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Interkulturalität

Grußwort

Eine türkische Familie zog in eine neue Wohnung ein, in direkter Nachbarschaft zu einer deutschen Familie. Die türkische Familie backte einen Kuchen und wartete darauf, dass die Nachbarn sie besuchen und sie willkommen heißen. So kannten sie es aus ihrer eigenen Tradition. Die deutsche Familie backte ebenfalls einen Kuchen, denn es ist bei ihnen üblich, dass die neuen Nachbarn vorbeikommen und sich vorstellen. Beide Familien blieben mit ihrem Kuchen allein.

Doch leider blieben sie nicht nur mit ihrem Kuchen alleine sondern öfters auch mit ihren Vorurteilen. Denn es sind solche kleinen Missverständnisse und das Unbekannte, die zu Vorurteilen führen können. Die türkische Familie könnte die deutsche Familie mit Diskriminierung und Ausgrenzung beschuldigen. Die deutsche Familie könnte davon ausgehen, dass die türkische Familie sich ausgrenzt und eine Parallelgesellschaft mitten in der Nachbarschaft bildet. Hätten aber beide Familien die Information darüber, wie sich alte und neue Nachbarn in der jeweiligen Kultur verhalten, käme es nicht zu diesen Vorurteilen.

Unkenntnis führt also zu Unsicherheit, und dies zu Distanz. Wenn Distanz langfristig anhält, entstehen Ängste. Daher ist es von großer Bedeutung, das Unbekannte zum Bekannten zu machen, bevor Ängste entstehen. Nur so kann ein friedliches Miteinander gelingen. Nur so kann Integration funktionieren. Integration ist aber kein Zustand und hat auch keinen Endpunkt. Es ist eher ein ständiger Prozess.

In diesem Prozess darf das vermeintlich Fremdartige nicht als etwas Negatives bewertet werden. Das geht nur, wenn man sich kennenlernt. Hierzu sagte Ali, der Schwiegersohn des Propheten Muhammed: „Der Mensch mag das nicht, was er nicht kennt.“ Wenn man sich kennt, merkt man, wie ähnlich man eigentlich ist. Somit verschwindet das Fremde. Anstelle dieser kommt Freundschaft hervor.

Und dieses Kennenlernen sollte nicht nur künstlich auf bestimmten Veranstaltungen stattfinden, sondern im Alltag, in der Schule, auf dem Arbeitsplatz, im Supermarkt, im Kino gelebt werden. Nur so können Ängste tatsächlich abgebaut werden.

Jeder von uns hat im Alltag die Möglichkeit, dieses Kennenlernen, diesen Austausch zu fördern. So haben wir öfters Begegnungen wie im Kuchenbespiel. Wenn wir dabei Menschen offener, sensibler und mit positiver Neugier begegnen, können wir den interkulturellen Austausch und den Dialog fördern.

Als ein positives Beispiel, den Dialog zu fördern, kann das Zwischenräume-Projekt des Theaterlabors genannt werden. Als das Theaterlabor mit dem Projekt auf das Bündnis Islamischer Gemeinden zukam, war es für uns keine Frage des Ob, sondern wie wir unseren Anteil einbringen können. Denn in den Bereichen wie Theater und Kunst finden Begegnungen nur selten statt. Obwohl gerade in diesen Bereichen die Dialogpotenziale und die nachhaltigen Effekte immens sein können. Daher war es uns eine große Freude ein Teil dieses erfolgreichen Projekts zu sein.

Dr. Cemil Şahinöz
Vorsitzender des Bündnis Islamischer Gemeinden

Theaterprojekt „Zwischenräume“ – Broschüre
https://drive.google.com/file/d/161f8J4OyQXYL-iSWloDArUEkXOcDhSek/view?usp=sharing

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