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Hallo,

 

ich bin darauf angesprochen worden, wie es denn sein kann das ein Sufi kein Muslim ist.

Darum möchte ich hier Pir Zia (Muslim) zitieren, der Oberhaupt des Internationalen Sufiordens ist:

 

 

 

Über die Bedeutung des Wortes 'Sufismus':

 

Das Wort 'Sufismus' ist eine ziemlich unglückliche Übersetzung, denn das Suffix 'ismus' scheint eine festgelegte Ideologie zu implizieren. Sufismus geht in seinem Wesen über Ideologie hinaus. Das Wort 'Sufismus' ist eine Übersetzung für ein arabisches Wort, das ganz wörtlich bedeutet: 'ein Sufi werden'.

 

Dann erhebt sich die Frage,- wenn Sufismus darin besteht, 'ein Sufi zu werden', was wird man da? Was ist ein Sufi? Dies war eine oft gestellte Frage, als das Wort 'Sufi' vor vielen Jahrhunderten in Umlauf kam, und die Sufis selbst beantworteten sie auf sehr verschiedene Weise. Manchmal wurde gesagt, ein Sufi ist 'einer, der gut atmet'. Jemand anderer sagte, daß der Sufi 'der Sohn oder die Tochter des Augenblicks' sei. Und wieder ein anderer sagte, ein Sufi sei 'wie ein Kind am Busen Gottes'.

 

All diese Definitionen lenken unsere Aufmerksamkeit auf eine innere Haltung – nicht auf eine äußere Identität, nicht eine Ideologie, sondern auf eine Gegenwart, und das ist es, was der Sufismus lehrt.

 

 

Über die Beziehung zwischen Sufismus und Islam:

 

Beim Islam selbst können wir unterscheiden zwischen dem so etikettierten Islam und einem Islam als Oberbegriff. Der Heilige Qur'an selbst verweist auf eine Vielzahl von Propheten. Es heißt: "Wir haben einen Propheten in jede Gemeinschaft entsandt". Und in der Hadith-Literatur – d.h. in der Überlieferung der Äußerungen des Propheten Mohammed, Friede sei mit ihm – ist die Rede von 124000 Botschaftern. All diese waren Boten einer einzigen göttlichen Botschaft, und diese göttliche Botschaft ist Islam im umfassenden Sinne, die essentielle Religion, die allen existierenden religiösen Formen innewohnt, einschließlich derjenigen Form, die wir 'Islam' nennen, die in Wirklichkeit die Mohammedanische Version von Islam ist. Das ist Islam als Träger eines eingebürgerten Namens.

 

Der Sufismus hat eine tiefe, wesentliche Verbindung sowohl mit dem Islam im übergreifenden Sinne, mit universaler Religiosität, welche die gemeinsame Dimension der Tiefe menschlicher Erfahrung ist, die in der Tiefe aller Weltreligionen gefunden werden kann und die zurückgeführt werden kann auf die frühesten Propheten. Und Sufismus als historisches Phänomen hat ebenso eine besondere Verbindung mit dem System der islamischen Religion, welche eine Form unter vielen Formen von 'risala', der Botschaft darstellt.

 

 

Über die Einführung des Sufismus in den Westen:

 

Mein Großvater Pir-o-Murshid Hazrat Inayat Khan war der Erste, der Sufismus in der westlichen Welt gelehrt hat. Er studierte unter Anleitung seines eigenen Murshid [Lehrers] Sayyid Abu Hashim Madani. Und am Ende seines Lebens blickte Sayyid Madani in seine Augen und sagte: "Geh hinaus in die Welt und verbreite die Weisheit des Sufismus. Vereinige Ost und West im Bewußtsein der Einheit des Seins."

 

Im Jahre 1910 segelte mein Großvater mit seinen Brüdern von Bombay los und gelangte in die Vereinigten Staaten. In den ersten Jahren, so sagte er, war er mehr damit beschäftigt zu lernen als zu lehren. Er wollte nicht lediglich eine fremde Lehre auf die Menschen dieses Landes übertragen, sondern erstrebte im Gegenteil ein möglichst tiefes Wissen von den Bedürfnissen dieser Menschen, ihren Berufungen und Bestrebungen – um die Psyche der westlichen Welt zu verstehen.

 

Er heiratete eine westliche Frau, und allmählich entfaltete er seine Lehre als Antwort auf die Bedürfnisse, die er in den westlichen Menschen wahrnahm. Eine Anzahl von Schülern zog es zu ihm hin, und schließlich schuf er eine Organisation, die er den Sufiorden im Westen nannte, welcher die Abstammungslinie des Sufismus repräsentierte, die er geerbt und fortgesetzt hatte. Sie repräsentierte die Botschaft von der Bruderschaft der Menschheit, der Geschwisterlichkeit aller menschlichen Wesen in der größeren Familie der Menschheit – die Erkenntnis, daß alle Nationen und Religionen Organe eines einzigen Körpers sind, und dieser Körper ist der Körper der Menschheit; nur wenn alle Organe in Harmonie tätig sind, wird die Gesundheit der Menschheit ihre ideale Form erreichen.

 

Pir-o- Murshid sagte, daß jede Religion eine Note zum Klingen gebracht hat, aber indem der Erdball sich in einer einzigen Zivilisation vereinigt hat, gibt es eine Gelegenheit für all die Noten zusammenzuklingen, auf daß wir die Sinfonie der Botschaft hören mögen, die jede einzelne Note übersteigt und die Fülle der menschlichen Erfahrung über die Jahrtausende repräsentiert.

 

 

Über das Lehren von Sufismus:

 

Die Überlieferung der esoterischen Schule des Sufismus wird von Herz zu Herz weitergegeben, vom Lehrer auf den Schüler, und sie kann nur vollständig empfangen werden durch die tiefe Verbindung, welche zwischen zwei menschlichen Herzen existiert, die tief aufeinander eingestimmt sind. Als mein Großvater seine anfängliche Einweihung durch seinen Murshid empfing, lud ihn dieser in sein Haus ein, und mein Großvater pflegte ihn täglich zu besuchen. Monatelang saßen sie beisammen, und sein Murshid redete über die allergewöhnlichsten Dinge – lokale Ereignisse, das Wetter, usw. Erst nach vielen Monaten begann sein Lehrer über esoterische Themen in der Terminologie der Sufis zu sprechen. Als mein Großvater dies hörte, war seine Neugier geweckt und er zog sein Notizbuch hervor. Und sobald er dies sah, wechselte sein Murshid ebenso schnell das Gesprächsthema und kehrte zu weltlichen Angelegenheiten zurück.

 

Mein Großvater sagte immer, er lernte, daß die Lehre auf die Tafel des Herzens diktiert werden muß; sie kann nicht im Verstand empfangen werden. Sie muß in der tiefsten Dimension unseres Wesens assimiliert werden, und dies geschieht durch die Einstimmung auf den Lehrer. Und der Lehrer ist auf seinen Vorgänger eingestimmt worden, der sich wiederum auf seinen eingestimmt hatte, und das über die Generationen, über die Jahrhunderte hinweg bis zurück auf den Propheten Mohammed – Friede sei mit ihm – und durch den Propheten Mohammed auf die früheren Propheten – auf Isa le Isalam, Jesus Christus, und auf den Propheten Moses - Friede sei mit ihm – und den Propheten Abraham. Und die Propheten all dieser Religionen bilden eine einzige Hierarchie, welche die göttliche Botschaft repräsentiert, die übermittelt und durch die Kanäle der esoterischen Orden geschleust wird mittels der Verkörperung des Murshid, des Lehreres, und auf diese Weise den Aspiranten erreicht.

 

 

Über Sufi-Orden:

 

Nach den Hadith - den überlieferten Aussprüchen des Propheten Mohammed – gibt es so viele Wege zu Gott, wie es Atemzüge gibt. Und innerhalb des Sufismus gibt es eine Vielfalt von Herangehensweisen an das Ritual, die meditative Übung. Dies sind Lehrtraditionen, die sich aus der Weitergabe vom Lehrer an den Schüler entwickelt haben. Viele Lehrer haben mehr als einen Schüler, und viele von diesen Schülern empfangen die volle Übertragung des Wissens und werden selbst zu Lehrern. Die Traditionslinie verzweigt sich wie ein Baum. Jeden Zweig könnte man als einen Orden beschreiben, der gewisse gemeinsame Merkmale hat – bestimmte gemeinsame Formen der Rezitation, der rituellen Anrufung Gottes. Und doch teilen sie alle die elementaren, die grundlegenden Werte, welche die Essenz des Sufismus sind.

 

 

Über besondere Sufi-Praktiken:

 

Die wesentliche Übung im Sufismus ist 'Dhikr', was Erinnerung bedeutet - Gedenken Gottes, der Quelle und des Ziels aller Wesen, Erinnerung an unser wahres Zuhause. Dieses Gedenken wird auf rituelle Weise praktiziert in der Anrufung göttlicher Namen und besonders in der Rezitation "La ilaha illa 'llah" – "Es gibt keine Gottheit außer dem einen Gott". Diese Rezitation erinnert uns daran, daß all unsere subjektiven Konzepte hinsichtlich unserer selbst, hinsichtlich der Natur des Universums, relativ sind. Die eine Realität schließt all solche relativen Begriffsbildungen mit ein, aber sie übersteigt sie zugleich und läßt sie hinter sich zurück. Das ist es, was wir 'Allah' nennen, die eine Wirklichkeit, das wahre Wesen, das Absolute.

 

Dieses Eine Wesen wird in Erinnerung gerufen durch Akte der Rezitation – wiederholte Rezitation verbunden mit Bewegung, mit Koordination des Atems, manchmal mit Visualisierung, unter Verwendung dieses Sprechgesangs "La ilaha illa 'llah" und Varianten davon sowie anderen Anrufungen des Göttlichen.

 

 

Auf der ersten Stufe rezitiert man den Namen Gottes mit der Stimme, aber der Geist mag dabei abwesend sein, das Herz ist vielleicht nicht eingestimmt. Auf der zweiten Stufe – wenn man an der Übung festhält – mag man das Stadium erreichen, wo die stimmliche Rezitation weitergeht, der Geist sich zu konzentrieren beginnt und auch das Herz allmählich in Einstimmung gelangt. Auf der dritten Stufe gibt es vollkommene Symmetrie. Die Stimme rezitiert. Der Geist ist konzentriert. Das Herz ist eingestimmt. Die Übung geschieht in Einheit. Auf der vierten Stufe gibt man die stimmliche Übung auf. Man kehrt in die Routine des täglichen Lebens zurück, aber das Herz macht den Dhikr weiter, verweilt im Gedenken.

 

Es ist von höchster Wichtigkeit, eine direkte Beziehung zu einem spirituellen Wegbegleiter zu haben, denn der Pfad eines jeden von uns ist charakteristisch für eben diese Person. Wir beginnen mit unserer eigenen Konditionierung, die bei jedem von uns anders ist, und das ist der Ort auf dem Weg, von dem aus wir uns einschiffen. Die Probleme, die auftauchen, wenn wir den Pfad beschreiten, gehören zu ihm. Sie sind die Substanz des Weges selbst. Der Pfad existiert nicht außerhalb von uns. Er existiert in uns. Und den ganzen Weg entlang sind all die Widerstände, all die Ängste, all die Gefühle von Unzulänglichkeit, all das Begehren nicht etwas, das dem Pfad äußerlich wäre. Sie sind die pure Substanz der Arbeit. Wie wir mit dem arbeiten, was durch das Selbst hindurchkommt – das ist die Substanz des spirituellen Pfades.

 

Es gibt eine gemeinsame Basis von Psychotherapie und spiritueller Arbeit. Wenn es einen Unterschied gibt, dann den, daß die spirituelle Arbeit des Sufismus eine transzendente, transpersonale Dimension einschließt. Und man muß natürlich sehen, daß in der Psychotherapie Menschen arbeiten, welche die transpersonalen Dimensionen anerkennen und mit ihnen arbeiten – das ist transpersonale Psychotherapie. Und besonders dort gibt es enorme Gemeinsamkeit.

 

 

Über Religion, Philosophie und Meditation:

 

Sufismus ist auf grundlegende Weise erfahrungsorientiert. Er basiert nicht auf intellektuellen Prämissen. Er gründet in direkter, persönlicher Erfahrung. Und so streben wir nicht danach, die Wahrheit durch Bücherwissen zu entdecken, sondern vielmehr dadurch, daß wir das Manuskript unseres eigenen Selbst lesen und dadurch zu einer unmittelbaren Erfahrung gelangen. Jeder Glaube, der nur auf Nachdenken beruht, wird einem Zweifel unterworfen sein, wenn die Theorie, auf der er basiert, in Frage gestellt wird. Es gibt aber eine essentielle Überzeugung, die aus unmittelbarer innerer Erfahrung entsteht, wenn das mystische Erleben von solcher Intensität ist, daß es greifbarer ist als die äußere Welt, welche die Quelle unserer Konsens-Realität darstellt. Wenn diese Realisierung erfahren wird, gelangt man zu einer Ebene des Überzeugtseins, die den Glauben konventioneller Religion hinter sich läßt, der darin gründet, auf eine bestimmte Weise aufgewachsen zu sein und daher bestimmten Glaubenssätzen anzuhängen.

 

 

Dies ist ein Glaube, der auf persönlicher Erfahrung basiert, und in der Meditation hat man solch eine Erfahrung. Man ist in der Lage, Zugang zu Dimensionen seines Wesens zu bekommen, die das Physische übersteigen. Und auf diese Weise erkennt man die Ewigkeit einer bestimmten Weise des eigenen Seins, und daher braucht man nicht länger zu fragen oder darüber zu diskutieren, ob es ein Leben nach dem Tod gibt oder ob eine höhere Intelligenz existiert.

 

In unserer konventionellen, routinehaften Art zu leben ist uns nur ein sehr kleiner Randbereich von der Totalität unseres Wesens zugänglich. Wir leben auf der äußersten Oberfläche des Lebens. Durch Meditation haben wir Zugang zu tieferen Ebenen – tieferen Ebenen sogar innerhalb unseres physischen Organismus, zum elektromagnetischen Feld, der Aura, und tieferen Ebene unserer eigenen Psyche – Ebenen des Bewußtsein, die unsere individualisierte, egozentrische Identität transzendieren.

 

Wenn wir durch Meditation in diese Dimensionen gelangen und aus erster Hand eine direkte, unmittelbare Erfahrung von Präsenz haben, dann besitzen wir ein Wissen, das nicht auf Ideologie gründet. Es gründet nicht auf Bücherwissen. Es basiert nicht auf kultureller Anpassung.

 

Die im Sufismus fundamentale Art zu wissen wird 'Wissen durch Präsenz' genannt. Alle andere Kenntnis ist Wissen durch Entsprechung, was sich auf begriffliches Wissen bezieht. Aber begriffliches Wissen muß selbst in einem fundamentalen epistemologischen Akt gründen, und dieser ist Wissen durch Präsenz – die Erkenntnis der Unmittelbarkeit, der direkten Erfahrung, des Einswerdens von Zeuge und Bezeugtem. Dies ist die wesentliche Erfahrung in den Tiefen der Meditation. Dies gibt einem eine Überzeugung, die unerschütterlich ist.

 

 

Über die Sufi-Familie:

 

In unserem Orden haben wir Hunderte von Repräsentanten. Es gibt Zentren in jedem Bundesstaat dieses Landes [uSA], und jeder Repräsentant ist vollkommen authorisiert und ermächtigt, die Sufibotschaft zu repräsentieren. Und zugleich habe ich eine besondere Verantwortung als derjenige, der auf dem Gebetsteppich des Vorgängers sitzt. Meine Verantwortung besteht darin, das Ganze zu koordinieren und die grundlegende Integrität der wesentlichen Überlieferung aufrechtzuerhalten.

 

 

Über den Sufismus und andere Religionen:

 

Meine Großvater hat die Sufibotschaft als ein essentielles Bewußtsein vorgestellt, das im Wesen all der großen Weltreligionen entdeckt werden kann. Es ist der gemeinsame Strang mystischer Erkenntnis, der alle prophetischen Sendungen vereint.

 

 

Das wurde in der Geschichte des Sufismus anerkannt. Der Prinz Dara Shaku, welcher der gesetzliche Erbe seines Vaters Sha Jihan war, des großen Mogul-Königs, schrieb ein Buch namens MAJ HAMU AL BAHRAIN, was 'die Fusion der zwei Ozeane' bedeutet – ein Ozean ist der Islam, der andere der Hinduismus. Er stellte eine vergleichende Untersuchung an und gelangte zu der Schlußfolgerung, daß im Kern die gemeinsame Erkenntnis beider die Einheit des Seins war. Sie hatten verschiedene Terminologien, verschiedene Systeme der praktischen Ausübung, aber es gab eine essentielle Einheit.

 

Ich glaube, daß essentielle Einheit in allen religiösen Traditionen entdeckt werden kann. Sie ist der gemeinsame Strang der Tiefe menschlicher Erfahrung auf diesem Planeten, und sie ist universell, absolut universell. Sie transzendiert all die Unterschiede der Akkulturation, der Ideologie. Es gibt etwas Essentielles am voll entfalteten Menschsein, und im Wesen des menschlichen Daseins liegt eine Beziehung zum Göttlichen.

 

Die Sufibotschaft ruft uns dazu auf, diese Beziehung - in welcher äußeren Form auch immer - zu kultivieren, im Rahmen jeder beliebigen Religion. Jede Religion ist eine Fügung der Vorsehung, die dazu dienen kann, uns mit einer inneren Öffnung gegenüber der Wahrheit zu versorgen.

 

In dieser Zeit, in der wir leben, hat es ein globales Erwachen gegeben. Die Welt kommt zusammen auf eine Weise, die nie zuvor möglich gewesen war. Es erscheint auf der einen Seite die Aussicht - die Gefahr - einer Vereinheitlichung auf dem Niveau der Homogenität, wenn nicht sogar der Uniformität. Auf der anderen Seite erscheint die Aussicht auf eine Einheit in Vielfalt, ein Erkennen der gottgewollten Natur der Mannigfaltigkeit der religiösen Formen, aber zugleich erwachend zur essentiellen Einheit, die diese Formen durchdringt und ihnen zugrundeliegt.

 

Das ist das wesentliche Ziel der Sufibotschaft in unserer Zeit – die Segmente der Menschheit zu vereinen, die wie die Organe eines einzigen Körpers sind, der zerstückelt wurde und sich wieder vereinigen muß unter der Führung des Herzens, um als ein einziger Körper zum Wohl der Gesundheit all der verschiedenen Teile tätig zu sein. Das ist die Botschaft, die in diesem Zeitalter zu Gehör kommen muß.

 

Pir Zia Inayat Khan

 

 

 

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(aus: Religions & Ethics, November 2002 – Übersetzung von Kaivan)

 

www.centrum-universel.com

 

Juni 2003

 

 

Übrigens hatte auch der berühmte Rumi christliche Schüler, denen er NIE die Konversion zum Islam auferlegte.

 

Liebe Grüße

Anna

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:bism:

 

:selam:

 

Hier einige Beweise dagegen :

 

3 - Al-'Imran - Das Haus 'Imran 85 Und wer eine andere Religion als den Islam begehrt: nimmer soll sie von ihm angenommen werden, und im Jenseits wird er unter den Verlierern sein.

 

Über die Notwendigkeit den Gesandten Allahs saws zu lieben :

http://www.ahlu-sunnah.de/forum/showthread.php?t=640

 

24 - An-Nur - Das Licht 36 (Es ist) in Häusern, für die Allah die Erlaubnis erteilte, sie sollen errichtet werden und Sein Name soll darin verkündet werden. Darin preisen (sie) Ihn am Morgen und am Abend

24 - An-Nur - Das Licht 37 - Männer, die weder Ware noch Handel vom Gedenken an Allah abhält und der Verrichtung des Gebets und dem Entrichten der Zakah; sie fürchten einen Tag, an dem sich Herzen und Augen verdrehen werden.

 

Übers Tasawwuf im Islam :

http://www.ahlu-sunnah.de/forum/showthread.php?t=124

http://www.ahlu-sunnah.de/forum/showthread.php?t=992

 

aus der Sunnah des Propheten (s) :

 

1.Anas (ra) berichtete , dass der Prophet (s) sagte :

" Wer Allah lieben will , sollte mich lieben , wer mich liebt , der sollte auch meine Gefährten lieben , wer dann meine Gefährten liebt , dieser sollte auch den Quran lieben & der sollte auch die Moscheen lieben . Die Moscheen sind die Häuser Allahs , denn Allah ta tala hat uns befohlen ihnen Respekt zu erweisen . Allah ta ala hat diesen Plätzen & die , die sich dort aufhalten gesegnet .Allah beschützt die Moscheen & die sich dort aufhalten , die dort ihre Gebete , Bittgebete oder Allahs Gedenken ,denn Allah erfüllt ihre Wünsche & Bedürfnisse & Allah bescützt ihren Besitz , solange sie sich dort aufhalten " ( Qurtubi )

 

 

2.Al Hakim ibn Umar (ra) berichtete , dass der Prophet (s) sagte :

 

"Lebe auf dieser Erde , als seist Du ein Gast , betrachte die Moschee als Dein Zuhause , mach Dein Herz sanft & empfänglich für den Ruf Allahs ( Adhan) , denk viel & tief nach über die Gnadenerweise Allahs gegenüber Dir nach ,weine viel aus Gottesfurcht vor Allah , hüte Dich davor ,dass Dich irdische Reize dazu bewegen herrschaftliche Häuser zu errichten , in denen Du nie die Möglichkeit haben wirst zu leben , sei vorsichtig , nicht mehr Reichtum anzuhäufen als Du benötigst , lass Dich nicht Wünschen davon tragen , die sich wahrscheinlich nie erfüllen werden "(Qurtubi )

 

3.Abû Huraira ® berichtete:

>> Der Gesandte Allâhs (s) hat gesagt:

"Selig sind die Mufarridûn*."

Man fragte:

"O Gesandter Allâhs, was sind die Mufarridûn*?"

Er erwiderte:

"Die, die Allâhs häufig gedenken."

* arab.: Menschen, die sich vom Weltlichen zurückziehen; Asketen, in "Riyyadus salihin " gibt Imam An Nawawi (ra) einen sehr guten Tafsir dazu , indem er sagt :" tafarrda " bedeutet auch sich grundsätzlich im Studium der islamischen Religion hinzugeben )

(Muslim)

 

4.Ibn Abbas sagte (ra) :"Seid verständige, nachsichtige & wohlunterrichte Lehrer" ( Sahih al Bucharyy )

 

5.Imam al Bucharyy (ra) überliefert im Sahih al Bucharyy im Kapitel Wissen ( Ilm ) folgenden Weisheitsspruch ohne Angabe der Person & Isnad :

"Ein solcher Lehrer ist der , der den Menschen Wissen lehrt , (daach zur schweren Materie ( des Wissens ) übergeht "

 

 

6.Imam Malik ibn Anas (ra) sagte zum Wissen & Tasawwuf :

„Derjenige der Tasawwuf ausübt ohne das Heilige Gesetz gelernt zu haben, verdirbt sein Glauben und derjenige der das Heilige Gesetz studiert ohne Tasawwuf auszuüben verdirbt sich selbst. Nur derjenige, der beides kombiniert, erreicht die Wahrheit.“( Al Muwatta )

 

7.Imam Abu Hamid al Ghasali ra sagte im "Ihya Ulum ad Din " :

" das wissen ist die wahre Quelle des Glücks im Diesseits und Jenseits , denn es ist , das Wissen , dass einen Menschen dazu brigt , an Allah zu glauben und dadurch wird ihm die moralische Verantwortung eingepflanzt. Weiterhin ist es das Wissen , dass den Menschen zur Hubbullah ( der Gottesliebe ) führt "

 

8.Allah (swt) spricht im Koran:

 

"Das Gleichnis des irdischen Lebens ist nur wie das Wasser, das Wir aus den Wolken herabsenden; damit vermischen sich dann die Gewächse der Erde, wovon Mensch und Vieh sich nähren, bis zu ihr - wenn die Erde ihren Prunk angelegt und sich schön geschmückt hat und ihre Bewohner glauben, sie hätten Macht über sie - Unser Befehl in der Nacht oder am Tage kommt und Wir sie zu einem niedergemähten Acker machen, als wäre sie nicht am Tage zuvor gediehen. Also machen Wir die Zeichen für die Leute klar, die nachdenken".

(Sura Yunus, Vers 24)

 

9.Und weiter spricht er:

"Besitztum und Kinder sind Schmuck des irdischen Lebens. Die bleibenden guten Werke aber sind lohnender bei deinem Herrn und hoffnungsvoller".

(Al-Kahf, Vers 46)

 

 

10.Gedicht eines sunnitischen Sufis :

O Du unbelehrbares Ego , Du hältst Dich für ehrenhaft & rühmenswert , doch betrachte einmal deinen Zustand ,

O Du Ego , voller Missgunst verachtest Du Worte der Klarheit & Wahrheit ,

O Du Ego ,denkst Du , dass Du Firawn bist ?

O Du Ego , wie ist das Ende von Nimrod gewesen ?

O Du Ego , voller Hass wendest Du Dich gegen die Religion,

O Du verfluchtes Ego , Du möchtest gerühmt werden , doch verdienst Du erst recht Erniedrigung ,

O Du rechthaberisches Ego , Du preist Dich selbst in Deiner Meinung ,

O Du streitsüchtiges Ego , friss Staub des Sterbens ,

O Du streitsüchtiges Ego , Deine Rechthaberei ist Mangel an Intellekt & Respekt ,

O Du rachlüstiges Ego , welch Ruin Deines ( IRR)Glaubens liegt wie der Staub auf der Hand der Verwüstung ,

denn Deine Worte sind voller Zweifel & Irreleitung ,

komm zur Besinnung ....,

 

11.Ein Hadith al Qudsi lautet so :

"Derjenige , der sich um Mich bemüht , der bedarf Meiner ,

derjenige , der Meiner bedarf , der sucht Mich ,

derjenige der Mich sucht , findet mich ,

derjenige , der Mich gefunden hat , der dient Mir ,

derjenige , der Mir dient , der gedenkt Meiner ,

den bedenke Ich ihn mit meinem Segen "

( Mishkat , Bucharyy , Muslim )

 

12.Der Prophet saws sagte :

"Weisheit( Hekmah ) ist mein Kapital ,

Verstand ( Aql ) der Grundsatz des Islams ,

Liebe zu Allah ( Al Hubbullah ) mein Fundament ,

Sehnsucht ( al Ijtiyaq ) mein Reittier ,

Gottesgedenken ( Zikirullah ) mein Wegbegleiter ,

Vertrauen ( Tawwakkul )auf Allah mein Schatz ,

Wissen ( al Ilm ) meine Waffe ,

Geduld ( as Sabr ) mein Gewand ,

Zufriedenheit ( ar Ridha ) meine Beute ,

Armut ( Faqr ) mein Stolz ,

Trauer mein Gefährte ,

Enthaltsamkeit ( az Zuhd ) mein Handwerk ,

Gewißheit ( Yaqin )meine Stärke ,

Wahrhaftigkeit ( Sadiqah ) mein Fürsprecher ,

Gehorsam ( al Khashiyyah ) mein Lebensunterhalt ,

und mich bemühen meine Wesensart , aber meine Freude liegt im Gebet "

( Bucharyy , Ibn Majah , Imam Malik ,Ahmad )

 

 

13." ihr glaubt an das gesamte Buch( Quran )" , Sura 3 :119 ,

 

14."richte Dein Anlitz auf die einzig wahre Religion "( Sura 11 :105 ),

"Sprich : Wenn ihr Allah liebt , so folgt mir "( Sura 3.31 )

 

15."...wer Allah & Seinem Gesandten gehorcht , (diese) werden ja unter den Propheten , den Wahrhaftigen , den Bezeugenden & den Rechtschaffenen auferweckt werden , ..."( Sura 4:69 )

 

16.Wahrlich Allah und Seine Engel senden Segen auf den Propheten,

O ihr, die ihr glaubt, sendet auch ihr Segenswünsche auf ihn

und wünscht ihm vollkommenes Heil"

(Qur’ân, 33:56) , siehe auch Sura 10 :62-64

 

17.Rasul Allah saws sagte über Uways ibn Qarani (ra) sagte : "Uwais ibn Qarani ra ( auf türkisch :Veysel i-Karani ) ist der erste Auliyyaullah in meiner Zeit des Prophetentum " ( An Nawawi , Bucharyy , Abu Dawud )

 

18. "Friede sei auf denjenigen , die der Rechtleitung Allahs folgen "

( Sura Ta Ha :47. Ayat )

 

19. der Shadhiliyya Shaikh Muhammad Ibn Habib (ra) sagte im "Al buraq al Tariqa" :

"Verfeinere Dein Adab , während Du der Shariah folgst & die Haqiqah anerkennst "

 

20.Ibn Khaldun (ra) sagte in seinem Buch "Al Muqadimma " folgendes :

"Das Tasawwuf ist eines der ältesten Wissenschaften des Ihsan der Shariah "

 

21.In Sana`i s Buch "Sana í abad " S.1, Zeile 39 heisst es :

"Die Schwelle der Shariah zu küssen ist die klassische Pflicht derjenigen die den Pfad des Tasawwuf betreten wollen "

 

22.AbdalQadir al Jilani (ra) in "al Ghunya " sagte : "Wenn ein Sufimeister auf einem Teppich geflogen kommt & zu Euch sagt , dass ihr die Shariah zu verlassen habt , so verlasst ihn "

 

23.Mawlana Jalalud din Rumi al Balkhi über das Tasawwuf im Mathnawi sagte :

"Solange ich diese gottergebene Seele in meinem Körper trage, so werde ich der bescheidene Diener des Qurans sein . Ich bin Staub auf dem gesegneten -lichtvollen Weg Muhammad saws ( seiner Sunnah )des Auserwählten ( Al Mustafa saws ) ,wer meine Worte falsch wiedergibt

( falsch interpretiert ) , der soll wissen , dass ich fern von ihm & seiner Worte bin "( Mathnawi )

 

Gegen seine eigene weltliche Leidenschaften & Wünsche kämpfen ist der Grösste aller Kämpfe ,

-Lebe unter den Menschen solchen einem guten Benehmen , so dass Du falls Du stirbst , dass sie am Grab um Dich weinen & wenn Du lebendig bist , so dass sie ein sehr starkes Bedürfnis haben sich sich in Deiner Gesellschaft aufzuhalten ,

-Das Übersehen & das Vergeben der Schwächen der Mehrheit der Menschheit , auch wenn se stürzen , so wird Gott( Allah) helfen ,

-Das Vergeben ist die Krone innerer Größe ,

-Ehre Deine Eltern & Geschwister , so dass sie Dich ehren ,

-DieVisionen der Augen sind begrenzt ,

die Visionen der Herzen überwinden Ort , Raum & Zeit ,

-Das Wort Allah dieMedizin der Herzen ,

-Wer die Menschheit versteht , der sche die Einsamkeit ,

-Wenn Menschen von Dir gut denken ,

so sorge dafür , dass sie Recht behalten ,

-die Reue ist das beste Heilmittel ,

-Wissen &Praxs sind Zwillinge , sie gehören zueinander ,

denn es gibt kein Wissen ohne Praxis & keine Praxis ohne Wissen ,

 

Als Anmerkung dazu ,

einige Weisheitssprüche von mir & aus meinem Umfeld :

 

-“Wisse ,dass wenn Du keine Gewissesbisse hast ,

so hast Du auch keine Gewissen“( Al Murabit ra )

-“Wisse , wenn Du Zweifel im Glauben hast , dass Dein Glaube der Zweifel ist“( Muzaffer Dervis Abi ra )

-“Wisse , wenn Du verabscheust , was andere über Dich sagen , so wisse , dass Du Dich nicht daran beteiligen sollst“( Ekrem Hoca ra )

-“Wisse , dass Glaube & Wissen eine Wissenschaft der Bildung & der Erziehung ist , vor allem der Lohn dafür erhältst Du im Jenseits“ ( Vehbi Vakkasoglu ra )

 

Über die Geschichten der Awiliyya , welchen dem Weg der ahlus Sunnah gefolgt sind & befolgen :

http://www.ahlu-sunnah.de/forum/showthread.php?t=676

 

 

 

ws

 

 

 

 

 

 

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:bism:

 

:selam:

Auf der ersten Stufe rezitiert man den Namen Gottes mit der Stimme, aber der Geist mag dabei abwesend sein, das Herz ist vielleicht nicht eingestimmt. Auf der zweiten Stufe – wenn man an der Übung festhält – mag man das Stadium erreichen, wo die stimmliche Rezitation weitergeht, der Geist sich zu konzentrieren beginnt und auch das Herz allmählich in Einstimmung gelangt. Auf der dritten Stufe gibt es vollkommene Symmetrie. Die Stimme rezitiert. Der Geist ist konzentriert. Das Herz ist eingestimmt. Die Übung geschieht in Einheit. Auf der vierten Stufe gibt man die stimmliche Übung auf. Man kehrt in die Routine des täglichen Lebens zurück, aber das Herz macht den Dhikr weiter, verweilt im Gedenken.

Zikirullah( gottesgedenken ohne Glaubensbekenntnis ( Shahadah) ist wie als ob man in der Wüste wäre , eine Fata Morgana sieht & wenn man sich ihr nähert ...

 

Nach dem klassischen sunnitischen Verständnis der Ahlus Sunnah wa Jamaah & deren Rechtsgelehrten bedeutet Sufisein zeitgleich Muslimsein , [glow=red,2,400]dass eine geht ohne das andere nicht [/glow] , jede Behauptung , die darauf abzielt die Shariah vom Tasaawuf zu trennen, bedeutet den Körper von Herz & Verstand zu trennen .

 

Jeder Versuch Aussagen der Freunde Allahs ( Auliyyaullah ) umzuinterpretieren ist gleichzusetzen mit denjenigen , über die Allah im Quran sagt :

"3 - Al-'Imran - Das Haus 'Imran 7 "Er ist es, Der dir das Buch herabgesandt hat. [glow=red,2,400]Darin sind eindeutig klare Verse - sie sind die Grundlage des Buches - und andere, die verschieden zu deuten sind. Doch diejenigen, in deren Herzen (Neigung zur) Abkehr ist, folgen dem, was darin verschieden zu deuten ist, um Zwietracht herbeizuführen und Deutelei zu suchen, (indem sie) nach ihrer abwegigen Deutung trachten[/glow]. Aber niemand kennt ihre Deutung außer Allah. Diejenigen aber, die ein tiefbegründetes Wissen haben, sagen: "Wir glauben wahrlich daran. Alles ist von unserem Herrn." Doch niemand bedenkt dies außer den Einsichtigen."

 

Vergessen wir nicht , dass viele der Auliyyaullah ( Freunde Allahs ) Rechtsgelehrte der Ahlus Sunnah wa Jamaah waren , z.b. Muhammad al Makki al Maliki ra , Abdal Qadir al Jilani al Hanbali ra , Abdallah al Ansaryy ra , Mawlana ar Rumi al Balkhi al Hanafi ra , Ibn Abidin al Hanafi ra , Imam Malik ibn Anas ra , Imam Ash Shafii ra , Ahamd Ibn Hanbal ra , Jalalud Din as Sujuti ra , Ibn Hajar as Aqsalani ra ,Abu Zakariyya An Nawawi ra , Junayd al Bagdadi ra usw. folgendermassen beschrieben werden :

10 - Yunus - Jonas 62 Wisset, daß über Allahs Schützlinge keine Furcht kommen wird, noch sollen sie traurig sein.

10 - Yunus - Jonas 63 Diejenigen, die da glauben und rechtschaffen sind :

10 - Yunus - Jonas 64 Für sie ist die frohe Botschaft im diesseitigen Leben sowie im Jenseits (bestimmt). Unabänderlich sind Allahs Worte - das ist wahrlich der gewaltige Gewinn.

 

Jede Behauptung , die eine Trennung von Islam & tasawwuf muss zurückgewiesen werden & ist voller übler Gesinnung.

 

mfg

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