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24. Blitz


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Vierundzwanzigster Blitz - Eine Abhandlung über die Verhüllung der Frauen Obwohl diese Abhandlung als zweite und dritte Problemstellung in der fünfzehnten Anmerkung aufgeführt worden war, erscheint sie nun auf Grund ihrer Bedeutsamkeit als »Vierundzwanzigster Blitz«.

 

 

»Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen. Oh Prophet, sage zu deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, dass sie sich mit ihrem Überwurf verhüllen sollen .« (Sure 33, 59)

In dieser Ayah wird die Verhüllung befohlen. Die heutige Zivilisation setzt sich in ihrer Unmoral über diese Bestimmung des Qur´an hinweg. Sie sieht die Verhüllung der Frauen als nicht natürlich an, sondern bezeichnet sie als eine Gefangenschaft. *

Antwort: Es gibt sehr viele Weisheiten, die darauf hinweisen, dass diese Bestimmung des Weisen Qur´an genau dem Wesen der Frau entspricht und dessen Gegenteil unnatürlich ist. Wir wollen hier nur vier von diesen vielen Weisheiten erklären.

Erste Weisheit: Die Verhüllung ist für die Frau natürlich und ein Erfordernis ihres Geistes. Denn, weil die Frauen von Natur aus schwach und zart sind, brauchen sie Schutz und Hilfe durch einen Mann, der sie und ihre Kinder, die sie mehr als ihr Leben lieben, zu schätzen vermag. Deshalb haben sie ein seelisches Bedürfnis danach, geliebt und nicht verabscheut oder zurückgewiesen zu werden. Überdies sind sechs oder sieben von zehn Frauen schon alt oder von geringerer Schönheit, und so wollen sie nicht vor allen Leuten ihr Alter und ihren Mangel an Schönheit zeigen. Oder sie sind eifersüchtig und wollen nicht hässlicher sein als andere Frauen. Auch fürchten sie sich davor, vergewaltigt zu werden, vor Anschuldigungen und Verdächtigungen. Um nicht einem Angriff ausgesetzt zu sein und weil sie nicht so von ihren Männern betrachtet werden wollen, als seien sie der Untreue verdächtig, verlangen sie ihrem Wesen gemäß nach der Verhüllung. Andererseits sind es, wenn man es recht bedenkt, auch gerade die alten Frauen, die sich verhüllen. Unter zehn Frauen finden sich vielleicht zwei oder drei, die sowohl jung als auch schön sind und die sich nicht schämen, sich unverhüllt zu zeigen. Wir wissen ja, dass ein Mensch, der einen anderen nicht liebt und ihn lästig findet, sich schon von dessen Blick unangenehm berührt und betroffen fühlt. So ist eine schöne Frau, die sich offen und freizügig kleidet, sicherlich nur über die Blicke von zwei oder drei unter zehn fremden Männer erfreut, während die Blicke von sieben oder acht sie belästigen. Überdies ist eine schöne Frau, insoweit sie nicht schamlos und verkommen ist, von feiner Wesensart und leicht verletzlich. Praxis und Erfahrung bestätigen, dass sie sich ganz bestimmt allein durch bodenlos schamlose Blicke schon bedroht fühlt. Ja wir hören sogar, dass in Europa, also Ländern, wo doch recht viele solcher ziemlich freizügig gekleideter Frauen leben, auch diese sich durch aufdringliche Blicke bedroht fühlen. »Diese Schufte nageln uns mit ihren Blicken fest.«, beschwerten sie sich der Polizei gegenüber. D.h. also, dass die Aufhebung der Verhüllung durch die heutige Zivilisation unnatürlich und wesensfremd ist. Dagegen aber ist die Qur´anische Anweisung zur Verschleierung natur und wesensgemäß, Solche Frauen sind einer Goldgrube an Zuneigung gleich und eine kostbare Gefährtin auf ewig. Durch die Verhüllung werden sie vor Sündenfall und Schande, innerlicher Gefangenschaft und äußerlichem Elend bewahrt.

Auch haben die Frauen von ihrer Gesittung her Furcht vor fremden Männern und sind ihnen gegenüber misstrauisch. Was aber die Furcht betrifft, so macht sie die Verhüllung geradezu wesensmäßig notwendig. Denn acht, neun Minuten Genuss bedeuten in Wahrheit tiefe Bitterkeit (für sie), nämlich acht, neun Monate unter schweren Mühen ein Kind zu tragen und weiter, ohne einen Beschützer ein Kind acht, neun Jahre aufzuziehen. So besteht die Möglichkeit, dass acht oder zehn Minuten (von Gott) verbotenen Genusses zur Mühsal werden. Und weil es auch meistens so geschieht, darum hat sie auch wirklich große Angst vor den fremden Männern und möchte sich ihre (eigene) Natur (und Moral) bewahren. Doch durch die Verhüllung ist für die fremden Männer eine Verlockung nicht gegeben und für Ausschreitungen kein Platz. Sie wird durch eine wesensgemäße Schwäche anbefohlen, ja sogar gefordert. So erweist sie sich als ein Schutzwall und eine Festung. Denn nach dem, was man mir erzählte, soll da doch tatsächlich ein ganz einfacher Schuhputzer am helllichten Tage und vor den Augen der Leute mitten in einer Stadt, ja sogar der Hauptstadt des Landes, die Frau eines weltbekannten großen Mannes, ihrer unverhüllten Beine zufolge, belästigt haben. Das versetzt doch denen, die gegen die Verhüllung sind, einen Schlag ins schamlose Antlitz!

Zweite Weisheit: Diese so grundsätzliche und derart intensive Beziehung, diese Liebe und Verbundenheit zwischen Mann und Frau erwächst nicht nur aus einem Bedürfnis dieses irdischen Lebens. In der Tat ist eine Frau nicht nur Lebensgefährtin ihres Mannes, als seine Gattin ihm zugehörig für dieses irdische Leben. Sie ist vielmehr auch seine Lebensgefährtin im ewigen Leben. Da sie aber nun einmal auch im ewigen Leben als seine Gattin die Gefährtin ihres Mannes ist, ist es selbstverständlich notwendig, dass sie außer den Blicken ihres Mannes, welcher für ewig ihr Freund und Partner ist, nicht noch die Blicke eines anderen auf ihre Schönheit lenkt und ihn dadurch verärgert und eifersüchtig macht. Wenn ihr Gatte noch dazu ein Gläubiger ist, bleibt im Geheimnis des Glaubens seine Verbindung mit ihr nicht nur auf dieses irdische Leben beschränkt, ist nicht nur ein Trieb und eine Zuneigung, bestimmt für die Tage der Schönheit, sie ist vielmehr eine Verbindung für das Ewige Leben vom Standpunkt einer wesensgemäßen Lebensgemeinschaft in tiefer Liebe und Verehrung. Außerdem bringt er ihr diese tiefe Liebe und Verehrung nicht nur während der Dauer ihrer Jugend und Schönheit, sondern auch in der Zeit ihres Alters entgegen, wenn sie schon verblüht ist. Sicherlich ist es ein Erfordernis der Menschlichkeit, dass auch sie ihre eigene Schönheit dementsprechend nur für seine Blicke bestimmt und ihre Liebe und Zuneigung auf ihn beschränkt. Anderenfalls kann sie sehr wenig gewinnen, jedoch sehr viel verlieren.

Nach islamischem Recht soll ein Mann seiner Frau gleichwertig sein. Mit anderen Worten, sie müssen auf einander abgestimmt sein. Diese wechselseitige Gleichwertigkeit und Ausgewogenheit findet ihren entscheidenden Angelpunkt in der Religion.

Selig der Mann, der auf den Glauben seiner Frau Acht gibt und ihr in ihrer Frömmigkeit nacheifert! Er wird, um seine Gattin im ewigen Leben nicht zu verlieren, fromm werden. Selig die Frau, die auf den Glauben ihres Mannes Acht gibt, »Ich will meinen Ewigen Gefährten nicht verlieren.« sagt und aufrichtig (fromm) wird. Wehe über jenen Mann, der einen liederlichen Lebenswandel führt, wodurch er seine aufrecht gläubige Ehefrau für ewig verliert. Wie unglücklich ist doch jene Frau, die ihrem frommen Mann nicht nacheifert und so jenen lieben (und gesegneten) Ewigen Gefährten verliert. Tausendmal wehe über jene beiden unglückseligen, Mann und Frau, die in Sünde und Ausschweifung einander nacheifern, Sie helfen sich gegenseitig, einander ins Feuer zu werfen.

Dritte Weisheit: Das Glück im Leben einer Familie kann nur in wechselseitigem Vertrauen zwischen Mann und Frau, in aufrichtigen Respekt vor und inniger Liebe zu einander fortdauern. Die Aufhebung der Verhüllung und eine nicht ausreichende Bekleidung zerstört dieses Vertrauensverhältnis, der gegenseitige Respekt geht verloren und die Liebe zu einander zerbricht. Denn unter zehn Frauen, die sich freizügig kleiden, findet sich nur eine, die sich etwa nicht darum bemühte, sich bei Fremden beliebt zu machen, die sie nicht für schöner als den eigenen Gatten hielte neun halten sie für besser als ihren Gatten , und nur einen unter zwanzig Männern, der keine andere Frau schöner hielte als seine eigene. Im gleichen Augenblick aber ist schon der Grund dafür gelegt, dass sich mit dem Entschwinden dieser innigen Liebe und der gegenseitigem Hochachtung vor einander ein äußerst hässliches und ebenso niedriges Gefühl entwickelt. Das geschieht folgendermaßen:

Ein Mensch bringt von seinem Wesen her Mitgliedern seiner Familie, z.B. seiner Schwester, keine erotischen Gefühle entgegen. Denn da die Erscheinung von Familienmitgliedern auf Grund der verwandtschaftlichen und häuslichen Beziehungen legitime Gefühle der Liebe und Zärtlichkeit erweckt, ertötet sie zugleich persönliche Gelüste und Neigungen. Doch kann es auch bei Menschen mit niederer Gesinnung zur Erregung besonders hässlicher Gefühle führen, wenn die Beine und andere Körperstellen, die man nach dem Gesetz noch nicht einmal vor den eigenen Familienmitgliedern zeigen darf, offen und unbedeckt lässt. Denn die Erscheinung eines Familienmitglieds gibt Kunde von ihrer Zugehörigkeit zur Familiengemeinschaft und ähnelt nicht einer fremden Frau. Doch ein nacktes Bein gleicht einem von außerhalb der Familie. Wo es aber keine Unterscheidungsmerkmale gibt, welche von dieser Zugehörigkeit zur Familiengemeinschaft Kunde geben, kann dies bei einigen Familienmitgliedern mit niederer Gesittung Blicke animalischer Lüsternheit hervorrufen. Doch ein solcher Blick bedeutet einen haarsträubenden Verfall menschlicher Gesittung.

Vierte Weisheit: Bekanntermaßen ist es ganz allgemein von Interesse, das eigene Geschlecht fortzusetzen. Es gibt keine Nation und keine Regierung, die nicht den Fortbestand ihres Volkes befürworten würde. Auch Allahs erhabener Botschafter (Friede und Segen sei mit ihm) hat sinngemäß das Folgende verfügt:

 

 

»Verheiratet Euch miteinander und vermehret Euch. Ich werde am Jüngsten Tage stolz sein auf Eure große Zahl.«

Doch die Aufhebung der Verhüllung fördert die Zahl der Eheschließungen nicht, sondern vermindert sie beträchtlich. Denn ein junger Mann, der zeitgemäß lebt, selbst wenn er noch so freie Ansichten vertritt, möchte, eine (anständige und) unbescholtene Lebensgefährtin haben. Weil er aber nicht will, dass sie seine, der Zeit entsprechende Lebensweise und seine modernen Ansichten teilt, d.h. offen und freizügig gekleidet geht, so bleibt er Junggeselle. Ja vielleicht verfällt er sogar einem unzüchtigen Lebenswandel. Doch bei einer Frau ist dies nicht so. Sie kann über ihren Mann nicht in diesem Maße verfügen. Denn eine Frau, die innerhalb ihres familiären Reiches, als die Innenministerin, einer Beamtin gleicht, die das gesamte Eigentum ihres Mannes, seine Kinder und alles schützt und bewahrt, was ihm gehört, ist in ihrem eigentlichen Wesen Ergebenheit und Zuverlässigkeit. Offenheit und Freizügigkeit tut dieser Ergebenheit Abbruch. Damit schwindet in den Augen ihres Mannes ihre Zuverlässigkeit und bereitet ihm somit innere Unruhe und Qual. Ja sogar Mut und Freigiebigkeit, die bei den Männern als zwei Tugenden angesehen werden, werden bei den Frauen zu deren Untugenden gezählt, weil das der Zuverlässigkeit und Ergebenheit schadet. Aber es ist nicht die Aufgabe des Mannes, seiner Frau als Kämmerer zu dienen und ihr seine Ergebenheit zu bezeigen, sondern vielmehr sie zu beschützen, sie lieben und zu verehren. Darum ist es für sie unmöglich, über ihren Mann zu verfügen und ihn zu beherrschen. Doch kann er mit anderen Frauen die Ehe eingehen (unter den selben, oben angeführten Bedingungen - A.d.Ü.)!

Unser Land kann nicht nach europäischen Verhältnissen beurteilt werden. Denn dort konnte die Ehre nur durch ziemlich drastische Methoden wie z.B. das Duell bis zu einem gewissen Grade geschützt werden. Wenn jemand die Frau eines Mannes von Ehre mit einem abschätzigen Blick betrachtete, musste er praktisch schon »Totenhemd angezogen« haben. Zudem sind die Menschen in Europa, in den Ländern mit kaltem Klima, von Natur aus kalt wie das Klima dort. Hier bei uns in Asien, diesem Kontinent der islamischen Welt nämlich, haben die Länder ein verhältnismäßig heißes Klima. Es ist ja bekannt, dass geographische und klimatische Verhältnisse ihre Wirkung auf den Charakter des Menschen haben. In diesem kalten Land unter diesen kühlen Menschen könnte eine offene und freizügige Kleidung; welche sonst eine animalische Lüsternheit zu erregen vermag, vielleicht nicht so viel Missbrauch und Kraftvergeudung verursachen. Doch offene und freizügige Kleidung, welche den menschlichen Leidenschaften der in heißen Ländern so hochempfindlichen und leicht erregbaren Menschen immer wieder in Aufregung zu versetzen vermag, ist mit Sicherheit eine Ursache tut öfteren Missbrauch, Kraftvergeudung und Schwächung der Potenz. So glaubt man, an Stelle eines natürlichen Bedürfnisses einmal im Monat oder in zwanzig Tagen alle paar Tage seine Kraft wieder vergeuden zu müssen. In diesem Falle neigt der Mann, der sich in jedem Monat bis zu fünf, zehn Tagen wegen der Menstruation einer Frau oder anderer Hinderungsgründe von ihr fern halten muss und wenn er sich selbst nicht beherrschen kann, dazu, Schamloses zu tun.

Stadtbewohnerinnen sollen hinsichtlich der Dorfbewohnerinnen und Landfrauen die Verhüllung nicht aufgeben. Denn im Dorf und bei den Leuten auf dem Lande, die wegen ihrer Anstrengungen um den Lebensunterhalt und ihrer körperlichen Arbeit erschöpft sind, und wenn eine unbefangene Arbeiterin oder eine nahezu plumpe Frau, die im Vergleich mit Stadtbewohnerinnen, den aufmerksamen Blick weniger auf sich ziehen, zum Teil unverhüllt sind, erregt dies die fleischlichen Gelüste nicht in gleichem Maße und außerdem finden sich dort selten Männer, die freizügig und Müßiggänger sind. Deswegen trifft man unter ihnen kaum ein Zehntel der Verderbnis und des Sittenverfalls wie in der Stadt. Deshalb also kann man sie nicht so betrachten wie unter gleichen Verhältnissen.

 

 

 

»lm Namen dessen, der gepriesen sei.«

 

Ein Gespräch mit den Frauen, die meine Schwestern im Glauben sind.

Da ich in einigen Städten das aufrichtige und brennende Interesse der Frauen an der Risale-i Nur bemerkt hatte und erkannte, dass sie sich mit meinen Lektionen aus der Risale-i Nur vertraut machten mehr als ich geglaubt hatte , bin ich zum dritten Mal nach Isparta, in die Schule gekommen, welche seit langem den Geist der geplanten Universität »Medressetus´Sehra« vertritt und habe dort gehört, dass die Frauen, meine gesegneten Schwestern im Glauben, von mir Unterricht erwarteten. Ich sollte ihnen in den Moscheen Unterricht, in der Form einer Predigt erteilen. Aber ich bin in vier, fünffacher Hinsicht krank und siech, ja sogar kaum in der Lage zu sprechen und zu denken. Doch diese Nacht stieg deutlich die Mahnung in meinem Herzen auf: Nachdem du nun einmal vor fünfzehn Jahren nach dem Wunsch der Jugend den »Wegweiser für die Jugend« verfasstest und sie sehr großen Nutzen aus ihm gezogen haben, brauchen auch die Frauen mehr noch als die Jugend in heutiger Zeit einen solchen Wegweiser. Nun will ich auch selbst dieser Ermahnung folgen und trotz meiner Krankheit, Schwäche und Hilflosigkeit, einige wichtige Dinge ganz kurz in »Drei Anmerkungen« zusammenfassen und sie für meine Schwestern und gesegneten geistigen Töchter erklären.

Erste Anmerkung: Einer der wichtigsten Grundsätze in der Risale-i Nur wird mit selbstloser Liebe bezeichnet. Da Frauen die Trägerinnen der selbstlosen Liebe sind und diese natürlicher Weise verkörpern, stehen sie der Risale-i Nur besonders nahe. Allah sei Dank dafür, dass man diese natürliche Nähe in vielen Orten verspürt. Da die Opferbereitschaft, die aus selbstloser Liebe entspringt, aufrichtige Wahrhaftigkeit umfasst und zugleich auch einen Verzicht auf jede Gegenleistung bedeutet, ist sie jetzt in dieser Zeit von besonders großer Wichtigkeit.

Die Tatsache, dass eine Mutter ihr Leben opfert, um ihr Kind vor einer Gefahr zu retten, ohne irgendwelchen Lohn zu erwarten und sich in wahrhaftiger Aufrichtigkeit für ihr Kind hingibt, wie es natürlicher Weise ihre Aufgabe ist, zeigt, dass eine solch hohe Opferbereitschaft im Wesen der Frau liegt. So wird die Frau durch die Entwicklung dieser ihrer Opferbereitschaft sowohl frei werden für ihr irdisches Leben, als auch ihr ewiges Leben retten. Aber durch schlechte Einflösse kann sich diese Stärke nicht entfalten und diese wertvollen Charakteranlagen können sich nicht entwickeln, sondern sogar missbraucht werden. Dafür ist ein kleines, unter hundert Beispielen das folgende:

Eine Mutter in ihrer selbstlosen Liebe wagt in ihrer Opferbereitschaft alles, damit ihr Kind im weltlichen Leben in keine Gefahr gerät und erzieht ihr Kind dementsprechend. »Mein Kind soll einmal General werden .«, sagt sie und opfert dafür ihr ganzes Eigentum, nimmt es von der Qur´an-Schule, schickt es nach Europa. Aber sie denkt nicht daran, dass das ewige Leben dieses Kindes in Gefahr gerät und bemüht sich statt dessen, es vor dem Gefängnis dieser Welt zu retten. Dabei zieht sie nicht in Betracht, dass es ins Gefängnis der Hölle fällt. So bewirkt sie, dass ganz im Gegensatz zu der Liebe, die ihrem Wesen entspricht, ihr unschuldiges Kind, später im Jenseits zu ihrem Ankläger statt zu ihrem Fürbitter wird. »Warum hast du mich nicht in meinem Glauben bestärkt?« sagt es dann, »und so den Grund zu meiner Verdammnis gelegt.« und es wird sie anklagen. Da es eine islamische Erziehung, in ihrer ganzen Bedeutung, nicht genossen hat, kann es auch der wunderbaren Liebe seiner Mutter nicht mit gebührender Pflichterfüllung entgegnen, sondern verstößt vielmehr häufig dagegen. Wenn aber die Mutter in ihrer naturgegebenen Liebe keinen Missbrauch treibt, sondern sich im Geheimnis dieser Liebe darum bemüht, ihr bedauernswertes Kind vor der Hölle zu retten, die ewige Gefangenschaft bedeutet, und vor dem Irrtum zu bewahren, Sterben bedeute für ewig verloren zu sein, so wird ihr der Gegenwert aller guten Werke ihres Kindes auf das Konto ihrer eigenen guten Werke überwiesen werden und seine guten Werke werden nach dem Tode alle Zeit auch für ihre Seele Licht ausstrahlen. So wird es ihr im Jenseits nicht Ankläger, sondern mit all seinem Geist und Leben ihr Fürsprecher sein und ihr für ein ewiges Leben als Kind zum Segen gereichen.

In der Tat ist die Mutter des Menschen allererste Lehrerin und übt auf ihn den nachhaltigsten Einfluss aus. Diese Tatsache möchte ich, mit der Sicherheit und Überzeugung, mit der ich sie immer wieder empfinde, durch die nachfolgende Erklärung noch unterstreichen.

Obwohl ich in den achtzig Jahren meines Lebens von 80 tausend Personen Unterricht empfangen habe, schwöre ich doch, dass der Unterricht, den ich von meiner Mutter selig so grundlegend und so unerschütterlich und so immer wieder frisch erhalten habe, dass diese Stunden in meinem Geist Samenkörnern gleich ihre Wurzeln geschlagen haben und mir gleichsam in Fleisch und Blut übergegangen sind. Wie die übrigen Lektionen über diesen Samenkörnern gleichsam ihr Gebäude errichtet haben, sehe ich geradezu leibhaftig vor mir. D.h., dass die Dinge, die meine verstorbene Mutter mich in meinem ersten Lebensjahre lehrte und der Einfluss, den sie damit auf meine Natur und meinen Geist nahm, wie ich bezeugen kann, zu den grundlegenden Samenkörnern innerhalb der großen Wahrheiten wurden, die ich heute mit meinen achtzig Jahren erkenne.

Kurzum: Ich weiß mit Sicherheit, dass meine Seele auf meinem Wege den wichtigsten von vier mir wesensgemäßen Grundsätzen, nämlich den der Liebe, und auch die größte Wahrheit in der Risale-i Nur, nämlich Mitleid und Erbarmen aus dem liebevollen Sein und Tun und den Belehrungen meiner Mutter empfing. In der Tat wird eine falsche Sinngebung der Liebe, welche allen Müttern eigen ist und welche mit wahrhaftiger Aufrichtigkeit eine wahrhafte Opferbereitschaft in sich trägt, wenn sie dazu führt, nicht an das Jenseits zu denken, das einem diamantenen Schatz dieses unschuldigen Kindes gleicht, sondern das Antlitz ihres bedauernswerten Kindes nach dieser Welt zu drehen, die doch wertlosen Glasscherben gleicht, und ihm auf diese Weise ihre Liebe zu bezeigen, eine solche Liebe wird missbräuchlich genannt.

Wir sehen in der Tat, dass Mutterliebe eine Frau dazu befähigt, für ihren Heldenmut nicht Lohn zu verlangen, noch einen Gegenwert zu erwarten oder persönlichen Vorteil und dazu bereit zu sein, ihr Leben zu opfern, ohne sich dabei zur Schau stellen zu wollen. Für eine solche Mutterliebe finden wie ein ganz kleines Beispiel in der Henne, die bereit ihr Leben zu opfern, einen Löwen anspringt, um ihr Junges zu retten.

Was heute einer islamischen Erziehung und guten Werken als das Wertvollste und das Notwendigste zu Grunde liegt, ist die Aufrichtigkeit. Opferbereitschaft, die aus einer wahrhaftigen Aufrichtigkeit erwächst, findet man in einer derartigen selbstlosen Liebe.

Wenn sich beide Eigenschaften (Opferbereitschaft und Aufrichtigkeit) bei diesen gesegneten Frauen zu entfalten beginnen, so bilden sie den Nährboden für das ganz große Glück in der islamischen Welt. Dementgegen kann der Heldenmut der Männer ohne Gegenleistung nicht sein, vielmehr verlangen sie in hundertfacher Hinsicht eine Gegenleistung. Zum mindesten erwarten sie dafür Ruhm und Ansehen. Doch bedauerlicherweise verfallen auch die hilflosen Frauen aus Armseligkeit und Schwäche auf ihre Art dieser Zurschaustellung, um sich vor der Bosheit und Schlechtigkeit und der Gewalttätigkeit ihrer Männer zu schützen.

Zweite Anmerkung: Während ich in diesem Jahr ein Einsiedlerleben führte, mich also vom gesellschaftlichen Leben zurückgezogen hatte, habe ich auf Wunsch einiger Brüder und Schwestern unter den Nur-Schülern über die Welt nachgedacht. Von den meisten Freunden, die mit mir gesprochen haben, habe ich Klagen über ihr Familienleben gehört. »Oh weh«, rief ich. »Das Familienleben ist für den Menschen, besonders für einen Muslim, sein Zufluchtsort, eine Art Paradies und eine Welt im Kleinen. Soll das jetzt etwa auch zu zerfallen beginnen?« Ich suchte den Grund dafür. Da erfuhr ich, dass ein, zwei Komitees damit beschäftigt sind, dem gesellschaftlichen Leben der Muslime und dadurch auch der Religion des Islam zu schaden und die jungen Leute von ihrem Weg abzubringen und sie in ihrer jugendlichen Leidenschaft zu Ausschweifungen zu verführen. Desgleichen hatte ich die deutliche Empfindung, dass noch ein, zwei weitere Komitees im Hintergrund intensiv daran arbeiten, einige unbedachte Frauen auf einen falschen Weg zu führen. Da wusste ich, dass das islamische Volk von dieser Seite einen fürchterlichen Schlag zu erwarten hat. Ich erkläre euch, meinen Schwestern und Kindern im Geiste, die ihr noch im jugendlichen Alter seid:

Wer nach einer Möglichkeit sucht, das Glück der Frauen in diesem und in jenem Leben zu bewahren und ihre besten Charaktereigenschaften, wie sie ihrem Wesen entsprechen, vor der Verderbnis zu schützen, findet nirgendwo anders einen Weg als in der Erziehung im islamischen Glauben. Ihr habt ja gehört, in welche Lage diese armen Frauen in Russland * geraten sind! In der Risale-i Nur heißt es in einer Abhandlung: Ein Mann von Verstand stützt sich in seiner Liebe zu seiner Gattin nicht auf deren äußerliche Schönheit, die in fünf oder zehn Jahren vergeht, baut nicht auf deren Aussehen seine Freundschaft zu ihr auf. Vielmehr sollte er seine Liebe auf ihrer Liebe und ihrer inneren Schönheit aufbauen, wie sie der Frau eigen ist, jener Schönheit und Vollendung der Frauen, welche von Bestand und ihre größte Schönheit ist, so dass die Liebe ihres Mannes auch dann noch fortdauert, wenn aus der Jugendliche längst eine Greisin geworden ist. Seine Gefährtin ist ihm nicht nur in diesem irdischen Leben eine Zeitlang Hilfe und Partnerin, sondern auch im ewigen Leben eine immerwährende liebenswerte Lebensgefährtin. Deshalb sollten sie einander schon im Älterwerden mehr und mehr achten und stützen und lieben. Doch in einer Familie, die unter dem Deckmantel einer heutigen modernen Erziehung, nach einem vorübergehenden Zusammensein, so wie bei den Tieren von einer Trennung für ewig bedroht ist, wird das Leben von seiner Wurzel zerstört.

Überdies ist in einer Abhandlung der Risale-i Nur gesagt worden: Glücklich ist jener Mann, der um seine ewige Partnerin nicht zu verlieren, seine fromme Ehefrau nachahmt und selbst fromm wird. Und glücklich ist jene Frau, die sieht, dass ihr Mann religiös ist und selbst religiös wird, um ihren ewigen Freund und Partner nicht zu verlieren und im irdischen Glück das jenseitige Glück gewinnt.

Unglücklich jener Mann, der seiner Frau in ihren Ausschweifungen folgt und sich nicht darum bemüht, dass sie dieses Leben aufgibt, ja sich sogar noch selbst daran beteiligt. Unglücklich jene Frau, die die Sünde ihres Mannes mit ansieht und ihn auf ihre Weise imitiert. Schande über jenen Mann und jene Frau, die einander helfen, sich ins Feuer zu werfen, wenn sie sich noch gegenseitig zu den Phantastereien (z.B. Ausschweifungen) der heutigen Zivilisation ermuntern.

Nun ist aber der Sinn des voranstehenden Absatzes aus der Risale-i Nur folgender:

In dieser Zeit kann ein Anstoß zur Entfaltung des Familienlebens, eine Grundlage für wachsendes Glück im Diesseits und im Jenseits und die Vorbedingung zur Entwicklung hoher weiblicher Charaktereigenschaften nur im Rahmen der Schariah und im Zusammenwirken mit den islamischen Sitten möglich sein. Heute ist der wichtigste Punkt im Leben einer Familie folgender: Wenn eine Frau erlebt, dass ihr Mann etwas Schlechtes tut, oder wenn sie Treulosigkeit von ihm erfährt und nun ihrem Gatten gleich und entgegen ihrer Pflicht als Frau in der Familie die Treue bricht und das Vertrauen zerstört, dann richtet sie, einer Gehorsamsverweigerung im Militärdienst vergleichbar, in dieser Familie den ganzen Betrieb völlig zu Grunde. Vielmehr sollte sich eine solche Frau darum bemühen, die Fehler ihres Mannes so weit wie möglich zu bereinigen, um so ihren ewigen Gefährten zu retten. Wenn sie dagegen ihre Reize vor anderen offen zur Schau stellt und sich darum bemüht, sich beliebt zu machen, so trägt sie in jeder Hinsicht den Schaden davon. Denn wer von der Wahrheit lässt und die Treue bricht, empfängt seine Strafe schon im Diesseits. Denn die Frau erschrickt wesensgemäß vor den Blicken der Fremden, fühlt sich befangen und zieht sich vor ihnen zurück. Sie empfindet die Blicke von achtzehn unter zwanzig Männern als lästig. Was aber einen Mann betrifft, so wird er vielleicht nur vor einer unter hundert Frauen Abscheu empfinden und sich belästigt fühlen, wenn sie ihn betrachten. Deshalb wird eine Frau sich unbehaglich fühlen und sich selbst beunruhigen; sie mag darüber hinaus auch noch in den Verdacht der Treulosigkeit geraten und kann dann in ihrer Schwäche noch nicht einmal ihr Recht verteidigen.

Zusammenfassung: So wie die Frauen wegen ihres Heldenmutes, ihrer Aufrichtigkeit und selbstlosen Liebe nicht den Männern gleichen, können auch die Männer sie in heldenmütiger Opferbereitschaft nicht erreichen; genauso wenig können es auch die Frauen in der Ausschweifung keineswegs den Männern gleich tun. Deswegen und entsprechend ihrem Wesen und der Schwäche in ihrer Natur empfinden sie eine sehr große Angst vor fremden Männern und halten es für notwendig, sich in ihrem Tscharschaf zu verhallen. Denn dort wo der Mann zu seinem Spaß und Vergnügen sich für neun Minuten der Ausschweifung ergibt und dafür lediglich ein wenig Geld opfert, muss die Frau zur Strafe für die neun Minuten ihrer Ausschweifung auch noch neun Monate lang eine schwere Last in ihrem Bauche mit sich tragen, sich danach neun Jahre lang ohne einen Beschützer mit der Erziehung des Kindes abplagen, kann sie dem Mann in ihrer Ausschweifung nicht gleich werden, muss vielmehr eine hundertfach höhere Strafe verbüßen. Wie dergleichen gar nicht so seltene Vorkommnisse zeigen, sind Frauen wohl einerseits ihrem Wesen entsprechend eine Heimstatt hoher Moral, doch haben sie kaum die Anlage für irdische Vergnügungen in Stunde und Ausschweifung. D.h. sie sind vor allem dazu geschaffen und gesegnet, im Rahmen einer islamischen Gesittung im Schoße einer glücklichen Familie zu leben. Sollen die Organisationen, die diese Frauen verderben wollen, verdammt werden. Meine Schwestern aber möge Allah vor dem Übel dieser Banditen behüten. Amen.

Dritte Anmerkung: Meine lieben Schwestern! Ihr solltet euch dessen sicher sein, dass die Risale-i Nur mit Hunderten von Hinweisen und anhand ebenso vieler unbezweifelbarer Tatsachen nachgewiesen hat, dass mit den Vergnügungen und Freuden außerhalb des Erlaubten Rahmens ein Zehnfaches an Schmerzen und Mühen verbunden ist. Alle weiteren Einzelheiten könnt ihr daher der Risale-i Nur entnehmen. Beispiele dazu bieten euch in dem Buch: »Kleine Worte« das Sechste, Siebente und Achte Wort, sowie der »Wegweiser für die Jugend«. Sie werden euch sämtliche Tatsachen besser und ausführlicher darlegen, als ich das hier kann. Deswegen sollt ihr euch mit einem Vergnügen im von Gott erlaubten Rahmen zufrieden geben und euch damit bescheiden. Mit euren Kindern zu Hause liebevollen Umgang zu pflegen, bietet mehr Genuss als Hunderte von Kinobesuchen. Ihr sollt euch dessen sicher sein, dass in diesem irdischen Leben die wahren Freuden aus einem Leben im Glauben erwachsen und aus dem Glauben selbst. Und aus jedem guten Werk erwächst eine geistige Freude. Und dass sich auf Irrwegen und in der Ausschweifung schon in dieser Weit besonders bitteres und quälendes Leid einstellt, wurde bereits in der Risale-i Nur mit unbestreitbaren Beweisen dargelegt. Ja, dass im Glauben sogar, ein Kern des Paradieses und in Unglaube und Ausschweifung ein Samenkorn der Hölle liegt, wurde mir selber durch viele Erfahrungen und Erlebnisse vor Augen geführt und in der Risale-i Nur ist diese Tatsache vielmals beschrieben worden, was dann in die Hände von besonders verbohrten Kritikern geriet. Doch konnten die offiziellen Sachverständigen und die Gerichte diese Wahrheit nicht widerlegen. Nun sollen besonders die Abhandlung über die Verhüllung der Frau und der »Wegweiser für die Jugend« und die »Kleinen Worte« an meiner Stelle euch, ihr meine Schwestern und meine Töchter, unterrichten.

Ich habe gehört, dass ihr möchtet, dass ich euch den Unterricht in der Moschee erteilen soll. Aber meine Krankheit, meine schwierige Lage und noch viele andere Ursachen erlauben es mir nicht. Ich habe mich entschlossen, alle meine Schwestern, die diesen meinen Unterricht gelesen und angenommen haben, wie Nur-Schüler in alle meine geistigen Verdienste und Gebete einzuschließen.

Wenn ihr euch an meiner Stelle einen Teil des Risale-i Nur Gesamtwerkes * beschaffen könnt, es lest oder hört, dann werdet ihr nach unserem Grundprinzip auch einen Anteil an den geistigen Verdiensten und Gebeten aller Nur-Schüler haben, die eure Brüder sind. Ich wollte noch mehr schreiben, aber da ich sehr krank und sehr schwach und sehr alt bin und neben Korrekturarbeiten noch viele andere Aufgaben zu erledigen habe, gebe ich mich hiermit zufrieden...

 

 

»Der Beständige ist der, der bleibt und besteht.«

Euer des Bittgebetes bedürfender Bruder Said Nursi

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