ein Schiff, ein Flugzeug, eine Eisenbahn ist, dazu bestimmt, im fürstlichen Reich rund um die Sonne der mit einer Seele versehenen Wesen zu reisen und allen die geforderte Nahrung der Früchte des Sommers, des Frühlings und des Herbstes zu bringen. Ich sagte: “Lob sei Gott für den geschenkten Glauben bis zur Zahl der Teilchen des Erdballs.” In zahlreichen anderen Vergleichen dieser Art im gesamten Risale-i Nur wurde

bewiesen, dass die Leute des Lasters und der Irreleitung schon in dieser Welt eine Form der geistigen Höllenqual erleiden. Und die Leute des Glaubens und der Rechtschaffenheit sind schon in dieser Welt in einem geistigen Paradies. Mit dem Magen des Islam und der Menschheit und den Erscheinungen und den Manifestationen des Glaubens können sie geistigen paradiesischen Geschmack genießen: vielmehr, in einer Art nach dem Grade ihres Glaubens können sie davon profitieren. Aber in diesem verführerischen Zeitalter haben die Strömungen, welche die Sinne betäuben und die Blicke des Menschen auf die weitesten Horizonte lenken, während sie dennoch diese trüben, diese Menschen in einen Zustand der Verwirrung gebracht, der mit dem Betäuben der Sinne verwandt ist, so dass die Leute der Irreleitung nicht für einen Moment spüren, was für eine geistige Qual sie leiden. Die Leute der Leitung werden auch durch Nachlässigkeit gekränkt und können die Genüsse, die sie erfahren, nicht vollständig würdigen. Der zweite schreckliche Zustand in diesem Zeitalter: in früheren Zeiten war der Aufruhr, der durch die Irreleitung und Widerspenstigkeit entstand, die aus äußerstem Unglauben und aus der Wissenschaft herrührten, leicht, verglichen mit dem jetzigen Zeitalter. Aus diesem Grunde waren die Lektionen und die Beweise, die von den klassischen Gelehrten des Islam angeboten wurden, äußerst angemessen. Den Unglauben, der aus dem Zweifel entstand, beseitigten sie geschwind. Da der Glaube an Gott allgemein war, konnten sie die meisten Menschen vom Laster und von der Irreführung abhalten, indem sie (die Gelehrten) Gott erwähnten und vor der Qual des Höllenfeuers warnten. Wo früher im gesamten Land nur ein einziger absolut Ungläubiger gefunden werden konnte, können nun dagegen hundert in einem Städtchen gefunden werden. Es wurde für jedermann hundertmal öfter möglich, wegen der Wissenschaft irregeleitet zu werden und stur gegen die Wahrheiten des Glaubens zu rebellieren. Da diese widerspenstigen Rebellen sich den Glaubenswahrheiten mit einer Arroganz widersetzen, die sich jener des Pharao nähert, sowie mit einer höchst erschreckenden Art der Irreleitung, muss eine heilige Wahrheit ihnen gegenübertreten, die wie eine Atombombe explodiert und ihre Fundamente in dieser

Welt zerstört. Nur dann kann ihr Angriff gestoppt werden und eine Gruppe von ihnen zum Glauben gebracht werden. Danksagungen ohne Grenze seien dann für Gott dem Allmächtigen, dass das Risale-i Nur, ein perfektes Heilmittel für die Wunden des Zeitalters, ein geistiges Wunder und eine Lichtgarbe, die aus dem Koran der Wunderbaren Darlegung heraus entstehen, zahlreiche widerspenstige Rebellen mit seinen zahlreichen Vergleichen zerbricht, dank des scharfen brillanten Schwertes des Koran. Die Beweise und die Argumente, die das Risale-i Nur für die göttliche Einheit und die Glaubenswahrheiten heranführt, sind so zahlreich wie die Partikel des Kosmos, dass es seit 25 Jahren durch die Angriffe niemals besiegt worden ist, die gegen es geritten wurden. Im Gegenteil, das Risale-i Nur triumphierte und wird weiter triumphieren. Das Risale-i Nur beweist sichtbar die Vergleiche, die es zwischen Glaube und Unglaube macht, zwischen Führung und Irreführung, und beweist alle Wahrheiten des Glaubens. Beispielsweise, wenn man sieht, dass alle Vergleiche wie die Beweise und Lichtgarben der beiden Stationen des Zweiundzwanzigsten Wortes sind, der Ersten Haltestelle des Zweiunddreißigsten Wortes und der Fenster des Dreiunddreißigsten Briefes und wie die Elf Beweise des Stabes Moses, und wenn sorgfältige Aufmerksamkeit gezollt wird und wenn verglichen wird, kann man verstehen, dass jenes, das bestimmt ist, den absoluten Unglauben und die rebellische, widerspenstige Irreführung des gegenwärtigen Zeitalters zu zerbrechen und zu zerschlagen, die koranische Wahrheit ist, die im Risale-i Nur manifest ist. So Gott will, gerade wie die wichtigen “Talismane der Religion” und die Teile, welche die Rätsel der Erschaffung der Welt enthüllen, in der “Kollektion der Talismane” zusammengestellt worden sind, so zeigen ebenfalls die Sektionen des Risale-i Nur den Leuten der Irreleitung, dass sie ihre eigene Hölle in dieser Welt haben, und den Leuten der Leitung, dass sie die Genüsse des Paradieses in dieser Welt erfahren; und es zeigen die Abschnitte, dass der Glaube der geistige Same des Paradieses ist, und dass der Unglaube der Same ist, aus dem der widerliche Baum der Hölle hervorwächst - diese Abschnitte werden ebenfalls in einer kleinen Kollektion zusammengestellt und veröffentlicht.

ERSTES THEMA

Die vier Punkte des Ersten Themas des Dreiundzwanzigsten Wortes, ein Beweis der Tatsache, dass der Same des Paradieses im Glauben in dieser Welt zu finden ist. Im Namen Gottes, des Mitfühlenden, des Gnadenvollen. “Wahrlich, wir erschufen den Menschen in schönster Gestalt. Als dann machten wir ihn wieder zum Niedrigsten der Niedrigen. Außer denen, die da glauben und das Rechte tun.”20

Der erste Punkt

Der Mensch steigt auf zum Höchsten des Hohen kraft des Lichtes des Glaubens und gewinnt einen Wert würdig des Paradieses. Es ist kraft der Dunkelheit des

Unglaubens, dass er zum Tiefsten des Tiefen herabfällt und einen Zustand betritt, der die Hölle verdient. Denn der Glaube verbindet den Menschen mit seinem Glorreichen Schöpfer, da der Glaube eine Form der Verbindung ist. Daher gewinnt der Mensch Wert hinsichtlich der göttlichen Kunst und der fürstlichen Namen, die in ihm durch den Glauben erscheinen. Der Unglaube trennt diese Beziehung, und als Resultat dieser Trennung wird die Göttliche Kunst verborgen, so dass der Wert des Menschen auf die Materie beschränkt wird. Nun hat die Materie nur ein vergängliches, zeitweiliges und tierisches Leben; daher ist ihr Wert dem Nichts nahe. Lasst uns dieses Mysterium mit einem Vergleich erläutern. Im Falle der menschlichen Kunst ist der Wert der Kunst von der Materie getrennt. Die zwei Werte sind zuweilen gleich; zuweilen ist das Material wertvoller; und zuweilen kann ein Kunstwerk, das fünf Kurusch Wert ist, aus Eisen bestehen, das fünf Lira kostet. Zuweilen kann eine antike Sache Millionen wert sein, obwohl das Material aus etwas besteht, das nicht einmal fünf Kurusch wert ist. Wenn solch eine antike Sache zum Markt für alte Kunstgegenstände gebracht wird und als Schöpfer ein namhafter Kunsthandwerker oder ein begabter Künstler aus der Antike angegeben wird und dieser Künstler berühmt und angesehen ist, wird die antike Sache für eine Million verkauft werden. Aber wenn sie zum Schrotthändler gebracht wird, wird sie als ein altes Stück Eisen für fünf Kurusch verkauft werden. Der Mensch ist ebenfalls ein antikes Kunstwerk, hergestellt von Gott. Er ist ein besonderes und feines Wunder der Macht Gottes, Der den Menschen als ein Feld für die Manifestationen und als Erscheinung seiner Eindrücke und als Miniatur des gesamten Kosmos erschuf. Wenn das Licht des Glaubens sein inneres Wesen betritt, werden all die bedeutungsvollen Zeichen und Eindrücke, die er trägt, in diesem Licht gelesen. Der Gläubige wird selber die Zeichen mit Bewusstsein lesen und wird andere veranlassen, sie zu lesen. Die Göttliche Kunst, inhärent im Menschen, wird sich selbst verkünden mit solchen Bedeutungen wie: “Ich bin das Produkt und das Geschöpf des Glorreichen Schöpfers, die Erscheinung Seiner Gnade und Großzügigkeit.” Mit anderen Worten, der Glaube, der aus der Verbindung mit dem Schöpfer besteht, macht all die Züge der Kunst Gottes im Menschen offenbar. Der Wert des Menschen ist abgeleitet von dieser fürstlichen Kunst, von diesem Spiegel des Ewig - Angefleht - Sein. Der Mensch, der von sich aus ohne Bedeutung ist, wird so allem der Schöpfung überlegen, wird das Objekt der Anrede Gottes und wird ein fürstlicher Wanderer, würdig des Paradieses. Aber wenn der Unglaube - die Abtrennung der Verbindung - das innere Wesen des Menschen betritt, dann werden all die tiefen Eindrücke der göttlichen Namen in die Dunkelheit zurücktreten und unleserlich werden. Denn wenn der Schöpfer vergessen wird, werden ebenfalls die spirituellen Aspekte, die auf ihn orientiert sind, vergessen und, wie es so ist, niedergeworfen. Die meisten jener tiefgründigen und erhabenen Künste, jene bedeutungsvollen und hohen spirituellen Muster, werden verborgen werden. Die übriggebliebenen, dem Auge sichtbaren restlichen Teile werden zu den simplen Ursachen und der Natur und dem Zufall weggegeben und werden letztlich verfallen. Während jedes einst ein glänzender Diamant war, wird jedes nun ein trübes Glasstück werden. Ihre einzige Bedeutung wird nur hinsichtlich der animalischen Angelegenheit sein. Was die Frucht und den Zweck der Materie anbelangt, so liegt der Sinn darin, wie wir sagten, ein kurzes Leben zu verbringen wie die höchst Machtlosen, Bedürftigen und Kümmerlichen unter all den Tieren, bevor man verscheidet und zerfällt. Auf diese Weise zerstört der Unglaube das Wesen des Menschen und verwandelt einen Diamanten in ein Stück Kohle.

Der Zweite Punkt

Der Glaube, der ein Licht ist, erleuchtet den Menschen und macht all die Buchstaben des Ewig-Angeflehten lesbar, die dem Menschen aufgeschrieben sind. Er beleuchtet auch den gesamten Kosmos, befreit die Vergangenheit und die Zukunft von der Düsternis. Lasst uns einen Vergleich bringen, der eine Vision aufzeichnet, die anzeigt, dass der Vers,

“Allah ist der Schützer der Gläubigen; er führt sie aus den Finsternissen zum Licht. “

auf dieses Geheimnis hinweist. In einer Vision sah ich zwei hohe Berge, die nebeneinander standen und durch eine furchteinflössende Brücke miteinander verbunden waren. Unterhalb der Brücke, auf der ich stand, gab es ein tiefes Tal. Die ganze Welt wurde in eine große Düsternis und Dunkelheit eingetaucht. Ich schaute zu meiner Rechten und sah oder erspähte ein riesiges Grab in der Mitte der unendlichen Finsternis. Ich schaute zu meiner Linken, und es war, als sähe ich gewaltige Unwetter, Apokalypsen und Unheil, die in den Wellen der Düsternis vorbereitet wurden. Ich schaute die Brücke hinunter und dachte, ich sähe eine tiefe Schlucht. Gegen all diese Dunkelheit war meine einzige Zuflucht eine schwache Taschenlampe. Ich schaltete sie ein und ich schaute in ihrem flackernden Licht und erblickte einen höchst schrecklichen Anblick. Vor mir, auf und neben der Brücke kamen in meinen Blick fürchterliche Drachen, Löwen und Raubtiere. Ich wünschte mir, ich hätte diese Taschenlampe gar nicht bei mir gehabt, um das nicht zu sehen. Wohin ich auch immer die Taschenlampe richtete, empfing ich ähnliche Schrecken. So sagte ich: “O weh! Diese Lampe ist ein Unglück für mich.” Und ärgerlich über sie warf ich sie zu Boden, so dass sie zerbrach. Wie die Lampe zerbrach, war es, als ob ich den Schalter einer riesigen elektrischen Leuchte berührte, welche die Welt erhellte, denn plötzlich war die Dunkelheit vertrieben, und alle Orte waren erfüllt mit dem Licht der Leuchte. Und mir wurde die Wahrheit jedes Dinges gezeigt. Ich schaute und sah, dass die vorher betrachtete Brücke eine Fernstrasse in einem normalen Gelände war, die über eine glatte Ebene führte. Das zu meiner Rechten vorher sichtbare große Grab gewahrte ich jetzt als eine

Versammlung der Anbetung, des Dienstes, der Kameradschaft und des Bittgebets, vereint in einem grünen Garten unter der Leitung von erleuchteten Männern. Was die gewittrigen Abgründe anbelangt, die ich zu meiner Rechten mir eingebildet hatte, so sah ich sie als großartigen Festplatz, als angenehme Promenade, als erhabenes Erholungsgelände, umrahmt von geschmückten, angenehmen und schönen Gebirgen. Und was die Geschöpfe anbelangte, die ich mir als schreckliche Raubtiere und Drachen eingebildet hatte, sah ich sie nun als zahme Tiere, wie Kamele, Ochsen,

Schafe und Ziegen.

Ich sagte: “Preis sei Gott für das Licht des Glaubens. “ Und ich rezitierte den Vers,

“Allah ist der Schützer der Gläubigen; er führt sie aus den Finsternissen zum Licht. “

Und ich verließ die Phantasie.

Nun, diese beiden Berge waren Beginn und Ende des Lebens, die Welt der Erde und die Welt des Zwischenreichs. Die Brücke war die Strasse des Lebens. Die rechte Seite war die Vergangenheit, und die linke Seite war die Zukunft. Die Taschenlampe war der menschliche Egoismus, d. h. er ist geblendet, verlässt sich auf eigene Erkenntnis und weigert sich, auf die himmlische Offenbarung zu lauschen. Die Dinge, die ich mir als wilde Tiere eingebildet hatte, waren die Wechselfälle dieser Welt und ihre seltsamen Geschöpfe. Nun, der Mensch, der seinem eigenen Egoismus vertraut, der in die Dunkelheit der Nachlässigkeit fällt, der bedrängt wird von der Irreführung, ähnelt meinem ersten Zustand in dieser Vision. Denn mit seiner mangelhaften und durch Irreführung beschmutzten Erkenntnis sieht er die Vergangenheit wie ein riesiges Grab inmitten der Dunkelheit der Leere, und die Zukunft sieht er als einen Ort des Terrors, stürmisch und völlig den Zufällen preisgegeben. Er betracht auch die Wechselfälle und die Geschöpfe dieser Welt wie wilde Tiere, obgleich sie in Wirklichkeit die gehorsamen Knechte des Weisen und Gnädigen Gottes sind. So liefert er eine Illustration des Verses,

“Die Ungläubigen aber-ihre Schützer sind die Taghut- sie führen sie aus dem Licht in die Finsternisse...

Dies tritt für die Ungläubigen ein. Aber wenn der Mensch göttliche Führung erhält, wenn der Glaube in sein Herz eintritt, wenn die Tyrannei seiner Triebe gebrochen ist, wenn er achtet auf das Buch Gottes, dann wird er zu meinem zweiten Zustand in der Vision kommen. Dann wird das Gesamte des Kosmos die Farbe des Tageslichts annehmen und mit göttlichem Licht gefüllt werden. Die gesamte Welt wird den Vers rezitieren, “Allah ist das Licht der Himmel und der Erde. “ Mit dem Auge des Herzens wird er dann nicht länger die Vergangenheit wie ein riesiges Grab ansehen, sondern vielmehr als Passage eines jeden Zeitalters, unter der Leitung eines Propheten oder Heiligen, zu einer hohen Station, nachdem die Scharen der reinen Geister ihre Lebensaufgabe der Gottesanbetung erfüllt

haben. Sie erfüllen ihre Lebensaufgabe, sagen Allahu-Ekber, steigen auf die hohen Stufen und treten auf die Seite der Zukunft. Wenn er zu seiner Linken schaut, wird er in der Entfernung durch das Licht seines Glaubens ein vorbereitetes Fest des Mitfühlenden Einen wahrnehmen, das in den Palästen des Paradiesgartens stattfindet, die hinter den Bergen des Wandels und der Wechselfälle im Zwischenreich und im Hiernach liegen. Er wird erkennen, dass Sturm, Erdbeben und Pest nichts mehr als uterwürfige Knechte sind, Phänomene, wie Frühlingsstürme und Regenfall, sieht er dann als Quelle höchst delikater Weisheit an trotz ihres äußeren harten Aussehens. Er sieht den Tod

als Einführung in das ewigen Leben und das Grab als Torweg zur ewigen Glückseligkeit. Folgere den Sinn der verbleibenden Aspekte des Vergleiches aus dem, was bereits gesagt worden ist.

Der Dritte Punkt

Glaube ist sowohl Licht als auch Stärke. Wer immer den wahren Glauben erwirbt, kann dem gesamten Kosmos eine Herausforderung entgegenstellen. Wenn er abhängt von der Stärke seines Glaubens, kann er befreit werden vom Druck des Unfalls und des Wechselfalls. Er spricht: “Ich lege mein Vertrauen in Gott “, und er fährt durch die Wellenberge der Wechselfälle mit äußerster Sicherheit, an Bord des Schiffs des Lebens. Er vertraut der kraftvollen Hand des Absoluten Machthabers all seine Schwierigkeiten an, und seelenruhig reist er durch die Welt, nimmt dann seine Rast im Zwischenreich. Dann fliegt er zum Paradies, um in die immerbleibende Glückseligkeit einzutreten. Aber wenn er nicht sein Vertrauen in Gott stellt, werden ihn die Schwierigkeiten dieser Welt nicht fliegen lassen, sondern im Gegenteil ihn herabzerren in das Tiefste des Tiefen. Mit anderen Worten: Der Glaube erfordert die göttliche Einheit, die Einheit erfordert die Hingabe, die Hingabe erfordert das Gottvertrauen, und das Gottvertrauen bringt das Glück in beiden Welten. Jedoch, missverstehe nicht! In Gott das Vertrauen zu setzen, bedeutet nicht eine totale Ablehnung der Ursachen. Das bedeutet vielmehr, die Ursachen als einen Schleier zu betrachten, hinter dem die Hand Gottes am Werke ist. Das bedeutet, die Ursachen zu berücksichtigen, ist eine Form des materiellen Gebets. Das bedeutet, dass alle Wirkungen dieser Ursachen als nur von Gott kommend betrachtet werden. Das bedeutet zu wissen, dass alle Resultate von Ihm ausgehen. Das bedeutet, Ihm dankbar zu sein.

Der Zustand dessen, der sein Vertrauen in Gott setzt, und dessen, der das nicht tut, wird aus der folgenden Erzählung offenkundig. Einst gab es zwei Männer. Sie waren schwer mit Gepäck beladen. Sie kauften sich ihre Fahrscheine und bestiegen ein Schiff. Der eine von ihnen legte sein Gepäck nieder, sobald sie an Bord waren, und er saß da und gab Obacht. Der andere Mann, ein arroganter Dummkopf, weigerte sich, sein Gepäck niederzulegen. Ihm wurde gesagt: “Lege dein Gepäck nieder und mach es dir gemütlich.” Aber er erwiderte: “Nein, ich will es nicht absetzen; es kann verloren gehen. Ich bin stark genug, mein Gepäck auf meinem Rücken zu halten und es auf meinem Kopf zu tragen.” So sagten sie dann zu ihm: “Dies sichere königliche Schiff trägt uns und dich und ist viel stärker als du und ist besser fähig, dein Gepäck zu schützen. Du kannst schwindelig werden und mit deinem Gepäck in den Ozean fallen. Du wirst sicherlich mit der Zeit schwächer werden. Dein gebeugter Rücken und dein leerer Kopf werden unfähig werden, das wachsende Gewicht deines Gepäcks zu tragen. Und wenn der Kapitän dich in diesem Zustand sieht, wirft er dich als einen Verrückten vom Schiff oder befiehlt, dass du als Verleumder eingesperrt wirst, der sich über uns und das Schiff lustig macht. In jedem Fall wirst du zum Gelächter der Leute werden. Denn du hast dich mit deiner Arroganz lächerlich gemacht, die in den Augen der Verständligen nur deinen Schwachsinn zeigt, und it deiner Angeberei ebenfalls, die nur Heuchelei und Gemeinheit zeigt. Jedermann lacht über dich!” Als er dies hörte, kam der Elende zur Besinnung. Er legte das Gepäck ab und setzte sich darauf. “Möge Gott euch belohnen!” sagte er. “Ich wurde befreit von Mühsal, Einkerkerung und Spott.” So, o Mensch, der du ohne Vertrauen in Gott bist! Auch du solltest zu Sinnen kommen und dein Vertrauen in Gott setzen. Nur dann wirst du von der Bettelei des gesamten Kosmos befreit, vom Zittern angesichts jedes Wechselfalls, von der Angeberei deiner eigenen Seele, vom Spott und von der Einkerkerung des ewigen Elends und vom Druck dieser Welten.

Der Vierte Punkt

Es ist der Glaube, der den Menschen zum Menschen macht; er macht ihn sogar zu einem Fürsten. Da dies der Fall ist, ist die fundamentale Pflicht des Menschen

Glaube und Gebet. Was den Unglauben anbelangt, verwandelt er den Menschen in ein machtloses wildes Tier.

Unter den Tausenden von Beweisen für diese Behauptung sind die Unterschiede zwischen den beiden Formen, in denen Menschen und Tiere auf die Welt kommen, ein genügender Beweis und ein überzeugendes Argument. Ja, die Unterschiede in den Formen, in denen Menschen und Tiere auf die Welt kommen, zeigen, dass es der Glaube ist, der den Menschen zum wahren Menschen macht. Denn wenn ein Tier auf die Welt kommt, ist es, als ob es bereits für die Vollkommenheit in einer anderen Welt entwickelt sei, denn es wird hierher geschickt vollständig entwickelt, gemäss der eigenen Fähigkeiten. Im Zeitraum von zwei Stunden, zwei Tagen oder zwei Monaten lernt es alle Bedingungen des eigenen Lebens, die Natur der Beziehungen mit anderen Wesen und die Gesetze seiner Existenz, indem es dieses Wissen mit äußerster Festigkeit erwirbt. Ein Tier, wie ein Sperling oder eine Biene, kann mittels Inspiration in nur zwanzig Tagen die Kraft zum Leben und der Aktivität erwerben, die der Mensch in zwanzig Jahren gewinnt. Daraus folgt, dass die fundamentale Pflicht des Tieres nicht die ist, schrittweise Vollkommenheit mittels Anweisung zu erlangen, mittels Erwerb von Wissen vorzurücken, Hilfe zu suchen und um Unterstützung zu beten, indem Machtlosigkeit gezeigt wird. Ihre Pflicht ist vielmehr zu handeln und Gott durch ihr Handeln anzubeten, gemäss ihrer Fähigkeiten. Was den Menschen anbelangt, wenn er auf die Welt kommt, muss er alles lernen und ist unwissend den Gesetzen des Lebens gegenüber. Er kann die Bedingungen seines Lebens nicht einmal in zwanzig Jahren lernen. In der Tat, er muss mit dem Lernen fortfahren bis an das Ende seines Lebens. Er wird extrem schwach und machtlos auf die Welt geschickt. Er braucht sogar ein oder zwei Jahre, um auf den eigenen Beinen stehen zu können. Er kann mit fünfzehn Jahren kaum zwischen dem, was schädlich ist, und dem, was nützlich ist, unterscheiden. Nur durch die Hilfe, die er von seiner menschlichen Umgebung erhält, wird er knappen Nutzen ziehen und Schaden abwenden. Die Funktion des Menschen ist daher, vorzurücken zur Vollkommenheit mittels Anweisungen, Gott zu verehren mittels Gebet und Flehen. Er muss wissen, durch wessen Gnade er so klug verwaltet wird durch wessen Großzügigkeit er so zärtlich erzogen wird, und mit welcher Gunst er so angenehm ernährt und gelenkt wird. Es ist weiterhin die Funktion und die Pflicht des Menschen, Gott, den Erfüller Aller Bedürfnisse, mit der Zunge der Schwäche und Armut anzuflehen, ihn zu bitten, anzubeten, für jene tausenderlei Bedürfnisse, von denen er kein einziges mit eigener Hand erlangen kann. Mit anderen Worten, es ist die Funktion des Menschen, auf den Schwingen der Schwäche und Armseligkeit zu der hohen Station der Gottesanbetung und Gottesknechtschaft zu fliegen. Der Mensch kam auf diese Welt, um Vollkommenheit mittels Wissen und Flehgebet zu erlangen. Mit Hinsicht auf seinen Wesenskern und seine Fähigkeit ist alles mit Wissen verbunden. Das Fundament, die Quelle, das Licht und der Geist allen wahren Wissens ist das Wissen über Gott, und das Fundament des Wissens über Gott ist der Glaube an Gott.

Da der Mensch trotz seiner unbegrenzten Schwäche großem Unheil ausgesetzt ist; unterworfen den Angriffen zahlloser Feinde; bedrängt von zahllosen Bedürfnissen trotz seiner unbegrenzten Armut; und weil er zahllose Dinge braucht- daher ist seine fundamentale und wesentliche Pflicht und Funktion dem Glauben nach Gebet, Anflehen und Fürbitten. Gebet ist das eigentliche Fundament der Gottesverehrung und der Gottesknechtschaft. Um eine Begehr oder einen Wunsch zu erlangen, die jenseits seiner Reichweite liegen, wird ein Kind entweder weinen oder darum bitten. Das heißt, es wird sich mit der Form des Flehens beschäftigen, entweder in Tat oder Wort, mit der Zunge der Machtlosigkeit, und wird so sein begehrtes Ziel erreichen. So ebenfalls ist der Mensch wie ein zartes und verwöhntes und bedürftiges Kind in dieser Welt des Belebten. Es ist notwendig für ihn, entweder in Schwäche und Ohnmacht zu weinen oder zu flehen in Armut und Bedürftigkeit an der Türschwelle des Mitfühlenden und Gnadenvollen Einen. So werden seine Ziele in seine Macht gestellt und er wird Danksagungen anbieten für deren Unterwerfung. Andernfalls, wie ein törichtes und dummes Kind, das von einer Fliege belästigt wird, wird er sagen: “Mit meiner eigenen Stärke will ich dieses anscheinend unbesiegbare Objekt unterwerfen sowie wundersame Objekte, die noch tausendmal stärker sind. Mit Überlegung und Strategien werde ich das Objekt mir gehorsam machen.” So wird er für die erhaltenen Gunsterweise in die Undankbarkeit abirren, was gegen seiner eigentlichen menschlichen Funktion zuwider läuft, und er wird sich einer strengen Züchtigung als würdig erweisen.

 

DAS ZWEITE THEMA

DES ZWEITEN PUNKTES

(Aus dem zweiunddreißigsten Wort)

Wenn der Sprecher der Leute der Irreleitung keinerlei Stütze oder Basis finden kann, auf die er seine lrreleitung bauen kann und so im Argument besiegt ist,

wird er das folgende sagen: “Ich betrachte das weltliche Glück, den Genuss des Lebens, den Fortschritt der Zivilisation und die Vollkommenheit der Künste im Widerspruch zum Denken an das Hiernach und zur Gotteserkenntnis. Daher liebe ich diese Welt, liebe ich die absolute Freiheit und die Zügellosigkeit, und ich vertraue ausschließlich auf mich selbst. Ich habe mit Beihilfe des Satans die meisten Menschen auf diesen Weg gezerrt, und ich werde fortfahren, so zu tun.” Die Antwort darauf ist: Wir sagen im Namen des Koran: O erbärmlicher Mensch! Komm zu Sinnen! Höre nicht auf den Sprecher für die Leute der Irreleitung. Wenn du auf ihn hörst, wird dein Verlust groß sein, so dass dein Geist, dein Verstand und dein Herz so erschaudern, wie man sich nicht vorstellen kann. Es liegen zwei Wege vor dir.

Der erste Weg:

Der Pfad des Elends, den der Sprecher der Leute der Irreleitung vor dir ausgelegt hat.

Der zweite Weg

Der Pfad des Glücks, der vom All-Weisen Koran für dich bestimmt worden ist. Du hast die zahlreichen Vergleiche zwischen diesen zwei Wegen in vielen “Worten” bemerkt und verstanden, besonders in den “Kurzen Worten”. Bemerke und verstehe nun einen der tausend Vergleiche, die zu unserer jetzigen Diskussion passen: Der Pfad, Gott Partner beizufügen, der Pfad der Irreleitung, der Ausschweifung, der Gesetzlosigkeit und des Lasters lässt den Menschen auf den niedrigsten Grad abfallen. Bedrängt von unbegrenzten Schmerzen wird er veranlasst, eine unbegrenzt schwere Last aufzunehmen und sie an seinen schwachen und kraftlosen Rücken zu befestigen. Denn wenn der Mensch Gott nicht anerkennt und sein Vertrauen nicht in Ihn legt, wird er extrem schwach und ohnmächtig werden, extrem bedürftig und verarmt, wird er ein leidendes, kümmerliches und vergängliches Tier, das unbegrenzten Unglücken ausgesetzt ist. Er leidet fortwährend die Pein der Trennung von allen Objekten der Liebe und der Anhänglichkeit, und er wird letztendlich all seine Geliebten aufgeben und in einer schmerzhaften Trennung in die Dunkelheit des Grabes gehen. Im gesamten Leben kämpft er vergebens, mit äußerst schwachem Willen, mit beschränkter Kraft, für eine kurzen Lebensspanne, mit einem flüchtigen Lebensgenuss und mit einer dumpfen Phantasie, gegen unbegrenzte Schmerzen und Hoffnungen, Vergeblich müht er sich ab, zahllose Wünsche und Ziele zu erreichen. Obgleich er seine eigene Last nicht tragen kann, lädt er die riesige Welt auf seine armseligen Schultern und auf sein armseliges Gehirn. Er leidet die Qual der Hölle, schon bevor er dort angelangt ist. Ja, um diese beunruhigende Pein zu vermeiden, nahmen die Leute der Irreleitung Zuflucht zu einer Trunkenheit, die einer Form von Stumpfsinn gleicht, und sie sind zeitweilig fähig, das Fühlen ihrer Pein zu vermeiden. Aber wenn sie diese fühlen, dann fühlen sie plötzlich die Nähe des Grabes. Denn wer immer kein wahrer Knecht Gottes ist, hält sich für seinen eigenen Meister. Aber mit seinem begrenzten Willen und mit seiner geringen Kraft und Stärke ist er unfähig, seinen eigenen Leib in dieser stürmischen Welt zu verwalten und zu kontrollieren. Er sieht, wie Tausende von verschiedenen feindlichen Arten sein Leben angreifen, von schädlichen Mikroben bis Erdbeben. Er befindet sich in einem schrecklichen Zustand der peinvollen Furcht, und er schaut hin zum Tor des Grabes, das ihm allezeit drohend erscheint. Während der Mensch in diesem Zustand ist, wird er auch immer belästigt durch den Zustand der Welt und der Menschheit, denn als ein Menschenwesen hängt er an der Menschengattung und an der Welt, aber er stellt sich nicht vor, dass die Welt und der Mensch unter Kontrolle des All-Weisen, All-Wissenden, Gnadenvollen und Großzügigen sind, und er hat diese Eigenschaften stattdessen dem Zufall und der Natur zugeschrieben. Zusammen mit seiner eigenen Pein erleidet er ebenfalls die Qualen der Welt. Erdbeben, Plagen, Stürme, Hunger und Knappheit, Trennung und Sterben - all dies quält ihn störend in der peinvollsten, düstersten und übelsten Weise. Aber der Mensch, der sich in diesem Zustand befindet, ist nicht wert des Mitleids und der Sympathie, denn er ist selber für den schrecklichen Zustand verantwortlich. Wie wir im Achten Wort sagten, im Vergleich der beiden Brüder, die den Schacht betraten: wer nicht mit erfrischender, süßer, geehrter, angenehmer und erlaubter Speise und ebensolchem Trank und Vergnügen zufrieden ist, dargereicht in einem angenehmen Garten bei einer angenehmen Versammlung von angenehmen Freunden, und dann einen hässlichen und unsauberen Wein trinkt, um einen unerlaubten und unreinen Genuss zu haben, wird betrunken und dünkt sich selber auf einem schmutzigen Platz inmitten des Winters, umgeben von wilden Tieren - er zittert und bebt, aber solch einer ist das Mitleid nicht wert, denn er hält seine geehrten und gesegneten Gefährten für wilde Tiere und beleidigt sie so. Weiterhin hält er die köstlichen Speisen und das saubere Geschirr beim Festessen für unreine und schmutzige Steine und wird daher beginnen, sie zu zerbrechen. Er hält die geehrten Bücher und tiefsinnigen Schriften, die beim Festessen zirkulieren, für bedeutungslose und banale Zeichnungen, zerreißt sie und wirft sie zu Boden. Solch ein Mensch ist nicht bloß der Barmherzigkeit unwürdig, er verdient auch tiefe Verachtung. So auch jener, der durch den Rausch des Unglaubens, der aus unkorrekter Wahl und aus dem Wahnsinn der Irreleitung kommt, der dieses Welthospiz des All-Weisen Schöpfers für ein Spielzeug des Zufalls und der Naturkräfte hält; der meint, dass der Durchgang in die Welt des Verborgenen jener Geschöpfe, die beständig die Erscheinung der göttlichen Namen erneuern, nach der Vollendung ihrer Pflichten mit Vergehen der Lebenszeit die Hinrichtung und die Vernichtung ist; der denkt, dass die Echohalle der Verherrlichung Gottes die Trauerredner des Todes und der ewigen Trennung sind; der die Buchseiten der geschaffenen Wesen - diese Inschriften des Ewig Angeflehten Einen für bedeutungslos und verwirrt einschätzt; wer das Tor zum Grabmal, das sich zur Welt der Gnade auföffnet, als Mund der Düsternis der Vernichtung hält; wer die bestimmte Sterbestunde, die in Wirklichkeit ein Wiedersehen ist, sich seinen wahren Freunden anzuschließen, für den Trennungsstrich von all seinen Freunden hält - solch ein Mensch bereitet sich selbst große Qual und Kummer, solch ein Mensch leugnet, verleumdet und beleidigt die Schöpfung, Gottes Namen und Inschriften, und er ist daher nicht nur des Mitleids und der Sympathie unwürdig, sondern verdient auch strenge Folter. In keinerlei Weise ist er der Gnade würdig. O erbärmliches Volk der Irreleitung und des Lasters! Welches Werk von euch, welche Wissenschaft, welche Vollkommenheit, welche Zivilisation, welcher Fortschritt kann diesem schrecklichen Absturz, dieser peinvollen Verzweiflung entgegentreten? Wo findet ihr jene wahre Tröstung, die das dringendste Bedürfnis des menschlichen Geistes ist?

Welche natürlichen Sachen - in die ihr so viel Vertrauen legt und denen ihr die Werke Gottes und die Gaben des Herrn zuschreibt - welche Ursächlichkeit, welche Partner, von euch Gott zugeschrieben, welche Entdeckung, welche Nationalität, welch falsches Objekt der Verehrung können euch von der Düsternis des Todes befreien, den ihr für eine ewige Vernichtung haltet, und kann euch befähigen, die Grenzen des Grabes zu überqueren, die Schranken des Zwischenreiches, die Grenzregionen der Ebene der Auferstehung, die Brücke Sirat? Welches dieser Dinge kann eine ewige Glückseligkeit herbeiführen? Aber wisset, dass ihr sicherlich auf diesem Weg reisen werdet, denn ihr könnt das Tor zum Grab nicht abschließen. Ein Wanderer auf solch einem Weg sollte eigentlich unbedingt sein Vertrauen in jemand legen, dessen Kontrolle und Befehl diese ganze riesige Sphäre und ihre ausgedehnten Grenzen umfasst. O erbärmliches Volk der Irreleitung und der Nachlässigkeit! Gemäß dem Prinzip “Die Konsequenz einer unerlaubten Liebe ist das Erleiden einer gnadenlosen Folter” erleidet ihr eine voll gerechtfertigte Bestrafung, denn ihr benutzt die angeborene Fähigkeit für Liebe und Erkenntnis, die Fähigkeit zu Dank und Verehrung, die sich richtigerweise auf die Wesenheit, die Eigenschaften und die Namen Gottes des Allmächtigen beziehen, für eure eigenen Triebe, und ihr werdet die unbegrenzte Qual der Triebe erleiden, eures Objekts der Liebe. Denn ihr gebt nicht wahre Ruhe eurer Geliebten (die Triebe), insofern ihr scheitert, sie vertrauensvoll dem Absoluten Machthaber zu übergeben, Der das einzig wahre Objekt der Liebe ist. Deswegen habt ihr ewigen Kummer. Ihr leidet ein weiteres Unglück, weil ihr der Welt die Liebe gebt, die

korrekterweise den Namen und Attributen Gottes gehört, und weil ihr Seine Werke unter die sekundären Sachen der Welt aufteilt. Denn die eine Gruppe dieser eurer unzähligen Geliebten wird euch den Rücken zukehren und euch verlassen, ohne Lebewohl zu sagen. Eine andere Gruppe wird euch nicht einmal erkennen, oder wenn schon, dann werden sie euch nicht lieben. Oder wenn sie euch lieben, wird ihre Liebe nutzlos sein. Ihr werdet beständig an unzähligen Trennungen und Abschieden und Zergehen leiden, ohne Hoffnung auf Wiederkehr. Dies ist dann die wahre Natur und das wahre Wesen dessen, was die Leute der Irreführung die Quelle des Menschenglücks, die menschliche Vollkommenheit, die fortgeschrittene Zivilisation und den Genuss der Freiheit nennen. Laster und Berauschung sind nur ein Schleier und machen es möglich, das Fühlen zeitweilig anzuhalten. Sage dann: “Ich spucke auf den Verstand jener, die solch einem Weg folgen!” Aber was die leuchtende Fernstrasse des Koran anbelangt, heilt sie mit den Glaubenswahrheiten alle Wunden der Leute der Irreleitung. Sie zerstreut alle Düsternis und Dunkelheit auf ihrem Weg. Sie schließt das Tor vor aller Irreleitung und Verderbnis. So heilt der koranische Weg die Schwäche, Machtlosigkeit, Armut und Bedürftigkeit des Menschen mit dem Vertrauen in den Gnadenvollen Einen und in den Allmächtigen Einen. Der Mensch vertraut die Bürde des Lebens der Existenz Gottes Macht und Gnade an, statt sie auf sich selber zu laden, und er findet eine Station der Muße, als wäre er vom eigenen Leben und Trieb getragen. Der Mensch ist nicht ein “vernünftiges Tier”, sondern vielmehr ein wahrer Mensch, ein gut empfangener Gast des Mitfühlenden Einen. Er (der Koran) zeigt die Welt als ein Hospiz des Mitfühlenden Einen; die in ihr enthaltenen Dinge sind Spiegel für die Göttlichen Namen, und die in ihr gefundenen erschaffenen Objekte sind die immerfrischen Inschriften des Ewig Angeflehten Einen; und der Koran heilt sanft den Menschen von den Wunden, die ihm durch die Vergänglichkeit der Welt, durch die vergängliche Natur der Dinge und durch die Liebe zum Unwesentlichen zugefügt worden sind; und der Koran befreit ihn von der Dunkelheit der Einbildung und der Einbildungskraft. Der Koran zeigt den Tod und die bestimmte Sterbestunde als ein Vorspiel, um sich den Geliebten anzuschließen und um die zu treffen, die bereits in der Welt der Ewigkeit sind, und als Brücke zum Zwischenreich. Er heilt so die Wunden, die durch die Vorstellung vom Tod als ewige Trennung von allen Freunden vorgestellt wurden, wie es die Leute der Irreleitung sehen. Er zeigt, dass jene vermeintliche Trennung tatsächlich die wahrste Form des Treffens ist. Weiter: Ist das Grab ein Tor, das sich zur Welt der Gnade, zur Stätte des Glücks, zum Garten des Paradieses, zum leuchtenden Reich des Mitfühlenden Einen öffnet, wird durch diese Aussage die schrecklichste Furcht des Menschen herausgerissen, und sie zeigt, dass die anscheinend peinvolle, mühsame und unangenehme Reise zum Zwischenreich tatsächlich die genussreichste, freudigste und fröhlichste der Reisen ist. Mit dem Grab schließt die Reise das Maul des Drachen und öffnet ein Tor zu einem schönen Garten. Das Zwischenreich ist nämlich nicht das Maul des Drachen, sondern eine Tür, die sich zum Garten der Gnade öffnet. Der Pfad des Koran sagt auch zu den Gläubigen: “Da dein Wille nur beschränkt ist, widme deine Angelegenheit dem universalen Willen deines Meisters! Da deine Macht aber schwach ist, setze dein Vertrauen in den Absoluten Machthaber! Da deine Lebensspanne knapp ist, wisse, dass ein ewiges Leben auf dich wartet, und sei nicht bekümmert! Wenn deine Gedanken trübe werden, betritt den Bereich der Sonne des Koran! Schau mit dem Licht des Glaubens, und jeder Vers des Koran wird dich erleuchten wie ein Stern, anstatt des Glühwürmchens deines eigenen Geistes! “Da du unzählige Hoffnungen und endlose Leiden hast, wisse, dass unendliche Belohnung und Gnade ohne Schranken auf dich warten. Da du unzählige Begehren und Wünsche hast, denke nicht an sie und werde nicht aufgestört. Diese Welt kann sie nicht enthalten. Der richtige Ort für sie ist ein anderes Reich, und jener, der

sie gewähren wird, ist ein anderer!”

Der Pfad des Koran sagt auch: “O Mensch! Du bist nicht dein eigener Meister. Vielmehr bist du der Knecht des Besitzers der Unbegrenzten Macht, der Uneingeschränkten Gnade und der Absoluten Glorie. Überfordere dich daher nicht mit der Bürde deines eigenen Lebens. Denn Er (Gott) ist es, Der dein Leben gewährt und es lenkt. Die Welt ist ebenfalls nicht ohne Besitzer. Daher brauchst du dich nicht zu mit der Sorgenlast für den Zustand der Welt quälen, denn der Meister dieser Welt ist all-weise, allwissend. Du bist ein Gast hier. Mische dich nicht unnötig in die Angelegenheiten deines Gastgebers ein und verursache kein Durcheinander. Geschöpfe, wie Menschen und Tiere, wurden auch nicht den eigenen Ratschlägen überlassen. Vielmehr ist jedes von ihnen mit einer Pflicht beauftragt und wird von dem Weisen Einen und Gnadenvollen Einen kontrolliert. Sorge dich nicht um ihre Qualen und Nöte, weil du dir damit nur selber Seelenpein zufügst. Versuche nicht, zarter und mitfühlender als ihr Gnadenvoller Schöpfer zu sein. Die Zügel all jener Dinge, die dir feindlich sind - Mikroben, Plagen, Stürme, Hungersnot und Erdbeben - sind in der Hand des Gnadenvollen Einen und des Weisen Einen. Da Er weise ist, macht Er nichts blindlings. Da Er gnadenvoll ist, ist Seine Gnade überreich, und eine Form der Anmut und der Gunst ist in jeder Seiner Taten enthalten.”

Der Pfad des Koran sagt auch: “Diese Welt ist in der Tat vergänglich. Sie schafft jedoch die Instrumente, die für die ewige Welt gebraucht werden. Sie ist vorübergehend und vergänglich, aber sie bringt ewige Früchte hervor und entfaltet die Manifestationen der ewigen Namen eines Ewigen Wesens. Ihre Vergnügen sind in der Tat wenig und ihre Schmerzen überreich, aber die

Gunsterweise des Mitfühlenden und Gnadenvollen Einen sind immerwährende und wahre Freuden. Was die Plagen dieser Welt anbelangt, führen auch sie letztendlich zur Freude, weil sie wegen des Aushaltens Belohnung bringen. Da die Sphäre des Erlaubten ausreicht für all die Genüsse, Ergötzungen und Freuden des Geistes, des Herzens und der Triebe, betritt nicht die Sphäre des Unerlaubten. Denn ein einziger Genuss innerhalb dieser Sphäre zieht zuweilen tausend Schmerzen nach sich, abgesehen davon, dass jene Gunsterweise des Mitfühlenden Einen verloren gehen, die wahre und bleibende Freude sind. “Darüber hinaus lässt der Pfad der Irreleitung, wie oben dargelegt, den Menschen absteigen zum Tiefsten des Tiefen in solcher Weise, dass keine Philosophie, keine Zivilisation ein Heilmittel liefern kann, und kein menschlicher Fortschritt und keine wissenschaftliche Leistung kann ihn von der Tiefe des finsteren Schachts befreien. Im Gegenteil, der All-Weise Koran erhebt den Menschen, durch Glaube und gute Taten, vom Tiefsten des Tiefen bis zum Höchsten des Hohen. Mit dem ganz starken Beweise zeigt er den Aufstieg. Er füllt jenen tiefen Schacht auf mit den Sprossen des spirituellen Fortschritts und des inneren Vorankommens. “Er erleuchtet ganz einfach auch des Menschen lange, stürmische und mühsame Reise in die Ewigkeit. Er zeigt ihm Mittel, um eine Distanz von tausend oder fünfzigtausend Jahren in einem einzigen Tag zu durchqueren.”

“Er macht den Besitzer der Glorie bekannt, Welcher Der Alleinherrscher der Vor- und Nachewigkeit ist, und damit gewährt er dem Menschen die Positionen eines Knechtes und Gastes, der mit einer gewissen Aufgabe betraut ist. Er (der Koran) ermöglicht ihm (dem Menschen), mit äußerster Ruhe sowohl Im Hospiz dieser Welt als auch in den Etappen und Haltestellen der Zwischenwelt und im Reiche des Jenseits zu reisen.” “Der Treuhänder und Knecht eines Monarchen wird mit Leichtigkeit durch sein Reich und durch seine Provinzen reisen, und das mit den schnellstmöglichen Mitteln, wie Flugzeug, Schiff oder Eisenbahn. So auch wird jener, der eine Beziehung zum Vor-Ewigen Monarchen herstellt, mittels guter Taten und mittels Glaube und Gehorsam, mit der Geschwindigkeit eines Blitzes oder des Buraq * die Etappen dieses Welthospizes durcheilen, die Sphären des Zwischenreiches und die Welt der Auferstehung und die Grenzen aller Reiche, die jenseits des Grabes liegen, und so wird er die ewige Glückseligkeit erlangen. Der Koran begründet diese Wahrheit in deutlicher Form und zeigt sie den Reinen und Heiligen.” Die Wahrheit des Koran sagt auch: “O Gläubige! Gebt nicht eure unbegrenzte Fähigkeit für Liebe euren hässlichen, defekten, bösen und schädlichen Schlechten Trieben und macht ihre Launen nicht zum Objekt der Anbetung. Nimm vielmehr als dein Objekt der Liebe und der Anbetung den Einen, Der würdig ist deiner unbegrenzten Liebesfähigkeit; Der unbegrenzte Gaben dir gewährt hat; Der in Zukunft ebenfalls dich unbegrenzt glücklich machen wird; Der all jene Wesen glücklich macht, an denen du hängst und deren Glücklichkeit die Quelle deines Glücks ist; Der unbegrenzte Vollkommenheit und Schönheit besitzt, die unbegrenzt heilig ist, die erhaben ist, transzendent, fehlerlos, makellos und unvergänglich; die Schönheit Seiner Gnade und die Gnade Seiner Schönheit wird demonstriert durch all die Schönheiten und Wohltaten des Paradieses; in jedem Seiner Namen wohnen reichliche Lichter der Schönheit und Anmut inne; Dessen Schönheit und Vollkommenheit angezeigt wird durch die Anmut, Schönheit und gute Eigenschaft und Vollkommenheit aller liebenswürdigen und geliebten Objekte im Kosmos. Du sollst solch ein Wesen lieben und anbeten.” *Buraq ist das Reittier des Propheten Mohammed bei seiner Himmelfahrt. Der Koran sagt auch: “O Mensch! Verschwendet nicht unnütz eure Liebesfähigkeit an vergängliche Dinge und unnütze Geschöpfe, die richtigerweise für Gottes Namen und Eigenschaften existieren. Die schönen Namen, deren Eindrücke und Erscheinungen auf den Werken und Geschöpfen eingeschrieben sind - sie sind ewig und permanent. In jedem der Namen und Eigenschaften gibt es Tausende von Graden der Wohltätigkeit und Schönheit, Tausende von Stufen der Vollkommenheit und Liebe. Schau einfach auf den Namen des Mitfühlenden: Das Paradies ist eine Erscheinung davon, ewige Glückseligkeit ist eine Lichtgarbe, daraus abgeleitet, und all die Fürsorge und Wohltätigkeit in der Welt ist ein bloßer Tropfen, davon genommen.” Achte auf diesen Vers, der das Wesen der Leute der Irreleitung und das Wesen der Leute des Glaubens anzeigt, wie auch ihre diesbezüglichen Funktionen und ihr Leben:”Wahrlich, wir erschufen den Menschen in schönster Gestalt. Alsdann machten wir ihn wieder zum Niedrigsten der Niedrigen. Außer denen, die da glauben und das Rechte tun.’25 Achte auch auf diesen Vers, der ihr endgültiges Resultat und Ergebnis anzeigt:

“Und nicht weinte der Himmel über sie und die Erde.”26 In welch erhabener und wunderbarer Weise legen sie den Vergleich vor, den wir gemacht haben! Die Bedeutung, die im ersten Vers wunderbar und genau ausgedrückt ist, wurde ausführlich im Elften Wort dargelegt, und daher verweisen wir unsere Leser auf jenen Teil des Risale-i Nur, um die Diskussion darüber zu vertiefen. Was den zweiten Vers anbelangt, werden wir durch einen kurzen Hinweis zeigen, welch erhabene Bedeutung er ausdrückt. Die ausdrückliche Bedeutung des Verses ist, dass die Himmel und die Erde nicht weinen, wenn die Leute der Irreleitung sterben. Die eingeschlossene Bedeutung ist, dass die Himmel und die Erde weinen, wenn die Leute des Glaubens von der

Welt scheiden. Denn die Leute der Irreleitung, durch ihre Leugnung der Funktionen der Himmel und der Erde, durch die Nichtbeachtung ihrer Bedeutung, durch die Ablehnung ihres Wertes, durch die Weigerung, ihren Schöpfer zu erkennen, handeln tatsächlich mit Feindseligkeit und Respektlosigkeit gegen sie. Die Himmel und die Erde werden dann natürlich nicht über sie weinen, sondern sie tatsächlich verfluchen und bei ihrem Tode jubeln. Was die eingeschlossene Bedeutung anbelangt, dass die Himmel und die Erde über den Tod der Leute des Glaubens weinen, so geschieht dies deswegen, weil die Leute des Glaubens die Funktionen der Himmel und der Erde kennen, deren wahre Natur billigen und verstehen. Durch den Glauben drücken sie die Bedeutungen aus und sagen: “Wie wunderschön sind sie gemacht worden; wie fein vollführen sie ihre Funktionen!” Sie geben ihnen den wahren Wert und erweisen ihnen den gebührenden Respekt. Sie lieben sie und die Namen, die sie um Gottes des Allmächtigen willen spiegeln. Aus diesem Grunde grämen sich die Himmel und die Erde über den Tod der Leute des Glaubens, als ob sie weinten.

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